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Full text of "Fontes rerum Austriacarum. Österreichische Geschichtsquellen. Zweite Abtheilung, Diplomataria et acta"

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JU. .Jfuul, im^ 




fgarbarö College 3Lil)raro 



DENMAN W. ROSS, 

OF CAMBRIDGE, 

Received löjanuary, 1888. 




FONTES RERll AUSTIUAGARIE 



(ESTERREICmSCHE 



■»vMH h: 



[TS-QDELLEN. 



HERAUSGEGEBEN 



HISTORISCHEN COMMISSION 



KAISERLICHEN AKiVOEMIE DER WISSENSCHAFTEN IN WIEN. 



ZWEITE ABTHEILüNG. 
DIPf^OMATARIA KT ACTA. 

XZV. BAND. 



BAUMCARTENBEECER FORMELBUCH. 



I 



FONTES RERll AVSTRUGARIll. 



(ESTERREIGHISGHE GESGHIGHTS-QDELLEH. 



HERAUSGEGEBEN 



HISTORISCHEN COMMISSION 



KAISERLICHEN AKADE MIE DER W ISSENSCHAFTEN IN WIEN. 



ZWEITE ABTHEILUN6. 
DIPIiOMATABIA ET ACTA. 

IXV. BAND. 

BAUM6ARTENBER6ER FORMELBUCH. 



WIEN. 

AUS DER KAISERLICH-KÖNIGLICHEN HOF- UND STAATSDRUCKEREI. 

1866. 



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DAS 



BAUMGAETEHBEßeM FOBIELBUCH. 



£INE (tUELLE ZUa GESCHICHTE DES XIU. JAHRHUNDERTS 

VORJVEHMLICH DER ZEITEN RUDOLFS VON HABSBURG. 

ZUM ERSTEN MALE HERAUSGEGEBEN UND ERLÄUTERT 
TOK 

HEBMAMN @AERWALD. 



WIEN. 

AUS DER KAISERLICH-itÖNIGLICHEN HOF- UND STAATSDRUCKEREI. 
1866. 



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Einleitung^* 



Das Formelbttch, welches hier zum ersten Male vollständig yeroffent- 
licht wird , ist dem gelehrten Publikum schon seit langer Zeit nicht 
völlig unbekannt Schon der kaiserliche Hofbibliothekar Lambecius 
(f 1680) hat auf dasselbe aufmerksam gemacht und die Absicht aus- 
gesprochen, einen Codex epistolaris Rudolfi I. des Abtes Seifrid von 
Zwetl i), welcher noch jetzt in der Wiener Hofbibliothek (Nr. 9381 
früher Jus civ. 76.) aufbewahrt wird, daraus zu vervollständigen und 
herauszugeben »). Einer der Amtsnachfolger des Lambecius, Genti- 
lotti, hat sodann 1718 in seinem in der Wiener Hofbibliothek befind- 
lichen handschriftliehen Gatalogus Manuscriptorum Godd. Philelogi- 
corum eine umständliche Beschreibung der Wiener Handschrift des- 
selben abgefasst Marq. Herrgott (f 1762) und Martin Gerbert 
haben ihn für ihre Zwecke benutzt» der letztere hat auch einige 
Formeln daraus mitgetheilt s). Dasselbe ist in neuerer Zeit von Pa- 
lacky ^), Riedel ^), Huillard-BröhoUes <>) geschehen und Raumer konnte 
nicht umhin, ihn für seine Geschichte der Hohenstaufen zu Rathe 
zu ziehen. — Auf den ganzen Reichthum der in dem Werke 



1) Seifrid war unter dem Namen Johann VH. vom 12. April 1612 bis zu seinem Tod« 
8. September 162S Abt in Zwetl. S. seines Neffen Bemardus Linek Annales 
Aostrio-CIara-Vallenses. Wien 1723, II. 541 u. 591. 

2) Petr. Lambecius, Catalogus librorum, quos in lucem edidit. Vindobonae 1673. 
p. 51 u. 52. 

*} Gerbert, Cod. epistolaris Rodolfi I. ed. 1772, praefatio p. 3. 

^) Über Formelbüeber, S. 236 ff. 

^) Codex diplomaticus Brandenburgensis A. VIU, 144, 145, woselbst die unten S. 26, 

30, 31 mitgetheilten Urkunden abgedruckt sind. 
*) Historia diplomatica Friderici U. an vielen Orten. 
Fontes. Abth. II. Bd XXV. a 



11 

enthaltenen Briefsammlung hat zuerst Wattenbach aufmerksam ge- 
macht *) und Rockinger») hat zuerst auf die Wichtigkeit der jener 
Briefsammlung vorangehenden theoretischen Erörterungen hinge- 
wiesen. 

Der Druck der vorliegenden Ausgabe war bereits begonnen, als 
mir Rockinger's „Briefsteller und Formelbücher des eilften bis 
vierzehnten Jahrhunderts** bekannt wurden. In dieser wichtigen Pu- 
blication sind nicht weniger als sechzehn Formelwerke aus Italien, 
Frankreich, Deutschland, der Schweiz, der pyrenäischen Halbinsel 
und England und darunter auch der theoretische Theil unseres Baum- 
gartenberger Formelbuchs mitgetheilt, „um**, wie der Herausgeber 
sagt, „auf diese Weise den gesammten Betrieb dieser Disciplin im 
Mittelalter nach allen Seiten hin vor Augen zu führen** »). 

Ein ähnliches Ziel wollte ich auf einem andern Wege erreichen. 
Ich wollte Wesen und Werth der mittelalterlichen Formelbücher 
durch vollständige Veröffentlichung des vollkommensten und interes- 
santesten derselben darthun und wie Rockinger in seiner ersten Ab- 
handlung über den Werth der Formelbücher als rechtsgeschichtlicher 
Quellen gehandelt und in seiner erwähnten Ausgabe gewissermassen 
ein Urkundenbuch zu jener Schrift gegeben und darum wesentlich 
die den Mustersammlungen vorangeschickten theoretischen Ab- 
handlungen berücksichtigt hat, so wollte ich — den theoretischen 
Theil Juristen überlassend — durch kritische Behandlung der Mu- 
stersammlung auf die Wichtigkeit des darin liegenden Materials 
für die politische Geschichte hinweisen. 

Wäre es mir vergönnt gewesen, das Rockinger'sche Werk 
schon für den Druck der ersten Bogen zu verwerthen, so würden 
diese eine andere Gestalt gewonnen haben. Bei der Pflicht, die mir 
indessen obliegt, an dieser Stelle die erforderliche Auskunft über 
meine Publication zu geben , wird es mir noch verstattet sein, den 
wesentlichen Gewinn, der für das Verständniss derselben durch 
Rockinger erzielt ist, nutzbar zu machen. 



1) Archiv der GeseUschaft für ältere d. Gesch. 10, 50S— 518. 

*) Über Formelbücher vom 13. — 1». Jahrhundert. München 1855. S. 48 ff. S. 171 ff. 

S) L. c. Einleitung S. LXVIII. 



m 



Unser Formelbuch ist im Anfange des vierzehnten Jahrhunderts von 
einem Mitgliede des Cisterzienserklosters Baumgartenberg bei Linz 
verfasst i). Es ist ein Lehrbuch, welches sich die Aufgabe stellt, eine 
theoretisch-practische Anleitung zum richtigen Abfassen von Briefen 
und Urkunden aller Art zu geben. 

Rechtskundigen, mit den Formen der Rechtspraxis vertrauten, 
stilgewandten Männern stand der Weg zu einflussreichen Stellen an 
den Höfen weltlicher und geistlicher Fürsten offen. Wie man Briefe 
und Urkunden abzufassen habe, bildete deshalb in den Klosterschulen 
einen besondern Unterrichtszweig. Aus dem Bedürfniss nach geeig- 
neten Lehrbüchern für denselben ist die Literatur der Formelböcher 
hervorgegangen 2). Der Entwickelungsgang derselben war ein natur- 
gemässer. 

Anfangs begnügte man sich , Urkunden und Briefe, nach 
Materien geordnet, zusammen zu stellen. Was dann in den Briefen 
immer wiederkehrte: die Begrüssungsformen , Briefanfänge, allge- 
meine Gedanken , die beliebig in jedem Briefe verwendet werden 
konnten, wurde zusammengetragen; es war für einen angehenden 



In der Formelsammlung ist der jüngste Brief vom November 1290. S. unten S. 275, 
der älteste vom 29. Mai 1198 S. 164; in der Einleitung dagegen tragt eine Ur- 
kunde das Datum 9. Kai. Jun. 1302. S. 67; endlich findet sieh am Schlüsse eines 
Briefes die Bemerkung: Dat. a. Domini 1313 factus est Syfridus de Chremsa novi- 
cius in Zwetla. S. S. 299 Anm. 1. Über den Verfasser und seine Heimat vgl. S. 71 
72, 77, 66. 

^) Eine historische Übersicht dieser Literatur hat Wattenbach : Über Briefsteller des 
Mittelalters, Archiv für österreichische Geschichtsquellen Bd. 14 p. 29 ff. gegeben. 
Um die Kenntniss derselben hat sich nach Palacky Rockinger die grössten Ver- 
dienste erworben durch verschiedene Abhandlungen und namentlich durch seine 
Editionen: Drei Formelsammlungen aus der Zeit der Karolinger. München, 1857, 
und das oben p. II angeführte Werk , auf dessen Einleitung wir noch besonders 
verweisen. 

a* 



IV 

Notar schon von Werth , eine Reihe solcher salutationes , exordia, 
proverbia zur Verfügung zu haben. 

Diese Zerlegung des Briefes in seine Theile führte aber sehr 
bald dahin, eine Belehrung über die einzelnen Theile und eine An- 
leitung zur Verbindung derselben zu geben: es entstanden die Ab- 
handlungen über die fünf Theile des Briefes (salutatio , exordium, 
iiarratio , petitio , conclusio), die als Einleitung zu den Mustersamm- 
lungen auftreten. 

Eine solche Beiehrung genügte nun zwar als Anleitung zur An- 
fertigung von Briefen im weitesten Sinne, litere missiles *), sie reichte 
aber nicht aus für die Abfassung von Schriftstücken rechtlicher Natur, 
deren Kenntniss einem angehenden Notar unumgänglich nöthig war. 
Auch für diese litere, que dantur in curiis principum, entstanden be- 
sondere theoretische Anleitungen. 

In Norddeutschland entstand in den dreissiger Jahren des drei- 
zehnten Jahrhunderts aus Vorträgen, welche der Domscholaster, 
spätere Bischof von Brandenburg, Gernand (1221—1241) hielt, ein 
derartiges Werk, die sächsische summa dictaminis, welches um die 
Mitte desselben Jahrhunderts die Grundlage einer andern summa 
dictaminum wurde, die einem Magister Ludolf von Hiidesheim zuge- 
schrieben wird. 

Eine Betrachtung dieser beiden Werke , die vor Kurzem zum 
ersten Male von Rockinger herausgegeben worden sind, ist für die 
Würdigung unseres Baumgartenberger Formelbuehes unerlässlich. 

In der sächsischen summa prosarum dictaminis unter- 
scheidet man, von einigen einleitenden Bemerkungen abgesehen, im 
Wesentlichen drei Theile: 1. eine theoretische Anleitung zur Abfas- 
sung von Privilegien und Aktenstücken rechtlicher Natur ^) ; 2. eine 
eben solche zur Abfassung von Briefen überhaupt, litere missiles«) ; 
3. exempla d. i. praktische Belege zu den gegebenen Anleitungen ^). 



Die sächsische summa, Rockinger, BriefsteHer des 11. — 14. Jahrh. p. 260, erklärt : 
missiles dicuntur a mittendo, eo quod mittuntur, ferner: notandum, qnod iilas 
speciatiter missiles appellamus , que nichil auctoritatis tribuunt , nichil iuris acqui- 
runt, nichil necessitatis inportant, immo solum intencionem mittentis et recipientis 
ezprimunt et declarant. 

2) Rockinger, S. 214 — 260. 

<) Daselbst S. 260—264. 

*) Daselbst S. 265—346. 



Ludolf von Hildesheim behandelt zuerst und ausführlicher die 
Theorie der litere missiles i), dann, oft mit wörtlicher Benutzung der 
sächsischen summa, die litere, que consueverunt dari in curiis prin- 
cipum^), stellt aber die exempla, und zwar genau die in der sächsi- 
schen summa beigebrachten, nicht als besonderen Theil an den Schluss 
der theoretischen Erörterungen, sondern fügt bei jeder einzelnen Ma- 
terie, unmittelbar nach der theoretischen Behandlung, das Beispiel, 
den praktischen Beleg, hinzu. 

Denselben Gang verfolgt der Mönch von Baumgartenberg, nur 
mit dem Unterschkde, dass er von den litere, que consueverunt dari 
a curiis principum, den Abschnitt über die Privilegien aussondert, um 
ihn in einem besondern Hauptthcile zu behandeln. Ihm lag das Werk 
Ludolf s von Hildesheim vor. Wie ihm dann aber auch andere Werke 
derselben Gattung und grosse Briefsammlungen zu Gebote standen, 
so hat er sich eine umfassendere Aufgabe gestellt. Sein Werk zer- 
fällt in sechs Theile. 

Wie Ludolf giebt er in den beiden ersten Theilen: L eine 
Theorie der litere missiles S. 1 — 23. Nach einigen einleitenden Be- 
merkungen $ in welchen er darauf hinweist, dass er den modernen 
Briefstil — ut modernis placuit ususque presentis temporis appro- 
bavits) — im Auge habe, behandelt er die fünf Theile des Briefes, 
am ausführlichsten und auch am selbstständigsten die saiutatio. Hier 
mögen ihm ausser Ludolf noch die rationes dictandi des Alberich von 
Monte -cassino^) und Thomas Ton Capua^) vorgelegen haben, er 
hat sie aber jedenfalls mit grosser Selbstständigkeit benutzt. 

U. Eine theoretisch-praktische Anleitung zur Anfertigung solcher 
Urkunden, que dantur in curiis principum S. 23—60. In siebzehn 



1) Daselbst S. 359—374. 

2) Daselbst S. 374—395. 

3) Per hoc igitup qnod dicit „secundum usum modemoram** taiigit huiu« doctrine 
perspicaeitatem, quia subtilius de unaqiiaque re loeuntur moderni quam antiqui. So 
heisst es in einem im 14. Jb. zur summa des Ludolf verfassten Commentar: nota- 
bilia magistri Simonis super summa de arte dictandi. Roekinger I. c. S. 97«. 

*) Man vergleiche, was Alberich, Rationes dictandi (Roekinger I.e. S,25), sagt: „. . . 
considerandum est in omni dictaminura genere tre^ esse distinctiones . . : quanim 
videlicet prima vocatur suspensiva, alia constans, tercia finitiva" mit der Stelle : 
„Item antiqni in epistolis tripUci usi sunt distinctione etc.,** unten S. 22. 

^) S. unten S. 1. 



VI 

Distinctionen werden hier commissiones , citaeiones, procuratorie 
etc. i) in der Weise behandelt, dass einem tractatus, der die Theorie 
enthält, sich die praktischen Beispiele, exempla, anschliessen. Ohne 
sich gerade überall sclavisch an den Wortlaut zu halten ist Ludolf 
doch ausgeschrieben und bis auf drei Beispiele, die sich bei Ludolf 
nicht finden a), werden hier genau die von Ludolf beigebrachten Mu- 
ster wiederholt, nur dass hier, wie das bei solchen Compilationen 
häufig vorkommt 3), die Urkunden localisirt sind, indem z. B. statt 
des episcopus Hildeshemensis der dem Gesichtskreise des Baumgar- 
tenberger Mönches näher liegende episcopus Pataviensis gesetzt 
ist*). — Es folgt nun, was früher übergangen war: 

IIL Die Lehre von den Privilegien. Bevor er aber dazu übergeht, 
behandelt er, unter der Überschrift de quibusdam incidentiis, in vier- 
zehn Distinctionen (S. 60 — 78) folgende Materien: de dote et eins 
differenciis , de iure patronatus, de testamentis (dieser Abschnitt ist 
der ausführlichste), de lite in causa civili, de arbitris et formis arbi- 
triorum , de modo exemplandi literas , quid sit procuratio, de irregu- 
laritatibus, quid sit prescriptio, de annis Domini, forma credenciarum, 
de iure advocaciarum und endlich quid sit census.. In keinem andern 
Abschnitte unseres Werkes tritt die Person des Verfassers oder 
richtiger Compilators so bestimmt hervor wie hier: er nennt aus- 
drücklich seinen Orden (noster videlicet cysterciensis ordo S. 71 — 
a talibus tamen ordo noster exemptus est S. 78), seine Heimath 
(domus nostra scilicet Paungartenperg S. 71); die Urkunden, die er 
als Muster anführt, sind von einem Herzoge Albrecht von Österreich 
und einem Grafen von Tirol oder von einem Wiener oder Linzer 
Bürger ausgestellt (S. 64, 65, 66, 68,69, 71); er nimmt gern 
Veranlassung zu sagen, was in seiner Heimath oder im Nachbarlande 
Rechtens und Brauch ist (ut videlicet in episcopatu Pataviensi accipit 



S. unten 8. 23. 

'^) Die forma executorie condioionalis unten S. 47^ und forma indulg^entie perpetue 

S. 53. — Auch die forma executorie mere fehlt bei Ludolf, steht aber in der 

sächsischen Summa, Roekinger S. 299. 
^) Vergl. darüber Wattenbach, Arch. für österr. Geschichtsquellen B. 14, S. 36, und 

meine Gelegenheitsschrift : Zur Charakteristik und Kritik mittelalterlicher Formel- 

bücher. Wien 1858, p. 18 ff. 
*) Im Einzelnen sind die Abweichungen durch die Zusammenstellung bei Roekinger 

1. c. S. 320 ff. ersichUich. 



VII 

forte legatus centum marcas vel plus vel minus S. 72 — sicut est in 
Moravia consuetudo S. 77 — sed iste non fiunt apud nos S. 66 — 
tarnen usus in terra nostra obtinuit, ut omnes tales litere voeentur pri- 
vilegia S. 70); er spricht von der consuetudo nostrorum temporum *) 
(S. 63) und Hebt es, zuweilen die lateinischen Ausdrücke durch die 
landesüblichen deutschen zu erläutern (Margengab, Widern, steuras 
S. 6 1 — ein schiedmann, schidleut, ein schranne S. 69 — vogtphen- 
nig S. 78). Bei alledem haben wir es hier so wenig wie in den 
früheren Abschnitten mit einer selbstständigen Arbeit des Baumgar- 
tenberger Mönches zu thun. In der fünften Distinction S. 68 de Ute 
in causa civili heisst es : Item notandum, si super aliquibus possessio- 
nibus vel rebus lis orta fuerit et contentio yentilata in foro videlicet 
civilis quia de foro ecclesiastico supra positum estsatis 
lucide. Nun findet sich aber in unserm Werke eine solche Abhand- 
lung de lite in foro ecclesiastico nicht. Es ist also klar, dass wir es 
hier mit einem Bruchstück eines andern Werkes zu thun haben. Ver- 
muthlich lag unserm Compiiator eine aus Italien stammende a) und 
nach Österreich verpflanzte ars notariatus vor, aus welcher er sich 
Belehrung über die einzelnen hier behandelten Materien geholt hat. 

In der Lehre von den Privilegien, die nunmehr folgt, ist wiederum 
das Werk Ludolfs benutzt: es sind daraus, wenn auch nicht wört- 
lich, die theoretischen Auseinandersetzungen und das Muster eines 
päpstlichen Privilegs (S. 82) entlehnt. Dagegen sind die folgenden 
Muster S. 83 — 86 aus einer Sphäre die unserm Compiiator nahe lag. 

Schon spricht er davon, dass er nunmehr dazu übergehe, eine 
Sammlung von Musterbriefen zu geben, da erinnert er sich der Wich- 
tigkeit und des Werthes schöner Briefanfange und.giebt 

IV. in dem tractatus exordiorum S. 86 — 103 eine grosse Anzahl 
solcher Eingangsformeln, denen er 

V. in dem tractatus proverbiorum S. 103—107 eine Reihe von 
Sentenzen folgen lässt, die, wie die Perle dem Ring, so dem Briefe 
zur Zierde gereichen sollen »). 



^) Hier ist es auch, wo eine Urkunde mit einer bestimmten Jahreszahl, 1302, auftritt. 

8. 67. 
'^) Das schliesse ich aus der Stelle S. 66: In aliis tarnen terris, sicut in Long^obardia 

et Tnscia etc. 
«) Seite 104. 



VIII 

VI. Die grosse Mustersammlung, welche den sechsten und 
letzten Haupttheil des Werkes bildet, umfasst in vier Abschnitten: 

A. Litere papales, enthaltend 52 Briefe, S. 108 — 204; 

B. Litere imperatorum et regum Romanorum ; enth. 81 Briefe, 
S. 205—296 0; 

C. Litere privilegiorum et exempcionum sive libertatum, enth. 
45 Briefe, S. 297—345; 

D. Litere papales, imperatorum et regum, enth. 61 Briefe, 
S. 346—409, 

im Ganzen 239 Briefe«). 

Über den Zweck der Sammlung spricht sich der Verfasser deut- 
lich aus : er wolle, nachdem er im Allgemeinen d. h. theoretisch über 
den Brief gehandelt, nunmehr de epistola, pi*out est in sui ipsius 
essencia, realiter et exemplariter handeln, und zwar, wie er sich in 
einem ähnlichen Zusammenhange an einer andern Stelle ausdrückt, 
ut similis realis eins essencia tarn in partibus appareat quam in toto^). 
Und hieran knüpft er sofort eine Bemerkung, aus der wir die Quellen 
kennen lernen, aus welchen er geschöpft hat: Ad cuius evidenciam 
et cognicionem multas elegantis stili presenti operi inserui epistolas, 
quas de magnorum dictatorum formulariis excerptas, 
dum hinc inde vicio scriptorum esset erratum multipliciter in eisdem 
et incongruo nimis*) ordine registrate, de parvitate mei ingenioli, 
utcunque potui, correxi, ipsas ordine congruo connectendo. Primo 
quidem ecclesiasticas utpote papales . . . deinde literas imperatorum 
et regum etc. 

Der klar ausgesprochene Zweck unserer Sammlung ist also nicht 
der: historisch-interessante, sondern gut stilisirte Briefe darzubieten, 
den Dictator interessirt nicht der bestimmte Papst oder Kaiser oder 
König, welcher der Schreiber oder Empfänger eines Briefes ist, son- 
dern der päpstliche, kaiserliche oder königliche Brief im Aligemeinen, 
und im Einzelnen sieht er nicht auf den Inhalt, sondern auf die Form. 
Daher sind denn auch Namen und Datum fast überall in den Briefen 
weggelassen und die speciellen historischen Beziehungen verwischt. 



S. unten Anm. 1. S. 2Zti. 

*) Die Zwetler HS. hat nur 238 Briefe. 

3) S. 86 und 108. 

*J So ist unten S. 86 für „in congruo minus** zu lesen. 



IX 

Und doch fliesst gerade für die merkwürdigsten geschichtlichen 
Ereignisse des dreizehnten Jahrhunderts aus unserer Sammlung ein 
reiches urkundliches Material. Das hat , wie mir scheint, seinen letz- 
ten Grund in der Art, wie sich im Mittelalter gebildete oder an den 
Ereignissen betheiligte Leute eine tiefere Kenntniss der wichtigen 
Vorgange ihrer Zeit verschafRen. Wie zu allen Zeiten , so knüpfte 
sich auch im Mittelalter an grosse Staatsactionen ein umfassender 
Schriftwechsel. Der grosse Entscheidungskampf der römischen Curie 
gegen die Staufen, die Wahl Rudolfs von Habsburg, die Begrün- 
dung seines Einvernehmens mit der Kirche , sein Kampf gegen Ota- 
kar Ton Böhmen, die Stellung, welche einzelne Personen und Kör- 
perschaften in diesem Kampfe einnahmen — alle diese Ereignisse hat- 
ten Schriftwechsel hervorgerufen, deren Veröflfentlichung und Ver- 
breitung in den'entscheidenden Momenten einerseits von den han- 
delnden Personen gewünscht und herbeigeführt werden musste, deren 
Kenntniss aber andererseits gebildeten Leuten und insbesondere den 
intelligenten Mitgliedern eines einflussreichen Ordens , eines unfern 
der grossen Heerstrasse gelegenen und von allen erwähnten Ereig- 
nissen unmittelbar betroffenen Klosters von besonderem Interesse 
sein musste. Man hatte — nicht die Formelbücher allein, auch die 
in den Chroniken eingeflochtenen zahlreichen Urkunden beweisen 
es — in den Klöstern Sammlui^en von historischen Actenstücken 
zur Information über die zeitgenössische Geschichte. Diese Samm- 
lungen boten den Dietatoren willkommenes Material zur Herstellung 
ihrer Pormularien und solchen Ursprunges müssen die Formularien 
gewesen sein, aus denen der Baumgartenberger Mönch seine Muster- 
sammlung hergeholt hat. 

Ich will nur gestehen, dass ich im Beginn meiner Untersuchung 
an jede einzelne Formel mit der Voraussetzung hinangetreten bin, 
sie sei fingirt*). Bald aber stiess ich auf Formeln, welche, indem 
sie mit authentischen Urkunden bei Raynaldus, Mathaeus Parisiensis, 
Rymer u. A. bis auf die weggelassenen Namen und Daten überein- 
stimmten, eben diesen Urkunden entnommen sein mussten. Das ver- 
anlasste mich, den gedruckten Urkundenschätzen des dreizehnten 
Jahrhunderts näher zu treten und die Ausbeute war so erheblich. 



*) Den von Gerbfrt im Cod. epist. Hadolfi I. mitgetfaeilten Briefen traute ieh auch 
nicht ohne Weiteres. 



dass ich mich nunmehr zu der entgegengesetzten Voraussetzung be- 
rechtigt glaubte, als habe ich es hier durchweg mit historischen 
Actenstücken zu thun , deren specielle Beziehungen sich noch ermit- 
teln lassen müssten. Ich habe also auch diejenigen Formeln, die sich 
auf authentische Urkunden nicht zurückführen Hessen, einzeln einer 
genauen Prüfung unterworfen und durch Benützung einzelner in den- 
selben enthaltenen Andeutungen , durch Vergleichung ihres Inhaltes 
mit anderweitig glaubwürdig überlieferten historischen Thatsachen, 
so gut ich vermochte, die verdunkelten historischen Beziehungen auf- 
zuhellen, zuweilen auch die beseitigten Namen und Daten nachzu- 
weisen und so aus den Formeln die Urkunden oder Briefe herzustel- 
len gesucht. Dass das in sehr vielen Fällen ganz unmöglich war, ist 
leicht begreiflich. Manchen Aufschluss gewährten mir andere , theils 
gedruckte, theils ungedruckte ^ Briefsammlungen und Formelbücher, 
in welchen sich zuweilen manche unserer Formeln mit den hier weg- 
gelassenen Namen und Daten vorfinden. Ohne Weiteres darf man 
freilich solchen Namen und Daten nicht trauen; in unserer Samm- 
lung selbst begegnen wir willkürlich hinzugesetzten Namen und 
Daten 2). Wiederum darf man nicht sofort auf Willkür oder Fäl- 
schung schliessen, wenn in verschiedenen Formelbüchern dieselben 
Briefe mit verschiedenen Namen der Absender und Empfänger und 
mit verschiedenen Daten versehen sind ; denn eine und dieselbe 
Formel liegt häufig den Briefen ganz verschiedener Personen zu 
Grunde ^). — Nach welchen Regeln muss man demnach verfahren, 
um aus den Formelbüchern authentisches historisches Material zu ge- 
winnen? Ich glaube, es lassen sieh solche Regeln nicht aufstellen, 
und es bleibt nichts übrig, als jede einzelne Formel genau zu unter- 
suchen. Das ist um so unerlässlicher, als man bei den Dictatoren 



1) Die hieher gehörigen Sammlungen der Wiener Hofbibliothek habe ich grössten- 
theils selbst verglichen, über andere gewährten mir die Handschriftenverzeichnisse 
im Archiv der Gesellsch. für ältere deutsche Gesch. erwünschte Auskunft. 

2) S. 153 erscheint ein römischer König Ulrich für Wilhelm, S. 343 ein falsches Da- 
tum. Vergl. ancb S. 83 u. 84 Ann. 1 and 8. 86 u. 342 Anm. 1. 

3) Vergl. S. 228, 288, 354, 369. Dagegen ist es entschieden falsch, wenn HuiUard 
Breholles die unten S. 300 ff. mitgetheilte Formel auf Friedrich 11. bevieht, wo«u 
gar kein Anhaltspunkt vorhanden ist, während die Rudolfinische Originalurkunde 
existirt, und auch dass, wie Gerbert will — der freilich das Original bei Ripoll 
nicht kannte, — K. Rudolf genau densdben Brief geschrieben haben soll, wie 

Urbau IV. (s. unten S. 251) ist unrichtig. 



XI 

nicht nur keine Rücksicht auf historische Treue, sondern nicht ein- 
mal durchweg ein Verständniss der Schriftstücke, die sie bieten, vor- 
aussetzen darf. So ist in unserer Sammlung eine Urkunde in zwei 
Theile zerrissen, die an verschiedenen Stellen als besondere Formeln 
auftreten <), während anderswo Fremdartiges verbunden ist 2). Bei so 
mannigfachen Schwierigkeiten, welche sich der richtigen Deutung und 
chronologischen Einordnung der Formeln entgegen stellen, darf ich wohl 
meine kritischen Bemühungen der Nachsicht meiner Leser empfehlen. 



Es gibt nicht weniger als sechs Handschriften von unserem 
Formelbuche, davon sind jedoch nur zwei vollständig: Die Wiener 
(V.) und die Zwetler (Z.) s). Diese beiden wurden mir — Dank der 
Liberalität der betreffenden Bibliotheken und der hohen Verwendung 
des königlichen Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten und 
meines hochverehrten Freundes, des königlich preussischen Consuls 
in Wien, des Herrn Moriz Ritter von Goldschmidt — hieher ge- 
sandt, so dass ich sie zum Theil noch bei der Revision des Druckes 
zur Hand hatte. 

Die Handschrift der kaiserlichen Hofbibliothek in Wien, Nr. 40^, 
früher Phil. 61 und in einem noch älteren Kataloge Cod. Philos. et 
Philol. Lat. Nr. 262, enthält 96 Pergamentblätter in Klein-Folio 



1) S. unten S. 309 und Z6'Z. 

^) Stobbe, Summa curiae regis, ein Formelbuch aus der Zeit K. Rudolfs I. und 
Albreeht 1. aus einer .Erlanger HS., Archiv für österr. (leschichtsquellen , B. 14, 
S. 367, Nr. 28t, sind zwei Formeln vereinigt. S. unten S, 307 und 308; — vgl. 
ferner Stobbe Nr. 187 und 193. 

^) Bruchstücke enthalten folgende Münchener Pergamenthandschriften : 

1. Cod. lat. monacensis 2697 enthält einen Theil der theoretischen Einleitung 
und die letzten 10 Nummern der Mustersammlung. 

2. Cod. lat. monacensis 16.125 enthält das ganze Werk bis auf 20 Formeln der 
Mustersammlung, die an verschiedenen Stellen fehlen. 

3. Bin Quinternio des erwähnten Cod. lat. mon. 2697, auf welchem sich die 
letzten fünf Formeln der Mustersammlung finden. 

4. Eine Papierhandschrift desi5. Jhd. der Bibliothek des Chorberrenstifles zu Voran 
in Steiermark Nr. 70 , in welcher unser Formelbuch erst mit dem prohemium in 
tractatum ezordiorum (unten S. 86) beginnt, die dann aber unser Formelbueh, wie 
die Zwetler HS. (der Brief unten S. 349 ff. Nr. 3 fehlt ebenso wie in Z.) , und 
zwar die Mustersammlung auch in derselben Reibenfolge wie Z. und der Mun- 
chener Codex Nr. 2, bringt und endlich auch das nur noch in der Wiener HS. be- 
findliche Fragment eine» Formelbnches. 8. unten S. 419 — 455. — Dieses Alles 
ist ersichtlich aus Roekinger 1. c 721 —724 und 792 — 80i>. 



XII 

11" IT'' rheinländ. hoch und 812'' breit; jede Seite ist in zwei Co- 
lumnen getheilt, die Anfangs je 57, später nur je 52 Zeilen enthal- 
ten. Die schöne Schrift aus dem 14. Jahrhundert lässt nach einander 
drei verschiedene Schreiber erkennen <). Die Überschriften der ein- 
zelnen Distinctionen sowie die Anfangsbuchstaben und Inhaltsanga- 
ben der Briefe sind in feiner Schrift am Rande angemerkt, dann aber, 
nachdem sie in den dafür leer gelassenen Raum mit rother Dinte ein- 
getragen waren, wegradirt; an einzelnen Stellen ist jedoch der für 
diesen Zweck leer gelassene Raum unausgefüllt geblieben. Ausführ- 
liche Inhaltsangaben sämmtlicher in den Mustersammlungen enthal- 
tenen Formeln sind dann in einen vorn eingehefteten Quaternio ein- 
getragen; sie füllen siebenthalb Blätter und beginnen auf der innern 
Seite des ersten Blattes. Oben, auf der äusseren Seite desselben 
Blattes, welches nachträglich an den innern Holzdeckel angeklebt ist, 
findet sich der Name Conradus Aychperg, der auch oben auf der 
innern Seite desselben Blattes steht, und endlich auch auf der an 
den zweiten Holzdeekel angeklebten Rückseite des letzten Blattes 
Fol. 96 „liber aychperg** wiederkehrt. Unser Formelbuch beginnt 
auf der ersten Seite des auf das Inhaltsverzeichniss folgenden Qua- 
ternionen und füllt sechs Lagen«) Fol. 9 — 61 s). 

Die Handschrift des Cisterzienserstiftes Zwetl Nr. 295 mb. fol. 
s. 14 enthält auf 71 Blättern einen älteren Bestandtheil theologischen 
Inhalts : diverse auctoritates de fide sancte trinitatis. Quanta aucto- 
ritate et reverencia Hylarium Pictaviensem episcopum et eins dicta 
Hieronimus et Augustinus habuerint etc. Daran ist unser Formelbuch 
angeheftet. Das erste Blatt enthält auf der ersten Seite eine Ur- 
kunde, die Fräst herausgegeben hat*), auf der zweiten ein summa- 
risches Inhaltsverzeichniss »). Es folgt bis Fol. 80 mit nur geringen 



1) 8. unten S. 352 und 353 Anm. 1. 

^) 1) Die erste Lage bezeichnet: primiu 8 Bl. mit den Custoden: ave maria . gratia 

plena. 2) seeundus 8 Bl. (fol. 23 ist ein fremder Bestandtheil) dominus teeuni . 

benedicta tu. 3) tertius 8 Bl. Custoden : a . b . c . d. 4) quartus 8 Bl. e . f . g . h. 

5) quintus 12 Bl. i . k . 1 . m . n . o. 6) T 8 Bl. p . q . (r . s. fehlen). — Von fol. 

61—83 haben II, Ul, IUI je 8 Bl., dann V 10 und VI 4 Bl. 
^) Was die folgenden Blätter enthalten, ist unten S. 419 ff. im Anhang roitgetheilt. 
^) Im Archiv für Kunde dsterr. tieschiehtsquellen Bd. 2, S. 424 u. 425. Der Abdruck 

ist sehr fehlerhaft. 
*) Summa subiecta ditiditur in octo partes priacipale« von spSterer Hand und ganz 

werthlos. 



xin 

Abweichungen von V. *) das Formelwerk in je zwei Columnen aul* 
jeder Seite in mannigfach wechselnder Schrift. Fol. 81 Incipiunt 
quedam proverbia seu regule iuris, im Ganzen 66 an Zahl «) , endlich 
von 81 d — 86d der dem Johannes Andreae — wie Rockinger be- 
beweist*) — falschlich zugeschriebene Ordo iudiciarius. Zum 
Schluss steht noch Folgendes: Proverbium: Nichil obediencia prod- 
esse videretur humilibus, si contemptus contumacibus non obesset. — 
Tractatum de salutaeionibus quere in fine secunde summe extraordi- 
narie. Explicit summa amen. 

Meiner Ausgabe liegt die Wiener HS. zu Grunde. Die Cursive 
und gesperrten Druck habe ich zur Hervorhebung besonders bemer- 
kenswerther Stellen angewendet. Um ersichtlich zu machen, wie aus 
den Urkunden die Formeln hergestellt sind, habe ich unter der Rubrik 
„Ergänzungen^ aus den Urkunden dasjenige beigebracht, was in 
den Formeln fehlt. 

Meine Arbeit ist unter Verhältnissen zu Stande gekommen, die 
einer streng wissenschaftlichen literarischen Thätigkeit wenig günstig 
sind. Mit um so innigerem Danke gedenke ich daher an dieser Stelle 
meiner verehrten, trefflichen Freunde Philipp Jaffd und Ernst Strehlke, 
in deren Verkehr ich stets reiche Belehrung und immer neue An- 
regung zu wissenschaftlicher Thätigkeit gefunden habe. 



') Sie sind an Ort und Stelle unter dem Texte angeg^eben. Die abweichende Reihen- 
folge der Briefmust^r habe ich schon S. XI, Anm. 3 vermerkt. 

^) Die erste lautet: Beueficium ecclesiasticum non potest licite sine institucione ca- 
nonica obtinere, die letzte: Certum est, quod is committit in legem, qui legis verba 
complectens contra legis nititur voluntatem. 

') Über einen ordo iudiciarius, bisher dem Johannes Andreae zugeschrieben. Mün- 
chen 1855. 



Incipit formularius de modo prosandi «>. 



r*i. 9 «. 



Ad habendam preclaram dilucidamque formam ^) dictaminis pro- 
saici, ut modernis placuit usus^ue presentis temporis approbavit, 
sciendum, quod circa principium eiusdem facultatis quinque specialiter 
«unt notanda: primo quid sit dictare — secundo quid sit dictamen — 
tercio quare sie dicatur — quarto qua sit causa invenciohis huius — 
quinto que et quot cj sint eius speeies. Nunc de singulis videamus. 

Dictare est animi conceptionem reeta ordinacione explicare. — 
Dictamen est igitur digna yerborum et artificiosa congeries cum 
pondere sententiarum, nichil in se retinens diminutum, nichil continens 
pene ociosum. — Dictamen igitur sie dicitur a dictando , eo quod 
sit quedam Htteralis edicio diversarum personarum capax, venustate 
yerborum egregia , sententiarum coloribus adornata. — Causa autem 
inventionis huius fuit duplex: prima ut per dictamen seu per 
epistolam amicorum secreta celarentur, unde dicitur „epistola^ ab 
„epistoloir** grece, quod latine dicitur „abscondo", secunda ut melius 
exprimat que mandantur. Nuncius quidem, intricatis sibi negotiis 
commissis, omnium forte commissorum meminisse non potuit; omnium 
enim habere memoriam, in nullo hesitare potius est divinitatis quam dj 
humanitatis *). — Sunt autem tres speeies dictaminum: prosaicum, 

a) Distinct'to prima V. uod Z. Siehe Einleitung — b) formam fehlt V. — 
cj que et quid V. — dj quam opus Z. 



i) Die Zwettler Haudichrift fugt hier noch hiqzu: et secundum hoc epistol« polest dici 
ab «epy'' quod est supra et «stolon** grece, quod est' missio, eo quod supra id , quod 
forsitau uuucius posset, affectum mittentis declarat. Dieselbe Etymologie hat Thomas 
Capuanns Hahn CoU. Mooo. l, 281 aad Richardus de Popbis Hofbibliothek su Wieo 
Cod. Philol. 153, jetzt 481, Fol. 116. Der Satz omnium rerum habere notitiam et 
Footes. Abth. II. Bd. XXV. 1 



metricum et rithmicum; inrenitur etiam a) prosaicometricum, quod 
constat ex metris et prosa , ut dictamen Boetii in quibusdam. Sed 
obmissis aliis de solo prosaico videamus. 

ünde sciendum quod dictamen, epistola, kartha, b) littere, 
quantum ad presens opusculum, unum sunt et synonimia, et alterum 
pro altero indifferenter ponitur. Epistola igitur est libellus absenti 
vel absentibus destinatus. Est autem ex certis causis inventa epistola, 
ut supra demonstratum est. Partes epistole quinque sunt scilieet, 
salutatio, exordium sive benevolentie captatio , narratio, petitio et 
conclusio. Ad minimum cj de hiis quinque partibus ponende sunt 
due in omni epistola: salutatio cum narratione, vel salutatio cum 
petitione dj, Primo ergo de saiutatione videamus. 

Salutatio est salutis adoptio largo sampto vocabulo, quoniam, 
licet salutatio non semper salutem in se contineat, ut dum scribit 
inimicus inimico , tamen salutatio est dicenda quodam modo , dum 
inimicus alloquitur inimicum. Notandum autem quod in omni saiuta- 
tione verbum tacetur, vel propter nimium aflfectum scribentis, vel 
propter curialitatem, ita tamen ut aliquod istorum verborum semper 
subintelligatur: optat, mandat vel mittit et cetera similia. — In 
saiutatione ista sunt consideranda: que sit persona mittentis, que 
recipientis, quoniam salutatio non debet a situ vel^a dignitate perso- 
narum discrepare, sed debet cuilibet persone additam sibi convenien- 
tiam cum debita adiectivorum appositione assignare; ut si scribatur 
literato ponantur adiectiva de literatura , nobili de nobilitate et sie de 
aliis. — Sciendum quod nomen persone recipientis debet poni e) in 
dativo casu, nomen mittentis in nominativo casu et in tertia persona. 
— In saiutatione non debent poni verba, que pertinent ad laudem 
mittentis, sed potius recipientis cum scriptum sjt *)• os te 
laudet alienum non tuum. — Item in saiutatione semper poni debet 
nomen persone tam mittentis quam recipientis quando scitur fy 
nomenquo dignitatis , nomen officii , ut infra de formis salutationum 

a) autem ffir etiam V. — b) karthe V. — cj minits V. — d) Distinctio IL 
V. und Z. — e) p. fehlt Y. — f) tam — nomenque fehlt V. 



plenam memoriam bis humanitatis findet sich wiederholt als Ezordium in Urkunden, 
z. B. in denen des Klosters Walkenried vom 29. Nov. 1266. Urkond'enbuch des 
bist. Vereines für Niedersachsen. Heft II, S. 263 und 265 ff. 
1) Proverb. Sal. 27, 2. 



3 

patebit ^r-^Scieadum qucnl quatuor de causis proprium nomen persona 
recipientis a) in salutatione tacetur : primum ex eo cum non persone 
sed dignitati scribitur *) , secundo quando nomen proprium ignoratouPi« 
tercio quando duobus equalibus seribitur, ne, si unus prius ponatur», 
alten fiat iniuria, et tunc dignitas yel officium supplet defectum 
nominis, quurto propter collisionem vitandam, ut quando scribitur foi. 9 b. 
congregationi vel multitudini. De hiis omnibus experiri potes in 
foims salutationum. 

Salütatio vero diversificatur secundum diversitatem hj persona- 
rum, qu^ triplex est: maiorr media et minor et hoc tam in clero 
quam extra clerum. Maiores persone in clero sunt: apostolicus» 
patriarche, primates, cardinales, archiepiscopi , episcopi, regaies 
abbates; medie persone in clero ^ ut abbates simplices, prepositi, 
priores et omnes clerici habentes dignitates ; minor persona in clero» 
ut simplices plebani, sacerdotes qualescunque et scolastici. Maiores 

a) pers. rec. fehlt V. — b} dwersitatum V. 



^) Von hier an hat Z folgende abweichende Fassung : secundo quando nomen proprium 
ignoratur et tunc pro ipso proprio nomine duo puncta poni debent, tercio tacetur 
propter confusionem vitandam , ut quando congregationi alicni scribitur siye aiteri 
multitudini, de quibus singulis suo in loco circa formas salutationum experiri 
poteris. Sciendum preterea, quod etiam aliquibus ex causis tacetur in epistola 
salutatio , scilicet quando scribentes se nolunt manifestare , item quando scribentes 
formidant de mal« aliquo pubUcari, item quando mortem alicigus scribunt aut 
similem turpem causam vel casum. Item tacetur in literis eonductus, que solent 
dari viatoribus pro asecuratione personarum ei suarum rerum, quas ducunt; quas 
videlicet literas precipue principes perterminos distriotuum suoruni dare solent vet 
etiam alii interdum potentes , quarum etiam forme suo in loco patent. — Sciendum 
etiam quod si par pari scribat, persona semper recipientis preponi debet, si vero 
maior minori seu minor scribat maiori , maior semper persona preponi, et hoc tam 
in ordine ecciesiastico, quam etiam seculari, excepto quando manifesti inimioi sunt, 
tunc persona mittentis se semper preponit. Seiet tamen interdum maior minorem in 
salutatione preponere et hoc causa humanitatis, ut si simplex prelatus, abbas vel 
prepositus alicui minori de clero , utpote plebano simplici vel aiteri simili tam de 
clericis, quam de laicis scribat, tales, ut diximus, quandoque preponunt in salu- 
tatione. 

Premissis itaque, sicut ex precedentibus patet, aliquibus generalibus reguiis, que 
circa salutationem necessario cognoscende et observande sunt, nunc subsequenter 
speciales sive in specie formule salutationum, quemadmodum illas exemplariter 
prosecutus sum, hie competenter haberent inferri et congruum haberent locum. Sed 
ego illas io quaternulo conscriptas in fine totius summe censui anectendas et in 
principio tractatus eiusdem causam lector inveniet cur eas non hie sed potius illie 
locaverim. — Explicit de prima parte epistole, que est salutatio, sequitur de 
ezordio. 



persone in sectilo sunt ut imperatores cuiuscunque sunt conditionis et 
omnes reges coronati; medie vero persone ut duces, marchiones, 
comites, liberi barones, capitanei urbium et omnes layei habentes 
dignitates, ut milites simplices vel eives sollempnes ; minor persona 
in seculo ut mercatores et omnes eonsimiles icarentes dignitatibus; 
In cognoscendis igitur formis omnium salutationum quedam 
ponuntur hie preambula, diligentissime a notariis observanda. Et 
notandum quod si par pari scribat, persona reeipientis preponitur; 
exemplum: Ven. in Christo patri et domino H. Dei gratia Hostiensis 
ecclesie episeopo R. eadem gratia Pataviensis ecciesie episcopus 
salutem et sinceram in domino caritatem. Si vero maior minori 
scribat, seu minor maiori, maior semper persona prefertur, et hoc 
tenendum est tarn in ordine ecclesiastico , quam etiam seculari. — 
Item quidam dicere voluerunt, quod cum minor scribit suo maiori 
semper debeat salutatio causa excellentie reticeri, quod non est verum, 
nisi ille, cui scribitur, sit summe maior, ut cum episcopus vel alter 
quicunque scribit domino pape; si autem persona reeipientis sit 
mediocriter maior, ut si aliquis episcopus scribit suo metropolitanp, 
salutatio congrue potest poni, sed inspecta mera veritate papam etiam 
quisque salutare posset, si non usus solummodo repugnaret. — Item 
si mediocris persona suo minori scripserit, modus iste relinquitur 
arbitrio dictatoris. Item ubi perfecti sibi scribunt inimici, semper 
persona mittentis preponitur , prout in formis salutationum patebit. — 
Nota, quod maior persona in clero et extra clerum de se et de suo 
pari debet dicere in salutatione Dei gratia, excepto domino apo- 
stolico, qui nee de se nee de aliis dicit Dei gratia; quedam 
tamen consuetudo inolevit quod fere omnes medie persone tam in 
clero, ut abbates simplices, prepositi, et extra clerum, ut duces 
et marchiones, de se scribant „Dei gratia^, sed in hoc consuetudo 
arti prevaluit. 

Ineipit prima tabula salatatUnis a). 

Nunc de formis salutationum singulariter et exemplariter videa- 
mus, quas per quinque tabulas invenies hie distinctas. In prima 
tabula ostenditur, qualiter dominus papa omnibus scribit salutando 

a) Am Rande I. 



tarn in clero quam extra clenim, et quomodo eidem ab omnibus 
scribitur. 

Sciendum igitur, quod dominus papa cuieunque seribat nomen 
snum premittit et ab omnibus sibi seribentibus premittitur; qui quidem 
omnes salutat sed a nemine salutatur, cum ei sola obedientia ab 
omnibus debeatur. Notandum etiam, quod nomina paparum integre 
scribi habent ^y, quoniam ipsorum equivocum significant, ut osten- 
datur in nomine , qualis esse debeat in operatione , ut Innocentius ab 
innocentia, Celestinus a celo, Gregorius a grege, quod sit ovium 
pastor, et sie de aliis. 

Sie salutat patriarchas. Eugenius episcopus , servus servorum 
Dei, ven. in Christo fratri, Jerosalemitano patriarche salutem et aposto- 
licam benedictionem ; sie salutat omnes patriarchas cuiuscunque sint 
tituli. 

Sedis apoitolice legatoa sie salutat: Eugenius etc. ven. inpoi. 9«. 
Christo fratri Hostiensi episcopo et apostolice sedis legato salutem et 
apostolicam benedictionem; sie scribunt omnibus legatis venientibus 
a latere curie I^omane. 

Sic salutat primates : Eugenius, ut supra, Yen. in Christo Gra- 
densi primati salutem ut supra. 

Presbiteros cardinales habentes titulos sie salutat. Eugenius 
ut supra. ven. in Christo fratri Viterbiensi episcopo, tituli sancti 
Clementis, presbitero cardinali sal. et ap. bened. ; sie scribit cardina- 
libus presbiteris, habentibus titulum sui, sive sint episcopi sive non. 

Habentes titulum nullum sie salutat: Eugenius etc. dilecto 
in Christo filio, talis loci episcopo et sancte ecclesie presbitero 
salutem etc. 

^ Nota igitur, quod dominus papa nullum appellat fratrem nisi 
patriarchas, primates, cardinales, archiepiscopos, episcopos et regales 
abbates ; omnes alios cuiuscunque conditionis seu dignitatis, dummodo 
sint de numero Christianorum , nisi fuerit interdictus aut excommuni- 
catus, appellat dilectos in Christo filios, et hoc in clero et extra clerum. 
— Nota etiam, quod quandoque papa scribit duabus ecclesiasticis 
personis in dignitate et officio consimilibus, nomen eins, qui maioris 
est prerogative, preponitur et hoc observant omnes ecclesiastice 
persone, que scribunt suis inferioribus pluribus numero, eiusdem 
dignitatis vel officii, preponunt prerogativam honoris digniorem. 

q) siel 



Cardinales diaconös vel subdiaconoa a} , abbaies simplieeBt 
prepositos et viros religiosos et omnes inferiorU graduä tarn 
feminas religiosdd quam viros uno modo salntat: viros ajtpellat 
;,dileetos in Christo filios**, feminas „dilectas in Christo fiKas"", 
Omnibus: „salutem et apostolieäm benedictionem". 

Imperaiores saltUai hoc modo : Ehigenius episeopüä s. s. Dei 
dilecto in Christo filio ac fideli suo invictissimo Romanorum imperatori 
et semper augusto salutem et apostolieäm benedictionem. Sie scriMt 
Romanorum regi nondum coronato , appeHando eum simpliciter regem 
ve) electum Romane ecclesie. Similiter seribit imperatori ConsicMi-* 
nopolitano, appellando eum dilectuifn in Christo filium et regni Con- 
stantinopolitani gubernatorem, salutem, ut supra. 

Sic seribit Jerusalemitano et regi Francie: Eugenius etc. dil. 
in Christo filio Francorum illustri regi, viro katholico ac Christianitatis 
imitatori by salutem, ut supra. 

Notandum etiam , quod dominus papa nullum imperatorem vel 
regem appellat, sed fidelem et dilectum suum, nisi eum, qui est 
infeudatus ab ecclesia Romana. 

Principes non katholicos sie salutat: Eugenius episcopus etc. 
Sarracenorum regi vel soldano : salutem vobis non impendinms, non 
quod veram salutem vestram non desideramus^ sed quod veram 
salutem, Jesum Christum pro salüte humani generis crucifixum, non 
ereditis, et quoniam christiani nominis professores aificere non cessatis. 

Excommunicatos , interdictos, hereticosp iudeos sie salutat: 
Eugenius etc. tali excommunicato. Quod vobis salutationis gratiam 
non impendimus , non id efficit nostra durieia , sed de vestris illod 
perniciosis excessibus dinoscitur emanare. 

Alii viri katholici dum talibus scribunt se proponunt et pro salute 
hoc concludunt: recedere a malo et facere bonum vel: de spiritu 
obstinationis ad spiritum obedientie se transferre. 

Patriarche sie scribunt domino pape modo iiicommutabili omni 
tempore: Summo in Christo patri et domino Eugenio Dei gratia 
Fol. 9 d. sacrosancte ecclesie summo pontifiei A. eadem gratia talis patriarcba, 
licet indignus^, salutem in omhibus tam debitam quam condignam. — 
Sic scribunt omnes cardinales, ärchiepiscopi , ejpiseopi et omnes 
persone ecclesiastice utriusque sexus, mutatis proprüs nominihus digni^- 
tatum et öflQciorum. 

a) subditos V. — bj imitatorem V. . * v 



Imperatoren sie scribunt pape. Sanctissimo etc. F. dei gratia 
Romanorum impisrator et semper augustus et Sicilie rex, cum debite 
subiectiojiis reverentia paratum ad omnia famulatum et pedum oscula 
beatorum. — Sic scribit Constantinopolitanus imperator, posito, 
proprio noi^ine, tytulo dignitatis. — Sic scribunt omnes principes 
secalares, omnes persone seculares a maioribus usque ad minores, 
positis que ponen^a sunt, ut supra visum. est — Et notandum quod 
eomgrue scribit (derus domino pape et omnes persone ecclesiastice 
^bedientiam*" et layci universaliter „obsequium et famulatum". 

Se aeeuda tobila 8alatatl#niiiii (^). 

Viso qualiter dominus papa omnes salutat et qualiter ab omnibus 
salutetur, et hoc per experimentum prime tabule, nunc videndum est 
de secunda tabula, in qua docetur de salutatione imperatorum, quo- 
modo scilicet imperator omnes in clero preter papam salutet et 
qualiter ipse imperator salutetur ab omnibus, tarn a clero quam 
secularibus. 

Patriarchas sie salutat: F. Dei gratia Rom. rex et semper 
augustus, vel Romanorum imperator vel A. Dei gratia regni Constan- 
tinopolitani gubernator reverendo in Christo patri et domino per Dei 
gratiam Jerosolimitano patriarche salutem cum plenitudine omnis 
boni. Sic scribit omnibus patriarchis, convenientibus positis 
adiectivis. 

Presbiteros cardinales sie salutat: F. Dei gratia, ut supra ven. 
in Christo patri domino tituli sancti Clementis vel alterius cuiuscunque 
presbitero cardinali salutem et omne bonum. Sic etiam salutat omnes 
principes ecclesiasticos omnesque prelatos maiores sicut sunt: regales 
abbates, qui non subsunt ditioni imperii; qui autem subsunt imperio 
sie scribit: F. dei gratia, ut supra, dilecto imperii fideli devoto suo 
venerabili patri A. Dei gratia archiepiscopo Salisburgensi gratiam suam 
et omne bonum. Sic salutat omnes principes ecclesiasticos subiectos 
imperio. 

Quomodo prelatos inferiores, ut abbates et ceteros in clero 
salutet. Prelatos inferiores existentes principes sie salutat: F. Dei 
gratia , ut supra , dilecto devoto suo viro religioso, si est religiosus, 
venerabili preposito gratiam suam et omne bonum. In hunc modum 

a) Distinctio III, am Rande II. Y. und Z, 



8 

salutat omnes prelatos inferiores utriusque sexas, yideUcet prepositos, 
abbates simpliees , positis nominibus dignitatum et officiorum. 

Clericos simpliees sie salutat: F. Dei gratia, ut supra', dilecto 
devoto suo viro honorabili vel prudenti vel scientia adornato canonico, 
plebano vel scolastico talis loci, et sie de aliis, gratiam suam et omne 
bonum. 

Quomodo imperator omnes layeos salutat: Romanus imperator 
vd Romanorum rex sie scribit imperatori Constantinopolitano : F. 
Dei gratia Rom. rex et semper augustus Jerusalem et Sycilie rex 
magnifico principi et illustri Dei gratia Constantinopolitano regi 
salutem et prosperitatis obtentum. — Constantinopolitanus rescribit : 
A. Dei gratia Constantinopolitani regni angelus et semper siugustus 
dilecto et illustri principi F. Dei gratia Romani regni advocato 
salutem et omne bonum. — Sic scribunt se mutuo hü duo reges seu 
Fol. 10 a. imperatores , ita quod semper mittens persona preponit se in salu- 
tatione ex quadam arrogantia. 

Reges simpliees sie salutat: Qui non sunt imperii: Viro inclito et 
illustri Dei gratia tali regi Francie, Anglie vel Hyspanie F. Dei gratia, 
ut supra, sincere dilectionis constantiam et affectum. Sic salutat 
omnes reges et principes seculares, qui non subsunt imperio, ipsos in 
salutatione postponendo. Eos autem, qui subsunt imperio, salutat 
sie: F. Dei gratia, ut supra, viro inclito et fideli imperii dilecto devoto 
suo 0. Dei gratia Bohemorum regi et similibus gratiam suam et omne 
bonum. Sic salutat omnes reges et principes seculares subiectos 
imperio. 

Nobiles extra prineipes sie salutat i Omnes nobiles alios, ut 
comites, barones liberi, principes et similes salutat simpliciter vocando 
eos viros nobiles, dilectos devotos suos gratiam suam et omne bonum. 

Quomodo milites et elientes usque ad servos glebe salutet: 
Milites et elientes usque ad servos appellat imperator simpliciter 
dilectos fideles devotos suos. 

Notandum autem, quod imperator vel rex Romanoruin nuUum 
appellat dilectum devotum vel fidelem imperii sive clericus sit sive 
laycus , cuiuscunque fuerint condicionis , nisi cum qui spectat ad im- 
perium iure vasallatus o^. 

Imperator imperatriei: F. Dei gratia, ut supra, dilecte ac 
inclite consorti sue Romanorum imperatriei et semper auguste, 

a) vasallatis V. 



9 

Jerusalem et Sycilie regine salutem et totius gratie plenitudincm cum 
affectu. 

Quomodo imperator ab omnibus salutetur. Viso quomodo Im- 
perator omnes salutet, nunc videndum, qualiter ab ömnibus tarn a 
clero quam a laycis salutetur. 

Patriarche sie scribunt imperatori: Invictissimo principi et 
illustri domino, F. Dei gratia Romanorum imperatori et semper augusto 
Gregorius servus Jesu Christi per gratiam Dei Antiocenus patriarcha 
reverentiam debitam et devotam. Cardinales sie scribunt: Invictis- 
simo, ut supra,H. tytuli sancti Laurentii presbiter eardinalis promptum 
famulatum cum gloria et honore in longitudine dierum. — Nota : In 
hunc modum possunt ei scribere omnes cardinales cuiuscunque tytuli, 
archiepiscopi, episcopi, primates, regales abbates omnesque viri 
ecclesiastici cuiuscunque conditionis sint sive professionis , omnisque 
in clero persona , excepto quod persone religiöse solent scribere cum 
deyotis orationibus promptissimum famulatum. 

Bea? Francie et alii, qtii non sunt imperii scribunt : Magnifico 
principi et illustri domino F., ut supra, R. eadem gratia Francorum rex 
salutem cum summa dilectione. — Sic scribunt ei omnes reges, 
principes seculares, qui non spectant ad imperium. 

Principes vaaalli sie scribunt imperatori: Invictissimo principi 
ac metuendo domino suo F. Romanorum imperatori 0. eadem gratia 
Bohemorum rex cum debita subiectione se ipsum ad omnia benepla- 
cita et mandata. — Sic scribunt ei omnes principes nomine et iure 
vasallatus omnesque persone seculares a minimo usque ad maiorem, 
unusquisque secundum conditionem suam. 

Irnperatrix sie salutat imperatorem : Victoriosisvsimo principi et 
predilecto domino suo F. Dei gi*atia, ut sopra, E. eadem gratia consors 
fidelissima thori sui Romanorum imperatrix et semper augusta atque 
regina Sicilie quicquid potest cum salute debite dilectionis, reverentie 
et amoris. — Sic possunt omnes regine et uxores principum seu 
nobilium suos maritos salutare et ipsi mariti easdem uxores , sicut de 
imperatore dictum est ad imperatricem , mutatis et positis propriis 
nominibus et tytulis dignitatum seu officiorum, et sexu discreto secun- 
dum quod oportet. 

Quomodo imperatrix reginas salutat: Imperatrix sie salutat 
reginas: E. Dei gratia Romanorum imperatrix et semper augusta foi. lok. 
dilecte ac inclite principi ead. gratia Bohemorum regine forma et 



10 

morum ekgantia decorate salutem cum indi^sohibiUviacvIoamoris«--*^ 
In hunc modum possunt se adinvicem salutare regine et excellentes 
feflaine, debitis adlectivonun et tytulorum positionibus observatis. — 
Notandum autem quod mulieres appetunt se laudari. — r Qiiatiter 
igitur reges ac regine ac inferioris «^ gra4us nobiles ac uxores eorum 
mutuo se salutei^t faeile coUigMur ex predictis. 

9je tertta tolkiU sal«tatl«Eim ^). 

Viso quomodo videlicet Imperator omnes salutat et quomodo 
ab Omnibus salutetur, et hoc per demonstrationem secunde tabule, 
nunc videndum est de tertia tabula salutationum , in qua ostenditur: 
primo scilicet, quomodo maiores in clero extra papam, se mutuo 
debeant salutare, secundo quomodo iidem maiores cleri majores in 
laycis salutent extra imperatorem, de quo supra dictum est satis, 
tertio quomodo iidem maiores cleri inferiores, tam laycos quam clericos 
habeant salutare, quarto qualiter predicti maiores in clero a suis 
inferioribus tam laycis quam clericis babeant salutari, quinto et ultimo 
modo qualiter religiosi utriusque sexus ad invicem se debeant salutare. 

Patriarche sie salutant cardinales: Venerabili in Cbristo fratri 
C. Portuensi episcopo et sancte Romane ecclesie cardinali Gregorius 
servus Jesu Christi Dei gratia talis loci patriarcba salutem in omni 
salutari. In bunc modum possunt patriarcbe sibi mutuo scribere et 
cardinalis cardinali et quilibet maior in clero suo consimili, appellando 
se mutuo venerabiles et dilectos in Christo fratres, hoc observato, ut 
in hiis persona recipiens semper preponatur mittenti, excepto si 
persona mittens sit a sede apostilica legatus simplex, utpote non 
cardinalis; talis se preponit omnibus in salutatione, in hiis tamen 
terminis, ad quos legatione fungitur. Si autem fuerit cardinalis 
cuiuscunque licet tytuli apostolice sedis legatus, indifferenter se 
omnibus preponit, tam ecclesiasticis quam secularibus personis, 
exceptis imperatoribus, quos semper preponit. 

Quomodo minores in clero se sdlutant mutuo. Minores, ut 
sunt abbates simplices, prepositi sie salutant: Abbas abbati: Venera- 
bili in Christo patri et domino miseratione divina abbati ecclesie 
Lambäcensis 0. eadem gratia abbas ecclesie Clunicensis *) salutem 

a) inferoires V. — h) Distinctio V am Rande III. 



^) Benedictinerklotter Gleink im Traiinlr«id. 



It 

et smccpe dilectionis in domino continuum et indesinens incrementum. 
Isto modo prepositi scribunt sibi, positis hiis ^ue ponenda sunt. Notan- 
dum quod in clero tantummodo in principatibus constituti mntuo sibi 
scribunt et ad alios „Dei gratia**; inferiol*es autem apellat^ ut abbates 
simplices et prepositi et consimiles eis de se scribunt „miseratiöne 
dirina*, sicut de litrisque «^ exemplariter superius est expressum. 

Quomodo abbates Cysferciensis ordinis inter se se salutant ^). 
Abbates Cisterciensis ordinis, qui sunt pares, ita quod alter alteri . 
ratione filiationis non subest, sie sibi scribunt: Karissimo et venerabili 
patri Claravallensi abbati fratri, M. abbas Moribundi salutem et 
sinceram in domino karitatem. 

Patres vero abbates suis filiis sie: Dilecto ac karissimo in 
Christo filio domino L. abbati in Paumgartenperg frater R. abbas 
Sancte Crucis filialis vel debite dilectionis constantiam et salutem. — 
Filii vero abbates patribus suis sie scribunt: Reverendo in Christo 
patri et domino B. venerabili abbati talis loci frater 0. abbas talis 
ecclesie, subiectionem in omnibus tam humilem quam condignam. — 
Istec^ modus Cysterciensium abbatum est inter se invariabilisomnivice.Foi. lo« 

Priores decani muttio sie sibi scl'ibunt. Prior priorem appellat: 
dilectum dy in Christo amicum , virum religione conspicuum , cum 
orationibus fraternam in domino karitatem. Sic decanus decano. 

Primicerii, nrchiepiscöpi, episcopi^archidiaconi^ canonici secu- 
lareSf rectores ecclesiarum, inferiorum ordinum clerici sie scribunt 
inter se uno modo alterum appellando virum honorabilem, prudentem : 
Dilecto in Christo tali primicerio etc. salutem et septiformis gratia 
sapientie illustri, vel salutem de Jericho in Jerusalem feliciter 
pervenire. 

Salutatio scolasticorum adinmcem, Viro spectabili, magistro, 
doctori decretorum H. rector scolarum Wiennensis, licet insuilßciens 
et indignus salutem et in scolis philosophye malitiam exercere vel 
salutem et ea scire et docere in terris, que domino placeant in 
excelsis. — Sic etiam studens magistro proprio poterit scribere, 
positis debitis adiectivis laudis , vocando cum dilectum dominum et 
magistrum suum. 

Magister discipulo sie scribit: Karissi^no preamando dydascalo 
suo R. bone indolis iuveni H. rector talis loci salutem et fontem 
scientie quem desiderat adipisci. 

aj uiriusque V. — hj se salutant fehlt ¥.—<?> estieWt V. dj Oilecto V. 



12 

Viso quomodo omnis c]erus extra papam mutuo se salutat, nunc 
yidendum est, quomodo idem a) clerus principes seculares extra im- 
peratorem, de quo satis dictum est. 

Minores in clero seculares principes sie salutant: Magnifico 
principi et illustri 0. regi Bohemie » vel inclito duci Austrie, vel tali 
marchioni Gregorius servus Jesu Christi per Dei gratiam talis 
patriarcha vel talis cardinalis salutem et cum orationibus paratam ad 
queque beneplacita vohintatem. 

Ista erit salutatio maiorum in clero extra papam ad principes 
seculares. 

Quomodo maiofes in clero inferiores nobiles salutant : Inferiores 
principes, ut sunt comites, liberi barones, maiores in clero salutant 
preponendo eos in salutationibus et dicunt eis salutem cum 
plenitudine omnis boni et hoc sane si non subsunt iidem nobiles 
eidem in clero , si autem subsunt ei, tunc idem clerus se preponit in 
salutatione, dicens eos fideles dilectos suos gratiajn suam et omne 
bonum, exceptis patriarchis, cardinalibus, apostolice sedis legatis, qui 
semper preponunt se predictis nobilibus et dicunt eis salutem in 
domino Jesu Christo vel salutem in omni salutari. Ita si non subsunt 
eis. — Si autem subsunt ditioni eorum, scribunt eis, ut predictum 
est, gratiam suam et omne bonum, vel obtentum gratie et favoris. 

Quomodo milUes simplices et clientes salutent, Milites et 
clientes et alios laycos et burgenses usque ad servos glebe salutat 
predictus clerus scribendo eis simpliciter gratiam suam et omne 
lonum et salutando quemlibet secundum conditionem suam, prout 
sagaci dictatori facile patere potest. 

Viso quomodo maiores in clero principes seculares et omnes 
nobiles usque ad clientes et infra salutant» nunc yidendum est, quo- 
modo predicti maiores in clero suos salutant clericos inferiores et 
quomodo e contra a suis inferioribus clericis et laycis salutentur. 

Pairiarche^cardinaleset ceteri maiores in clero scribunt suis in- 
ferioribus, Yocando eos episcopos vel abbates regales, sive subsunt 
sive non, dilectos in Christo fratres salutem et bonum in domino Jesu 
Christo, vel salutem et sinceram in domino karitatem. 

Quomodo abbates simplices et prepositos salutant: Simplices 
prelatos et clericos sive subsunt sive non, appellant f^J maiores in clero 
dilectos in Christo filios salutem et plenitudinem omnis boni. 

a) iidem Y. bj appellat V. 



13 

Quomodo simpUces autem episcopi suis inferioribus clericis: 
Episcopi simplices scribunt humilius unicuique illorum secundum suam 
dignitatem et officium, applicantes propria et convenientia adiectiyaFoi.ioA. 
eonditionibus singulorum. 

Quomodo simplices vero abbates et prelati f^) suis. Abbates 
simplices et prepositi, simplicem modum seribendi habeant in suis 
inferioribus, eos in salutatione postponendo et appellando eos dilectos 
in Christo filios salutem et sinceram in domino karitatem. 

Inferiores in clero, ut abbates simplices et prepositi et infra 
scribunt suis superioribus vocando eos, scilicet maiores in clero: 
reverendos in Christo patres et dominos obedientiam in omnibus tarn 
humilem quam condignam. Sic monachus abbati, regularis suo 
preposito et sie de aliis. 

Quomodo simplices religiosi scribunt sibi mutuo: Simplices 
religiös! ut abbas abbati , prepositus preposito scribunt sibi mutuo, ut 
supra dictum est; abbatissis ut abbatibus scribunt — abbatissa 
abbati» ut abbas abbati scribit, mutata tantum sexus discretione. — 
Abbatissa suis monialibus et moniales abbatisse, ut abbas monacho et 
monachus abbati, discreto tantum sexu utrobique. 

Monachus monacho : Karissimo in Christo fratri, viro religioso ac 
professo in tali monasterio frater H. peccator et inutilis monachus, vel 
frater talis professionis seu ordinis, yel ejusdem professionis et ordinis 
orationes in domino et de valle lacrimarum transire ad delicias 
gratiarum, vel : post decursum vite huius cum angelis gloriari. 

Monialis moniali: In Christo sorori preamande, dilecte sanctimo- 
niali talis loci et talis ordinis soror E., solo nomine monialis, eiusdem 
vel alterius professionis et ordinis cum devotis orationibus virginitatis 
florem immaculatum domino custodire , vel sie si non virgo : orationes 
in domino et in die iudicii ad dexteram domino coUocari, vel cum 
sponso ingredi ad nuptias glorie sempiterne. 

Quomodo monialismonaeho et e conver»o hoc coUige ex paragraphis 
precedentibus duobus, ubidocetur, quomodo monachus scribat monacho 
et monialis moniali, masculinum et Femininum congrue coniungendo. 

Nota, quod religiöse persone hiis possunt adiectivis circumscribi : 
persone religiöse tali, septiformis sapientie gratia illustrate, vel religione 
composite vel recto speculo redimite. — Nota etiam, quod sie scribitur 
volentibus ad religionem convolare , primo posito tytulo et conditione 

aj prelatis V, das e ist offenbar Tom folgenden Worte genommen. 



14 

persone, subinfertur: salutem et ad frugem vite se vertere m^lioris, 
Tel salutem et laqueos evadere huius mundi, 

AposMis icribUur: Quando appstate excommuuicati sunt sie 
dieitur: Viro peccatori vel damnatoris semitam ineunti redire ad cor 
vel de habitantibus Cedar ad ovile proprium convolare. «)• 

\Um de f larta tabnU 8al«tatl#BiM <9« 

Viso de tercia tabula salutationum, nunc videndum est de 
quarta, in qua ostenditur, quomodo omnes prineipes seculares extra 
imperatores seu reges Romanorum, de quibus supra dictum est, et 
quomodo omnes nobiles eisdem principibus, inferiores usque ad popu- 
läres mutuo se salutant. Seeundo ostenditur, quomodo iidem prineipes 
et nobiles maiores in clero extra papam salutent. Tertio quomodo int 
teriores laycos salutent. Quarte qualiter ab inferiorib«« laycis 
salutentur. Quinto et ultimo modo quedam ponuntur notabilia valde 
boi|a. 

Quomodo reges se salutent. Rex regi seribit: Inclito prindpi 
et illustri domino 0. regi Bobemie R. eadem gratia rex Ungarie dilec- 
tionem omnimodam cum salute. Si autem rex subdito regi seribit, 
potest se preponere et scribere sibi favoris plemtudinem cum salute. 

Quomodo minores nobiles scribunt sibi mutuo. Minores nobiles, 
ut comites, barones liberi scribunt sibi, persona recipiente premissa in 
salutatione, et appellando vires nobiles, spectabiles et famosos inferunt 
FoLUa. gjelitatis obsequium indefessum cum salute. 

Quomodo miles militi. Miles militem appellat strenuum virum et 
bonestum talis loci, et dicunt salutem cum promptitudine obsequendi. 
Militares vero appellant se vires dilectos et honestos et dicunt quic- 
quid possunt cum salute obsequii et honoris. 

Item generaliter nota, tam in persona recipiente, quam mittente, si 
sunt affines et consanguinei, de hoc debent in salutatione facere 
mentionem. Item nota, quod semper persona mittens tam pro se quam 
ad personam recipifintem, posito primo proprio nomine utriusque, si 
tantum scitur, et adiunctis in salutatione debitis adiectivis potest 
utriusque cognomen subinferri, si scitur pro certo. 

a) Distinctio VI, am Rande IV. 



t) Psalm 119, 5. 



15 

Quomodo prindpes seeUlare» ecclesimtich «> esära papcim 
soribunt Prineipeß secülares salutant eccJcsiasticos et preponunt ^} 
eos tu salutatione appdllando m& rev^rendoa in Christo patres et 
donoinos;» positis nominibus dignitatum et afficiorum, et dicunt ei$ 
saintem et paratam ad queque benepiacita votuntatem; ita $i iidem 
secuIäres principes non subsant ecclesiastieis. Si vero sub^iit, tunc 
appellant eos: pererendos' dominös suos et seribunt eis salutem et 
condigne reverentie vel debiti homagii famulatum. 

QuQimdq minonbua prelatis seribanJt et clerieut, Principes 
secülares scributit minoribus prelatis et dericis, sicul; in secunda 
tabula continetur ad talem paragraphum i): »prelatos inferiores*" 
usque ad illom locum; „reges simplices sie salutant*", ubi notarius 
propria nomina, si cogAOscuntur, titulos dignitatum et otficioriuB» 
tarn ad personam mittentis quam recipientis caute et congrue ponat, 
unumquamque cireumscribendo convenientibus iaudis adiectivis, 
prout in secunda tabula coUigi potest. . 

Inferiores nobües suos superiores salutätU sicut in secunda 
tabula e4)ntiiietur ad talem paragraphum «) „principes vasalli etc."" 
usque ad illum locum „imperatrix"" etc. Hie etiam notarius attendat 
scribentis seu mittentis conditionem et distinguat vasallos et non 
vasallos, tytulos dignitatum, conditione&personarum, singula ;^ngulis 
proprie coaptando ; sie etiam minores in clero , ut sunt abbates sim- 
plices ceterique prelati et alii de numero clericorum seribunt superio- 
ribus laycis, ut in secunda tabula continetur ad talem paragraphum: 
„qualiter Imperator ab omnibus salutetur"" usque ibi „principes etc."", 
hoc observato sicut supradictum ») est. Ubi layci suis superioribus 
seribunt obsequium , ibi clericus scribat devotas in domiuo orationes, 
Hec omaia et singula studioso notario facile patebunt cj, 

Quomodo legatua imperatoris se scribat. Notandum ergo 
quod legatus domini imperatoris omnibus se preponit, qui sunt 
in hiis provinciis ad quos legatione fungitur, non tamen se vocat 
legatum sedpresidem; verbi gratia: H. Dei gratia imperialis aule 
preses super talem yel tales proyinci^s generales viro inclilto regi 

a) ecd. fehlt Y. — h) preponit V. — c) patebit V. 



i) Siehe oben S. 7. 
') Siehe obeo S. 9. 
*) Siehe oben S. 9. 



16 

tali, Tel duci, Tel marchioni talis terre gratiam suam et omne 
bonum. Sie etiam possunt scribere maioribus personis in clero, 
qui sunt in districtibus legationis sue. Omnes vero» qui sunt in 
ipsius distrietibus euiuseunque fuerint conditionis, elerici sive layci, 
ipsum preponunt in «salutatione , vocando eum illustrem dominum 
suum et dicunt ei condigne reverentie famulatum» alias rero, ubi «^ 
nou tungitur of&eio legationis , scribit se simplieiter tamquam marchio 
Tel dux. 

Notandum etiam, quod est differentia inter principem et presi- 
dem: princeps est, qui iure hereditario ad minus habet unam terram, 
preses est, qui tantum de mandato imperatoris uni yel pluribus 
provinciis preest vel presidet ad tempus, sicut faciebat Pylatus in 
FoLiib. Judea pro Tyberio Cesare. Romani quoque senatores et prefecti urbis, 
qui pretorie preerant potestati auctoritate senatus et prefecture, et 
quia Roma esset caput totius mundi, se omnibus prineipibus prepone- 
bant extra papam, imperatorem, imperatricem. Sed quoniam modo 
facta est yelut ancilla, que qtiondam fuit libera, cessante nunc causa 
cessayit effectus, unde sicut duces vel marchiones modo de se 
scribunt: „Inclito principi ac domino H. Dei gratia Sycilie regi, M. 
eadem gratia alme urbis vel summus Senator vel prefectus salutem et 
prosperitatis obtentum". — Sic scribunt inferioribus suis tam laycis 
quam clericis quemadmodum duces vel marchiones , ut dictum est 
superius in hac quarta tabula. — Ceterum quia consul^s .civitatum, 
castellorum seu villarum in nostris non habentur terris, ideo apud nos 
non est usus scribendi ipsis. Verumtamen si contingat eis de nostris 
terminis fieri legationem, debent poni tanqum barones terrarum 
nostrarum et hoc non ex arte , sed potius consuetudine, que arti in 
multis preiudicat. 

De f ninta tabula salatati^nim ^). 

Viso de quarta tabula, nunc subinfertur ultima sive quinta.. In 
quinta tabula docetur, quomodo populäres se salutent usque ad servos 
glebe. 

Mariti uxorea salutant ut principes uxores suas preter impera- 
torem, de quo predictum est; sie scribunt: Inclite ac preamande 

a) ubi fehlt V. — b) Distinctio YII, am Rande V. V. und Z. 



17 

domine E. dilecte consortisue AI. eadem gracia dux eiusdem terre cum 
Salute indissolubili dilectionis constanciam yel amoris.Sieeisdemprinci- 
pibus scribunt uxores eorum ; verbi gracia : Inclito principi et illustri, 
karissimo et pre cunctis mortalibus diligendo domino ac marito suo 
0. Dei gracia Bohemorum regi E. eadem gracia eiusdem regni domina 
nee non fidelissima consors sua cum omnimoda devoeione subiectionem 
tam humilem quam condignam. 

Inferiores nobiles, ut comites et barones ceterique nobiles 
ad uxores suas, et e converso uxores ad illos, humiliorem habebunt 
stilum, secundum cuiuscunque condicionem et dignitatem. 

Humiliores vero , ut cives et alii layci, scribant uxoribus suis 
simpliciter, sicut tunc fuerit consuetum. 

Salut acio filiorum adparentes, verbi gracia: Reverendis et pre- 
cunctis mortalibus diligendis A. et B. parentibus suis F. eorum filius 
vel filia cum subiectione ojnnimoda salutem, yel quicquid in mundo 
iucundius est salute , vel : salutem et quicquid boni Joseph Jacob 
prebuit patri, et multa similia. 

Salutacio parentum ad filios: Filio preamando A. et E. 
parentes sui salutem et quicquid Ysaac Jacob contulit, vel salutem et 
bonorum consorcia imitari, vel salutem et bonis moribus informari. — 
Item de filiabus potest scribi hoc ad parentes et e converso, sexu 
tamen discreto. 

Salutacio parentum ad adtdterum filium: C. utinam vocando 
filio A. B. parentes sui pro salute angustiam, vel pro salute obprobrium 
sempiternum. 

Salutacio filiorum ad duroa parentes: Karissimis et precordi- 
alibus A. et B. parentibus suis H., solo nomine eorum filius, salutem et 
aperire paterna viscera indigencie filiali, vel: salutem et propriam 
camem non odire , vel : salutem et cordis duriciam per pietatis mate- 
riam removere. Idem teneas de filiabus. 

Salutacio fratvum int er se: Dulcissimo germano suo C. et aj 
germanus suus, salutem et fraterne dilectionis constanciam et affectum» 
vel salutem et eam quam sibi desiderat sospitatem. Idem teneas de 
sororibus. — Verum si aliquis eorum est in dignitate positus, scribetur 

sibi secundum dignitatem süam, non obstanteconnexionefraternitatis. foi. 

Ex predictis collige qualiter omnes consanguinei, quacunque linea 

aj ipse zu ergänien. 
Fontes. Abtb. H. Bd. XXV. 2 



18 

sunt affines» mutuo sibi scribant, observatis circumstanciis et condicio- 
nibus personarum. 

Consanguinee vel alte femine sie se salutant: Duleis- 
sime et amabili eognate sue, pulehritudine et morum eleganeia 
plurhnum deeorate, H. talis femina salutem eum plenitudine gaudi- 
orum. 

Qualiter ad Amasiaa sit scribendum religionis causa per- 
transeo. 

Iudex iudici: Multe sapieneie ac diserecionis viro P. tali 
iudici , tarn iuris prudencia quam facti experiencia redimito, B. talis 
iudex salutem et in libra racionis sedendo, singula sua pericia 
trutinare, vel ^salutem et in omni iudicio matrem veritatis consulere 
racionem", vel „salutem et cum mansuetudine per semitas. ambulare 
iusticie et veritatis**. 

Salutacio ad hominem liberalem: Huic scribas, discreta» ut 
preflictum est, condicione persone, salutem et gratis digna postulacio- 
nibus elargiri, vel: salutem et omnium matrem consulere largi- 
tatem. 

Avarus salulatur et dicunt ei salutem, morum non nummorum 
congeriem coacervare , vel : salutem et non denariorum sed pocius 
altitudinem maiestatis adorare, vel : salutem et ab avaricia se avertere, 
que est ydolorum servitus. 

Mercatores sie scribunt: salutem et lucrum consequi adop- 
tatum. 

Salutacio civium inier se: Crves iuxta condicionem dignitatum 
et officiorum salutant se ad invicem, prout placuerit dictatori. 

Ariis mechanice operarii se simpliciter salutant sie dicendo 
verbi gracia: Viro discreto, artis sutorie in tali loeo H. eiusdem artis 
vel alterius salutem et omne bonum. 

Amicus amico: Dilecto et precordiali amico suo H. talis amicus 
omnium bonorum copiam cum salute, vel: salutem et desiderate 
fortune incrementum. vel: salutem et prosperis successibus babun- 
dare. Sic potest socius socio scribere. 

Inimicus inimico, Quando inimicus scribit inimico, persona 
mittens preponit se, tacito proprio nomine pörsone recipientis, sed 
describit eum vel a cognomine vel a loco ; verbi gracia : C. talis homo 
de tali loco viro tali pro salute mortem, vel incidere in laqueum quem 
tetendit. 



19 

Nauclerus nauclero. Naucleri ad invicem se salutant, scribunt 
sibi : et aj ad portum pertingere cum fortuna, vel : salutem et pericu- 
lorom discrimina eritare. 

Busticus ruaiico: Agrieole simpliees scribunt adinvicem dicentes : 
salutem nee non frumento, vino et oleo stabiliri, Tel: salutem et in 
animalium fetibus habundare. 

De ex«rdi« ^). 

Expedita salutacione, que est pars epistole principalis et prima, 
nunc videndum est de epistole parte principali secunda, que est 
captacio benivolencie, que pluribus nominibus appellatur, dicitur ^nim 
diiqusindo proverbium , aliquando arenga c), aliquando prohemium 
nuncupatur; sed communis usus istam solet particulam dicere 
captacio benivolencie, eo quod ipsa negocium congruum sive commo- 
dum faciat et animum auditoris benivolum reddat. Proverbium est 
quedam similitudo methaphorice continens consuetudinem approbatam, 
sicut: Mus in sporta, ignis in sinu, serpens in gremio : 
hec tria non solent suis prebere hospitibus munera 
graciosa. Exordium est principium oracionis, per quod ad 
audiendum instituitur animus auditoris; verbi gracia: Eins pietas 
est precipue commendanda, qui dj prius quam sibi precum 
instancia porrigatur, digno beneficio prevenit indigentem «^. 
Arenga est quedam prolixa prefacio, que ad benivolenciam cap-Foi. na. 
tandam premittitur , et hac raro aliquis utitur apud modernos, 
nisi in curia Roraana; verbi gracia: „Qui seit se aliis prepo- 
situm, non moleste ferat f) aliquem sibi esse prelatum; ipsa namque 
Romana ecclesia, que disponente Domino mater est cunctorum fidelium, 
ita vires suas aliis ecclesiis disposuit largiendas, ut in partem 
vocate g) sintsollicitudinis,noninplenitudinempotestatis. Hincestetc.** 
Prohemium est sermo preambulus ad dicenda, sie verbi gracia: „Cum 
tales esse debeamus apud subditos quales nos, cum subditi essemus, 
nostros esse volumus hy prelatos, miramur vehementer, quod contra 
talem i) clericum rigiditas vestra adeo est eflfrenata" etc. Captacio 
benivolencie est quoddam blandimentum , quo recipientis animus 
benivolus redditur circa personam mittentem; verbi gracia: „Vobis 

a) salutem vor et zu ergänzen. — i^^Distinctio VIII. — c) exordium. Z. — 
d) que V. — e) indignantem V. — /"/facit Z. — g) vocati V. — h) volumus 
esse V. — i) circa talem Z. 



20 

regraciari non sufficimus quod multis beneficiorum impensis effectibus 
hactenus me respicere voluistis, unde quod per vires meas non valeo» 
suppleat qui est bonorum omnium retributor. — Notandum vero quod 
bee particula debet esse eonsors cum sequentibus in materia, ita 
quod bene eonveniat materie et mittentis affectum «^ exprimerc 
videatur, alioquin magis erit dedecori quam honori. — Item notandum, 
quod captacionem benivolencie non est neeesse semper ponere, quia 
quandoque ^) taeetur omnino, quandoque artificiose inseritur narra- 
cioni vel petieioni. 

Be narraclane c), 

Sequitur de narracione, id est tercia parte principali epistole. Est 
autem narracio rerum eongestarum posicio dj; narracio est inteneionis 
eius qui seribit explicaeio. Notandum eciam si seribas maiori persone 
inter laicos sie dieas in prineipio narracionis : Exeelleneie vel nobili- 
tati cj vestre significo. Item notandum fj, si maiori in elero scrip- 
seris, dicas gj : Revereneie vel sanetitati, prudeneie, diserecioni vestre 
significo. Notandum eciam, quod narracio alia est simplex, alia duplex, 
alia multiplex hj : simplex est quando tantum unum narratur negocium, 
duplex est quando duo narrantur negocia, multiplex quando plura 
narrantur negocia. Sed maxima caucio est adhibenda in negociis 
pluribus : 

Ne primum medio, medium ne discrepet imo i). 

Ad hanc cautelam quedam sunt vincula adhibenda, hec scilicet: 
interea, insuper, ceterum et similia materie conveniencia, quoniam 
quod facit pix in navi, hoc faciunt coniunctiones, preposiciones et 
adverbia in literis. 

De peticiane i). 

Sequitur de peticione, que est quarta pars principalis epistole. 
Est autem peticio, qua in epistola rem aliquam desideratam petimus. 
Et notandum, quod septem sunt modi qui cadunt loco peticionis in 

aj \ ntencionem Z. — b) quandoquidem Z. •— cj Dist. IX. — d) rerum 

gestarum velut gestarum posicio; alius: narracio Z. ~ e) vel magnificencie Z. 

/7 Item not. fehlt Z. — gj tuac dicas Z. — k) alia est duplex, alia simplex etc. V. 
i) Dist. X fehlt V. 



1) Hör. ars poet. 152. Primo ne medium, medio ne discrepet imum. 



21 

epistola, videlicet: mandatum, preceptum, consilium, exortaciOf 
supplicacio, voluntatis explecio , facti revocacio; verbi gracia: 
ecclesiastici viri scribendo suis inferioribus , si sunt clerici, dicunt ß) 
^per censuram ecclesiasticam**, si vero sunt laici, tunc dicunt eis: 
„volumus et mandamus, quatenus hoc vel hoc faciatis**. Preceptum 
magnis convenit laicis riris, qui premissa narracione subiciunt loeo 
peticionis ad subditos: „precipimus igitur vobis sub obtentu gracie 
nostre, quatenus ab iniuria talis hominis desistatis". Consultoria 
peticio ponitur verbi gracia: „consulo igitur tibi, quatenus laudabiliter 
inchoatum principium fine commendabili et laudabili prosequaris**. 
Idem est de exhortacione. — Supplicatoria peticio est verbi gracia : 
^supplico tibi amicorum karissime, quatenus pecuniam tibi per me 
concessam harum latori non rennuas exibere h^^, Notandum tarnen 
quod est differencia inter supplicare et petere: maioribus supplicamus, 
equales petimus. Item voluntatis explecio loco peticionis ponitur; FoI. 12 1 
verbi gracia: „volumus igitur, ut nostrum desiderium processum 
habeat et quod iam factum est pro voto nostro ex nunc et in antea 
maneat illibatum**. Facti revocacio ^ que eciam, ut diximus, quando- 
que c) cadit in locum peticionis, maxime locum habet in litteris papa- 
libus ; verbi gracia : „Revocamus igitur talem sentenciam, quam contra 
canonem novimus esse latam dy,*^ — Notandum eciam, quod in omni 
peticione unum ex tribus est considerandum , scilicet vel honestas vel 
possibilitas aut utilitas: honestas ideo quod turpia non sunt petenda, 
possibilitas nam stultum est petere quod possit iure negari, utilitas 
videlicet quod rei petite exaudicio utilis esse et non superflua 
videatur. 



De eanclasione c), 

Sequitur de conclusione. Est igitur conclusio summam oracionis 
explicans. Notandum vero quod conclusionum alia est deprecatoria^ 
alia mandatoria, alia hortatoria, alia consolatoria^ alia correctoria. 
Prime tres facile possunt cognosci; consolatoria sie fit, verbi gracia: 
„nee vos mors talis persone perturbet, quia speramus ipsum cum 

a) mandamus vobis per censuram ecelesiasticam, quatenus hoc vel illud 
statim viris presentibus facialis. Preceptum Z. — bj exhibere Z. — c) quan- 
doquidem Z. — d) prolatam Z. ej Distinct^o XI. 



82 

Domino perenniter aj regnaturum**. Correctoria sie fit, verbi gracia: 
»quod si statum tuum, satis quidem omnibus suspectum, in melius nön 
mutaveris, seias tibi, quantum ad me, omnia promoeionis genera 
submota quodammodo et subtraeta."" 

De filbislAn ■•taUllbu ad predicto h) ■eeesgariU. 

Expeditis et pertractatis superius quinque partibus principalibus 
epistole, nunc quedam generales dictaminis regule sunt ponende. 
Notandum igitur in primis, quod in literis ineonsuetum principium 
poni non debet nee ineompetens finis, quedam enim dictiones cy sunt 
quodammodo appropriate ad principia, ut: Hquet, lieet dy^ constat pro 
certo , pro constanti et cetera similia, et hoc in multis negociis, non 
tarnen in omnibus, ut patet experto notario. Solemus eciam huiusmodi 
genitiris, accusativis, ablatiris uti in principiis maxime rescriptorum; 
verbi gracia: „Tenore literarum tuarum perlecto**, item: „Literas 
reverencie vestre recepimus in hec verba** et similia multa. — De 
fine competenti hoc teneas, quod respondeat principio materie et 
medio <). Item antiqui in epistolis triplici usi sunt distinctione : prima 
est suspensiva, secunda constans, tercia completiva, sed hee distinc- 
tiones apud modemos minus ej curantur pro tanto, de hiis duxi minime 
prosequendum. Item nomen loci, nomen persone , nomen dignitatis 
vel officii semper debet in [salutacione apponi, ut: „Petro iudici 
Wiennensi**. Item nuUa dictio semel posita sepius iteretur, nisi sit de 
natura sermonis et causa necessitatis evidens hoc requirat , ut in hoc 
exemplo: „Petrus et'Martinus multa crimina commiserunt, propter 
que Martinus suspendio traditur Y^ et Petrus in exilium relegatur**, 
nam fastidium g) generaret dictio sepius iterata, ut ibi: „Cuius 
racionis racio non existat, ei racioni non est fides adhibenda'^. Item in 
summa nota quod omnis notarius ista debet considerare scilicet: 
ordinem constructionis, debitam adiectivorum et verborum apposicionem, 
intellectum locucionis, mores hominum et consuetudinem terrarum et 
satisfacere Toluntati mittentis et eque recipientis et que sit fortuna et 
condicio utriusque et quod talis sit materia, que conveniat illi cui 
litera destinatur. 

a) perhenniter Z. — h) ad predicta fehlt V. — c^ dictiones fehlt Y. — 
d) licet fehlt V. - e) non 1. — f) tarditur V. — g) fastigum V. 



Vergleiche S. 20. 



23 

II. 
PrahemiM !■ f«rnas Uteraran, qne dantar In eirüs prlncipan. 

DisUnctio I. 

Elucidatis quinque partibus epistole et circa easdem partes 
quibusdam dubitabilibus explanatis, visisque «^ formulis salutacionum, 
quarum usus est in literis communibus , quas missiles lUeraa appel - 
laut, ad quarum cognicionem speeialiter presentis operis dirigitur 
inteneio, eo quod magis apud onmes in consuetudine habeantur; 
unde 6J quoniam diverse sunt species literarum, ad habendam 
differenciam intier literas et literas, ut earum dii/trsitas faciliuspoi. isb. 
cognoscatur» earum literarum genera, que eonsueyerunt dari a euriis 
principum, in ordine prosequamur. 

Dantur enim in eisdem euriis commissionea, citaciones, procu- 
rat orte, doncUorie , petiiorie , sentencie^ confirmacionea ^ appella- 
eiones, execvioriey dispensacioneSf indulge^icie ^ exempciones, 
visitaciones, inquisiciones, formate c) et obligatorie. Omnes iste 
litere, sicut nominibus sunt diverse, sie nimirum quevis istarum ab alia 
habet aliud speciale et hoc in modo scribendi, aliter enim scribitur 
eommissio aliter eitacio ; et sie de singulis. — Maioribus autem prelatis, 
utpote patriarchis , archiepiscopis , episcopis , omnia predicta dj com- 
petunt genera literarum, nisi forte aliquis velit contendere , quod 
exemciones et dispensaciones soli pape debeant reservari, quod 
nos eciam in genere coneedimus e)^ licet possimus dicere in specie^ 
quod archiepiscopis et episcopis cum subditis suis in certis casibus * 
eximendi et dispensandi auctoritas concedatur f). Item sunt et plura 
genera literarum, que in fine huius summule ponuntur, utsunt: litere 
Conductus f litere diffidadonis, litere teatimoniales etc. — Nunc 
igitur ^^ secundum ordinem videamus, primo exponendo quid sit 
eommissio. 

TraetaUs ie eammissiaiibis. 

Distinctio II. 

Est autem eommissio, quando auctoritas aliqua datur a superiore 
alicui inferiori. Sed quia in generibus literarum antedictarum plures 

a) explanatis et positis suo in loco formulis Z. — bj yeruni Z. — 
e) formate fehlt V. d) predictarom Z. — ej contendimus Z. — f) habest 
auctoritatem V. — gj ig. de primis seeandum Z. 



24 

inveniuntur litere, que ex sui natura commissiones quodammodo Yocari 
possunt, ut sunt: inquisiciones, executorie et yisitaciones , ad earum 
differeneiam habendam seiendum a), quod tantum hie dicitur de 
commissionibus, in quibus hj causarum cognieio a superiore inferiori- 
bus delegatur c). 

Videamus igitur in pnmis: quis cui possit eommittere Tel» 
secundum iuris Tocabulum, delegare. In spiritualibus : dominus papa, 
archiepiscopi, episcopi Alemanie, qui utroque gladio sunt insignes, tarn 
spiritualia quam temporalia eommittere possunt, ita tarnen quod direete 
eorum commissio causam sanguinis non d) attingat. In ey secularibus 
vero et temporalibus : Dominus imperator, reges, duees, marchiones, 
comites et alii iudiees quam plures committunt eausas subditis et 
delegant, sed nuUo unquam ausu ad spiritualia possunt extendere 
manus suas. Et est libertas ecclesiastica prestancior « 
seculari, quoniam plurimi principes ecelesiastici in 
subditis suis manus suas possunt extendere ad utrius- 
que iudicii potestatem. Omnis autem commissio facienda 
est a suo iudice subditis, quod generaliter tam in spiritualibus 
quam temporalibus locum habet, commissio enim, non a suo iudice 
facta, nullam habet firmitatem. — Omne vero iudicium constat ex 
tribus : iudice videlicet , actore et reo , et necessarium est ad hoc, 
quod commissio facta a superiore valeat, ut due persone sint de pro- 
vincia sive de dyocesi persone committentis , iudex scilicet, cui causa 
committitur, atque reus; de actore autem non requiritur, qui semper 
' et ubique paratos ^ debet invenire iudiees et defensores iusticie. 
Commissionis forma sive tenor talis est: Post salutacionem statim 
ponatur querimonia iniuriam pacientis , deinde mandatum , quod ipsa 
iniuria cognoscatur, ita quod passo iniuriam satisfiat et tunc apponetur 
cohortacio, qua stare iusticie contumax eompellatur, nulla est enim 
iurisdictio , que cohortacionem annexam non habeat, et ita cohortacio 
iurisdictioni fj annectatur, quia data iurisdictione, eciam si literaliter 
non dicatur, cohortacio nichilominus est annexa. — Et notandum quod 
commissionum alie sunt simplices^ alie communes ac alie legende. 
Et dicuntur aimplices seu communes eo quod sine difficultate dentur, 
cum simpliciter de iure communi earum ordo dependeat et Processus — 

a^s. autem Y. ~ bj quibusdam V. — cj d. aliis locom suum debitum reser- 
Tantes Z« — d) non admitlat vel Z. — ej „In aecularibua^ bis „iudicii 
potettatem^ fehlt V. — ^ iuriadictionem Y. 



25 

legende dicuntur eo quod oporteat eas legi domino pape. De commu- 
nibus et simplieibus habetur regula generalis, quod dari possunt vel a 
notario vel a f^) eaneellario, eo quod tantum eontineant ius commune. 
In hiis relinquitur iudicis disereti arbitrio, quam penam velit infligere foi. 12 c 
contumaci, unam videlicet ex tribus , dum enim dicitur per censuram 
ecclesiastieam intelligitur interdietum, efbommunicacio et suspensio. 
Sed cum arduum est negocium, legende sunt domino pape litere» et si 
non leguntur ei, quasi per surrepcionem obtente non valebunt hj. 



Exemplim papalls cammissUnis In caisa splritaali legende. 

Gregorius episcopus cj servus servorum Dei dilectis in Christo 
fratribus Magdeburgensi et Coloniensi archiepiscopis, iudicibus a sede 
apostolica delegatis, salutem et apostolicam benedictionem. Bone 
memorie N. dilecto Mysnensi episcopo viam universe carnis ingresso, 
dilecti filii , Mysnensis ecclesie canonici, sicut percepimus, in unum 
convenientes de futuri pontificis electione tractaturi, prehabito 
diligenti consilio et, sicut moris est, spiritus sancti gracia invocata, 
dilectum filium nostrum N., cantorem dj maioris ecclesie in Magde- 
burch, rirum utique, sicut asserunt, providum et discretum atque in 
temporalibus et spiritualibus circumspectum, concorditer et canoniee 
in pastorem sibi et episcopum elegerunt, nobis per dilectum filium 
magistrum Ch. , . . e) canonicum Madburgensem et literis suis 
humiliter supplicantes, ut huiusmodi electionem confiimare de beni- 
gnitate sedis apostolice dignaremur. Licet autem idem nuucius super 
hoc sollicite institerit et prudenter, et nos provisioni predicte ecclesie, 
quantum cum Deo possumus , intendamus , quia tamen per eundem C. 
nuncium, presertim ^ cum solus esset, plene apprehendere nequi- 
mus 9) veritatem , nolentes ut aliquid de contingentibus obmittatur, 
discrecioni vestre per apostolica scripta mandamus, quatenus de modo 
electionis et studiis eligencium et electi meritis diligencius inquirentes, 
si canoniee eandem electionem de persona ydonea inveneritis habitam, 
ipsam sine iuris aliquo preiudicio , auctoritate apostolica confirmetis, 
et eidem a suis subditis faciatis obedienciam et reverenciam debitam 

a) ?el a fehlt V. - h) ?alent Z. — c) ep. fehlt Z. — d) cantorem — 
Magdeburch fehlt V. — e) Ch. fehlt Z. — f) nunc. pres. fehlt Z. — g) nequi- 
rioms Z. 



26 

exhiberi, ac munus consecracionis impendi, recepturi postmodum ab 
eo pro nobis et ecciesia Romana fidelitatis iuramentum iuxta fonnam, 
quam sub bulla nostra vobis transmittimus interclusam; alioquin^eadem 
electione cassata, facialis ipsi ecciesie de persona ydonea per electio- 
nem canonicam provideri, contradictores quosqne per censuram 
ecelesiastieam, appellacione^remota <s^, eompescentes, formam autem 
iuramenti, quod ipse prestabit, de verbo ad yerbum nobis per eins 
patentes litteras by destinetis. Dat. etc. 

ExemplM papalls eammlsslaiis In eaisa temparali. 

Gregorius episeopus servus serrorum Dei eteet. «) Ex parte 
Tenerabilis cj nostri Maguntini episcopi fuit propositum eoram nobis, 
quod J. et 0. illustres prineipes de Prandenpurg dj per quosdam 
terminos sue potestatis, sitos ^) in ipsius dyocesi, deeimas sub divino 
iure solyere contradieant, et super hoc a nobis iusticiam postulavit. 
Ad hec dilectus noster Ch., talis loci canonicus, dictorum nobilium 
procurator, proposuit coram nobis ex adverso, quod dicti marchiones 
sub ayorum suorum temporibus in ea libertate, episcopis, dicti loci 
scientibus et non contradicentibus, semper possederunt terras suas, ut 
de eisdem usque ad hec tempora deeimas non solTerint^,sed quedam 
bona de prediis suis dederunt pro ipsis decimis, de episcoporum dicte 
ecciesie approbacione et consensu, et id se constanter asserunt proba- 
turos. E contra proposuit procurator episcopi , quod etsi g) concambii 
vim testes et scripta autentica apparuerint ^^, huic i} eorundem 
probacioni nullatenus standum esset, cum ius decimarum adeo iuribus 
spiritualibus sit annexum, quod eciam nee vendi nee commutari valeat 
ullo modo, ut in proprietatem laycalis potencie convertatur, cum et 
dicti marchiones non sint ligati ^^ debito vasallorum episcopo memo- 
rato nee se habere deeimas vel ab eodem vel ab ullo principe ecclesi- 
astico fateantur. Cum tamen decime IJ a nemine preterquam ab 
ecciesia haberi yaleant uUo modo, et dicti prineipes in hoc nuUum ius 

a) appellacione postposiia Z. — hj literas et eius proprium nuncium quanto- 
cius destinetis Z. - c) fratris n. M. fuit 1. ^ dj Brandenburch Z. — e) licet 
Z. — f) solverunt Z. — g) talis c. Z. — h) apparerent Z. — i) huiusmodi Z. — 
k) legati V. - l) dicte dec. Z. 



*) An die Brzbb. von Magdeburg und Cöln, wie aus der citaiiu S. 30 herrorgeht 



27 

ecclesiasticum recognoscunt a) imo appropriäat b) sibi decimas c) in 
grave animarum suarum periculum dj et ecciesie universalis preiudi- 
cium, unde sie gravate prefate ecelesie subveniri per sedem aposto- 
licam postulavit «). Cum igitur de negocii qualitate seu veritate plene Foi. 12 d. 
instrui non possimus , et quia ibi est f) veritas requirenda, ubi com- 
modius valet eliei et 9) lueidius declarari , fraternitati vestre per 
apostolica scripta mandamus, quatenus, prefixo partibus termino 
competenti, de diete ecciesie iniuria cognoscatis et si, apparente aliqua 
occasione et causa h^ racionabili seu honesta , quod i) predicto epi- 
scopo ad dandas predictas decimas teneantur, tunc iidem nobiles ipsas 
et per se solvant et a suis solvi faciant, omni occasione et appellacione 
cessantibus, non obstante contraria consuetudine vel abusu, alias 
ponatis in terra eorum ecclesiasticum interdictum , ulterius , si eorum 
exegerit contumaciam per sedem apostolicam processuri, ut eciam pro- 
hibeatis ^) eosdem ab omnibus ecclesiasticis sacramentis preter 
penitencias IJ et baptismata parvulorum *). 

Siemplnm eommissianis ^) seeilariam principnm in eassis prapriis. 

Fridericus Dei gracia Romanorum rex semper augustus dilecto 
devoto suo N. talis loci prefecto, graciam suam et omne bonum. Ne, 
nobis circa ardua rei publice negocia prepeditis, aliquibus imperii 
nostri locis ius postulantibus propter diuturnam nostram absenciam 
deesse yideatur, fidelitati tue, de qua plenam habemus fiduciam 
secundum operis evidenciam nobis et imperio pluries exhibitam , com- 
mittimus imperiali auctoritate per omnes N. districtus nostros tam 
sanguinis quam causarum omnium ad Imperium pertinencium iudicium 
exercendi et auctoritatem nostros ibidem redditus requirendi , preci- 
pientes tam nobilibus quam aliis eorum districtuum nostrorum incolis 
sub obtentu gracie nostre ac pena proscripcionis , et sub detencione 

a) cognoscant et Z. — bj appareant Z. — cj d. memoratas Z. — d) et 
eedesie universalis preiudicium fehlt Z. — ej postulant Z,^f) est fehlt V. — 
g) vel Z. — h) tam V. — ij quod fehlt V. — k) videlicet prohibeant Z. — 
l) p. moriencium Z. — m) commissionis fehlt V. 



Die Ausführuag dieses Auftrages stehe unleii S. 30 in der forma oitacionis und im 
Verfolg: Procuratorium. 



28 

rerum suarum o^, ut tibi de racionibus nostris respondeant et obediant 
tanquam iudiei imperii specialis quamdiu fuerit de nostre beneplacito 
Yoluntatis. Dat. 

Fama cammlssianis ^) prlidpnm ecelesiastieanim li cansa 
spiritiali. 

0. c) Dei graeia ecelesie Pataviensis episcopus dileetis in Ckristo 
filiis C. dj scolastMJO et H. eantori talis loci salutem et paterne dilec- 
tionis affectum. Dilecti nostri prepositus et eapitulum ecelesie sancti 
Nicolai conquesti sunt nobis , quod 6. dapifer eos in decima qua- 
dam e) in tali loco contra iusticiam spoliavit et alias eisdem gravis et 
iniuriosus existat. Unde discrecioni vestre iniungimus , quatenus, par- 
tibus convocatis, ea, que ab eis proposita fj coram vobis fuerint, 
audiatis et fine debito terminetis, facientes quod decreveritis per 
censuram ecclesiasticam observari. Testes vero g) qui nominati 
fuerint, si se odio, graeia vel timore subtraxerint, censura simili cogatis 
Teritati testimonium perhibere, et si ambo Interesse non poteritis, unus 
vestrum nichilominus exequatur. 

Famia eommissiaiis eariidem In eansa temparaii. 

P. hj Dei graeia Pataviensis ecelesie episcopus dileetis in Christo 
cellerario et priori talis loci etc. Conquestus est nobis B. ij canonicus 
talis ecelesie, quod H. talis k^ burgensis sibi in quadam denariorum 
summa maneat obligatus et eosdem denarios sibi solvere contradieat, 
et alias sibi iniuriosus existat. Unde discrecioni tue l) committimus 
causam, que intereosvertitur, mandantes quatenus, partibus convocatis, 
ipsam causam audiatis, ut supra m^. 

F«rma snbdelegaciails. 

P. «^ Dei graeia ecelesie Pataviensis episcopus o^ dilecto in 
Christo talis loci plebano salutem. Cum sanctissimus in Christo pater 

a) bonorum suorum Z. — h) commissionum V. — c) Nf, Z, -- d) Ch. 
Z. — e) eos deciroam quandam 1, — f) prop. fehlt V. ~ g) ?obis Z. — h) J. 
Z. — i) S, Z. — k) talis, talis Z. l) vestre Z. — m) finem superioris formulae 
„et fine debito — fuerint^ Z. n^ R. Z. — o) Salzpurgeosis arehiep. et ap. sed. 
leg. Z. 



29 

dominus papa Gregorius IX. causam, que vertitur inter dominum AI. ex 
parte una et dominum a) plebanum h) ex parte altera, nobis commi- 
serit dirimendam, et nos ad presens variis negoeiis prepediti eiusdem 
cause cognicioni non possimus personaliter interesse , ipsam vobis f«». *» •. 
subdelegamus, mandantes auetoritate apostoliea atque nostra, quatenus 
partibus eonvoeatis etc. cj. 

Et d) notandum si dominus papa commiserit pluribus iudicibus 
causam unam, alter alteri potest committere vices suas, verbi 
gracia: 

dnanad« Index delegatns passlt e^mmlUere flees snas. 

0. c) Dei gracia ecclesie Pataviensis episcopus dilectis in Christo 
A. miseracione divina preposito et B. decano ecclesie sancti 
Nycolay f) suis coniudicibus g) a sede apostoliea delegatis salutem 
et sinceram in Domino karitatem. Cognicioni cause, que vertitur inter 
N. ex parte una et N. ex parte altera, non valentes ad presens interesse 
quibusdam negoeiis impediti ä^, in ea vobis plenarie committimus 
vices nostras harum testimonio literarum. 

Tractatas de eitaci^nibns. 

Distioctio in. 

Post tractatum de commissionibus videndum est de citacionibus. 
Est igitur citacio quando iudices, ad iustieiam actoris prosequendam, 
reo scribunt, ut coram ipsis compareat, prefixo sibi termino competenti, 
quo compareat iudicio coram eis. — Et sciendum quod citacionum 
alia prima, alia secunda, alia tercia»^ peremptoria. In prima 
requiritur de solempnitate iuris, quod ad minus viginti dierum 
dentur y inducie reo , in secunda similiter, que due per terciam, 
scilicet peremptoriam, concluduntur. Parum autem aut nichil diJFert, 
utrum hec tercia citacio, id est peremptoria, uni et eidem litere 
totaliter inseratur, dummodo secundum qualitatem negocii et temporis 
breviores aut longiores inducie dentur reo, ita ut nee earum brevitas 
reum de iure provocet aut appellet, nee prolixitas actorem 1} inducat 

a) dorn, fehlt Z. — h) Sancti Jacohi Z. — c) fotum ut supra Z. — 
d) Item Z. -- e) W. Z. f) Flor. Z. — g) iudicibus Z. — h) imp. prop- 
terea vobis committimus plenarie Z. — i) tercia fehlt V. — h) tenentur V. — 
l) auctorem V. 



30 

ut suspectum habere valeat iudieem delegatum. Valebit autem hec 
appellacio si reus appellayerit ex brevitate citaeionis senciens se 
gravatum. Item si ipsa citaeio siue causa raciopabili protrahatur, actor 
non immerito suspectum habere poterit iudieem delegatum. — Ordi- 
nariorum autem iudicum citaciones alie sunt arbürarie, alie syno^ 
dnles «^. Arbitrarie sunt , que ad arbitrorum voluntatem breviari 
poterunt et extendi , synodales sunt, que ad synodum extenduntur. 
Citaeio iudicum delegatorum certam debet habere raeionem, regulam 
atque formam, quam excedere non licebit; inseritur enim autenticum 
de verbo ad verbum, subiuncto postmodum mandato iudicum ipsorum 
in quo locus et dies apertissime videatur; hoc tamen semper caveto 
ut, si sit peremptoria citaeio, vocabulum peremptorii nuUatenus negli- 
gatur, alias non possit bj iudicari peremptoria quantumcunque longas 
inducias contineret; aliarum autem citacionum modus simplex est. 

Exemplam eitaeionis peremptorie iidienm delegatoram. 

Nobilibus ac illustribus principibus J. et 0. Dei gracia marchio- 
nibus Brandenburgensibus 0. et C. eadem Dei gracia Magdeburgensis 
et Coloniensis ecclesiarum episcopi , iudices a sede apostolica dele- 
gati, oraciones et obsequium indefessum. Literas domini pape 
recepimus per omnia in hec verba : 6. c) episcopus servus servorum Dei 
etc. Ex parte venerabilis fratris nostri Maguntinensis episcopi fuit 
propositum coram nobis, quod J. et 0. etc., et ita de verbo ad verbum 
totum autenticum inseras *); postea inseritur: Quoniam igitur man- 
datum apostolicum aure surda nee volumus nee possumus preterire, 
cui in Omnibus et per omnia obedire tenemur, auctoritate qua fungi- 
mur, in vigilia Petri et Pauli apostolorum proxima Ventura ad nostram 
presenciam in M. dj vos citamus, locum vobis ibidem maiorem 
ecclesiam et predictam diem peremptoriam assignantes. Dat. etc. 

a) Die folgenden Worte arbitrarie sunt, que bis extendi fehlen V. Ein 
offenbares Versehen des Abschreibers. — b) posset Z. — c) Gregorius Z. — 
d) Maydurch Z. 



*) Gemeint ist das oben 8. 26 mitgetheiite päpstliche Schreiben. 



31 



Tractatas de preenratoriis. 

Distinctio IV. 

Quoniam citati ad iudicium quandoque per se quandoque per 
procuratorem comparere solent, seiendum quod proeurator multis 
modis instituitur. Est enim aliquis proeurator in solidum vel in totum, 
alius ad petendum inducias , alius ad allegandum inpotencias veniendi 
vel ad proponendum exeepcionem dilatoriam contra citaeionem 
peremptoriam racione messium vel vindemiarum. Statuitur eeiam 
proeurator ad impetrandum, ad contradicendum, ad appellandum et ad 
iudices eligendos. Ultimo eeiam statuitur proeurator universitatis vel foi. 13 > 
collegii alicuius, conventus, qui in iure sindicus aj appellatur. 

Sunt eeiam quedam persone, que sine mandato «liquorum possunt 
negocia procurare et vocantur in iure coniuncte persone^ ut pater filii, 
filius patris, et sine literis admittuntur. Et secundum haue diversi- 
tatem procuratorum litere procuratorie cum h) diligencia sunt 
formande. Proeurator in solidum est is, quem aliquis in una 
causa cj procuratorie litigandum constituit; hoc verbum litigare 
totum importat et talis proeurator debet per orania stare coram 
iudicibus , alias non admittitur nee auditur. Idem debet cavere per 
omnia, quod stet iudicio eorum, id est oportet eum prestare constan- 
ciam standi in iudicio. Summa autem cautela adhibenda est in 
procuratoriis. Item si citatus non per se sed per procuratorem minus 
suiBcientibus literis inventus fuerit dj vel apparuerit, contumax 
iudicatur; verbi gracia: 

Preearatorinm ad peteDdnm indicias vel probandam Impotenciam 

veniendi. 

Venerabilibus dominis et in Cbristo dilectis A. et D. talium ej 
ecclesiarum episcopis, iudicibus a sede apostolica delegatis *) J. et 

aj funditus V. — bj tantum V. — c) cura V. — d) munitus venerit Z. 
e) talibus V. 



*) Die Erzbb. von Magdeburg und Cöln; vergleiche die vorhergehende Citatfons- 
formel. 



32 

0. Dei gracia marchiones de Brandenburg obsequium cum a) promp- 
titudine voluntatis. Noveril rererencia vestra quod cum ad citacionem 
vestram Maydeburch hy venire non possimus , causis racionabilibus 
impediti c^ , familiärem nostrum dj procuratorem constituimus ad 
petendum inducias, ad allegandum et, si necesse fuerit, ad compro- 
bandum coram vobis de impotencia veniendi et ad appellandum , si 
sibi Visum fuerit expediens et consultum. Dat. 

Praenratoflan ad pr # paiendam excepcioien dilatarlan 1i salidui. 

Venerabilibus dominis etc. totum ut supra. Reverencie vestre 
notum facimus, quod nos familiärem nostrum C. «^, talis loci canoni- 
cum, super causa, que vertitur inter dominum Magdeburgensem epi- 
scopum ex parte una, et nos ex parte altera, procuratorem nostrum 
constituimus in solidum et in totum, dantes ei liberam potestatem 
excepciones tam dilatorias iudicii, quam peremptorias proponendi fj, 
appellandi et, si sibi expediens visum fuerit et consultum, totaliter 
in illa^^ causa vel, quantum ius permiserit, litigandi, gratum et ratum 
habituri quitquid per ipsum in eadem lite dictum fuerit sive factum et 
hoc parti adverse notum esse volumus et constare. 

Pf«carat«rlaiii ad eariam Romanam ad ImpetraBdam, cantfadieendim 
et lidiees eligeidim. 

Sanctissimo in Christo patri et domino 6. hy Dei gracia sacro- 
sancte Romane ecclesie summo pontifici Fr. eadem gracia talis 
ecclesie episcopus devote subiectionis reverenciam tam debitam quam 
paratam. Sanctitatis ij vestre paternitati cupimus esse notum quod 
nos in omni causa contra nos et contra ecclesiam nostram in vestra 
sancta curia emergente C. clericum procuratorem nostrum constitui- 
mus ad impetrandumgracias speciales et generales, simplices literas et 
legendas, ad contradicendum et iudices eligendum, dantes ei liberam 
potestatem substituendi sibi alium vel alios, si hoc sibi videbitur 
expediens et consultum *^. 

a) cum omni Z. — bj Maidburch Z. — cj prepediti V. — dJ magistrum 
Ch. Z. — ej AI. Z. — f) prop. vel ap. eeiam si Z. — g) ipsa Z. — hj Gr. Z. — 
i) SaDctitati V. — kj cons. harum testimonio iiterarum. Dat. anno etc. Z. 



33 



Pr«carat«rliiii anifersltatls <9* 

Ö. by Dei gracia potestas ac universitas civium Bononyensium 
omnes c^ litteras inspecturos scire volumus ac publice protestamur, 
quod nos talem plebanum in omnibus negociis sive causis civitatis 
nostre procuratorem sive syndicum constituimus et in omni emergenti 
negocio tarn agendo quam respondendo tocius universitatis nostre 
causam ipsius sollicitudini et fidfei committimus, ratum dy et gratum. 

Tractatas danatariarnm ^). 

Distinctio VO- 

Dicuntur autem donatorie a dono, eo quod plus gracie habeant quam 
iuris ; item dicuntur donatorie in quibus et per quas dominus papa vel 
alius iudex Ordinarius episcopatum vel aliam ecclesiasticam dignitatem 
alicuius beneficii» cuius donacio ad eum devoluta est, donat alicui de*"»***« 
gracia speciali. Devolvitur autem ius donacionis ad superiorem 
secundum ius canonicum, si 9) videlicet secundum tempus debitum 
non eligitur quis, vel si minus idoneus eligitur vel presentatur, vel si 
discordat capitulum partibus existentibus utrobique. — Sunt autem due 
species donatoriarum : condicionalia videlicet et mera. Condicionalis 
est, ubi dominus papa vel alius iudex Ordinarius non est certus , utrugi 
ad eum vel ad alium sit donacio devoluta, nisi ex relacione impetrantis 
et tune scribit : „si ita est;** sed hj in hoc casu probacioni non statur 
impetrantis. Mera est, ubi dominus papa vel alius iudex Ordinarius 
certus est forte ex facti evidencia vel ex confessione capituli vel 
aliorum ydoneorum virorum assercionibus tanto videlicet tempore 
vacasse beneficium, quod ei ex tunc competere inceperit eins donacio ; 
ubi illa condicio ij „si ita est** locum non habet. — Sciendum autem, 
quod in talibus literis frequenter ponitur condicio, nisi ex gracia 
dimittatur. Est autem condicio talis, que poni solet „si aliud canonicum 
non obstat**, aut „si alias ydoneus reperitur**. — Scribit autem dominus 
papa vel alius iudex Ordinarius ecclesie vel capitulo modo salutacionis 
eonsueto, et ponitur commendacio persone, cui beneficmm confertur. 

a) universitatis am Rande für das im Texte autges t rieben e visitacionis. — 
b) A. Z. — cj presentes Z. — dj ratum habituri quidquid in eisdem nostris 
sgendis per ipsum factum fuerit si?e dictum. Dai etc. Z. — e) sive litterarum 
que super collationibus beneficionim dantur am Rande V. f) Dist. VI. V. —g) si 
fehlt y. - h) %\y. --tj constitulio V. 

Fontes. Abth. II. Bd. XXV. 3 



34 

Causam autem moventem^^ nichilominus allegabis, que videlicet causa 
morerit tale beneficium tali persone hy conferendum , deinde cum 
admonicione simplex mandatum» quod talis ad tale beneficium assu- 
matur; rerbi gracia: 

Farina d«Hat«rie e«Hdlci«iiall8. 

Fridericus Dei gracia talis <9 ecdesie episcopus tali capitulo salu- 
tem in vero salvatore. Ex dilecti in Christo domioi R. d^ ecclesie vestre 
canonici relacione accepimus, quod post decessum bone memorie 
L., decani eiusdem ecclesie, in electione facienda addeo ^) ab invicem 
divisa fuerint vota vestra, quod infra spacium vobis a canone statutum 
in decano ecclesie vestre minime sit provisum. Cum igitur, ai ita 
estf et si supradictis yeritas suffragatur, secundum canonicas san- 
ctiones ad nos decanie vestre sit f) donacio devoluta, ipsam predicto 
presbitero auctoritate nostra duximus conferendam, dilectioni vestre 
mandantes, quatenus ipsum, si alias est ydoneus, aut si canonicum aliud 
non obsistat, recipiatis, et sicut decano debitam obedienciam facien- 
tes, exibere curetis eidem omnimodam reverönciam et honorem. 

Fama deiatarie mere. 

Gregorius episcopus servus servorum Dei tali ecclesie salutem et 
apostolicam benedictionem. Ad apostolatus nostri audienciam pluries 
iam pervenit, qualiter scilicet post decessum bone memorie domini 
G. g) venerabilis episcopi ä^, divisa sint et ab [invicem discrepent i) 
vota vestra, ita quod in eligendo pastorem nequeant counari, licet 
secundum statutum concilii generalis id nonnullis vicibus fuerit ad- 
temptatum. Et quoniam ^) tempus statutum vobis a canone, prout intel- 
leximus, est elapsum et ad nos eiusdem ecclesie ex hoc provisio 
devoluta, volentes gregi dominico provideri, qui sumus ex ofBcji 
pastoralis debito ad generalem eins custodiam deputati , ne IJ sue 
viduitatis diuturna senciat detrimenta, cum protectore indigeat ac 
rectore, eidem in persona dilecti filii m^ canonici talis ecclesie, cuius 

a) moYenciuin V. — hj tale persone persone V. — c) Paiaviensis Z. (Es 
gibt jedoch bis zum J. 1479 keinen Passauer Bischof Namens Friedrich.) — 
d) presbiteri Z. — e) sie ! - ^ sit fehlt V. g) B. Z. — hJ vestri Z. — i) discre - 
pant V. —k) quando V. — l) nee V. — m^ N. Z. 



35 

nobis morum honestas et vite laudabilis conversacio et sciencie premi- 
nencia commendatur, auctoritate apostolica providemus et per aposto- 
lica scripta o) mandamus , quatenus ipsum recipiatis et habeatis pro 
pastore et episcopo, debitam ipsi inpendentes obedienciam, reyeren- 
ciam seu honorem. Dat. etc. 

Traetatas petitoriamm. 

Distinctio VI b), 

Dicuntur autem petitorie a petendo, quia innituntur plus gracie f«i is a. 
quam iuri. Et sciendum quod due sunt species petitoriarum : prima 
est si dominus papa Tel alius princeps ecclesiasticus structuram 
alicuius monasterii cj suis literis vult iuvare. In hac prima specie 
est recta forma et certa expressa in concilio generali, que ita incipit : 
Quoniam, ut ait apostolus, omnes nos stabimus ante tribunal dj etc. 
quam formam excedere non est consuetum. Approbacio ej predicte 
forme est facta propter varietatem et diversitatem seu contra- 
rietatem petitorum, qui falsas quandoque literas exhibuerunt, 
ut esset forma una omnium talium literarum. Exemplum infra. — 
Secunda species est, cum forte vacat prelatura vel aliquod Stipendium, 
et per interventum pape vel alterius principis intendit aliquis promo- 
veri. Et fere per omnia debet habere formam peticionis, debet enim 
continere commendacionem persone, pro qua petitur, causamque 
moventem quare f) pro ea petatur sine interminacione aliqua vel man- 
dato, quia, sicut dictum est, plus continet gracie quam iuris. Exem- 
plum ut infra. 

Biemplmn petitorie in prima speeie. 

O. 9) Dei gracia talis ecclesie archiepiscopus hj universis 
Christi fidelibus ij ad quos presens scriptum kj pervenerit salu- 
tem. Quoniam, ut ait apostolus, omnes nos ante tribunal Christi 
manifestari oportet, cum corruptibile induerit incorrupcionem IJ et 
mortale inmortalitatena , ut tunc refferat unusquisque prout gessit in 
corpore, sive bonum fuerit »9 sive malum, oportet ut misericordie 
operibus preveniamus diem messionis. extreme , unde nj qui parce 

q) vobis precipiendo Z. — bj Dist VI fehlt V. — cj vel pontis vel ali- 
cuius loci religiosi Z. — d) omnes — tribunal fehlt Z. ej vero Z, — f) pro 
quare Z. — g) R. Z. — h) ep. Z. — i) in Parisiensi civitate eonstitutis Z. ^ 
hj pagina Z. — (^ corrupcionem V. — mj illud Z. — n) quoniam Z. 

3* 



36 

seminat parce et <(^ metet et qui in benedictionibus de benedictioni- 
bus et metet ^, ideo dileeti in Christo, uniyersitatem vestram mone- 
mus pariter et hortamur, quatenus ad tale hedificium, quod absque 
fidelium elemosina non poterit pre inopia ad statum optatum perduci, 
de rebus vobis coneessis, prout quilibet destinarit in corde suo, vestra 
dignetur karitas elargiri , ut exinde divinam propieiaeionem yaleatis 
facilius impetrare. Nos vero auctoritate beatorum Petri et Pauli 
apostolorum et domini pape, qua fungimur, confisi, omnibus elemosi- 
nam suam ad predictum loeum porrigentibus quadraginta dies 
eriminalium de iniuneta sibi penitencia misericorditer relaxamus. 

Biemplani petit«rie in seeanda speeie. 

Gregorius episeopus servus servorum Dei talis ecciesie 
canonicis h^ etc. Licet ex deeessu felicis recordacionis venerabilis in 
Christo fratris nostri C. <?^, Maydburgensia quondam episeopi, super 
vos videatur manus Domini speeialiter aggravata, quia tanti estis 
benedictione pontifieis viduati, universali d) nichilominus ecciesie ex 
eiusdem morte dolor provenit et lamentum. Ipse quidem in domo 
Domini tempore iracundie factus est c^ reconciliacio et sicut colump- 
nam validam humeros suos exhibuit ad portandum onera sacrosancte 
ecciesie, matris sue, ideo memoria eins non delebitur a generacidne in 
generacionem et nomen eius per secula requiretur. Sed quia nunquam 
sie abreviata videtur manus Domini ut obliviscatur miseris misereri, 
ecce convertit luctum nostrum in gaudium, cuius misericordia plena 
esse f) dinoscitur omnis terra. Ceterum congratulamur vobis, quod ob 
reverenciam sedis apostolice honorabilem virum g) in prepositum 
recepistis; ad quod factum, sicut sinceritate devota adhibuimus 
operam diligentem, sie non inmerito grata amplectimur caritate, 
quod in eo voluntas nostra prodiit in effectum. Et quia hy in exami- 
nacione eiusdem persone plene ipsius cognovimus circumstancias 
meritorum, sperantes et in Domino firmissime confidentes, quod ad 
cuiuslibet regimen ecciesie ydoneus esse possit, utpote vir multe 
honestatis, continencia et morum honestate i) laudabilis coram Deo et 
omni populo , potens in opere et sermone , ita ut digne et efficaciter 
Fol. 14 •. preesse valeat, fraterna Ary vobis sollicitudine consulimus et rogamus, 

a) etiam Z. — h) talibus salutem Z. — c^ B. Z. — d) universalis V. — 
e) fuit Z. — f) esse fehlt V. — g) H. Z. — h) quia quandoque Z. — i) hon. 
fehlt V. —iy »>c! 

1) Ad Corinthos 2, cap. 9, 6. 



. 37 

quatenus in ipsum yota vestra unanimiter conrertatis, quia sedes apo- 
stolica promocionem eius desiderat, sperans quod ecclesie , cui prefi- 
citur, eius promocio veniat ad honorem, quodque ecclesie universali 
et dpmui Israhel ascendens ex adyerso murus ferreus et turris fortitu- 
dinis erigatur. Dat. etc. 

Traetatiis de senteneiis. 

Distinctio VI! a), 

Sentenciarum tot sunt diversitates quot sunt iudicum. Judicum 
enim alii sunt ordinarii, alii legaii, alii subdelegati, alii arbitri, 
Capud ordinariorum iudicum est dominus papa. Legati sunt hü, qui 
ad aliquam provinciam diriguntur *^, delegati vero dicuntur Uli, 
quibus c^ a domino papa vel ab alio quocunque iudice ecclesiastico et 
ordinario commissio datur, ut de iudicio vel de aliqua causa cognos- 
cant et cy determinent illam dy. Et contingit, quod tales delegati 
causam suam subdelegent, et tales vocantur subdelegati. — Arbitri 
sunt iudices, qui ex approbacione parcium et consensu negocium 
aliquod assumunt ad determinandum , accepta securitate a partibus, 
quod «ue ordinacioni Stare non denegent, vel penam incidant, qua 
idem arbitrium est vallatum. — Et secundum hanc diversitatem iudicum 
formande sunt sentencie diverse. 

Omnes autem sentencie , quantum ad iudices ordinarios et ^) 
legatos et subdelegatos, in causis ecclesiasticis aut sunt diffinitive 
aut interlocutorie. Diffinitiva est, que fit super ipso negocio princi- 
pali per quam quilibet reus absolvitur vel dampnatur. Interloeutoria 
sentencia est que fit super f) emergenti negocio vel super excepcione 
aliqua, proposita in iudicio. Si autem sentencia est domini pape, sine 
scripto ferenda est, quod contingit cum partibus absentibus sententia 
fertur a domino papa; tunc incipit narracio domini pape a commenda- 
cione59'lMuspersone,que est per eius sentenciam condempnanda, com- 
mendans personam de prosecucione iuris sui, exinde transfert se ad 
commendacionem persone, pro qua ferenda est sentencia, in fine con- 
cludit rem, de qua agitur, adiudicans eam uni personarum. Si autem in 
scriptis ferenda est sentencia, quod contingit una parte absente , tunc 

aj Di8t.ynLV. — 6^ a domino papa, hocost a latere eiusdem, quibus idem 
dominus papa iurisdictionis sue terrainos pro suo beneplacito minuit et aug- 
mentat Z. — cj vel Z. — c) ut Z. — d) vel decldant Z. — ej et fehlt Z. - f) sub 
aliquo Z. — gj ad commendationem Y. 



38 * 

modus sentencie talis est: scribitur capitulo vel metropolitano Tel 
dyocesano ordine salutacionis consueto, et succincte seu breviter cause 
merita enarrabuntur et, sieut in causa processum est, allegabitur hinc 
et inde; in fine condempnacionem Tel absolucionem litere continebunt, 
ita semper quod, si sentencia est diffinitiva «), hoc yerbum: ,,senten- 
ciando dicimus** vel, si est interlocutoria, hoc verbum: „interlo- 
quendo dicimus**, que sane verba nullatenus negligantur et, si est 
arduum negocium, apponetur ei sentencia, scilicet „de maturo fratrum 
consilio nostrorum'*. Exemplum infra. 

Legatorum domini pape Mentencie ^om^Sit curie predicte per 
omnia solent esse conformes. Aliorum autem iudicum ordinariorum 
sentencie, si in negocio quod agitur directo ordine iudiciario sit pro- 
cessum, id est, si precessit citacio , litis contestacio, testium recepcio, 
in scriptis sunt omnes ferende ; in notoriis autem factis, utpote delictis, 
furtis vel maleficiis, non requiritur soUempnitas scripti, sed sufficit ut a 
iudice verbo proferantur. Exemplum infra. 

Delegatorum vero iudicum sentencie si sunt interlocutorie 
habent istum modum. Scribantur primo iudicum ^J nomina et 
dicatur? „a sede apostolica vel N. archiepiscopo vel episcopo dele- 
gatorum", deinde ponatur excepcio, deinde replicacio, deinde repli- 
cacionis vel excepcionis admissio vel repulsio. 
Fol. 14 b. gj ^^j.^ diffinitiva sit sentencia, eorundem iudicum modus erit 

talis: preponetur <9 »In nomine patris et filii etc." postea nomina 
iudicum, deinde dicetur in eadem dj sentencia, quod plene didicerunt 
vel investigaverunt cause meritum et eis de ipso processu proba- 
cionis ej plene constet et sie absolvant vel condempnent f), ita quod 
hoc verbum „sentenciando" nullatenus negligatur. 

ArbUrorum 9) vero iudicum sentencie talem modum habent : 
premittitur „In nomine patris etc.** et postea nominantur arbitri ä^, 
deinde quales sub quali negocio discordent et in qua pena vel qua 
forma in ipsos arbitros sit commissum et postea descendatur ad 
condempnacionem vel absolucionem per commutacionem rei de qua 
agitur et personarum agentium. Et hoc intelligatur de sentencia 
arbitraria. Exemplum infra. 

a) diffinita V. — h) iudicis Tu — c) prep. fehlt V. -- d) ipsa Z. — 
e) probacionibus V. — ^ condempnant V. — g) arbitrum S, — k) nominatur 
arbiter Z. 



89 



Biemplam diffinltife sentencle papalis a). 



Gregorius episcopus s. s. Dei venerabili in Christo fratri 
P. Magdeburgensi archiepiscopo etc. Quia equa est via Domini et 
iniquitas per eius semitam non transibit, nos , quos posuit ad ovilis sui 
custodiam, constituti cuilibet debitores ac per summi patris semitas 
sollicitijdine jgradientes, eo auetore, qui odit iniquitatem et iusticiam 
diligit, a calle rectitudinis non discedimus neque ab equa via 
iusticie, quantum humana sinit condicio, deviamus. Sane in nostra 
presencia H. dileetus in Christo filius Halberstatensis ^) ecclesie cano- 
nicus eiusdem ecclesie procurator, sollicitudine cy et cum instancia 
postulavit, quatenus electionem dilecti filii L. ^J, quem eadem ecclesia 
in episcopum elegerat et pastorem, auctoritate apostolica confirmare 
dignaremur. Ad hoc dileetus in Christo filius 6., sancte Marie Jericho 
procurator, proposuit ex adverso , quod quia secundum iuris regulam 
plus operatur unius contemptus quam multorum contradictio, dilecti 
L. ej electio non valebit hac racione, quia ecclesia in Jericho pari f) 
iure electionis et simili libertate eligendi a prima sui fundacione 
semperest gavisa, prout se papalibus etimperialibus privilegiis asseruit 
probaturum. Et cum ecclesia in Jericho in electione Ludolfi g) 
exclusa fuerit et condempnata , electionem ipsam pronunciari petebat 
irritam h^ et inanem. Asserebat preterea, quod sepedictus L. *^, ipsius 
ecclesie menbrum non existens, eligi non debebat, sed pocius postu- 
lari. Ex hiis igitur et aliis causis electionem Halberstatensis ^) 
ecclesie de L. l) cassari, et in Jericho factam de B. ^^, ipsius 
ecclesie preposito, tanquam rny canonicam petebat sollicite confirmari. 
Nos igitur provida deliberacione «^ pensantes, quod ecclesia Halber- 
statensis propter allegatas causas eligendi et modo sibi quolibet pro- 
videndi se privaverat ista vice, considerantes eciam quod ecclesia oj 
Jericho , que non principalis pj mater immo ecclesie Halberstatensis 
secundaria iudicatur, licet esse possit quod haberet quantum ad 
electionem cum matrice ecclesia q) eadem modo quolibet ius commune, 
non tamen posset aliquatenus nee haberet sine matrice ecclesia 
eidem modo quolibet providere : de maturo fratrum nostrorum consilio 

a^. papalis fehlt V. Dist. IX. V. — bj Hiistacensis V. — c) sollicite Z. — 
d) R. Z. — eJR.Z.—O pro V. — gj Rudolfi Z. - h) iritam V. - i) R. Z. - 
k) HalstateDsis V. -^ l) Rud. Z. — m) tantam V. — nj considerantes vel p Z. — 
o) in Jer. Z. — pj prineipaliter V. — q) ecclesie V. 



40 

utramque electionem utriusque ecclesie sentenciando iudicamus et 
decrevimus non tenere, ita tarnen, quod salva sint utrique «) ecclesie ^) 
sua iura. Et quia ex fluxu temporis ad nos eiusdem ecclesie c) cogno* 
scitur provisio deroluta» eidem in persona dilecti filii G., Magde- 
burgensisrf^ ecclesie decani, auctoritate apostolica providemus, frater- 
nitati tue per apostolica scripta mandantes, ut ipsum, cum confir- 
macionis et consecracionis munere ad propria revertentem. Halber- 
statensi ej ecclesie representes et in coi^oralem possessionem iuris, 
»"•>•**•• tarn ecclesiastica ^ potencia quam mandato ^^ inducas eundem et 
tuearis inductum, ita quod tua exinde devocio debeat commendari. 

SifMpliiM dtfliitiTe seiteieie a parte ordiiarioraM. 

P. Dei gracia Pataviensis ecclesie episcopus dilecto in Christo 
filio plebano talis loci etc. Super inpedimento matrimonii, quod esse 
dinoscitur inter Florentium et Lucyam, quam idem in facie ecclesie 
duxerat in uxorem, inquisicione sollicita veritate diligencius indagata, 
nobis ex talium assercione, — videlicet Septem sacerdotum, qui iurati 
tulerunt testimonium, — in bac causa plene constitit et perfecte, tale 
impedimentum in eis existere, quod matrimonium contrabendum 
impediat et dirimat iam contractum, predictum F. et L. in nomine 
patris et filii et Spiritus sancti sentenciando disiungimus et iudicii 
sentenciam ferimus inter eos , dantes utrique, si voluerit, licenoiam 
contrahendi barum testimonio literarum. 

Forma interlociitorie senteneie a parte delegatoram. 

F. h^ miseracione divina talis abbas B. eadem miseracione pre- 
positus talis loci , iudices a sede apostolica delegati , omnibus boc 
scriptum visuris salutem in omnium salvatore. In causa que vertitur 
inter plebanum talis loci ex una parte et dominum Job. et fratres i) 
patronos ex parte altera, idem dominus Job. fratresque eins in nostra 
presencia comparuerunt, et dicto plebano cum instancia postulante, ut 
sibi iusticiara facereraus , Jobannes et fratres eins ad sedem apostoli- 
cara appellaverant, assignantes causam appellacionis sue, videlicet 
quod peremptorium, quo eos citavimus, perfectum sex ebdomadarum 

a) utriusque V. — h) in posterum Z. — c) donacio V. — d) Mayd- 
burgensis V. — e) Habbastensi V. — f) ecclesiastici Z. — g) jnuudana lu 
lesen — h) L. Z. — i) eius Z. 



*1 

spacium non haberet. Nos igitur attencius pensantes, quod inducie 
arbitrarie sunt, et quod distancia locorum non est talis, quod causari 
iure valeant super eo datum sibi terminum nimis artum: de prudentum 
virorum consilio et interloquendo pronunciamus, appellaeionem huius- 
modi non valere. 

Forma sentende ab arbitris indidbiis. 

In nom. patris et filii et s. saneti. F. Dei graeia Magdburgensis 
ecclesie episcopus, C. «^ miseraeione divina prepositus, C. talis 
decanus, nos eleeti arbitri a domino ac nobili viro N. ; — C. Dei graeia 
abbas talis, B. prepositus et A. decanus ecclesie talis, nos eleeti 
arbitri a domino abbate ecclesie talis, in causa, que vertitur inter h^ 
eundera dominum B., venerabilem abbatem ecclesie predicte et nobilem 
virum memoratum, sie arbitrio duximus procedendum : Cum dictus 
abbas contra nobilem supradictum pretenderet actionem super eo, quod 
advocaciam ipsius sue ecclesie per violenciam iniuriose nimium 
detineret, et super eo quod homixies ipsius advocacie angariis, exactio- 
nibus indebitis ac dampnis gravibus afifecisset, nos arbitrio de volun- 
tate partium suscepto c), et sub manus nostras fide data sub pena decem 
marcbarum, per excommunicacionis sentenciam, facta nichilominus 
promissione, quod eciam se servaturum pretatus nobilis in manus 
domini ^piscopi talis dinoscitur promisisse, statuimus et mandamus sub 
eadem penafirmiter observari, ut videlicet hü, qui predicte ecclesie 
ofBcinas irruperant ; a domino abbate veniam et absolucionis graciam 
postularent, a quo sane secundum formam ecclesie fuerint taliter 
absoluti, si scilicet officinis eisdem restituerint universa ipsis ablata, 
ut quilibet eorum prestito iuramento affirmaret, se reddidisse fide 
bona omnia, que in eius d^ usum de ablatis quibuslibet devenissent. 
Verum eciam domino abbati predicto duximus iniungendum, quatenus 
dampnis aliisque iniuriis renunciaret expresse quascunque in 
personis vel in rebus ei vel ecclesie sue per se vel per alios prefatus 
nobilis intulisset. Eidem autem nobili sub penis precipimus antedictis, 
ut renunciaret iuri advocacie quod habere videbatur, quatenus super 
eo memoratam ecclesiam de cetero nullo inpedimento vel obstaculo 
pregravaret. Receptis igitur hiis mandatis, nobilis antedictus coram 
domino episcopo memorato, multis viris fidelibus et honestis astan- PoI. i4 a. 

a) B. Z. — h) inter fehlt V. — c) suspecto V. — dj portionem vel Z. 



42 

tibus, illi advocacie renunciarit expresse, bona fide protestatus, quod 
ecciesiam supradictam nullo umquam tempore molestaret a). 

Traetatns de eonirMaeionlbiis. 

Distinctio VIII bj, 

Qaia evidencius ad sententias sequi «) seiet robur firmitatis, 
consequenter de confirmacionibus rideamus. — Est autem eonfirmacio 
quando papa vel-aHus iudex d^ ecclesiastieus^senteneiam sui iudicis 
se ratam habere suis asserit ^y literis et eonfirmat. Confirmacio alia 
simplea:, alia condicionalis, alia mera. 

Simplex est quando niehil continet de materia rei vel processu 
senteneie, que est confirmanda, sed simpliciter dicitur ita: ^factum 
talis eapituli, vel talis prepositi senteneiam confirmamus** ; condicionalis 
est f) , que pertinet pro parte ad materiam vel processum rei confir- 
mande, ubi videlicet instruetus est papa vel alius iudex ex narracione 
vel suggestione alicuius partis de processu negoeii, nee ita plene 
eonstat iudici, quod in confirmaeionis senteneia sie dicat: „sicut iuste 
et raeionabiliter est factum'* et „ut lata est sententia** g) confirmamus; 
mera est, ubi pape vel alii iudici plene eonstat de facto, tunc omnis 
cessat condicio, sed ita dicitur, si pape est confirmatio: „auetoritate 
omnipotentis Dei et apostolorum eius Petri et Pauli factum tale, vel 
talein senteneiam confirmamus** — si alius iudex est dicitur: „auctori- 
tate, qua fungimur**. 

VofMa eonfirmaeionis Mere. 

Gregorius ep. s. s. Dei dilecto in Christo fratri B. hy archiepi- 
scopo talis loci ac ejus coniudicibus salutem. Dilecti in Christo filii, D. 
abbas talis loci et C. prior monasterii eiusdem, secundum i) quod a 
nobis iidem receperuntper apostolicas literas in mandatis, in causa que 
super iure patronatus ecclesie parochialis talis ville inter venerabilem 
in Christo fratrem episcopum talem ex parte una, et B. militem ex 
parte altera vertebatur, servato iuris ordine, procedentes, dictum ius 
patronatus ecclesie predicte adiudicaverunt per diffinitivam senten- 
tiam militi memorato. Et quia patefactus est nobis de veritate pro- 

a) molestaret, abbas quoque renunciavit dampnis et iniuriis prout 
8 uperiu« est expressum Z. — h) Dist. X. V. — c) sequi fehlt V. — ey ecclesiasti- 
cam senteneiam sive sentencias sui iudicis Z. — e) astruit V. — f) que con- 
tinet pro parte materiam Z. — g) Von sie dicat, also von sentnecia bis sen- 
teneia fehlt V. — h) talis ecclesie episcopo Z. — i) se secundum V. 



43 

cessus iudicii et iusto iudicum ordine constitit evidenter: nos factum 
racionabile iudicantes , sentenciam latam auctoritate Dei omnipotentis 
et apostolorum eius Petri et Paidi duximus confirmandam. 

Vorma eonfirmaclonis eoidicionalis. 

Gregorius episcopus seryus s. Dei dilecto in Christo fratri archiepi- 
scopo tali salutem. Venerabili in Christo fratre «9 f^Uc^s hy 
recordacionis A. episcopo tali, voeante divina clemencia, sublato de 
medio, dilecti in Christo filii, tale videlicet capitulum, dilectum filium 
R. prepositum cy^ virun* providum rf?, discretum, in pastorem «^ et 
episcopum canonice elegerunt, nobis per dilectum filium Cf^^ ecciesie 
talis canonicum, supplicantes, quatenus electionem eandem, utpote 
canonice factam, dignaremurdebenignitate sedis apostolice confirmare. 
Nos igitur predictam electionem sicut iuste et rationabiliter facta 9) 
auctoritate apostolica confirmamus. 

Forma confirmaeioils simplicis. 

R. Dei gracia ecciesie talis episcopus dilectis in Christo filiis 
talibus sue dyocesis plebanis salutem etc. Nobilis vir de tali loco 
nobis humiliter supplicavit, quatenus excommunicacionis sentenciam, 
quam dominus prepositus talis pro eo in Ch., civem talis civitatis, 
exigente iusticia, promulgavit, eo quod idem civis in quadam eiusdem 
militis villa preter sortem debitam X marcas argenti et amplius dino- 
scitur accepisse , sicut coram domino preposito se asserit legitime 
probasse, dignaremur auctoritatis nostre munimine confirmare. Qua- 
propter universitati vestre precipimus ^) et mandamus, ut ipsam 
excommunicacionis sentenciam, sicut est probata, iuste etracionabiliter 
faciatis usque ad satisfactionem condignam ab omnibus inviolabiliter 
observari, quam confirmamus iuris ordine non neglecto. Verum quia 
crescente «^ contumacia crescere debet et pena, quia predictus civis 
hactenus exconununicacionis non curavit sentenciam, mandando preci- 
pimus, ut eundem singulis^ diebus dominicis et festivis, candelis '•'•*« •• 
ardentibus et campanis pulsatis, in parochiis yestris singuli denun- 
cietis eundem excommunicatum ^J. 

. a) Yenerabilem in Chr. fratrem V. — h) memorie vcl Z. — c) suum Z. — 
<0 et Z. — e) proprium Z. — f) Ch. Z. — g) factam za leaen. — h) p. man- 
dantes Z. — i) malicia seu Z. — h) exe. fehlt V. 



44 



Tractatis it appdUcioiibit. 

DistiDctio IX •). 



Sicut confirmacio facit sentenciam esse ^^ utilem et ralere , sie 
appellacio intereipit actum suum et ipsam transire non permittit in rem 
judicatam. Unde de appellacionibus videamus. Appellacio secundmn 
iuris diffinicionem est ad superiores provocacio et Yult fieri plerumque 
ante sentencias. Sciendum autem , quod appellacio gradatim debet 
fieri, scilicet a plebano, si est necessarium , ad archidyaconum, ab 
arcbidiacono ad episcopum, ab episcopo ad arcbiepiscopum, ab arcbi- 
episcopo ad papam, nisi forte fiat saltus cj in quibusdam casibus, ut 
si forte atiquis iudex inter papam et ptebanum suspensus fiierit aut 
interdictus vel excommunicatus vet forte negligens et insufficiens; et 
tunc is dj^ qui talis est, obmitti c) potest et ad alium appellari. 
Item omnis appellacio debet fieri ex causa, yidelicet ex suspicione 
Tel Q manifesto graramine. Et ubi propter suspicionem appellatur, 
non sufßcit appellari gj solummodo propter suspicionem, nisi suspi- 
cionis cause manifeste probentur et sufficienter. Item non sufßcit 
allegari gravamina , nisi per ius et facti evidenciam plene constet. 
Coram iudicibus delegatis si fuerit appellandum, a delegatione appel- 
labitur. Tamen quorundam est opinio, quod in iudicio delegatorum 
appellacio eciam per saltus fieri valeat «) et eisdem sie ä^, si alias est 
ydonea, deferendum. 

De appellacionibus sunt regule generales: Omnis appellacio fit in 
scriptis. In primis apponet ij appellans nomen suum, deinde nomen eins 
vel eorum contra quem vel quos appellat, deinde causam gravaminis, 
quam non sufßcit dicere sed eciam specificari oportet. Postmodum 
subiungit appellans „ad talem locum**, vel „ad talem iudicem** kj vel 
specialiter „ad dominum papam", et in fine ponitse et sua sub protec- 
tionem eins, ad quem appellat. Et si appellatur IJ ad terminum, 
terminus debet poni. Item sciendum, si appellatur de iudicibus dele- 
gatis, forma delegacionis erit sub eorum sententia vel aliquis ab 
aliquo gravamine; sie per omnia modus servabitur supradictus. 
Exemplum infra. 

a) Dist. XI. V. — 6J esse fehlt V. — cj salutaiio V, — dj his Z. — 
ej committi V. — fj ex Z. — g) allegari Z. — h) sit zu lesen — i) ponei — 
kj tale iudicium. Z. — /) appellat V. 



1} Hier muss »ad papam** ergänzt und dauu für eisdem eidem gelesen werden. 



45 



lorva appellaelonls ad termimm. 



A. Dei gratia aj talis ecclesie prepositus totumque eiusdcm 
ecclesie capitulum. Scientes nos grayari a tali (fomino talis ecclesie 
episcopo in eo quod, auctoritate sua nobis non exhibita nee per domini 
pape literas nee per alias auctenticas, nos citavit ad loca periculosa et 
remota, cum non constet nobis , ut dixiraus, de auctoritate sua. Item 
quia autentii^um suum, si quod habet, clausulam non eontinet »non 
obstante conditione de duabus dietis edita in concilio generali^, 
super hiis et aliis gravaminibus ad sedem apostolicam appellamus 
et ponimus nos et ecclesiam nostram sub protectionem domini pape, 
presignantes terminum appellacionis nostre octavam Petri et Pauli 
apostolorum ^J, 

leraia appellaeienis sine temiio. 

B. cj Dei gracia talis ecclesie episcopus discreto riro A. misera- 
cione divina talis loci preposito ac iudici delegato , salutem etc. Cum 
venerabiles patres, dominus? Magdeburgensis et H. Herbipolensis 
episcopi auctoritate apostolica episcopatum nobis contulerint Mys- 
sannensem, ne quid a vobis vel dj ab aliis in nostri iuris adtemp- 
tetur preiudicium in hac parte : noveritis nos in «^ scriptis ad sedem 
apostolicam appellasse, quam appellacionem eciam coram Yobis denuo 
profitemur fj, 

Tractatns eieeatoriariM. 

Diatinctlo X gj. 

Dum in donacione prebendarum post petitorias executorias papa 
dare soleat, videndum est, quid sit executor. Executor dicitur eo 
quod ipse exequatur sive quod per cum sentencia vel factum superioris 
debitum sorciatur eflfectum. , 

Executores domini pape largam habent jurisdictionem, eo quod 
scribitur eis in literis „per ceitsuram ecclesiasticam**, per que yerba 
tria intelliguntur specialia : interdictum, suspensio et excommunicacio. '^**' '* *** 
Generaliter autem omne id quod auctoritate ecclesiastica interponi 
seiet, intelligi debet de rebelllbus, quia crescente contumacia etc. 

a) miseratione di?ina Z. — h) ap. proximo nunc venturam. Dat. Z. — 
e) G. Z. — d) sea Z. — e) in hiis Z. — f) protestamur Dat. Z. g) Ditt. XII. V* 



46 

Aliorum iudicum exectUores, secundum quod eorum liiere 
continent, largam habent auctoritatem yel strictam, hoc est secundum 
quod litera solet «^ esse generalis vel specialis. Si enim dicitur „per 
censuram ecclesiasrticam*' intelligitur ömne illud, quod superius est 
expressum. Si autem in specie pena exprimitur, infligere potesf hy 
executor et ultra non, quia mandatum et fines mandati excedere non 
est tutum. Item sciendum, quod executoris non est cognoscere, utrum 
sentencia sit equa vel iniqua» quia ei tantum execucio, non causa 
cognicionis delegatur, immo eciam sentenciam iniquam tenetur exsequi, 
quamyis c) latam cognoverit minus iuste» nisi supplicando ab officio 
execucionis se valeat eripere. In execucionibus domini pape nunquam 
vel raro invenies obmissum, quin semper ita dicatur „appellacione 
remota*' et hoc ideo est, quia non est ab executoribus appellandum, nisi 
forte iidem modum vel mandatum excedant. — Item non credo, quod 
inpersonam executoris illa, contra quam datur execucio, possit excipere, 
nisi forte talis competeret exceptio, que esset notoria, quam eciam 
ecclesia nullatenus pateretur, videlicet si esset excommunicatus vel 
symoniacus vel alias criminosus. Et hoc ideo quoniam executor motu 
proprio nichil facit. 

Item notandum quod executoriarum alia condicionalis alia tnera. 
Condicioionalis est, quando ponitur illa clausula: ,,scilicet si ei aliquid 
canonicum non obsistat*' et hoc consuevit poni in donacione preben- 
darum. In hoc tarnen casu äj executores bene debent cognoscere 
de excepcionibus, que a partibus ponuntur. Yerbi gracia. 

Forma exeeitorie mere. 

D. cj Dei gracia f) abbas et S. prior talis monasterii, iudices 
a. s. apostolica delegati, dilectis in Christo viris gj A. et M. talibus 
plebanis salutem. Cum in causa, que vertitur inter nobilem virum C. 
ex parte una etH. civem exparte altera, super decimis talis ville, nobis a 
sede apostolica subdelegata, adeo sit processum, quod idem nobilis 
possessionem debitam probaverit coram nobis, sie quod eidem eadem 
possessio sit adiudicata iuris ordine ut decebat, predicto civi dedimus 
in mandatis, ut post recepcionem mandati infra XV dies recederet a 

a) scilieet fär solet Z. — bj poterlt Z. — c) eam Z. — d) curt V. — 
e) G. Z. — P Tel miierati^ne dirina Z. — g) hon^rabilibus Z 



47 

possessione dccimc supra dicte. Qui quoniam «^ in contemptu h) 
nostri mandati contumax est inventus, nostre execucionis officio cy^ et 
auctoritate,quafungimur, exeommunicaeionis senteneiamriteeontulimus 
contra ipsum, eadem auctoritate vobis iniungimus d^ ac districtius e^ 
mandantes, quatenus eandem sentenciam exequi curetis, denunciantes 
prefatum H. f) excommunicatum, donec congrue satisfaciat 9) de 
premissis. 

Forma eieentorie eendidoialis. 

F. Dei gracia talis tytuli presbiter et apostolice sedis legatus 
yenerabili fratri archiepiscopo Maguntinensi salutem hy, Romane sedis 
clemencia ecclesias et iura ecclesiastica tunc iuvare creditur, non 
gravare, cum pro talibus solet preces porrigere, qui non solum possunt 
graciam graciis exequare, verum etiam ex babundanti i) prerogativa, 
quam in ecclesia obtinept, racione dati et accepti copiosius possunt 
aliquid prerogare. Cum igitur per decessum talis in ecclesia Herbi- 
polensi, vobis sufTraganea, una vacare ceperit 1^) canonia» a sanctissimo in 
Cbristo patre l) domino »*^ 6., summo pontifice, recepimus in man- 
datis, utmagistrumC.w^nepotemdominiP., talis cardinalis, dilecti nostri 
confratris, quem idem pater sanctissimus speciali favore prosequitur, 
in predicta canonia substitui procuraremus. Quapropter nostre execu- 
cionis officium negligere non volentes, auctoritate apostolica atque 
nostra, fraternitati vestre precipiendo mandamus, quatenus ob reve- 
renciam sedis apostolice predicte Herbipolensis ecclesie capitulum 
atque fratres curetis inducere, ut predictum magistrum, virum utique 
ydoneum atque doctum, in canonicum recipiant atque fratrem, si tamen 
canonicum aliud non obsistat. Pro quo et in quo eadem ecclesia nonpoLise 
solum predicti domini apostolici sed etiam nostram et omnium 
fratrum o^ nostrorum cardinalium sibi graciam cumulabunt. Si vero 
renuerint v) per censuram ecclesiasticam compellatis. 

a) quoniam fehlt V. — h) contemptum V. — cj officium V. d) iniung. 
fehlt Tu — e) distrlcte Z. — f) c'vem Z. — g) singulis diebus dominicis et 
festivis Dat. Z. — h)^iit,Z. — i) exhabundatiZ. —Ar^ ceperit fehlt V. l) uostro Z* 
— m) domiDo fehlt Z. — n) Ch. Z. — 0) confratrum Z. — p) appeliatione 
remota ad hoc eos per censuram ecclesiasticam compellant. Dat. Z. 



48 

Traetatis de dispeisaeieiibis <9* 

Distinctio XI. 

Est autem 'dispensacio quando id, quod ex iure non coneeditur, 
immo verius prohibetur, ex gracia superioris admittitur. Et trahitur 
illud nomen ab illo dispensatore, qui gracia plenus per fideles ministros 
suos munera distribuit et dispen^sat. Et sciendum, quod solus 
Romanus pontifex, quia solus in terris gerit sollicitudinem yeri Dei, in 
potestatis est plenitudine constitutus , et secum patriarche , archiepi- 
scopi et episcopi in partem sollieitudinis sunt assumpti. 

Dispensaeionis f>) plures sunt speeies : una est cum dominus c^ 
papa, cui hoc solum conpetit, dispensat super pluribus beneficiis 
obtinendis, curam animarumhabentibus. Item dispensatur super reci« 
piendis sacris ordinibuscum eovidelicet, qui forte exdefectu^^natalium 
esset in ecclesiam nullatenus admittendus. Sed archiepiscopi et epi- 
scopi cum duis subditis in talibus dispensare possunt , ubi expresse 
prohibiti non curantur f). Item dispensatur super quibusdam irregu- 
laritatibus, utpote que ex ignorancia vel negligencia committuntur. 
Notandum autem, quod in dispensacionibus plurium beneficiorum loco 
captacionis benivolencie poni debet aliquid de auctoritate et liberali- 
tate sedis apostolice, et sie ad commendacionem ipsius persone , cum 
qua dispensatur Tel ad reeordacionem obsequiorum venitur. Deinde 
causa ponitur, qua dispensacio concluditur, hoc tamen servato, quod 
dispensationis verba, premissa hac positione „auctoritate Dei omni- 
potentis et apostolorum eius Petri et Pauli** nullatenus negligantur f). 
Item in dispensacionibus irregularitatufn\oco captationis benivolencie 
poni solet ffj aliquid de pietate et misericordia hj sedis apostolice, 
deinde narrari debet factum et sie dispensacio concluditur. — 
Exemplum de omnibus. 

Dispeisaci« siper irregiUritatibis eentraetis ex legUgeneia rel 

igioraieia. 

Gregorius s. s. Dei dilecto in Christo filio B. tali prcposito 
salutem. Sicut veteris testamenti prohibicio habentem maculam in 
oculo vel alias in menbris, debilem vel contractum in sancta sanctorum 

a) Dist. IUI. V. — bj dispensaciones V. — cj domino Y. — ^ deffectu 
V. — ej probantur Z. — f) negligatur V. — gj debet Z. — ä) misericordia 
V. et Z. 



49 

ministrare et ingredi non sinebat, sie nimirum presens t-cclesia, 
spiritualiter intelligens et exponens que in illius testamenti prohibitione 
non sinebantur ad literam, nunc «? ab eterni regis ministerio segregat 
et discernit eos qui contra sanctiones canonicas viventes suarum 
maculas contrahunt animarum et per aggressum vetite dignitatis 
conscientias polluunt et offendunt. Sane tua nobis porrecta petitio 
continebat, dilecte in Christo fili, quod olim ^J in minori etate vel officio 
constitutusinquendamdyaconummanusinieceris violentas, non conside- 
rans forte ex levitate c^ puerili subesse periculum huic facto, et postea 
in susceptis ordinibus ministrasti dy et sine remedio dispensacionis 
ad maiores ordines adscendisti, super quo a sede apostolica dispensari 
tecum misericorditer postulasti. Ea propter devocionis tue et pie 
peticionis puritate pensata, ecclesiastice severitatis ej rigoreA circa 
te apostolica miseratione temperamus, super irregularitate sie contracta 
tecum misericorditer dispensantes f), ita ut nee in susceptis ordinibus 
nee in suscipiendis propter g) predictam negligentiam sentire debeas 
aliquod detrimentum harum testimonio literarum. 

Dispensacio saper defeeta nataliam. 

Gregorius ep. s. s. Dei dilecto filio tali etc. Si rigoris 
austeritas attendatur, si prospiciatur iuris severitas, difficilis erit aditus f®'- '^ ^^ 
et angusta misericordie semita vix patebit. Omnes enim peccaverunt 
et egent gratia Dei , justificati per gratiam salvatoris. Ipse quWem 
iustus et misericors est et defectura meriti, quem punit iusticia vel 
condempnat, emplastro misericordie sanat, temperat et reformat. Sane 
cum inter nos ob defectus varios et casus multiplices quibus alienamur 
a Domino, culpis nostris exigentibus, nonnunquam in ecclesia 
militante pro patrum delictis puniantur filii et paterne condicionis 
sentiant detrimenta , dum presbiteroruni filii a iuris utriusque, videlicet 
divini et humani, legibus alieni ab actibus legittimis amoveantur 
et precipue a . susceptione sacrorum ordinum per h^ sacros 
canones repellantur : dilecte in Christo fili tibi subveniri per dispen- 
sacionis graciam postulasti. Nos proinde pia consideracione pensantes, 
quod, licet condicio hominum varia sit, eadem* tamen omnium est 
natura, considerantes etiam nichilominus, quod cum racio omnium debeat 

a) nee V. nee etiam Z. — h) quod olim fehlt V. — cj lenitate V. — 
d) ministrari V. — e) servitulis 7a, '— f) pensantes V. —g) propter fehlt V. — 
h) pro V. 

Fontes. Abth. H. Bd. XXV. 4 



so 

esse mater, ipsa ad propositum voti tui ad nos evidenter et efficaciter 
interpellat, cum sis honeste vite et conversationis laudabilis, eminentis 
Jiterature et per consequens bone fame , ita ut ad perfectionem tuam 
id solum quod postulas deesse videatur, defectum quem ista naturalis 
qualitas attulit.et inflixit a?, amputamus et precidimus, tecum super 
reeeptis hj ordinibus seu reeipiendis in nomine Domini dispensantes 
et te exnunc et in antea legittimum iudicantes, ab aetibus legittimis 
censemus et preeipimus in posterum non repelli, harum testimonio 
literarum. 

Dispensacio super plnrlbns beneficiis. 

Sftdes apostolica, que liberalitate uBerrima utitur in subditis, cre- 
bre cj tue deuocioiiis obsequia grata et afFectuosa considerans, sieut 
inter deyotos devociorem te invenit, sie non inmerito gratia pariter 
et affectu ampliori te iudicat non indignum. Hinc est quod nos te ob 
tuorum exigentiam meritorum affectu amplectentes speciali, de con- 
sueta benignitate sedis apostolice auctoritate Dei omnipotentis et 
apostolorum eins Petri et Pauli tecum super habendis pluribus bene- 
ficiis tenore presentium misericorditer dispensamus, ita tamen ut 
ultra duo beneficia, curam animarum annexam habentia, nuUatenus 
assequaris. 

Traetatns de indolgentiis. 

' - Distinctio XII. 

Indulgentie plus habent gratie quam iuris. Sunt autem plures 
indulgentiarum species, inter quas principalis et precipua et magis 
moderno usui videtur consona, ubi scilicet dominus papa vel archi- 
episcopus vel episcopus ob reverentiam alicuius ecclesie vel sancti 
seu dy patroni c) auxilium alicuius structure aliquo die certo in anno 
aliquot dierum largitur indulgentias eis qui ad ecclesias vel ob eins 
patrocinia veniuntista vice vel illa/"^ die, vel qui ad structuram eccle- 
siarum vel pontium^^ de suis elemosinis aliquid attulerunt. Hec ipsa 
in tres alias dividitur», quia alia est revocabilis, alia perpetutty alia 
temporalis, 

a) auctoritate eius cuius vicem in terris gerimus qui natalium opifex est 
et rector, amputamus Z. — b) dignitaiibus et ordinibus seu reeipiendis quibus- 
cunque Z. — c) crebe V» — d) sancti seu fehlt Z. — c^rel ad ist zu ergänzen. 
— f) vice vel illa fehlt Z, — g) pontiticum V. 



öl 

Perpetua est illa, que hoc vocabulo „perpetuo** perpetuatur, 
temporalis est illa, que sui valoris tempus continet determinatum, 
revocabilis est illa, que tempus determinatum non continet, sed ex 
dantis beneplacito revocatur, et ibi de valore temporis nichil dicitur. 

Hee sunt de indulgientiis regule generales. Primo sciendum, 
quod omnis indulgentia debet prohemium continere subsequenti 
materie consonum : verbi gratia , si scribatur ad veneracionem ali- 
cuius martiris vel confessoris vel sancti cuiuslibetpremittiturfl^de eiusFoi.ie •. 
laude et gloria sie: „qui est laudabilis et gloriosus in sanctis suis**. 
Deinde exhortacio ad fideles, ut ad talis bj sancti patrocinia conveniant 
tali die, et postea subiungitur fructus laboris seu elemosine, que erit 
ipsa indulgentia. — Item si scribitur pro aliqua ecclesia, scribendum 
est utrum de novo surgat, vel sit antiquitate diruta, vel combusta, 
quia secundumhoc alius cj modus erit. Item, sicut<^) dictum est, om- 
nis indulgencia revocabilis, temporalis vel perpetua. Si est perpetua e^^ 
tunc finis est „presentibus perpetuo valituris"; si est temporalis, finis^ 
^presentibus per biennium valituris", si est revocabilis, de valore eius 
nichil dicetur. Est autem et aliud genus indulgentiarum, quod soli pape 
convenit, quod alio nomine prerogativa vocari potest, videlicet cum 
papa pontificalia insignia indulget alicui abbati vel f) preposito eccle^ 
siastico, quod permittitur eis in infulis vel in aliis vestibus pontificalibus 
celebrare. Et hee indulgencie sive prerogative secundum personarum 
et ecclesiarum dignitatem possunt a discreto notario formari. Ut si 
alicui infula conceditur, que proprie est capitis ornatus, prohemium 
materiam suam habebit ab eo; verbi gratia: „qui est caput ecclesie 
et Corona certantium". Et si sandalia conceduntur, que proprie sunt 
pedum insignia, prohemium materiam suam habebit a pedibus; verbi 
gratia: „Quam ^^ speciosi pedes ewangelizantium pacem, ewan- 
gelizantium bona**, ^ ut similia similibus congaudeant et concordent. 
Si autem aliquis secundum usum modernorum huiusmodi indul- 
gentias vellet privilegia appellare, non peccaret, pulchrius tamen et 
verius indulgentias appellamus. 

a) premittetur Z. — J^ a tali V. — cj alius et alius Z. — d) siY, — 
ej s. e. p. fehlt V. — /^ vel aliis prelatis ecclesiasticis quod Z. — gj pulcliri 
super montes pedes Z. 



*) Ep. Pauli ad Kom. 10, IS. 






R. Dei gratia talis episcopus omnibus in sua dyocesi consfiiufis 
salutem in omnium salvatore. Sanctorum invisibilis habitator, Corona 
certantium et martirum palma, sponsus sancte matris ecclesie, candidus 
quidem innocentie puritate, rubricatus sancte passionis sanguine, uber- 
tatis sue sponsam pie propiciationis et eonsuete miseratiojiis munere 
locupletat, multiplicando eorum numerum, qui veri agni innocentiam 
verbo predicant pariter et exemplo, qui exuti pompis secularibus 
egentes angustiis afflicti sunt et per omnia speculum mundo facti. 
Hinc est quod nos, quos licet indignos superni Providentia conditoris 
adpastoralisextulit sollicitudinis dignitatem, specialiter ascribimus eius 
dono cuius oculi nostrum aspiciunt inperfectum , et in seculum 
benedicimus nomen eius, qui nostris temporibus terminos nostre soUi- 
citudini deputatos fratrum N. ordinis domibus benedixit, qui, calcatis 
mundi illecebris, auctori omnium iugiter famulantur et nobis de 
qualitate meritorum dilBdentibus sanctarum orationum suarum patro- 
cinio suflFragantur ; sanctificari enim cum sanctis speramus et fieri 
cum innocentibus innocentes. Cum igitur ob eius amorem, quem iidem 
dilecti fratres officio sermonis predicant et exemplo vere paupertatis 
Christum pauperem imitantur, ipsum ordinem eterne karitatis brachiis 
amplectamur et amemus, rogatiabipsisfratribus, oratörium eorundem«) 
in tali civitate constitutum ad honorem Dei et sancte matris eius in 
Kalendis Maij dedicarimus, secundum quod officii nostri debitum exigebat, 
cooperante nobis gratia sapientie septiformis. Et ut^^huius dedicationis 
P^, 45 ^ memoria deinceps habeatur et omni devotione et reverentia a Christi 
fidelibus celebrius frequehtetur , auctoritate nobis a Deo concessa, 
cooperantibus infirmitati c) nostre eorum meritis qui in dj dedi- 
cationis die Domino famulantur ibidem, et omnibus qui e) humiliter et 
devote ibidem convenerint, unam karrinam et XL dies criminalium de 
iniuncta eis penitentia misericorditer relaxümus. 

F^rina Indnlgentie prer^gative. 

Grcgorius episcopus s. s. Dei dilecto in Christo filio abbat! 
tali salutem etc. Misticis f) misteriis deservit et famulatur iure 

a) eundem V. - h) ut fehlt V. —c) infirmitate V. — d) dicte Z. - e) 
in eiusdem dedicationis die ad dictum monasterium Z, '— f) vel rebus Z. 



53 

misticua intellectus, et figura preambula veritatis postquam ipsius a) 
appareret proprictas veritatis, tuac aon iam reritas sed veritatis signa- 
eulum tirisse vel miraealum demonstratur. Siquidem dyadema capitis 
Aaron preciosum i) in mosayce legis umbra, Christo apparente in glori», 
claritatem et decoremsignificat. Sponse eius, que ^^ voce sponsi vocatur, 
ut vcniat de Libano coronanda »), que etiam vocatur a vocibus ange- 
lorum et atracta gloriosis apostolorum sanctorum predicationibus et 
exemplis sequitur sponsum suum, decurrens iugiter in odore ungen- 
torum eius, sub umbra eius quem desiderabat residens et quiescens 
tota formosa reperitur, in qua nuUa prorsus macula indecentie 
invenitur »)* — huius sponse ministros, immo verius umbra eius, pontifices 
et pastores, secundum quod qualitas dignitatis exigit et requirit, 
presens ecclesia glorificat et coronat, ut qui sunt in dignitate ceteris 
digniores, prerogative specialis specialiter insigniis insigniti, sicut 
auctoritate preeunt atque presunt, sie. etiam ornatus preminentia 
prefulgeant ceteris et precellant. Hinc est dilecte fili c^ abbas talis 
loci, quod nos ob eius d^ honorem et reverentiam, qui est Corona 
certantium, cuius etiam licet indigni vicem gerimus, volentes special! 
prerogativa ecclesiam beate virginis in loco tali dotare, auctoritate Dei 
omnipotentis et apostolorum eius Petri et Pauli concedimus et donamus 
tibi et successoribus tuis canonice intrantibus usum infule, ut ipsa 
infra ecclesiam inter divina utaris officia honorifice et decenter, cyro- 
tecarum etiam usum et dalmaticarum tibi auctoritate simili et eadem 
gratia concedentes. 

F«nne indolgentie perpetue. 

Licet is, de cuius munere venit ut sibi a fidelibus^) digne et lauda* 
biliter serviatur, de habundantia pietatis sue, que merita supplicum 
excedit et vota, bene servientibus multo majora tribuat quam valeant 
promereri, desiderantes tamen Domino reddere populum acceptabilem, 
fideles Christi ad complacendum ei quasi quibusdam illectivis, iodul« 
gentiis scilicet et remissionibus, invitamus. Cupientes igitur ut ecclesia 

a) ipsi V. — b) qui V und 1, — c) filii V. — d) amorem vel honorem Z, 
— e) suis Z. 



i) Exodus 28, 36. 37. 

') Cant. Canticorum 4, 8 Veni de Libano, sponsa mea, veni de Libano, veni, corona« 

beris de capJte Amana etc. 
') Cfr. Cant .Canticorum o, 1. 2. 



Fol. 16 e. 



54 

talis monasterii noYiter complantata dignis frequentetur honoribus et 
temporalibus nichilominus proficiat incrementis , omnibus vere peni- 
tentibusaccontritis,qui ad idemmonasterium,cuius beatavirgomatrona 
existit a)y in quatuor precipue festivitatibus eiusdem virginis gloriose 
devotionis causa confluxerint et elemosinam suam ibidem reliquerint, 
pro qualibet vice XL dies eriminalium de iniuncta sibi penitentia 
misericorditer relaxamus presentibus ad decennium hj valituris. 

Tractatns de exemptionlbns. 

Distinctio XIII. 

Exemptio proprie est ubi aliqna ecclesia conventualis canonicorum 
regularium vel secularium, monachorum vel monacharum immediate c) 
subest pape, ita videlieet ut si infra metropolim alicuius archiepiscopi 
vel dyocesani episcopi sit ö[^ sita, nichilominus metropolitanus vel 
dyocesanus episcopus nichil iuris habeat in eisdem, sed omnia directe 
et immediate pertinent ad pstpam. 

Exceptionum alia universalis, alia particnlaris. Universalis 
est, que universitate iuris pertinet ad dominum papam, ita quod 
metropolitano ej vel dyocesano f) nichil iuris remaneat in eadem, 
particulariß est, que pro parte et in certis casibus ab eorundem 
iurisdictioae eximitur et alia parte pertinet ad eosdem. Verbi gratia: 
si aliqua ecclesia quantum ad hoc est exempta, quod in ea nullus 
episcopus vel archiepiscopus possit divina suspendere , tamen quia in 
sua 9j dyocesi est sita, exhibeat ei reverentiam et honorem. 

Item exceptionum alia personalis, alia localis, Personalis est, 
^bi archiepiscopus vel episcopus eximitur, ut a nullo, nee etiam a sedis 
apostolice legatis, nee etiam a iudicibus delegatis excommunicari vel 
interdici valeat. vel suspendi, et talis exceptio personalis quidem et 
particularis potest dici, quia nichilominus forte in quibusdam aliis 
dyocesanus tenetur proprio metropolitano, licet in certis casibus sit 
exemptus. Verum si dyocesanus sie eximitur, ut in eo nichil iuris 
remaneat metropolitano, universalis dici potest talis exceptio et etiam 
personalis, quia sie cum universo iure eximitur persona. Localis est, que 
alicui loco, hoc est ecclesie datur. Prohemium igitur exempcionis debe^ 
esse de plenitudine potestatis sedis apostolice et de favorabili privilegio 
libertatis, ita' quod ä^ exceptionis verbum nuUatenus obmittatur. 
Dicitur autem in fine „auctoritate Dei omnipotentis et apostolorum 

aj consistit Z. — bj für ad d. perp^tuo Z. — cj immedietate Y. — dj si 
tamen metr. V. — e) metropolitacio Y* — fJ dyocesacio V. — gj sui V. — h) ut Z. 



55 

eius Petri et Pauli talem locum vel talem personam eximimus" et 
additur comminatio. — Exemplum infra. 

Forna exemptionis personalis et loealis. 

Gregorius ep. s. s. Dei dil. in Chr. filio venerabili abbat! et 
capitulo talis loci salutem. Sedes apostolica, quemadmodum constat a)^ 
largos et latissimos habet terminos potestatis ab ea verissime descen- 
dentes, qui et eorum que in celis sunt et in terris omnipotentatui 
dominantur, cujus potestas nee incipit nee desiftit in secula sie quod 
rationabiliter et iuste latitudinem potestatis largitatis quadam magni- 
ficentia locupletat. Thesaurus enim eius indefficiens perseverat et 
ipse, largiendo et distribuendo hylariter thesaurum quem habet, ditior 
efBcitur, dum magnificando meijibra^^sua eorundem magnitudine tan- 
quam glorlosior honoratur. Hinc est quod nos, tua et fratrum tuorum 
devotione sedula 4nspecta, ad honoris tui culmen et ecclesie tue com- 
modum et profectum, speciale tibi munus exibentes, immediate c^ apo- 
stolica protectione et tutela volumus te gaudere, ecclesiam tuam et 
personam eximentes ab omni iure ^metropolitani et dyocesani episco- 
porum, ita ut nullum respectum habeas tu et ecclesia tua et tui 
intrantes canonice successores preterquam ad Romanum pontificem in 
omnibus tuis agendis negotiis atque causis, et ut nunquam^^liceatalicui 
in ecclesia tua interdictum ponere qualecunque nee quemquam de perso- 
nis eius anathematis animadversione punire nisi de sedis apostolice 
licentia speciali. Invirtute igitur et gratia spiritus sancti et subattesta- 
tione districti examinis precipimus etmandamus,quatenusnullihominum 
huius exemptionis libertätem inminuere aut infringere audeat quoquo 
modo. Si quis autem contrarium attemptaverit, indignationem omnipo- 
tentis Dei et apostolorum eius Petri et Pauli et nostram se noverit 
incurrisse. 

In premissa forma ostenditur forma exemptionis personalis et 
localis; et secundum hanc formam potes formare universalem 
et particularem, que tamen minus usitate sunt respectu priorum. 

Tractatns de yisitatUnibas. 

Distinctio XIV. 

Visitatio est quando dominus papa de alicuius provincia vel 
statu f) ecclesie sollicitus visitationem eius alicui delegat. Et notan- 
dum, quod quilibet iudex ecclesiasticus, qui habet auctoritatem a papa, foi. lea. 

a) constat fehlt V. — h) menbra V. — c) in mcdietate V. -- d) iure fehlt 
Y. - e) umquam V. - f) statu fehlt V. 



56 

secundum datam sibi formam in literis, potest a) visitare. Competit 
autemspecialiter exemptispersonis et ecclesiis^que scilicet immediate ^) 
domino pape subsunt, et ideo archiepiscopis et episcopis super illas 
auetoritas non competit, nisi de pape mandato et beneplacito special!. 
Forma autem scribendi literam yisitationis talis esse debet: Visitatori 
primo scribiturordine salutationis premisso, deindesequiturprohemium, 
quod materie consonum sit, sicut est illud: »visitavit nos oriens ex 
alto** i) et similia. Deinde sequitar directa monitio ad illum cui commit- 
titur visitatio» ut idem talem se exhibeat verbo et exemplo, ne cum aliis 
predicaverit cj, ipse reprobus inveniatur. Postea ponitur mandatum, 
quod satis strictum in visitationibus debet esse, item tempus deter- 
mjnatum poni debet, infra quod visitatio compleatur. Verbi gratia« 

Forma Tisitationnm. 

Gregorius s. s. dilecto in Christo filio d^ tali ep. etc. Super 
custodia gregis a Domino nobis crediti sollicite vigilantes ad ipsum 
salutaribus pascuis nutriendum ^^, quantum nobis conceditur divinitus, 
laboramus, non immerito formidantes examen divini iudicii et districti 
iudicis, qui perditum f} sanguinem subditorum sub dure g) rationis 
calculo repetet a prelatis, dicens per prophetam : „Ecce ego h) ipse 
requiram oves meas et visitabo illas sicut visitat pastor gregem 
suum'' 3), cuius sane yisitationis labia indignatione sunt plena , lingua 
eins quasi gladius devorans citat i) nos in voce archangeli, in tuba 
novissima ad concilium generale, ut universis suorum impendat 
stipendia meritorum. Quis igitur stare poterit ad videndum illum, cum 
revelabuntur omnia abscondita tenebrarum et infelix impionuA nuditas 
apparebit! Unde ad confusionem perpetuam evitandam, oportet onmes 
qui assumti sunt ad agrum dominicum excolendum, granum a palea 
per correctionis flagellum excutere et zizaniam a fruge triticea ^) 
separare, ne electos fetor tante corruptionis inficiat et filios Dei cum 
filiis huius mundi hora repentine calamitatis irretiat l) et involvat. 
Sane inter alias ecclesias nobis subditas monasterium tale ordinis 
cystercensis circa dispensationem temporalium ac cultum ecclesiastice 

a) poterit V. — h) in mcdietate V. — c) preiudicaverit V. — <y B. tali» 
ecclesie ep. sal. et ap. bened. Z. — e) nutriendis Y*—fJ paratum V. — gj dire 
Z. - hj ego fehlt V. — i) citavit V. — kj dominica Z. - l) reiciat V. 



>) Ev. secundum Lucam 1, 78. 
2) Ezechiel 34, 10. 



57 

reverentie nobis collapsum adeo refertur a multis, quod ad veritatem 
Status eiusdem ecclesie eognoscendam et ad reformationem eius 
necessariam properantibus gpessibus compellimur festinare. Qua- 
propter tibi per apostolica scripta mandamus et in virtute sanete 
obedientie distriete precipimus , quatenus primo ineipiens a te ipso 
torporem desidie et negligentie deponere«^ armis spiritualibus viriliter 
induaris et ad predietum monasterium personaliter accedens super 
toto statu ipsius tarn in capite quam in membris inquiras b) plenam 
et integram veritatem, corrigens auetoritate nostra quitquid pena et 
correctione dignum tua Caritas invenerit in eodem, contradictores 
quoslibet et rebelles auetoritate simili per censuram ecclesiasticam 
conpescendo. Quitquid vero firmitas tua commode corrigere non 
valebit, hoc totum ad sedem apostolicam perferas scriptis tuis. Nos 
enim in hiis omnibus, prout oportunum fuerit, tibi favorabiliter assistemus. 
Unde volumus ut quecunque per te gesta fuerint in eadem visitatione, 
ad nos in literis tuis per nuncium plenius , ut prediximps , refferantur, 
hoc observato, ut in conventu duobus tantummodo stes diebus. 

Tractatns de InqnlsUionlbiis« 

üistinctio XV. 

Inquisitio dicitur ab inquirendo, debent enim visitatores inqui- 
rere veritatem facti. Est autem inquisitio: data a superiore auctoritasFoi.iTi 
inquirendi de aliquo iudice vel prelato per quem locus c) aliquis est in- 
famatus, quoniam causa inquisitionis est infamia. Modi autem inqui- 
rendi varii sunt secundum qqalitatem criminis. Similiter et pene 
varie sunt, de .quibus nichil ad presens dicetur. Modus autem ♦ 
scribendi inquisitiones talis est: Scribit papa, archiepiscopus , vel 
epis<5opus eis , quibus committitur inquisitio , ordine d) salutationis 
consueto; deinde sequitur prohemium , cuius erit materia detestatio 
criminis, horror peccandi, quia humanum est peccare, sed dyabolicum 
perseverare. Item prohemii materia potest esse . de hostis versutia, 
quia videlicet egreditur a facie Domini sathan, mittit ad fortia manus 
suas *)• Deinde sequitur narratio, in qua lucide narratur nomen et 
dignitas persone, sive sit infamia in capite vel in membris; de 
modo autem et pena inquirendi e^ relinquimus arbitrio mandatoris. 

a) deponendo m lesen. — h) requiras V. -- c) locum V. — d) ordinem 
V. — e) requirendi V. 

1) Job 2, 7. 



58 



Forma inqnlsitioiis. 

Gregorius ep. servus servorum Dei dilecto in Chr. filio talis 
iecclesie episcopo a) etc. Egressus a facie Domini sathan ad fortia 
manum mittit maledictionis sue, participes efficiens prelatos hodie 
ecclesie, in quorum perditione salus multorum perditur, qnos salvare 
debuerant verbo pariter et exemplo, immo procaciter viciis inherentes 
ad sua conversi desideria thesaurizant subditis suis mala, et per 
delectationes voluptatum lubricarum ad gressus retrogrades hj 
convertuntur. Sed quoniam nostrum c^ interest errantes corrigere, 
qui ex debito officii pastoralis oves ad caulam dj tenemur reducere 
deviantes,volumus corruptioniproximamembra^^abscidere, ne eorum 
putredo corruptibilis nondum corruptos infieiat, et inficiendo interficiat 
animas innocentium. Cum igitur gravis et enormis, precedente 
clamosa insinuatione, super dilapidatione et incontinentia talis abbatis 
tue dyocesis ad nos crebro querimonia devolvatur, ita quod saka 
conscientia ipsam surda aure transire non possumus, fraternitati tue 
per apostolica scripta mandamus et districte precipimus, quatenus 
assumptis hiis quos videris assumendos, eos videlicet, quos zelus 
comedit domus Dei, ad locum personaliter accedas et per scriptum f) 
iuris ordinem in modo debito inquiras de premissis diiigentissime 
veritatem, advocatis in testimonium, quos iuris consuevit severitas 
evocare. Et si inveneris dictum abbatem dilapidatione culpabilem aut 
ex assertione testium aut ex confessione in iure facta, tunc ab eo loco 
quem possidet, cum sit arbor infructuosa existens oneri non honori, 
per depositionis sententiam destituas et ecclesie ipsius facias de 
persona ydonea per electionem canonicam provideri. Huiusmodi 
autem inquisitionem infra mensem post receptionem presentium et 
iiiitiari et infra duos subsequentes menses continuos volumus 
observari. 

Tractatas de formatis. 

Distinctio XVI. 

Formate litere testimoniales sunt, ut vocantur, et in casu tantum 
unico locum habent, ut quando clerici aliarum provinciarum g) sine 

a) sal. et ap. ben. Z. — b) retrogradus V. -- c) nostra 7i, — d) chulas 
Z. — ^ meiibra V. — /y strictum zu lesen. — g) sive dyocesani a non suis episcopis. 



S9 

dyocesanis suis episcopis ordinantur» muniri oportet eos literis, et 
hee litere debent eis esse testimonium, quod probati fuerint et quasi 
digni inventi ad ordines quos suseeperunt; alias, si non essent noti et 
fide digni, non permitterentur in susceptis ordinibus ministrare. Est 
autem compendiosus et brevis modus et hec est forma. Primo 
scribatur salutatio omnibus literam inspeeturis, deinde narratio.seu 
protestatio ordinatoris quod ad ordinem talem personam promoverit, 
cooperante gratia sapientie septiformis , ita tamen quod annus incar- 
nationis et a^ kaiende, indictio et annus pontificatus ordinatoris nuUo 
modo negligatur. Verbi gratia. . fo». »^ b. 

Exemplnm formatarimi. 

R. ^y Dei gratia episcopus ecclesie Pataviensis omnibus Christi 
fidelibus has literas inspeeturis salutem in Domino. Noverit universitäs 
' vestra , quod nos H. exhibitorem presentium probatum et quasi 
dignum inventum, per manus nostre impositionem ad gradus sacer- 
dotii promovimus cooperante nobis gratia sapientie septiformis. 
Dat. cy etc. 

Traetatns de obligatorlis. 

Distinctio XWi, 

Sequitur de obligatoriis que taliter formantur. Primo ponitur 
salutatio omnibus has literas inspeeturis. Deinde narratio seu prohe- 
mium sie : nötificamus quod nos talis dy episcopus vel prelatus talis 
tali procuratori e^ vel clerico f) tali licentiam dedimus nostro nomine 
tante quantitatis mutuum contrahendi, (que sane quantitas nomine ex- 
primi debet et nomen mutuum confrahentis.) Item si est episcopus vel 
prelatus, obligabit se et reditus suos tam ecclesiasticos quam mundanos. 
Item exigitur quod espicopus vel prelatus confiteatur in literis suis 
mutuatam pecuniam in utilitatem ecclesie^^ conversam. Dat.Ä^ etc. 

Fonna literamin per qnas prelati se obligant. 9 

0. Dei gratia episcopus ecclesie Pataviensis vel prepositus 
talis hy omnibus has literas inspeeturis salutem in omnium salvatore. 

a) et fehlt 1, — b) G. Z. — c) Actum a. D. etc. Kai. Julii pontif. nostri 
anno 1. Z. —d) archiep. vel Z. — e^ vel capellano Z. — f) nostro Z. —g) sue 
Z. — Ä^ Anno incarnacionis, Kai. et indict. positis. Verbi gr. Z. — t^ Von 
späterer Hand. V. — k) loci Z. 



60 

— Notum facimus omnibus Christi fidelibus ad quorum umyersitatem 
presentes liiere pervenerint, quod nos dileeto magistro a) Hcentiam 
dedimus contrahendi mutuum nostro nomine usque ad XX marcas 
argenti, que sane peccunia in nostros ac in nostre eeclesie usus est 
conversa ^^, ad cuius mutui solutionem nos et eeclesiam nostram 
tenore presentium obligamus cy, 

m. 

Be quibttsdain inddeieiis. 

Di.stinctio I. 

Sequitur de quibusdam ineideneiis, quorum cognitio est valde 
necessaria, antequam perveniatur ad declarationem privilegiorum. In 
quorum formis sepe reperiuntur: primo de cogniiione et differentia 
iuris datalicii, item de iure patronaiua et eins »peciehus , item 
de formig testamentorum et eorum apeciebtis, item de arbitris et 
formis arbitriorum^ item de formis exemplandi literas papedes, et 
imperiales et aliorujn principum^ item quid import^ in literis hoc 
nomen „procuracio^ quando inveniturd), item de irregalaritutibus 
et earum differentiis, item de prescriptionibns et formis earum 
et cavillationibus prescriptionum, item in quibus ütteris ponendi 
sunt anni incarnationis , de dijferencia inter actum et datum^ item 
de formis credentiarum, item de iure advocatiarum et earum differen- 
tiis, item de significatione seu interpretatione huvu» naminis „ceür- 
sus*" et eiu% diver Sit aie. Horom omnium cognitio insequentibuspatebit 

Proheminm ad seqneneia. 

Nunc autem antequam veniatur ad declaracionem privilegiorum, 
quedam censui ponere incidenter tanquam subsequencium preambula, 
et que Cognition! notariorum valde sunt necessaria, utpote de iure 
dotalitio e), de qualitate testamentorum, et de aliis consimilibus. 

De dole et eins differeneHi« 

Distinctio H. 

Est autem dos f) donacio, quam maritus dat uxori sue g) et vulgo 
vocatur Margengab. Et talem dotem potest mulier dare cui voluerit 

a) Ch. capellano nostro Z. — h) coDvertenda Z. ~ e) Dat. a. Dom. ele. 
Kai. Aug. pontif. nostri a. tali, si est episcopus Z. — d) et imperiales bis 
invenitur fehlt V. - e) dolatio V. - f) illa Z. - g) sue fehlt Y. 



61 

nee vir potest eam prohibcre. Si ergo aliqua matrana daret meo «^ 
monasterio, vel venderet cuicunque possessionemaliquamque esset dos 
eius» in privilegio debet fieri mentic, quod ipsa possedit rem illam 
iuredotalicio. — Dos etiam dicitur illa possessio, que datur alicui ecele- 
sie noviter faete in subsidium plebani, et voeatur in vulgari Widern, 
Solent enim ecclesie dotari aliquibus possessionibus et illa possessio 
Toeatur dos ecclesie et debet esse libera, sicut ecclesia libera est, 
ita bj ut nemo debeat inde aeeipere steuras vel alias exaetiones 
quocunque nomine censeantur. 

De iure patronatus. 

Distinctio III. 

Est autem cy lus patronatus, quod proprie pertinet ad illum, quipoi.iTf. 
est patronus alicuius ecclesie ; ille autem voeatur patronus ecclesie, d) 
qui alicui ecclesie ante consecrationem aliqua impendit beneficia, sicut 
si dat fundum ubi edificanda est ecclesia, vel si edificat eam, vel si 
dotat eam e)^ unde versus : 

Patronum faciunt dos, edificatio, fundus. 

Patronus itaque potestatem habet conferendi ecclesiam cui vult, 
et debet presentare f) episcopo illum cui contulit ecclesiam, ut ab 
ipso g) investiatur dono altaris ; episcopus tamen potest indignum 
refutare. Patronus etiam debet ecclesiam defendere ab iniuriis, et 
primus vadit in processione h^ causa honoris, potest etiam moderatum 
snUevameh ab ecclesia repetere si fuerit pauper; unde versus: 

Patrono debetur honor, onus utilitasque: 
Presentet, preeat, defendat, alatar egenua. 

De testamentis. 

Distinctio IV. 

Est et ius testamenti , hoc specialiter notate , quia frequenter i) 
oecurrit. Est autem testamentum quasi voluntatis ultimo iüsta 
sententia de eo quod post mortem suam aliquis fieri voluit, quando 
videlicet homo de patrimonio et rebus suis iuste disponit. Dicitur 
autem testamentum quasi testatio mentia super dispositione heredi- 
tatis, et qui facit testamentum voeatur testator. Et notandum, quod 

aj nostro Z. — bj ita fehlt V. — cj etiam für autem Z. — d) ille bis qui 
felilt V. — ej vel unde fehlt V; — ^ preseßtari V. — gj episcopo für ipso 
Z. — h) circa ecclesiam Z. — i) frequentius Z. 



62 

Yoluntas testatoris libera est et deambulatoria usque ad mortem, hoc 
est quod potest mutare testamentum ante mortem quandocunque 
vult, licet pactum fecerit quod non debeat «^ mutare, rel etiam licet 
testamentum quod fecit confirmatum sit privilegio principis: omnia 
ista b) non possunt impedire qujp mutet quando voluerit. Unde si 
mille testamenta faceret uno die , tantummodo hoc, in quo voluntas 
ultima exprimitur, valet, cetera omnia cassantur. — Et notandum, quod 
servus, hoc est homo qui est proprius alicuius, non potest facere 
testamentum, sed nee furiosus , qui non habet dilucula intervalla, hoc 
est qui semper furit, sed nee impubes, sed nee prodigus cui admini- 
stratio rerum suarum interdicta est a iudice , sed nee mutus , qui non 
potest loqui, sed nee surdus, qui nichil c^ potest audire, sed nee is, 
qui proprietati abrenunciavit, ut monachi et moniales. Impubes. 
Yocatur, qui necdum adolescentiam transivit et est omnino imberbis. 
Prodigus vocatur, qui -stulte et superflue res suas expendit; Uli 
aliquando per iudices dj et per cives ej suos et cognatos interdicitur 
potestas rerum suarum, ne videÜcet omnino fiat egenus f). Sunt 
autem plures cause, propter quas testamentum cassatur et fit irritum: 
primo per adgenerationem postumi. Postumus dicikir ultimus 
filius g), Si ergo aliquis, habens tres vel quatuor filios , faciat testa-^ 
mentum, et si postea generet postumum, testamentum irritabitur, 
ne videlicet postumus negligatur. Item testamentum solritur, si 
testator fuerit comprobatus criminosus, sicut si est hereticus 
vel latro , vel si degradatus fuerit de honore, item si se ipsum 
occiderit, sicut multi se ipsos laqueo suspenduntÄ^. Item testamentum 
non valet, si fiat illegitime, contra formam iuris. Sunt et alie cause, sed 
non est opus omnes exponere i), lUe etiam vocatur intestcttus , qui 
moritur ita quod non facit testamentum. Et notandum, quod si testator 
Foi.iTd. alicui amico suo facere ky testamentum de rebus suis committat ad 
voluntatem et discretionem suam cum plena auctoritate , illius testa- 
mentum l) et dispositio valebit , sicut si ille in persona propria 
fecisset. Item aliquando fit testamentum sola voce sine literis, 
aliquando voce et literis, aliquando solis literis, et omnia valent. 
Notate etiam, quod testamentum debet fieri sine intervallo temporis, 

a) debet V. — h) hec Z. — c) omnino Z. — d) iudicem Z. — e) con- 
cives Z. — f) mendicus Z. — ff) filiorum, von einer andern Hand ist angemerkt* 
postumus dieitur qui natus est post mortem et humationem patris sui Z. — 
h) suspenderant Z. — i) ponere Z. — k) faeeret V. —- l) ill. teat. fehlt V, 



63 

hoc est uno conceplu«^, nullo alio actu interposito, nisi forte si 
testator iret ad opus nature, vel brevem mediemam sumeret, vel si 
brevis et parvus languor interveniret. Alias si mora intervenit bj^ non 
ralet testamentum , ut si hodie unam partem seriberet et tertio die 
alteram, non lieeret. Item testamentum continere debet nomen testa- 
toris et heredum vel heredis, et ad minus Septem testes et sigilla 
eorum, si fieri potest, et hoc intelligitur de nobilibus. Testes c) 
scribendi sunt nisi de eorum scitu et voluntate in d^ omni litera, 
aliter enim litera non valeret, si probaretur posuisse testem e^ sine 
scitu et voluntate eius. — Testamentum veroplebiorum, ut rusticorum et 
suorum equipoUentium, quinque ad minus habebit testes f), — Nota 
etiam, quod ille filius g) dicitur emancipatus qui, accepta portione 
substantie que eum contigit, sit extra potestatem hj patris ; qui vero 
nondum emancipatus est, vocatur patrie potestatis. Et si pater faceret 
testamentum et preteriret talem i) filium, testamentum non valeret. 
Verum consuetudo nostrorum temporum non multum ista ponderat. 
Unde notate ista sine quibus nullum omnino testamentum potest 
valere : primum est, quod testamentum debet habere nomen testatoris 
et eorum nomina quibus fit testatio; secundum est, quod testator 
profitebitur ^J, se liberum natu et voluntate; tercium est, quod 
fatebitur se etatis legittirae ad faciendum testamentum; quartum est, 
quod scribat, se compotem IJ esse sue mentis w»^; quintum, quod 
fatebitur se facere vel fecisse testamentum isine illicito intervallo tempo- 
rum vel aliarum actionum, sed uno contextu sine omni actu illicito interpo- 
sito; sextum w^, quod quitquid legat vel disponit in testamento de 
rebus suis, confitebitur de qualibet re, quo titulo ipse oj eam possederit, 
scilicet utrum proprietatis vel feodali vel si emphyteotico possessionis 
tytulo;?^, vel utrum rem illam iure hereditarioaparentibusreceperit, veF 
utrum q) rem illam peccunia sua comparaverit ; septimum est, ut fatea- 
tur,se res de quibus testatus est iustepossedisse; octavum est, ut si res 
fuit in aliqua lite, quod ascrlbat^^ qualiter, lite sopita,res illa libere ad 
eum fuerit devoluta. Et si forte super illa re, de qua contencio fuit, ali- 

a) contextu Z. — h) interveniret V. — c) Nunqum etiam scribendi sunt 
I. Z. — d) nulla omnino 1. Z. — e) testamentum Z. — f) Testamentum bis testes 
steht vor Nunquam eciam scribendi etc. Z. — g) filius fehlt V. — h) pote- 
state Z. potestatis V. — i) talem fehlt V. —-k) profatebitur V. — l) competen- 
tem V. — m) vel sane mentis Z. — n) sexto V. — o) ipse fehlt V. — p) era. posses- 
sionis tytulo Zusatz späterer Hand am Rande in Z. ~ q) iure hereditario bis 
pecunia fehlt V. — r) scribat Z. 



64 

qiia5 literas habet in quibus contineatur processus et finis litis »y ilHus, 
tunc non est necesse quod ioseratur testamento de lite sopita, sed 
dieit: „Domum talem lego iure testamentiH. filio meo libere possiden- 
dam, que domus licet in lite fuerit, tarnen» lite sopita literisque super 
hoc confectis, in meam plenariter rediit potestatem. Et quia ipse literc 
expressam mentionem faciunt de lite cepta et finita, ipsas literas 
totum processum continentes in manus eiusdem filii mei una cum domo 
sibi legata tradidi possidendas^; nonum est, ut semperde ultima volun- 
tate fiat mentio in testamento ; decimum est, ut nomina testium subscri- 
bantur, sed ante nomen illius ponitur, qui ipsum testamentum sigillat, 
si forte testator non habeat proprium sigillum; et postea sequitur annus 
et dies, concurrentes et epacte et indictio. Sed indictiones et concur- 
rentes et epacte raro scribuntur, nisi in magnis testamentis. Subi- 
eiamus modo exemplum : 
Fol. 18 t. Quoniam ea, que in humanis fiunt rebus, vel longi decursus 
temporis a hy memoria abstergit hominum, vel calumpniatorum 
plenimque conturbant insidie, necessarium est, ut scriptis et testibus 
inyiolabilem aceipiant firmitatem cj, Itaque notum sit universis 
Christi fidelibus presentes literas inspecturis, quod ego N. miles civi- 
tatis Winnensis horam migracionis michi imminere videns ex hac 
vita , utpote intollerabili egritudine gravatus , de rebus michi a Deo 
datis legitimum testamentum facere statui et factum pronuncio in 
hanc formam. Ego N. dj civis Winnensis tam natu quam voluntate 
liber, etatis etiam legittime adtestandum, eger quidem corpore sed sana 
mente, sine omni alieni actus iliiciti«^interposicione,sed unodebitoque 
contextu , de rebus meis quas iuste possedi et possideo , legittimum 
testamentum post mortem meam omnino et ab omnibus obseryandum 
faciens ipsum fessc ultime Toluntatis mee veritate presentium profiteor 
, et protestor. In primis igltur ordino, ut triginta librarum vel talen- 
torum redditus in tali loco , quos prpprietatis iuste possedi tytulo , ad 
dileetam coniugem meam AI. ad vitam dumtaxat suam devolvantur f)y 
ita ut post mortem eius ad liberos meos, filios videlicet et filias, iidem. 
redditus revertantur, salvis semper illis redditlbus sibi, quos ex me 
iure dotalicio noscitur possedisse. Deinde ordino et do g) primo- 
genito meo, licet emancipato, X talentorum redditus in tali loco, qui ad 

a) locis V. — i^ e Z. — c) firmamentum 1, — d) miles et Z. — e) 
iHicita Z. — f) devolvatur V. ~ g) Ch. Z. 



68 

me hereditario et paterno munere devenerunt. Ottoni «J autem filio 
meo natu secundo, qui adhuc sub patria potestate est*^, do XL 
talentorum redditus, quorum decem talenta c) in tali loco ad me iure 
emptionis libere devoluta in ius traxi proprietatis , alia vero triginta 
talenta in Neunchirchen^^ quondam sub tytulo feodi a 
domino L. de C|hunring<9 possedi/"^, sed tandem ab eo ius proprie- 
tatis pro CC talentis g) michi in eisdem redditibus conparavi. Post 
hec Friderico hy fiKo meo natutertio ordino et do dignitatem illam que 
vulgo hausgenoszschaß dicitur, quam michi pater meus iure heredi- 
tario dereliquit. Unieuique autem filiarum mearum, que necdum experte 
sunt nuptias, ordino et do C.C marcas argenti, et pro ceiebrandis cüius- 
libet earum nuptiis LX talenta denariorum et XX talenta pro vestibus 
adipsas nuptias conparandis.Filiabus vero meisL. etR. *^ que jam habere 
Tirosnoscuntur,C talenta denariorum ordino etdispono.Quitquid vero in 
gemmis, auro,vel argento et in vestibus meis fcj repertum fuerit, totum 
dandum est i) collegiatis ecclesiis, ut in usüm monachorum et monia- 
lium mj cedat, pari per omnia portione wj, ita ut oj unieuique mona- 
sterio XX ad minus talenta denariorum persolvi debeant sinemora. Huius 
itaque testamenti mei rite et racionabiliter facti executores statuo et 
statutos pronuncio dominum N. pj militem civem Winnensem et 
N. iudicem ibidem, dans eis plenam facultatem omnia que prediximus 
tanquam si per me presentialiter fierentö^ faciendi. Ceterum ne ulla de 
causa ordinatio .mea convelli vel impediri possit, presentes literas 
testamentum meum continentes predictis executoribus eiusdem testa- 
menti tradidi, sigilli mei munimine roboratas, testibus ydoneis subno- 
tatis, quorum hec nomina sunt etc. 

Si vero breviter scribere volueris, sie scribes : 
Ego Otto civis Linzensisr^ gravi egritudine detentus, sane 
mentis et alia omnia habens et faciens que legittimus testator habere 
et facere debet ultime voluntatis , iustum hoc meum testamentum ad 
omnium noticiam pervenire volo presentium veritate. Inprimis itaque Koi.isb. 
do illi hoc vel hoc etc. Et tunc non est opus ut scribatur unde que- 
Ubet possessio ad testatorempervenerit, vel quo iure eam tenuerit. Sed 

q) Ot V. — b) est fehlt V. — cj quorum taleDtorum (decem auf Rande), 
y. — d) que Z. — ej L. de . . V. — f) possidendam Z. — gj talis denarii 
Z. — h) F. V. — et A Z. — k) meis fehlt V. - l) est fehlt V. — 
m) et mon. fehlt V. — n) partieipafione V. — oJ quod V. — pJ H. V. — 
gj fuerint y, — rj civ. talis V. 

Fontes. Abth. II. Bd. XXV. 5 



66 

quamvis breTissime scribas, tarnen non obmittes nomen exeeutoris vel 
executorum. fla^ecuiar vocatur ille, cui testator dat auctoritatem 
perficiendi omnia sicut testamentum continet. 

Contingit ^J etiam quod testator aliquando facit testamen- 
tum de debitis, que sibi debentur, et tune munit executores testa- 
menti sui publico instrumento et in personis soUempnibus, ita tarnen 
quöd ipse testator in fine literarum subscribere debet, sieut patebit 
in litera exemplari. Nota etiam quod publicum mstrumentum ^) 
Yocatur litera, quam iudex et universitas civium scribunt, et quam 
signant sigillo civitatis sue. In aliis tamen terris, sieut in Longo- 
bardia etTuseia, publica instrumenta scribuntur per publicos 
tabelliones. Publicus autem tabellio voeatur notarius, quem papa vel 
imperator ad hanc' dignitatem admisit. Hunc oportet iurare, quod 
fideliter exequatur officium suum. Et in talibus literis non solent apponi 
sigiUa, sed ipse tabellio format tantummodo signum suum in litera et 
sufBcit. Unusquisque aut^m tabellio habet <9 proprium suum sigillum, 
per quod munit literas publicas, quas scribit; sed ista non fiunt 
apud nos. — Idcirco autem testator format publicum instrumentum, ut 
ei^ecutores testamenti sui facilius dj possint repetere debita a debitori" 
bus testatoris auxilio plublicarum literarum. Hec est igitur forma. 

H. miles , iudex et universitas civium ej Winnensium omnibus 
quorum interest nosse notieiam subscriptorum, Noverint universi 
presentes literas inspecturi, quod rogatu et interpellacione dilecti civis 
nostri, qui nimia fractus egritudine testamentum de rebus suis feeit, 
ipsum f) testamentum procuratoribus et executoribus assigimndum 
sigillo civitatis nostre roboravimus, cuius eciam sententiam exprimimus 
sub hac forma. Inprimis itaque ordinavit hoc vel hoc etc. (et sicut in 
precedenti exemplo invenietis. Postquam ergo omnia, que disposuit 
et ordinavit diversis personis, fuerint scripta, tunc subiungetur ista 
clausula) : Testificamur etiam bona fide, quod dominus Rudolphus g) 
procuratores ad repetenda hj debita et executores ad consummandum 
testamenti sui elfectum viros ydoneos statuit, videlicet talem civem 
vel tales cives nostros, dans eis liberam facultatem de suis debitoribus 
debita requirendi, repetendi, quibuscunque locis, temporibus, eontrac- 
tibus vel titulis ipsa adnotentur »^, uthabeant potestatejn coram iudicio 

a) conti git V. und Z. — b) publ. fehlt. Z. — c) format bis habet fehlt 
V. — dj eo fac. Z. — e) civitatis Winn. Z. — f) ipse Z. — g) R. V. — 
h) requirenda. Z. — i) adnotetur V u. Z. 



67 

ecdesiastieo vel ciTÜi singuli vel conianeti »J, debita repetendi, debi* 
tores inpetendi, conveniendi, excipiendi, respondendi, promittendi, 
proeuratores vel procuratorem substituendi et omnia aKa faciendi que 
ydonei proeuratores possunt faeere et tenentur. Dedit eis etiam 
faeultatem plenam ordinationem testamenti, sicut prescriptum est, 
exequi et tisque ad finem, certis limitibus per omnia observatis. Ipse 
quoque predietus Rud. by testator subscripsisse noscitur in hec verba : 
Ego inquam Rud. by civis Winnensis universa que prescripta sunt 
fideli ratihabicione prosequor protestando , me in omnes eventus 
predictos honestos Viros in repetendis debitis meis proeuratores et ad 
perfieiendum testamentum meum exeeutores fidueialiter statuisse, 
presentes quoque literas sigillo civitatis Winnensis sigillatas eis 
assigAavi, tanquam exeeutorias et procuratorias usque quaqiie, presen- 
tibus ipso domino 0. iudiee et illo et illo etc. Actum anno Domini 
1302. 9 Kai. Jun. cl. Testes H. iudex etc. d}, 

•^ -^ Fol. 18. c. 

Notandum etiam quodliteretestamentalesmagne solent esse, ideo 
de gracili et honesta litera scribi debent. Si autem testator dat alicui amico 
suo plenam potestatem omnium rerum suarum, ut loco sui faciat testa- 
mentum iuxta disbretionem suam, tunc testator nichl testabitur om« 
nino» sed dabit illi, eui dedit potestatem pro se testandi, literas 
tales : 

Ego Rud. ej civis Winnensis infirmitate corporis deprebensus 
publice reeognoseo quod, compos mentis et libera voluntate , omnium 
rerum mearum virumtalem/^ pro me constituo^^ testatorem, dansei ^9 
plenam potestatem, testandi et ordinandi de universis rebus meis, 
mobilibus et immobilibus, habitis et habendis, aceipiendls et venden- 
dis, distribuendis et dispensandis i) post mortem meam, prout ei (vel 
eis , si plures fuerunt) visum fuerit expedire , volens pariter, ut quid- 
quid ipse vel ipsi de rebus meis ordinaverint 1^), pro testamento ultime 
voluntatis post mortem meam debeat ab omnibus reputari. Quod ne 
per alieuius improbitatem impediri possit, presentes ly eis literas dedi 
sigilli mei vel civitatis Winnensis munimine roboratas, testibus 
subnotatis quorum nomina hec sunt: H. etc. Si vero publicum instru- 
mentum dare voluerit, tunc litera ista scribetur: „ex parte rn^ iudicis 
et civium" et erit eadem forma, nisi quod iudex et cives ex sua seri- 
ös conHinetim Z. — h) R. V. — c) presentibua bis Jun. fehlt V. — d) Test«« 
bis etc. fehlt V. — e) R. V. — ^vel, si phires sunt, viros talesZ. — ^^constrtutd 
V. — h) vel eis Z. — i) et alienandis Z. — k) vel Z. — IJ ei velZ. — m^ persona Z» 

5* 



68 

bunt o) persona , et ea que iUe testator de se locutus est in prima 
persona, illa illi loquantur in tertia persona, sie: 

Nos Otto ^) miles iudex cum nniversitate civium Winnensium tenore 
presentium profitemnr, quodRud. c^dilectus concivis noster, egritudine 
corporis preoccupatus, testamentum facere volens sed dolore prepeditus 
non Valens , sana tarnen mente et libera Yoluntate , talem Tel tales pro 
se omnium rerum snarum constituit testatores, dans eis d) etc. 

De Ute in eausa eiTlli e), 

Distinctio V. 

Item notandum, si super aliquibus possessionibus Tel rebus lis 
orta fuerit et contentio ventilata in foro videlicet civili, quia de foro 
ecclesiastieo supra positum est satis lucide, et si per sententiam res 
illa adiudicata fuerit parti uni et abiudicata parti alteri, iudiceS secu- 
lares Tel iudex totum processum cause scribunt suo nomine sub hac 
forma : 

Nos Otto f) iudex et universitas civium civitatis Winnensis g) 
Omnibus Christi fidelibus presentes literas inspecturis cupimus esse 
notum, quod cum quedam lis inter venerabiles hj abbatem et conven- 
tum monasterii talis ex parte una et Ch. i) institorem, concivem k) 
nostrum ex parte altera super iure fundi cuiusdam domus in tali loco 
site diu admodum verteretur IJ, ad nostram tandem presentiam in loco 
pretorii urbani, vel in ecclesia tali, partibus hinc inde constitutis, pro- 
positum fuit ex parte abbatis predicti et conventus, quod ipsi fuissent 
in libera et quieta possessione fundi domus per decem et viginti 
annos et ultra, proprietatem fundi illius ad monasterium suum perti- 
nere asserentes , quod etiam ^) se probaturos ydoneis nj testibus 
afßrmabant. Cum ergo per sentenciam omnium testes producendi 
decernerentur, productique super consciencias suas o^ et iureiurando 
fundum illum ad predictum abbatem et conventum pertinere asseve- 
rarent, et pars adversa non haberet quod contra testium assercionem 
veritate plenam possit excipere : nos per generalem sentenciam omnium 
ad hoc dignorum, eundem fundum predictis abbati et conventui ad- 

a) scribant Z. — b) 0. V. — c) R. V. — d) vel ei plenam potestatem 
etc. per omnia ut supra usque actum anno Dom. etc. Z. — e) Dist VI. V. — 
f) 0. V. — g) N. V. — h) venerabilem V. -- i) C. V. — k) concivem 
fehlt V. — volveretur Z. — m) per V. '— n) yd. fehlt V. — o) suas 
fehlt V. 



69 

iudicavimus, et per viros honestos A. et 6. «? concives nostros eos 
in possessionem misimus corporalem. Super quo actu eis presentes 
literas h) conseribi iussimus civitatis nostre sigilli munimine robo- 
ratas, testibus ydoneis s.ubnotatis, quorum hec sunt nomina etc. Act. 
anno etc. cj. 

De arbitris et de formis arbitriorum d)» Fol. 18. d. 

Distinctio VI. 

Si vero lis non possit terminari nisi per arbitros, tunc talis erit 
forma. Arbiter vocatur ille, quem anibe partes ad hoc eligunt, ut 
litem terminet ey secundum arbitrium suum. Et vocatur vulgariter ein 
schiedmann fj vel si plures, fuerint tunc vocantur schidleut; locus 
pretorii urbani ein achranne ^ ubi videlicet iudicia exercentur. Sic 
ergo scribetis : 

Nos Otto g) iudex et universitas civitatis Winnensis universis 
presencium inspectoribus declaramus, quod cum lis quedaui inter viros 
religiosos hj talis monasterii ex parte una et H. i) civem nostrum 
suosque heredes ex parte altera super circuitu cuiusdam nemoris circa 
locum talem aliquanto tempore verteretur, nee litis talis decisio de 
facili speraretur, tandem ex suggestu proborum hominum partes suas 
hinc inde interponentium pro bono pacis, partes ambe in arbitros 
compromiserunt j)y qui secundum Dei timorem litem illam suo arbitrio 
terminarent. Cum ergo predictiabbas etconventus militem talem pro sua 
elegissent parte, pars vero adversa Rud. concivem nostrum ^) pro se 
nominassent, et in hos duos partes ambe tanquam in legittimos arbitros 
compromisissent ij ipsorum stare arbitrio et hocmj publico iura- 
mento ny firmassent,. tandem predicti arbitri convenientes in hanc 
formam arbitrium emiserunt, ut videlicet predicti conventus et abbas 
prenotato militi suisque heredibus XL talenta Winnensia o^ infra hinc 
et proximum festum sancti Georii pj dare debeant tali moderamine 
interiecto, ut in proximo festo nativitatis Domini XV talenta, in purifi- 
catione beate Marie virginiis XV talenta, in festo q) sancti Georii ry 
decem prefatis militi et suis heredibus persolvantur, ipsum vero nemus 
ex nunc et in reliquum in possessionem predictorum abbatis et con- 

a) E. Z. — h) eis literam V. — e) testibus bis etc. fehlt V. — 
d) Am Rande. Dist. fehlt. — e) termineot V. — f) schiedmam V. — g) 
0, V. — h) abbatem et conventumZ. — i) cognomento militem talem cognomine 
civem nostrum Z. — j) promiserunt V. — k) R. civ. tal. V. — l) promi^issent 
V. — m) idque Z. — n) instrumento V. — o) Winn. fehlt V. — p) 
G. V. - q) dieV. — r^G.V. 



70 

yentus cessit et sub iuste proprietatis tytulo ad eorum monasterium 
perpetuopertinebit. Quod si ante notatam o) peccuniam predictis abbas 
et eonyentus hy circa terminum sibi per arbitros constitutum non 
SQlverint, non solum hoc c^ presens arbitrium cassabitur, verum 
etiam eam^J peccuniam, quam forte iuxta alfquantam porcionem sol- 
verint, omnino perdent«}, et causa /^ cum lite sua in statum pristinum, 
quem ante arbitrium habuit, revertetur. Ne vero alicui calumpnie in 
posterum locus pateat, formam arbitrii presentibus inpressam et 
sigillo nostre civitatis communitam, ipsis arbitris reservandam g) assi- 
gnavimus, ut, soluta peccunia et lite prorsus sopita, litere demum super 
hoc negocio perpetue conscribantur etc. 

Hie notate, quod talis forma non est perpetua quando h) habet 
aliquas condiciones, que si servate non fuerini, litera et arbitrium 
cassantur et causa tota in statum pristinum reducetur i), si videlicet 
peccunia non fuerit soluta. Si autem condicio illa non esset ibi , sed 
scriberetur quod peccunia esset soluta, tunc litera esset perpetua nee 
esset necesse aliam literam perpetuam hy conscribi. 

Notandum *) etiam, quod stricte accipiendo „Privilegium** l) nemo 
debet dare Privilegium nisi princeps, sicut papa, imperator, archiepi- 
scopi, episcopi, regales abbates, reges »9, duces, marchiones ; litere 
vero quas dant abbates simplices, prepositi, comites et «) ministeriales, 
non sunt proprie privilegia, sed vocantur actiones ; tarnen usus in terra 
nostra obtinuit, ut omnes tales litere vocentur privilegia. 

De modo exemplandi literas oj. 

Distinctio VII. 

Item si literam domini pape vel imperatoris vel regis exemplare 
nos contingeret, ista esset forma. NosDei gracia B. Ratisponensis, Cp) 
Pataviensis ecclesiarum episcopi notum facimus universis presentes 
literas inspecturis, quod anno Domini millesimo q) etc. mense Novem- 
bris, domini Honorii pape quarti anno seeundo, vidimus et tenuimus et 
diligenter inspeximus literam domini Alexandri pape quinti serieo 

a) nominatam Z. — h) predictis abbat! et conventui V. Z. — c) hoc 
fehlt V. - d) eam fehlt V. - e) perdet V. - f) causam V u. Z. - g) 
reservandura V. — h) quoniam Z. — i) retruditur Z. — k) perpetuam 
fehlt V. - l) mandatum V. -- m) reges fehlt Z. — n) et fehlt Z. - o) Dist. 
VllL - ;?; iur C vel. Z. — q)^\\\. fehlt Z. 



1} Dieser Absatz gehört io den tractatus de pri?ilegÜ8, unten S. 79 ror Notandum 



etiam. 



71 

bullatam non abolitam, non abrasam, nee ex aliqua sui parte viciatam, 
sed plene et fideliter eontinentem de verbo ad verbum omnia que 
Jnferius sunt expressa. 

Alexander episeopus servus servonim Dei omnia usque adFoi.19.«. 
fiaem, et tunc post totam literam subiungetur: In euius rei testi- 
monium presenti seripto sigilla nostra apposuimus anno et mense 
süperius notÄtis a), Si autem litera imperatoris vel regis transscri- 
benda est, oportet quod scribatur sub sigillis episcoporum vel dueum, 
marchionum vel comitum» quia ^J inferioribus personis yix adhibetur 
fides ut prelatis eccles^sticis vel ministerialibus. Talis ergo erit forma : 

Nos Albertus Dei gracia duxAustrie,H. marchio talis, A<9 comes 
Tyrole notum ^^se volumus dy universis presentes literas «J in- 
specturis, quod anno millesimo etc. mense tali anno IV <> regni 
domini Fr. secundi f) Serenissimi imperatoris Romani 9) et semper 
augusti yidimus, tenuimus et diligenter inspeximus literam imperatoris 
domini Friderici hy serenissimi primi aurea buUa signatam i), non 
abolitam nee abrasam et in nuUa sui parte viciatam, sed plene et 
fideliter eontinentem de verbo ad verbum omnia que inferius sunt ex- 
pressa. Fridericus *^ Dei gracia Romanorum imperator et semper 
augustus, Syeilie et Jerusalem rex ete. usque ad finem litere et tunc 
subiungetur: In cuius rei testimonium ut supra^. 

Notandum etiam, quod quandoque unus ordo totus simul, sicut 
noster videlieet eysterciensis , uno gaudet privilegio generaliter de 
aliquo papa vel imperatore super aliqua gracia vel libertate, et si 
illud Privilegium domus nosi;ra scilicet Paungartenpergw^ 
non haberet sed forsan habere vellet, possemus id de alia domo nostri 
ordinis accipere que illud haberet«? et monstrare illud 0^ ™is magnis, 
sicut duobus vel tribus episcopis, et cum ipsi hoc vidissent et legis- 
sent, tunc nos transscriberemus ipsum Privilegium de verbo ad ver- 
bum p) sub forma predicta, et ipsi episcopi apponerent sigilla ad trans- 
scriptum tale et illud vellemus habere loco privilegii. Hoc etiam solet 
fieri, quando privilegia q) nimia vetustate depereunt, tunc transscri- 
buntur sub sigillis autentieorum virorum sub forma predicta. 

a) nominatis Z. — h) et für quia V. — c) AI. dux Austr. H marchio C 
comes V, — d) facimus V. — ej 1. fehlt Z. — f) domini F sereniss. V. — g) 
Rom. fehlt V. — h) F. V. - i) sigillatnm V. - k) F. V. ^ l) posituifrest 
Z. — m) Poumgartioperig. Z. — n) Für sed bis haberet hat V. blos: id de 
alia domo nostri ordinis acciperet. — 0) illud fehlt Z. — p) de verbo ad 
▼erb. fehlt V. — q) Privilegium V. 



7Z 



Quid Sit proenratio aj, 

DistiDctio yni. 

Notate etiam , quod quando in literis inrenietis hoö nomen „pro- 
curatio^, per illud intelligitur expensa que debetur legatis domini pape. 
Legati enim domini pape possunt exigere a clero procurationem sibi 
debitam iuxta formam quam eis papa constituit, ut videlicet in epi- 
scopatu Pataviensi accipit forte legatns centum marcas 
Tel plus vel minus» et illa peceunia Tocatur proeuratio. Ordo autem 
noster videlicet cystereensis ab huiusmodi pro€|M*ationibus omnimodis 
estexemptus» quia nulli legatotenemurad eontributionemproeuratoriam. 

Dantur etiam maxime a personis seeularibus lüere diffidacionü 
et aisecurationis ^J. Difßdare aliquem per literäs est parti adverse 
eapitales inimicicias obicere; affidare autem et assecurare cj pene 
idem sunt, assecurare cj bominem est certum eum reddere, quod non 
paciatur malum aliquod pro culpa commissa* 

De irreffularitatibas dj. 

Distioctio IX. 

Item in literis sepe occurrit verbum irregularitatis, unde debetis 
etiam scire quid sit irregularitas. Irregularitas est indignitas ali- 
cuius persone propter quam repellitur ab ordinibus saeris vel e) ab 
officiis divinis , ab actibus legittimis. Actus fj legittimi sunt, quod 
homo possit accusare, testificari, militare et similia. Contrabitur 
autem irregularitas quandoque a statu corporis, sicut quando corpus 
nimis est horridum , ut cecus , mutus et surdus et carens naso, vel 
manu, yel quando aliquod yicium est in corpore huic simile ; talis non 
potest promoTcri ad sacros ordines, eo quod corpus babeat inminutum 
vel nimis horridum. Quandoque etiam contrabitur irregularitas ex 
origine generis, sicut quando aliquis nascitur de clerico sacerdote, vel 
F«i. 19 b. moniali velata, vel de servo. Servus vocatur ille qui est proprius ali- 
cuius. Tales, racione fede nativitatis, non possunt promoveri et 
repelluntur a legittimis actibus. Aliquando contrabitur ex genere 
facti, sicut iudex, licet iuste occidat latronem, fit tamen irregularis; 
similiter qui contraxit cum vidua vel qui bigamus est vel si aliquis 

a) Dist. IX. — b) assecutionis V. — cj assecutare« — d) Dist I. — 
e) ab ordinibus saeris vel fehlt Y. — fj autem Z. 



73 

comparuit in facie ecclesie in sollenqini penitentia. In hiis omnibus, 
licet non sit peccatum, tarnen sunt oj irreguläres, et non possunt 
promoveri ad sacros ordines. Infames etiam sunt irreguläres, ut fures, 
saerilegi, sepultorum bj violatores, adulteri, periuri sollempni periurio c), 
pereussorespatrum et matrum, homieide, raptores, incestuosi, malefici, 
venefici, heretiei , symoniaei, in fide quoque suspecti, apostate a fide 
vel ab aliquo ordine. Isti omnes infames sunt et ipsa infamia excludit 
eos a legittimis aetibus et ab ordinibus sacris. . Sed notandum quod 
aliud est infamia, aliud infamaeio. 

Quid 8Ü infamaeio. Infamaeio est et vocatur, quando aliquis de 
aliquö predietorum criminum in£amatur vel potius inculpatur et est 
in ore omnium hominum et tamen super eum nichil est probatum legit- 
tima probacione. Et hocdj Christus et Maria virgo et apostoli et multi 
alii inculpati sunt et infamati. Et talis infamatio non solum nichil obest, 
sed etiam multum prodest iustis, quia äuget eis meritum ipsorum. 

Quid 8Ü infamia, Infamia vero est quando aliquis aliqaod 
predietorum criminum fecit et hoc in notorium transiit. Notorium 
autem est triplex, videlicet per sententiam, per confessionem in iudicio 
extortam ej, et per rei evidentiam. Crimen notorium fit per senten- 
tiam, quando aliquis in iudicio accusatus reus esse convincitur legit- 
timis documentis et sententia contra eum profertur, talis iam per 
sentenciam notoriam criminosus et infamis habetur. Secundo per 
confessionem fit crimen notorium, quando aliquis in iudicio sie urgetur 
quod crimen confitetur; talis statim per confessionem infamis esse 
dicitur. Tercio per rei evidenciam fit crimen notorium, sicut si aliquis 
fuisset leno vel hystrio XX annis et hoc notorium esset populo , talis 
esset infamis, nee per sententiam nee per confessionem propriam sed 
per rei evidentiam, quia crimen suum constaret multis per rei fj 
evidentiam. Ita ergo, ut predictum est, aliquis potest esse infamatus, 
qui tamen non est infamis, sicut Christus et multi sancti, sicut pre- 
dictum est. 

Ouid Sit preseripeio gj, 

DistiDctio X. 

Item quia nomen prescripcionis in literis aliquando invenitur, 
notate quid sit prescriptio. Prescriptio est ius quoddam äJ, quodaccipit 
robur et firmitatem ex longitudine temporis et solet fieri in rebus 

a) fiunt Z. — 6J sepulerorum Z. — cj periurio fehlt V. — d) modo xu 
ergfinzen. — ej exorttm Z. — ^ facti Z. — g) Dist XL — h) quodtam Y, 



74 

inmobilibus, sieut in possessionibus«^ ^t decimid et similibus. Ia iure 
autem urbano fit preseripcio tempore XXX annonim ; sicut si aliquis 
per triginta annos possedit agrum vel predium c(uiete et sine omni 
petieione , ille post hee yendiearet sibi illam possessionem iure pre^ 
scripcionis, nee aliquis actor posset eum inpetere, quia ille prescrip- 
sisset ei tempore XXX annorum. In iure autem ecelesiastico nisi in 
XL annis potest fieri preseripeio, unde qui rem alienam per XL annos 
sine interrupcione et omni actione possedit, ille iam iure preseripcionis 
rem illam teuere perpetuo poterit. Contra Romanam tamen by eccle- 
siam non fit preseripeio nisi in centum annis, pro eo quod ipsa c) est 
dignissima ecclesiarum omnium et mater. 

Exiguntur autem quatuor ad veram prescripcionem: /Vtnitimest 
bona fides , ut videlicet ille qui prescribit Credat rem illam vere esse 
suam, vel in reritate illum eredat fuisse verum dominum rei illius. qui 
Fol. 19 «. sibi eam tradidit, et habuisse ius eam sibi dandi, licet Torte erret in 
facto ; hec autem bona fides semper presumenda est, nisi probetur 
mala, sicut et ignorancia presumitur quamdiu scieneia non fuerit pro- 
bata. — Quod si ille qui tibi rem tradidit habet malam fidem, tibi non , 
nocet, dummodo tu dj credas eum habere bonam fidem. Adhuc etiam 
bonam habes fidem, quando dubiam habes conscienciam de re in qua 
prescribis. Secundum est iustus tytulus. Tytulus vocatur in prescrip- 
tione illa causa ex qua incipis rem possidere, videlicet emptio vel per- 
mutatio, vel donatio, vel aliquid simile. Est enim emptio vel permutatio 
vel donatio tytulus quo tu rem illam tenes in qua prescripsisti : aut enim 
ipsam emisti, aut conmutacione alterius rei ej conparasti, aut dono eam 
ab alio accepisti. Necimpeditprescriptionem si tytulus fj non sit forte 
omnino iustus, dummodo ipse tytulus sufficiens fuerit ad hoc quod per 
eum incepisti rem possidere; verbi gracia: Posito quod aliquis epi- 
scopus donet monasterio nostro deeimas vel ius montanum vel aliquam 
possessionem aliam, et det nobis literas donacionis sue gj confirmato- 
rias, iam ista donacio est tytulus quo nos incipimus rem illam 
possidere. Si ergo illas deeimas per XL annos quiete et sine contra- 
dictione possideremus , tunc prescriberemus in illa possessione quod 
amodo non possit nobis aulferri in perpetuum tytulo donationis, et, 
licet tytulus sufficiens esset ad dandam causam prescriptioni , non 
esset tamen iustus tytulus , pro eo quod canones dicunt, quod nuUa 
a) sicut i. p. fehlt V. — bj enim V. - cj ea Z. - dJ tu fehlt V. — 
ej eam Z. — ^ tyt. aliquanda non sit iustus, vel omnino iustus V. — ^^se« Z. 



75 

donacio episcoporum ralet quam faciunt sine consensu capitulorum 
suorum. Unde, quando ista donacio non est facta de consensu capituli» 
tytulus non est iustus. Et licet non sit iustus, sufficiens tarnen est ad 
dandam prescripcioni occasionem, si enim tytulus omnino esset iustus 
et certus, tunc non esset necessaria prescripcio. Tertium 
est quod vult habere prescriptio, videlicet quod res illa in qua 
prescribitur fuerit in continua , possessione a^ per XL annos usque 
ad finem prescripcionis , et quod per oihnes annos illos nunquam 
renerit in possessionem alterius. Quartum est quod vult habere 
prescripcio scilicet ut res illa, in qua prescribitur, sit prescriptibilis, 
id est talis nature, ut in ea possit fieri prescripcio. Sunt enim quedam 
res , que non possunt prescribi , etiam si teneantur mille annis, sicut 
limites provinciarum, dyocesum et parochiarum; et sicut fundus quem 
colonus colit, et sicut vie publice, et sicut quedem insignia Romane 
ecclesie, et sicut decime in quibus laycus non potest preseribere. 

De inierrupcione prescripcionis ^). Notandum igitur, quod 
prescripcio interrumpitur et cassatur multis modis, videlicet per syno- 
dalem proelamacionem, quando ille contra quem prescripcio laborat, 
in synodo eoram episcopo et clero proclamat rem illam esse suam, 
in qua erit c^ prescripcio. Secundo interrumpitur per executoriam con- 
vencionem, quando prescribens aliquod pactum et convencionem 
intrat cum illo contra quem prescribit, quia tunc videtur 
abreaunciasse virtuti prescripcionis. Teroio per recognicionem debiti, 
quando recognoscit se debitorem illius contra quem prescribit Item 
quartQ interrumpitur per fenoris solutionem, quando is qui prescribit 
solvit illi contra quem prescribit d) aliquam pensionem de perceptis 
fructibus. Item quando currente prescripcionis tempore Privilegium 
donacionis impetratur, quia qui Privilegium impetrat malam fidem se 
habere demonstrat. Item fit interrupcio quando is contra quem pre- 
seribitur libellum querele offert, si videlicet non audeat agere contra poi*^^^ 
prescribentem propter eins potenciam. Potest tamen, prescripcione 
finita, impetrari Privilegium confirnäacionis super re illa, in qua 
prescriptum est, nee per hoc ipsa prescripcio infirmabitur, sed robora- 
bitur. Et plane quitquid est iUud «J per quod prescribens recogno- 
scit se habere malam fidem, per hoc interrumpitur prescripcio. 
Similiter ex parte prescripti , quitquid illud est per quod prescriptus 

a) prescriptione V. — h) Dist. XU. — c) currit 1, -- d) solvit bis pre- 
scribit fehlt y. -> ej illud fehlt Z. 



76 

litem moyet prescribenti, prescripcione nondum finita , per hoc ipsa 
prescripcio intemimpitur et cassatur. Cum ergo prescripcio finita 
fuerit, et post XL annos prescriptus rem repetere voluerit et conten- 
dere, tunc preseribens nichil aliud allegare debet pro defensione sua, 
quam prescripeionis perfeete sufficiens tempus, id est tempns quadra- 
ginta annorum Tel eontinuacionem possessionis XL annis. — Nec^J^ est 
cautum allegare tytulum quod diceret: Ego possideo tytulo empcionis, 
donacionis vel eommutaeionis , quoniam qui tytulum allegat ipsum 
cogitur probare, quod diffieile est. 

De annis Donüni bj, 

Dtstinctio XL 

Notandum etiam, quod anni cj ineamacionis debent scribi in 
omni litera cuius datam ignorare non licet» sicut sunt litere diversorum 
contractuum, sicut quando fiunt ea que sunt aliquo modo de genere 
contractuum , ut possessionis alienacio et ut dj fit in precariis , in 
feodis, in commodato, in emptione vendicione, in debitorum solutione, 
in ordinacionibus ej, in testamentis» in ecclesiarum dedieacionibus» in 
locacione , in conduetione f), in rerum permutacione , in impignora- 
cione» in fideiussionibus, in literis questuosis, procuratoriis , inliteris 
emissoriis , quas ferunt religiosi qui emittuntur a prelatis suis ad alia 
loca, in quibus etiam scribi debet quamdiu ipse litere raleant. In 
iteris etiam arbitrorum confirmacionum , libertatum, graciarum, in 
literis etiam aliarum accionum quibus convenit sciri quando fuerint 
acte. Sed inpossibile est sub certo numero comprebendere omnes 
literas in quibus anni Domini sunt scribendi , unde oportet quod ex 
qualitate rerum que scribuntur hoc perpendas; verbi gracia: Si 
monachus Tel conversus mittendus esset ad aliquod iudicium ecclesia* 
sticum vel civile , ut ibi ageret causas monasterii sui , si illi daretur 
litera procuratoria obmissis anni Domini , tunc pars adyersa posset 
calumpniari literam dicens „frater! ista litera forte scripta est ante XX 
annos vel amplius , unde non pot^s esse yerus procurator monasterii 
tui, quia litera procuratoria non continet tempus quo data est^. 

De differentia inter datum et actum. 

DistiDctio XU. 

Notandum etiam, quod est differencia int<»r datum et actum. 
Datum quidem inportat solummodo tempus in quo litera datur, actum 

aj non V. - bj Dist. XIII. - cj domini Z. - dj ut fehlt V. — ej dona- 
cionibus Z. ^ fj conditione V. 



77 

autem inportat tempus in quo ea facta sunt super quibus litera datur- 
Solet ergo actum precipue scribi in literis contractuum, ubi videlicet 
contrahens et is cum quo contrabitur mutuas habent actiones. Datum 
vero scribitur in literis graciarum et donacionum, ut sunt litere indui- 
genciales et questuose et in literis procuratoriis et emissionis, üb* 
nuUa actio est inserta. In quibusdam tarnen literis utrumque scribi 
debet sie : actum et datum anno Domini millesimo etc., cum videlicet 
in litera aliqua actio agitata exprimitur et tempus nich^ominus con* 
Scripte litere ignorari non licet. 

Forma credentiaram a). 
Distinctio XIU. 

Litera credencie datur, quando is, qui mittit nuntium, non vult vel 
lon audet secreta sua literis conmittere, timens quod litere possunt 
casu amitti vel legi , unde conmittit nuncio in os et in pectus suum 
qnod loqui debeat et super eo dat sibi hy literam credencie et harum 
formam poteris formare breviter in hec verba : 

Frater 0. talis loci prepositus dilecto in Christo tali personeFo!.20«. 
salutem cum omnimoda caritate. Discrecioni vestre fratrem H. con- 
versum nostrum cum literis credencie ad vos destinamus, petentes et 
rogantes, quatenus in hiis que ex parte nostra retulerit, curetis 
tanquam nobis ipsis in omnibus fidem credulam adhibere. Cetera 
lator cj. 

De iure adToeatiaram d)^ 

Distinctio XIV. 

Screndum autem quod advocatus multis modis dicitur et intelli- 
gitur, quandoque ille advocatus vocatur, qui in foro iudicii ecclesiastici 
verbum loquitur pro actore et reo. Actor vocatur ille, qui querelas 
movet super aliquo; reu8 vocatur ille, contra quem querela movetur, 
non quod semper sit reus, sed quod actor habeat cum pro reo. 
Quandoque etiam advocatus secundum consuetudinem aliquarum 
regionum vocatur ipse iudex, sicut est in Moravia consuetudo; 
aliquando e) advocatus vocatur ille, qui ex aliqua eausa tenetur defen- 
dere ecclesias et possessiones earum, vel viduas, vel quoscunque 
homines, habentes defensiones necessarias, sicut principes seculares 
et eorum vicarii. Et tales advocati aliqua iura vendicant sibi in posses- 
a) Dist. XIV. — b) ei Z. — c) cet. lator fehlt V. — d) Dist. XV. — e) etiam Z. 



»8 

sionibus et personts quas tenentur defendere, sicut censum aliquem 
et pernoetacioaes et steuras. Et de illis dicitur, quod ad eos pertineant 
iure aduocatie. A talibus tarnen ordo noster exemptus est, quo- 
niam nullius advocatus potest sibi in rebus nostris tale ius yendicare. 
Jus advocatie etiam voeatur illa proprietas , quam babemus in 
moate aliquo, qui mens cum noster sit proprius, hü qui vineas in 
eo excolunt» coguntur nobis servire a^ non solum vinum sed etiam 
denarium; ef Uli denarii Toeantur vogtphennig ^J. 

Quid Sit eensus. 

Distinctio XV. 

Notandum etiam, quid inportet hoc nomen eensus, ubi notandum, 
quod est eensus duplex, yidelicet stabilis et instabilis, vel mobilia, vet 
inmobilis. Inmobilis eensus est, qui semel inpositus inmobiliter per- 
severat, nee augendus yidelicet nee minuendus, sicut ^est eensus qui 
solvitur de precariis yel de iure montis ; isti enim non solent mutari 
de anno in annum , nisi ex magna aliqua necessitate. Census autem 
roobilis est duplex: est enim quandoque^arac^/tn^«, sicut est eensus, quem 
princeps aliquis suis indieit ciyitatibus, nunc multum nunc mediocrem, 
prout tunc sibi placuerit — census conventicius est, qui datur de cj 
aliqua re per convencionem, sicut de aliqua domo in aliqua ^^ ciyitate; 
qui non secundum unam formam solyi solet «^, sed aliquando 
convencio fit de maiori peccunia, quandoque de minori, et ideo talis 
census, qui per annuam conyencionem renoyari consuevit, dicitur con- 
venticius. 

Ineiplt traetatns de prtvilegiis. 

Distinctio XVI. 

Sequitur de formis privilegiorum. Igitur Privilegium est libertas 
secundum ius vel preter ius commune a principe concessa alicui^ 
ecclesie vel collegio , vel communitati fj, vel alicui private persone« 
Privilegium secundum ius est , cum datur alicui episcopo per Privi- 
legium generalis causarum cognicio gj in sua provincia vel dyocesi, 
quarum quedam de jure communi sedi apostolice cederent audiende; 
Privilegium preter ius est, ut cum alicui prelato ex privilegio talia 
insignia conferuntur, que ius commune generaliter non admittit. 

aj deservire Z, — ^^ advocatie id est votpfennig Z. — cj ex V. — d) um 
V. - ej debet V. — f) vel coli. v. com. fehlt V. ^g) coadicio V. 



79 

Contra ins vero Privilegium dari non consuevit, nisi forte ab hiis, qui 
sunt supra iura, ut est papa et imperator. 

Notandum^) etiam, quod privUegia strieti iuris sunt, hoc est, 
quod nichil ex eorum intelleetu haberi potest nisi quod in litera ipsius 
textus continetur, nee in eis argumentacio a maiori ad minorem 
locum habet, vel e converso; rerbi graeia si habes ex privilegio 
quod baeulo pontifieali uti possis, ex hoc non sequitur quod etiam 
uti possis infula vel pallio; et sie de similibus. 

Privilegiorum alia sunt personaliaf alia localia, quedamFoi.aob. 
perpetua» quedam generalia et quedam spedalia. Personale Privi- 
legium est, quod alicui persone conceditur quamdiu vixerit, et in hoc 
exprimendum est nomen eius cui datur Privilegium; locale est quod 
alicui loco conceditur ab aliquo principe, vel ecclesie vel eommunitati 
civitatis alicuius«^, et in hoc exprimitur nomen ecclesie illius, vel lo6i 
cui datur Privilegium. Privilegium perpetuum est quod indefinite ex 
principis beneplacito accipit robur perpetue firmitatis; et in tali privi- 
legio non ponitur proprium nomen, nisi loci cui datur et eius rei que 
datur, ut: „Nos F. imperator damus ecclesie Pataviensi talem comi- 
tatum vel tala castrum perpetuo possidendum". Temporale Privile- 
gium est cuius valor et firmitas certo comprehenditur temporis inter- 
vallo , vel certo principis beneplacito reservatur. Verbi graeia , ut si 
imperator dicat: Notum esse volumus et presentibus declaramus, 
quod dilecto principi nostro B. ^) Pataviensi episcopo et ecclesie 
ipsius concedimus dignitatem talem ad decem dumtaxat annos libere 
possidendam, vel quamdiu id de nostra fuerit voluntate, vel qoamdiu 
ipsam concessionem non duxerimus revocandam. Generale Privile- 
gium est quod sine proprio nomine personam illius cui datur tangit 
sie: Notum facimus, quod nos talem locum vel talem libertatem con- 
cedimus dilecto principi nostro N. Pataviensi episcopo et eius ecclesie 
et tale Privilegium semper perpetuum esse solet. Speciale Privilegium 
est, in quo ponuntur propria nomina tam dantis quam recipientis in 
salutacione. Itaque notandum, quod in perpetuis privilegiis semper in 
principio ponendum est „In nomine sancte et individue trinitatis 
amen. F. Dei graeia omnibus in perpetuum etc. **; quod etiam in 
localibus et generalibus perpetuis fieri solet In personalibus autem 

a) vel comm. elv. al. fehlt V. - h) B. feWt V. 



1) Vergl. oben S. 70 Anmerkung 1. 



80 

et temporalibus et spiritualibus oon consuevit hoc fieri, eo quod in 
eisdem nullius perpetuitatis menlio sit habenda. 

Notandum etiam, quod hoc principium : „In nomine sancte et 
indiridue trinitatis** in pririlegiis non solet scribi longis literis, nisi in 
privilegiis imperatoris et domini pape; in aliorum«^ privilegiis quando 
scribitur, parvis literis scribetur. Notandum etiam, quod perpetua 
privilegia maxime clero et ecclesiis conferuntur *^, quoniam iura 
• ecelesiastiea deeet esse perpetua et ideo ibi additur „in perpetuum**. 

Inter privilegia domini pape et imperatoris nota differenciam. 
Papa in suis privilegiis raro, immo nunquam premittit: In nomine s. 
etc., sed ita ineipit: Gregorius episcopus etc. universis Christi 
fidelibus in prepetuum et fine in loco testium ponetur subscripcio 
cardinalium, deinde anni incarnacionis sicut infra patebit; in privi- 
legiis autem imperatorum vel regum Romanorum perpetuis primo 
semper premittitur „In nomine sancte et ind. etc.", in quorum fine 
principes ac alie excellentes persone ponuntur loco testium, post 
quas dicet cancellarius : et ego talis magister vel talis episcopus, 
imperialis aule vel regalis cancellarius recognovi. 

In aliorum principum cuiuscunque condicionis perpetuis privile- 
giis primo pulchre premittitur „In nomine sancte et individue 
trinitatis**, sicut predictum est, et omnes alie differencie servantur in 
hiis que imperatorum et regum Romanorum servari solent , excepto 
solo quod in eisdem nee recognicio nee subscripcio habet locum; sed 
ordo testium ponetur simpliciter et post annos incarnacionis in fine 
omnium dici potest: „Datum per manus Johannis notarii". 

Notandum etiam, quod in omni privilegio perpetuo ponendus est 

Fousoc. annus incarnacionis , Kaiende , Idus, None, Indictio, Concurrens et 

Epacta, quod in temporalibus et personalibus non requiritur, ut patebit. 

Forma igitur privilegiorum perpetuorum talis est: primo salu- 
tacio premittitur secundum differencias prenotatas — deinde sequitur 
arenga c^ que loco exordiorum in privilegiis ponitur; ita si est 
arduum negocium — deinde eins cui datur beneficium causa curialiter 
debet poni— deinde idem beneficium plane et lucide vult exponi,ut 
nichilsubaudiendum,nichil subintelligendum relinquatur — deinde pro- 
testacio eins, qui dat Privilegium — in fine, si tale est d^ negocium, 
ponatur pena transgressorum et postea testes et postea anni incar- 

a) aliis V. — h) confirmaotur V. — c) aregna V. In Z. fehlt das Wort 
und es ist eiae Lücke dafär gelassen. ~ d) est fehlt V. 



81 

nacionis et kaiende, precipue in temporalibtis et persooalibus privile- 
giis» quid in aliis plus oportet poni, ut predictum est. 

Est autem arenga » o,J ut predictam est in anterioribus » apta 
et oensors yerboram posicio auctoritate aluiua , si dictatori plaeuef il^ 
inserta* Qae ita premitti debet et d)tinere locum siram» ut a se«pie»tf 
owtoria non discrepet nee bj diseordet, immo per omoia sibi parem 
<adat fi^sam eins. Arenga o^ ergo eurialiter premissa ponetur causa 
Jbeoeficii vd prinlegii quod donatur; yeri^i graeia: Si aliqua ecdesia 
apostoUee sedi phis esse consuevit devota et dominus papa propter 
hoc eidem yult conferre eliquam prerogatiram, expedit, ut in ipso 
privilegiodevocioniseiusfaciatmencionemc^. Similiter si Imperator aut 
rex Romanorum vel atter prineeps ob servieium sibi factum aliquod 
dat Privilegium, in ipso privilegio eiusdem servicii memor erit. 
Postea beneficii seu gracie concessio debet poni» annexa eiusdem 
donacionis vel collacionis protestacione, in qua sane protestacione 
sigilU mentio fiet; et boe in perpetuis privilegiis. 

In papalibus ergo privilegiis qualibuscunque bulle mencio nun^ 
quam fiet, quia standum est prescripcionl cardinalium dj et sufficit 
quod buUa fidem faciat oculatam ej, — Si Privilegium in^eratoris 
sigillandum est buUa aurea, sie dicetur: „Quapropter presens Privi- 
legium f) bulla aurea, typario nostre maiestatis inpressa iussimus con- 
muniri**. Si non est bulla aurea, dicitur simpliciter: „presens privile- 
gium sigillo nostre maiestatis fecimus conmuniri^. 

Item g) videndum est de penis transgressorum, que licet non in 
Omnibus privilegiis, tarnen in multis locum habent. 

In privilegiis igitur papalibus, quia spiritualia sunt, spiritualis 
pena debet poni, et inde per omnia mos invaluit bic in eisdem: «si 
quis igitur ausu temerario contra haue concessiouis nostre paginam 
venire presumpserit, indignacionem omnipotentis Dei et beatorum 
Petri et Pauli apostolorum eius atque nostram se noverit incurrisse". 
In privilegiis autem imperatorum ae regum Romanorum, quia dantur 
super temporalibus et terrenis transgressoribus, subsequenter pena 
temporalis et materialis debet poni hoc modo : „qui contra prescripte 
gracie sSb concessionis nostre gr^ciam venire presumpserit, centum 
libras auri se compositurum soiat, medietatem videlicet oamere nostre 

a) «regna V; Mit in Z und e» ist «ine Lueke 4iaför 'gelMeen. ^ bj aut Z. 
t) «lenMonem V. — dj tardmn für card. V. — ej occaHafm V. — ^ privi- 
legii y. — g) nunc Z. 

Fontes. Ab»«i- H- B<1 XXV. 6 



82 

et reliquam passis iniuriam persolvendam**. — In privilegiis vero 
ecclesiasticorum principum ista pena prevaluit, scilicet: „ne quis 
autem interyeniat , sub anathematis interminacione districtius 
inhibemus*'. — Principum vero laycorum privilegia circa penas 
ponendas arbitraria sunt et ad placitum, secundum qued requirit 
Status negocii et qualitas personarum. — De tesiium vero poneiane 
istam differenciam notabis, ponendo scilicet, sicut necesse est, primo 
clericos secundum differencias et ordines dignitatum, deinde laycos, 
Fol. 10 d. in quibus dignitatum differencias non obmittas, ut per omnia ordinem 
observes inter clericos et laycos, dominos et vasallos. 

Papalis priTilegit.exeMplui perpetil. 

bistiiicUo XVII. 

Gregorius episcopus, servus servorum Dei, uniyersis Christi 
iidelibus in perpetuum. Cum intra sanctam ecciesiam quamplures 
hodie per gradus felicissime ascensionis , quibus ordinata caritate ad 
thronum eburneum«^ reclinatorium veri Salomonis^^ ascenditur, per 
religionis sacre introitum attingere videantur<?^, ubi, postposito libere 
voluntatis arbitrio, servire Domino in timore et ambulare coram ipso 
in iusticia se et sua abnegantes eligunt, volentes dj pocius obedire 
humiliter, quam negligenter amitteredies paucissimos rite huius: nostra 
interest ex officii debito pastoralis, religiosam vitam taliter eligentibus 
non deesse, sed prestare ej subsidia, quibus facilius appetant sempi- 
terna. Hinc est , quod sancta Romana ecclesia , cui auctore Domino 
licet inmeriti presidemus, a retroactis temporibus in gradibus ordinum 
Cystercensium religionem, cum propter celibem ipsius conversacionem, 
cum jiropter caritatis opera, que per hospitalitatis graciam extendit 
ad proximos , cum propter devote subiectionis humilitatem, qua se 
idem ordo sedi apostolice frequenter humiliat Q et coaptat, ceteris 
ordinibus pretulit et amavit. Nos itaque sanctorum patrum predeces- 
sorum nostrorum, qui copiose libertatis privilegio dictum ordinem 
ditaverunt, vestigiis inherentes, damus et concedimus ordini memo- 
rato exnunc et in perpetuum consueta sedis apostolice auctoritate^^, 
quatenus de agris novalibus , quos propriis excolit laboribus et cx- 
pensis , nulli hominum hj omnino ad dandas decimas teneatur i) 

a) eburreum V. — bj Salemonis V. — c) videatur V. Z. ■— dj volentes 
fehlt V. — ej temporalium Z. —fj bumilitat Z. — ^^ So ¥ und Z für ]ib«ralitate. 
— h) nulluni hominum V. nullum hominem Z. — (^ teneantur V und Z. 



83 

et uniYersalem ipsum a) ordinem quo ad ius decimale petendumi 
inmunem esse volumus et exemptum. De maturo tratrum nostrorum 
consilio et eonsensu, ae subscripcione unanimi eorundem decernimus 
igitur et pres«ntis auctoritate privilegii inhibemus , ne quis predictum 
ordinem contra hanc coneessionis nostre paginam in huiusmodi gracia 
modo quolibet audeatmolestare. Si quis vero audeat contrarium attemp- 
tare sive humilis sive alta, si,ve persona ecelesiastica fuerit vel mun- 
dana, indignacionem omnipotentis Dei etbeatorumPetri et Pauli aposto- 
lorum atque nostram ipso facto se noverit incurrisse. Dat. etc. ^), 

F«rma priyile^i imperatoram ae Bomanoram regnm perpetni c). 

In nomine sancte et individue trinitatis amen. R. divina faveiite 
gracia Romanorum imperator vel rex et semper augustus omnibus in 
perpetuum. Romanum Imperium , ad tuicionem fidei et diversarum 
gencium moderamina per cum qui celestia simul et terrestria mode- 
ratur, filium summi regis, qui condidit regna et firmat imperia, 
summe dispensacionis munere constitutum, ordinacione divina robur et 
regimen sue dignitatis accepit, ut subiectos sibi populos in opulencia 
pacis etfavore iusticie foveat, fidem provehat*^, perfidiam persequatur, 
humiles protegat, superbos humiliet, fastuosas oppressiones relevet 
subditorum et desuper sortem iustorum virgam auferat iniquorum. 
Eapropter noverit presens etas et futura posteritas , quod nos, atten- 
dentes quam fideliter et devote cives Winnenses, dilecti devoti nostri, 
nostrum et imperii dominium sunt amplexati, considerantes etiam «jf, 
qualiter iidem cives fide sincerissima se nobis et imperio allegarunt, 
predictam civitatem et cives eiusdem in nostrum et imperii recipimus 
perpetuo dicionem, ut amodo in nostris regum et imperatorum 
nostrorum successorum manibus teneantur et quod nunquam per 
eoncessionem ^ alicuius beneficii de nostra et imperii amodo trans-Fo»-2i *. 
eant potestate, quin pocius speciali nostro et imperii munimine, 
munificencie nostre privilegiis libertatum et bonarum approbacione 

a) ipsius V. — h) Ego Jobanoes presbiter cardinalis talis tytuli subscribo, 
Ego Petrus dyaconus cardinalis saacti Laurentü subscribo et sie de singulis. Ac- 
tarn anno Domini, niense,indictione,concurrente, epactatali. — Hunc modumpos- 
suRt habere omnes principes eeclesiastiei in perpetuis privilegiis, excepto quod 
salutacionem ponent, sive: In nomine sancte etc. omnibus in perpetuum, obser- 
▼atispropriis tytulis dignitatum. Z. — Dieselbe Formel kehrt unten V. Fol. 81 d 
wieder, doch fehlt auch dort die testium subscripeio, Actum etc. — c) perpe- 
tuum V. — d) proveheat V. — e) insuper 1. ■- f) pro concesslone Z. 

6* 



84 

conduetudinum quasi pro t^) fidei eorum pigfiore velud murorum pro- 
pugnaculis muniantur. Stataimus igitur et presentU privilegii luctori'- 
täte hj sanecimus» quatenus nullu« iudex a nobis vel ab aliquo 
successorum nostrorum ibidem pro tempore constitutus nostra rel 
alicuius successoris nostri suate cy presumat auctoritate taUias seu 
precarias in predictos cives facere , nee eos inpetere successoribos 
«xbibendum, nisi quod et quantum dare voluerint spontanea voluntate. 
De innata quoque elemeneia sedis nostre, que paoem etiusticiam 
comitatür d) in principe, decernimus et mandamus» ut quando aliquiB 
civium Winnensium naufragii casum incurrerit« res suas, quas ab 
impetu torrentis manus hominis asportavit, libere possit fepetere et 
habere a quolibet detentore » cum indignum Censetonus et penitus 
inmisericorditer, reliquias naufragii detineri per hominem, quibus 
rapacis fluminis seviens unda dinoscitur peperdsse. Statuimus igitur 
et presentis auctoritate privilegii inhibemus^ quatenus nullus dux, 
marchio, comes, advocatus vel aliqua persona ecciesiastica vel mun- 
dana, humilis vel sublimis contra prescripte concessionis nostre 
graeiam e) venire presumat. Quod si presumpserit centum libras auri 
in temeritatis vindictam compositurum se sciat^^, ut supra. Dat. *)• 

Fa»a simplieiu principu in eisdem privUegUs peqietsis. 

1209 In nomine sancte etc. L. 9) Dei gracia dux Austrie et Styrie 

jio.3i. universis Christi fidelibus in pei^etuum. Quoniam quidem noi^ est 

potestas nisi a Deo , expedit in potestatibüs precipueque in sublimi- 

tate principali constitutis, Deum semper habere propicium» in cuius 

a) p«r y. -- b) auctoritaU fifehlt V. ^ t) ftunnfe V. ^ d) <»omitaatar V titid 
Z. —^ e) et tenorem Z, ^ f) itiedietatein seilicei fiseo nostro et reliquatti passis 
iniuriam persolrendam. Ad quorum ut supra Z. — g) Leupoldua Z. — 

1) Das «ind Bruchstücke des Freiheitsbriefes, den Lnmbacher fnterregouiD, Anhang 158 
bis 16? aus dem grossen Cöpialbuohe der Stadt Wien mit Verbesserung^a, beugen 
und Datum (nicht 24., sondern 20. Juni 1278. Boehmor Reg« imp. inde ab a 1246 etc. 
Addit. 1. p. Xyi.) aus einem ehemals in Neustadt, jetzt in Wien befindlichen (Hofbi- 
bliothek Salisb. 416) Codex herausgegeben hat. Der Minebener Codex des Baumgar- 
teuberger Formelbuches hat übrigens ausser dem tob ans aus V und £ mitgetheilten 
Text noch den Hinweis auf das angehängte Majestätssiegel und die offenbar willkfirlich 
hinzugefügten Zeugen: H. archiepi Colon., Ch. Moguntinetisis, H. dux Saxooie etc. et 
aiii quamplures. Roi'kinger Briefsteller und Forraelbücher des XI.— XIV. Jahrhun- 
derts p. 786. — Wenn man bedenkt, dass Rudolf hier Imperator vel rex heisst, und dass 
das Privileg Friedrich's II. für Wien vom Jahre 1237 dasselbe Exordium hat wie hier, 
and unsere Bruchstficke enthält , so kann man wohl geneigt sein hier statt R im Anfange 
FR SU lesen und AHes auf Friedrich II. zu beliehen. Vgl. im Folgenden St 86, Anm. 2. 



SU 

manu sumus nos et potestas nostra. Nimirum etsi multis magnisque 
detenti «) negöciis digne ipsi ut oportet servire ac placere non pos^U'- 
inus,possumus tarnen et debemus famulantibus ei et placere studentibu9 
cooperari in bonis, eosque tuendo, fovendo ac manutenendo Deitati^ 
propicidcionem perpetuam promererl. Quapropter inter alios Dei 
famulos sub nostra dicione constitutos fratres quoque talis loci 
Cystercensis ordinis^JJ domino Deo iugiter servientes numeramus et 
conscribimus, eorumque et in presens quieti et securitati in posterum 
presentis privilegii munimine providemus, universas eorum posses- 
siones et predia, que in presenciarum obtinent et in posterum iustis 
modis poterunt adipisci volentes non solum esse ab adversariorüm 
vexacione quieta , sed ab omni advocatorum exaccione iure perpetuo 
libera et quieta cj, Constat enim et in placito nostro tali die vel djf 
loco babito ^J ex sentencia perquisitum et inventum est , omnes 
Cystercenses professores tale ius ex antiquo babere, ut nee ipsi nee 
ipsorum predia ulli advocato quitquam solvere debeant, sed nee advo- 
catum ipsis habere liceat, nisi defensorem principem ipsum fj qui 
est capud terre in qua quique eorum degunt, et hunc solam^^ Dei 
retribucionem^^ debere expo^eere et tenere. Propter quod predictis 
fratribus ius ipsum sie conseryari a^ constare decernimus , ut neque 
adyocati^ neque defen&ores nichil^^ super eos aut eorum posseasiones 
habere quitquam ij debeant ^ , nisi nos et in principatu nobis succedentes 
aut cui ad tueudum eos iniunximu« vices nostras, qui tarnen, $i uomen 
advocati habere, si ius advocati exigere sive aliis modis eo3 gravare 
¥oluerit, reicere eum et a uobie ajium petere iuste possunt, Ut igitur 
euncfa becrata inconvulsaque pereoni stabilitate consistant, presentem 
paginam sigilli no&tri impre»sione fecimus communiri 9 D»tam etc. <). 

Forma prlrilegii personalis f^^. 

Rudolfus Dei gracia Romanorum rex et semper augustus dilecto 
devoto tali comiti vel baroni graciam suam et omne bonum. Etsi ad foi. 21 b. 

fij detenti9 V. — bj für talis loci etc. ^m Baumgartenberge'' Kuri ], c. — 
cj exempta für quieta Z. — 4J die vel fehlt Z, — e) lur tali loco «Mutarn'< 
Kurs I.e. — ^ ipsum jpsum V. — g) sola retribucione V. — h) defeosoris nomen Z. 
— i) qoitqiiam Z. -^ ür^ debeat T und Z, wo es auch richtig ist. •*- IJ Testes 
sunt ülrieus com es de Clam, H. de Chunring et alii quamplures. Actum 
a. Domini, per omnia ut supra, per manus Ulr. notarii. Z. ^ m) Dist. I. V. 

i) pie^e IJrliHQde iat uaoh d^m jeUt in l^ipz befiadlichen Qrig-inal {^edrapkt I^ei Kurz, 
BeitrSge 3, 403. Meiiler, Regesteo p^ 100, no. 73. 



86 

fideles quosque munificenciam nostram porrlgimus graciosam etc. de 
verbo ad verbum, et invenies circa finem libri ante literas generales 
ad talem rubricam: Incipiunt forme privilegiorum de inmunitatibus et 
exempcionibus «). 

V^rma priYilegü tenfi^raUs. 

Rudt)lt'u8 Dei gracia etc. «^ Dilectis devotis suis universis regni 
Sycilie incolis graciam suam et omne bonum. Etsi causarum varietas, 
que processibus nostris improvise circumfluunt, etc. de verbo ad 
verbum invenies ad rubricam predictam secundo loco ^). 

Istis duobus modis uti possunt principes ecciesiastici quam 
eciam seculares in privilegiis personalibus et temporalibus, unusquis- 
que secundum hj statum suum et dignitatem, condicionem. De privi- 
legiis autem localibus sciendum, ea esse condicionis cum perpetuis, 
quoniam et c^ perpetua sunt ut supra dictum est. Generalia privilegia 
etiam perpetua esse solent, item spiritualia ex sui natura similia sunt 
temporalibus de horum formis in suo loco patebit. 

IV. 
Pr^hemioM in traetatam ex^rdi^rnm. 

Di»tinctio h 

Quoniam in ante expositis sufGcienter est ostensum ip genere 
quid Sit epistola, que et quot partes eins tanquam per modum diflßni- 
tivum et divisivum, exnunc et in sequentibus de ipsa epistola in 
specie videamus, ut similis realis eins essencia tam in partibus appa- 
reat quam in toto. — Ad cuius evidenciam et cognicionem multas 
elegantis stili presenti operi inserui epistolas, quas de magnorum 
dictatorum formulariis excerptas, dum hinc inde vicio scriptorum esset 
erratum multipliciter ineisdem et in congruo minus <^^ordine registrate, 
de parvitate mei ingenioli, utcunque potui» correxi, ipsas ordine 
congruo connectendo. Primo quidem ecclesiasticas utpote papales 
quascunque huiusmodi formas repperi sub inmediata quadam con- 
tinuacione ordinarie collocavi; deinde literas imperatorum et regum 
Romanorum eo modo, nullis aliis mediantibus continuavi; postea for- 

a) sicut prius Z. — b) Status sui*digDitatein et condicionem Z. — 
e) etiain Z. — d) Für ein im Text radirtes Wort von anderer Hand am Rande V. 



i) Die ganze Formel findet sieh unten FoL 46 no. 1« 

2) Vollständig unten Fol. 51, no. 43, nicht von König Rudolf, sondern von Kmser 
Friedrich iL als König von Sicilien dat. 1198. 



87 

mas exempcionum et libei*tatuni , que solent dari subditis ab eisdem 
imperatoribtts et regibus sive aliis prineipibus tarn eeclesiasticis quam 
secularibus; ultimo posui diversarum materiarum literas generales. 

Et sciendum, quod, sieut quelibet subscriptarum epistolarum seu 
literarum specialem quendam tenorem eontinet inclusive , qui ex pro- 
prietate ipsius materie dinoscitur emanare, sie singule earundem 
literarum generalis euiusdam tenoris formulam eontinent «^ exclusive, 
quam formulam quemve tenorem subtiliter contemplando omnis 
ydoneus et industrius notarius, sicut nasum cereum, secundum diver- 
sam negociorum qualitatem ad diversas poterit coaptare personas, 
licet condicione inpares et dispares dignitate, quemadmodum in tabula 
super toto opere edita luce clarius apparebit. — Verum quoniam 
sicut capud virtutem menbris influit, tanquam sensuum principalium 
contentivum, reliquumque corporis habilitat et venustat, a simili sui 
•natura exordium, in capite ac preambulo tocius sequentis materie 
positum, dummodo eidem materie ^er omnia sit consonum, ipsam, 
tanquam sidus matutinum, irradiat ac decorat, et propter hocetiam 
alio nomine captacio benivolencie dicitur, eo quod benivolum reddat 
animum auditoris. 

Cum autem secundum infinitatem materiarum infinita possint 
baberi exordia, ad habendam eorundem cognicionem et formam, 
conatus sum ponere pauca de pluribus: primo ecclesiastica, secundo 
principum secularium specialia, deinde privilegiorum*^, deinde com- 
munia. Nunc de omnibus videamus. 

Ix^rdia papalia sen eeelesiastiea, eirea statnm eeelesiarnm siye ^""^' ^^'^' 
loe^rnm religiosornm. 

DUtiucUo II. 

Mira Dei benignitas, que ad ecclesie sue regimen nos, licet 
inmeritos dignanter assumpsit, humilitatem nostram solKcitat, ut ad 
salutem omnium dirigentes^affectum, ad illos, quos tanquam pro fori- 
bus constitutos conspicimus , nostre mentis oculos precipue conver- 
tamus, de biis circa ipsos^patemo studio disponentes, que divini 
nominis «icut ad gloriam, nobis ad meritum, et illis proveniat c^ ad 
profectum. 

a) eontinet V. — b) privilegia Z. — c) veniant Z. 



88 

hem ad idem. Sponso edesti» qui skut ei plaeait digianter 
inelite sponse soe castediam nostre humilitati comimsit, in eo sempte 
plfteere querimus, quod cuiuslibet eedesie statum indigeAtis nostre 
proYisionis snbsidio ad decorem salutaaris existencie dirigamus, et 
preeipne nobilem et fomosam N. eedesiam sub dispendiose Yiduitatis 
fcabitu eonstitiitain, qvam sedes apostoliea interne aieetioiiis bmc^is 
ampiectitur, pro studioso enH» dirini noroinis et deToeionis pleaitu^ 
dine circa BkNonnam eedesiam specialis. 

Item ad idem. Apostoliee dignitatis deposeit officüun» nt desti^ 
tutas prtlatorum presidio«^^ ecelesias digne proTisioni^ eensaleoutr 
affiectum, ita quod ibi Deo propieio cultus diyim nominis vigeat et 
emsurgat prosperitas quibusounque eessantibus detrimentis. 

Uem^J.lacei eontinuata seu eontinua SQperveaienetum negoeii^ 
rom diversitas nostrum animum, qui disp^nente Domino uiuYersali 
regindni quaniyis inmeriti preaidemus insultibas i^^tat aucesaivis» 
sollicitudo tamen omnium ecciasitrum noatris ineumbens humeris tanta 
ADS cottidiana meditacione perurget, quanto suiaus ad specialiua immo 
principalius obligati. 

Item^J. Debitum oflficii nostri requirit, ut inter oee«paeione9 
alias» quibusassidtie premimur, specialitere^ circa ecelesias aoUerciam 
exhibentes, ipsarum utilitatibus intendamus in eo n^odme, ut eis» qat 
Tiduitatis dispendium paciunt^r, celariter^f^ nostre diligeneie studio i» 
talium provideatur substitueioue pastorum» per quos spirituaUter et 
temporaliter» aüctore Domino» continuum suseipiant^J incrementum. 

Item, Änimarum lucro nil carius reputantes» ea libenter assumi- 
mus facienda» per que ipsis saJutis gloriam vel graciam procuramus. 
Quod tunc digne fit» si earundem regimini personas tales preficimus» 
que fide preclare» devocione sincere ac litterali sciencia predite greges 
sibi subditos in viam salutis possint dirigere verbo pariter et exemplo. 

Item b). Pia sedis apostoliee semper ad hoc aspirat intencio, 
ut «bique, sed precypue in locis divino cultui mancipatis, babeatur vite 
laudabilis Studium» per quod ad hei gloriam sacra religio vigere incir 
piat et Salus proveniat änimarum. 

Item b). Virtute conspicuos sacriXysterciensis ofdinis profesr 
sores» qui contemplacioni celestium ferventer invigilaat et pie vite 
studio omni tempore exercentur, decet per apostoliee provisionis 

a) Marginalcorrectur für predio im Texte V. — b) Ad idem Z. — c) spe- 
cialiter am Rande 'S, — d) sceteriter V. — e) suscipiat V. 



89 

auiüiuin sie pfovide dirigi et tarn soUicite confoveri, ut alicuius 
pretextu ealumpnie nullum interne pacis excidium, nullum rdigiosi 
»tatus proferani detrimentum, sed in hiis rabur et vigorem suscipiant, 
per que circa cultum diyini nominis devotis et quietis mentibus « 
invaleseant 

Item ^). Dei filius, qui pro salvando hamano genere de alto 
eelorum ad yma deseendit, ut suo deseensu homini ad supema pararet 
aseensum, cuius yicarii lieet inmeriti constituti saluti omnium 
Yigilanter intendere, haneque totis amplecti desideriisomnique tenemur foi. 2t a. 
üligende studio proeurare. Unde id ex ofßcii nostri dehito ardenter 
appetimus et ad id iuxta nostram insuffieienciam opem et operam ad* 
hibemus» ut siaguli ad Deum ereetis oculis affectibusque directis ad 
ipsum sibi placita operantes toti& ad eum sub consciencie tendant 
gressibus, secum sine fine^^ victuri feliciter, qui ad nos, ne absque 
termino moreremur, misericorditer cognosdtur accessisse. 

De ydoneitate iBstitneBdornni prelatornm. 

Distinctio III cj. 

Ex alto prospiciens miserator et misericors Dominus ita prelatos 
et animarum rectore^ seu pastores preminere voluit in terris ae in 
donis eis a Deo eollatid proficere verbo pariter et exemplo, ut provida 
ipsoruni dispensaoione plebs eis eommissa sumpto pabulo caritatis et 
temporalibus frueretur subsidiis et exinde aueta spiritualibus alimentis 
de virtute proficeret in virtutem. 

Rem ad idem. Dei et hominum mediator Dominus Jesus Christus, 
qui cum esset in terris pro salute bumani generis constitutus, 
innumeris miseraeionum operibus populorum multitudinem multifor- ' 

miter recreavit» de ineffabili pietate providit, ut quoniam, ipso ad 
patris gloriam redeunte, tenebrarum prineeps multos erat renatos 
fönte baptismatis temptacionum laqueis turbaturus, yicarium in terra 
relinqueret et singulari potestate preditum et remediorum multitudine 
premineneius insignitum, cuius soUicitudine diligenti pax orbi terre 
fieret» et ad eelorum perveniendi patriam plena possibilitas proyeniret. 
Nunc vero idem sedens ad dexteram maiestatis, dat per eos qui dispo- 
sicione divina ad sponse precellentis sunt obsequium sanete dj yide- 
iicet matris eeclesie deputati , ut doctrinis yirtutum cunctis reddatur 

a) ad idem Z. — b) fi»e am Rande V. — ^ c} Dist III fehlt Z. und V. — 
dj beate Z. 



90 

amica fidelibus, pax eisdem proyeniat t^) et ineumbat desiderium coa- 
sequendi preinia supemorum. 

Uem ad idem. Grande producitur matri gaudium, habeati 
filium virtuosum, si sponse speeiose, famose ac nobili copiilatur 
federe eonjugali. Nos igitur, qui licet inmeriti curam gerimus 
omnium ecelesiarum ac omnium ecclesie filiorum patre id luminum 
disponente, non indigne plena iocunditate perfundimur , si quemquam 
ex ipsis quem gratum exibuit ^J evidencia probitatis, Spiritus opera- 
cione paraclyti contingat in sponsum N. ecclesie que yidua esse 
dinoscitur provideri, que et grandi dignitate preminet et bonorum 
fecunda concursibus conprobatur. 

<|iialiter siibditi Ib eler« traheiidi sut in partem 80llieiti4Iai8. 

Diatinctio IV ej, 

Ne Romane ecclesie negocia, quibus inminere non possumus 
per dy nos ipsos, negligere videamur, expedit, ut ea iUi^ committamus 
fiducialiter exequenda , de quorum diligencia nos efficit experiencia 
longa certos. 

Item ad idem. Inter occupaciones continuas, quibus multipli- 
citer perurgcmur, cum non possimus ad omnia suflicere per d^ nos 
ipsos, aliqua ipsis interdum committimus, de quorum experta puritate, 
derocionis et discrecionis industria plenam fiduciam obtinemus. 

Item ad idem. Dlius exemplo, qui hominem, quem ad ymaginem 
et similitudinem suam fecerat, posuisse legitur ad custodiam paradysi, 
ut commissa sue custodie salva forent seque ibidem tanquam 
Foi.na. operosus agricola fructuosis operibus exerceret, illos de quorum 
sciencia, vite mundicia, conversacione approbata indubitatam «^ fidu- 
ciam gerimus, in partem soUicitudinis ad custodiendum gregem domi- 
nicum eo libencius evocamus, quo idem grex per tales custodes 
consueyit verbo divino refici et securius a f) lupi rapacis morsibus 
monitis assiduis custodiri. 

Item 9). In curis officii pastoralis cor nostrum vehementer 
urentibus nichil magis cottidianam reddit nobis instanciam in ecele- 
siarum omnium sollicitudinem onerosam, quam quod^^, requirente 
interdum necessitate temporis et publice nonnunquam utilitatis 
exigencia persuadente, easdem oportet nobiscum ecclesias in suppor- 

q^advenialZ. — b) exhibuit Z. — c) Di»tinctio IV fehlt V.—j; pro V. - 
c^eorrigirtfürindubitata V. — f) eorrigirt für adV. — g) ad idem Z.— A^ quod 
am Rande V. 



91 

tacione eure communis multipliciter fatigari. Si enim esset in rerum 
natura possibile, quod uniTersum corpus a capite siije menbrorum 
suffragio regeretur, potissimum nobis inter vota nostra veniret, quod 
communes labores pro universali portaremus ecclesia, ut particulares 
nullo yexacionum ingruencium participio gravarentur, et de frequenti 
nostre turbacionis incommodo ceteris non aliud nisi ociose pacis 
commodum proveniret. Verum quoniam ad omnia possibilitas nobis 
data non sufficit, aliorum humeros cogimur in suportacionis vocare 
suffragium, ne defectus virium, sine quibus efßcax esse nequit 
suscepti laboris instancia, periculo viam paret, et dampnosa pariat 
detrimenta. Sed dum aliis ecclesiis seu ecclesiarum rectoribus 
cogimur incumbencia communicare gravamina, quando ad id urgens 
necessitas nos pertrahit nunc voluntarios, nunc invitos, quecunque 
possumus remediorum ingenia cogitamus> per que ferant levius quit- 
quid est eis, ne pro defectu virium, sicut diximus, ecclesiastica 
pereat utilitas, inponendum <). 

De perseeneUiie o,) b^n^rnm a Malis. 

Distinctiö V. 

Lucis eterne lumine destitutus lucifer , caduca superbia procu- 
rante, celo contineri nequiens, eo quod perpetue cecidatis^^tenebras 
incorrisset, sed dum perditus et minister perdicionis effectus, ne 
ademptas sibi delicias sempiternas possit condicionis humane dignitas 
adipisci, quoniam solent miseri prosperitate felicium cruciari, illam in 
profundum perfidie ab altitudine fidei devertere nititur, ut in locum 
sue miserie deducatur, estimans per hoc dampnacionis sue cumulum 
minorari, eo quod soleat afQictis quodtam afferri solacium grata 
miseris societas miserorum <). 

liem ad idem. In Äbrahe filiis is qui secundum carnem est ex 
ancilla natus persecutor illius exstitit, qui secundum speciem natus 
erat, ad similitudinem siquidem persecutoris huius cy infelices et 
miseri Äggareni dj, qui adhuc infidelitatis nebulis obvoluti, non visa 

a) persecu Correctur V. — h) sie! — e) huiusrnodi Z. — d) agareni Z. 



t) Vergl. Cod. Wilh. A. 77. Archiv der GeselUch. für alt d. Gesch. 7, 915. 
<) Der Brief, zu dem dieser Eingang gehört, folgt unten Fol. 25, no. 1. 



92 

luce clara, que estChri$tu9» jugo premunturTestutissiQie servitutis. nos 
iam non ancille sed libere filios affinere moUuntur iniurÜ3 et affligere 
quam plurimis graviasiiois datrimentis. 

De c«B8#liiei«Ae UiiwL 

Di9tiocUo VI. 

Plenus graeia et veritate unigenitus Dei vivi, quem, disponente 
patris eterni clemencia, humani generis condicio misera ad repara- 
cionem aj sue perdite dignitatis legatum de oelis obtinuit, potestatis 
plenitudinem obtinentem in seeula, qui semper apud suos extitit per 
graciam licet ubiqne maneat per nätnram, ut eanim sibi populum, 
Fol. 22 b grandi preeio conparatam, de faueibos leonis eriperet rugientis, per 
9^ ac per alios , qnos yerbi soi nunoios ae preeoaes constituit sui 
nominis gloriosi visitare suos salubriter non desistit, gestans illa 
secum de celis remedia, per que consenrat contemplaeioni dedi- 
caios b^, preservat conteinptores seculi et iugo c) peniteneie depu* 
tatos per que curat yiciörum labe conspersos et sauciatos iaculis 
sathane tarn evidentibus quam occultis, per que et dj meliorat 
bonitatis insudantes operibus et perfcctionis obtinere bravium sata- 
gentes *) 

Ad extrane^s fldei. 

Distinctio Vll. 

Dei sapienciam et virtutem fieri notam in populis preeipuum et 
continuum est in nostre proposito roluntatis, presertim cum in hoc 
vita perhennis consistat, quod Deum patrem et quem misit filium suum 
Jesum raente vigili genus humanum studeat agnoscere ac laudum pre- 
conio eins attollere graciam maiestatis. 

Ad erncem snseipieiidain. 

Distinctio Vlil. 

De secreto in publicum egressus ad servos rex Dei filius ad yma 
descendit, ut subditis ad summa pararet aspensum sub testa nostre 

a) recuperacionem Z. — b) deditos Z. — cj iugi V observande uftten 
Fol. 79, no. 40. — dj etiam Z. 



*) Der ganae ßmef UHten Fol. 79, no. 40. 



93 

mortalitatid in terris Visus est et cum hominibus eonyersatus, qui 
taodem» ut n<wtpe serritutis eyrogröphum suo sanguine cancellaret et 
per temponsilem mortem legem mortis aboleret eteme, non declinavit 
obprobria, non se subtraidt iniuriis» sed cruci se obtulit et crucianti- 
bu8 nitro decUt* ünde ad Cbristi mensam rocati christicole si consi- 
derare vdint opposita^ et nt ipsi similia preparent, ad crucis obse- 
quium non tantum cruce signati, sed aj et alii se accingunt 

De tenperanda instiela. 

Ad hoe Deus in sede apostolica oonstituit plenitudinem pote^ 
statis» ut Romanus pontifex» qui claves in beato Petro potestatis et 
diacrecionis accepit, nnn^e rigorem exerceat, nunc mansuetudinem 
antepoiiot, misericordiam semper iudicio preferendo. 

liem^). Archa federis, que virgam continebat et manna 
pect 8 pro vidi prefigurat pastoris, in quo rigor iusticie et lenitas 
misericordie pariter continentur, ut quod pena exaggerat pietas 
kniet successivi restauracione remcdii infuso post vlnum oleo vnlne- 
ribua stiueiali. 

De bM« faeis et e«iie«rdie. 

Inter commoda, que de pace proveniunt, id metitantes esse 
potissimum, quod pacifici censentur et sunt de numero beatorum, 
libenter ^) quam possumus damus öperam , quemadmodum cura 
pastoralis officii <^ requirit, quod, ipso Deo propicio, inter omnia 
habeatur et vigeat <9» sed precipue inter vires magnificos in discordia 
constitutos. 

Item. Inter cetera, que animum nostrum insultibus inpetunt 
successivis, illud apostolice sollicifudinis cogitatum frequenti medita- 
cione perurget, ut fideles ecclesie calumpniis agitati, non deficiantur 
sub di$pendiis questionum, sed litibus, que propter intricaciones 
parcinm et diffiigia simultatum videntur fleri quodammodo inmortales 
finis amicabilis inponatur. 

tiem i). ünigenitus Dei fllius Jesus Christus, qui ut reconcilia- 
ret servum Domino ad yma descendit de mundo transiturus ad patrem 

a) sed am Rande, — h) ad idem Z. — c) igitur zu ergänzen — d) officin 
am Rande V. — e) pax zu «rgänZfu. 



94 

pacis hereditatem suis in testamento quodammodo delegayit «pacem«", 
iaquiens : „meam do vobis pacem relinquo vobis*" i), in ultimo quasi 
proponens ut pacis verbum in audiencium cordibus artius figeretur. 
Unde nos, qui licet inmeriti eius vice potimur in terris, summo opere 
debemus satagere, ut inter discordes pacis vinculum, quod discen- 
sionis auctor nititur inpedire, nostra soUicitudine reformetur. 

Fol. 22 V. Snpf r lOTa plaitael^ie. 

Diatioctio X. 

Sancta religio celestis pulcbritudinis ymagini se conformans, 
illud alacrius agit in terris, quod angelos exercere cognoscit in eelis, 
ludens in Dei laudibus et tarn mencium, quam Yocum dulci modulo 
iubilandOy dum per paupertatem Yoluntariam a se mundum et mundana 
quelibet libenter abdicat, dum quod per castitatem angelicam se 
supra camem et ea que carnis sunt potenter elevat, dumque ponendo 
homines super capita sua motus proprios obediencie subjeccione 
coartat^ apparet quod observatores eius non ambulant cum animali- 
bus, gradientibus super terram, sed pocius admirante propheta, 
Yolant ut nubes per aera pennis virtutum et contemplacionis desiderüs 
elevati. Hinc est quod homines natura quidem fragiles, sed celesti 
conversacione sublimes congregantur in unum, prodeunt in altum; de 
novo erecta monasteria, altaria divina consurgunt, augetur devocio, 
dilatatur numerus devotorum , cum illi tanquam vera mundi lumina 
scintillas exemplares superne patrie emittere cognoscuntur. Hac nos 
igitur suavi invitacione ac salubri imitacione inducti etc. 

Iieipinnt ex^rdla inperat^rnm et regnm lomaiornm siper defensi^ae 

eeclesianini. 

Distiuctio XI a). 

Cum favor et proteccionis nostre gracia personis semper adesse 
debeat religiosis , pro revcrencia Jesu Christi pium esse decrevirnus 
et consentaneum raeioni, quatenus viri Deo dicati ubique per impe- 
rium et terras dominio nostro subiectas debeant misericorditer recipi 
et ab Omnibus Deum timentibus cum elemosinarum et beneficiorum 
largicione caritative quodammodo pertractari. Ad utriusque enim vite 

a) Dist. XI fehlt Z. und V. 



i) Pacem relinquo Tobis, pacem mearo do vobU. Evang. secund. Joaonera 14, 27. 



95 

felicitatem prodesse nequaquam ambigimus, si loca divino cultui 
mancipata cura\erimus ampliare et eorum comodo a) pia intendere 
voluntate. 

Item ad idem. Cum de peccati came simus uniformiter propa* 
gati nee facile sit habitantibus super terram incursus evadere deli- 
ctorum , proposita sunt nobis opera pietatis , quibus tanto propensius 
creatorem nostrum possimus habere propicium, quanto misericordius 
expendimus ea in necessitatibus proximorum. 

Item h). In excellenti specula regle maiestatis feliciter consti- 
tuti ad prospieiendum utilitati fidelium nostrorum in posterum, perspi- 
cacitatem ocujorum nostrorum longo lateque diffundimus indemp- 
nitatibus ecclesiarum preeipue preeaventes et earum commoditatibus 
intendentes, ut per lubrieum vite huius transcursum feliciter transea- 
mus et eterne beatitudinis premia con3equamur i)- 

Item ^J. Totiens regio celsitudinis seeptrum* extoUitur altius et 
ipsius Status a Domino oj, a quo datur omnis potestas> felieius guber- 
natur, quotiens loca divino eultüi dedicata pia consideracione reguntur 
et ad ipsorum facultates augendas favorabilis proteeeio prineipis in 
oportunitate qualibet reperitur «) 

Ad Tir«s religl«8«s« 

Distinctio XII dj. 

Cum de imperialis procedat benivolencie largitate universos 
viros reguläres Deo iugiter servientes suo soUicite presidio com- 
munire, fratres milicie templi qui dimissa seculari milicia facti 
sunt milites Jesu Christi et vexillo Domino iugiter militantes pro 
redemptoris amore se morti dare pugnando cum barbaris nacionibus 
non formidant, tanto debent ardencius confoveri in omnibus, quanto 
gloriosius pro defensione christiani nominis noscuntur in castris 
dominicis iugiter et fideliter continuatis vicibus militare. 

q) sit! V. -- b} ad idem Z. — cj a Domino am Rande V. — d) Dist. XII 
fehlt Z. tt. V. 



1) Gleichlautend der Eingang der Urkk. K. Rudolfs für die Kirchen von Mainz und 
LutUcb, Reg. Rnd. no. 142 u. 203. und unten Fol. Sa, no. 45. 

2) Glerchlautend der Eingang der Urkk. K. Rudolfs für Gieink u. Walkenried, Iteg. 
Rud. »o. 487 u. Niedersachs. Uikundenbuch Heft 2, 281. 



96 



Ad tirgiies rellgidsas. 

Distinctio XIII a). 

Fol. 22 d. Cum imperialis dignitas omniura religionum genera sub umbra 

proteccionis sue manutenere debeat et fovere , dicatas vero virgines, 
que spretis maritalibus connubiis sponsum Jesum accensis secuntur 
lampadibus tanto debemus et Yolumus nostro presidio propensius 
eonmunire» quanto magis earum sexus et condicio noscitur indigere. 

De liberalitate siperi^rim ad sibdlt^s. 

OüüDctio XIV. 

Ad laudem et gloriam regie maiestatis credimus peptinerc» si 
eos, quos ad nostra ^rricia devotos et ultroneos invenimus, dignis 
studeama» beneMoram premiis aitipliare, hino enim eos adeadem 
^erricia reddimns promptiores et alios trahimus per exemphim, nt 
devocius obsequantur, dum Status ipsorum comoda circa imperiaUs . 
observanciam fidei proficiunt augmentis continuis et accreseunt 

Item bj. Principis dextera totiens leditur, quotien« a dono 
trabitur liberali. Quanto enim profundius graeie largitatis inmergitur, 
tanto graciosius exaltatur, et si a nostra munificencia subiectis bene 
meritis munus liberalitatis conceditur, ipsorum et voluntas ad nostra 
servicia fenrentiusanimataretampUatur proinde gloria regie maiestatis. 

Item. Cum omnis gloria seu potencia principatus in subditorom 

. consistat precipue solidata fortunis, decet et expedit, ut quilibet in 

quacunque preminencia constitutus subiectis sit in oportunit^tibus 

quibuslibet faeilis et in graeia liberalis ej, • 

a) Dist. XIII fehlt Z u. V. - h) ad idem Z. - c) Z. hat hier noeh 
folgende zwei Exordia: Cum de iure ad omnes regimini suo subditos regie 
se favor benigaitatis debeat extendere, laudabiliter ilKs cum provisionts 
impenditur, quos in omnibus articulis efficax deyocio non ficta reddit in suis 
negocils plus acceptos. Nam excellencia regie potestatis quaftto iibencius 
suorum votis fidelium condescendit, tanto magis eos ad intememte fidelitatis 
obsequia quadam sui favor is gratitudine quodammodo provoeat et indinat. 

Item ad idem, Inter Cesaree laudis tytulos, qua nomen regnantis 
darificat «t perennat post cinerea duratura numerat specialiter mvaifica 
liberalitas extensa diffusius in subiectos, que tanto fulget luoidioa« quanto 
pura sttbditorum devocio procedentibus obsequiis mercedem non habuit 
relativam. 



97 

Item a), Inperialis excellencie dignitas tunc vere laudis titulis 
sublimatur, cum fidelium suorum merita fideliter et dementer atten- 
dens, eis de sua liberalitate recognoseit que a suis progenitoribus 
eisdem collata videntur, cum in observandis benefieiis non minus 
quam in elargiendis regalis dignitas acereseere videatur. 

Item a), Satis bonoris nostri fastigia eredimus nos prudenter 
extollere, si ad regie potestatis negoeia, consiliis utique promovenda 
non casibus, viros preclaros erigimus et rectores ydoneos illustribus 
officiis decoramus, ut sie eorum probitas non algeat. dum sua fuerint 
nomina fascibus h) intitulata magnifieis, et mentis nostre tranquillitas 
non vacillet, dum latera nostra prospieimus c) providis decorata 
ministris, quibus honores et beneficia regia liberalitas non solum non 
subtrabat, verum eciam graciose circa tales, quasi de munificencie 
promptuario plena fluat i)- 

De f ensira listicie. 

Distinctio XV d). 

Regale fastigium tociens leditur, quociens in defectu iusticio 
reperitur, et quanto profundius et benignius compassionibus pietatis 
immergitur, tanto gloriosius exaltatur. 

Cum gladii imperialis acceperimus auctore Doinino potestatem» 
illius aciem sie extendere volumus et debemus, ut malos severitate 
cohereeamus debita, bonos vero contra malorum insultus in sua 
iusticia efficaciter foveamus. 

Item a). Recte consideracionis examine libra presidentis appen- 
ditur, dum cunctorum merita sie iusta examihacione pensantur, 
quatenus obprobrii pena exiciorum colla premat et fidelium obsequiis 
respondeat retribucio meritorum »). 

Item a). In libra equitatis appendentes merita singulorum, 
dignum duximus, ut de ffuetu viarum suarum aliud sentiant indevoti, 

a) ad idem Z. — h) faicibus Z. — c) perspiciens Z. — d) Dist. XV fehlt 
Zu.?. 



1) Exordivm des Briefes Petri de Vineis 6, 4. Cod. Troyes no. 113 mit der 
Bemerknag : Gualterii de — a, also Walter von Ocra. Archiv der Gesellschaft 
7, 921. 

2) Ezordium eines Briefes Innocenz IV. an Albericus de Romano 1254, Mai 6. Meer- 
mann Geschiedenis Cod. Diplomaticus p. 178. 

Fontes. Abth. U. Bd. XXV. 7 



98 

et quod male meritis in pena culpe detrahitur, bene meritis in 
retribucionis proficiat quodammodo inerementum a). 
Foi.ut. Item. Cum ad regimen ideo vocati simus imperii, divina gracia 
disponente, ut cunctorum iura per nostram sollicitudinem conser- 
Yentur et maneant illibata» sie nostrorum fidelium adesse Yolumus et 
tenemur iustieie , quod malorum insolencia se prelatam non gaudeat 
et bonorum innoeentia non lugeat se oppressam. 

Tunc bj imperialis excellencie firmissimo rectore Armatur impe- 
rium, tune decu3 eesaree attollitur maiestatis, cum infidelibus pr^ 
perfidia penam digne retribuit et pro fide fidelibus premia liberal^ 
elargitur, amorque virtutis tunc crescit in bonis et pene fraaf^ in 
multis acuitur, cum iustorum diviciis iusti ditantur et induunjlfr inno- 
centes spoliis dampnatorum. 

Item h). Inpunitas scelerum fideles exanimat cl^t terribiliter 
malorum armat audaciam contra bonos; nee pena caci^talis inpunitas, 
que in bonorum transit penam et remittit penaj^supplicium merito 
puniendis, ideoque de iure probis ac fidelibu^potestatis cuiuslibet 
committuntur regimina , ut malicia videlicef pereat , iusticia vigeat, 
innocencia floreat, scelera destruantury^essimi timeant et boni in 
tranquillitate placida conquiescant d). 



a) Hier folgt in Cod. V. ei^BIatt (Fol. 23) Exordien von anderer 
Hand, die, weil sie ein fremder Bestandtheil und auch Cod. Zwetl. fehlen, 
hier weggelassen sind. Nur yTierthalb Columnen sind beschrieben, die 
letzte Hälfte der vierten Colymne ist leer. Inhaltsangabe und Anfänge der 
Exordien theiie xch hi^v mW Exordium super defensione ecclesiarumi meritis 
sacre religionis etc. Lo^a sanctorum etc. — Quoniam sit imperiaii — In 
eccelso dignitatis — Be liheralitate superiorum» Cum de iure etc. Inter 
eesaree laudis etc. ife censura iustieie. Si sprevit etc. Singularis gloria — 
De concordia et gäce. In hoc gloria regalis — De precum admissione. Cum 
regalis nostra ^mencia — De exordiis privilegiorum» üt ad nostre poste- 
ritatis noticianfl ~ Licet ordo iuris — Quia consiiium. De excolenda amicicia. 
Non veri aifiici. Subditi ad dominum magnum. Quoniam celestis altitudo 
coDsiiii. -^ b) Item ad idem Z. — c) examinat V. — dj Z^ Item ad idem. 
Sic coiHiuevit aliquando transgressio puniri nocencium, ut pene rigidiias, 
cuius relaxacio culpe viam aperit derelinquendi^ molestias propulset inter- 
dun), cum non unquam malorum peccata iustos impediant, et iniusti virlufet 
pro vicio sepe ferant. Sed in nostre deliberacionis examine^ uhf i«iticia 
experiri non novit iniuriam , sie peccancium desideramus puniri exeessus^ ut 
fidelium innocencia non prematur, sed misericordia rigori preponderet et 
preferatur benignitas quodammodo ulcioni. 



99 

Item, Constituti ad multarum regimina gencium et diversorum 
moderamina populorum, gloriosum reputamus in principe ac vietorio- 
sum vindicte genus deeernimus in regnante, si cum subditis nostris 
dementer agimus, et eis qui obnoxii sunt offense, misericordiam 
superexaltantes iudieio, graciam nostram liberaliter inpertimur a). 

De c«ic«rdia et paee. 

Distinctio XVI. 

Licet inter cetera cordis nostri consilia hoc debeat esse preci- 
|it inter discordantes pacis concordiam procuremus, quia tamen 
nonnunqu^i mala bonorum speciem mentiuntur, cautius est agendum, 
ne odiorum^idnera ex remediis, quibus ea curare satagimus, insana- 
biliora fieri et ah^ttere valeant spem salutis. 

Item, Cum le^ et iura sint de ore principum confirmata divi- 
nitus, ad hoc scilicet^\t hun\ana coherceatur audacia et innocencia 
tuta resideat, pax in medium prodeat, discordia limitetur, dignum 
deeernimus, ut quod a veterfc iuris remedio h) salubriter est deci- 
8um, nuUa temeritate in irritum,>d presumcione qualibet deducaturcj. 

a) Z. Item ad idem. Singularis glonVprincipis iudicatur bumanitas, que, 
mitigato rigore iusticie^ iiberalitate utitirti;. in subiectis; imperialis eciam 
demencia tanto gloriosior creditur^ quanto idoriosius exercetur. Preterea 
Sublimat mansuetudine principem, quod in sus^imibus agitur^ dum velod 
opus egregium yidetur ab omnibus, quod in specutWcolIocatur. Oolere tamen 
interdum non immerito cogimur, dum ad boc dos ndi^trorum fidelium trans- 
gressio provoeat^ ut quamquam vindicem in eos noIiiHus iudidum exercere, 
eis tame.o beneficii nostri graciam subtrabanius. — h) intermedia Z. — 
c) Item ad idem. In hoc gloria regalis magnificencie extollitur et servatur, ut 
in quiete pacis populum dirigat et in vigore iusticie quodammodo preconservet^ 
ad quorum pacem non sine multo regnancium salutis et vite discrimine 
lahoratur. Legiinus enim quamplures pro quiete publica preliorum labores 
eximios assumpsisse, et quamquam tanti sollicitudo ministerii quibuslibet terre 
principibus debeatur, Romani tarnen imperii veneranda sublimitas, quia in 
omnium presi<fencium oculis velud in speculo collocatur, tanto perfectius 
zelare pacem ^ tanto tenetur instancius vacare iusticie subditorum^ quanto 
tocios orbis ambttus spiritu quodammodo unit et regitur imperii, ut eo lan- 
guente langueat, et ipso prosperante pariter colletetur, nee in temporalibus 
solummodo Christiani populi tenebras Romani fulgor illuminat, sed et ipsi 
katholice fidei fulcimenta non levia subministrat. Propter quod gratissimum 
Deo vivo putamus nos exbibere obsequium, si zelo laudabilis propositi ad 
tocius imperii statum pacificum tanto libencius aspiramus, quanto clariori 
presagio id de celesti et superna colligimus voluntate. Z. 



Fol. 24 b 



100 



De coDpagad«ae Infamie. 

Distinctio KVIl. 

Innocentie conditoris prestamus obsequium, si favore propicio 
succurramus mnoxiis, quos de laudabili fama sollicitos tim'or efB- 
cit, ne infamie nubilum eis pariat malignitas emulorum. Et quia pena 
teneri non debet, quem culpa non arguit Tel conseieneia criminis non 
accusat, talem seilicet N. a delaeionis crimine absolutum, ab omni 
culpa et pena infamie liberum recognoscimus et inmunem. 

De precam admissUne. 

Distinctio XVIU a). 

Ex affectu admittende sunt preces potencium, cum sie eis gracia 
favoris inpenditur, ut alieno iuri nulla prorsus iniuria irrogetur. 

Item h). Cum a nobis petitur . quod iustum est pariter et 
honestum , tam vigor equitatis , quam ordo suggerit racionis , i|t id 
per sollicitudinem offieii nostri ad effectum optatum et debitum per- 
ducatur c), 

Justis d) petencium desideriis dignum est consensum facilem nos 
prebere et vota, que a racionis tramite non discordant, effectu conse- 
quencie facile adimplere. 

Item. Qui secularibus desideriis abnegatis ad celestia prome- 
renda festinant, se sponte subdendo regularibus disciplinis , sunt in 
suis desideriis non immerito promovendi, quatenus inchoatum salubrem 
cursum eo facilius yaleant consumare, quo viam sibi propositam con- 
spexerint certiorem. 

De ex«rdlls priTllegt^ram. 

Distinctio XIX. 

Cum labilis sit memoria hominum et dies crastina omnibus 
sit incerta, scripto commendari necesse est ea, que racionabiliter 

a) Dist. XVIII fehlt V, ebenso XIX und die folgenden sind wegradirt — 
h) ad idem Z. — c) Item ad idem. Cum regalis nostra clemencia omnes 
devotes imperii de iure innato prosequi debeat et in suis iustis peticionibus 
liberaliter exaudire, merito tarnen et libencius ad maiora beneficia eos extolli 
volumus et constitui ad commoda et honores , qui nostris progenitoribus afque 
nobis multimoda sepius obsequia impenderant. — dj Item ad idem Z. 



101 

actitantur in tempore, ne aut oblivione aut perversitate aj hominum 
retractarentur bj que mediante iustieia finem legittimum-acceperunt. 

Item cj. Quoniam qui male agit odit lucem, ideo seitu vel scripto 
digna sunt in luce pocius quam in ienebris fabricanda, ne post evolu- 
cionem' temporis , que legittime sunt contraeta , ignorancia valeant 
retractari d). 

Item. Fidelis est literarum custodia, que rerum actiones incon- 
cussa Serie loquitur et emergentibus calumpniis firmum prebet 
obstaculum testimonio veritatis e), 

Sxordla fj de exeeielone Totoram. 

Distinctio XX. 

Sanete operacionis Studium vel propositum festinanter ad effee- 
tum debet perduei, ne fragilitatis bumane desiderio frigescente, votiva 
quoque subtrahatur retribucio meritorum. 

Cum gj vos ad hoc euneti« postpositis, ut creditur, sub religionis 
sacre babitu conditori omnium elegeritis iugiter famulari, ut possitis 
graeiam consequi, sequentibus redemptoris vestigia reservatam, illud 
prompta debetis voluntate perficere, quod illa vobis prestante Domino 
valeat h^ faeilius provenire. 

q) perversitate pravorum Z. — bj retractentur Z. — cj ad idem Z. — 
dj Item ad idem. Ut ad nostre posteritatis noticiam que geruntur a nobis 
negocta certiora perveniant, literarum ea memorie commendamus, ut 
nostris temporibus instituta feliciter et prudenti consilio confirmata, certa 
quadam noticia propagentur in posteros, et ne lapsu temporis a nostra memo- 
ria per ortam oblivionis calumpniam evanescant, literarum soleut indiciis 
eternari Z. — e) Item ad idem. Licet ordo iuris in libra trutinatus adeo sit 
subditus iudicio racionis, quod ex ipso processu' iuris sibi aecreseat favoris, 
et robur perpetue quodammodo attrahat firmitatis, quia tarnen raro est quod 
tubverti non possit, et litigatorum improbitas, adversus religionem yeritatis 
temere et infrenite prorumpens, diversis fallaciis et commentis variis obduetis 
aurem serenam interdum polluit auditorum huraanorum^ processuum et con- 
tractuum qualitates literarum sunt testimonio publieande Z. 

Item ad idem. Quia consilium sapientis, divinitus inspiratum, caduca 
hominum fragilitas nee caperet nee teneret, nisi in remedium infirmitatis 
humane literarum usum mortalibus divina miseracio inspirasset, qui est habere 
preteritorum, merooriam , presencium noticiam et utiLem providenciam futu- 
rorum, et ob hoc res scitu digne non solum periculo, verum eciam irremediabilt 
precipieio subiacerent, et fraudatrix seiende et memorie noverca, oblivio, 
preyaleret, si non oceurrens ex adverso pia scriptorum sollicitudo et trium- 
phatriz inereie diligencia gesta hominum literarum demonstracione ad posteros 
transmisisset Z. — /9 Incipiunt communia exordia etc. Z. — gj Item ad idem Z. 
—^hj valeant V. 



102 

Item a), Etsi votorum emissio prius esse habeat ex libera quodam- 
modo Yoluntate voventis, tarnen usque adeo necessitas obligat voluntatem, 
iit sine pena subire nequeat penitudo, quoniam» iuita eloquium sapien- 
tis, displieet Deo promissio infidelis et ruina est anime sanctos deYotare 
et Vota quomodolibet retraetare. Ideo qui vovet votivo debet desiderio 
reddere domino Deo votum, ut ad affeetum aliquid adieiens per effec- 
tum, ei placere incipiat» qui cor hominis magis quam manum noscitup 
aoceptare. 

De coleid« amleicla. 

Distinctio XXI. 

Recolenda sunt beneficia, quibus multiplieantur amiei, et illa pre- 
eipue, que de gracia eonferuntur. Nam etsi tacere sit conferentis, 
recipientis tarnen est, iuxta sapientis eloquium, multis perceptorum 
beneficiorum gratitudinem enarrare. 

Item a^, Quoniam que non excolitur amicicia subbito h) conta- 
beseit, necessarium inter amieos esse dinoscitur, indesinenter relativis 
sese affectibus prevenire. 

Item d). Et raeioni congruum et conswetudini sapientis alludit, 
ut amicorum cognoscat intencio, que Dens omnipoteng^ ^wtT suos 
dileetos iugiter ordinat et nirl2tmi,J2ui ^Juim^rrmT^ dilectione preci- 
pui c)y debentofnmunTpärticipes inveniri, gaudentes pariter si veniafnt 
prospera, et si contingant (/) adversa equaliter eondolentes; indigne 
quidem ad gaudia dueitur, qui cum suo dilecto doloris sarcinam non 
metitur et indebite eidem communicat in prosperis, qui conmiunieare 
sibi renuit in adversis e), 

//em o). Habet hoc proprium amicabilis integritatis sinceritas,ut/9 
amicorum alter alterius onera subeat, nee recolat si aliquando pungitur, 
nee cogitet inferre similia hiis que patitur, studeatque tolerare in 
spiritu patientie quod infertur. 

a) ad idem Z. — h) subdito V. — c) principum Z. — d) contingant mn 
Rande, von anderer Hand V. — e) Z. Item ad idem. Non veri amici yoeabolum 
in se habet, qui amico suo tempore necessitatis beneficium subtrahit consuetum. 
Nam ubi diligentium fides cognoscitur, ibi profecto fidelium sinceritas Inno- 
tescit. Licet igitur diligentes sint utiles exciusive, indusiTe tamen utiliores 
sunt, dum adversitatis tempore videntur plurimum cenferentes, quando yidelicet 
ficti toUuntur de medio, et yeri ad minus permanent in oculto. Sicnt enim yenti 
impulsio paleam segregat a frumento, sie adversantis fortune percussio, pec- 
toris quodammodo pandendo secretum, inperfectum diligenter separat a 
perfecto. — ^ ut am Rande V. 



103 

Item. Habet hoc proprium adiacens pure dilectionis integritas, 
ut contra nature regulas frequenter vires exerceat et contra communis 
discipline presidium quandoque [etiam ad extraneos se extendat. Poi. 24«. 
Huius autem dileccionis yirtus eximia, licet satis forsitan illos» quos 
amicicie simplicis ligamen inrinculat, claris indiciis et lucida dote 
preradiety inter eos tarnen precipue per insignia clariora tripudiat, quos 
in caritatis archivo sanguinis clavis inviscerat, et coUigantis carnis 
ydemptitas unione quodammodo indissolubili copulat et annodat a), 

Be coifesslone facienda. 

Distinctio XXII. 

Etsi quolibet tempore salus desideranda sit anime, de ipsa pro- 
fecto diebus illis habilius agitur, quibus, quolibet deposito satagentis 
Martbe obsequio, in cinere et cilicio devote monemurpreterita peccata 
deplangere ad pedes Domini cum Maria. Propter quod, dum camem 
doceimNr4omareieiuniis, recreari desiderans spiritum pabulo verbiDei, 
'ibenter vestra pre»«iuua fruerer, utsubrepentibus exfragilitatehumana 
reatibus, de quibus expedit con fitwi » vestra prudencia salutaris consili 
remedium exhiberet. 

V. 

Inelplt pr^hemlnm In traetatam proverbiornm. 

Expedito in premissis sub exemplis sufficientibus in tractatu 
exordiorum, per que, ut dictum est, epistolarum seu literarum principia 
decorantur, nunc pauca quedam de pluribus censui proverbia annec- 
tenda, que ydoneus notarius cuilibet parti epistole preter salutacionem 
potest inserere, hoc proviso, ut eadem proverbia, quociens veniunt in 

a) Z. Subdiü ad dominum magnum. Quoniam celestis altitudo consiiü, 
que iD sui disposicione non fallitur, tot et tantis prefecit proTineiis, tot pre- 
tulit regionibus vestram supereminenciam maiestatis, vestramque personam 
multarum rep1e?it copiis graciarum, ut iam de proyidencia vestra, que attiugit 
a fine usque ad finem , fortiter per tocius orbem terre grandisone fame vestre 
preconium extendatur et iustieie reguia exequatis frequeutibus tytulis vos attol- 
Jat, non timemus, qui sub vestre proteetionis regimine consistimus, ex quanta- 
übet commocione naufragium, nee potenciorum Impetus formidamus, quoniam, 
obice gladii vestri potencia, eUditur iniquorum protervia, et quiescunt dum impe- 
ratis Spiritus procellarum, sitque pacis tranquillitas in vestra virtutis dextera, et 
vestris temporibus in opulenta degunt requie subieete vobis gentium nationes. 
Quare prineeps inclite etc. 



104 

medium, et preeedenti materie» si requiritur, aut sequenti tenori, cui 
forte respondere videntur, omnimodis se coaptent. Est autem prover- 
bium stricte sumptum figurata quedam locucio, aliud sonans aliudque 
significans, quod et parabola diei potest. Tali modo non sumitur hie, 
verum prout hoc loco accipitur, large sumptum, proverbium est que- 
dam moralis sentencia, annexe sibi alicuius racionis aminieulo appro- 
bata, idem sonans idemque significans. Que sane sentencia idem ope- 
ratur decus in epistola quod in anulo margarita. Nunc igitur de 
eisdem proverbiis exemplariter videamus. 

Inclpinnt pr«Terbia. 

Racioni congruum esse dinoscitur, ut quod omnes tangit ab 
Omnibus approbetur. — Racionis ordo nonpatitur, ut quis sine iuris 
ordine condempnetur. 

De iusticia. lusticia sepe deprimitur cum quis defensionis muni- 
mine denudatur. — Neminem culpa culpat, quem ad culpam trahit 
necessitas, non voluntas. — lustum est, ut proprio careat qui manum 
ad aliena mittere non formidat. — Dignum est, ut unde quis iheretur 
favorem accipere, non debeat odium persentire. — A proprio iure 
decidit, qui manum illicite ad rem proximi porrigit et extendit. — Juri 
conveniens esse dinoscitur, ut quis demalicia comodumnonlucretur. — 
Dignum est, ut ubi crimen committitur, ibi sentenciöliter puniatur. 

— Domus illa deserta creditur, que iusticie gubernaculo non fovetur. 
— Ad purganda flagicia intrepidus accedat, quem consciencia criminis 
non accusat. — Non aj dampnatur qui cecidit, sed qui post casum 
resurgendi officium non assumpsit bj. — Abstergit maculam cuiusUbet 
criminis digna subsequens correctio penitentis. — Delictum gravius 
puniri consuevit cui condigna satisfaccio non succedit. 

De obsequiis. Beneficium libenter accipere nichil aliud est» 

Fol 24 d. quamlibertatem servitutisubiugare cj, — Dignum creditur et honestum, 

ut qui dominorum serviciis se prompte subiciunt, digne retribu- 

cionis munere debita vicissitudine a dominis premientur. — Honoris 

cumulum subministrat dominis in agendis negociis soUercia servitutis. 

— Si quis alten dominorum non sufficit, male se reddit habilem ad 
utrumque. — Qui duobus dominis servire desiderat necesse est, ut 
unum diligat et alterum contempnat. 

a) De penitencia Z. In V ist Raum dafär gelassen. — bj assumpsit am 
Rande V. assumit Z. — c) servitutibus obligare Z. 



105 

De promiasia a). Honoris et salutis non evitat periculum, qui 
promissum non ducit pro viribus ad effectum. — Hie nequaquam 
promissum violat, qui quod promisit in melius iam commutatÄ^. — 
In malis promissis melius est fidem reseindere, quam promissum see- 
leriter adimplere. 

De Vera amicicia. Conmunis soeietatis et amieicie eomodo dili- 
genter intendere non minus est, quam luera propria proeurare. — Ordo 
racionis expostulat, ut amicorum alter alterius preeibus facile conde- 
scendat. — Naturale esse dinoscitur, ut ubi est fidueia specialior specia- 
lius deeurratur (?). — Amieicie virtus non patitur ut amiei votum suis 
desideriis spolietur. — Digna laudibus illa dilectio iudicatur, quam 
non sanguinis sed amicorum conmunicacio fabricavit. — Absit amicus 
appellari qui, quod debet, pro amico negligit adimplere cj. 

De iudiciis. Causam iure debet amittere, qui velud contumax 
iudicio negligit comparere. — Justus non creditur mediator, qui emer- 
gentes causas decidere congrue non procurat. — Juris ordo hoc 
iubet dj fieri, ut semper actor adhereat foro rei. 

De subditis, Menbra de salute desperant, ubi capud langwore 
viderint fatigari. — Ovis, que pastorem subterfugit, lupinos incursus 
de facili non evadit. — Arbor iure creditur succidenda, de qua fructus 
condignos non recipit diligencia plantatoris e). 

De consiliis. Qui recte vult consulere, debet iram et odium omni 
tempore devitare. — Consilium actus preambulet, et post factum peni- 
tencia non succedet/^. — Si consilium navigantis negligitur, mox 
navalis machina facile naufragatur. . — Stulticie notam non effugit, 
qui iustis amicorum consiliis acquiescere g) non consuevit h). 

De misericordia. Aspidum naturam sequitur, qui afflictis claudere 
pietatis viscera conprobatur. — Quitquit i) a principio malum conci- 
pit, bonum exitum de facili non habebit, non enim per principiüm laus 
acquiritur, sed per finem inicium conmendatur. 



a) De promissis am Rande V. — h) Hie nequaquam bis commutat von 
anderer Hand am Rande V; Z im Text — c) Z. im Text und V am Rande: 
Ad idem. Excusandus amicus excusatur indebite qui quod (sicut V.) voluit 
noQ potuit adimplere. — d) iubet fehlt Z. ^ e)Z im Text und Y am Rande: 
Satis est laudabile et naturale, ut fomentum (vomentum V.) ramus accipiat a 
radice. — f) suocedit Z. — g) acquiescere am Rande V. — h) acquiescit vel 
eoDsentit Z. — i) De mala consuetudine Z. 



106 

mala consuehidine a). Malicia , quam quis recipit a consue- 
^*s^ ^^'^dine vel natura, nee tempore tolli poterit nee doctrina b), 

C,^ Item de constancia amicorum c), Fortuna quotiens Claudicat, 

""llw^ita sit amici constancia manifestat. — Arridet amicus amico 
in prosp^vis^ sed si fallax fuerit, ipsum deserit in adversis. — Ami- 
corum fidem '^pp^^ritas non agnoscit, quam sola novit adrersitas 
experiri. 

De ficta amicicla. Simuteta dileccio hominem dehonestat et 
ipsum Omnibus odiosum declarat d), -^ Amicicia fallax prompta 
est ad promissa, verax autem amicicia ati <xibicionem operis 
preparata. ^' . 

De detractoribus, Detrahentes nichil aliud peragunt, ^ffn^ 
dum sufflant in pulverem, pulvis in eorum oculos retorquetur. 

De suspicione. Sagitta non ledit lapidem , sed sepe resiliens 
vulnerat sagitantem. — Ferro secanda sunt vulnera, ne corrumpatur 
corporis pars sincera. 

De mala societate. Cum ad conscienciam suam sa quisque 
revocat, prius propria, deinde aliena vicia reprehendat. — Sicutpix 
F«i.a$t. manus tangentis inquinat, sie mala societas quam plurimos hominum 
dehonestat. 

De Vita etema. Cum breves dies hominis sint super terram et 
vita hec fragilis noscatur, omnibus inimica ne mors subito quemquam 
preveniat, ad salutis est remedia properandum e). 

De peraeverancia. Non est credendum operi, donec fructus 
optatusrespondeat laboranti. — Laudabilius credituropus non incipere, 
quam ab incepto turpiter resilire. 

De patieticia. Sapientis animus non frangitur in adversis , sed 
contraria fortiter sustinet spiritus patientis. — Singulare remedium 

o^ Diese Oberschrift in Z früher; Siehe umstehend i). — bj Z im Text 
und y am Rande: Ubi mala consuetudo habitaculum recipit, ibi tranquilla pax 
hospicium non habebit. — cj Diese Überschrift fehlt Z. — «y Z im Text und V 
am Rande : Fortune non hominis est amicus , qui in adversis reliquerit, quem in 
prosperis diligebat. — ej Z'im Text und V am Rande : Ad Jerusalem Celeste 
pallacium fideles aspirent, ubi felicitate perpetua semper yivunt, quoniam non 
est in hoc mundo vita homini, sed in alio pro merito datur ei. Nam ille solus 
vivere creditur, qui post mortem viventibus sociatur. — IHius portus amenitw 
congrue frequentatur , ad quem veniens sperata gratitudine non fraudatur. — 
Spes salutis naufraganti subtrahitur, nisi gratus sibi portus auzilii blandiator. 



107 

reputatur, ut in adversis solius paciencie clipeus obponatur. — Sepe in 
altum quis tollitur, ut inde ruens grayius conquassetur. 

De vanitate. Super yacuis videtur inpendiis laborare , qui solem 
conatur facibus adiuvare. 

De superbia. Conpulsus fuit ab alto lucifer cadere, quia voluit 
se altissimo coequare. — Quam sit nociva presumpcio primi parentis 
lapsus indicat, et Saulis deieccio attestatur a). 



a) Z. im Text und Y. am Rande: De rectoribus, Si qua naris D^vfTo 
rectori committitur, non facile ventorum incursibus conquaMuMfT-- Ad 
yma navis de faeili mergitur, cuius nauta remigium aspepMltlirr 



108 



VI. 

Ineipit prohemium in opus sequens. 

Elucidatis ab inicio tarn in genere quam in specia bis , que tarn 
de substantia quam sollempnitate sunt epistole, et postea domonstratis 
quarundamö?literarumformis,que in curiisprincipum dari aolent, nunc 
de epistola, prout est in sui ipsius esseneia, realiter et exemplariter 
videamus, ponendo seilieet formas literarum, que missiles 
dicuntur, circa quarum cognicionem presentis operis 
principaliter versatur intencio, eo quod magis babeantur 
in usu apud modemos. Primo itaque ponuntur litere papales, tanquam 
spirituales , secundo iroperatorum h) et regum Romanorum , tanquam 
seculares, post hec libertatum litere, ultimo litere generales. 

A. Littere papales. 

1. 
Papa proTineie ad fidem saseiplendam. 

Ein Papst CGregar IX.?) fordert, unter Hinweisung auf die Nichtigkeit 

irdischer Gütern eine Gesammtheit (universittu) auf, durch Beichte ihre 

Verbrechen zu sühnen und den Ermahnungen des Ordensbruders, den er 

auf ihr Verlangen ihr sende. Gehör zu geben. 

Lucis eterne lumine destitutus lucifer, caduca superbia procu- 
rante,celocontinerinequiens,eoquodperpetue cecitatis tenebras ineur- 
risset et cum perditus ac perditionis minister effectus c), ne ademptas sibi 
delicias sempiternas possit conditionis bumane dignitas adipisci, quia 
solent miseri prosperitate felicium cruciari, illam in profundum perfidie 
ab altitudine fidei deicere nititur, ut in lacum sue miserie deducatur,esti- 
mans per hoc dampnationis sue cumulum minorari, cum soleat afflictis 
quoddam afferre solatium grata miseris societas miserorum. Quare 
universitatem vestram bortamur in domino Jesu Cbristo, quatenus 
memores existentes, quod omnia transeunt velud umbra et nichil 
in divitiis retinetur preter id, quod in tbesauros Celestes manus 
deferunt egenorum, de babendis amodo fallacibus mundi divitiis deeipi 

a) quarundam, von anderer Hand am Rande V. — b) Correctur anderer 
Hand für inperatorum V. — c) esset zu ergänzen. 



109 

contempnatis, non vosmet ipsos seducentes karissimi, sed discretionis, 
quam habetis a Domino, gratiam imitantes, soUerter curetis attendere, 
quia cum aliquis a vivoram legione segregatur , divitie mundo , caro 
vermibus et anima Deo, si suffragantur merita, vel datur sathane, 
si obstant crimina et peeeata. Quis enim de numero sapientum 
privari aliquo menbro pro peceunia pateretur? Quis pro feodo modico 
obtinendo ad tempus, hereditatis perpetue valeneiam inexplicabilem 
commutaretur? Quis hominum, si rationis dominio non careret, pro 
denario Deum, pro terra celum, pro morte vitam et lueem pro tenebris poi. 2« b. 
abnegaretur? Absit hoc a professoribus fidei Christiane, quorum est 
vita Christus , celum patria et hereditas felicitas sempiterna. Nonne 
yana sunt yite labentis umbracula, quam laborum comitatur instancia 
et, previo morborum dispendio, mortis amare discrimina subsecuntur? 
igitur res miranda , quod carnis dampna fugimus et anime pericula 
non vitamus, et ferventis balnei calorem metuimus et inferni urentis 
ineendia non timemus. Exurgat igitur universitas vestra et cum 
subiectis vobis plebibus properate ad confessionis lavacrum , lepram 
criminum et peccatorum maculas abstergendo. Quapropter vobis virum 
industrium C. talis ordinis, pro instauracione huiusmodi negocii 
multipliciter oportunum, transmittimus, ut petistis, quem leti et 
Tenerauter, ut condecet, admittatis, non solum suis salutaribus 
monitis intendentes, verum etiam sie suis indigentiis necessaria 
impendentes, ut, ipso tandem ad nos cum exultacionis manipulo 
redeunte, vobis, per eundem in reformacione fidei katholice roboratis, 
eterne sit participacionis benedictio et nos devocioni vestre proinde 
eonstituamur ad omnia beneplacita promptsiores. 

Während die salutatio an zwei regni principes und die universitas regni 
gerichtet ist, wird im Briefe selbst nur die universitas angeredet. Für die 
Bedeutung dieses Wortes ist die Verbindung bemerkensi^erth , in welcher es 
hier yorkommt: universitas vestra et cum subjectis vobis plebibus, es ist also die 
universitas eine gebietende Gesammtheit. Vergl. auch Du Gange ed 
HeBSchel „Potest et desuperiori dominio haud male intelligi. Galt. Suzerainete''. 
— Gregorius in der sah wurde auf Gregor IX. oder X. schliessen lassen 
denn nur vom Ende des 12. bis zum Anfang des 14 Jahrhunderts reichen die 
Briefe unserer Sammlung, indessen finde ich weder von dem einen noch 
von dem andern Papste Briefe, die, bei ähnlichem Inhalt, in der Ausdrucks- 
weise irgend eine Verwandtschaft mit diesem Schreiben hätten. Dagegen findet 
sieh der wesentliche Theil desselben wörtlich in einer umfangreicheren For- 
mel einer andern Sammlung (siehe im Folgenden Fol. 79 No. 40), die ich für 
fingirt halte, wieder. 



110 



Pftpa Romanornii regt. 

1274. December 1. 

Gregor X. fordert den König Rudolf auf, steh zur Förderung der sich häufen^ 
den dringenden Verhandlungen in seine Nähe zu begehen, 

Gerbert 2, 15. Boehmar Reg. Greg. X. so. 214. — Rudolfs Antwort 
auf dieseD Brief s. unten Bw 51. 

Propter multa que frequenter occurrunt, immo iam quodam 
modo iminento^ negocia, que non admittunt sine dispendio tarditatem, 
expedire putamus , te a nobis non longa locorum distantia separari, 
ut que necessitas vel utilitas mutuo communicanda suggesserit, h) 
nunciorum discursus properancius explicet, et que deliberacia 
facienda previderit promptior ae faeilior execucio prosequatur. Ideo 
serenitatem tuam hortamur propensius et monemus, utili consilio 
decernentes, quatenus nisi «) gravis periculi evitandi contrarium 
suadeat *)> quanto poteris eicius ad partes terre tue nobis viciniores 
accedens , tuum nobis adventum insinues , sollempnes nichilominus 
nuncios» prout alias celsitudini tue scripsimus, plene tarn super 
assignacione termini ad imperiale dyadema de nostris recipiendum 
manibus , tam super hiis que inter te et karissimum in Christo filium, 
regem Franeie *) et nobHem virum comitem talem ß) geruntur, 
eonsumandis a) instruetos, celeriter transmissurus c) 7) »). 

a) sie — h) suggescerit V. — c) transmissuros V und Z. 

Ergänzungen aus Raynald Annales ecdesiastici ad a. 1274 no. 56 und 
Palacky Italienische Reise p. 44, no. 343. a) consideratio» P) Sabaudie ,7) Dat. 
Lugduni Kai. Dec. an. III. Palacky 1. c. 



1) Gemeint ist die Gefahr, die ron Seiten Otakar's von Böhmen drohte. 

2) Das Regestum Berardi de Neapoli im Vaticanischen Archive, ans dem Raynald ood 
Palacky geschöpft haben, hat für regem Franeie »Karoluro Sicilie regem illustrem*. 

3) Diesem Wunsche entspricht Rudolf schon am 17. December 1274 Reg. Rid. 
no. 149. 



111 

3. 

Papa Romanorom regi. 
1274. September 26. 

Gregor X, erkennt Rudolf ah römischen König an und fordert ihn auf, sich 
zur Kaiserkrönung bereit zu halten, 

Gerbert i, 27. Bodmann'p. 25. Boehmer Reg. Greg. X. no. 210. 

Ardua a), precipue propensis digesta consiliis, sentire pocius 
celeritatis solent ex directione a) compendium, quam pati dispendium 
tarditatis. Sic longa belli preparacio eelerem consuevit afferre 
vietüriam , sie festinatur iter instancius , dum sollieite preparatur. 
Hec nos consideracio in h) imperialis prosecucione negocii hucusque 
detinuit, hee in tui eonsumacione fastigii multa uti maturitate 
perswasit,hec varias vias suggessit querere, diversa remedia cogitare, 
ut Deo auspice tanto ad illa qae instant deducamur securius , quanto 
aecuracius preparamus. Licet itaque non sine causa distulerimus tibi 
hactenus c) regiam denominacionem ascribere , cum fratribus tamen 
nostris nuper deliberacione prehabita, te regem Romanorum de 
ipsorum consilio nominamus. Causas autem salubris dilacionis, immo 
pocius sagacis acceleracionis huiusmodi, ad tocius orbis et ad ipsius 
maxirae profuture pacem d) imperii, ut speramus, dilecti H. et S. /3) 
tue celsitudinis nuncii, non solum ad reritatis expressionem , sed 
et ad 7) sollicitacionem aperient, ut in eis doctrine speculum 
exemplaris inspiciens e), et salutaris consuetudinis informacionem 
accipiens, prudenter satagas in cunctis tuis processibus vitare dis-Foi.25ii. 
cordias, vias tnas facere pro posse pacificas et semitas, quas princeps 
pacis, rex regum et dominantium Dominus docuit, quantum ipse 
tibi donayerit et concesserit, pro viribus ambulare. — Ceterum cum 
mehoata feliciter ab eiusdem imperii *culmine tue promocionis 
auspieia non prosecucionis procrastinacione differri, sed festina dein- 
eeps eonsumacione compleri utilitas manifeste swadeat : serenitatem 
tuam hortamur attentius , quatenus sie te prepares , sie disponas , ut 
cum te ad unctionem , consecrationem et imperialis dyadematis coro- 
nacionem de nostris recipiendas f) manibus duxerimus evocandum, 
^d quod termimum in proximo, prout negocii circumstancieperswadere 

ö) dilatione zu lesen. — h) in feblt V und Z. — c) actenus Z. — d) pace 
V. — e^ prospiciens Z. — ^ recipiendis V. 



i) Vergleiche über diese Gesandtschaft Kopp, Eidgenössische Bunde 1, 89. 



112 

•permiserint, intendimus assignare, non inconsideratus , sed, ut 
negocii solempnia a) exigunt, paratus appareas et festinus S), 

a) solempnia von anderer Hand am Rande V. 

Erffänzangen ans Raynald ad a. 1274, no. SS und Campi Storia di Pia- 
cenza 2,457 ex cod. Valicell. a). Gregorius ep. eie. Rodulpho Regi vRomano- 
rum Illustri. Solent ardua etc. — /3) dilectusfilim Tridentinus electus etfrater 
Henricusde ordine Minorum — 7) adhortationis« —d) et ad premissanon moro- 
sus sed promptus et festinus occurras. Expedit autem, ut aliquos, qui super 
eiusdem assignatione terroini quid tue commoditati congruat et alias plene 
tuam super hoc per omnia voluntatem nobis insinuare Taleant^ cito ad presea- 
tiam nostram mittas. Dat. Lugduni VI Kai. Octobr. pontif. anno III. 



Papa Romanerom regi. 

1275. Juni 27. 

Gregor X bittet, im Interesse der so dringend nöüiigen Eintracht 4^ ckrist" 

liehen Fürsten , den König Rudolf, den von Alfons voh Castüien erhobenen 

Ansprächen auf das Herzogthum Schwaben entgegen zu kommen. 

Gerbert 2, 11. Boehmer Reg. Greg. X. do. 223. 

Instancium negociorum Dei votiva promocio ut votis fidelium in 
sui eiBcacia et acceleracione occurrat a), etsi Christianitatis pacem 
multipliciter exigat, preeipue tarnen Christianorum principum una- 
nimitatem signanter exposeit, ut non solum sit ex hoc Christiani- 
tatis ipsius potencia et in ducendis et in ducibus unita potencior, sed 
et ipsi duces et dueti, quo, in eorum cordibus extinctis odiis et 
evulsis odioFum zizaniis, pacis seetatores effeeti, regi pacifico gratiores 
extiterint, eo reddantur ipsius serviciis apciores. — Hinc est quod 
sumopere affeetamus, eunctos catholicos, maxime reges aliosque 
prineipes et magnates, pacis filios inveniri, ut super eos pax Domini 
requiescat, vX, hinc inde sponte submotis iniuriis, que dissensionum 
solent movere discrimina et fovere, quanto magis fuerint in eorundem 
negociorum prosecucione concordes, tanto in ipsorum execucione Dei 
et proximi expiatis offensis, sint amplius efficaces. — Hoc princeps 
inclite, inter te et karissimum filium nostrum, regem Castelle 
illustrem, quo tuam et ipsius concordiam mundo utilioremft^ credimus, 
eo ipsam intensiori quodammodo desiderio affectamus. Ne igitur tibi 
vel eidem regi ex eo turbacionis detur occasio , quod , sicut regis 

a) concurrat Z. — bj utilem V. 



113 

eiusdem tenet assercio, ducatus Swevie ad ipsum pertinens ex 
successione materna *)* pcr te cum iniuria detinetur: serenitatem 
regiam rogamus in Domino et hortamur, quatenus in hoc, ad satis- 
faciendum a) iustis desidefiis eiusdem regis, animum tuum h) sie 
häbilites, sie coaptes, quod omnibus patenter appareat, te toto corde, 
omni promptitudine ^c intencione paratum ab iniuriis principum 
abstinere, nee tibi possit aliquid e) imputari, quo minus inter te et 
regem eundem pax servetur perpetua et teneatur concordia illibata. 
Nos enim omnem viam, bonos et iustos modos, quos ad coneordan- 
dum in premissis cum rege prefato tu et ipse duxeritis admittendos, 
gratos et acceptos habebimus et proinde tibi et ipsi grates uberes 
cum omni promptitudine refferemus d). 

a) satisfaccionem V. — b) tuum am Rande von anderer Hand V. — 
c) aliud V. — d) Palacky Reise n. 365 gibt zuerst das Datum Bellicardi Y. 
Kai. Julii a. IV. 



Papa Ramanornm regi. 

1276. 

Innocenz V, bittet den König Rudolf; dem Gerhard von Granson, den er nach 

einer ataitgefundenen Sedisvacanz und Doppelwahl zum Bischof von Verdun 

eingesetzt, die Regalien zu übertragen, 

Inter curas multiplices et immensas» quibus assidue angimur et 
distrahimur, super vires propensior mentem nostram sollicitudo a) 

a) sollicitufo V. 



9 Beatrix, die Mutter König Alfons", war die Tochter Philipp's von Sehwaben. Der 
Zusammenhang, in den dieser Brief gehört, ergiebt sich zur Genüge aus Kopp I, 
115. Schon 20 Jahre rorher hatte Papst Alexander IV. durch einen Brief an den 
schwabischen Adel die Ansprüche Alfons* auf Schwaben unterstützt. Raynald 1255 
n. 53. Cum sicut — favorem. — Auf jene Abstammung Alfons* „de progenie 
domus ducum Suevie ad quam, de pririlegio principum et de concessione Romane 
ecdesie pontificum, Imperium iuste et digne dinoscitur pertinere^ berufen sich 
übrigens die Pisaner, als sie, die Ersten, den Alfons „in Romanorum regem et 
imperatorem Romani imperii*< erwählten. S. d. Urk. vom 18. März 1256 Lünig Cod. 
It. 1, 1061. Boehmer, Reichssachen no. 44. — Die Antwort Rudolfs auf unsern 
Brief siehe unten B. no. 66« Vergl. noch Wilken, Kreuzzuge 7, 642. 
Fontes. Abth. ü. Bd. XXV. . ^ 



114 

perurget, ut ecclesiis, pastorali regimine destitutis» circumspecto 
diligencie nostre studio , provisio fructuosa proveniat et salubris, 
eisque tales nostris temporibas preficiantur in pastores, qui velint et 
yaleant ipsis in statu tranquillo et prosperb gubernare. Sane vaeante 
sede ecclesie Virdunensis per decessum felicis recordacionis episcopi 
loci eiusdem, ibidem fuerunto^due electiones, una videlicet de dilecto 
filio Thoma decano et alia de Johanne ^ quondam ipsius ecclesie 
primicerio, in discordia celebrate. ünde , causa que inter eosdem 
electos occasione predictarum electionum rertebatur ad sedem 
Fol. 23 a. apostolicam legittime devoluta, nos in ea dilectum filium nostrum 
Johannem, sancte Marie dyaconem Cardinalem » dedimus partibus 
auditorem y, coram quo predicta causa pendente, predictus primi- 
cerius nature debitum exsolvit et tandem dictus decanus ius , quod 
sibi competebat ex electione pridem celebrata, ipsum sponte ia 
nostris manibus resignavit. Nos ergo , qui ex iugo apostolice servi- 
tutis universis ecclesiis in suis opportunitatibus , prout nostra 
possibilitas patitur, subvenire volumus et tenemur, attendentes quod, 
si ecclesie dicte provisio differretur, multis subici posset periculis et 
pressuris c) et gravia subire in temporalibus et spiritualibus detri- 
menta, volentes proinde eidem ecclesie de pastore ydoneo providere, 
in dilectum filium nostrum N., electum Virdunensem d), tunc capella- 
num nostrum, virum utique morum honestate conspicuum, consilio 
providum et in omnibus denique circumspectum, acceptumque nobis et 
fratribus nostris sue merito probitatis, mentis nostre oculos duximus 
dingendes , eumque de fratrum eorundem consilio eidem ecclesie de 
apostolice plenitudine potestatis in episcopum preficimus ej et pasto- 
rem, sperantes quod ipsius circumspectione laudabili et Provi- 
dentia circumspecta ecclesia predicta tarn temporalibus quam 
spiritualibus proficere debeat incrementis. Quapropter serenitatem 
regiam rogamus et hortamur attente, quatenus electo eidem 
regalia concedens, circa ipsum tue benignitatis graciam sie effundas, 
ut ipse futtus favoris tui f) presidio in execucione pastoralis ofBcii 
possit assidue , Deo propicio, prosperari et tu exinde gracie divine 
premium et apostolice sedis benivolenciam captare valeas ampliorem. 

a) fuerint V. — b) adiulorem Z. — cj et pressaris fehlt Z. — dj Vir- 
deosem V. — ej prefecimus V. -— ^ tue Z. 



115 

Eine Sedisvacanz fand in Verdun im 13. Jahrhundert zweimal Statt, 
nach dem Tode des Bischofs Ulrich von Sarnay, von 1273 bis Ende 1275, 
und nach dem Tode Heinrich*s Hl. von Granson von 128^—1289. Nun findet sieh 
unser Brief in dem Cod. Phil. 383 der Wiener Hofbibliothek Fol. 18 mit der Ober- 
schrift Innocentius Rudolfo (Pertz , Archiv 7, 977) , er kann sich also, da 
InnoceoK V. vom Januar bis Juni 1276 regierte, nur auf die zuerst erwähnte 
Sedisvacanz beziehen. In der That finden wir um jene Zeit nicht bloss den 
hier erwähnten Decanus Johannes zu Verdun (vergl. dessen und des priroi- 
cerius JoflTridus Brief an Gregor X. vom Jahre 1272 bei Roussel, Histoire eccle* 
sitatique de Yerdun , Appendix p. 15), sondern auch über eine Doppelwahl 
berichtet derselbe Schriftsteller p. 309 Folgendes: Vassebourg conjecture, 
que cette vacance füt occassionee par les divisions, qui trouhlaient toutes. les 
egiises de cette province dont les douhles elections avaient die cassees ä la 
cour de Rome etc. Vassebourg war Archidiaconus der Kirche zu Verdun und 
stellt jene Behauptung einer zu Verdun um 1273 vorgekommenen Doppelwahl 
in seinem, von Roussel citirten, in der kgl. Bibl. zu Berlin nicht vorhandenen, 
mir daher nicht zugänglichen Werke „Les Antiquitez de la Gaule Bei- 
gique, Paris 1549** auf. Roussel verwirft die Behauptung Vasseburg*s, 
unser Brief jedoch erweist sie als richtig. — Obrigens war Gerhard von 
Granson wahrscheinlich nach dem Tode des, in anserm Briefe erwähnten 
primicerius Johannes von dessen Partei gewählt worden. Der Graf von 
Cbiny, dessen Schwestersobn er war, gewann für ihn die Stimmen der 
Kanoniker. Roussel 1. c. p. 309. An ihn mag audi der Brief Gregor*s X. 
d. d. Mailand 14. November 1275 mit der Oberschrift: Electo Virdunen^ii. 
(Raynald 1275, n. 44) gerichtet sein, und er ist es auch, den hier Innocenz V. 
electum Virduncsem nennt und als Bischof bestätigt. 

6. 

Papa Romanorui regi. 

1276. 

Innocenz V, fordert den König Rudolf auf, dem Erzbüchof von Köln Siegfried 

von Westerburg gegen den Grafen Wilhelm IV, von Jülich beizustehen. 

Nobilis animi tui nafivitas, potentis nature creatricis officio 
ministrante.aclarisprogenitonbus tuis in propagacionem generöse quo- 
dammodo sobolis derivata, virtuosis sie prefulget operibus, sie nos 
velud in swavi odore aromatum ex continuo fame provocavit preeonio, 
quod in te vere nobis complacuit et super te spiritus noster velud in 
grata quadam duicedine specialiter eonquiescit. De tue igitur gene- 
rositatis magnificeneia presumentes, ecciesias et personas ecclesiasti- 
cas, quarum ex offieii nostri debito saluti intendere cogimur et quieti, 
eo tibi fiducialius eommeudamus , quo erga ipsas zelum te habere 
noYimus promptiorem , per quem et Deo gratum prestas obsequium et 
hofiiinibus te reddas merito graciosum. Sane, sicut accepimus, comes 

8* 



116 

lunacensis a) iam dudum ecclesiam Coloniensem gravibus affecit 
iniariis et pressuris et adhuc eandem ecclesiam et venerabilem 
fratrem nostrum Coloniensem archiepiscopum 6}, innumeris angustiis 
et variis persecucionibus affligere non veretur. Verum quia confidi- 
mus, quod per tui favoris auxilium predicta ecclesia, quam paterno 
amplectimur affectu , a suis angustiis debeat respirare : eelsitudinem 
tuam attente requirimus et rogamus, quatenus arcbiepiscopum et 
ecclesiam predictam e) habeas d) pro divina tibi et nostra reverencia 
commendatos , ipsis in suis iuribus propensius assistendo , ita quod 
propiciacionem ex eo divinam amplius tibi cumules et nos devocionem 
tuam possimus et debeamus merito vicissitudine gratuita commendare. 

a) loniacensis Z. nobilis 6. comes Juliacensis Gerbert. — h) episcopum 
Gerb. — c) predietos Z, — d) habeas feht Z. 

Gerbert 2, 44 ohne den ersten Satz, begannt mit: eeclesias et personas etc. 
und hat die Obersehrift: Innocentius ete. charissimo in Chr. filio Rudolphe. 
Das kann nur Innncenz V. sein, der fünf Monate, ?om 21. Januar bis 22. Juoi 
1276 den päpstlichen Stuhl inne hatte. In diese Zeit gehört also unser Brief. — 
GrafWilhelm IV. von Jülich füllt bei einem Angriffe auf die mit dem Erzbiscbofe 
Siegfried verbündete Stadt Aachen am 16. MSrz 1278. Lacomblet, Urkb. 2, 
415. 

7. 

Papa Komanorun regi et eapitnlo N. 
1282. 

Martin IV, fordert das Capitel der Kölner Kirche auf, eine Feste, die es 
während des Ztoischenreiches sich unrechtmässig angeeignet, dem König 
Rudolf gutwillig herauszugeben, anderseits ermahnt er den König zur Milde 

und Gerechtigkeit, 

In vestris actibus illius providencie Studium servare vos convenit, 
ut videlicet per iusticie semitam incedentes, cuiuslibet evitetis iniuriam 
et iura aliorum aj penitus non ledatis. Quod tunc facilius a vobis 
efliici poterit, cum voluntatis libitum racionis limites non excedit. Sane 
intelleximus, quod vos castrum tale N. Coloniensis dyocesis, quod 
spectare perpenditur ad imperium pleno iure , oculo cupiditatis inieeto 
statu imperii fluctuante 9' ^^^ absque magno temeritatis audacia 
occupastis et quarundam expensarum, quas in eo vos fecisse bj dicitis, 

aj aliorum am Rande V. — bJ fecisse am Rande V. 



*) Darunter verstehe ich das Interregnum, es konnte aber auch die Zeit des Krieget 
zwischen Rudolf und Otakar g^emeint sein. 



117 

occasione, ipsum detinetis contumaciter occupatum. Et quamquam ex 
parte karissimi filii R., Romanorum regis illustris , iam fueritis pluries 
requisiti, ut sibi, iustieie eomplementum exhibere parato, et parere 
volenti in hac parte iuri, ac suffieientem inpendere caucionem, castrum 
ipsum restituere curaretis, id ipsum facere renuistis, non attendentes 
quod , sicut ex parte ipsius regis proponitur, rex ipse non difficilibus 
potuisset idem castrum remediis reeuperasse, nisi devocionis sinceritas 
in eo vires potencie eohiberet. Quare universitatem vestram hortamur 
in Domino, per apostoliea vobis scripta mandantes , quatenus circa 
restituciouem a) dicti castri prefato regi, prout tenemini faciendum, 
taliter velitis illo consilio dirigi , ut super hoc de cupiditatis vicio aut 
violencie temeritate notari, .quod in aliis pocius reprobare tenemini, 
non possitis, ut dictus rex, cuius mansuetudine hactenus abusi forsitan 
exstitistis, confugium ad aliud habere remedium aliamque sibi viam 
recuperacionis , vobis forte satis dampnosam, exquirere non cogatur, 
vestraque devocio debeat exinde non immerito commendari. 

Nos vero te regem, filium nostrum in Christo karissimum, 
hortamur in domino Jesu Christo per salutifere crucis sue 
mysterium et sui preciosi sanguinis aspersionem obtestantes, 
quatenus predicti castri causam tranquilla mente discuciens et te a 
rege h^ regum datum regem in gentibus humiliter recognoscens, te c) 
ipsum et tuos non peccatorum necessitatibus implices, sed regas et 
du'igas ad salutem. Tu quoque , nisi recte tui animi motum rexeris, 
non recte tibi regnum sive nomen regium et tytulum vendicabis. 
Yanam huius mundi gloriam instar puncti cum tuo d) tuorum periculo 
predictum amplius in comocionis spiritu negocium prosequendo — 
cuius tamen fructum aliquando nequis assequi — non sequaris e) sed 
pocius animarum exicia, corporum strages nee non rerum dispendia, 
que persecutionem huiusmodi verisimiliter subsequuntur, quorum tu 
auctor et actor precipuus recenseris, in libra exacte discussionis 
appendens momentanee delectacionis ambiguum. Propter f) id ipsum 
certitudini eterne non preponas salutis, sed sub potenti manu creatoris 
tui ac eins vicarii potentatus tui vires humilians ac iustieie, que 
parvum ac magnum iudicat, magnificencie tue colla submittens, 
hunüli animo ab eadem persecucione desistas, omnimodis et multi- 
plicatis ab olim salutiferis perswasionibus acquiescas. 

a) restitionem V. — h) et te regem V. — c^ et V. ^ d) et lu 
ergilnzen — e) sequeris zu lesen. — f) Propterea su lesen. 



118 

Der Brief an den König ist dem an das Capitel der Kolner 
, Kirche mit der Conjunetion rero angef&gt. Hängen so die beiden Briefe 
zusammen, so fehlt offenbar die Einleitung, in welcher der Papst dem 
König mittheilt, er oder sein Vorgfinger habe dem Capitel folgenden Brief 
geschrieben. — Was nun den Inhalt des Briefes angeht, so bezieht er sieh wohl 
auf die Streitigkeiten zwischen Rudolf und dem Erzbisthum Cöln , welche 
durch Rudolfs Kriegszug im Sommer 1282 beendigt wurden und über den 
das Chronicon EllenhardiM.6. SS. i7J25 Folgendes berichtet: Post heccol- 
lecto exercitu magno , retraxit de manibus archiepiscopi Coloniensis nobilis- 
sfma castra Werde et Koeheme et radicitus evulsit eastrnm Rienecke, quod 
erat domini de Hohenyels. Vergl. was Boehmer Reg. inde ab 1246 etc. p. HS 
hierüber zusammengestellt hat. — Am 17. August 1282 war der Friede völlig 
hergestellt, denn an diesem Tage schrieb Rudolf dem Könige Eduard ?on 
England : nam venerabili Coloniensi archiepiseopo pro honore imperii sincere 
et integre nostre gratie reformato , in pacis et tranquillitatis amoenitate respi- 
raut omnia nottre eredita poiestati. Rymer Foedera I, 209. 

8. 

Papa tali praTlncie ad tdem sascipiendaii. 

1248 MSrz i. 

Innocenx IV. fordert Heiden auf, steh taufen zu laeeen und den Ermahnungen 
des zu ihnen gesandten Bischofs sich zuzuwenden, 

Creator tocius creature , Deus et homo , ad introitum regni a) 
eelestis nos regenerans et in ablutionem bj criminum baptisma nobis 
consecrans, Jesus Christus, idemque assistens pontifex futurorum 
bonorum, faetus obediens cj usque ad mortem, per amplius 
et perfectius tabemaculum , quod non erat huius creationis , neque 
per sanguinem hyrcorum dj aut vitulorum, sed per proprium 
sanguinem introivit semel in sancta i), eterna redemptione inventa, 
quam ab eterno nobis in se confidentibus preparavit, id est 
confessoribus vite sue, in qua nos in adopcionem filiorum suorum 
ex diversitate gencium adunavit ad futuram gloriam , de tenebris nos 
vocans in admirabile lumen suum, redemptos suo ej sanguine pre- 
cioso. Ad cuius glorie participaeionem vocati, ut diximus, communiter 
vestram universitatem vocandam duximus et rogandam, quatenus ad 

aj regia Z. — bj ablutionum V. — cj fut. hon. fact. obed. Z; V. am 
Rande. — dj ircorum Z. — ej tuos Z. 



1) Ep. b. Panli ad Hebr. 9, 11. 12. 



119 

pretacta, que Christiane fidei. expediunt, presenti perswasione acquie- 
scere satagatis, sa^rum baptisma in Jesu nomine recepturi. Nos enimpot.gcb. 
ad lucrandam animarum vestrarum salutem, venerabilem ac dilectum 
in Christo fratrem episeopum N. ad vos premittentes piis affectibus 
destinamus, cuius eonsiliis et exhortacionibus salubribus atque sanctis 
Universitäten! vestrani non solum speramus aequiescere in premissis, 
sed et corporalibus suis indigeneiis vos adeo liberaliter et cum omni 
promptitudine occurrere perswademus, ut vobis per eundem ablutis et 
renovatis in spiritu sancto per regeneracionem lavacri salutaris, et in 
agnicione fidei katholice saluberrime illustratis » dum vobis dedit quod 
a Domino accepit et de tenebris in lucem vos revocans , ac ab errori« 
devio vos reducens ad semitam veritatis, infidelitati vestre cognicionem 
spiritualium, sine quibus saluseterna non acquiritur,seminavit, vestrao^ 
temporalia, sine quibus ad presens non vivitur, se gaudeat cum 
sufficiencia omnimoda messuisse. In quo sane et apud Deum, qui est 
bonorum operum magnificus retributor, immensi meriti cumulum vobis 
conparabitis et nichilominus coram huius vite mortalibus et coram 
sancta Romana ecclesia atque nobis condigne laudis preconium 
referetis. Datum anno Domini MCCXLVIU. Kai. Martii, pontificatus 
nostri anno quinto h), 

a) 86 Z. — h) Das Datum feht V. 

9. 
Papa KamaBorin regt, eoouneidandt elc. 

12S9 April 30. 

Alerander IV. belobt den König Richard to^en seiner Devotion, zeigt ihm an, 

dass er die Mittheilungen seiner nunmehr zurückkehrenden Gesandten wohl' 

wollend und aufmerksam entgegen genommen, und dass er den Bruder Walther 

zur Unterstützung der Sache des Königs nach Deutschland absende» 

Böhmer, Reg. Alex. IV., no. 156. Vergl. unten No. 11. 

Grande matri provenit gaudium ex filii bonitate, vixque aliquid 
est quod ita parentes letifieet, sicut sapientia et probitas filiorum, in 
qua velud in thesauris optimis delectantur. ünde quia Romana 
ecclesia in te conspicua devocionis insignia, evidencia prudencie a) 
indicia et quidquit in perfecto et amabili filio exigitur, plenarie 
repperit, vehementi profecto e^ultat leticia. Et inter cetera queanimum 
eins exhilerant b), hoc iocunditatem maximam affert ei, quod tam 
carum et placidumc^ habet filium, sinceritatis puritate prefulgidum et 

a) pnidentia Z. — b) exilerant Z, — c) placitum V. 



1-01.26 « 



120 

virtutum gratia prepollentem. Propter quod ad personem tuam tota 
mentis nostre affectio dirigitur, et assiduis te brachiis materni amoris 
amplectens, in tuis preclaris operibus, tanquam in swavi odore 
aromatum delectatur et quodammodo recreatur, cogitans semper et in 
cordis secretario revolvens, quit a) tibi gratie, quit favoris filio possit 
inpendere tarn preeelso, et quibus honorificenciis suum statum magni« 
ficum valeat insignire. Sanß dileetionis tue filios, magistrum Arnoldum, 
eapellanum nostrum h) et eins socios o^, nuneios tuos , viros utique 
industrios et prudentes et in commisso eis negocio sollicitos et fideles, 
quos adsedem apostolicamdestinasti, consweta benignitate recepimus 
et ea que iidem tui nuneii ß^, honoris tueque exaltacionis ferridi zela- 
tores, nobis ex parte tua seerete ac publice retulerunt, intelleximus 
diligenter. Verum quia eximia karitatis ac pietatis opera, quibus 
semper persona tua inter alios katholicos reges et principes orbis 
terre refulsit, pro te apud nos et Romanam ecclesiam, matrem 
tuam» sedulo ac efficaciter interpellant, nos boc non indigne 
pensantes» considerantes etiam, quod fuisti semper ecclesiarum 
amator precipuus et defensor singularis ecclesiastice libertatis, 
adletha c^ fortissimus katholice fidei ac pugil, iusticie guber- 
nator, attendentes etiam d)^ quod circa personam tuam inclitam 
et illustrem, electam dudum utique ad Romanum culmen imperii» ad 
inunctionem et coronacionem etiam iam processum, nostrum ad te 
totaliter direximus animum, firmo intendentes proposito, et intencione 
stabili permanentes e^ ad tui honoris culmen libenterassurgere, tueque 
promocioni firmiter et ferventer intendere ac ad omne bonum tuum 
inpendere opem et operam efficacem. / 

Et ecce dilectum filium nostrum Galtherium f) yj penitenciarium 
nostrum, virum utique religione conspicuum, moribus et scientia 
preditum, nobisque sue meritis probitatis acceptum, ad regnum 
Alamanie ad favorem tuum specialiter duximus destinandum, universis 
predicti imperii fidelibus aliisque magnatibus, tam ecclesiasticis quam 
mundanis, tibi adherentibus et non adherentibus per nostras man- 
dantcs dj literas e), ut adherentes tibi constanter et in tua fideli- 
tate et devocione permaneant et prebeant omne quodcunque gj 
possunt, per se, subditos, consanguineoset amicos consilium, auxilium 

a) tib: fehlt Z. — bj capellauum aostram fehlt Y. — c^ adleta Z. — 
dj \n$u]^er für etiam Z. — e> proponentes Z. — ^ Gualtherum Z.— ^^quocun- 
que V. 



121 

et favorem. Super eo autem, quod dicti nuncii moram magnam in 
curia nostra traxisse videntur, tua serenitas non miretur, quia tarn 
ardua tamque sollempnia negocia non possunt nee debent festinanter, 
sicut a multis forte creditur, expediri, presertim cum in talibus 
expediat, sicut nosti, ut cum multa providencia, deliberacione et gr^vi- 
tate maxima procedatur. Ideoque celsitudinem tuam rogandam 
duximus actentius a), quatenus predicto penitenciario nostro, qui ad 
hoc de speciali nostro mandato tuam accedit presenciam, ut in com- 
misso sibi negocio tuo consilio dirigatur h)^ in hiis , que tibi ex parte 
nostra dixerit, adhibeas summam fidem, illa que pro te fecimus, 
diligenter attendens e)^ habeas preüictos nuncios super mora huius- 
modi tarn fructuosa et utili excusatos. 

Confortare igitur in Domino studiumque tuum circa magnifica et 
eximia probate constancie tue opera, mofe solito de divino et aposto- 
lico favore confisus, non cesses ad laudem Dei et exaltacionem sedis 
apostolice exercere 1^). Nos autem, qui ad personam tuam precipuum 
et intimum habemus affectum , quique yehementi desiderio cupimus, 
ut Status tuus continuis auctore Domino amplificetur et oportunis 
crescat augmentis» apud regem regum pro te devotis ac sedulis 
supplicacionibus insistimus, ut per suam clemenciam processus 
tuos dirigat atque regat, detque tibi ex alto virtutem prosequendi 
laudabiliter inchoatum negocium illudque feliciter consumandi r/). 

a) adtentius Z. — h) dirigatur et Z. — c) adtendons Z. 

Ergünzungen aus Rymer Foedera 1, 384. Alexander episcopus serTus etc. 
carissimo io Christo filio Ricardo ia Rom. regem electo et corpnato salutem 
et apostolieam benedictionem a). Ära. cap. o. prothonotarium , et fratrem 
Wilielmum, ordinis trinitatis et captirorum familiärem et ß) ac Teoerabilis 
frater noster episcopus et dilecti filii archidiaconus Rofeasis ac Robertus 
de Baro tui 7) de Rogat* familiärem et d) favorabilea e) et per ipsum () ac 
illa, que pro te per dos 10 hac parte facta et ordinata consiitunt. Ad höc, ut 
cautius et melius ad optatum perducantur affectam (sie!), secreta apud te nemini 
revelando, teneas illa, quia si secus fieret, plurimum negotio deperiret 19)« 
Data Anagniae 2. Kai. Maii, pontificatus nostri anno quinto. 



122 

10- 

Papa Ineolis Sydiie. 

1254. September. 

Innocem IV. verkündet den Bewohnern Siciliens, daea er den Cardinal Wilhelm 
Fiescp mit der obersten Leitung in der Provinz SiciUen betraut und mit den 
ausgedehntesten Vollmachten versehen habe, und befiehlt, ihm pünktlich tu 

gehorchen. 

Ad diversas mimdi prorincias ex officii nostri debito intente 
cogitacionis extendentes aeiem , et undique per orbem pro salubri 
statu fidelium apostoliee diligencie Studium diffundentes» circa provin- 
ciam N. precipue nostre consideracionis retorquemus intuitum, et pro 
ipsius conseryaeione pastoralis a) nimirum vigilaneie operam adhibemus. 
In bac enim suos ecclesia recognoseit alumpnos , ubi devotos suos 
repperit et fideles, hie est bortus sedis apostoliee proprius, cuius 
nemo alter particeps existit, quem solus Romanus pontifex protegit et 
custodit, cuius alter non gerit regimen et culturam; boc eius 
peculiare pomerium» ubi grate subiectionis flores coUigit et filialis 
dulcedinis poma deceirpit. Quapropter Romana ecclesia circa ipsius 
munimen et cultum attentius cogitat et opem ad boc propensioris 
studii aministrat, ut et illud per devocionem sinceram puritatis 
respiret odorem, et per fidelitatem integram expectatum constancie 
fructum reddat. Verum quia tunc regio utiliter regitur, cum pro vidi 
Füi.26d.rectoris ducatu dirigitur et vigili presidentis industria gubernatur, 
nos, Yolentes ut predicta provincia duce gaudeat circumspecto, qua- 
tenus illius providencia successionibus optatis proficiat et preservetur 
laudabiliter ab adversis, dilecto N., filio nostro, de cuius industria, 
circumspectione et maturitate laudabili pleniorem fiduciam obtinemus, 
eiusdem provincie regimen , quantum ad omnia temporalia et spiri- 
tualia , plenarie duximus concedendum , concessa sibi precipiendi, 
ordinandi, statuendi, faciendi sicut expedire viderit in eadem 
provincia, nee non contradictores et rebelles pena seu dlstrictione 
spirituali ac temporali , appellatione postposita , compescendi libera 
potestate. Ideoque mandamus, quatenus eidem honorificenciam con- 
gruam exhibentes, sibi in omnibus temporalibus ac spiritualibus 
efficaciter intendere ac de universis iuribus et de aliis ad rectoriam 

a) pectoralis V. 



123 

ipsam et Romanam ecclesiam spectantibus curetis integre respondere. 
Alioquin sentenciam, quam tulerit in rebelles, ratam habebimus et faci- 
emus adeo usque ad satisfaccionem condignam inviolabiliter observari. 

Das8 dieser Brief an die Bewohner Siciliens gerichtet ist, ergiebt sich 
nicht blos aus der Oberschnft, sondern auch aus der Einleitung, die dem 
Sinne nach mit anderen vorhandenen Einführungsschreiben nach Sicilien 
gesandter päpstlicher Legaten genau übereinstimmt, ganz besonders aber 
aus der Stelle: hie est hortus sedis apostolice proprius, cuius nemo alter 
particeps exiatit, quem solus Romanus pontifex protegit et custodit. 

- Seit dem Tode der Kaiserin Constanze (1198, Novbr. 27) hatte die 
Curie zu den Zeiten Friedrich*s II. in zwei FSlIen Veranlassung pSpstliche 
Legaten als Statthalter nach S.icilien zu schicken: während Friedrichs Minder- 
jährigkeit und später, während er im Banne war. Je nach der Verschiedenheit 
dieser Veranlassungen findet sieh in den betreffenden päpstlichen Schreiben 
entweder ein Hinweis auf das päpstliche Vormundschaftsrecht (Baluze Epp. 
Inn. IIL Tom. 1, 322, 458, 501. u. öfter) oder auf die Häresie und Tyrannei 
des excommunicirten Kaisers (Raynald 1246 no. 11 ff. u. no. 14). Weder das 
Eine noch das Andere ist in unserem Briefe berfihrt , er wird also bei Lebzei- 
ten Friedrich*s nicht geschrieben sein. 

Oberhaupt ist bemerkenswerth und entscheidend, dass in unserm 
Briefe von einer dem Papste in Sieilien gegenfiber stehenden Macht gkt nicht 
die Rede ist und dass nur noch auf etwaige contradietores und rebelles hinge- 
wiesen wird. Wann in den 16 Jahren zwischen dem Tode Friedrich*s und der 
Schlacht bei Bene?ent (1266, Febr. 6) — in die Zeiten Karfs ron Anjou aber 
passt unser Brief gar nicht — vrar der Papst so glüeklieh, den Sicilianern 
schreiben zu können, ohne durch die Macht der Staufer auf jener Insel beun- 
ruhigt und genöthigt zu sein, seine Getreuen vor dieser „Nattembrut^ zu 
warnen? 

Daswar nicht der Fall, so lange Konrad IV. lebte (+1254 Mai 20), 
Während dieser Zeit bietet zwar Innoeenz IV. nach einander dem Richard 
von Cornwallis (Boehmer, Reg. Inn. IV., p. 361 ad a. 1252), dem Karl von 
Anjou (1253, Juni 12, ib.n. 78), Edmund, dem Sohne Heinrich'sIII. von England 
(ib. n. 84, 85. 1254, Mai 14) das Königreich Sicilien an , seine Feinde sind 
aber fortwährend im Besitze desselben. 

Ebenso wenig aber konnte der Papst während Manfred sich auf der 
Insel behauptete, December 1254 bis zum Jahre 1266, so schreiben, wie hier 
geschieht Das kann nur im Sommer oder Herbst des Jahres 1254 der Fall 
gewesen sein. Da tritt, namentlich seitdem Manfred (1254, Septbr. 27) und 
Bertold von Hohenburg (1254, October 19) sich Innoceuz IV. unterworfen 
haben, eine kurze Zeit ein, in welcher der Papst alleiniger Herr Siciliens war. 
Aus jener glficklichen Epoche finden wir auch einen Brief Innocenz IV. an 
die Bewohner von Messina, Calahrien und Sicilien, in dem so weaig wie in 
dem unsrigen von einer dem Papste gegenüber stehenden feindliehen Macht 
die Rede ist» er nehme 8ie,heis8t es: sub b. Petri ac nostra protectione ac 



124 

defensione speciall, und Sicilien und Calabrien sollten sein perp^tuo de de- 
mania ecciesiae Romanae. Raynnld 1254, October 10, n. 63. In diese Zeit aUo 
wird unser Brief gehören. In der Thai schickte auch Innoeenz IV. schon sm 
2. September 1254 seinen Verwandten , den Cardinal Wilhelm Fiesco, «Is 
Statthalter nach Sicilien und schrieb auch, wie Raynald berichtet, ad proceres 
Siculos, ut maiorcm Uli conciliaret auctoritatem. Den Volhnachtsbricf für 
Wilhelm theilt Raynald selbst mit, der von ijim erwShute, jedoch nicht niit- 
getheilte Brief an die proceres Siculos liegt uns, wie ich glaube, hier vor. Deno 
wenn es hier von den Vollmachten des Legaten hcisst: concessa sibi precipiendi, 
ordinandi , statuendi , faciendi sicut expedire viderit etc. libera potestate, so 
passt das sehr wohl zu der Machtfülle mit der der Cardinal Wilhelm ausge- 
stattet war. Vergl. Raynald 1254, no* 48. Presentium teuere concedimus, ut 
possis etc. ~ plenariam potestatem. 



11. 
Papa episcopa Colonieasl. 

1259. April 30. 

Alexander IV. empfiehlt dem Erzbüchof Konrad van Köln dringend, dem 
römischen Könige Richard auch femer in jeder Weise beizustehen. 

Cum magnifica et pia gesta katholicorum regum et principum 
orbis terra ante oculos mentis nostre redueimus, dam clara et devota 
ipsoriun opera diligenter advertimus et eximia rectitudiais merita, 
quibus eorum singuli se Deo gratos et Romane ecelesie, matri 
fidelium, acceptos et utiles sub diversitate temporum reddiderunt ad 
memoriam revoeamus» recolenda utique ae merito coUaudanda sunt 
virtutum acta, per que karissimus in Christo filius noster Richscbar- 
dus aj, in Romanorum regem electus et coronatus» et in imperatorem, 
auctore Domino» promovendus, in oeulis divine semper placuit 
maiestatiet apostolice sedis lavorem sibi et gratiam vendicavit, sie 
specialiter et in promptu nobis occurrunt, quod nequimus ab iUis 
nostri cordis aciem declinare, cum quasi fulgencia quedam sidera 
in ecclesia Dei luceant et ab aliis sicut magna luminaria discernantur. 
Hie siquidem ab annis teneris Deum timere, ipsum corde tenere non 
desiit, studens cottidie per suorum incedere semitam mandatorum. 
Nam fide preclarus» devocione precipuus et insuperabili virtutum 
armatura munitus, suos in parvis nescivit probare conatus» sed 

aj sie ! 



12S 

propugnator ecclesie inclitus factus, semper prefulsit sublimius, suum 
celebre ac memorabile nomen ad superni regis laudem, gloriam et 
augmentum Christiane fidei diffundens et notificans ubique per orbem, 
ac de ipso principibus aliis exhibens exempla salutis. Hie etiam, et in 
fulcimento fidei et ecclesie munimento preambulum ministerium et 
speculum aliorum, sue iuventutis annos dedicans obsequiis crucifixi, • 

salvifice crucis assumpto signaculo , potenter in terre sancte subsi- 
dium transfretavit. Pro cuius terre defensione quam strennue preliatus 
est prelia Domini contra blasphemos nomini» Christiani et quam large 
et copiose, quamque liberaliter ibidem pro incremento fidei et 
redemptione Christianorum magnatum et aliorum, quorum numerosam 
multitudinem per diversas Egypti et alias orientales partes intol- 
lerabilis Sarracenorum carcer tenebat inclusam, suos thesauros 
effuderit, ipsa testatur rei veritas et predicte archivus ecclesie ad 
perpetuam memoriam continet et conservat. Hie insuper ad nos et 
ecclesiam in devocione stabilis, et accensus fervore omnimode conti- foJ««^«- 
nencie, apostolice sedi eiusque legatis et nunciis reverenciam semper 
studuit exhibere, magnificum ipsum favorem, quociens fuit expediens, 
in cunctis ecclesie agendis potenter et patenter inpendens, ad eius- 
dem sedis exaltacionem totis intendendo viribus, totisque studiis 
laborando. Siquidem laudabilis veterum katholicorum regum et prin- 
cipum imitator existens, quod cum divine pietatis babundancia 
speeialibus graciis insignivit, recolendos ipsorum actus amplectitur 
ambulatque per vias eorum , nunquam a tramite iusticie declinandc» 
babetque probitatem illorum in mente conscriptam, eamque sedulo 
graduum et salubrium actuum clara operacione recensens , continuis 
studiis et gestis devocioribus nititur cottidie adicere super ipsam. 
Unde dignum est, ut ecclesia eadem illum — quem priusquam ad 
apicem dignitatis iam asstimpte conscenderet tot cognovit virtutibus 
presignitum, tot ornatum graciis, totque meritis decoratum — in advo- 
catum sibi et defensorem assumat, ut presertim habeat hiis diebus 
in quo insurgencium undique tribulacionum mallei, quibus eadem 
ecclesia frequenter affligitur, conterantur, in cuius potenti brachio 
predicte iura ecclesie defendantur fideliter, eiusque bestes et emuli 
fortiter arceantur. Spcramus itaque et in superni regis virtute con- 
fidimus , quod ipse, quem dictus noster filius karissimus in assumpto 
imperii negocio dicitur sibi posuisse fundamentum, ei prosequendi 
laudabih'ter et feliciter consumandi, tam ipsius imperii, quam ecclesie 



126 

sancte negocium gratiam largietur, ita quod sub eius studioso ducatu 
Status ecclesie nobis ac mundo pacificus proveniet et • tranquillus. 
Cum igitur odor piorum operum buius iilii nostri karissimi a) sicut 
odor agri pleni, cui benedixit Dominus, quadam delectabili swavitate 
ita b) nostrum allexerit et alliciat animum ad omnia, que ipsius exalta- 
cionem respicere dinoscuntur, eiusque personam, quam intima sinceri- 
tate conplectimur et in euius profeetibus speeialiter deleetamur, ut 
ad subeundamtantedignitatispremineneiamceteris mundi principibus, 
ad boe licet ydoneis , eum penitus preferamus , ac nostra in hoc 
voluntas firma et rata, nostrumque votum immobile perseveret —; 
cum etiam tu sue promocionis principalis basis et columpna exstiteris 
singularis,.ita quod quasi totum eiusdem imperii negocium ipsiusque 
pondus negocii assumpseris: super boc tibi gratiarum referimus 
acciones, fraternitatem tuam de fratrum nostrorum consilio rogantes 
atque per apostolica scripta mandantes, quatenus, babens in buius- 
mpdi negocio ad Deum et ad ecclesiam, sponsam suam, et ad nos, qui 
eiusdem karissimi filii nostri promocionem totisdesideriisafrectamus,ex 
innata bonitate c^, in iidelitate ac devocione ipsius, — quem tu ad pre- 
fate dignitatis elegisse culmen et propriis nosceris manibus inunxisse, 
proutadtepertinet, — persisterenondesistas, omne quodcunquepotes 
eidem per te, consanguineos , subditos et d) amicos tuos — ad hoc 
ut ej dictum negocium, gratia sibi cooperante divina, laudabiliter 
prosequi, eique optato fine ad laudem et gloriam divini nominis, 
honorem ecclesie et augmentum fidei Christiane concludere valeat — 
inpendens consilium, auxilium et favorem, sciturus, quod ex hoc Deo, 
ut credimus, et nobis quamplurimum complacebis, nosque invenies ad 
omnia tua et tuorum commoda proniores. 

a) kar* am Rande V. — b) iam V. — cj respectum zu ergänzen. — 
d) subditos et V. am Rande. — e) ut ausgestrichen V. 

Vergleiche Cod. Wilh. A. 4; Pertz Arch. 7, 893. — Am 30. April 
1259 berichtete Alexander IV. dem Könige Richard unter Anderem, er 
trage den geistlichen und weltlichen Fürsten Deutschlands durch Briefe 
und durch den an den König abgesandten päpstlichen PönitentisHus 
Walter auf: ut adherentes tibi constanter in (ua iidelitate ac deyotione per- 
maneant et prebeant omne, i{VLO&Q}i\\f\fie ^oBsviVki, per ae^ subditos et consanguineos 
et amicos consilium auxilium et favorem (siehe oben no. 9}. Diese Ausdrücke 
kehren in unserem Briefe wieder; wir haben also ein^s der vom Papste 
bezeichneten Schreiben vor uns und zwar, nach der in unserem Cod. enthal- 



127 

tenen Oberschrift, das an den Erzbischof ron CSln gerichtete, dem wir da- 
her unbedenklich das Datum des an K. Riebard gerichteten Briefes geben 
können. 



12. 

Papa ap^stoUee sedis legat«. 

1250. 

Ihnocenz* /F. Klagebrief über den Verlust von Damiette und Aufardervng 

an einen Legaten, in allen Kirchen seiner Provinz für Ludwig IX, und die 

Rettung des heiligen Landes Gebete anzuordnen, 

Ducheane, hiat. Francor. scripi K« 415. 

Propinatum nobis ab Oriente dire amaritudinis calicem cumFo's"»- 
lacrimis haurientes, in amara nimis et tristia prorumpere eogimur et 
potissimum, quem gravem intus sentimus, insinuare dolorem. Et ubi 
mestitudine tanta deprimimur, quomodo possimus sermonem lugubrem 
non proferre? Sepe quidem illa orientalis regio absinthii poculo 
Christi amarieavit ecclesiam, sepe pavit ipsam esca fellis, et dure 
tribulacionis punctura confodit; sed nunc ei amarissimam intulit 
poeionem, nunc etiam eam immense tristicie ferculo saciavit et sui 
furoris gladio acerrime pupugit et perfodit. Illato itaque adversitatis 
inopinat'e calici aj superfundimus acrem fletum, et potui tam acerbo 
uberem lacrimarum pluviam immiscemus. Liquet enim omnibus, quod 
karissimus in Christo filius noster, rexFrancie illustris, pro liberacione 
terre sancte, quam, in contemptum Christi et fidelium eins obpro- 
brium,occupatamdetinentil^ar^;2t, crucis olim suscepit6^signaculum 
et cum copiosa comitum, baronum, nobilium et aliorum multitudine, 
tanquam ulcionis iniuriarum Domini anxius , illuc ferventi desiderio 
transfretavit. Sub cuius studioso ducatu sie prospere ipsius terre 
negocium dirigere cepit altissimus, quod rex ipse civitatem Dammia- 
tam, que est introitus, sicut scitur, Egypti, tanquam seram difficilem 
fortemque clavim multo robore stabilitam — quam dudum populus 
Christianus non absque magna sui sanguinis effusione obtinuit et 
tandem eventu sinistro perdidit — mox ut ad ipsam applicuit 

a) calicis V. — b) suscepit fehlt V. 



128 

divino adiutorio» profugatis exinde fidei hostibus, conquisivit. De quo 
ingenti gaudio concepto in laudis superne canticum surrexit ecclesia 
et universi christicole huius communis leticie participio pariter exul- 
tabant, quia dragma , que longo fuerat tempore perdita, eelesti fuerat 
munere reinventa, et ovis, que diu per desertum gentilitatis erraverat, 
ad gregem revocata dominieum» iam cum aliis pascuis salutaribus 
pascebatur. 

Sed prob dolor! nunc cessavit tantum gaudium et in merorem 
nimium est conversum» ipsaquemet civitas, que grandis causam 
alacritatis attulerat, magna facta est materia lanienti. Nam cum post- 
modum idem rex contra soldanum Damasci et a) Babilonis 
cum suo exercitu processit , tandem» clare memorie R. comite Ättre- 
batensium, germano Regis eiusdem, et magistro et fratribus milicie 
templi ac aliis quam multis commilitonibus validum cum Sarracenis 
committentibus bellum , et post non modicum Sarracenorum excidium 
in bello ipso predicto — comite non absque salutaris triumpho 
martirii, paucis evadentibus, interempto — prefatus rex cum, mediante 
suo exercitu, constanter insisteret: furorem irruencium sustinuit 
paganorum, qui sie illico terre ac fluminis transitus artaverunt , quod 
idem exercitus defectum victualium patiebatur extremum. Propter 
cuius intollerabilem tolleranciam et pre suorum multitudine infirmorum 
vehementer obstupuit nee potuit non vereri, quoniam urgentibus 
undique incomodis premebatur. Cumque irruentibus mutuis conflic- 
tibus hinc inde fieret ruina maxima paganorum, deinde innumerabili- 
tate hostium prevalente, Christiane milicie fere penitus agmina cor- 
ruerunt. Dictus vero rex cum hiis , qui secum supererant, hostium 
Foi.nc. circumstancium vallo cinctus et coangustatus nimium, coactus est ad' 
ultimum restituere Dammiatam. Et eo postea ingresso ad reces- 
sum navigium, nonnullos de suis, qui in civitate ipsa in lectis 
egritudinis decumbebant, et alios indifferenter, qui navali caruere 
presidio, perimebant. Non affuit illis defensionis brachium nee pro 
eis locus refugii est inventus. A, Domine ! ubi sunt incliti athlete tui, 
ubi robusti pugiles, ubi propugnatores electi, qui fide fulgentes, 
ferventes devocione ac experiencia precipui, ad tuum prelium contra 
tui blasphemos nominis salutifere crucis signiferis se accinxerant pre- 
liandum! A, domine Deus! ubi populus tuus egregius, gens illustris 
et strennua multitudo, qui pro te, relictis omnibus, tam longa terrarum 

a) et fehlt V. 



129 

et marium spacia transierunt contra emulos fidei Christiane intrepide 
pugnaturi ! A» Domine ! quomodo viri belligeri sie potuere a talibus 
debellari» quomodo fortes tui in preljp tarn graviter ceciderunt ! Ecce 
inebriatus est sanguine iustorum et saturatus eorum carnibus gladius 
inimiei. En turbam illam nobilem, quam eiusdem regis ardens devoeio 
ad tuum tarn acceptabile obsequium accenderat, voravit mucro 
feritatis Sarraceniee fere totam ! Heu, quam dolenda strages, in qua 
tantum tuorum oeeubuit collegium bellatorum! Sed nequaquam 
ambigimus, quin hü feliciter coneluserint dies suos, quin tu Domine, 
pro quo dormicionem acceperunt, in vitam eos transtuleris absque 
termino duraturam. 

Nee mirum si tam ex adverso suecessu tota gemit ecciesia, cum 
vix ei casus gravior contingere potuisset. Propter quod aeerbatum est 
nimirum cor ipsius et suas pre angustia spiritus assiduisi fietibus rigat 
genas, quia non est ei a^ dolor similis sicut iste: plorat quippe 
multorum interitum filiorum, licet non estimandi sint Uli mortui, sed 
ad vitam renati pocius meliorem. Ideoque fraternitati tue per aposto- 
lica scripta mandamus, quatenus universos archiepiscopos tue 
legacionia attente moneas et inducas, ut hoc universale discrimen pia 
meditacione pensantes, erigant toto affectu ad Deum corda sua et in 
eonspectu eins continuas orationes effundant et faciant per civitates 
et dyoceses suas a clero et populo generaliter supplicari, ut ecciesiam 
suam de tanto consolari dispendio non retardet, memoratoFrancorum 
regi, christianissimo utique principi, iter liberum prebeat et securum, 
sibi etiam vires augeat ipsumque corroboret contra paganicas nationes, 
terram illam, quam sua sanctificavit presencia, de infidelium manibus 
eripiendo. Speramus etenim dictum negotium posse bis precum sub- 
sidiis efficaciter adiuvari , quoniam orantes , etsi non aperte , utilius 
tarnen pugnant. Unde cum certabat legifer b) ille precibus, Israhel 
in prelio superabat, et per illius occultum agonem manifestam ipse 
victoriam obtinebat *)• Ut autem hec adiutoria frequencius et devocius 
prebeantur, precipias, ut qualibet ebdomada sermonem ammonicionis 
et exhortacionis Christi fidelibus proponant et per episcopos et per 
alios in eorum ecclesiis et in civitatibus et dyocesibus eorundem per 

a) ei am Rande V. — b) leifer V. 



1) Exodus 17, 11. 
Fontes. Abtti. U. Bd. XXV. 



ISO 

ipsarum prelatos et rectores similiter proponi faciant et super hiis 
affectuose et sine intermissione a) Dominum deprecentur, ita quod 
preter grande premium, quoi a Domino exinde consequentur, 
apostolice sedis graeiam obtineant plenius et favorem. 

13. 

Papa regt TartenriM. 

1254. Febraar 16. Ltterani. 

Innocem IV. bittet den Sultan der Türken, den Überbringern dieses Schrei' 
bens, Predigermönchen, den Aufenthalt in seinem Reiche tu gestatten, damit 
sie durch ihre Predigt auf ihn, die Seinigen und andere Nationen wirken 

könnten. 

Cod. Wilh. A. 7 Alexander ete. regi Tartarorum illusiri Deum vere 
colere et timere. Pertz Arch. 7, 893. 

Deus Creator omnium, pius bj sator et amator hominum, qd 
neminem Yult perire, eunetos, ut salvi fiant, venire <;^ desiderat 
Foi.27d. Yoluntarios ad sue notieiam yeritatis , que dj racionabiles creaturas 
spiritu immortalitatis instaurat. Eas enim, ut in se credentibus 
innoteseeret, condidit, et illis conditoris sui eapaees indidit animos, 
divine mentis ymagine deeoratos. Ad liberandum igitur hanc humane 
dignitatem nature, ob peccatum originis et ignorancie tenebris et 
eamalium sensuum infectionibus involutam, ut, hausto pristine lucis 
radio, ad centemplaeionem veri Dei, solutis errorum vinculis, reci- 
peretur ej: per unigenitum suum, coeternum sibi et maiestate 
potestatis equalem, sine inpassibilis et immortalis divinitatis 
iniuria passibilem et mortalem — quoniam f) hominem factum — 
misit in fine seculorum hominibus verbum yite» per illud 
dans eis» qui a Deo fuerant alienati per culpam, filios Dei iieri 
iterum per graeiam gj et ad vitam de morte transferri mortis legibus 
absolutam. Huius autem yerbi mysterium idem Dei filius, multis 
videntibus in celum assumptus» unde solus ipse descenderat, non 
omnibuSy sed preordinatis ad hoc hominibus, discipulis scilicet, quos 
nove doctrine studio inbuerat, delegavit; prelato ceteris uno, beato 

q) et sine intermissione am Rande. — bJ Rayn. und Bullarium ipsius, was 
keinen Sinn gibt. — cj ven. am Rande V. — d) qni V. — eJ raperetor Rayn. 
— fj quem Y, fehlt Rayn. u.Bull. — gj für «per gratiam** potestatem Rayn. 
und Bull. 



131 

scflicet Petro, apmd quem in dispensacione celestis gracie summa 
diyine pietatis auctoritas resideret. Cui nos longa intercedentium 
patrum series, secundum diyine dispensaeionis ordinem, subdidit, 
paris potestatis» licet inparis meriti, successores. Iniunetum itaque 
principaliter divinitus nobis celestis verbi preconium quo ad cogno- 
scendum solum et verum Deum et, quem misit ipse, filium suum 
unicum Jesum Christum» non decet aures tuas et subdite tibi multitu- 
dinis preterire. Cuius sonus» ecclesia Romana, cui presumus, predi- 
cante — quam idem Jesus in se ipso fundavit in secula, et primitivorum 
prophetarum et apostolorum fundamentis originalibus stabilivit — exiit 
in terminos orbis terre, quo sepulti in peccatis ad vi tarn, que est in 
Christo abscondita, suscitantur. Hinc est quod nos tuam et tuorum 
salutem, ex quibus conceptum semen recte fidei copiosam, ut 
credimus, filiorum Dei repperiet genituram, totis desideriorum viribus 
affectantes^ dilectos filios nostros N. de ordine tali a), viros utique 
in unius Dei lege peritos, ad tuam celsitudinem destinamus, in quibus 
et per quos divinus spiritus pias aures omnem docebit de Deo ß) et 
futuro seculo veritatem, rogantes attencius et pro tue anime comodo 
deposcentes, quatenus fratres eosdem benigne in Dei nomine suscipiens 
et caritative pertractans, in regno tuo eos vlvere paciaris, utDeo vivo^ 
patri spirituum, per eterna vite verba que continent, in te pariter et in 
tuis nee non in aliis naclonibus, quo secundum nostre iussionis 
debitum procedere, te ducente, voluerint, fructum perficere valeant 
animarum; quatenus ex hoc Dens celi, creator tuus, tibi recta fide 
veraciter innotescens, pietatis sue et immortalitatis gloriam, feli- 
citatis graciam, que nisi per Christum et in Christo provenit, 
largiatur 7^. 

Ergänzungen tus Ripoll Bulltrium ordinis ff. praedicatonim 1, 240 
(Raynald 1254 no. $). Innocentius ep. s. s. D. nobili yiro soldano 
Ttirchie Deum yerum colere et timere. a) fratres ordinis predicatomm. — 
ß) eiasqoe iufltitia. — 7) Dat. Laterani XIY. Kai. Martii pontificatas nostri 
anno XI. 



9* 



132 



14. 
Papa ■■tfenif areUeptse^pIs et episeepis. N. regii. 

Em Papst (Gregor IX.?) fordert Erzbischöfe und Bischöfe unter Straf- 
androhung auf, mit den strengsten Mitteln auf Beseitigung der Sittenlosigkeit 
unter den Geistlichen hinzuwirken und sich in ihrem Vorgehen durch etwaige 
in Folge von Appeüaiionen erlassene päpsUiehe Schreiben, wie sie von den 
Angeklagten producirt werden, nicht irren zu lassen. 

In vinea domini Sabaoth cultores licet immeriti positi et 

custodes, debemus vos divinis allicere misteriis, ut in plenitudine 

potestatis assumpti, tos ad eadem mysteria in partem sollieitndinis 

evooatos sedulo studio excitemus, cum etsi eius sit eolere qui 

plantavit, sine quo nicbil utiliter eustoditur, quia tarnen ex denario 

diurno in ea convenimus laborare, ne, quod absit, non solum mer- 

cede fraudemur, sed tanquam servi desides repellamur; expedit, ut 

F«i.28a. universi et singuli sollicitudine non pigri Domino ferventi spiritu 

servientes in ipsa infatigabillter operemur extirpandis viciis et 

peccatorum tribulis , que superficiem eius obumbrasse videntur, nee 

non plantandis virtutum germinibus , in quibus Dominus delectatur» 

totis affectibus intendendo. Custodie uamque vigilare tenemur, ne 

yenenata reptilia, beretiei scilicet, inter sacramenta ecciesie sibi 

latibulum vendicantes, a perdicionis filiis receptentur» sed in sua 

poeius apprebendantur astucia, ut recepti et recipientes pariter 

confundantur. Verum quia incboanda est a domesticis disciplina, ut 

ab aliis diligencius et perfectius observetur, cum clerici, qui debent 

esse quasi stelle fixe in ecciesie firmamento , studendo sibi per vite 

meritum et aliis per exemplum, pro maiori parte viciorum tenebris 

involuti, prout plus flere possumus quam referre, multis quasi 

occasionem ingerant delinquendi, dum ipsi tanquam pulli onagrorum, 

liberos se putantes et dicentes : licitum quitquit übet, per obrupta se 

precipitant peccatorum, trabendo alios secum in ruinam, ut tot morti- 

bus digni fiant, quod perdicionis exempla videntur ad proximos trans- 

misisse. Expedit utique, ut dum de patrimonio Cbristi vivunt, ne 

dixerimus prodigaliter debacbantur, cogantur ei, cuius sustentantur 

stipendiis, saltim nunc ad placitum militare. Ceterum taciturnitatis 

poeius argui cupientes quam illorum excedentes abusus et abusivos 

excessus lacius explicare; universitatem vestram bortamur et obse- 



133 

cramus in Domino, sub attestacione vos divini iudicii adiurantes, 
quatenus vobls et commissis vobis gregibus singulis sollicite atten- 
dentes, exstirpandis viciis et plantandis virtutibus diligencius inten- 
datis, et specialiter incontineneie vicium, quod enormiter Christi 
sponse derogat honestati, studeatis modis omnibus quibus poteritis in 
clericos cohibere, ipsos nunc monitis, nunc cominacionibus, nunc 
etiam beneficiorum siibtractionibus compescendo, ut qui nunc sunt 
multis in scandalum et horrorem ad frugem vite melioris Domino 
revocantes conversi sint penitentibus ad exemplar, vosqueDeo animas 
lucrifacientes eorum, apud Dominum omnium meritorum vobis cumulum 
augeatis et nos diligencie vestre Studium dignis cogamur in Domino 
laudibuscommendare. Siverovosinhuiusmodi invenerimus negligentes, 
negligentiam vestram inpunitam negligere non possemus, ne vestrum 
forte dissimulantes neglectum, a Domino negligi mereremur, insuper 
ut propensius desiderare cognoscamur, qualiter hii, qui sunt videlicet 
Tasa Domini, caucius emundentur, cum per fornicacionis contagium in 
elero honestas ecclesie nimium inquinetur. Quia tamen in fornicacione 
iacentium clericorum sunt aliqui, qui, tanquam iumentä putrescentes 
in stercore suo, correctionem nullo modo recipiant, eligentes perire 
poeius quam parere , quorum quidam, ut hoc effugiant, interponunt 
ad sedem apostolicam articulum appellationis, aliqui vero literas ob- 
tinent ab eadem, per quas eos a quibus corriguntur, de huius vicio 
indebite inquietant: nos, ne tales correctionem canonicam illüdere 
Taleant vel vos occasione hac vexari possitis, providere ex animo 
satagentes , cum ad predietorum defensionem trahi non debeat quod 
ad innocencium et oppt^essorum presidium est statutum , nee deceat 
inde defendi crimina unde consweverunt gravamina relevari: aucto- p^, 28 b. 
ritate vobis presencium indulgemus , ut per tales literas conveniri 
minime valeatis *). 

Ich vermuthe, dass dieser Bi'ief, gleich dem folgenden, von Gregor IX. 
herrühi t , der unaufhörlich bemüht war, dem Verfall der Sitten unter den 
Geistlichen entgegen zu wirken. Vergl. Raynald 1230, no. 19 und 20; 1231, 
no.23flr.;1238, n. 41. 



^) Schon Innocenz UI. hatte, am dem Missbranche, der mit den Appellationen an die 
Curie, welche, da man ihnen dort meist immer Erfolg verschaffen konnte, die 
Vollziehung der Gesetze unmöglich machten, getrieben wurde, entgegen tu 
treten , verordnet, dass die Bischöfe correctionis et reformationis officium libere 
valeant exercere . . , ut executionem ipsorum nulla appeliatio valeat impedtre, 
nisi formam ftxcesserint, in talibus observandam. Epp. Inn. III. lib. 11. c. 7. Nean- 
der Allgemeine Gesch. der christlichen Religion und Kirche i>, 1. tjß3. 



134 



15. 

Papa episeapa N. siper eaMnlsstaie Tisttaliaait. 

1227. Juli 14. Anagnie. 

Gregor IX, fordert einen Bischof der Lombardei unter Androhung strenger 
Strafe auf, bei sich anfangend, unter dem Regulär ' und Säcularclerus seiner 
Diöcese strenge Kirchenxucht zu handhaben ^ und durch Kirchenvisitation md 
Predigt die durch Ketterei bedrohte Reinheit des Glaubens wieder herzustellen. 

Ecce venit Deus sempiternus et Dominus, qui fundavit terminos 
orbis terre, citans nos in voce archangeli et in tuba norissima <) ad 
concilium generale, labia eins indignacione sunt plena et lingua ipsius 
quasi ignis devorans^). Quomodo igitur dormientes et amantes sompnia, 
iacentes in lectis eburneis et lasciyientes in eubilibus suis , quomodo 
diem adventus eins cogitabunt aut quomodo stare poterunt ad viden- 
dum eum? Cum rerelabuntur omnia abscondita tenebrarum infelix 
impiorum nuditas apparebit, non erit locus, ubi lateant mism, nndi 
stantes ante tribunal Christi, ut audiant Yoeem ludicii, qui ad vocem 
obtiu^yerunt eonsilii aures suas. Ad eonfusionem igitur perpetuam 
evitaudam et ardores sempiternos declinandos, oportet omnes, qui 
assumpti sunt ad agrum dominieum excolendum, granum a palea 
debite fiagello correctionis exeutere et zizaniam a fruge dominica 
separare , ne eontagium tante corrupeionis eleetos inficiat et filios 
Dei cum filiis huius mundi bora repentine calamitatis inrolyere 
compellantur. Qjaocirca fraternitati tue man4^us, quatenus, omni 
mora et occasione postpositis , primo incipiens a te ipso et torporem 
omnimode desidie deponendo, ne bovis stercore fedatum o^ Dominus 
ex ore suo incipiat te evomere, viriliter arma spiritualia, gladium et 
ignem assumens, incipias parietem fodere, üt appareant genimina 
vipperarum et radius lucis vibretur interius, ut non ad vindictam 
exigat animam umbra mortis. Moniales, monachos, canonicos 
reguläres et seculares bj et alios clericos tue diocesis efficaciter 

aj fedatum am Rande. — ^^ et am Rande. 



1) Pauli ad Thess. f, 4, 15. 
*) Isojae 30, 27. 



135 

corrigas tarn in capite quam in membris. Cum autem prelati eccle- 
siarum sepe propter occupaciones multiplices et occasiones alias non 
sufiiciant ministrare populo verbum Dei et ob hoc statutum fuerit 
in coneilio generali, ut ad sanete predicationis officium viri assu- 
mantur ydonei, potentes in opere et sermone, qui plebes sollicite 
visitantes , eas verbo edificent et exemplo : aliquos de clerieis tue 
dyocesis tecum assoeiare procures, qui coadiutores et coopei*atores 
in quibus expedit, existentes, tarn verbo predicaeionis quam visitaeionis 
officio tibi suffragium convenienter inpendant, quatenus tua et 
ipsorum sollicitudine muri Jerusalem et templum Domini reparentur. 
Si vero quidquam difficultatis emerserit, quod videatur per vos 
expediri non posse, id ipsum ad sedem referri a) apostolicam 
procures. Nos enim in hiis , prout oportunum fuerit , tibi efficaciter 
assistemus et necessarium inpendemus auxilium et favorem. Quodsi 
super hiis , que mandavimus , negligens repertus fueris vel remissus, 
cum securis ad radicem infructuose arboris sit ponenda, gravem 
penam tanquam qui ex hoc culpalibem te reddis, poteris non 
iiunerito formidare. 

Raynald ad a. 1227, §. 63, theilt ein Bruchstück dieses bei ihm enoy- 
elisch gehaltenen Schreibens unter dem Datum Änagfniae 11 Id. Jul. pontif. 
nostri a. i. mit, und leitet es folgendermassen ein: Insignes sunt eo argumento 
literae ad Insubriae praesules exaratae, quibus ipsos hortatur, ut exstirpandis 
populorum vitiis vacarent, paterne admonet etc. — Bodmann p. 225 hat den 
vollst&ndigen Brief mit einigten Abweichungen, jedoch ohne Namen und Datum. 

16. 
Papa doei Anstrie rel alicoi allo. 

1253. Juli oder August. 

innocent /F. fordert den jungen Herzog ton Österreich, Otakar, auf, in 

Dankbarkeit für die augenscheinliehe Gnade, mit der Gott ihn in der BlGthe 

der Jugend so erhohen habe, dem Könige Wilhelm in der Förderung und 

Befestigung der Freiheit der Kirche beizustehen» 

Si gratis illapsa tibi desupermunerum ^ beneficia divinorum gratis 
assumis, aliud digne non Valens, te ipsum in laudis sacrificium Domino 
debes, qui florem iuventutis tue ad provectus hylares tam manifestisp^i^^se. 

a) referri am Rande. — h) innu'm etwa = in numerum Codex. 



136 

gracie sue provehit incrementis <)• Admoneris qwppe provehentibas 
te beneficentie Dei dohis, ot de perceptis gracias exhibens, et pro 
modulo tuo divine potencie reddens debite obsequium seriritutis, 
beneiieiis poeioribus augearis ab eo, qui super minora fidelem, 
ampliori constituit magnificencia super multa. Ut igitur divine largi- 
1atis munera circa te sine penitencia perseyerent, eorum largitorem 
tributo iusticie, per quam ab illo pari debito exigeris, non defraudes; 
que ipsius sunt, videlicet fidei puritatem, et que Bunt Cesaris Cesari, 
operose scilicet fidelitatis obsequium exhibendo. Cum enim regalis 
potestas a Deo sit et ordinetur ad Deum, nutu divino legittime 
dispensata, qui ei officium debite subiectionis inpendit, dirine obse- 
quitur voluntati et e converso eidem, qui divine potestati obviat, 
adversatur. Hinc est quod, cum celestis disposicio karissimum in 
Christo filium N., regem Romanorum illustrem, providerit ecciesie 
katholice advocatum et propugnatorem populo christiano, te illi omni- 
modis oportet studiis in zelo sincere fidei coherere, qui, velud pars 
corporis eins, pro distributa tibi potencie porcione cooperari debes 
eidem in incumbencium ministerio actionum. Quocirca per apostolica 
scripta mandamus et rogamus in Domino, quatenus eidem regi 
adherens fideliter et potenter, curam katholice fidei, ecciesiastice 
libertatis negocium ac Romani reparacionis imperii <), que idem 



i) Das passt vortrefflich auf den Sohn des Königs ron Böhmen, auf Otakar, der 
in der Blfithe seiner Jugend ganz unerwartet in den Besits Ton Österreich und 
Steiermark gekommen war. Wie das geschehen, hat mein Freund Dr. 0. Loreai 
(„Die Erwerbung Österreichs durch Ottokar von Böhmen*') in der Zeitschrift f&r 
österreichische Gymnasien 1857, Heft 2, geistToll dargelegt. 

^) Das beweist, dass dieser Brief mitten in den Kämpfen «wischen dem Papst und 
den staufern geschrieben ist. Der, für welchen der Papst hier Gehorsam uad 
Beistand Terlangt, ist ein Gegenkönig. Heinrich Raspe kann es nicht sein, denn bald 
nach seiner Wahl (1246, Mai 22) wurde Österreich durch den Tod Friedrich*s des 
Streitbaren (1246, Juni 15) herrenlos, fQr ihn also konnte der Papst bei eineoi 
Herzoge von Österreich nicht eintreten. So werden wir auf den König Wilheln 
Ton Holland gefuhrt. — Als der junge Heriog Otakar für seine Ehe mit der Her- 
zogin Margaretha die päpsUicbe Dispens nachsuchte, befahl Innocens IV. am 

4. Juli 1253 seinem Pönitentiar Velascus, dieselbe erst dann zu ertheilen, 
wenn der König von Böhmen und dessen Sohn, der Herzog von Österreich, eid- 
lich gelobt haben wfirden , den römischen König Wilhelm zu unterstutzen. (Raj- 
nald 1253, n. 30; Palacky Ital. Reise no. 225 und Lorenz I. c. Separatabdruck 

5. 23 ff.) Hier haben .wir nun einen Brief, in welchem der Papst, was er frü- 
her durch seinen Pönitentiar verlangt hatte, selbst fordert: ut divine lai^gitatis 

munera circa te sine penitentia perseverent, das heisst, auf den Papst selbst 



137 

prosequenda pro divmi timoris fervore subiit, una eum ipso studeas 
ottini qua poteris diligencia promoyere, ita quod premium retribucionis 
eterne tibi exinde proventurum uberius mercaris et apostolice sedis 
gratiam tibi ex eo cumules et favorem. Nos enim negocium eeclesie 
et imperii, quod idem divino suggerente eonsilio est aggressus, 
ineommutabiliter statuimus usque ad felieem exitum promovere, ut 
sub potenti manu celeriter humilietis qui paci resistunt publice a)^ ad 
eultum Dei ebristiana devocio rerocetur. 



17. 

Papa regt Sleille. 

1199 (Janaar?) 

Innocenz JIL antwortet dem jungen Könige von Sicilien auf die Anzeige vom 

Tode seiner Mutter. 

Hoill.-Br^h. 1. c. Boehmer Reg. Inn. 18. 

Quod aj prima primi laetis pocula tibi Dominus absinthio 
miseuit, quod rix bene balbucientem infenciam quasi continua reddidit 
lamentacione disertam ßj , puerieie non solum recentem bj, sed 
repetitum amaritudinis calicem propinavit: tibi, tanquam sedis aposto- 
lice filio speciali cj, condolemus et tecum pariter in te propmate tue 
amaritudinis violenciam experimur. Recepimus enim yj literas tue 
serenitatis» doloris tui et gemitus expressivas, in quibus et patris 
decessum et matris obitum etas tenerrima deploravit ^ » utpote qui 
prius utrumque lugere didicit quam plene elementis alterum nominare. 
Nondum enim regalis infancia super morte patris consolacionem 
acceperat cj, et ecce dolorem antiquum superreniens doloris noritas 

aj et at zu erg&nzen. — b) renitentem Cod. — cj am Rande« 



bezogen, damit es ihn nicht gereue, ihm die Ehedispens und damit zugleich die 
Anerkennung als Herzog von Österreich gewährt zu haben. Otakar that, was 
Innocenz IV. Terlangte und gelobte zu Krems am 17. September 1253 eidlich: 
quod nos assistemus per nos et nostros , cum terris castris et civitatibus nostris 
et cum toto posse nostro Romanae ecciesiae et summo pontifici ... et Wilhelmo 
lllustri, quamdiu in gratia et dcTotione eiusdem Romanae ecciesiae perstiterit, 
et iurabimus eum fideiiter et sincere etc. Raynald 1. c. Palacky I. c. n. 229; 
Lorenz 1. c. S. 33 u. 34 und dessen deutsche Gesch. im 13. u. 14. Jahrhundert 1, 97. 
i) Dieser Brief Friedrich*s ist bis jetzt nicht bekannt worden. 



138 

innovavit, et puericie tue primitias eorum deputavit exequiis, quorum 
obsequiis seeundum iura nature iuvari debuerat ae soUicitius enutriri. 
Verum pater miserieordianim et Dominus totius consolacionis, qui 
eonsolatur nos in omni tribulacione nostra, et tibi super boc eonsola- 
eionem obtulit salutarem, et in eo tibi salubriter consuluit» in quo 
Visus fuerat te aliquantulum aspere visitare. Sane, ne si parceret 
vii^e» seeundum Salomonem, rideretur odisse, aut si te a) non 
Fol 28 d. corriperety infaneiam tuam a sua dileetione ostenderet alienam, quia, 
iuxta testimonium sacre seripture, quos amat arguit et castigat, ut 
quod te in primis infaneie tue annis filium adoptaret ostenderet, dum 
etatis tue primitias, quemadmodum dictum est, mirabiliter yisitaylt. 
Ut autem id evidentibus indicäs demoBstraret, papam b)^ vicarium 
suum, ad cautelam tuam niater ecciesia deputavit, patris defeetum 
patre digniore, seeundum suarum miseraeionum multitudinem, recom- 
pensans, et matrem tibi meliorem rcstituens pro defuncta *), 
eam seilieet sub capite euius Domini nostri leva et dextera 
illius eam» sicut in canticis <) legitur, amplexatur, ut ipsa te 
'sieuti filium foveat et eum, a quo castis confovetur amplexibus, ad 
tutelatn et protectionem tuam inducere videatur. Nos igitur, qui 
propter ofßcii debitum pastoralis sumus presertim pupillis et orpbanis 
debitores, te tarn ea raeione, quod inclita imperatrix S) N. mater tua 
te nostre tutele commisit <), quam eo quod regnum Sycilie ad Patri- 
monium pertinet Romane ecclesie, diligere volumus et fovere, insuper 
ad incrementum et honorem regie celsitudinis, status regni et fidelium 
tuorum profectum, dante Domino, efficaciter intendemus et circa te 

a) am Rande. — b) papam öhergescbripben. Cod. 



1) Kaiser Hetarieb VI., f 1197. September 23. Constanze f 1198, Nov. 27 (vergl. 
H.-ßreboIles 1, 1.20,21.) 

») Cant. Canticor. 2, 6. 

S) An L. von Aquila Grafen von Fondi schreibt Innocenz (1199): Si quidem 
imperatrix predicta legitimum condidit testamentum, quo nobis charissimi in 
Chritto filii nostri Friderici Sicilie regia illustria tiitelam et curam regni con- 
cessit ac poatmodum XXVIl die mensis Nov. viam est universe carnis ingressa. 
H.-Br^holles 1. c. 22. Das Testament, das auch die Gesta Innocentii III. cap. 32 
erwähnen, war von der Kaiserin zwei Tage vor ihrem Tode am 25. Nov. so 
Palermo errichtet. H-Br. 1. c. 21, Anm. 1. — Der Papst spricht in einem an- 
deren Briefe (Bai. I, 323) die Erwartung aus, dass man es ihm übersenden 
w erde. Über das Testament Kaber fleinrich*s VI. vergl. Boehmer Reg. Inn. Nr. 2S5. 



139 

paternam curabimus soUicitudinem exhibere. Monemus igitur serenitatem 
tuametinDomino cohortamur, qiiatenos» amnipenitus merore deposito, 
effugatis tristicie tenebris» exultes in Domino et in eo consolacionis 
reeipias medicinam, qni pro temporali spiritualem tibipatremprovidit 
et in matris obitu matrem ecelesiam materna sollicitudine tue indoli 
deputayit» ut factus postmodum vir et c) regni solio solidatus eam 
amplius venereris» per quam sie te cognoveris exaltatum. Nuncios 
autem tnos serenitati tue propensius commendamus , quos magnifi* 
eencie tue ideles et in commissis sibi negoeiis soUieitos protestamur, 
rogantes qnatenus eosdem intuitu benigno respioias et bonores. 

ErgSnzungen aus Huillard-Breliolles I, 1. 27. a) Innocentius etc. Prede« 
rico etc. '— ß) et recenii. — 7) per dilectos filios magistniin G. (B.) subdia- 
eovram aostruin et L. iwdiceoi, nuatiot tuos, viros perif os. proTidot et diecretos. 
— d) Constantia. — e) m. 

18. 
Papa diebse iistrif • 

Gregor IX. tröstet die Herzogin Tkeodora von östeireich über den Tod ihres 

Gemahls Leopold VI und verspricht die dem Verstorbenen bewiesene Gunst 

auf sie und ihren Sohn tu übertragen. 

Hanthaler Fast! Campilillenses II, 741. 

Quod potati doloris amaritudine amaricate ülie nostre conso- 
lacionis haustum proponimus propinandum , sinceritas efficit karitatis, 
que nil bumanum a se reputat alienum, que sie omni dolenti condolet 
et compatitur pacienti, ut non minus in alienis, quam in suis 
angustiis anxietur. Sane audito nuper obitu magnifici ducis Austrie, 
Yiri tui i),nonpotuimusgraviternonturbari, quieum, tanquam Christia- 
nissimum principem, in minorum officio constitutum, speciali dili- 
gentes ^ctu, ipsum erga nos et Romanam ecelesiam non tam argu- 
mentis probabilibus quam experimentis evidentibus fidelem probavimus 
ac devotum. Quare tantam de ipsius gerebamus sinceritate fiduciam, 
ut in negoeiis pacis eiusdem acquiesceremus consiliis et desideriis 
foveremus, reputantes sibi merito deberi quitquit eidem possemus 
bonoris et gracie inpertiri. Tibi quoque tanquam filie speciali et 



1) Herzog Leopold VI. ttiirb am 2S. Jnli 1230. 8. MeiUer Reg. p. 147. 



140 

a Domino benedicte, paterno contribulamur affectu» scientes, te in 
subtractione tanti riri, eam quo una caro fuisti » acerbis doloribus 
cruciari. Verum ne» si doloris causas exaggerare velimus, Tulnus 
doloris non tarn medicinaliter pertraetare, quam lacerare crudeliter 
yideamur, necesse est, ut ad eum» qui vulnerat et medetur et merentes 
erigit sospitate, nos et alii revertamur huniiliter» ut ab eo» qui nos in 
Fol. 29 a. omni tribulacione miserieorditer consolatur, consolationis beneficium 
mereamur» maxime eum dampnis huiusmodi non oeeurii raleat in 
homine Yel suecurri. Qui enim* proprio filio suo non pepereit, sed 
pro Omnibus tradidit illum » nunquam uHum contra generalem legem 
nature voluit eximi morte carnis; ut etiam nuUi preiudieet, gene- 
ralem nature condicionem singulis observaTit. Ceterum eum idem 
dux eorde eontritus» ore eonfessus» sumpto viatico salutari, sicut 
confidimus, felieiter ad Christum migraverit, diligentibus eum 
gaudendum pocius est» quam dolendum, quia» si currens Stadium 
huius rite celestis glorie brarium apprehendit, quanto eursum 
eelerius eonsumarit, est tanto felicior reputandus. Sed, inquies o) 
forte , nee fortitudo lapidis fortitudo mea , nee earo mea enea est, 
quin eadem caro mea tam rigide incisa doleat vehementer, nee 
conjugalis affectio patitur, ut in ea ipsius viri memoria moriatur, 
cum Caritas non excidat, carne etiam decedente. Nee nös quidem 
castigati, doloris molestiam intendimus inhibere, ne contra legem 
nature frustra contendere videamur, que tamen sie est provide 
temperanda , ne contra legem Dei erigi videatur. Nam que secundum 
seculum est tristicia, mortem, que autem secundum Deum est, 
penitentiam operatur stabilem in salutem. Est enim, unde potes 
etiam temporaliter consolari , quia de sepulta radice ramus prodiit bj 
gloriosus , dum de patre natus est filius , *) ut vix senciatur amissus, 
cuius non extraneus est successor. Ideoque monemus et rogamus, 
quatenus non neges consolari animam tuam, sed memor Domini 
delecteris in omnibus operibus suis et, omni merore deposito, te 
et tuos salubriter consoleris, ut sis etiam, sicut condecet, consola- 
cionis aliis in exemplum, clamores et luctus conrertens in oracionum 

a) dices corrigtrt V. — bJ alius: generosus corrigirt V. 



i) Das ist Friedrich tl. d«r Streitbare; die anderen Sohne Leopofd's, Leopold und 
Heinrich, waren schon vor 1230 gestorben. 



141 

süffragia, et meroris lacrimas commutes in opera pietatis. Nos autem, 
qui patres orphanorum et iudices viduarum existere tenemur, te et 
filium tuum, quantum cum Deo et honestate poterimus, gratia prosequi 
proponimus et favore, ut benivolentia, quam ad defunetum habuimus, 
transeat etiam a) ad heredes. 

19. 
Papa pla&git epise^pim ecciam. 

1203. Jan. 23. Laterani. 
Sendschreiben Innocenz' III. , die Ermordung des Bischofs Konrad L von 

Wirzburg hetrefend 
Reg. Inn. Nr. 118. 

Innovatur quasi iugiter ecclesie sanete dolor » nee ei eoneeditur 
ad tempus modicum respirare a iugibus suspiriis et lamentis. Laborat 
enim in gemitu suo, lavat per singulas noctes leetum suum laerimis b)^ 
sed nondum deprecaciones eius ad plenum Dominus exaudivit. 
Nondum enim exterserat genas suas ecelesia , dum a) episcopi adhuc 
reeens sanguis de terra clamaret, et eeee de novo vox audita est 
in Rama ploratus et utulatus multus, cum , sieut accepimi^ , filii Belial 
in Christum dominum manus saerilegas iniecerunt, felicis memorie 
N. ß) Herbipolensem c) episcopum ^) nequiter oceidentes; condixe- 
rant quidem ad invicem, ut iniuste virum iustum oeeiderent et 
hereditate sanetuariumDei possiderent. Etquia dolum d) coneeperant 
iniquitatem protinus pepererunt. Ne quid autem eorum fraudi 
deesset, sed oseulo traderent. filium hominis, sieut Judas, vultus 
deposuerunt Hostiles et preeonceptam diucius malieiam, quam exereere 
non poterant inimiei, simulate paeis et amicicie vollere velaverunt. 
Sieque in vestimentis ovium lupi rapaces intrantes ovile, surrexerunt 
protinus in pastorem et sanguinem, quem sicierant, effuderunt. Et ut 
sanguis sanguinem tangeret et abyssus invocaret abyssum, in 
corpus iam exanime sevientes, amputata, ut dicitur, eius dextera et 
capite detruncato, coronam etiam, quam in clericalis indicium digni- 
tatis ad imitacionem apostolorum principis deferebat, ab una parte foI-29i». 
capitis gladiis amputarunt, non attendentes , quod in caput eius et 
manus unguentum e) effusum fuerat sanctissime unctionis. Aliter 
etiam conciderunt corpus eius in f rustra , quasi vellent quod macta- 

a) etiam nachträglich übergeschrieben. — bj laerimis fehlt V. — 
c) Hermip.y. ~ c^ besser als dolorem Lappenb. ~ e) ungentum V. 



142 

rerant mandueare, vel ponere morticinium escas voIatiUbus eeli et 
terre bestiis carnes eius. 

Attendite igitnr et videte si est dolor similis sieut dolor ecclesie, 
cuius filios, immo sponsos mactant sicut oves occisioais iniqui et 
velud inpune inpugnant sanguinem prelatorum. Si ergo in Tiridi hec 
presumunt» in arido quid facient? Si in riruni tanta nobilitate 
conspieuum, tanta preditum dignitate, tanta ornatum sciencia et 
eleganeia prepollentem scelus tarn nequissimum eommiserunt, quid 
credentur de eetero in minores prelatos ecclesie commissuri? Que 
potencia, que iusticia, que auctoritas a talibus de eetero tuta erit? 

Porro, quod deterius est et ex eo amplius formidandum, quod 
yidelicet iam vicibus repetitis ministeriales iniperiitam inmane facinus 
perpetranint» ad consequentiam trahitur scelus illud et tante maligni- 
tatis exemplum ad alios derivatur d). Ne autem inpunitas scelerum 
aliquibus audaeiam tribuat delinquendi, ex parte omnipotentis Dei- 
anatbematizamus illos, qui predictum ecdesiasticum occiderunt e), 

ErgfiozuDgen mtLappeiiberg Hamburgisches Urkundenbuch 1,295—297: 
lonpcentias ep. s. s. d. Teno, fratribb. Bremensi archiep.» suffragaoeis eius, 
dilectis fiiiis suis abbatibus, prioribus et aliis ecciesiarum prelatis in Bremensi 
provincia constitutis s. et a> b. 

a) sanctememorie A. Leodiensisepiseopi (AI brecht Bisch. v.Lüttich 1192, 
Nov. 24 ermordet). — j3)fürK : C— 7) imperialis aule cancellarium. — d) Prios 
eftifii Otto de Barcbisten predictum Leodienscro ep. in exilio posiüim inter- 
fecit et nunc sequaccs ipsius fantum episeopum iam enormiter trucidarunt. 
Sie mögen nicht blos den Gemordeten, sondern ihr eigenes Geschick bewei- 
nen. Er, der Papst, werde selbst mit der Gefahr seines Lebens schonungslos 
g^gen den Mörder verfahren. Noiite igitur — oporteret. — <)Das Anathem wird 
auch über alle Mitschuldigen ausgegprochen , ihre Länder werden mit dem 
Interdici belegt; die Verkflndigung dieses UrtiMÜf wird befohlen, strengste 
Unlersuehung angeordnet et omnes illos — mandari. Dat. Laterani VIU Kai« 
Febr. pontificatus nostri anno quinto. 



US 

20. 

Papa eoidam pritcipi rebellatti tiU. 

Ein Papst fordert einen widerspenstigen und hartnäckigen Geistlichen auf. 
Jemandem seine Präbende herauszugeben. 

Nisi faciem tuam ut petram durissimam posuisses et indurasses 
cor tuum durius adamante, audisses forsitan auditum nostrum et 
audiens annuisses, nosque mel de petra et oleum de saxo durissimo 
suxissemus. i) Verum quia nee uve de spinis nee ficus de tribulis 
colliguntur »), non potuit arbor sterilis fructus uberes parturire. Nee 
querens antea nomen nostrum, quam faciem tuam impleverimus 
ignominia, et antequam ad radicem infructuose ficulnee stercora 
congregamus a^ , silex etiam tui cordis non prius aquam effundet, 
quam apostolice increpacionis gladio fueris bis percussus, aceto 
nichilominus perfundendus , si ultra faciem pretenderis adamantis. 
Obturasti ecclesie aures tuas utpote aspis surda s^, ne vocem audias 
increpantis, et cor tuum Pharaone durius indurasti, ne mandatum 
nostrum adimpleas, prius quam ad illud complendum manu valida 
compellaris. Nos autem, ut a te obediencie fructum, quem in spiritu 
pietatis non poteramus elicere, utcunque saltem extorquere possemus, 
ante oculos tuos posuimus temet ipsum, delicta iuyentutis tue et 
ignorancias, in quibus etiam senuisti, prout vobis bj exposite fuerant per 
nostras literas, memorantes, ut cum propriam infirmitatem agnosceres, 
de fermento veteri superioris auctoritati deferres, nee contra stimulum 
temere calcitrares ^). Tu rero in tua contumacia perseverans, mandata 
nostra audire, tanquam aures haberes ut simulacra gencium, noiuisti. 

Sed quia contempnit peccator cum in profundum venerit 
yitiorum, primum et secundum mandatum pariter contempsisti. Ne 
igitur reportes de inobediencia tua fructum , mandamus , quatenus N. 
prebendam suam, omni mora et occasione postpositis, reddere non 
contendas et facias ipsum eandem pacifice possidere. Alioquin tam 
super inobediencia, quam super excessibus tuis, quos in aliis literis 
sumus prosecuti , infra N. terminum apostölico te conspectui repre-Foi.29e. 

aj congregarimus zu lesen. — bj nobis Cod. 



1) Dealeronom. 32, 13. — «) Matthäus 7, 16. — «) Psalt. !J7, 5. — ♦) Ammianut 
MarceUinus 18, 5. 



U4 

sentes. Poteris autem non immerito formidare, qood fatuam videlicet 
et infructuosam ficulneam in sterilitatis vindictam ultrix securis 
excidat» si nunc fota stercoribus fruetum non feeerit exquisitum. 

21. 

Papa eeelesie iaglieaie. 

Urban IV. setzt den Erzbischof von Canterbury zum päpstlichen Legaten in 

England. 

Divine sapiencie inserutabilis altitudo , que sacrosanctam Roma- 
nam ecclesiam in huius mundi latitudine stabilivit» ita regimen ipsius 
et gubernaeioneni mirabili provisione disposuit» ut ad eam salubriter 
gubernandam plures in partem sollicitudinis assumerentur» ipsius a) 
licet pro unitatis eeelesie firmamento obtineat plenitudinem potesta- 
tis. Voluit enim, ut» secundum quod eam alloquitur in propheta *), pro 
patribusei filii nascerentur, qui super omnem terram principes 
constituti essent, nominis sui ubique memores et ewangeliee veritatis 
incliti preceptores. Hinc est» quod Romana ecclesia, cui precipuum 
Deus contulit super omnes ecclesias magistratum, pium ad alias 
habens materna provisione respectum » proride ab inicio et laudabili 
hactenus^ observancia custodivit, ut ex diversis mundi partibus ad 
huiusmodi ministerium adimplendum» vires prudentes abscideret, 
quorum doctrina et auctoritate sub Romani pontificis moderamine 
constitutis , quod ipse per se non poterat , procul distantibus ecciesiis 
ministraret. Unde et nos» qui» licet insufBcientibus meritis, in sublimi 
sumus • eiusdem eeelesie bj specula constituti , patrum nostrorum 
vestigiis inherentes» ita intendimus cum Dei adiutorio iniunctum 
nobis ministerium circa proximas ecclesias gerere, ut quibus locorum 
posicione distamus » oportuna nostra providencia debeat non deesse. 
Specialiter autem anglicanam ecciesiam paterne consideracionis 
oculis intuentes» ad salutem ipsius et speciales in Christo profectus, 
communi fratrum nostrorum consilio decernimus disponendum» ut 
Canturiensis archiepiscopus, de cuius meritis» virtute» sapiencia 

q) Pur ipsius» das keinen Sinn giebt» ist wohl papa oder unut so lesen. 
— b) eiosd. ecci. am Rande. 



*) Psalt. 77,6. 



148 

parlier ei d^ctritia e^esia unir^rsa üong&ndei» iknidsiefio legaetonid 
«ceepio« viees no^irais ad hobtMrem eed^eäie ei tochis regni aldutetri 
«I paoem per siJ^ttiyaEi siW protineiaiii a) exequbtüri Ideoque mati'- 
damus, quatenus ei de eetöro tanquam apeBtoIice sedis kgpstt^ 
«lebitam obedienciam et eendignam rererenciam inpendatid, Ita qood 
^ ipde in Tobis ad gloriam Dei omiiittiaque yeslruin comodüm ^ 
Balttteoi iniunetum sibi possit Imnisterium e^etjui et tod eoram D^ 
-et eceledia eius merita valeaiis ^omlEieiidabiles inteniri* 

Dem Briefe, durch welchen Urban iV. am ii. Febr. 1236 den Minoriten- 
briitier Hdnrith äsom Bischof vbn Ohiiemseto ernennt (Wadding Ann. ord. 
feiinoraiii4» 505^.), liegt dieftelbö Fotnl»6l eu Grunde, daher habe ich aAgenommett, 
das« unser Bri^ fleichlalla von demselben Papste berrAhrt. 

22. 

Papa reg! Riisbarda. 

126S. Feliruar 22. Perusik 

Chmmi IV. teigt tt^m rdmisthen k&nige Htchard seine Thtbnbesfeigung an und 
InUet um seind (MmrstüttuHg* 

Wetius dtllcedbe afc setnper ineflfabili affluens pietate patrls 
et^ni filius, domiaüd Jesus Chrtsttis, öirca ecclesiam sanctam kätho- 
fieiatA ita 6tre continuat bönignttatis affectum, sie sue roborat 
^itotetitioms auxiHum, üt qfüam sui cotnitiercio sangwinis acquisivit, 
ittce«santer custödiat nön solum pet afigelos, celi öives, super muros i) 
ipsitis^ qui net die nfec nöCt6 taceant, custöditk bj, quin eciam per 
hotnines, domos Ititfeas inbabitantes »), ut in huius exilii vallatä 
discrimime, acümulätis divine providencie beneficiis, superne milicie , 

'ftilciatur presidio prolisque pröprie nfiinisterio non fraudetur. Nam 
post regressum magnifiei redemptoris ad ipsitis gloriam, a qua 
yenerat, tanquam operis sui vicarios, sicut disposicio previderat 
ötilnitim cöndltöris, succ^ssiVa substitucione pontiÄeum, öuperne 
virtutis favente gracia, felicis habuit perseveraneie fulcimentum. Et 
cum pro diversitate temporum et locorum plures oportuerit fieriFoi.aga. 
aacerdotes, aliis morte prohibitis permanere semper, pro pitribus 
Afiti aant filii, qui paternid yestifiis eonstaAter et fideliier inherente^, 

a) providenciam V. — bj constitutos zu lesen. 



1) Isajae 62, 6. 
«) Job 4, 18. 

Foutei. Abth. II. Bd. XXV. 10 



146 

ipsam sanetam eeclesiam tarn provide quam sahibriter gubernarunt. 
Equidem hiis a) diebus, felieis recordacionis Urbano papa, prede- 
cessore nostro/[^, viam universe carnis ingresso, et, sicut de 
largissima Dei pietate confidimus, post labores ad preminm eyocato, 
tanti patris defuncti corpore, prout moris est et iuris, cum honore et 
reverencia ecciesiastice tradito sepulture: episcopi, presbiteri et 
dyaconi cardinales , habito super futuri pontificis electione traetato, 
in nos tandem', licet immeritos a) 7^, suos oculos iniecerunt, nos in 
Romane ecciesie pontificem eligentes. Cumque 8) insufficiencie 
nostre multiplicis non ignari, tam inportabilis oneris sarcinam ferre 
tamque eminentis honoris h) fastigium timeremus, ultimo ad 
concordem predietorum nostrorum c) fratrum instanciam, tanto 
supposuimus oneri humeros inbecilles , sollicitudinem nostram proi- 
cientes in cum et in illo figentesef^anchoram spei nostre, qui dat lasso 
fortitudinem et debilibus robur multiplicat, infirma mundi nonnunquam 
eligens et ad sui nominis gloriam forcia preconfundat. 

Rogamus itaque serenitatem tuam et per Dei misericordiam 
obsecramus, quatenus, pensato prudenter, quod tibi et laudis humane 
preconium et superne felicitatis premium acquiritur, si a te circa 
nos, divina disposicione universalis ecciesie regimini presidentes, 
plene affectionis Studium exponatur, si cor nostrum filialis deyocionis 
exhibicione letifices et potencie tue subsidio in hiis, que sunt ad 
robur ecciesiastice libertatis, iniuncti nobis alleries oneris potestatem 
seu eciam grayitatem , ut exinde apud eternum regem et temporalis 
prosperitatis augmentum et perennis coronam e) glorie merearis, 
nosque in te gaudentes benedictionis filium et salutis repperisse 
ministrum, qui secundum Deum tibi ad honorem redundare senserimus, 
patcrnis aflfectibus prosequamur t). 

a) immeritoV. — 6^ oneris V. — c) nostrorum am Rande. — d) fingentes 
V. — ej coronam am Rande. 

Vergleiehung mit Raynald ad a. 1265, no. 4. — «) Mit hiis diebb. be- 
ginnt Rayn. — ß) VI Non. Oetobr. — «y) de legatione, quam tusceperamus in 
Angliam, redeuntes et per aliqua terrarum spatia ab apostolica sede remotos. 
d) demum Perusiam venistemus et. e) Dat. Perusii VIII Kai. Martii anno I®. 

Vergl. noch Cod. Wilh. A. 39. Pertz Archiv 7, 895. Clemens episeopui 
regi Ritachardo. 



147 



23. 
Pape seribtt Cystereietsis «rd«. 

Der Cistercienserarden bittet den Papet, um vor Bedrückung und Unrecht 

besehüizi tu sein, dass in zweifelhaften Fällen, wenn einem Cisterciemermönch 

oder Kloster etwas abverlangt wird, die endgiUige Entscheidung durch den 

Abt und einen hinzugezogenen Mönch herbeigeführt werden solle. 

Crescit diei malicia sua et pericula temporis invalt-scunt , ita ut 
quos predixit apostolus dies videamus instare noyissimos, in quibus, 
habundante iniquitate, multorum karitas refrigeseit. Speeialiter autem 
adrersus sanetitatis vestre filios, Cysterciensem yidelicet ordinem 
profitentes, seculi huius mare inundans aj et tumeseens et obieetu 
sese Testre protectionis illudens, tota in nos tempestate consurgit 
rugiens quodammodo et contra yectes et hostia, que posuistis, 
inmurmiurat, dedignans scilicet dictum sibi: bucusque venies et 
amplius non procedes i). Ecce quidem filii mundi huius, quos 
prudenciores filiis lucis veritas ipsa pronunciat <), invident nobis hoc 
ipsum quod yiyimus , dum eorum peryersitas nos habere non patitur 
quo vivamus. Yidentes siquidem quod operibus manuum nostrarum 
benedicit Dominus, in viaticum peregrinacionis nostre tota malignitate 
deseyiunt , machinantes , ut modis omnibus pauperum substanciolam 
Tel eoncutere per ealumpniam vel excutere yaleant per rapi- 
nam: instatirant lites, exaggerant questiones et, si aliter tollere 
nostra non preyalent» in illius fraudis commenta transsiliunt, 
ut interdum suam suorumye peccuniam calumpniosa penitus etpoKso». 
conficta mutui yel depositi exactione reposcere minime yereantur. 
Deinde, lite sub iudice contestata, testimonium contra nos yenale 
quidem sed non yeniale producitur et eneruatur bj undique iuris 
sinceritas inproborum testium periuriis labefacta. Quod utique 
si dissimulatis et sustinetis» in posterum non nobis sancte pater, non 
nobis sed sacris et epulis omnibus laboramus. Reliquum est, ut ad 
eTillicandas facultatulas nostras non in yacuum currant quicunque 

aJ invidens im Text, tm Rande: alius inundans V. — bj enu*at V. 



1) Job. 38, 11. 
*) LucM 16, 8. 

10^ 



148 

nomen Dei sui in ranum recipere non formidant. — Succurrite 
igitur sanctissime pater, ac recenti adhuc morbo recens remedium 
adhibete, ne panes filiorum canes comedant et stipendia pauperum 
luxus sibi et ebrietäs commesaaEchiin tudeat vendicare, alioquin, 
ut quid mortificamur tota die <) , et quid fratres nostri in laboribus 
plurimis» in ardorlbus et doloribus babundancius in frigore super 
modum anxie rite stipem modieam ex intimis defixe telluri« viscerilMM 
yidentur misere extorqueret Sanetitatis igitur restre pedibus proyol- 
vimur supplicando, quatenus prisce consuetudinis tenor nobis yestro 
priyilegio restauretur, ut si quis forte a nobis Tel ab aliquo mona- 
steriorum nostrorum rem indebitam a^ dubiamve poposcerit, abbas 
loci rei yeritatem in proprie eonseieneie periculum requisitus, 
monachus autem et conyersus, sub yirtute obediencie interrogatus, 
alleget €* sie in yerbo yeritatls aneipitis cause decisio perseveret. 
Quod si yestra dignabitur sanctitas» nostra nobis iura sine aliorum 
iniuria seryabuntur. Si autem yia ista yestre beatitudini non 
placuerit, aliud qualecunque dignemini remedium inyenire, quod cum 
remoyerit a prayorum cupiditate periurium» cessare a nobis faciat 
solucionis indebite detrimentum. 



24. 

fapa saper cat^miiaeiMW N. sateti. 

1253. März 25. Perusii. 

hmocmz IV, kanonisiri den auf der Reise zu einpnKetzergerichte noch MmJUmi 
am 29, April iZSZ erschlagenen Bruder Petrus, Prior der Dominicaner in 

Verona. 

Böhmer Reg. Ii98-1254. Ina. IV. no. 77. 

Magnis et crebris insignita h) prodigiis Christiane fidei rectitodo, 
iam nova noyi sancti decorata martirio, signorum recencium fulgore 
coruscat et multis bactenus roborata portentis, nunc singularimn 
miraculorum insigniis confirmatur. Ecce de instanti et modemo 

aj in übergeschrieben V. — h) ins. von anderer Hand am Rande. 



ij Psalm. 43, 22. 



149 

Mei pogfle nora gandia prodeunt, »gna triumpikaKa innotes<mnt, 
vox fusi sanguinis intonat et inclita martirii tuba elangit , terra ntm 
»ilet, sudat aspersi<«ie cnioris, resonat regia nobili predita bellatore. 
Ipse namcpie gtadius parrieida pradamat: „bec sunt certe saere fidei 
ceHa o^ indieia, bec ipsiu9 ydonea testimonia, bec eius dignissima 
munimenta*. Propter boe letati sunt celi , et terra in tanti pereep- 
cione gaudii exultavit. Grandis adest roatris eeclesie causa letieie, 
multa ci materia iocunditatis advenit: babet enim, unde cantieum .• 
noYom, unde immense laudis ympnum refferat Deo suo, unde plebs 
katboliea babet quod pkirdat, tevati» aHissimo Donaina manibus, 
wnoris iubilet vocibus et letis animis ioeundetur, babet cbristian» 
ewieio unde devetas conditori cancinat canciones. De borto siquidem 
fidei nuper super a) mensam regis eterni dricis allatus est fruetus, 
de Tinea eeclesie in regium calicem affluens novlter novus liquor 
fofluxit; quoniam fecundus palmes bostili naucrone concisus babuit 
plös bumons, quia cohesit pressius vere riti. De a) ordine enim 
Jorido prodiit rosa rubens, que regah*bus oblata conspeetibus odoris 
itMH swaritatem; de bumili- ecdesiastiea frabriea electus est lapis^ 
qui ßy decenter poBtus supernis edibus est insertus. In celesti quo- 
qwe rosari<^ flos amenus , rubra* calore mfilans , nunc est natus in 
mnnio et Candida sanctorum eollegio narum mundieie lilnim estfoi.sob. 
Cfoptum. IJhde factum est in celo gaudium magnum, exultanlibus 
Omnibus sanctis et solempnilatem agentibus tanti festi. Sane beatusy) 
. . de ordine N. S) prudenter attendens dolosi mundi faHaeias et vite 
semitam eligen» tuciorem, ut a lubricis pede intacto firmis posset in- 
cedere gress3)us, hA diviila obsequia totafiter se convertit, in ewanjge- 
Kce institucieni» observancia ctineta sua convertens aj studia et uni- 
Tersas dirigens actione», rectum et lucidum caBem sequens, salubrem 
ndcBcet ordinis »tri regufam, per ä^^ quam regi raleret et dirigi, 
Äici et induct ad speratam requtem post laberem. In qua multia 
anms yd annorum e) spacio, fultus- eaterya vfrtutum, fide preambuia^ 
»pe astante, cemite karitate, sie prevaluit et profeeit circa ipsius 
maxime defensibnem fldei,. pro qua totus ardebat, quod contra illius 
diros bestes, mente intrepida, ferventique spiritu continuum certamen 
exercens, suum tandem agonem diutinum, victrice superante martirie. 
feliciter consummavit Q. Porro ne sacra suorum actuum y?) exempla 

a) von anderer Hand am Rande. — bj pro V. 



150 

pretereant, aliqua de vita ipsius ad instructionem et profectom 
audieneium referamus. 

Ipse namque yeritatis filius etbonitatis alumpnus» conversacione 
conspicuus » spectabilis fama et opinione mirabilis» miro prefiüsisse 
mtore mundicie» virginitatem integram custodisse nee mentis habuisse 
uec corporis corruptelam et nullios mortalis crimiois sensisse con- 
tagium, quod non vera penitencia defieverit a)^ confessorum suorum 
assereione firmissima demonstrator. Et quia servus delicate nutritas 
protenrit in dominum» carnem suam assidua cibi et potus restringere 
studuit parcitate. Ne vero per ocii desidiam hostilibus pateret iasidiis, 
in iustificacionibus Domini exercebatur cottidie» ut, eo circa licita 
totaliter occupato, locum in ipso illicita non baberent ä). Devocione 
insuper gratus» humilitate letus» paciencia placidus, pietate com- 
paciens , caritate prestabilis et in omni morum maturitate conpositos, 
alios prefulsis h) aromatum virtutibus adtrabebat» fervens quoque 
amator fidei, cultor precipuus, propugnator ardencior» sie in animo 
suo illam inpresserat» sie se totum in iUius mancipayit obsequiuOi 
quod quecunque ipsius verba et opera virtutem fidei redolebani 
Cuius dulcedine lingua eius yelud redundans flurius copiose distillaBS 
semper illius documenta swaria propinabat Pro bac inquam mortem 
subire cupiens» boc principallter a Domino e) attentis et crebris 
supplicacionibus postulasse probatur, ut non sineret eum ex bac luee 
migrare, nisi prius sumpto pro illo calice passionis i). igitnr 
insigne martirium» quod titulus tarn gloriosus illustrat ! Pro defensione 
namque ^dei katbolice sanctus iste acerrimam tulit mortem» bic in 
ecclesia sancta sidus radians et lumen fidei gracia predicacionis 
emicuit. Hie iam in celo quasi luminjure conspicuum et splendore 
glorie et multorum coruscacione signorum effulget, quod Dominus 
eius clarescere voluit c) sanctitatem» et meritorum suorum virtutem 
supprimere noiuit in occulto, sed inter lucencia sanctorum candelabra 
manifestius exaltare» ut omnibus, qui in domo ecclesie babitant, 
proferat darum lumen. Nam nee in yita sie latere potuit» quin in 
mundo miraculorum claresceret claritate x). Multis enim miraculis 
FoLsoc. gloriosis magnificavit Dominus sanetum suum» colendum exhibuit 
universis. 



a) quod bis defieverit fehlt bei Ripoll. — h) profusis Ripoll. — c) *m 
Rande. 



151 

Letetor itaque totus fidelium cetus et laudurn Domino earmina 
concinat alta Toce, quod a suis tanquam Christi coheredibus maosiones 
celice possidentor: exultet mater ecclesia» quod palmes suus» quem 
in agro fidel plantayit et coluit» in Celeste rosarium est translatus: 
gaudeat et insignis N. X) orAo, quod ex ipso prosiliit Stella micans» 
cuius fulgentes radii in lumine hie peregrinancium diffundantur |ui). 

Ceterum quia eonvenit, ut quem Dominus in celo magnifieat» 
mundus eolat: nos de sanetitate vite et veritate miraculorum huius- 
modi martiris inquiri feeimus diligenter, et quia post examinacionem 
studiosam et diseussionem solempnem plura eciam et maiora com- 
perimus quam insinuata fuissent, cum de eommuni iratrum 
nostrorum v) consilio et assensu, confisi de omnipotentis yirtute, 
auetoritate quoque beati Petri et Pauli apostolorum eius , ac nostra» 
sanetorum kathalogo duximus exnune dignissime ascribendum. Ideoque 
uniyersalis sanete matris ecclesie prelatis auetoritate apostoliea 
damus firmiter in mandatis volentes » quatenus die tali N. C) festum 
predicti sancti devote ac solempniter celebretis et faciatis a vestris 
subditis Teneracione congrua celebrari, ut pia eius intercessione, 
hie a noxiis protegi et in futuro sempitema gaudia consequi 
Taleatis o). 

Erg^niungen aus Ripoll Bull. Praedieatonim I, 228. Innocentiui ep. s. 
8. D. ven. fratrib. universis archiepiscopis et episcopis ac dilectis filiis abbati- 
bi]8, prioribus, archipresbyteris, decanis, archidiaconis et aliis ecclesianim 
prelatis ad quos litere iste per?enerint s. et a. b. — a) predicatorum. — 
ß} preasura et tonsione politus. — *y) Petras. — d) Fratram Predicatorum, 
Lombardus origine. — c) triginta fere annorum. — () Et sie ipse Petrus» 
firmus in petra fidei, petra demum passionis allisus, ad petram Cbristum 
digne laureandus aacendit. — ri) nos (wohl besser tos). — 5) et a spiritua- 
libus nequiciis tutus esset Tag und Nacht sei er dem göttlichen Dienste 
obgelegen : nocturna — elaruisse. — i) Folgt in der Bulle die Erzählung, wie 
er auf dem Wege ?on Como, wo er Prior seines Ordensklosters gewesen, 
nach Mailand, woselbst er im päpstlichen Auftrage eine Untersuchung gegen 
Ketter leiten sollte, von einem Ketzer erschlagen wird : unde quia — devin- 
cuntur. — x) Es werden die Wunder erzShIt, die er im Leben und nach dem 
Tode gewirkt. Cuiusdam — con?ersa« Quid plura? Hiis et quam multis etc. 

— X) fratrum predicatorum. — fi) Gegen die Ketzer : erubescant — sequantur. 

— v) et prelatorum omnium tunc apud sedem apostolicam existencium. 

— C) tercio Kai. Maii. — o) In der Bulle ist noch der Ablass bestimmt, der 
denjenigen, welche das Grab des Heiligen besuchen, gewährt wird: et ut — 
reltfimmus. Datum Perusii YIII K»L Aprilis pontificatus nostri anno decimo. 



U3 

HipoU mi lt. Hi da» DtoUVUi. Kai Apr.» wogfir^ RtrMaf 12K3, 
i|Q. 10* l^Kal ApHUnat; dat erster«, dew Ori^Uuil entoamiivMii is^ fory^mieiKi^ 
und Boehmer 1. c. danach zu verbessern. 

25. 
iN^ Ffbelpi Mietfatfi. 

Eik Papst fwd&pi einen weltHehen Fürsten auf, die Geistlichen, insbesondere 

die Cisterciemsery %u denen er in äemsMen V^häümsse siehe, m»dis fssehäf-^ 

ti§ ßrbeüfindß Mßviba zh der in stiHe Bi€traehk$ng v^rmmkenm Mmaj, im 

jeder Weisie zu beschütten und m fördern». 

In domo Domini Martha soUie^e ministrando Inrbatnr, et Maria 
seereoius conteipplando quieseit, et quamTis laborant^s BdinlsteFlimi 
oeio quieseentis expediat ad munimen, potissimum tamon sedentb, si 
sit inooncussa, tranquillitas ad dokedinis inparmixte eonsoreiom 
profloit lnboranti *). — Te quidem pro interna eedesie pace forend» 
labor intrinseoe sollieitudinis inmiietat ut Martham, ut inter mnltiplicia 
turbaeionis incumbentis ineomoda , sine qutbus ecctesiasÜee admini-^ 
straeionis ad presens eura non agftur, te oporteat fnterdum expetere 
euin tedii querimonia spiritna)e snffiragium aoquie$eent]bus enm Maria, 
et, inter tot aetionum amaritudines» aliquid gustare cum Ulis de optma 
porcione. Quapropter, ut apud religiosos vires, colentes paeifice 
paci3 auctorem, sabbatum quietis kventre Tfleat \Aot tuus, debes 
tranquilHtatem illorum defendere non vexare, ut qui pro te circa 
frequens mysterium oceupati, bostiis et precibus debent impterare 
ayxilium diviniun, id cuqi gaudio iCiaciant, npn gementes. Pro tua igitur 
tU)i salut^ eap$u)ipi\is, pro tva bone^tat^ te propensius CQmoiQi^Bjkus, 
quatenus Dei filios, fratres Cystes^if nses, qui, aMeetis secuU sareintsv 
expediti secuntur ad ritam per ardua roluntarle paupertati» vestigfa 
Salvatorem, aliquibus molestiis non infestes, ^t si qua eis, quod non 
credimus, irrogasti, gravaminibus revpoatis, siuj^s. eos in pace deiu- 
eeps siae vexacione qualihet Domino f$an^ai*i„ ut» t^, mi i|^4 
pröteetionis tue pretendente umbraculi»», sab qua tranqaiUe dispoaiti 
pacis humiles professores hoe, ipsis orantibus , tibi crescat ad meri- 
torum cumulum apud Deum et apud homines ad gtoriosi nominis 
iftQrementum. 



Vergleiche di» ErKShliing Ev. seculidiim Lttcam 1^, 96—49; die dfeneiiie, wtht^ 
Uade M«rÜui, Br. Job. 12, 3 tqo» . 



1S9 

Apestolfee sedh legatvs eommlssionen fiictt preilieaatAis erieem 

' sanctan. 

< 1281. Ffljrvwr oder Mftr». 

h^flßiftragte Brud^ Wilhelm von Cykjm^ vom OrdUu d^ Fredigermfyiche^ 
fordert Jemanden auf^ die Geistlichkeit und das Volk in Deutschland zu einem 
Kreuztuge gegen Konrad IV, und dessen Anhänger anzufeuern und verspricht 
den Strekem gleicken Lohn, wie den zum Schutze des heiligen Landes 

AusBiiebemdth. 

Si exordia nascentis ecclesie ad memoriam revacentur, evideu-Foi.sod. 
cius apparebit, qu.od, sicut in cred^tibus una olim erat fides mencium^ 
sie in eisdem erat una pietas actionum, utpote quorum eor unum et 
anima una. in Domino existebat. Ob quam unitatem applaudens 
eccresie, sponsus eiu3 ^una est columba mea" decantabat in cantico 
cantieorum *)• Hanc igitur unitatem, per tunicam Domini inconsutilem 
designatajn, matri ecclesie synagoga prefigurabat. Que licet synagoga 
videlicet in aliis exhibuerit se novercam, in hoc. tameu ecclesie sancte 
reverenter detulit et pepercit, quod, partitis sibi alüs Domini vesti- 
mentis, tunicam illam inconsutilem servare voluit indivisam, venerans 
in illa ecclesie mysticam unitatem, quam illa inconsutilitas desi- 
gnabat »), ponendam quoque in superbiam seculorum et mamillis 
regum nutriendam pariter et lactandam «). Nunc auteai„ quod refferre 
absque dolore gravi etgemitu non valemus, Cbunradus impius, impii 
Pr. quondam imperatoris filius, paterne impietatis et sceleris imitator, 
nee non fautores sui, velud squame sibi vehementer ad invicem 
coh.erentes a) senilem etatem ecclesie, venerande scilicet cqnctorum 
fidelium genitricis, impie contempnente? ac sevientes in eam severius. 
^uam Judei, unitatem ipsius, sancto spiritu congregatam, hostili 
incursione turbari minime reformidant, quin imp collo currentes 
erecto bj adversus eam et adversus Christum eins, tuaicam ipsiua 
inconsutilem, videlicet caritatem, tanquam viri scismatici, scindere ac 

aj corchntes V. ~ bj am Rande alius: extento. * 



*) Gant. 6, 6. 
») Joan. 19, 244 
») Uaj.'eO, 15. 16* 



154 

diyidere moliuntur diversis scismatibus et scissuris. Materna siquidem 
viscera ungue vipperio lacerantes, ab ipsius integritate reeedunt, 
tanquam inveterati in sua nequicia, quemadmodam filii alieni a 
semitis veritatis et iustieie claudieantes » et insuper, ad malorum 
suorum cumulum eumulandum» excellentissimo domino Ulrieo 0^ 
Romanorum regi, in regem legittime electo *) et a sanetissimo domino 
nostropapa, ad quem eiusdem electionis pertinet eonfir- 
macio, apitd Aquis in regem solempniter coronato ac saere 
unctionis erismate delibuto >), contra Deum et iustieiam se opponunt, in 
errorem suum quos possunt attrahere attrahunt, filios Dei dispergentes 
et ab unitate ecelesie dividentes, cum e conrerso pro aggregandis 
iBliis Dei dispersis ab eeclesiastica unitate bj Salvator noster mortem 
sustinuerit preciosam, ewangelista Johanne testimonium perhibente >)» 
qui dicit, eum pro eo mortuum, ut in unum dispersos Dei filios con- 
gregaret. Propter que summus pontifex, pater patrum, Petri successor 
et in terris yiearius Jesu Christi ac sancte matris ecelesie precipuus 
paranimphus, prefatum C. ac fautores ipsius» scismaticos antedietos» 
excommunicacionis mucrone feriens, ab unitate ipsius ecelesie, quam 
scindere nitebantur, abscidit et ab eius consorcio, tanquam menbra 
putrida separavit, et cum Dathan et Abyron, quos absorbuit terra 
vivos *), nisi resipuerint, participient c^ portionem , et loca eoram 
ecclesiastico supposuit interdicto. Sed, ut manifeste appareret 
obstinacio eorundem, nee timor Dei nee severitas ecclesiastice 
discipline prefatos scismaticos revocat ab hoc malo , sed de die in 
diem, rupto pacis vinculo, manus suas aggrayant adversus ecclesiasti- 
cam unitatem, dum, cernentibus nobis, eis pauperes sunt in predam, 
perit dcYocio, periclitatur fides, multiplicantur scismata, sanctitas 
Foi.3it. conculcatur, reverencia sanctis subtrahitur et cultus dirini nominis 
impeditur, loca sancta consueto frustrantur honore, quorum diripiun- 
tur possessiones et persone divinis obsequiis deputate per violenciam 
a) So hat y. färWilhelmo. — bj offenbar ad ecclesiasticam uaitatem 
zu lesen. — cj sie ! 



1247 October 3 bei Neuss. 

S) Nicht von Ipaocens IV. wurde Wilhelm gekrönt, der war damals in L70D, wobt 
aber auf Veranlassungr und im Beisein von dessen Legaten Pelrus Capnccius, der 
auch seine Wahl bewirkt hatte, durch den Erzfai|chof von Köln, Konrad von 
Hocbstaden am 1. Novemb^ 124S* 

») Joan. 11, 52. 

4) Num. 16, 32. 



15« 

maligaancium disperguntur, fidelium corpora, spiritus sancti templa, 
subiacent discriminibus vane mortis et animarum instant pericula 
infinita et insuper claves ecelesie contempnuntur et nomen Domini 
iam non tantum inter gentes quam in hiis, qui se Christianos 
licet falsos asserunt» blasphematur. — Quis ergo Christianitatis 
gaudens tytulo et raeione utens in Domino, bec in corde suo eonferens, 
amaros non multiplicet gemitus et alta non trahens suspiria ab 
intimis yisceribus pietatis se contra prefatos viros pestiferos insigni 
crucis karactere non accingat! res mirabilis, imo cecitas detestanda! 
Insurgunt scismata scindencia tunicam Domini, ecclesiasticam scilicet 
unitatem — et contra tales scismaticos tacebitur verbum crucis? 
Absit boc a crucis possessoribus et amatoribus crucifixi. Quocirca 
discrecionem tuam monendam duximus et bortandam, mandantes 
et per immaculati agni Dei a), qui tolUt peccata mundi, sanguinem 
innocentem et mortem preciosam obnixius deprecantes, ac in 
remissionem peccaminum iniungentes, quatenus per te et alios yiros 
ydoneos contra prefatos ecclesiastice unitatis, ut supra diximus, 
inimicos instancius predicans, clerum et populum regni Alemanie 
crebris exbortacionibus et mouitis salutaribus et assiduis predica- 
cionibus ad boc inducere satagas, ut assumpto crucis signaculo in 
animo et in veste h) contra predictum Cb. et fautores suos sepius 
memoratos se accingant patenter pariter et potenter, non deferentes 
talibus et in talibus contra Deum. Nos autem auctoritate qua 
fungimur et de speciali mandato dirini e) pontificis, cuius ricem 
plene gerimus, omnibus crucem fideliter predicantibus et sumentibus, 
seque personaliter opponentibus predicto Cb. et predictis scismaticis, 
illis eciam, qui iuxta facultatem propriam et qualitatem, qui etsi non 
corporaliter, tamen in expensis propriis bellatores ydoneos duxerint 
destinandos, et eciam illis , qui in personis propriis licet in alienis 
expensis, assumpto crucis signaculo, personaliter subierint buno 
laborem, iuxta qualitatem presidii et dilectionis affectum, illam proprie 
indulgenciam elargimur, que conceditur biis, qui transeunt ultra mare 
in subsidium terre sancte. 

a) Dei am Rande Y. — h) feste auf Rasur V. — c) alius: surnmi am 
Rande V. 



im 

Die m dorn BmCe au^9«kHcbi anfef^hr^n Nmuco «n4 Tfa«Uftdlea 
Q^eb^a «ft iinzweifelbAfit» dass er oaclx dem Tod« FrWdnch*« li »ur Imi 
Konrad's IV. (1250, Debr. 17 — 1254, Mai 20) geschrieben sein raoas. — Nu» 
berichtet Raynald 1251 n. 11. yon Innocenz lY.: Demum ad conflandas yires, 
ppopulsandos Conrad impetus religioso viro de Eyka ordinis Praedicatomm 
parica knpttuil» «t piropotiÜs mdul^feneianmi praemii# ad Maendüm erueei» 
populcis ex«itaret,.miiBuaquei eruee milite« inaigniendi allia deman- 
dar et. Die Instruction, die er zu diesem Zwecke voa lonoceas lY. am 
7. Februar 1251 erhSlt, ist der Art, dass unser Brief als die Ausführung 
derselben angesehen werden kann, es finden sich darin zum Theil dieselben 
Vtwie w?e hier. Der Papst sagt, er solle veranlassen: praedfcacionem 
crocii contra Oonradam, natnn quoadam F. iiaperaiori», aoas^e- fantorea^ 
imrsAeiitor^a ecdesia^, p«r totnm iregiHiwi AkmanMto,^ er uharti*«^« Uno 
aucioritate apostolica pleoariam potestatem largiendJl cruc^signatis ob causam 
huiusmodi et concedendi privilegia et indulgencias, quaecfuce- 
signatis fn terrae sanctae subsidium transfretantibus conce- 
dunturete. Raynald 1. e. ~ itipoN Bulhirium ord. praedicatorum 1, 188 datirt 
den p4>sil)cbtn Bnef abweietMod V Kai. t)eeea4>r. poatif. 8 C1250> wid nettst 
daA 0rd«a4bfudeüe aickt de Kyka wia bayaald, ad^r de Elka wie Baavio^ 
sondern „de Cyba seu Zika ab oppido Hungariae**. leb wei«« sion«! nicbta 
von ihm, ajs dass er Capellan des Königs Wilhelm von Holland war. — Sehr 
bemerkenswerth ist übrigens in unserer Formel der willkürlich gewählte 
Name Ulricus för Wilhehrnus. 



27. 

Papa Hnirersis piiacljiihKs. 

i%iß. Ende M&rz. Lugdynk 

Intwcent IV, fbrdert, unter Einweisung namentlich anf die Angriffe Kaiser 

Frwdirieh*8>3l, gegen die weltliehe Macht der Kirche, die Könige^ die geiedichen 

und wei^ichm Fürsten auf, die Waffen ge§en den Kaimr zu ergreif em. 

Agni sponsa nobüis, formata mirifice de latere dormientis, dotata 
in patribus incomparabilibus margaritis ac vivifico eins sanguine in 
flKis dedicata, terre principibus constitutis iure viget et imperat ubique 
terrarum, saneta mater eeelesia generaKs, cum nobilis m portis vir 
eins i) — racione a) plasmaeionis et redempcionis misterio — per 
mundi elimata vigeat «lesus Christus , a quo onuii^ et in quo omnia 
potentialiter predieantur. Per ipsum siquidem reges regnant, ^b ipsQ 

a) racione am Rande Y. 



*) Proverb. 31, W. 



i57 

«»imis ^otestas progredihir et in ipso Titimus , moT^anur ^t dunitiä, 
coitts potestas oiunia continet a mari usque ad mare tt a Aumine 
usque ad terminos orbis terre, cuias ^piencia tertarum stabilitas et 
«elornm sramitas Ordinate coasistit, de cuitis thesauris venti 
ineffabiliier a) prodaeantur et ad cidus nutom fimt et fecta ^unt 
universa. Filii autem eius super omnem terram obtinent principattnö, 
a patre grade virtutisque auetore illis potestate colkta> ut ereHant 
et destruant» edificeat atque pianteat i). Rermn qaoque possessioiie 
fiOA t^Hiis et innumeris honoribus exaitata fratrum et amicoram eius^Foi.si b. 
um spottsi feeiunt voluntatem, ülustris caterva letetur, dam nimis pre 
eeteris bonorati dilectionem eius omnibus anteponunt. Talis igitur et 
tanti spe&si, de euius exceUeneia tarn glerio^a niorrantur, dyadematfe 
insigBita, fiüeriun glaria deeorata, fraternali mehilomiaus ae dileotorom 
obseque&eium munimifie (iircumfttlta; sagitte volantis per diem, seit 
deaionü meridiani perambulantis in tenebris noa terrebitur ab 
ineursu, nee timebit a timore noetiimo, ipsam offendere satagente »). 
Imrno tanto magis insana prestunptoris temeritas iudicatur, quaato 
contra vniy^sorum dominam ealeem superbiendo elevat et montem, 
unde venit cunetis auxilium, tangere non formidat, cum non dt 
sapi^acia nee fortitudo aliqua contra Deum. Sane quo spiritu ducator 
ad offensionem matris ecelesie sacrosancte et quanta temeritate 
feratur perdicionid filius, antychristi simiiis et precursor, qni per 
ingratitudinis yicium a matris gremio, quam sprevit, inproyide 
autritus ab ea et ultra rires sui meriti insuperabiliter pre ceteriB 
exaltatus, non inmerit<> diyisus existit» per titeras suas robis, o reges 
et prindpes, destinatad post deposicionis sentenciam, quam in ipsum 
tulimus ob innumera et nefanda ip^ius flagick» que nedum in 
gubernatore imperii, yeram eciam toUerari non possent in aliqao 
Christian! nominis professore, dum, matemis monitis noa admissis, 
incorrigibilis prorsus existere non erubescit, Pharaonis duridam 
imitatusd^. Per ista«^ suam exponens iusticiam et auctoritatem, nostram 
omni carere penitus raciooe» taaquam noa intersit eoclesie, cui lioet 
immeriti presidemus» ntfote de temporalibus spiritualiter iudieare; 

a) in am Rande. -^ b) H*Br^h. imitatna» quilib«t poteat aalie mentb 
advertere. — cj ipsas siquidem suam exponendo etc. H-Breh. 



1) Jerem. 1, 10. 
») Psalm. 90, 5 — 7. 



158 

Yos contra eandem sanctam matrem ecciesiam provocavit» rasa 
sincera satagens ingrassare a). Quantum igitur offendatur excellencia 
J^su Christi in a) iniuriis sponse sue, reges et principes et universi 
Christiane fidei zelatores, ex quibus eonsistit eeclesia et in quibus 
cottidie feeundator, evidenter potestis perpendere, cum» non metuens 
ponere os in celum» in nobis et eeclesia Dei, quos multis detractioni- 
bus et oblocucionibus, factis et scriptis suis, sicut est notum 
Omnibus, nisus est multipliciter lacessere b), ipsum salutis auctorem 
tetigerit inpudenter, qui in beato Petro eeterisque apostolis, eeclesie 
ministris, suecessoribus eorundem, cui licet indigni auctore Domino 
presidemus, se tangi tanquam pupillam oculi sui innuit manifeste. 
Quantum eciam omnes ledamini, presertim ecclesiarum prelati, quod 
TOS depauperare intendit et, quantum in eo est, disponit penitus 
anuUare, adrertite Christiani, qui filii eeclesie, fratres censemini et 
amici, etsi matris iniuria relinqui debeat inpunita, sicut tenemini et 
debetis, attendite diligenter. Cum enim maledicens.patri vel matri 
Qiorte debeat mori legittima, et res contra naturam sitfilium insurgere in 
parentem, merito in degenerem Fridericum, scilicet imperatorero, 
qui non est dignus nomine filii sed privigni, ob reatum suum matema 
Fol. 31 e. benedictione privatum, non solum ad defensionem, sed eciam ad 
vitanda ipsius obprobria, armatis debetis viribus insurgere , et vos, 
quantum in eins lesione gravemini, ostendere operis per effectum , si 
hereditatem Dei viventis per Christum et ecciesiam cupitis 
ädipisci ß). Hortamur itaque vos fratres in Christo Jesu, qui pro 
salute omnium de sinu patris descendens , crucis dignatus est subire 
patibulum et pro nostra redemptione fundere suum sanguinem 
preciosum, attencius deprecamur, quatenus contra predictum Fr., 
Dei et hominum inimicum, qui tanquam leo rugiens, devictus rabie 
incunctanter querit quem destruat, quique misereri non eligit, sed 
irasci, et multum in perdicione moriencium delectatur, in devocione 
constantes ac fortes in fide persistentes, mentes manusque tollite, 
nee non in cum, cuius manus sunt contra omnes , ad defensionem 
eeclesie pro redempcione omnium redemptoris unanimiter arma 
sumentes, fidem vestram operibus iusticie roboretis, ut, devocionis 
vestre et fidei fervore attento, tranquillitatem tribuat Dominus sponse 
sue et post presentis vite curricula in eterna tabernacula vos 
admittat. 

aj in am Rande. - b) lacessiri V. 



1S9 

ErffSnzung^en aus Huillard-Breholles VI 398—399. Innocencios ete. — 
a) Er habe den Forsten fifesagt, der Papst werde auch ihrer nicht schonen; 
die Kirche mfisse arm sein wie in ihren ersten Zeiten und er habe sie arm 
gemacht: et studiose — exercere. — ß) Die Kirche, die sich der unterdrückten 
Christen annehme, leide viel von dem Tyrannen: sed Christianorum — propul- 
satis. 

Die Wilheringer H-S. No. 60 hat diesen Brief mit der richtigen Rand- 
bemerkung: responsiva epistolae Friderici: lilos felices. S. unten Fol. 73, 
no. 21. Perli Arch. 7, 897. 



28. 

Pap« areUepif e^pls et eplse^pls. 

Ende 1244. 

hmocenz IV. fordert die geistlichen Fürsten auf, dem durch die Charesmier 
hart bedrängten heiligen Lande Hufe tu bereiten. 

Terra sancta, Christi respersa sanguine, post grayia sue crebre 
desolacionis excidia, post ipsius continua ex frequenti suorum strage 
lamenta» nunc durius sentit manus inimice flagellum, nunc luget 
amarius et interni dolens acumen alterata voce lamentacionis 
exponit. Et nos acribus eins conpuncti lacrimis et yalidis clamoribus 
excitati, una cum ipsa sue et nostre persecucionis conterimur malleo 
suosque ac nostros miserabiles casus secum pariter deploramus. 
quam dolendum a fidelibus omnibus, quod locus , Christi sanetificatus 
presencia, blasphemancium ipsum residencia prophanatur! Quam 
gemendum, quod terra, in qua genus humanum de retuste captiyitatis 
iugo liberatum exstitit, in ignominiosam redigitur serritutem! 
quam inproperiosum Christianorum obprobrium et obprobriosum in- 
properium, quod ubi Dei filius temporali morte crucis de perpetue 
cruciatu mortis ipsos eripuit, ibi acerbitate blasphemiarum et 
impietatis decore a) cruciatur! quam inestimabile dampnum, quod 
predeeessores nostri, quorum attenta et studiosa soUicitudo eidem 
terre non h) defuit, inaniter quodammodo circa defensionem 
eius vigilasse videntur, quod populus Christianus, cuius terra 
eadem sudore multociens manarit c) eiusque sanguine rubuit 
sepe sparso, racuos pertulisse labores sumptusque inutiles propter 

a) dedecore zu lesen. — b) non am Rande — c) am Rande steht alius 
maduU V. 



160 

hoc eemitur sobiisse. Ecce siquidem Ctiaresminoirüin gens per- 
ifida» de sue regionis finibus repente prosiliens, et in tumore grandis 
exercitus terras aate faciem suam depopulans universas, ciTitatem 
«anetam Jeruflalem dire obsidioiiis aftgustia oocuparit^ in ehristteobi, 
habitatores ipsius, conyertentes se ad fuge presidium, sie horribiiter 
vires sue feritatis effündens, ut omnes pariter ore gladii deglueiens» 
aspersione eruoris eorum eamporum planiciem irroraret et — quod 
intima amarioris nostri cordis tristieie telo ferit omnemque fidelem 
offense debent inmanitate eonpungere — ad sanetum yenerandumque 
sepulehrum Salyatoris furoris esteftsa ira et in ipsum manu inieeta 
saerilega, illud proch dolor! asseritur yiolasse, ut animi sui rabiem eo 
ardeneius ad Christi contumellam inflammaffet. Ha, quem fidelem tarn 
dura sanete terre oppressio non^alQigit! ha, quem ehristicolam tot 
Pol. 8id.et tam atroees iniurie Jesu Christi non poterunt commoyere! Relin- 
quetume gentis ilHus impietas itipunls fet permltteiretltf a) mucrone 
libero desevire? Nonne contra ipsam deyocionis zelo mens Christiani 
«uiusUbet acoendetur» munietur constancie clypeo et 4extera arma- 
bitur gladio uicionis? Expedit igitur gentis eiusdem p^ncia potenter 
et taliter inpugnari« »e ai i^arum exterminiüm SJ regi<MiiiilL 
processum habere raleat e^peditum* UniVersitlitem itaque ye^tram 
monemus, rogamus et hoftamitr attente» p^ apostoUca scaripta 
fraternitati yestre mandantes^ quatenus -^ coftstdemio protide, 
quod cum fidelium suorum regnum yos ^refecerit DomiiMis delesdere« 
ao augere fidem katholicitm» ut corrobMretur ac propagetur in 
eordibus hominum — prelati ceteris, ex officio propeasius 
tenemini pastorali» grayiusque yestra super hoc ab eo t) neglt^ 
gencia non immerito punietur» nisi in succursun» terre sanete 
contra metnorate gentis perfidiam ferventi animo exsurgentes» sicqoe 
ei efficaciter ia tante necessitatis articulo subyenire curetis« quatcaus 
yestro aliorumque subsidio de poUutis infidelium manibus eript valeat 
et» fayente Domino» totaliter restitui pdpulo christiano et tarn per vois 
quam per alios» quos ad hoc esse cognoyeritis ydoneos, proponeates 
iuxta datam vobis a Deo prudeneiam per yestras ciyitates et dyoceses 
Christi fidelibus yerbum crucis , ipsosque, ut ad suceurrendum eidem 
contra prefatam gentem assampto crucis signaoulo celerikr et viriliter 
se aecingant» attentis et sedulis exhortaoionibus inducatis. Nos eoiin 

a) permittetur zu l«'8eD. ~ bj extermiDum V — c^ ab eo am RaHde Y« — 



t61 

de omnipotealis Dei miserieordia et beatorum Petri et Pauli aposto- 
lorum eius ao ea, quam nobis concessit» auetoritate eonfisi, emnibus 
pemtentibus et contritis, qui personaliter in eiusdem terre sueeursum 
acces3eriiit, vel in expensis propriis ydoneos miserint bellatores, aut 
iuxta facultates proprias subsidium congruum destinaverint, plenam 
suorum coacedimus veniam peccatorum. 

Die YerwiSstung Jerusalems durch die Charismier geschah im August 
1^44. Wilken, Kreuzzöge VI, 4.; VII, 20. Vergl. auch Raynald ad a. 1245 
aid den Brief Friedrich's IL irom 27. Febr. 1245, Mathaeus Paris ad a. 1244 
und 1245. Boehmer, Reg. Frid. 1079. — Unser Brief ddrfle Ende 1244 oder 
Anfang 1245 geschrieben sein und ist wohl derselbe» von dem Albertus 
Stadensis M. G. SS. 16, 369 berichtet: Papa per totam terram Teutoniae 
logttbrem litteram principibus ecclesiasticis destinarit, eonquerens flebiliter, 
quod a gente quadam Sarraeena» quam Ohoresminoram populnm appellarit, 
sepulehrum Domini esset enormiter yiolatum, ita ut plarimi, immo fera 
omnes« hanc litteram audientes, intellexerint venerabile monumentnm Domim 
ab eisdem infidelibus destructum funditus et eversum, et locum sanctum in 
planieiem iam redactum. Et fideles in eadem littera sollicitari praecepit, 
ut se^rocis imsignirent earactere. — Rayoald 1245, jio. 96 bemerkt hierzu: 
At non IQ Germaniam modo, verum in alias quoque Christiani orhw reg^ones 
traDsmissae eae litterae; tum decretae plures legaciones, virique pii ad promo- 
vendam sacram expedicionem destinati, inter quos Otho, Tusculanus episcopus, 
mox a perfecta synodo Lugdunensi in Francorum regis aulam transmissus, 
ut refert Nangius etc. 

29. 
Papa arehiepiscopo. 

1240. August 9. apud Cryptam ferratam. 

Gregor IX, fordert den Erzbüchof von Sens auf, zur Berathung wichtiger 
Angelegenheiten am nächsten Osterfeste, 31. März i 24 i, persönlich vor ihm 

zu erscheinen, 

Huill.-BrAolIes V, 1020. Boehmer, Reg. Greg. IX, no. 156. 

Eterni provideneia conditoris sanctam et immaeulatam eccle- 
siam a sue fundacionis exordio eo voiuit ordine gubernari, ut uni 
pastori, potestatis plenitudinem obtinenti, ceteri, partem soUieitudinis 
assumentes, tanquam menbra capiti, communicatis alterutrum emer- 
gentibus casibus, unione indissolubili cohereant, per quam — 
eis sensibus a) mutuis solidatis — capud famulantibus menbris 

a) consensibus H-Br. 
Fontes. Abth. II. Bd. XXV. 11 



162 

vigorem assumeret et menbrorum condicio de sui principii robore 
firmaretur. Quia igitur grandes apostolice sedis eyentus et casus 
te ignorare non conyenit, tanquam neeessarium matris ecclesie 
munimentum, propter que» necessitate urgente, tuam et aliorum 
habemus preseneiam plurimum oportunam, fraternitatem tuamrogamus 
et bortamur attente mandantes a) , quatenus ad preseneiam nostram 
personaliter venias, omni oceasione postposita, N. termino oc), ut 
babeat sancta mater eeelesia in filio speratum ex tua yisitacione 
solacium et gratum proridi consilii fulcimentum, proriso ut in 
personarum et ereetionum moderato numero venire procures, ne 
forsan ex eo tue ridearis ecclesie nimis existere onerosus P). 

Ergänzungen aus Huill.-Br^h. Y. 1020. Gregorius episcopo Senoneui 
etc. — a) usque ad proximum festum resurrectionif dominice. — ß) Auch 
•eine Suffraganen folle er yeranlassen, Abgeordnete zu schicken: Preterea — 
postponant Dat apud Cryptam Ferratam Y. idus August! annb XIV. — 
Encyclisches Schreiben. Bei Raynald 1240, no. 53 mit dem un$ern wdrtlieh 
übereinstimmend, an den Erzb. t. Sens, mit dem Zusatz, dieselbe Einbdong an 
die Capitel, Äbte und Pr^aten seiner Diöcese zu richten. — An den König ?on 
Böhmen, die Bischöfe Ton Olmütz und Prag, Palacky Reise no. 150. — 
Ahnliche Schreiben Böhmer, Reg. Greg. IX., no. 1S6— 158. 



30. 

Pap« prineipi N. siper refemaeUne paeis eeeleslastlee. 

1245. Januar 3. Lugduni. 

Innocenz IV fordert einen Erzbischof auf, bei dem auf den Tag Johannei det 
Täufers festgesetzten allgemeinen Concil zu erscheinen, 

Dei virtus et Dei sapiencia Jesus Christus, cuius ineffabili 
subjeeta sunt omnia maiestati, a fundacionis sue primordio in con- 
splendore yirtutum suam illustravit eeclesiam et sie insignem reddidit 
singularis priyilegio potestatis, ut per eins ministerium suum iusticie 
consequatur effeetum et, sedato gwerrarum discrimine, mundo 
Poi.8jft.proveniat tranquillitas oportuna. Ideo nos, qui eius vice, licet 
inmeriti, fungimur in terris, summo opere debemus satagere, ut 
inter discordes pacis yinculum, quod dissensionis auctor impedire 

a) mandantes am Rande. 



163 

mtiliir, reformetur. Huius enim preminenciam dignitatis dum reve- 
renter attendimus, qui regimini generalis ecclesie, licet inmeriti, 
diyina tarnen proTidencia presidemus, reddimur corde soUieiti, quo- 
modo possit ex nostre provisionis auxilio tranquillitati eiusdem 
ecclesie, eelesti pietate propicia, provideri, presertim quod unigenitus 
Dei yiyi, ut reeonciliaret servum domino , descendit ad ima et de 
mundo transiturus ad patrem , pacis hereditatem suis in testamento 
delegavit: „pacem**, inquiens, ^meam do vobis, pacem! *)** hoc in 
ultimo quodammodo proponens, ut verbum pacis ardencius in audien- 
cium cordibus figeretur. — Hinc est quod, ut ipsa beata mater 
ecciesia per fidelium suorum salubre consilium et auxilium fructuosum 
Status debiti possit habere decorem a), nee non pro negocio , quod 
inter eandem sanctam matrem ecclesiam ex part« una, et principem 
N. «) ex parte altera per modum litis sortitur, dirimendo: reges 
terre, prelatos ecclesiarum et alios mundi rectores duximus conyo- 
candos, et ob hoc tue eciam fraternitati per apostoliea scripta 
mandantes, quatenus omni prorsus occasione relegata, N. termino 
atque die ß) nostro te conspectui representes, quatenus nos, qui 
ex of&cii nostri debito hiis, qui prope et hiis qui longe sunt, pacis 
et concordie consilia tenemur propensius cogitare , tua et aliorum 
prudencia aj mediante, predictum negocium eo comodius yaleamus 
ad statum pacis et concordie retorquere 7). 

Ergänzungen aus Rayn. 1245, no. 1. — a) et deplorando terre sancte 
discrimini et afflicto Romano imperio propere valeat subyeniri ae inveniri 
remedium contra Tartaros et alios conteroptores fidei ae perseeutores populi 
christiani. — P) usque ad proximum festum S. Joannis Baptiste — «y) Dat. 
Lugduni III Nonas Januarii pontif. secundo. — Ein ähnliches päpstliches 
Schreiben „abbatibus et prioribus per Angljam constitutis** Dat. Lugduni 
m Kai. Febr. pontif. anno secundo : Dei vlrtus — onerosi bei Math. Paris ed 
London 1640, p. 656. 

aJ am Rande : alius presencta. 



i) Ev. Job. c. 14. 27. 

*) Kaiser Friedrich ist gemeiot. 



11 



164 

31. 

Papa lomatt^rim regi. 

1198. Mm S^ ap«d aaiefti» Petnun. 

tnnocem IH, übersendet dem Könige Riehard Löwenkerz mer goldene Singe 

mü Je einem Smaragd, Saphir, Oranai und Topas und erklärt die mgetisehe 

Bedeutung dieses Geschenkes, 

Boebmer, Reg. Inn. ID., no. 6. 

Inter terrenas opes» quas mortalis oculus coficupiscit, quasi 
rariora desiderat aurum obrizum et lapides preciosos. Licet autem 
hiis diyieiis excellencia regalis babundet, in sigaum dileetiouia et 
preragatire quodammodo aj singularis quatuor anulos aureoa cum 
totidem lapidibus preciosis tue magnitudioi desttuamua, iu quibus 
profecto te Yolumus mystice intelligere formam, materiam» numerum 
et eolores. Rotuoditas igitur anulorum eorundem eteroitatem sigoi- 
fieat« que earet prineipio atque fiue; ex forma autem anullorum que 
eorruptibilis est et potest ex contrarüs qualitatibus iumutari , regalis 
debet advertere prudencia. quod ei de terrenia ad eelestia et trans- 
ieadum sit de temporalibus ad eteroa« Quaternarius autem numerus 
est quadripartitam constanciam mentis iusiuuaus, que uec debet 
deprimi in adversis nee in prosperis eleyari. Quod regalis providencia 
tune efficaciter adimplebit, cum quatuor yirtutibus cardinalibus fuerit 
ordinata, id est iusticia, fortitudine» prudencia et temperancia : primo 
intelligens iusticiam, quam exerceas in iudiciis , fortitudinem, quam 
co^bibeas in adversis , prudenciam quam observea bj in dubüa, 
ten^raneiam quam in prosperis non dimittas. Per materiam autem 
anullofum, que est aurum optimum, sapienciam aeeipe, quia sieut 
aurum omnibus metallis, sie sapiencia omnibus bonis antecellit, 
nicbilque regem oportet magis quam sapienciam possidere, quod 
Salemon innuit» qui solam sapienciam a Deo p^tulavit , ut populum 
sibi commissum eo salubrius gubernaret i). Deinde regalis intelligencia 
mysticum gemmarum colorem intellecto mystico comprebendat: 
smaragdi itaque viriditas fidem insinuat, saphiri serenitas spem 
significat» granati rubicunditas caritatem representat, topazii claritas 

aj quomodo V. — bJ obs. auf Rasur. 



1) Regum in, 3,9. 



16S 

^eraeioneM reetam «namciat et di^hirat, 4e qua IHmtnud : liüN^^at 
taeeraa restra ütram faomimbuü.ut vkleaftt 0p%t^ ?eslm bonei i). Habe« ^«i- '* ^* 
ergo in saaragdö qiod credas^in »aphyt^ quod^^<6i*es> mgmne^^ 
qnod diligas, in tvpazio quod exereenis, q^atenas asi^^ndem dd 
TirtHteia YirtuteilutaiidemDeamDeoruiii inSyo^eteme'fldef^sifi^ireai'i». 

Baluze I, 111. Haynald ad a. Ild8, n. S2. mit der Überschrift lÜustri 
reg! Angliae und dem Daltim Romae ap. S. Petmm IT. Cal. Juaii. — Maften^ 
et Durand €oll. II, 1171 briogea denselbea Brief Mierhaft gedtucbt nÄ% dter 
Ühersdbrtft: Friderieos regi etc. 

88. 
Pap « BaaaAanm ?e|^ de aise^^iendt ifauUmato. 

1254. 

hnocenz IV, fordert den zum römischen König erwählten Grafen Wilhelm von 
Holland mtfj zum Empfang der Kaiserkrone nach Mom vu kommen. 

Postquam diyina potencia ecciesiam suam pacificso*! disponens» 
mamfesta tibi bouitati« sue 8igna pretendit» de via per quam pro8p^*6 
procedofi et re^ea» obstancia aj offensiouum doaudala remoyendo» tta 
fMd, adrersariis tui6a)iainde medio dublatis» nullus ommho superstes 
esse Tideatur, qui, Deo tibi propicio, tuis valeat progressibus obviare, 
oportet de cetero in te profiei nostro ministerio opus Dei et 
desiderium impleri eeclesie, matris tue, toto cupientis affectu electum 
videre dilectionis sue filium imperatorie maiestatis culmine consuma- 
tum. Sane cum rege«» qui fuerunt pro tempore in Romanos prineipes 
sublimandi, consweverint apud sedem b) apostolicam cj cum multa 
sepe supplicacionis instancia Tocacionem suam ad coronam imperii 
per solempjies nuncios postulare priusquam per Romanum pontificem 
inritarentur ad illa , in boc tibi eiusdem sedis spiritualis benivolencia 
et ferrens de promocione tua ipsius desiderium elucescit, quod 
ipsa te ad prineipalis honoris excellenciam efflcaciter assequendam 
antequam rogaretur, invitat et cum tedio more prolixioris dinoscitur 
expectare. Hortamur igitur dilectionem regiam paternis monitis 
tibi consulentes, quatenus ß) a ceteris diflßcultatibus te explicans 
et exonerans ad veniendum y^ad Ytaliam apparatu regio accingaris 

aj obstancia am Rande. — bj ap. sedem am Rande. — cj apostolica V. 



1) Matthaeus 5, 16. 



166 

et festines ad apostolorum limina transferre, recepturus ibidem solemp- 
niter de manibus nostris imperii dyadema 7). Precedat autem 
cireumspectio gressus tuos , • quia aliqui auctoritate et prudencia 
insignes de latere tuo sunt in partes Ytalie premittendi, qui viam 
ante faciem tuam strenuis disposicionibus preparantes , in reeipiendis 
fidelitatibus et in aliis quibuseunque interim yices tui nominis exe- 
quantur. Ceterum cum manus Domini te potenter exaltet, decetet 
competit, ut per devote humilitatis obsequium hane yicissitudinem 
tuo exhibeas creatori, quod videlicet habundanter affluas manswe- 
tudinis regie clemencia circa omnes. Cures ergo quocunque queso 
studio, quos poteris ad tuam benivolenciam et graciam revocare, 
parcendo p^riter et misericorditer miserendo, ita quod te malum in 
bono yincente, teque inmeritis munificeneie a) eciam tue pollieente 
clemenciam, ad te tui cogantur venire adversarii tracti funiculo 
regie bonitatis, 

Mieris Charterboek der GraFen van HolIaDd I> 291.^ und Beka bei Boeh- 
mer, Fontes 11, 446 mit der Überschrift Innoeentius ep, s. a. Dei, Excelleo- 
tissimo filio WÜhelmo Rom. regi s. et a. b. mit vielfachen, wesentlichea 
Kursnngen, jedoch: — «) für adversarii« tuis: Conrado, filio qoondam 
Frederici, olim imperatoris und ß) dilecti filii nostri Petri, S. Georgii ad 
yelum aureum diaconi cardinalifli et apostolice sedis legati communicato eonsilio 
» peteris ditfcultatibus etc, — 7) hier schliesst der Brief bei Beka 1. c. 



33. 

Papa pr« sibsldi« terre saaete. 

1234. September 4. Spoleti. 

Gregor IX, fordert die Christgläubtgen zur Theilnahme an dem bevorstehenden 

Kreuzzuge auf, 

Sacrosancta «) Romana eeclesia accrescencium in salutem et 
filiorum dextere pia mater, cuius magna, tanquam Rachel de sue 
prolis interempcione, contricio, vocem lamentacionis et luctus emisit 
hactenus et emittit, quam audiri cupimus in excelso, ut per diem et 
noctem fidelium oculi lacrimas deducentes non taceant et donee 
misereatur Dominus non quiescant. Lamentatur autem non inmerito 

a) munificeneie auf Rasur. 



167 

beata mater ecciesia quia domus celestis panis a), mons Syon, unde 
Jux «xiit» ciyitas regis magni, de qua gloriosa dicta sit terra, quam 
Dei filius suo pro nobis sanguine eonsecravit, regni robur et 
pulchritudo, periit fletque quondam libera et sub impie tyrannidis 
iugo seryit. Luget siquidem quia ibi b) multitudo celestis pacem 
cecinit milicie» ibi pressum gentis immundissime, scandala, simul- foi* s* < 
tates c} et scismata suseitayit, ac innovans excidia preliorum misit 
ad desiderabilia manum suam, sacerdocii et sacrorum ordiniun 
pias leges et ipsius iura nature relegans a templo Domini, diversis 
ibidem abhominaeiom'bus et spurciciis introduetis. Et ideo Jerusalem 
in suis derisa sabbatis obsorduit quasi poUuta menstruis i) inter 
hostes P). Ad eiusdem igitur suceursum nuUum tedeat peregrinari 
pro patria, certare cum spe yictorie pro Corona, mori pro Tita, pro 
iUo sustinere ad tempus dura et tristia, qui confusione contemptibili, 
sputo eonspersus, cesus colaphis, flagellis afflictus, coronatus 
spinis eoram Pylato sisti tanquam multorum reus criminum pertulit 
crucifigium, ad ultimum potatus feile, lancea perforatus, emittens 
cum clamore ralido spiritum, pro condicionis humane riribus repa- 
randis» cursum presentis vite saturatus iniuriis consumavit. Hie 
enim, ut repetamus altius, qui de pateme solio glorie, celis mirabili- 
ter inclinatus dj^ ad nostre mortalitatis ima descendens, non dedi- 
gnatus est Dens homo, creator creatura fieri, suscipere dominus 
formam serri, ut qui non poteramus per nostram iusticiam sperare 
yeniam, per hunc consecuti graciam inauditam, heredes Dei, coheredes 
yero Christi, divinitatis consorcium, felicitatis eteme participium 
sortiremur. Et licet per graciam adoptati, cottidie causas ingrati- . 
tudinis cumulemus , ipse tamen habundat in diyiciis bonitatis , dum 
propter diyersitatum e^ yoluntatum , virium, facultatum, delinquen- 
tibus diyersa pro tempore satisfaciendi genera contulit, yaria medendi 
langwentibus remedia suscitayit, dum terram, in qua nasci, mori 
et resurgere yoluit, tamdiu ad exercitacionem fidelium ab infidelibus 
detineri permittit , licet non sit abreyiata manus Domini , nee yirtus 
eins in aliquo diminuta, quin eam, sicut cuncta fecit ex nichilo, 
liberare yaleat in momento. Sed illas compassionis et dilectionis 

a) panis am Rande. — h) ubi su lesen. — c) simultates am Rande. — 
d) inclinaiis zu lesen. ~ e) diversitatem su lesen. 

«) Thren. 1, 17. 



168 

causas requirit ab homine, quibiis ad omiiis consmnacioms finem 
legisque plemtudin^Fn ostendendam, ipse [H^ior homini perdito ei 
dampnato adesse voluit miseratus. Qui nullatenus permisisset manufl 
impias contra pios usque adeo roborari, nisi et soam de aostra 
vindicari industria preyidisset ininriam, et senrari nostram voluisset 
de 8ua yietoria disciplinam. Sab hac occasione delectati plurimi 
satisfacere pro modo criminum aliter non Talentes, Telud in profnndum 
malorum dimersi penitus desperassent, nisi occurrbset eis bec tabula, 
nisi per hoc compendium suis pro Christo positis animabns consu- 
mati breyiter malorum temporum spacia complerissent Multi eeiam 
inrenire locum ubi steterunt pedes Domini eupientes , prius ad a) 
brayium sine cursu et ad coronam sine gladio pervenerunt, illo sQum 
remunerante h) militem, qui solam considerat in eblaeionibas 
yoluntatem. Ut autem ad premissa fideles efficaeiter et potente 
exurgant, nos de omnipotentis Dei misericordia et beatorum aposto* 
lorum eins Petri et Pauli auctoritate e) atque nostra confisi, omnibus, 
qni laborem istum in propriis personis subierint et expensis, et alios 
pro se destinaverint, plenam suonun peccaminum, de quibus cdrde 
oontriti et ore eonfessi fuerint» veniam indulgemus et in retrilmeio- 
nem istorum salutis eteme premium pollicemur 7). 

Efgäaumgea aus Mathaetts Paris, ed Londiai 1640, p. 400 squ. -^ «) 
Gregorius episcopu»» a. s. D.» «niversis Jesu Christi fidelibus per ragnuia 
Anglie eonstitutis, ad qaos litere iste perveneriot^ aalutem et apostolieam 
benedictionem. — /3) Nam licet dudum charissimo in Christo filio nostro 
Frederico Romanorum imperatori semper augusto, Hierusalem et Sicilie regi 
lllustri, civitas eadem preter templum Domlni fuerit restituta: tarnen quia 
Deua oBinipoieos tane magnificencius agere com populo suo Christiane noa 
adieeit, iinperator predictus treugas iniit cum eoldanot quarotn termiaiis 
adeo est vicinus, quod tempus medium preparacioni ?ix sufficere creditur* 
nisi ad queque neeessaria per promptltudinem, spem et fervorem fidei 
festinetur. — «y) Folgen verschiedene umständliche Anordnungen zur Förderung 
und Beschleunigung des Kreuzzuges: Eis autem — requiem mercabuntur. . 
Datum Spoleti II Non. Septembr. pontificaUis aocrtri anno Vm. 

Boehmery Reg. Greg. IX., bo. 86. Ohne Zweifel ist dasaelbe Schreiben» 
welckes bei Math. Paris an die Bewohner Englands gerichtet ist, auch nach 
Deutschland und anderen Ländern geschickt worden. — Der Text bei Math. 
Paris lässt sich nach dem unsrigen an vielen Stellen verbessern. 

a) ad am Rande. — b) remunerantem V. — c) auctoritate am Rande. 



169 



34. 

Fapa 4e Vrideric« fMiidMi a) htperatore. 

1248. Februar. Lugduni. 

Irmocenz 1 V, heglücktoünscht die Farmesen wegen ihres Sieges über Friedrieh 
und ermahnt sie, femer auf ihrer Hut zu sein* 

Plaudat in iubilo universa caterva vestra domino Deo nostra» 
cuius inseparabilis yirtus» non deserens de ipsius presidio coofidentes, 
in manu yestra contrivit mirifice baculum principis impiorum« eeden* 
tu populo«, subicientb in furore gentes et matrem eum filiis 
erudeliter persequentis. Nam ut inyeniremus tos in promisso vestro 
fideles per coastanciam vestram de spe celestis auxilii strenuitatem 
Testram dacimus confirmandum. Deus siquidem» cui pareere promp- 
tum est et proprium misereri, licet ad expiacionis exercicium fiddea 
affligi interdum ab in£delibus paciatur» nescit tarnen in indignaeione 
demenciam continere» ne super hereditatis sue sortem Tirgam h) mx^ 
quitatis usque ad interitum delinquere Tideatur. Quin pocius, cum 
penrersorum iniquitas alicuius iuTalescit, tunc ne tribulatorum pacien- 
ciam tribulaeionis perimat Talitudo, propicius liberator exargit, 
oppressos clementer eripiens et iuste iudicans opprimentes, sicut 
declarat miranda presentibus et memoranda posteris dies illa, in 
qua coram Tobis , qui tos querebant obruere y corruerunt. Quis sane 
in Tictorioso triumpho, quo nuper adyersus F. quondara imperatorem 
eiusque sequaces mirabiliter claruistis ^ ' Tictricem manum dominice 
omnipotencie non agnoscit, qui sublimes bumiliat» eiciens de supremo 
culmine glorioses, in manibus paucorum facilem concludit superbiam 
muHitudinis contumacis ! Equidem illum ad inglorium finem digna 
necessitas iuste perduxit, qui usque ad altitudinem nubium se extoUens 
et disponen« ex adTerso altissimi erigere sedem suam ^) , pacificam 

a) quondam von anderer Hand übergeschrieben. — h) virgam am Rande V. 



^) Der Sieg der Varmeseo , welche in des Kais^t Abureienheit einen glucklichen 

Ausfall auf das Belagerungsheer machten, £and a^i IS. Februar 124S statt. 
«) Isag. 14, 14. 



170 

urbem turbat, regna eoncutit et unirersalis ecciesie sire orbis 
molitur excidium ac ortbodoionim exterminium populorum, ut, cuitu 
eistirpato divino, ipse solus velud singulare desolacionis ydolum 
adoretur ^* ^^go V^o admirabili celestis gracie*beaeficio in Tobis 
toti mundo collato et proyiso diyinitus ad relevacionem status proyineie 
N. dignas gracias agere largitori non sufBcitur lingua carnis. 
Accedit siquidem nobis ad cumulum gaudiorum , quod Tobis diyinam 
graciam solam affluentem bumilibus taliter yendicatis, quod yictorie 
palmam, quam de bostibus retulistis, Deo non Tobis ascribitis , profi- 
tentes eam non ei robore humane yirtutis , sed de incorrupte Dei 
genitricis patrocinio processisse «). Propter quod pro certo Tobis 
est sperandum, quod Dei auxilium progressus restros prosequi 
non desistat, donee, adepto de hoste triumpho, fines yestros pax 
ioeunda possideat et Tobis exultacionem in Domino subministret 
de ineffabili quodanunodo munere gracie specialis, ut in rebus belli- 
eis ostenderet tos ab antiquis*non degenerasse parentibus. Quin 
imo ipsorum hereditas per constantem vestre prudencie probitatem 
in brachiis yestris elegit tarn grandem sue maiestatis operam in 
Tirtutem , ut laus yestra in ore omnium resonet ubique in benedictio- 



*) Dieser Aatdrack kehrt in einem gleichfalls in der Angelegenheit Parma^s erlas- 
senen pipstlichen Schreiben , unten Fol. 78, no. 16 wieder. In einem den Sieg der 
Parmesen Yerberrlichenden, gleichzeitigen Gedichte heisst es Ton Friedrich*s Götsen- 
dienst (M. G. SS. 18, 795 ed. JaflT^j: 

Fecit et symulacrum igneo conflatu. 
Cum recessit, fugiens ultra Tari flnmen, 
Dimisit symulacrnm, quod colebat numen, 
Quod nee daudos erigit nee dat cecis lumen, 
Cuius cultum reprobat dlrinum volumen. 
*} Die Parmesen schrieben in ihrem Siegesberichte an die Mailänder und ohne 
Zweifel in ähniicher Weise an den Papst: Laudes retribuimus Deo patri filioque 
SUD dem. nostro Jesu Christo et spiritul saneto, trino Deo et uni maiestati et 
Tirgini gloriose, que non propter nostrorum exigenciam meritorum, sed propter 
suam clementissimam pietatem ciyitatem nostram protegit et defendit . . . sicut 
manifeste conspicimus in yictoria triumphali quam die martis, duodecimo Febmarii 
exeuntis, contulit nobis Dens sue genitricis interventu* Math. Paris ed. London 
1640. Additam« p. 164. Auch in einem der erwShnten Siegeslieder heisst es 
1. c. p. 793: 

Yirgo Dei genitrix graciarum plena 
Dedit Panne gloriam, hosti data pena, 
Laxata pro riribus ad fugam habena. 
Unter der Fahne der Jungfrau Maria waren die Parmesen in den Kampf gesogen. 



171 

nibus sempiternis, et deyotorum unirersitas de manu yestre divine 
liberacionis percipiens auxilium salutare, fidem yestram inriolabilem 
propensius recommendet. Ceterum, licet exhortaeione non opus 
esse sciamus ubi propria laus tos clarificat meritorum, quia tarnen 
zelus noster suum, quo ad hortacionem yirtutis yestre yos 
stimulet, ealear habet, uniyersitatem yestram rogamus et hortamur 
attente , quatenus — proyide perpendentes , quod non minor laus 
est aequisitam seryare gloriam, quam quesisse — in cautela ciyiumF*i.sSi 
et custodia ciyitatis sie studeatis sollicite yigilare incurialitatis quo- 
dammodo securitate, ne yidelicet per yestram incuriam locus 
nocendi fraudibus pateat inimici. Romana siquidem ecclesia, mater 
yestra, que yos posuit yelud insigne signaculum in cor suum, et cuius 
yiscera gladius compassionis affigit in passionibus filiorum statuens 
se yobis in omnibus fayorabilem et benignam , yestris oportunitatibus 
non deerit et ciyitatem yestram bonorum tytulis et beneficiorum proye- 
here non negliget incrementis, in biis precipue, que ad yestre tuicio« 
nis et defensionis auxilium yiderit expedire <)• 



35. 

Papa regi Sycilie super defectn ann^ae. 

1227. Januar. 

Honorius HL bittet den Kaiser Friedrich ah König von Sicilien, nach dem Beispiel 
seiner Vorgänger, Born während der Hungersnoth mit Getreide zu versorgen. 

Celestis altitudo consilii, alta et ineffabili proyidencia uniyersa 
disponens, rerum yicissitudines non sine dispensacione racionis 
alternat, nunc egentes habundare faciens , nunc habundantes egere, 
ut humana condicio per alteracionem huiusmodi et sui Status 
instabilitatem cognoscat et alterutrum aj sibi coijipaciens impleat 
legem Christi, qua proximos jubemur diligere et alter alterius onera 
subportare. Ecce famem yocasse yidetur Dominus super urbem 
et in ea firmamentum b) panis grayiter contriyisse cj »), nonnullis 

aj alter alteri compacienti subyeoieos impleat Huill. Br^h. — bj fomen- 
tum idem. — c) decrerisse idem. 



Verg^l. Raamer, Hohenstaufen, 3. Auflage 4, 115 und im Folgeadea Fol. 68, 

DO. 8 and Fol. 68, no. 16. 
«) Ptalm 104, 16. 



172 

potentibtts ipsius urbis , quos habundare nulK dubium est, malieiose 
saam habundanciam occultantibus et neqaaqiiani timentibus illad 
mourrere maledietum quo dieitur: „inaledietus omnis qui abseondit 
frumentum» benedictio autem super eapud yendencium^, neo denique 
attendentibus , quod necessitates huiusmodi habundanti tribuant 
grandem materiam diluendi peceata et divinam graciam ulterius 
promerendi. Urgente igitur Tictualium inopia eonfluit ad nos popali 
inultitudo cum clamoribus , quem sine laerimi^ audire non possumus, 
aUmenta scilicet deposeentem; non aliter quam si lapides valeamus 
in panem conrertere et in farinam pulverem transmutare. In buius 
igitur neeessitatis articulo ad te duximus fiducialiter reeurrendum, 
reeolentes quod felicis recordacionis quidam predeeessorum nostro- 
mm a) Romani pontlfices, ad inclite recordacionis reges SyciMe 
predeeessores tuos in casu simiü babuere reeursum et eos in bac 
parte liberales, prout regalem decuit munificenciam , invenerunt. 
Quod utique eciam de tua liberaiitate a nobis non indigne presumitur, 
cum non minorem ad te habeamus earitatis respectum quam ad 
predictos reges babuere pontifices antedicti, nee minorem quam 
fuerat eorundem regum ad illos tuam ad nos benivolenciam estime- 
mus. Imperialem itaque liberalitatem omni qua possumus affectione 
deposcimus, quatenus prudenter attendens oportuuitatem graciam 
promerendi divinam, popuIumqueRomanum ad amorem et devocionem 
tuam arcius obligandi esse a Domino tibi datam , quam tam libenter 
quam bylariter amplectaris exemplo Joseph, qui necessitate pari patrera 
paTisse dieitur atque fratres, ut nos et idem populus, qui sicut ad 
patrem esurientes filii , ad nos clamant , articuli buiusmodi aagustias 
per auxilium tuum evadere valeamus et generacio hec opera ß) lau- 
det et eructet in secula tue memoriam largitatis 7) 1), 

Ergänzungen aus Huill-Breh. 11,711. — a) felicis recordacionis Alexander 
et Lucius. — /5) tua. — •/) Er möge sich durch Gewährung der Bitte im Ver- 
trauen des Papstes erhalten : preces — repulsam. ^ Das Datum bestimmt 
Huill-Breh- 1* e. mit Recht nach der Nachricht im Chronieon des Riccardus de S. 
Germano ad a. 1227. Hooorius papa suos ad imperatorem in Siciliam auneies 
mittit, ut sihi et Romane curie in victualibus suhveniret; qui per Henricum de 
Morra magistrum iusticiarium hoc fieri mandat. 



*) Psulm 144, 7. 



173 



36. 

Papa talem rey^cat ad graeiam. 

i230. A«igU8t 28. Anagnie. 

Gregor IX, hegrüsst koch erfreut Friedrich IL nach dessen Aussöhnung mit 
d^ Kirche und bittet Gott, er möge dem Kaiser Beharrlichkeit in der Tugend 

verleihen, 

Boehmer» Reg. Greg. IX.^ no. 30. 

Si Anna discessom Tobye filii sui non sustinens, padentis more 
lacrimis affluebat, si more impacientis exiliens circuibat cottidie 
Yias suas pero^quas remeaadi fiducia reditum anxia expectabatFoi.ssi». 
et tandem in superoilio montia sedens» Yiso filio de looginquo b), 
inexplicabili gaudio eiultabat: quanto igitur aune tripudlo hylajreaeit 
mater eeclesia, que filium excelsum pre regibus terre de regione 
dissuniUtudinis recipit redeuntem? quis valeat verbis aut literis 
explicare» cum non sit hominis, sed supra vires quodammodo hominis, 
Äffectmn perfeete posse exprimere per effectum? Magnificat siquidem 
anima nostra Dominum et exultet spiritus noster in Deo salutari 
noslaro, qui et deprecaeionem nostram et misericordias suas a nobis 
non cj amovens, cordi tuo misericorditer inspiravit, ut anime tue 
aaluti, dignitatis honori et quieti multorum provide eonsulens, ad 
pie matris gremium devote redires, que in expectacione reditus 
tui matemis affectibus cruciata sepe pro tua reversione seu conver- 
sione tbus oracionis Domino suppliciter adolevit, et ymolavit pro te 
lacrimabiliter vitulos labiorum, multorum filiorum in te periculum 
perhorrescens. Nunc autem qnia maiua est gaudium super uno 
peccatore penitenciam agente, quam supra nonaginta octo iustis, 
qui se annunciat penitencia non egere : exultat ecciesia generalis eo 
quod tenebroaus turbo, qui pene involverat omnem terram, luci non 
cedit optate, fragorque horride tempestatis, qui multis minabatur 
excidiumt arrideoite ^^r^nitatia gaudio subsile^oit. Nos igitur honoris 
et «al^tie tue precipue profectum »inceriß affectibus cupientes, altisaimi 
misericordiam imploramus , quatenus qui te revocavit ad vitam , det 

a) pro V. — bj lolinquo V. — cJ non fibergeschriebeo. 



174 

yirtutis constanciam reyocato , ut ubi habundayit delictum habundet 
et gracia et contra predictos casus reddat te in omnibus cauciorema). 

Ergänzungen aus Huill.-Br6b. III, 224—226. Gregorius etc. Frid. Rom. 
imperatori semper augusto et regi Sicilie — a) folgt die Bitte um Freilassung 
des Grafen Thomas (von Celano) und der Söhne Raynald*8 von Aversa: quia 
proeul — attentari. Dat. Anagnie Y. Kai. Septembr. pontif. a. IV<^. 



37. 
Papa super reTecaeiene apestelice sedls legati oj. 

Ks Pap^ fordert mit täräichen Worten einen Legaten auf, da er oeime Sen^ 
düng löblich vollhrachU schleunigst an den päpstlichen Eof zurück zu kehren, 

Tempus est, ut emissa columba, virens ioeunditatis folium 
afferens, reyertatur ad archam, tempus est, ut filius matrem presens 
letificet iam absentis tedio fatigatam, tempus est denique, ut ad 
illum redeas, qui te ad iniuneta dinoscitur transmisisse. Emissum 
enim iam emittens desideratum expeetat cum insigne exultacionis 
tripudio rerertentem, mater quoque sinum absente filio replere 
desiderat, et fratres suos Totivo solacio renoyari. Cum igitur 
suscepte legacionis officium debita laudabilis soUicitudinis yigi- 
lancia b^ fueris eiecutus et subcrescentibus Romane ecclesie 
negociis tua presencia nobis sit non modieum oportuna: mandamus 
quatenus statim visis literis studeas ad sedem apostolicam te trans- 
ferre. 

38. 

Papa Petr« de Tineis. 

1242. August c. 

Ein Cardinal bittet den Petrus de Vincis, beim Kaiser Fürsprache zu thun 
wegen Freilassung der gefangenen Cardinäle, 

Tociens tibi incassum scribimus et in yentum e) preces efiundi- 
mus pro karissimis fratribus nostris et aliis, qui adhuc carcere principis 

a) dis legati fehlt V. — b) vigilancia am Rande V. — e) am Rande, alius : 
in yanum. 



175 

detinentur, utinam nunc saltim nobis exaudicionis ianua panderetur! 
Rogayit enim pluries nobiscum universitas cardinalium, ut matri 
ecciesie filii redderentur, flagitayit quoque, ut tractarentur benignius 
et precipue dominus Prenestinus a), tue, ut dicitur, custodie 
deputatus. Nunc autem, ut dicitur, idem artatur plus solito, strictius 
elauditur, tractatur durius et asperius a collocucionis bumane solacio 
removetur y, nam propriis famulis et sociis destitutus, affligitur 
yebem enter. Porro quis favor ex boc accedit principi? An propter 
boc fama celebrior de sua clemencia spargitur Yotiyis per orbem 
gaudiiscelebranda? EcccTirireligiosi, ministri Cbristi in eins sortemc^ 
assumpti, nee non et pontifices sacro crismate delibuti, fame 
cruciantur , confunduntur obprobrio nuditatis , protracti diucius a 
carcerali tedio nimium d) affliguntur et longioribus quidem distractiP«!*'*« 
angustiis pene deficiunt et continuis pulsati doloribus subsanna- 
eionibus et obprobriis lacessiti usque ad sacietatem yisionis omni 
carni et populis universis » iam pro remedio cruciatuum vitam fasti- 
diunt et desiderare mortis compendia compelluntur. Ubi est bumanitas 
tanti principis et ubi clemencia imperatoris sub celo tam hominibus 
quam iiimentis? Numquid virtutes multiplices, quas divina gracia con- 
cessit in eo et quibus fulgencius illustrayit principem singularem, sub 
duricie claustro claudentur, sub clave, quod absit, crudelitatis foribus 
obseratis? Nonne intrabit pietas,que clamat ad ianuam et ut misereatur 
tantus princeps ululantis miserie miserorum non desinit supplicare ? 
Tuam igitur prudenciam attencius exhortamur, quatenus instes apud 
principem, ut restituat fratribus fratres suos. a) Sane permittat se tantus 
princeps ad instar Salvatoris a pietate clemencie superari, ut iuxta Sale- 
monem firmetur clemencia tbronus eius. Nicbil enim in tbrono regia 
bonorificencius dominatur, nicbil tam ampla magnitudine imperat di- 
gnius» nicbil splendete^ in celsitudine cordis alti, nicbil triumpbalibus 
tytulis fulget luminosius aureis literis conscribendum » quam f) si 
clemencia regnat in pectore principis et solium teneat usquequaque. 
Hoc autem g) pro certo fieri censetur quando yictoriosius a celesti pie- 
tate vincitur et sceptrum regni , palmamque victorie tradit illi. Super 
afflictis namque pia gestans princeps viscera, famosius ubique clemen- 



a) am Rande al. Penestrinus. — b) sol. rem. auf Rasur. — c) fortem, 
am Rande alius: softem. — d) nimirum H-Br. was keinen rechten Sinn giebt. 
^ e) subtilius H-Breb. — f) quantum Huill.-Bräb. — g) autem am Rande. 



176 

eie laudibus illustrattir. Duobus quippe syderibus mediantibus 
celum pingit, cum duobus videlicet luminaribus » niisericordia sive 
clemeucia» mundum clarificat Universum. Nimirum hec faciens ab 
eius operibus quasi terso speculo resultat ymago, que ceterorum 
pectora sibi reconciliat^ letificat et serenat, retribuens onmibus 
fidueiam bone spei. Sic autem exereere in hiis se tua curet industria, 
quod iuxta yotum petentes redempeionem consequantur carceris, 
et adepti graciam laudent Deum» ac Romana ecclesia suo in tempore 
cum graciarum actionibus antidota grata gerens tibi ad eondignam 
yicissitudinem teneatur. 

Ergftnziing aus Hnillard-Br^hoIIes VI, 61^63 Magistro P. de Vineis — 
a) et alios clerieoa et prelatos interim iraetari preeipiens humaniter et ho- 
nesta, deminos fratres nostrea digaetur protinas liberare, quos faciat sine laora 
usque ad nos seeure eonduei. Nam ad proTisionem ecclesie faciendam mata- 
rius, ad quod duobus ex nobis existentibus extra urbem dudum dignatio 
Cesaris per suos apices obtulit illos duos, nee non et ad pacia traetatum 
valde utiles esse possunt si non permittat etc. 



39. 

Papa Eemanernn regl. 

1254. Aasisii. 

Innocenz /F. bittet den römischen König Wilhelm um die Freilassung der 
gefangenen Grafen van Holland. 

Non operum, non munerum quevis profusa largicio tantum tuam 
poterit sublimare personam, quam fructuosa plurimum acquisieio 
amicorum» que velud inexbaustus thesaurus usu non eonsumitur sei 
augetur. Quod coacervatis quantumyis peccuniarum thesauris non 
aceidit» qui per expensam continuam protinus dilabuntur. Igitur fili 
karissime, peculiarem tibi tbesaurum amicorum quesumua studeas 
procurare, quorum oportunis irrigatus suflragiis ad yotitum pervenias 
incrementum. Elabores itaque bominum corda dilectionis tibi Yinenle 
federari, cum nil utilius nicbilque salubrius haberi contingat in 
bomine , quam sine Actione ipsius aj animum possidere. Hac enim 
babita prudencia regni tui incrementa felicia poteris iocundius intueri 

aJ ipsius auf Rasur. 



177 

et securius ikiexpugnabili amicorum vallatus munimine nullius poteris 
iaro hostis adversa conamina formidare. 

Verum cum iam tempus advenerit, quod dilectos filios nostros, 
comites N. efficere posses unanimes, quorum obsequium tibi poteri^ 
applicare» si eis, qui arma iam pridem in tuum assumpserunt detri-r 
mentum» ex innata clemencia, in captivitate detentis indulseris 
libertatem, serenitatem tuam attente rogamus, tibi consulentes in 
animi puritate, quatenus a yinculo carceris ipsos et eis adberentes 
eures absolvere, fortioribus per hoc tibi, amoris scilicet nexibus, 
vinciendos, cum satis eridens pateat argumentum, quod cum fuerintpoLSSd. 
in te bumanitatem experti, grata tibi rependent obsequia tante 
yicissitudini rependenda. Age ergo fili ocius quod bortamur, cum per 
ipsorum detencionem nuUus tibi fructus videatur accrescere, sed 
odia utrinque ex eo pocius in partibus invalescant» que per ipsorum 
liberacionem possunt penitus exstirpari. Nos igitur, si quod affectu 
suggerimus, prosequi studueris in effectu, id ad non modicum gratum 
babebimus, tuamque proinde devocionem dignis in Domino laudibus 
attoUemus. 

la Folge der Schlacht bei Westcapellen auf der Insel Walcheren, 
in welcher Graf Florens Ton Holland, König Wilhelm's Bruder, das aus Flan- 
dren! und Franzosen bestehende Heer der GrSfin Margareta ?on Flandern 
besiegle, (4. Juli 1253, in die traoslacionis beati Martini) kamen die jüngeren 
Grafen von Flandern, Söhne aus Margareta's zweiter Ehe mit dem Grafen 
Wilhelm von Dampierre, in die Gefangenschaft König Wilhelm*s. Johannes de 
BekaBoehmer Fontes II, 445. Rex igitur comites de Ghysen et deBerro diwsque 
filios Margarite comitisse captivos destinavit ad Hollandiam. Yergl. noch Math. 
Paris ed. London 1684, p. 760 squ.Boehmer Reg. imp. inde ab a. 1246, p. 26 und 
AdditLReg. Wilh.pag.381, no.303.Raumer3. Aufl.4,230. — Um die Freilassung 
dieser Grafen bittet Innocenz den König, wahrscheinlich von Frankreich her 
dazu angeregt. Vergleiche noch Joh. Meermann, Gesch. des Grafen Wilhelm 
Ton Holland, römischen Königs. Aus dem Holländischen. Leipzig 1787, Theil 2,. 
119—124, 150 und 200, femer Cod. Wilher. A. 93, Archiv 7, 899 „Innocencius 
etc. W. regi Ro. etc. Dat. Assisii''. 

40. 

Papa N. epise^p« de ernce predleaDda. 

1232. 

Gregor IX, fordert auf, das Kreuz gegen Friedrich IL zu predigen^ 

Qui presides in speeula leva signum et profer adversus pesti- 

lencie agonem vexillum victorie Christiane. Vides enim canes latrantes 



rontea* Abth. II. Bd. XXV. 



12 



178 

undique contra Deum et obtrectantes dente rabido Christum eius, 
yides malos operarios, molientes vineam Domini demolire a)y yides 
concisionem, qua inpudici laniant inconsutilem Domini tunicam, 
contextam manibus sponse Christi. — Si ergo ex alto misit omnipotensi} 
sue ecelesie ad tutelam fidelium te suscitans salvatorem, impiid 
resistentibus dextere Domini Jesu Christi, ceptam adrersus iUos 
procul dubio consummare c) virtutem : numquid dissimulare, numquid 
tacere poteris, qui es os Domini? et non debes pocius contra disper- 
flores pro gregibus dare vocem , et animam exponere , urgente zelo 
sollicitudinis pastoralis? Quapropter tibi presencium tenore mandarnns 
quatenus, suggerente tibi favore Deirf^, yiyifice crucis vexillum contra 
hostem ubertatise^etkatholice fidei impetus explicandum assumas, per 
quod in brachio Dei , contrito brachio peccatoris et maligni , qui per 
mala presentis temporis ducit in interitum cuneum malignorum, pai 
in terris redeat et auctori vite inconcussa deserviat religio christiana. 
Clero igitur et populo tue dyocesis saltim bis in mense ad locum 
ydoneum conrocatis contra Fridericum , quondam imperatorem a)^ 
persecutorem ecelesie, in fervore zeli procures proponere verbuin 
crucis. 

ErgSnzang aus Mone, Anzeiger für Kunde der teutscben Vorzeit 1838, 
p. 3^2. Venerabilibus in Christo fratribus archiepiscopis , episcopis etc. per 
Teutoniam constitutis s. et a. b. DemgemSss heisst es dann Qui presidetis etc. 
-» a) et Cuonradum, natum eins, persecutores ecelesie, ac omnes adherentes 
eisdem, eis in fervore zeli curet de consilio carissimi in Chr. fiiii nostri regis 
Romanorum illustris, proponere verbom crucis, a prelatis omnibus cuiuscunque 
sunt ordinis et aliis parochiarum presbyteris vestrarum ciritatum et dyocesiam, 
quos ad hoc ydoneos esse noveritis, proponi frequencius faciatis. 

41. 

Papa Komanoran regi. 

1254. Ende December. Neapoli. 

Alexander IV. zeigt dem römischen Könige Wilhelm den Tod seines Vorgän- 
gers, Innocenz IV., und seine Thronbesteigung an, 

Kathedra preminencie pastoralis in hac militante ecclesia per 
plurimos pontifices frequenti successionis vicissitudine variatur, pro eo 

aj demolieri V. — bj manum suara Mone. — cj adversus bis consummare 
von anderer Hand am Rande. — dj fidei von anderer Hand und Mone. — 
e) veritati« zu lesen. 



179 

quod illos manere diucius nature mortalis condicio non permittit. In 
ecclesia siquidem triumphanti, que superne patrie regionem 
inconcussa possessione iam obtinet, salvator noster, Dei filius, 
summus est pontifex, qui sempiterno fungitur officio, manens in 
eternum et subaeto mortis imperio semper yivens — , in hae autem 
militanti ecclesia, quam exemplarium instar celestium in consum- 
macione sanctorum super terram Dei sapiencia fabricavit , pontifices, 
mortalitatis infirmitate circumdati, cum constituantur pro hominibus 
apud Deum, tamen ex hominibus assumuntur. Hinc est quod illa, 
indeficienti eterni sponsi gaudio et inmortalitate beata, luctum 
viduitatis dicitur ignorare , hec autem, dum peregrinatur in terris, 
corporum carceribus obligata, frequenter cogitur viduitatis sue 
lamenta resumere ac tedia experiri. His lamentis et tediis, sicut 
Domino placuit, qui auffert spiritum principum, ecclesie sue nuper 
concussa sunt viscera eiusque maxille perfuse amaro profluvio lacri- 
marum super felicis recordacionis Innocencio papa, predecessore 
nostro, VII Kalendas Decembres *) apud Neapolim, per unirerse 
carnis viam de nequicia huius seculi evadente. Qui cum adhuc 
necessarius esset et admodum utilis populo christiano , forsitan ideo 
Tocatus est a Domino, ut mundus , in maligno positus, presencia eins 
nosceretur indignus , et ut ipse de iniquitatis medio , que animam 
eius diu cruciaverat, tolleretur. Die itaque sequente, iuxta morem 
exequiarum soUempnitate premissa eiusque corpore tumulato , nos et 
fratres nostri convenimus ad substituendum ydoneum successorem 
et, missarum solempniis in honorem sancti spiritüs devote ac humi-Foi.34a. 
Kter celebratis, aliquantum de futuri pastoris substitiidione tractantes, 
iidem fratres ad imbeciUitatem nostram oculos suos cbmmuniter et 
concorditer direxerunt, nos ad conscendendam a) speculam aposto- 
lici culminis et subeundam gravissimam orbis sarcinam eligendo. 
Verum nos ea re , supra h^ quam dici valeat , stupefacti , et que et 
qualis esset illa dispensacionis divine vocacio anxie cogitacionis 
examine revolventes intra nos ipsos, quantum in illa potuimus frateme 
pressura instancie presedimus c^, meditando negocii gravitatem, meti- 
endo vires, ponderando prudenciam, comparando merita et ad perfi- 

a) cooaentiendum V. — h) super V. — c) resedimus Hahn.. 



*) Sowohl Raynald als Hahn haben VII Idus Decembris. 

12* 



180 

ciendum sumptus virtutum necessarios computando. Denique videntes 
hec nobis noa habundanter adesse, sed pocius advertentes« quod nichil 
Dobis , Dostris meritis proprie consideratis , revelabat attencio , unde 
constitui meremur in mundi vertice super gentea et regna et uniyer- 
salem orbem terrarum evellendi atque plantandi aecipere potestatem; 
in spiritu, non contumaeie, sed timoris» de nostrorum consciencia 
defectuum, non sequenda iudicavimus yota fratrum, sed manus ab 
opere et humeros ab onere eobibendos. Consideracio enim gradus 
et altitudo casus nobis formidinem ingerebat, quia de tarn alte eulmine 
dignitatis, terribili loco yidelicet apostolorum prineipis, quisnam 
animus , quantumlibet magnus , inspecta deorsum abyssi facie » noo 
payeret? Quis nempe iugum publice seryitutis, sub quo probata 
gygantum yirtus et fortitudo yirorum a seculo laudatorum bactenus 
gemuit, audeat a) prudenter et scienter appetere » quod spiritum 
meroribus torquet, meutern eyiscerat, dies laboribus obsidet et noctes 
yidetur perducere peryigiles et insompnes? quam sani consilii et 
quam consulte deliberacionis electio» abiectum esse in domo Dei 
magis quam loci eminencioris celsitudine preminere! in conyiyio 
Christi locum teuere noyissimum, quam cum pacate quietis dispendio 
superius promoyeri ! Deficit nimirum spiritus considerantibus undique, 
quanta mens in huiusmodi malorum densitate silyescit, et spem de 
yiribus circa eiusmodi cultum difficultas operis yix relinquit. Cumque 
inyalescens iniquitas diffidencium corda populorum durasse yideatur 
in lapides, ita ut manum Domini pauci senciant in flagellis, cui dabitur 
filiosAbrahe de lapidibus suscitare et reddere Domino populumaccepta- 
bilem» bonorum operum sectatorem? Propterea recusayimus cumlacrimis 
et usque ad contristacionis et indignacionis offensam eisdem fratribus» 
inportabilem nobis ingerentibus apostolatussarcinam, duximus resistent 
dum» ropntes eos et per ostentacionem diyini iudicii obsecrantes h)^ 
quatenus a nobis calicem hunc transferrent et traderent alteri forciori. 
Sedipsi, utinamnon ob nostrorum exigenciampeccatorum, irreyincibilis 
inportunitatis instancia» nostram resistenciam eyicerunt, cogentes nos 
inyitos suis desideriis consentire. Et sie cum dolore cordis ac tremore 
quamplurimo infirmitatis nostre colla submisimus iugo apostolice 
seryitutis, confidentes in Deo, qui dat omnibus affluenter, quod 
insufficienciam nostram, quam humiliter recognoscimus et libere 
profitemur, ex se ipso misericorditer adimpleyit c^. Igitur, soUieitudine 
ß) audeat am Rande. ^— h) obsequrantes Y. — cj adimplebit zu lesen. 



181 

ecclesiastice aministracionis assumpta, divine propiciacionis miseri- 
cordiam imploramus, ut per sue voluntatis beniplacita in yiam paeis 
dirigeas gressus nostros, in hiis, que sunt ad ipsum, pro populo 
favorem nobis celestis auxilii aspiret, et, Deo nobis incrementum 
desuper largiente, sub saeerdoeio nostro proveniat quies regnis, pax 
ecclesiis, eoncordia plebibus et mpribus diseiplina. Porro de nobis 
indubitatam obtineat fiduciam celsitudo tua, quod licet prefatus pre- 
decessor noster, urgente lege mortalium, deeessit, ipsius tarnen erga 
te karitas ac propositum nullatenus decesserunt, quia eidem suecessi-P«>-3*fc« 
mus in utroque. Licet enim ipse nos a) alias antecesserit suorum 
priyilegio meritorum; in operibus tarnen, quibus studiosa eins 
intencio non absque nobis, in minori constitutis officio , ad consuma- 
cionem tui culminis anhelabat, nos Deo et sancte ecciesie non impares^ 
comprobabis. Age igitur fili karissime constanter, et in omnibus viis 
tuis seu oportunitatibus de favore sedis apostolice certus esto. Nam 
etsi omnes christianos principes seu katbolicos teneamur in karitatis 
nostre visceribus continere, te tarnen inter ceteros debemus pre 
ceteris prosequi benivolencia speciali, quem ecciesie diyine dispen- 
s acio principalem constituit et precipuum defensorem. 

Cod.Wilher.A. 100 (Pertz,Arcb. 7, 900) undPhiloI. 305, fol. 148*- 149 
enthalten diesen Brief mit der Überschrift: Alexander ep. W. Romanorum regi 
etc. — Hahn Coli. Mon. I, 187 --191, mit den entsprechenden Veränderungen, 
an die Mailänder. — Raynald ad a. 1254, no. 2 theilt aus einem Yaticanischen - 
Codex eine in der Fassung abweichende, im Inhalt mit der unsrigen überein- 
stimmende Encyclica Alexander*s IV. mit Dat. NeapoH 2 Kai. Jan. anno I 
„Quis fragilis — Taleamus**. Sonach dürfte unser Schreiben ein Paar Tage 
frfiber oder später erlassen sein. 

42. 
Papa c^nltisse Vlandrie. 

1288. 

Der Papst Nikolaus IV, fordert die Gräfin habella von Flandern auf, durch 
ihren Einfluss eine friedliche Lösung des zwischen ihrem Gemahl, dem Grafen 
Guido von Flandern , und dem Könige Rudolf bestehenden Streites herbei zu 

führen, 

Peccata humani generis exigunt, illud y diversis diversitatum 
molestiis agitari, nunc clade, nunc peste, nunc fluetu bellice tempe- 
a) nos überge&chrieben V. — b) seil, genus übergeschrieben V. 



182 

statis. Rursus eadem peccata, diyiiia , sicut eredimus , indignacione 
permittente, prepediunt» ne adhibita hiis malorum morbis a) remedia, 
quos patitur, convalescant 9- Verum quia non obliviscitur misereri 
Deus, nee durus in ira concludit sue viscera pietatis, non est ab 
oportune curaeionis studiis , que publice salutis requirit necessitas, 
desistendum. Nam etsi ex oceulto iudicio pii laboris fructus differatur 
ad tempus, tarnen laudabilis inteneionis meritum non auffertur. Satis 
quippe ad sopiendam controversiam , que inter karissimos filios 
nostros regem Romanorum ex parte una et maritum tuum ex parte 
altera vertitur, est actenus per apostolice sedis et legatorum eins 
diligenciam et industriam laboratum «), sed difficultate negocii 
bumanam exsuperante prudenciam, quin forte poeius nondum peeca- 
torum consumpta h^ materia , que causas tante afflictionis induxit, 
fruetus, quem expectavimus ex inpensis laboribus, non evenit. Quia 
igitur in controversia tali multa imminent animarum pericula, corpo- 
rum strages, et bonorum temporum c) detrimenta, et preter hoc 
dampnosum prepedicionis obstaculum, quo religionis katholice et 
ecclesiastice libertatis reformaeio, proventura circa consuman- 
dam ordinacionem imperii Romani ^^ retardatur: nobili- 
tatem tuam rogamus, monemus et hortamur attente et in remis- 
sionem tibi peccaminum iniungentes, quatenus propter Deum, ob 
nostram et apostolice sedis reverenciam » nee non pro salnte tocius 
populi christiani, animum tuum sie ad bonum pacis inclines, quod 
prefata controversia, mediante te, finem accipiat salutarem et huma- 
num genus gaudeat sibi commune quietis comodum , de tue lenitatis 
munere provenisse et apostolica sedes tibi exinde ad graciam et 
yicissitudinem obligetur. 

a) morbis orbis V. — h) consumptam V. — c) temporal ium zu lesea 



1) Das kann sich auf die Reichsacht und den Kirchenbann beziehen, die angewandt 
wurden, aber nichts fruchteten. 

2) Vergl. Warnkoenig 1. c. 193. 

S) Das passt durchaus auf die Zeit Rudolfs von Habsburg. Die wiederhergestellte 
Ordnung im Reiche sollte ihre Besiegeliing in der Kaiserkrönung Rndoirs erhal- 
ten. Diese hatte Rudolf noch immer im Auge und auch Nikolaus IV. wünschte sie. 
Vergl. Boehmer Reg. Päpste no. 262. 



183 

Da uaser Brief wegen der Stelle, an welcher er steht, dem 13. Jahr- 
hundert angehört, so kann er erst nach 1278 geschrieben sein. Denn seit 
dem Jahre 1203, resp. 1211 his 1278 regierten in Flandern des lateinischen 
Kaisers Balduin Töchter, Johanna und Margaretha von Constantinopel , und 
bei den wShrend dieser Zeit vorkommenden Streitigkeiten mit dem römischen . 
Könige, resp. Kaiser waren die genannten Gräfinnen und nicht ihre Männer die 
entscheidenden Personen. — Margaretha*s Sohn, Guido von Dampierre, 
aber liess, als ^ im Jahre 1279 die Regierung Flanderns übernahm, die 
gesetzliche Zeit verstreichen, ohne dem König Rudolf den Vasallen eid zu 
leisten. In Folge dessen belehnte Rudolf am 6. November 1279 den Neffen 
Guido*s, Johann IL von Avesnes, Grafen von Hennegau, mit dem zum Reiche 
gehörenden Theile von Flandern. (Reg. Rud. 519 und 549.) Trotz dem blieb 
Guido im Besitze Flanderns und verharrte, ungeachtet wiederholter Rechts- 
spruche, im Ungehorsam gegen den römischen König. Dieser erklärte ihn 
also am 15. Juni 1282 in die Reichsacht. Die Achtserklurung wurde in den 
folgenden Jahren wiederholt und auf alle Vasallen und Bewohner ausgedehnt; 
sie blieb aber ohne Wirkung. Da fügte, auf Ersuchen Rudolfs, der Curdinal- 
legat Jobannes, Bischof von Frascati, zur Reichsacht auch den Kirchenbann 
7. und 15. April 1287. Auf die Appellation Guido*s erfolgte aber schon am 
23. Juli 1287 die Cassation des vom Legaten erlassenen Briefes. Rudolf hinge- 
gen verlangte vom Legaten die Aufrechterhaltung des Kirchenbannes. Er 
machte den vom pSpstlicheu Legaten schon früher in seinem an Guido gerich- 
teten Drohbriefe ausgesprochenen Grundsatz geltend: ut quemadmodum 
•eculare brachium adiuvat spiritualem potestatem, sie et spirituale, quoad 
execucionem sentenciarum , coadiuvet temporalem. Es ist nicht bekannt, ob 
dem Verlangen Rudolfs nachgegeben worden ist. Ich vermuthe nun, dass der 
Papst Nikolaus IV. (1288—1292) eine friedliche Beilegung des Streites zwi- 
schen König Rudolf und dem Grafen Guido angestrebt und sich zu dem 
Zweck in unserem Briefe an des Grafen Gemahlin gewendet habe. — Einen 
Erfolg hatte dieser Versuch nicht: Rudolf verharrte bei seinem Rechtsspruche 
und Guido in seinem Ungehorsam. Vergl. über Alles Warnkoenig, Flandrische 
Staats- und Rechtsgeschichte 1, 187 ff. und Kopp, Eidgenössische Bünde 
1, 845 ff. 



184 



43, 

Papa QolTenis eeelesiaram reeUribts. 

1241. Mai 18. Laterani. ^ 

Gregor IX. berichtet seinen Anhängern , wie Friedrich selbst in Briefen an die 
Cardinäle, Bischöfe und weltlichen Fürsten ein Concil verlangt, dann aber, 
als der Papst ein solches berufen, Briefe^ die seinen früheren widersprächen, 
erlassen und die zum Concil reisenden Prälaten habe überfallen und einsperren 
lassen. Ermahnt zum Widerstände gegen Friedrich und zum Vertrauen in die 

Sache der Kirche. 

Boehmer, Reg. Grfg. IX., no. 169. 

Existens in mari huius mundi Petri navicula contrarüs interdum 
ventis expellitur et nonumquam ictibus colliditur procellarum, sed 
, tandem Domino flatibus imperante ac turbinum Impetus probibente, 
succedit tempestati tranquillitas et omnipotentis imperio venti cedunt. 
Nam inopinatis aliquando inpulsa fluctibus etsi iactetur, non mergitur, 
et undis repercussa frementibus si quatitur» non quassatur. Ecelesia 
siquidem, supra fidei petram ereeta, frequenter ab emulis Christiane 
religionis impetitur, et inpugnatur sepe ab eeclesiastice persecutori- 
bus libertatis; sed demum, altissimo ad eam clemencius oculos 
inclinante sueque poteneie dexteram extendente, detractores fidei 
freno arcentur silencii, et persequencium manus , in iura ecciesie 
FoL 84 c. ißiuriose laxate, repressis iuribus contrahuntur, sieque post turbacionis 
nubilum et serenum paeis subsequitur, et ecciesie sancte, gubernante 
Domino, presejitis mare seculi substernitur, colliso impetu insurgen- 
cium et consurgencium procellarum. Si ergo fideles eiusdem ecciesie, 
iuxta mutabilitatem temporis, sinistris aliquando exasperentureventibus 
et mulcentur quandoque votivis, non eos suceessus adversitatis deprimat, 
nee occursus prosperitatis extollat, sed in eo spes tota ponatur, qui 
sperantibus in se miserieordie sinum parat et post tribulacionis 
pacienciam in adversis remedium, et in prosperis consolacionis anty- 
dotum inpendere consuevit Fridericus enim, dictus imperator, 
ecciesie persecutor, dirigens nuper fratribus nostris cardinalibus et 
ecclesiarum prelatis nee non principibus orbis terre literas, petiit 
(coxivocari concilium, ut ibi de meritis cognosceretur ipsius. Nos 



18S 

quoque tandem» de fratrum nostrorum consilio eorundem, prelatos 
ecclesiarum, regum ac principum nuncios ad sedem apostolicam 
duximus convocandos. Unde idem, boc intellecto, quia terroris 
sonitus impiorum auribus semper inest, eo quod lesa consciencia 
* seya yidetur presumere omni yice , eonsequenter alias literas , priori- 
bus contrarias, destinarit et, nequiter se humilians, examen eoncilii 
requirendo, interiora sua, plena dolo, scripture varietate protinus 
detegebat. Accedentibus itaque ad sedem apostolicam prelatis, positis 
eisdem insidiis et fraudulentissime captivatis, feeit oc) eos diro 
carcere detineri, non credens sibi sufficere quod ecclesiam multipli- 
citer leserat prius , nisi et in boc casu offensam eidem inestimabilem 
irrogaret. Verum etsi ista nostris fidelibus turbacionem inferant, non 
tamen suorum est mutanda constancia cordium, nee propter id eorum 
sinceri animi sunt fiectendi, sed tanto ipsi ecclesie debent contra 
persecutorem eundem favorabiliores adesse , quanto eundem contra- 
dictorem a) ipsis iniuriam in illa sentiunt intulisse. Ideoque uniyer- 
sitatem vestram rogamus, bortamur in Domino, per apostolica scripta 
Tobis mandantes, quatenus in ecclesie sancte dcTOcione constantissime 
persistentes, et confidentes in Domino et in potencia yirtutis ipsius, 
inimico eins, tanquam fortissimi bellatores, potenter et yiriliter 
resistatis, nee repentini casus iniquitas corda Testra concuciat, sed 
ad defensionem ecclesie lattendat ea pocius zelus Christi. Nos enim 
supejr hiis taliter providere, Deo auctore, disponimus auxilii sui 
dexteram nobis adesse sperantes, quod depressis impiorum conatibus, 
honor aecrescat altissimo, katholice fidei robur et ecclesiastice über- 
tati augmentum proyeniat ac Testra et aliorum utilitas subsequatur. 

Raynald ad a. 1241, no. 64— 67 mit der Überschrift : duci et potestati 
Venetorum und dem Dat. Laterani XV Kai. Judü poutif. XV. Dagegen hat Cod. 
Troyes no. 97. XIII Kai. Junii, Pertz, Arch. 7, 920. — Aus Raynald I. c. tragen 
wir noch folgende, hier fehlende Stelle nach: a) cum renerabili fratre 
episcopo Prenestino ac dilecto filio nostro 0. sancti Nicolai in carcere Tul- 
liano diac. card. legatis sedis apostolice. 

a) graviorem Rayn. 



186 



44. 

Papa episcopo Coloniensi. 

125$. August 28. Anagoit. 

Alexander IV. warnt den Erzhischof Konrad von Köln vor der Theilnahme an 
einer Königswahl, so lange. König Wilhelm lebe, 

Nuper ß) ad aures nostras nova vehementis amiracionis rela- 
cione pervenerunt, que nunquam ascenderant in cor nostrum, quod 
videlicet quidam principum , et presertim ecclesiasticoi^m , ad noyam 
turbacionem imperii et vexaeionem karissimi in Christo filii nostri N. 
Romani regis illustris, quin poeius ad sue salutis periculum anhelantes, 
animos quorundam movere conantur inpulsu inprobe actionis et 
temptacionis , ut quispiam eorum , predicto rege superstite — quem 
beus elegit, in cuius personam vota eorum quorum inter- 
erat convenerunt *)> quem apostolicus favor prosequitur et 
Pol 34 d. cum quo manum esse Domini felicium successuum prosperitas 
attestatur — Romani imperii aeeipiat dignitatem , licet de eisdem 
principibus, tanquam de fidelibus Christianis, firmiter confideremus, 
quod nuUus eorum adeo dampnatus alieni honoris ambitu tangeretur, 
aut affectum suum cuiusquam calidi super hoc temptatoris iniquis 
suggestionibus applicaret. Quia vero rix creditur quod hec , si vera 
isunt , te vicinum latere poterant , que accepimus in remotis , mirari 
eciam non sufficimus , quod tanta rei novitas ad n^s non prius, te 
referente, pervenit, sine quo huiusmodi molimina scimus progredi 
non valere. Igitur pro certo tenentes , quod per te reprimi poterit 
efficaciter, si quid super eo aliquorum temeritas attemptavit vel in 
antea temptabit , tibi per apostolica scripta mandantes , quatenus in 
machinacione huiusmodi non inveniatur cum aliquibus manus tua, sed 
poeius super hoc quorumlibet studiis perversis taliter adverseris, 

a) Vor nuper ein auspuDctirtes quod V. 



1) Es ist sehr beachtenswerih, dass es, wie hieraus hervorgeht, schon zar Zeit 
der Wahl Wilhelm's von Holland (1247) einen bestimmt begrenzten Kreis von 
Fürsten gegeben haben muss, denen ausschliesslich das Recht, den römischen Köni^ 
zu wählen, zustand. Vergleiche im Fo|<;enden no. 46 und foi. 65, no. 10. 



187 

quod te obsistente propositi illius fatiscat intencio et ecclesie deside- 
rium de prefato rege ad imperiale fastigium per nos , dante Domino, 
in proximo sublimando, ntdlis prepedieionibus retardetur. Ad quod 
eciam cum eodem rege personaliter et bonorifice venire te Tolumus, 
si tantum tibi thesaurizare cupis apostolice sedis graciam atque 
nostram, et tanquam yiyidum menbrum cum katbolici capitis spiritu 
consentire. Si autem secus evenerit et ecclesie et prefato regi aliquis 
super premissis ex machinacione quacunque difScultatis et turbacionis 
articulus suscitetur, extunc indubitatum reputabimus et compertum, 
id ex tue dissimulacionis et cooperacionis consilio evenisse, et exinde 
quodammodo super aliis ädes fiet, que circa ista per plures nobis 
sinistra de fratribus et coepiscopis nostris non facile credentibus 
nunciantur. Scire siquidem omnes yolumus in propositi nostri deli* 
beracione defixum, ut si quis, maxime de principibus ecclesiasticis» 
contra prefatum regem, devotum ecclesie filium, ordinacioni divine, 
studiis principum ac disposicioni nostre inyentus fuerit talitercontraire, 
ad severitatem a) congrue ulcionis cum indignacione omnipotentis 
Dei adyersus illum constanter insurget indignacio apostolice potestatis» 
et nicbilominas eundem regem ecclesie Romane indeficiens presidium 
finaliter subsequetur. Nos autem omnibus difficultatem ingerendi se 
buiusmodi yel inprovide incurrendi volentes aditum submoyere, 
nominacionem , electionem yel assumpcionem de quocunque preter 
dictum regem , Deo et ecclesie Romane devotum, factam vel , ipso 
superstite, faciendam , exnunc inprobam nunciamus et tam cum , qui 
ex buiusmodi electione, nominacione velassumpcione sibi usurpayerit6^ 
nomenregis, quameos, qui in ipsum consenserunt, excommunica- 
cionis decernimus sentencie subiacere. 

Cod. Wilh. A. 102 mit der Überschrift Aleiander ep. etc. archiepiscopo 
Coloniensi Pertz Arch. 7, 900. Ebenso Philo). 305, Fol. 150. — Da dieser Brief 
teinem Inhalte und zum Theil seinem Wortlaute nach mit dem unter no. 46 
folgenden, an die deutschen Städte gerichteten, übereinstimmt, so lässt sich 
annehmen, dass er auch gleichzeitig mit demselben geschrieben sei; ich habe 
ihm also unbedenklich das Datum desselben gegeben. 

aj serenitatem V. — b) usurpaverint V. 



188 



45. 

Papa priiclpi T^eand« ipsim ad eirian. 

1240. October 15. Laterani. 

Gregor IX. fordert die Kirchenfärsten auf, sich durch die drohenden Abmah- 
nungen Friedrich* 8 nicht abhalten zu lassen, am nächsten Osterfeste persönlich 
vor ihm zu erscheinen, 

Boehmer, Reg. Greg. IX., ao. 160. 

Petri navicula , matris ecclesie sinus , quasi negociorum operta 
fluetibus , questionum urgencium agitata procellis , dexteram Jesu 
sublevantis ignorat a), Ea quidem fiatibus aquilonis inpulsa, videtur 
Dominus dormitare, sed utinam tepescentibus aliis saltim filii ferant 
opem consilii salutaris, ne ipsam fluctus inyolvat, aut pyrata crudelis 
abducat in precipicium dire mortis. Porro, federe naturalis pactionis 
dirupto, fides quatitur, karitas refrigeseit, tepeseit deyocio, creseit et 
'•^•"■•invaleseit malicia in Deum et proximum commissura. Ex quo sane 
fidei Christiane profectibus evidens prestatur obstaeulum et conse- 
quenter salutis dispendia inferuntur et plebs devota fidelium , com- 
modo quietis excluso, variis molestiis incipit fatigari, que in communis 
statera iudicii apostolice dignitatis auctoritas iusto discussionis 
examine prudenter appendens, ut omnium generalis et una mater 
utilitati proTideat singulorum, manus fortium, regum videlicet et 
prelatorum, principum et aliorum fidelium non indigne conyocare 
decrevit , ut multiplicatis clamoribus Dominum suscitent dormientem, 
et plurium adiuta consiliis, premencium ponderum faciat onera leviora 
quietis optate portum feliciter obtentura. Verum, sicut pro certo 
*didicimus, singularis ille dudum ecclesie filius, sede apostolica pro- 
vectus et defensus auxilio, ad imperii culmen humero materno trans- 
latus, scilicet Fridericus, dictus imperator, matris exponere pudiciciam 
cupiens , calidis in ipsam armatur insidiis , predictis principibus seu 
prelatis, vocatis a nobis, accessum ad nos suis terroribus interdicens, 
ut nullius expers calumpnie sive fraudis, eandem matrem ecclesiam 
talibus infestet molestiis, ne in filiorum yaleat solacio respirare. Cum 
igitur tarn sanctum generalis utilitatis propositum sub fiducia divini 

a) implorat Raynald. 



189 

favoris assumptum, humanis non debeat versuciis retardari , fraterni- 
tati tue precipimus et attente rogamus, qualenus Deum hoimni 
preferens et difficultatibus omnibus obedieneie meritum anteponens, 
infra proximum resurrectionls Dominice diem ad sedem apostolicam 
accedere personaliter non obmittas, ut mater filiorum consolata 
presencia et hostis adversantis obstaeulo providencia divina sublato 
pie intencionis exordia felici communicacione eonclaudas et nos super 
omnibus, que ad tantum negoeium expediunt exequendum, curabimus 
opem et operam adhibere. 

Raynald 1240, no. 58 an den Erzb. von Sens.Dat. Laterani Idibus Octobris 
anno XIY. Hieher gehört der undatirte Brief Gregor*s an die Mailänder: nuper 
considerantes — popuH christiani bei Hahn, Coli. Mon. ?eterr. I, 144. 



46. 
Papa omnibas ciTitatibas Alemanie. 

1255. August 28. Anagnie. 

Alexander IV, warnt die deutschen Fürsten und Städte vor der Neuwahl eines 
Königs, so lange König Wilhelm lebe; er werde eine solche Wahl nie anerken- 
nen, vielmehr Wilhelm zum Kaiser krönen. 

Quosdam, sieut aeeepimus, adeo inpacieneie sue urget Stimulus 
seu aculeus, ut, non satis preteritorum dierum malieia et preeedencium 
tempestatum fiuetibus fatigati, videamus — ad turbacionem Romani 
imperii, in euius reformacione hactenus est studiossime laboratum, et 
ad bumane pacis exeidium — novis machinaeionibus aspirare quosdam 
suseepcionem ipsius imperii, karissimo in Christo filio nostro 
N. Romanorum rege adbue superstite, invidere a), Sed mirandum 
nimis foret et divini plenum animadversione iudieii, si quem 
forsan ex vobis aliqua tam perversa suggestio intus in animo commo- 
veret, ut quoeunque pretextu censeret licitum, expediens aut 
honestum, eorum favere consiliis, qui eo ambitu euiuspiam mentem 
temptant, quo loca vivencium, quos divinum vel bumanum non abiecit 
iudicium, dampnabiliter appetantur. Quam quidem cupiditatis speciem 
gentilis dampnat, fidelis abhorret, sana detestatur racio et iusta 
iudicia perseeuntur. Videat quieunque non desipit, si piis auribus 

aj Der Text ist irgendwo corrumpirt. Einen Sinn erhSit der Sati, wenn 
er mir superslite schliesst, invidere also wegfällt. . 



190 

sint audiendi tales et ad consensum aliquem admittendi , qui cuius- 
pi«in animum attemptacione pulsando, Deum offendunt, ecclesiam 
katholicam scandalizant, cuius satagunt Texare quietem , tot laboribus 
procreatam, et illum dolose supplantant, quem difficilibus iniuste 
cause inplieacionibus inTolvere moliuntur , cum sue fortune dispendio, 
iaetnra consciencie , dampno fame , et imperii populum Cbri^ianum 
confundere gestiunt, ut qui iam pacem imperii, redeunte pacate 
Poi.ssb. quietis cepit nuper commodo, reflorere, recidivis rursum bellice 
tempestatis doloribus, dissicetur. Absit tarnen nichilominus a nobis 
ea yarietatis nota et ea inconstancia yanitatis, quod ab eodem rege 
uUatenus ayertamur, qualecunque sit, gracie apostolice et auxilü 
nostri patrocinium subtrabendo, cuius spiritum Deus in necessitatis 
articulo suscitayit, ut eo tempore, quo sedes apostolica, adyocato 
et defensore legittimo destituta, improba persecucionis inique 
tyrannide premebatur, in tanto discrimine esset defensor et protector 
apostolice libertatis. Propter quod, ut presumitur, Deus de celis 
despicit super .illos, qui se adyersus bunc extoUere non formidant, 
quemfidelium principum legittimus approbayit consensus 
et apostolicus fayor assumpsit imperiali culmine sublimandum. Absit 
quoque ab omni katholico, ut scindere querentibus regni christianissimi 
principatum et in prefato rege ordinacionem divine providencie impe- 
dire cupientibus aliquatenus acquiescat. Nos itaque , circa eundem 
regem ordinacionis diyine propositum et ecciesiastice probacionis 
iudicium indeficienti ac indefessa constancia prosequi finaliter inten- 
dentes , ipsum , tanquam yocatum a Domino, in Romanum principem 
imperialis henore dyadematis proximo disponimus sublimare. Igitur, 
ut nulla relinquatur occasio contra buius nostre intencionis Studium 
aliquid in ipsius regis preiudicium adtemptandi: electionem siye 
nominacionem yel assumpcionem quantamcunque, de alio presumptam 
vel eciam presumendam, ex nunc cassam et reprobam promulgamus 
et tam cum, qui preter regem prefatum ex nominacione, electione yel 
assumpcione quorumlibet sibi usurpaverit nomen regis, quam eos, qui 
cum receperint, exeommunicacionis volumus et decernimus eo ipso 
sentencie subiacere. Quocirca universitatem yestram rogamus in 
Domino et bortamur, per apostolica scripta mandantes, quatenus 
iniquorum seductionibus super premissis vestrum animum nullatenus 
inclinetis, sed eidem regi, tamquam Cbristo Domino, principi yestro 
adherere potenter pariter et patenter. Si enim ex amonicione nostra, 



191 

immo ex divine precepcionis edicto, quemadmodum , que Dei Deo et 
qua sunt Cesaris Cesari quisque debet a)y eidem regi debitum con- 
digne obedicionis exsolveritis reverenter, Deo exinde gratitudinis 
afferetis munu« ad graeie incrementum, et preter sedis apostolice et 
ipsius regis graciam, quam vobis per hoc plenius comparabitis, 
vendicabitis yobis nichilominus et hoc merito favorem omnium 
populorum. 

Cod. Wilh. A. 101 und Philol. 305, fol. 149^ Alexander ep. etc. universis 
populis civitatudi et locoruin Alemanie constitutis sal. et a. b. (Pertz, Arch. 7, 
900) und Cod. Troyes no. 93 Alex. etc. ven. frafribus archiepiscopis , epi- 
scopis dil. fil. No. m. (?) ducibus, marchionibus, comitibus aliisque Romani 
imperii principibus per Alemanniam constitutis salutem etc. Dat. Anagnie 5 
Kai. Sptbr. Pontif. n. a. 1. Arch. 7, 920. — Dass Wilhelm um diese Zeit, 
namentlich in Süddeutschland, keineswegs allgemein anerkannt war, beweist 
eine Urkunde aus der Nähe von Zürich (Archiv Wettingen) vom 14. August 
1255, die Kopp, Eidgenössische Bunde 11, 149, Anm. 4 anführt, in der es heisst: 
Wilhelmo Rom. rege in inferiori Alemannia regnante. 



47. 

Papa imperatori. 

?1275. December. 

Dankschreiben eines Papstes (Gregor X ?) an einen Kaiser (König Rudolf?) 
für den ' Trostbrief, den er ihm in seiner noch andauernden Krankheit hat 

zukommen lassen, 

Gerbert, 2, 30. 

Quod imperialis culminis altitudo letis gaudet ubique puccessibus, 
gratum nobis est nou modicum et acceptum, utpote qui honorem 
imperii tueque felicitatis augmentum ita semper amavimus et amamus, 
ut tue magnificencie comodum nostrum specialiter reputemus. In hife 
itaqae tanquam karissimo in Christo filio paternis affectibus congau- 
dentes , sublimitatem qua premines ammonemus , ut quantumcunque 
successus b) mundane prosperitatis arrideat, nullatenus excellenciam 
consideracionis interne a superni conditoris amore deflectat cj pariter 
et timore, quia sine dubio vana delectacione deducimur, si quanto- 
libet fastigio mundane sublimitatis elati, transitorie felicitatis oblecta- 

aj debet am Rande V. — b) successibus V. — c) te fleetat V. 



192 

mur a) eventibus. Serenitati tarnen tue graciarum referimus actiones, 
quod de ipsa nostra infirmitate sollicitus, gratum nobis solacium per 
Fol. 3s e. imperiales litteras obtulisti, nee immerito quidem, quia, sicut nobis 
eonsciencia nostra respondet, nullus posset in articulo huius temporis 
infirmari vel infirmitate succumbere, qui felicitatem et gloriam tuam 
sincerius et fidelius noscatur actenus dilexisse. Ipsa enim egritudo, 
quam patimur, in eo loco et tempore nos invasit» quo pro honore tuo, 
quem sincera semper affectione dileximus, patrio solo relicto, ad 
remotas aecessimus regiones. Unde magnificeneiam tuam in huius- 
modi dileetionis recordacione propensius adhortamur, quatenus bec 
omnia coram oculis mentis pia meditacione proponens et bonam nobis 
yicissitudinem rependens, siye nos Dens de laboribus infirmitatis 
eripiat , sive de ergastulo eorporalis fragilitatis dedueat , ecclesiam 
eins semper diligas et honores, eique, sicut princeps ebristianissimus 
et piissimus Imperator, pacem conferre satagas et quietem, ut» siye 
virimus sive morimur, in eins presencia de tuis bonis operibus 
gloriemur, cui eciam in presenti vita pro debito nostre servitutis 
assistimus et ad quem, de sua misericordia presumentes, si nos 
evocare voluerit, cum fiducia procedemus. 

Gerbert (ihm folgt Boehmer, Reg. Greg. X., p. 333) niroint an, der Brief 
sei TOD Gregor X. an Rudolf geschrieben, Cenni, Codex Rudolfinus p. 357 
spricht sich dag'^gen aus: 1. weil Erkrankung (Mitte Deeember 1275) und 
Tod Gregor*8 X. (10. Januar 1276) so schnell auf einander folgten, dasf Rudolf 
von der ersteren sicherlich nicht zeitig genug benachrichtigt sein konnte , um 
einen Trostbrief zu schreiben, auf den der Papst noch antwortete, und 2. weil 
Rudolf hier als Kaiser angeredet wird. — Es bleibt indessen möglich, dass 
Gregor sich schon krank von Rudolf zu Lausanne im October 1275 getrennt 
hat, und da Ton und Inhalt des Briefes den freundschaftlichen Beziehungen 
zwischen Gregor X. und Rudolf durchaus gem&ss sind, so ist auch die Annahme 
gestattet , die Verwandlung von regalis in imperialis beruhe auf einer WillkOr 
des Dictators. Das steht fest, dass Gregor X. genau bo, wie in unserm Briefe 
geschieht, an Rudolf hätte schreiben können. 

a) oblectemur V 



193 



48. 

Papa Romaiioriiii ref^l. 

1201. 

Itmocenz IIL schreibt dem jungen König Friedrich von Sidlien, er halte die an 

ihn gerichteten, der Kirche unzuträglichen Zumuthungen seiner Jugend tu gute, 

und ermahnt ihn zum Gehorsam gegen die Kirche, 

Litteras excellencie tue ea qua decuit benignitate suscepimus» 
quibus libenter auditis» eum, in cuius manu corda sunt regum, pio 
desiderio rogavimus atque voto, ut felicitatem iuventutis tue letis 
semper successibus ampliando, tuam pro suo dirigat beneplaeito 
Toluntatem detque tibi sapieneiam et cordis latitudinem, ut scias 
et intelligas, quid sit beneplacitum coram Deo et ecelesie sue 
sanete aj, quantamque debeas ei reyereneie plenitudinem et honoris. 
Sane in hiis, que a nobis tua sublimitas requisivit, cum gravia 
satis et ecelesie contraria yideantur , tuam continuo non tarn volun- 
tatem eonsideravimus quam etatem,tranqui]Iaconsideracionepensantes, 
quod cum sis in annis teneris constitutus et necdum in talibus 
experiencie longevitate b) edoctus, sicut ab aliis inpelleris^ sie 
moveris, donec superni providencia conditoris annos tuos matura 
stabiliat gravitate et cordi tuo altas profundasque radices infigat sue 
cognicionis pariter et infundat. Interim vero nos, quos bonori et 
profectibus tuis debitum pariter et affectus paterne karitatis annectit, 
detuasalutec^soUiciti, monemusethortamur attente, quatenus matrem 
tuam , sacrosanctam videlicet ecclesiam , diligas iugiter et honores. 
Nos enim in eo sumus proposito constituti, ut te, si curaveris honorem 
ecelesie conservare et nobis, tanquam patri tuo spirituali, filialis 
obediencie vinculo coherere, sinceris extunc affectibus in Domino 
diligamus et provideamus attencius, quomodo statum tuum salubribus 
instruamus monitis et honoribus augeamus. 

Vergl. einen ähnlichen Brief Innocenz* III. vom 3. Juli 1201. Boehmer, 
Reg. Inn. no. 76. und Raumer, Hohenstaufen, 3. Aufl. 2, 406. In dasselbe Jahr 
dürfte auch unser Brief gehören. ^ 

aj sanete am Rande V. — - b) %cvitate zum Theil auf Rasur V. — c) 
taltim vi 

Fontes. Abth. 11. Bd. XXV. 13 



194 



49. 
Papa ad graeiam sedLs apMt«Uce reyers«. 

Ein Papst begrüsst fretidtg einen tu den Schooas der Kirche zurückkehrenden 
römischen König und ermahnt ihn t auf dem betretenen rechten Wege zu ver- 
harren. 

Ad domum paternam, cuius limen seductus excesseras, de 
regione dlssimilitudinis redeunti, quamvis agenti adhuc forinsecus, 
l^ykres tibi occurrimus et leti procumbimus. ad reeoncSiaeionis 
osculum super Collum i)» de tuo redditu in te ipsum eo laeatia gai»iio 
exultantes, quo pater de a) filio redivivo quem putabat h) extinetum, 
¥el inTeutum cj quem perditum fleverat, ^gratulatur. Die nimirum 
sectator heredis d) hostis antiquus» natum redempeionis humane 
puerum impius perdere gestiens Christum, et Christi ecclesiam vide- 
licet orthodoxam impie conatur extinguere et, tanquam insaciabiiis 
inferni oUa profunda , ipsum , ne nomen eins moretur in terris , quasi 
Fol. »sd.vivum et integrum deglutire. Unde, quia pariter deyium ducebaris et 
in interitum, et moliebaris contra proprium sanguinem illas insidias» 
quibus alienum sanguinem fundere siciebas, dolendum pocius ^rat de 
salutis tue periculo, te in malum currente cum male, tpaeoi de 
fluctuantis ecclesie detrimento. Certos namque nos reddit divina 
promissio et securos, que nunquam poterit irritari, qood ecclesia Dei, 
quam flatus quo ducitur non sinet fieri eapeionem dentibus im- 
piorum »), contrito ad ultimum laqueo venatoris, in latitudinem exiet 
Ubertatis, et qui eam querit opprimere cum fautoribus suis repentine 
calamitatis ruinis obeuntibus involre^r. Tu vero, si partem tuam in 
Christo posueri& et in Christo nobiscum, qui licet indigni Ticem eius 
tenemus in terris; provehet domum tuam, sicut hactenus in tuis 
maioribus dinoscitur proyexisse. Monemus igitur magnificenciam 
tuam et propensius adhortamur, quatenus in yiam patrum tuorum, ad 

a) de am Rande. — b) quem putabat am Rande. — c) in?ento zu lesen. 
— d) Herodes zu lesen. Yergl. Er. Matth. 2, 13» Futurum est enim, ut Herodes 
quaerat puerum ad perdendum eum. 



1) Lucas 15, 20. 
») Ps. 123, 6. 



195 

quam de lubrico erroris , quo in precipicium ruitur , a Domino reva- 
caris, immobilem sistas gradum, et fundatus in petra Petri, que non 
novit ruere vel everti, nullis malorum pulsibus quaciaris, non 
acquieseens de cetero propinantibus in melle venenum, quitquid a), 
postquam foris pacis yultum assumpserint^ intus blandimento quodam- 
modo toxicati, in novissimo erunt moTth) ferientis cuspide seorpionis. 
Pige igitur, queso, pedem tuum in monte sancto, eeelesia videlicet 
Dei vivi nee tibi deinceps swaderi raleat a temptatore quoeunque, ut 
bonum tibi videri debeat inde cum pereuntibus mittere te deorsum, 
unde tibi est cum reliquis Dei filiis ad celestis hereditatis consorcium 
ascendendum, a quo draco iste proiectus , qui ruine magne patuit» 
quos poterit sataget, ne solus pereat» trahere cauda sua 9- ^^^ 
igitur, ut diximus, fili ! de reliquo in excelso et circumspice totam in 
circuitu regionem et vide , quod populos tibj domesticos , in quantum 
tue magnitudinis depressione hostilis propellator elidat, quantaque 
terrarum amenitas, quanta urbium pulchritudo, in quibus itaque 
singulari eminencia tuprecellis,in quantam tu^m tuorumque pressuram, 
nisi forsan tu ante tempus occurras , in desolacionem et solitudinem 
ab alieno sit, ad quem de biis non pertinet, r^dditura. Sed fortassis 
est aliquis inter fideles consiliarios tuos , qui te etsi non fraudulenter 
alliciat, tamen admonet inprudenter, ut stragen\ certam adiacencium 
tibi dissimules populorum, utens blandis fictisque sermonibus ac 
promissionibus , scilicet quod, salva domo tua ac superstite, non 
valeat flagrans incendium proximis tibi parietibus applicari. Contra 
consultorem buiusmodi forte te zelum secundum scienciam non 
habente , audi patrem fili ! tuam prudenciam ammonentem consuicius 
brevi Tcrbo, et memorie recommenda pro sincera gracia monitoris, 
quia Tidelicet vindemiator racemum c)^ quem anxius in vindemia 
preterit botris turgentibus inherendo, decerpit avidius in autumpno «) 
et domus in flagracionis medio constituta, etsi non consumitur 
incendio, tamen infirmatur exhaustis compaginum viribus ad ruinam. 
Recole igitur progenitorum tuorum fidem erga patriam et coniugalis 
federis dulcedinem erga gentem. Super patria tua, immo super te ipso 

a) vielleicht quid quod zu lesen. — b) Yielleicht in ore zu leseo. — 
c) racenum V. — 



1) Apocal. 12, 9. 
*j Micha 7, 1. 

13 ♦ 



196 

et tuis posteris ingemiscens excita , queso , potenciam tuam , et in 
eorum auxilium de cubili tuo progredere sieut leo. Cum quibus 
nomen tuum, in seculorum generaeionibus gloriosum, ut firmamentum 
gentis, stabilimentum populi et tutela patrie, absentibus et futuris ad 
laudem perpetuam predicetur et semini tuo a) post te compatriote 
tui coniugantur amore et federe sempiterno. Romana vero ecclesia, 
que uteri sui oblivisci non Valens deyotos filios non oseulatur in 
Fol. 36 •. dolo , sed sincera compleetitur karitate , nee illos odisse potest, et 
offendentes , in tantum est prona ad veniam , qui simplieiter corri- 
guntur , ut correctis habundanciorem graeiam restituat , quam sub- 
traxit. Te igitur agentem fideliter erga Deum et filialiter erga matrem 
super eos suum ponet velud insigne signaeulum et domui tue de 
rore eeli et de pingwedine terre incrementa benedictionis perpetue h') 
largietur *)• 

Der ganze Brief bewegt sich in allgemeinen Redensarten und enthSU 
keine einzige bestimmte Thatsache, welche auf eine historische Grundlage 
zurückwiese. Er ist also als Stilprobe zu betrachten. Der Dictator mag seinem 
bibelfesten Schüler die Aufgabe gestellt haben, einen Brief mit dem oben 
angegebenen Inhalt zu schreiben und die Geschichte vom rerlorenen Sohn 
(Lucas 15, 20) zu Grunde zu legen, auf welche in ühnlichen pupstlichen Schrei- 
ben in der Regel Bezug genommen wird ; die Reuigen kehren immer zurück 
„de regione dissimilitudinis^. Yergl. u. A. Gregor*s X. Brief an den griech. 
Kaiser: Raynald 1274, 19 und Gregor*s IX. Brief an Friedrich II. oben 
No. 36. 



50. 
Papa E«iiiaii«raiii regi. 

Ein Papst berichtet einem römischen Könige , die Stellvertreter getoisaer 
Cleriker seien aus ihren Kirchen, unter dem Verwände jene Cleriker seien 
todt, verdrängt worden. Da diese jedoch leben und als Procuratoren am 
päpstlichen Hofe weilen, so möge der König jenen Stellvertretern ihre Kirchen 

zurückgeben. 

Benigna celsitudini cj regie Romane sedis auetoritas, augmentis 
tuis semper innixa felieibus, que yelud singularis affectionis filio pro 

aj tue am Rande V. — bj perpetue am Rande V. — cj celsitudine V. 



t) Genes. 27, 28. 



197 

emergencium difBcultate curarum patris sollicitudinem et matris 

ubera non subtraxit, in sinceritatis et communem religionis a) 

Christiane culturam te h) in prosperis invenit filium, et inter adversa 

constantissimum et devotum, quem reeolenda progenitorum sinceritas 

deyocionis reliquisse heredem presumitur et matris ecclesie fecisse 

te credimus continuata benefieia non ingratum. Quapropter non 

indigne quidem mirari eompellimur, quod quidam regni tui clerici, 

non decurrentis temporis sortem , sed mortis consorcia presumentes, 

questuaria cujpiditate succensi , Romane curie clericos , qui procura- 

cionis officio ibi degunt, mortuos mentiuntur, eorum sibi eonferri 

benefieia sub huius falsitatis ingenio procurantes. Inter quos eqrum 

quidam quosdam karissimos nostros, nobis ac fratribus nostris 

speciali sineeritate coniunctos, false suggestionis suspiriis obiisse 

mentiti, eorum ecelesias, procuratoribus amotis ab ipsis et fructibus 

in sequestro positis, furtivis quibusdam ausibus sunt adepti. Cum 

igitur tarn detestande fraudis astucias et argumenta suis arguenda 

primordiis censura regia transire non debeat inpunita: nos, qui 

uniyersorum causam prosequi tenemur ut nostram, quique sumus 

speciales' tui culminis zelatores, fame tue dispendium, quasi tactum 

oculi, non ferentes: serenitatem tuam rogamus et hortamur in 

Domino, quatenus, pro sedis apostolice reverencia et nostre interven- 

cionis respectu, procuratoribus cappellanorum predictorum subtractas 

ecelesias restitui facias et procures, cum non modicum exinde tuo 

derogaretur honori, si, te consenciente, sub huiusmodi nequicia lede- 

remur in nostris ac persequencium morsibus pocius preservandis, 

presertim cum iidem cappellani pro suis meritis, nostro ac omnium 

fratrum nostrorum favore muniti , adesse possint omni c) tempore 

regiis obsequiis fructuosi , et nos , qui predictorum iniuriam nostrarii 

procul dubio reputamus offensam, pro eis eo interpellemus eflfectu, ut 

ad graciam exaudicionis admissi et, suscepto de tua benivolencia 

munere, quodpetimus, ad graciam tibi teneamur non immerito retribu- 

cionis graciam dj non ingrati. 

aj religionis am Rande V. — b) te auf Rasur V. — c) omni überge* 
schrieben \, — d) graciam muss wegfallen und retribucionis auf das yorberg^- 
gangene ad graciam belogen werden. 



198 

51. 
Papa fmtn faittres VrMeriei iMperai^rh. 

1147 oder 1248. Lugduni. 

Innocent IV. decreiirt die Absetzung aller Geistlichen, welche, seinen wieder- 
holten Befehlen ungehorsam, dem excommunicirten ehemaligen Kaiser Friedrich 
anhängen, und erklärt die Nachkommen jener Geistlichen bis zum vierten 
Geschlecht für unfähig zu geistlichen Würden. 

Recte discrecionis examen stateram iusticie moderamine con- 
gruo a) eque librat, cum digna virtutibus premia et equa viciis 
stipendia conferuntur. In utraque siquidem lance publica pensatur 
utilitas , cum erga benivolos bene meritos merces inundat retribu- 
cionis, et iusta severitas in aliquibus facit, scelera ut emendent. Sic 
enim iusticia quibuslibet quod suum est ex ordine dispensante 
retribuit: obsequiis videlicet graciam et iniuriis talionem. Eos 
eciam, quorum ad virtutis meritum levia sunt studia, exemplo promo- 
vet bj premiorum et a reliquis , quos inpunitatis amor a malo hou 
reyocat, innocencia prave similitudinis reciduntur. Ut autem sicut 
diversa sie congrua utrisque c^ contingant merita, necesse est, ut 
utrorumque pandantur demerita , ut non ^rret bonorum dispensacio 
bonis competens, nee illacio malos spectans. Hoc errore circa multos 
Fol. 36 b. gppj^sgß yidetur mater ecclesia, cuius iudicium frequenter fallit opinio, 
dum, reservata divinis aspectibus occulta non dj videns, omnes sibi 
faciem simplicitatis pretendentes passim admisit ad ubera filiorum. 
Que ubi boni monstratur effigies, mali suspicionem non toUens, omnes 
bene meritos estimabat, quos male meritos numerus inserebat. Sed 
benedictus Dominus, optimus lucis auctor, qui educit lumen de 
tenebris, obscura declarans et mencium interiora, revelat, prout 
expedit, abdita secretorum. Nam eadem mater ecclesia inter sevas 
persecutorum procellas eo flaute , a quo diebus istis omne malum 
panditur, excitata ad expiacionis exercicium et probacionis meritum, 
vexata diucius propter hoc in temptacionibus suis, gaudet referre 
duplicem sc proventum: unum quidem, quod speculator occultus, 
ipsius agonem occulte prospectans , eam iuxta poUicitacionis inviola- 
bilis fidem temptat et tamen temptari non sinit ultra quam valeat 
sustinere, reliquum -vero , quod interest in numeros , quos in gremio 

aj congruo am Rande V. — bj promovent V. — cj utrosque V. — 
dJ et non V. 



199 

suo, Teluti grana cum paleis, bonorum dies in distinetione a) 
eompegerat, in cuius tranquilb quieta per mundi equora ferebatu^, 
malorum declarante turbine, nunc discernit et iam non erronea matris 
tliscrecio utrosque, veros et fictos videlicet, reeognoscit, ut in 
refectiotte süa, qua gratitudinis filios commendat, dulcedinis sue 
mannas bj retrabat ab ingratis, eo quod non sit bonum dari canibu^ 
pabulum filiorum. Si enim paterne provisionis humanitas inprobos 
passim comitaretur et probos, parvipenderetur condicio utrorumque 
et virtus in proprio subiaceret, si culpam inpunitate et peccatum 
benificencia contingeret premiari. Propter quod malorum lacius quam 
bonorum exeiiipla in perniciem publicam texerentur. Miramur sane 
dolentes quosque fideles, qui cum filio prodigo Fr.^ quondam impera- 
tore , in regionem abire cj longinquam , adberentes domino regionlä 
eiusdem *)> q^^^ detractos a domo propria, videlicet ecclesia Dei vivi, 
et omni bono celestis gracie denudatos, funditus inmergit pecca- 
torum voluptas J^, adeo quod non facile addiciant e^ut resurgant. Sed 
vehemencius miramur aversionemeorum, qui sortiti fuerant clericatum, 
tanto ab ecclesia favore provecti, tanta benignitate collecti, ut in 
multorum invidiam se beneficiorum prodigam exhibuerit ergä illos, 
dignitatis eos extoUendo eulminibus et tanquam peculiares filios 
beneficiorum uberibus deliciosius educando. Ipsi vero pro dilectione 
odium et iniuriam pro gracia refferentes , dum in die belli stare pro 
domo Domini conti'a violentorum inpetus crederentur, in arcüm 
pestilencie sunt conversi et cum assistendi se oportunitas obtulisset, 
obstiteruntj imo f) pociud nocuerunt, roborando viribus suis nervum 
persecutoris perfidi contra matrem. Nam et devocionem et fidem , si 
qua vigebat in reliquis, per dampna rerum et personarum , iniurias et 
terrores multiplices exstinxerunt, more vindicte, que non excessui sed 
penitencie locum parat, seviendi sumentes audaciam in conversos 
proch dolor! Qua racione suam posuerunt ex opposito porcionem, 
quos in omni articulo iuxta modum possibilitatis eorum sperabat 
habere ecclesia semper promptos. ludicet quicunque inter nos et 
ipsos, quoniam in querele nostre iusticia cuiusquam sani capitis 

q) distinetione auf Rasur V. — b) manna oder mammas zu lesen. — 
cJ abierunt zu lesen. — - dj voluptatibus? — ej adducantur? — f) imo auf 
Rasur. 



i) Lucas 15, 13. 15. 



200 

Judicium non veremur, si congruum sit eis convenientibus Christum 
in menbra ecclesie iterum crucifigi , quorum funiculi ceciderunt in 
preclaris patrimoniis Jesu Christi. Videat quilibet, si locus sit excu- 
sare volentibus excusaciones proprias in peccatis , quos in persecu- 
cionem universalis ecclesie sentimus fovere tyrannum, qui nomen 
Christi, quantum in eo est, in Christianis occidit et cum sponso 
sponsam molitur extinguere, satagens cultum divinum penitus extirpare, 
ut ipse solus in orbe terrarum tanquäm ydolum desolacionis abhbmi- 
nabilis adoretur *). Quantumlibet vero ipsorum in hac parte innote- 
^°^-^*®*scerent evidenter et publice fulgarentur excessus, nos tarnen, de 
mansuetudine sedis apostolice consueta, que libencius in subditis 
emendat peccata, quam punit, nee ferrum precisionis libenter adigit 
in morbos , qui possunt ex levi fomento recipere sanitatem , eosdem 
clericos ad presenciam nostram per publice citacionis edictum 
paterna et misericordi severitate evocavimus, ut a culpis modesta 
correctione sanatos non traheret ad desperacionis laqueum peccati 
quodammodo magnitudo, sed pie porrecta manus apostolice discipline 
reduceret ad salutem. Porro ipsi vocacioni nostre contumaciter 
obdurantes auditum, et terga inobediencie in contemptu superbo nobis 
vertentes, aversa penitus ab Jerusalem facie in Jericho a) et conversa 
per viam, qua inciditur in latrones, nee venire nee cohibere se ipsos 
nee revocare suos a nequicia curaverunt. In quibus probavimus 
illius sentencie veritatem, qui nutrit filium suum delicate, ipsum 
sentiet contumacem ^), quia clemencia , que ipsos ad penitenciam 
adduxisse debuerat, abusi sunt temere in derisum. Nos igitur, 
attendentes nostri apostolatus officium, ad ulcionem omnis inobe- 
diencie divinitus preparatum, ut in laudem bonorum pena proficiat 
reproborum, predictos clericos deponimus etprivamus omni ecclesiastico 
sive temporali beneficio, decernentes, ut usque ad quartam generacionem 
nullus de ipsorum progenie assumatur in clericum nee in ?omibus regu- 
laribus alicuius prelacionis assequatur honorem, nisi cum eo fuerit 
dispensatum. Ceterum malorum dispendia cedant bonis et, eis qui 
cruciabantur hactenus pre iusticia consolatis, illi qui swavem in 



1) Dasselbe ist mit denselben Worten von Innocenz IV. über Friedrich U. gesagt 

oben no. 34 und im Folgenden fol. 68, no, 16. 
S) Lucas 10, 30. 
S) Proy. 29, Zi. 



201 

bonis aliorum vitam duxerunt, versa vice sibi post bona malis 
succedentibus desolentur , dignitates , personatus et beneficia , que 
babebant, aliis in devocione persistentibus decrevimus libere confe- 
jenda. 

Der Brief kann von Gregor IX. oder auch ?on Innocenz lY. herrühren; 
ich glauhe ihn dem Letzteren zuschreiben zu müssen. Kaiser Friedrich 
verordnet numlich gegen Ende 1247: quod quicunque clericus vel religiosus 
ad papale seu papalis legati mandatum publice forsan obmiserit missarum 
solemnia seu ah'a divina offieia celebrare, et ecciesiastica sacramenta fidelibus 
propinare negaverit^ de civitate yel loco, cuius incola reperietur» eiectus, 
suis bonis omnibus patrimonialibus et ecclesiasticis, ut penam de tanta 
temeritate tulisse se doleat, spolietur. Huill.-BrehoUes 6, 581. Raumer 4, 35. 
"(Auf diesen Brief nimmt Gregor IX. in seinem Schreiben an die Kirchenfürstea 
Deutschlands vom 18. April 1248 ib. 614 squ. Bezug.) Entweder ist nun 
unser Brief eine durch die kaiserliche Verordnung von Ende 1247 hervor- 
gerufene Repressalie, dann würde er in das Jahr 1248 gehören, oder er hat 
jene kaiserliche Verordnung veranlasst, dann würde er in das Jahr 1247 zu 
setzen sein. 



82. 

Papa archiepiscopo C^Ioniensi. 

1266. September 18. Viterbii. 

Clemens IV. warnt den Erzbischof von Cöln vor der Theilnahme an einer 

Königswahl Conradins und spricht die Excommunication aus gegen diejenigen, 

welche solches thun. 

Boehmer, Reg. ab a. 1246. Addit I. Reg. Clem. IV., no. 344. 

Fundata domus Domini super immobile firmamentum, super 
quod seeundum apostolum aliud ponere nemo potest *) , a eolumpnis 
stabilibus, sub deeenti locatis ordine, pulcbritudinem reeipit et 
decorem. Quarum implent officium , qui, in prelaeionis ecclesiastice 
ministerium assumpti, spirituale sustinent edificium et yenustant. 
Inter hos sane, quanto in eredita tibi eeelesia loeum obtines celsiorem, 
quanto pondus strueture sustines amplioris , tanto te deeet quantitate 
maiori in omnibus et per omnia stabiliri, ut nee nutes nee devies 
a rectitudine tui status ne, dilapsus in partem alteram, eo perieulosius 



1) Ad Corinthos 3, 11. 12. 



202 

corruas, quo tecum plures traheres ad ruinam. Verum ad a) iusti 
paritep et honest! solliditatem h) propositi preter commune debitum, 
quo te Deo vehementer astrictum intelligis, cuius in ministerii tui 
Sorte vocatos in partem sollicitudinis vices geris, acumulata nichilo- 
minus beneficia te obligant , que cum aliis prelatis Alemanie a sede 
apostolica dinosceris recepisse» cuius larga beneficia et largitas 
beniyola tibi et Ulis semper hactenus affuit et quasi fons indeficiens 
Vobis et vestris ecclesiis graciarum fluenta communicans, vos instruxit 
consiliis, roboravit auxiliis, vallavit c) beneficiis et privilegiis 
honoravit. Justum est igitur et conveniens pietati , ut ad matrem 
ecclesiam elevetis oculos universi, et cura perrigili studeatis eius 
obviare periculis , que si sua vel vestra dixerimus , sua tamen rectius 
dicemus et vestra, cum, dolente capite, non sit in menbris sanitas, 
Fol. 36 d. nee maternis infixi visceribus matre possint quiescere laborante. 
Ceterum quantum ecclesiam flagellaverit, quantum concusserit, quot 
exprobracionis ei mala reddiderit domus inproperii, quondam vide-^ 
licet Fr. d) imperatoris , non solum ecclesiis et principibus Alemanie 
notum existit, sed est mundo notorium universo. Unde iusto damp- 
natus iudicio, et tam imperii quam regni Sycilie iure pariter et honore 
privatus, diem miserabiliter claudens extremum, tenuem reliquit 
memoriam, cum, sublatis de medio filiis, in domo tanti nominis 
unica scintilla remanserit etatis adhuc tenere, premature tamen 
malicie Chunradinus a), Porro non sine magna cordis amaritudine 
nuper accepimus, quod nonulli ex hiis principibus et prelatis , ad 
quos ius pertinet eligendi Romanorum regem ad e) 
imperatorempostmodumpromovendum, ineam devenerint/;^ 
audaciam, ut super electione Chunradini eiusdem adimperium^^ 
occultos audeant et apertos inire tractatus, proprio salutis inmemores, 
bestes iusticie et quietis publice turbatores , cum deberent non solum 
attendere, quod assumere ineligibilem nulli licet ß). Hunc autem 
esse probat ineligibilem etatis infirmitas , que inhabilem ipsum facit 
vel efficit ad honores, cumque etiam si legittimum terminum attigisset, 
cum tamen eligi non deceret, utpote qui de persecutoribus manifestis 
ecclesie, tam veteribus quam modernis, trahens onginem, iuste 
posset hac sola racione repelli. Cuius 7) tamen causam aggravat 
etiam h) manifesta temeritas qua se parat, ut evidentibus patet 

a) a V. — y solliditateV. - c) fallavit V. — dj Fr. am Rande. — - ej ad 
fehlt V. — f) devenerit V. — g) ad imp. am Rande. — h) etiam am Rande V. 



203 

indicüs , ad se et eontra se Romanam eeclesiam merito proYOcandam. 
Quapropter cum officio nostre serritutis incumbat, fraudibus et 
maliciis occurrere perversorum ne, quod absit, neglecta raleant 
incendia a) vires resumere» que in ipsis iniciorum suorum primordiis 
melius extinguntur: nos in omnes et singuios cuiuscunque condi- 
cionis et status existant, cuiuscunque sint gradus, ordinis sive sexus, 
qui per tractatus h^ publicos vel occultos seu quoscunque alios 
modos proeurabunt dicti Chunradini promocionem in regem Roma- 
norum et in omnes, qui ad id procurandum conyenerint, excommuni- 
caeionis sentenciam promulgamus et anathematis eos yinculis inno- 
dantes , terras eorum ecciesiastico subicimus interdicto. Si qui vero 
ad ipsius electionem processerunt , si principes fuerint seculares c^, 
ipsos et heredes eorum perpetuo omnibus feodis etbonoribus, que 
ab ecclesiis et personis ecclesiasticis obtinent, et tam eos quam 
posteritatem eorum usque ad quartam generacionem, iure eligendi 
Romanorum regem auetoritate priyamus apostolica, et 
insuper eorundem filios, si clerici fuerint, usque ad quartam genera- 
cionem reddimus prorsus inbabiles ad dignitates et ecclesiastica 
beneficia obtinenda, si Tero electores buiusmodi prelati fuerint, 
ipso facto depositi ac nudati omni maneant dignitate, seu omni 
ecciesiastico beneficio sine spe restitucionis^aut gracie aliquo tempore 
obtinende d). Licet autem de tue deyocionis et fidei puritate firmam 
geramus fiduciam , quod in hiis et aliis proprio proyideas saluti et te 
nostris beneplacitis studeas coaptare, quia tamen calcar adhibitum 
equum admissum magis excitat quam molestat: fraternitati tue 
per apostolica scripta et in yinculo obediencie firmiter preci- 
piendo mandamus, quatenus a predictis laqueis et periculis non 
solum tibi cayeas , sed et alios , ne in huiusmodi possint incidere, 
reddas sollicite cauciores et has nostras sentencias totumque predic- 
tum teuerem in tuis ciyitatibus dyocesis et proyinciis conyocato 
clero et populo facias singulis mensibus publicari s). foi. 37 «. 

Ergänzungen aus Schannat Yindemiae p. 207 — 209 Clemens episcopus 
8. 8. D. fratri archiepiscopo Mogüntino saiutem et ap. bened. — a) Er habe 
sich der Wohlfahrt Conradin*s gefreut, aber dieser trete in die Fusstapfen 
seines Grossvaters, ohne zu bedenken, dass wie einst Innocenz dem Friedrich 
Sicilien und das Kaiserthum, so er dem Conradin das Königreich Jerusalem 
und seine Rechte und Würden nehmen könne : cuius congauderemus — 

a) incendia am Rande. — h) praetactis publicis vel occultis corrumpirt 
bei Schannat. — r) saec. fehlt Schann. 



204 

coaptet. — ß) verum eciam diligenter adrertere quomodo nunc eis paratom 
quemlibet et omni exceptione maiorem liceret eligere maxime, pendente 
duarum electionum negocio coram nobis, que fuerunt de karissimis in Christo 
filiis nostris, rege Castelle et Riehardo rege Cornubie, viris illustribus et 
magnificis, per eos ad quos ius eligendi pertinet in discordia celebrate. — 
•y) Cuius — proYocandam fehlt bei Schaanat. — d) Alle diejenigen, welche 
dem Conradin gegen Karl von Sicilien beistehen, sowie Alle, weiche gegen 
die Kirche und den König Karl für Conradin in Italien eindringen sollten, 
werden in den Bann gethan: omnes eciam — meruerit eorundem. — s) Dai 
Viterbii XIV Kai. Octob. pontif. nostri anno secundo. 

W&hrend Schannat der Brief an den Erzbischof von Mainz vorlag, enthält, 
wie unsere H. S., auch Cod. Palermitanus no. 34 Pertz Arch. 5, 369 das gleich- 
lautende an den Erzbischof von Cöln adressirte Schreiben. 



205 



B, Ineipiunt litere imperatorum et regum Romanorum. 



1. 

Imperator regi Franeie. 

1249. Juni c. 

Friedrich IL , erschreckt durch die Nachricht von dem Untergange der Flotte 

der französischen Kreuzfahrer, entsendet einen Boten und Brief an Ludwig /X 

mit der Bitte um genaue Nachrichten, 

Petrus de Vincis 3, 22. 

Generali qua cunetos amplectimur fidei partieipaeione ehristi- 
colas , sed speciali , qua vestram pura affectione personam diligimus, 
inter diversa aj genera, que cogitaeionibus nostris indesinenter 
oeeurrunt, preeipua reddimur cordis anxietate sollieiti et frequenter 
affeetamus audire de vobis nova veridica que placeant, et scire 
plenarie in terre sancte presidium vestre peregrinaeionis eventum. 
De cuius aggressu, velud in tarn valida rerum et temporum tempe- 
state temptato , cum res plena sollieiti sit timoris , non sine gravi 
formidine cepimus aliquociens dubitare, ne forte, norercante fortuna, 
votis communibus absonum, infestis auspiciis, exitum sortiretur. 
Inter has vero anxietates et soUicitudines nostras, quas eventus futuri 
dubietas nostris aflfectibus ingerebat, yolatilis fame garrulitas, variis 
discussa relatibus, supervenit veritatis utinam vacuas eruetuans narra- 
eiones, classem videlicet regiam, dudum saneto proposito non sine 
magnis laboribus et sumptuum profusionibus congregatam, in tempe- 
state maris et fluetuum , quibus non nisi divine potestatis auetoritas 
imperat, colluctaeione ventorum asseruit disgregatam. Ex quo tanto 
yebemencioris causam turbacionis assumpsimus , quanto personam 
vestram pre ceteris regibus et mundi principibus sinceriori karitate 
eomplectimur , et quanto per id multorum vobiscum Christi fidelium 
inteneioni, suspenso terre sancte dissidio, que Gallicarumft^virium tarn 

a) diversa curarum Petr. d. Vin. — b) callicarum V. 



206 

proj^nqinnn expeetabat snbsidiom, deyotis affectibus condolemus. 
bta tarnen raria relacione perplexi credere simpliciter loquacis fame 
relatu nolumus , donec super hiis veritas » que dubietatis buiusmodi 
turbines abluat, nobis lueidior patefiat. Propter quod latorem presen- 
eium, ut ad nos redeat de yestro processu utinam felici instructus, ad 
yestram presenciam specialiter proyidimus destinandum , rogantes 
quatenus per eundem anxie nostre serenitatis intrinseea renovetis. 

Die französische Flotte war am 23. Ifai 1249 tob dem Hafen von Liinas- 
sol ausgelaufea , seboa aaeh einigen Tagen wurde sie jedoch von StörmeD 
auseinander getrieben. (Wilken 7, 93 ff.) Auf die Nachricht hiervon erliess 
Friedrieb, der mit Ludwig IX. fortdauernd in gutem Einvernehmen geblieben 
war, unsern Brief, der demnach etwa im Juni geschrieben sein wird. 



2. 

Inperatoris flUiis regi inglie. 

1247. Februar oder März. 

Der junge Heinrich, Friedrich* 8 IL und habella'a Sohn, schreibt, nachdem er 

die Taufe empfangen und zum Könige von Sicilien eingesetzt ist, seinem 

Oheim, dem Könige von England, den ersten Brief und verspricht bei guter 

Gelegenheit wieder zu schreiben, 

HuiU.-Breh. VI, 504. 

Si magttifieencie vestre hucusque non scripsimas, ri nostre 
progressüiD fortune ad yestram noticiam a) segnis ofScium ealami non 
perduxit, si nostrorum gesta successuum stilus hactenus dietatorius 
non suggessit» causa fuit, quod nobis in annis yidelieet teneris eonsti^ 
tutis nee renatis adhuc fönte baptismatis, quid et cui nostra seriberet 
infaneia nee diseernere poterat nee sciebat. Nunc autem bonore tanti 
sacramenti solempmter decorati, ad annos eciam alicuius cognicioms 
addücti, quos nobis gustatus amor paterne dileetionis siye dulcedinis 
niqper fecit audaces, dum nos in solio suo, ut toti regno Sycilie de 
consiliariorum suorum disponeremus consilio, ordinayit. Presentes 
yera yobis nostre salutacionis apices destinamus et frequenter desti- 
nabimus in futurum , quociens et rerum qualitas exiget et se nobis 
oportunitas offeret nunciorum. 

Erg&nzungen aus Huillard-Breb. VI, 504. Regi Anglorum rex Henricus 
etc. — a) si nepotice sospitatis erentus ad noticiam vestram etc. 



207 



Imperator N. eomiti. 

Kaiser Friedrich IL berichtet dem Ezelin von seinem Wohlbefinden und dem 
glücklichen Fortgange seiner Unternehmungen, 

Petrus de Yin. 2» 25. Ezelino scribens etc. 

Seimus et longi temporis exp^imesto probayimus, quod a 
consuetudine , que iam in tc nature vim obtinet, preseripta tue • 

maturitatis devocio, nativk erecta potenciis, possit iam minime decK- 
nare — scimus, qvod urgens in sensui)A tue devocionis antiquitas, 
quantumlibet tQ» brumosa a) seneseat in corpore, virtuosa niehilo- 
minus iuTenescat in spiritu et in mente — , scimus quod arbor tue 
idei annorum vetustate non desipit, sed quanto plus in tempore 
labitur, tanto fructus placidiores adducere consuevit — , scimus, ^^i-'^k. 
quod licet a nobis interdum locorum intercapedo te dividat, corde 
tarnen et animo nostre maiestatis potenciam h) intueris , dum statum 
Bostrum votiras per literas prosperum apetis et per nuncios ministe- 
Fiosus exquirere non desistis. Ecce igitur votis tuis consona nova 
rescribimus, quod scilicet, divina favente gracia , prospere vivimus 
et corporis nostri menbra, bellicis hactenus fatigata laboribus, 
deliciosa regni nostri dulcedine restauramus, illo niebilominus non 
obmisjso, quin ad pacifieandum statum fidelium, et rebellium nostrorum 
reliquias opprimendas, curas nostras soUicitudo prosperier per 
continuatas vigiKas debeat propensius excitare. 



4. 

Imperator popiilo Hyschenensi c), 

1242. Ende Februar. 

Kaiser Friedrich IL zeigt den Betoohnem van Messina den am 10, Februar 
iZ4Z. erfolgten Tod seines Erstgeborenen des Königs Heinrich an. 

Quia inter ceteros regni nostri fideles speciali prerogatira 
populum semper dileximus Mysensem cj, idcirco, sicut de prosperis 

a) ruiDosa Petr. d. V. — bj praesenciam P. d. V. — cj Offenbare Fehler 
für Messanensi und Me^sanensem. 



208 

nostris eventibus hylares esse vos cupimus , ita eciam de sinistris 
Yos confidimus eontristari. Nam celestis altitudo eonsilii, euius occulta 
iudieia colligere nemo potest, eo quod amirativi voce prophetica sunt 
abyssusy nee yalent a mortalibus arte qualibet evitari, nos in uno 
menbrorum nostrorum potissimo meduUitus a) laneeavit, dum 
Februarii h) mensis die decimo nostrum primogeniciam, 
illustrem Sycilie regem a), de vite medio proch dolor! evoeavit. 
Quis igitur valeat rivulos lacrimarum singuHuosos restingere , tanti 
filii prudenciam ad memoriam evocando? queve lingwa tarn gloriosi 
regis audaeiam eompilaret? aut quis suam calamus posset deseribere 
largitatem? Heu me, inquam, fili mi, heu me, quem vereri tenebatur 
quilibet inimieus , utpote dilectum omnibus , terre gaudium universe ! 
Unde etsi motu naturali et paterno iure maiestas nostra pro tarn 
benigni amissione filii in lacrimas se dissolvat» multo foreius yos 
regnicole tanto domino yiduati. Sit ergo planctus iste communis, 
huius lamenti dolor in omnem terram et in fines proyeniat orbis terre, 
quia maiestas tanti prineipis multorum deposeit lacrimas , qui multis 
elyppeus defensionis fuerat et salutis. Cessarent lacrime et singultuosa 
cessarent emissa suspiria de profundis , si non in longos se derivaret 
rivulos vis doloris. Luxit namque David filium suum Absolonem et 
patriarcha j3) suum Joseph filium lamentis variis, prout legimus, deplo- 
ravit. 

Ergänzungen aus Huill-Br6h. VI, 32. Fridericus etc. populo Messanensi 
etc. -T a) Henricum — j3} Jncob. 

Vergleiche {iber den Todestag K. Heinrichs (VII) Boehmer Reg. imp. inde 
ab 1198 pag. 255, der unsern Brief ohne Angabe des Grundes für unecht erklärt. 



Imperator N. principi. 
Der Kaiser (Friedrich IL) tröstet einen seiner Getreuen über den Tod seines 

tapfem Sohnes* 

Quod de nimis acerbo filii tui casu compassionis nostre verbum 
ad te tarde pervenit causa fuit, ut tibi ad tempus lacrimas laxaremus. 
Suspirantibus namque gemitibus et oculis lacrimosis epistolam nostre 
compassionis offerre nolumus, quam et lacrimarum eontinuata gutta 
perfunderet et eductio copiosa singultuum perlegi prohiberet. Nunc 
autem, mitigatis suspiriis et luminibus excolatls, consolacionis nostre 

a) mtduUitus am Rande V. — bj Frebr. V. 



20t) 

literas offerimus, vulnus apertum medicamine debite perswasionis 
aggredimur, et cum tibi per amaritudinem luctuum baetenus satis- 
feceris, per deposieionem lugubrium satisfieri et nobis gratissime 
postulamus. Seimus enim, quod quamyis dura requirimus, tamen 
possibilia flagitamus. Amane igitur plorabunt usque ad yesperam florem , 
scilicet occiduum ante tempus estatis, occasum solis ante meridiem, et 
noctis ealiginem ante diem plorabis a) et per consequens iuvenem, 
nondum plene puberem, prius intempestive mortis subiisse iudicium» 
quam senectutis indieium rel 6^ inicium attigisse, turbato mortalitatisPoi.STe. 
ordine, quo pater pro filio, oflfers laerimas, quas pro te filius reser- 
Tabat c). Nos enim in tam subito filii tui casu compassionis. paterne 
consorcio non caremus, maxime quia eundem a te naturaliter genitum 
yixque adbuc maternis uberibus ablaetatum in ulnis nostre educacionis 
aeeepimus, et quia susceptibilem ipsum discipline invenimus, yirtutum 
in ipso rudimenta contulimus, quatenus sibi eonspieuus, aliis utilis et 
nobis existeret fructuosus. Nunc autem cum d^ de plantacione nostra 
yindemiam computaremus, generacionis humane novacula vite telam 
in homine, quam nondum plene perfecte texuerat, intempestive 
dinoscitur precidisse. luste igitur dolere te norimus, eo quod in 
natf' tui funere pomum vite natura decerpsit spacio temporis imma- 
turum. Sed consolari te volumus eo quod illud ante tempus debitum 
yirtutum erogacionibus accepit maturatum. luste te dolere novimus 
eo quod morientis filii clauseris oculos , consolari te volumus , quod 
non inter molles delicias et debiles curas defecerit langwidus, sed 
inter oecupaciones nostras bellicas defecerit strenuus et vixerit 
gloriosus. Nos igitur gracie nostre zelum, quem ad filium defunctum 
produximus, tanto libencius et copiosius ad patrem propagabimus, 
quanto nostre serenitatis affectum eiusdem continuata obsequia uberius 
meruerunt. 

Petr. de Vin. 4, 11. abweichend und ausführlicher mit der Überschrift 
Comiti Acerramm, consolando eum de morte filii sui cadentis in hello. 

a) plorabis am Rande V. — b) indieium vel am Rande V. — c) So muss 
man wohl lesen für filio reserrahas V. — d) cum am Rande V. 



Fontes. Abth. II. Bd. XXV. 14 



210 



6. 

Imperator N. comiti. 

Friedrich IL tröstet einen Grafen über den Tod seines Bruders, eines 

Bischofs, 

Audito nuper quod mordentis omnia mortis a) impietas N. hj 
yenerabilem c) episcopum, fratrem tuum, fidelem nostrum dj^ non 
sine plurimorum subtraxerit detrimento, passionibus tuis in hac parte 
affeetuose compaciendo doluimus, Deo teste, et, si ope vel opibus 
reparari e) defunCtum rel alia occasione redimi natura permitteret; 
nostra libenter propterea apperuissemus eraria et alia oportuna sub- 
sidia misissemus. Graviter f) etenim nostri cordis intrinseca casus 
ipse turbarit, dum et te proinde fraternis affectibus amarieari conspi- 
cimus et eius nos grata tam subito perdidisse obsequia previdemus g), 
Sed quia quod semel subripit mors, debitrix amara, nonreddit; dolor! 
tuo , quem multi tecum libentissime partirentur , consolacionis 
unguenta h) porrigimus et gracie nostre remedia propinamus, devo- 
cioni tue mandantes , quatenus , verborum nostrorum temperame^to 
linitus i)^ statim abstergas lacrimas , refrenes suspiria , et more k) 
constantis yiri dolori tuo limites l) inponere non obmittas. 

Petr. de Vin. IV, S mit der Oberschrift eomiti Casertano — Marlene 
Coli. II, p. 1206 „Fridericus Richero Consolatur eum de L. episcopi Theanensis 
fratris eius morte'*. 

a) mortis am Rande V. — h) L. Martene. — c) Yenerabilem Theatb. 
Petr. de Vin, — d) tibi nunc ad presenciam [personam Mart.] venire parato 
Mart. u. Petr. d. V. — e) recuperari Petr. d. V. — f) Graviter — previ- 
demus fehlt Petr. d. V. — g) pensamus Mart. — h) argumenta Petr. 
ungenta Y. — i) lenitus Mart. — kj amore Martene. — l) limitem nobis 
proinde placiturus imponas Mart. — Von devocioni an hat Petr. de Vin. eine 
kürzere Fassung. 



211 



7. 
Imperator ciTibos Folgende. 

1240. Januar. 

Friedrich IL schreibt den Bewohnern von Foligno, er habe bestimmt , dass 
sein Schmegersohn Thomasius von Aquino als kaiserlicher Stellvertreter in 
ihrer Stadt residiren solle und fordert sie auf, ihn im Kampfe gegen Rebel' 

len zu unterstützen. 

Petr, de Vin. 2, 21. 

Etsi generali, qua cunetos fideles nostros pura mentis affectione 
complectimur, quos affeetuose prosequi teneamur a) , speciales tarnen 
cause nostris se cogitacionibus offerunt, que ad civitatis vestre com- 
moda inter alias civitates Ytalie prerogativa quadam multipliciter nos 
invitant. Inducimur siquidem ex antiquo fidei vestre zelo, quam nee 
temporis vetustas antiquata b) debilitat, nee annorum spacia fasti- 
dita cj constringunt, sed quanto plus in tempora labitur, tanto 
semper in fide nostra recentior invenitur. Inducimur eciam ex pure 
dilectionis vestre constancia, que nee vicinorum interdum exemplo 
submota, nee persecucionibus hostilibus stupefacta, tanquam sereno 
semper in nubilo eo extitit omni tempore in nostra devocione ferven- 
cior, quo dampna pro nobis sepe pertulit graviora. Inducimur nichilo- 
minus ex illa causa potissime, quod in Fulgencia fulgere primitus 
puericia nostra cepit, et sie, dum civitatem vestram locum nutriture 
nostre recolimus , dum vobiscum quasi civiliter convixisse pensamus, 
erga vos dominantis quodammodo modum excedimus et, naturali 
quadam humanitate seducti , ad vestrum salubre regimen familiarius 
obligamur. Sic igitur de cura vestra solliciti frequenter credimus, „ , 3. . 
quod, ubi sie affeetuose vos diligimus, alicuius sinistra suspicio aut 
fraudulenta suggestio devocionis vestre constanciam, de qua stabili 
mente confidimus , a fide nostra nequeat dj revocare. Licet autem 
vos egere exbortacionibus non credamus, quos sine requisicione 
ferventes ad nostra servieia probabiliter experimur, nicbilominus 
tamen fidelitatem vestram presentibus commonemus, quatenus in 

aj quos affeetuose prosequi teneamur am Rande Y. — bj antiquita Y. -^ 
cJ fastidiala V. — dj ne nequeat V. 

14« 



212 

fide et serviciis nostris solliciti more solito vigilantes a) contra 
rebelies nostros tos potenter et viriliter opponatis ut fine laudabili 
comitante prineipium, nostre serenitatis dexteram ad vestre generali- 
tatis et specialitatis argumenta, quasi per debitum obligetis. Nos 
enim sie alta mente et altis retribucionibus fidem vestram disponimus 
compensare, ut nostris persererasse serviciis merito gaudeatis. 

Erg&DzuDg aus Huill.-Br6h. V, 632. Fridericus etc. Fulginatibus etc. — 
a) SIC ad requisicionem Thomasü de Aquino, capitanei nostri ipsarum partium, 
dilecti generi atque fidelis nostri, quem ad vos tanquam imaginarium persone 
nostre transmittimus et continuo yolumus commorari. 

Vergleiche denselben Brief Cod. Wilh. B. 25 und Cod. Philol. 383, fol. 43. 



8. 
Imperator N. dfitati. 

Em Kaiser drückt einer durch Treue bewährten Stadt seinen Dank dafür aus, 
dass sie an den Mördern seines Getreuen Rache genommen. 

Inter alia devocionis insignia, quibus erga progenitores nostros 
et nos bactenus probabiliter claruistis, illud speeialiter nostris 
adbesit affectibus et satis memorabilibus nostris precordiis est 
inpressum, quod sicut nuper veridica relacione accepimus, excres- 
cente fervore fidei, quam in vobis ipsa fundavit mater antiquitas et 
grata novitas solidavit, ne de morteN., a) dilecti nostri fidelis, 
bonoris nostri fastigiis rubigo remaneret iniurieß), seu vobis7)infamie 
nebula S) superesset, ad sumendam de eiusdem karissimi nostri 
interfectoribus ulcionem, devocio restra non minus audacter quam 
fortiter assurrexerit. Ex quo sinceritatis vestre affectum, dum in 
operis exhibicione comparuit e) eommendamus. Et C) quoniam a 
recto fidei tramite, a quo fideles non deviant, in hiis et in aliis, caden- 
tibus aliis vestris concivibus, non oberrasse vos scimus, sed, assumpto 
constancie seu fortitudinis spiritu, sie erga nos immobiles persti- 
tistis, quod nullius emergentis eventus adversitas constans animi 
vestri propositum unquam potuit immutare: super quo vos dignis 
laudibus commendantes , nostra proinde gratifieata maiestas ad 
vestri favoris benivolenciam nos invitat, ut si unquam retroactis 
temporibus in nostris predeeessoribus gratie plenitudinem invenisse 



213 

vos reeolitis, pingwiorem erga nos vj) semper in melius munificeneiam 
invenire de cetera confidatis. 

Vergleichung mit: Petr. de Vin. Z, 2S mit der Oberschrift Pisanis etc. 
und Martene Collectio 2, 1207 Conradus etc. bajulis, iudicibas, hominibus 
Panormi. — a) magistri etc. (C. Martene) secretarii nostri Sicilrae Petr. de 
Vin. Martene. — ß) inertiae Mart — 7) nobis Petr. d. V. — d) nubila Petr. 
— s) complacuit Petr. Mart. — C) Von Et quoniaro — majestas Petr. und 
Martene andere Fassung. — v?) für erga nos apud nos Petr. und Martene. 



9. 

Imperator regi Vrancie. 

Friedrich U. fordert den König von Frankreich auf, den Handelsverkehr mit 
den rebellischen Lucanern abzubrechen, 

Petr. de Vin. % 13 gleichlautend an die Pisaner. 

Furiosam superbiam et superbam furiam Lucanorum, qua 
succensi, freiuentes se contra Deum et Romanum imperium erexerunt, 
superfluum esset devocioni vestre per singula literis recenseri, quam 
iam lacius divulgatam yos credimus non latere. Sed nee quosdam 
excessus eorundem rolumus sub silencio preterire , ut vos, celsitu- 
dinis nostre zelati honorem et abhominati verius iniquitatem ipsorum, 
ad nostram et imperii yindicandam iniuriam et illorum insolenciam 
edomandam exurgatis potenter pariter et patenter. Cum enim iidem 
cives ad occupandam terram imperii nequiter inhiarent, eos plurie» 
monuimus in spiritu lenitatis, ne tantam nobis molirentur iniuriam seu 
iacturam. Sed Uli, blandis nostris conteniptis monitis, iniquitatem, 
quam conceperant, parientes a), predictam terram hostiliter inrase- 
runt, in ea multa enormia committentes. Unde, ne täntam iniuriam 
noxie negligere videremur, materialem gladium exercuimus in eosdem, 
ipsos yelud inimicos imperii proscribendo, et mandando eos pro- 
scriptos ab omnibus arcius eritari, sperantes quod percussi dolerent 
et attriti nostram misericordiam implorarent At illi malleum velud 
stipulam reputantes, ad percucientem noluere rererti, sed indomabili poi.ss t 
corde tumentes, excessus excessibus cumularunt, pro verbis penitencie 
y^bis superbie blasphemando. Quia igitur eorum superbia semper 
ascendit, donec eam exurgens iusticia preveniat et subvertat, ut contri- 

a) parientes auf Rasur V. 



214 

cione duplici conterantur: sinceritatem yestram rogamus attente, 
quatenas eosdem Lucanos rebelies nostras , ob nosiram et imperii 
perereneiam, severitate eongrna pereellentes, eis in regno restro «^ 
faciatis eommercia interdiei et in aliis consimilibus easibus ipsos 
perturbare curetis sicut noreritis expedire. 

10- 

Imperator N. prlnelpi. 

1241. April. 

Friedrich IL berichtet dem EzeHn, wie die Bärger von Faenza nach harter 
Belagerung sich ihm unterworfen haben und wie er gegen He Gnade walten lasse, 

Huill.-Breh. Y, 1114 ff. — Boehmer, Reg. Frider. no. 1005. 

Adaucte nobis continue felicitatis auspicia» quibus dextera 
Domini prosequitur gressus nostros, desideria tua volumus non latere. 
Cum enim in obsidione Favencie ^ preterita hyeme fiximus victricia 
castra nostra et insultus eiusdem oppidi propter asperitatem temporis 
non pateret, sed machinis et instrumentis bellicis intus et exterius 
quassaretur, ut, muris ex continuo machinarum ietu collapsis, et per 
subterraneas vias, quas nostri fecerunt, attingentes menia civitatis et 
intima penetrantes, verni temporis advenienti temperie, non confideret 
ulterius se tueri «) : ad mansuetudinis nostre clemenciam imploran- 
dam, utpote que iam yicinum et quodammodo in omni parte ineumbens 
exterminium formidabat, tota se illa unirersitas convertebat, ut, 
quibus expugnaeio proxima periculum minabatur, vite munus indul- 
gencia nostra tribueret et misericordia super exaltato iudicio mani- 
festis eorum excessibus loeum venie reseraret. Ad clamores igitur et 
inploraciones eiusdem populi » quem tanta pridem rebellio , si factis 
equitas responderet, indignum exaudicionis gracia exhibebat, inyictum 
victoris animum clemeneia nostra vicit, et cum victis misericorditer 
agere nos induxit. Die N. s^ ad pedes maiestatis nostre yenientibus 

aj in terra Festra Petr. de Vin. 



i) Die Belagerung begann im August 1240 und dauerte 8 Monate. 

2) Bis hierher gleichlautend mit dem Eingange des Schreibens bei Petrus de Vin. 1, 8. 

Huill.-Rreh. 5, 1126. Das Folgende gleich Petr. de Vin. 2, 4. Huill.-Breh. 5, 1113—1115. 
■) 1241, April 14. — Die 14 intrante Aprili eiusdem anni dicta civitas ipsi imperttori 

reddidit se. Ro'landin Muratori 8. 237. 



215 

Faventinis, etad nostrum beneplacitum et mandatum in manus nostras 
civitatem subicientibus et personas , prestitis nobis fidelitatis debitis 
iuramentis et illicitis quibuslibet que fecerant abiuratis , eos ad 
dominium nostrum et graciam recepimus, omnibus eorum offensis 
nostram misericordiam preponentes , cum gloriosum yindicte genus 
pensemus ignoseere noxiis, cum potuerimus yindicasse, ac felices 
vietorie nostre tytulos aseribamus restituere saluti subditos et bene 
vivendi benificio condempnatos, ut nil suavius nil iocundius atque 
iustius estiment, quam sub iugo imperii de cetero respirare. Non 
enim est amieum cedis, nee ad effusionem sanguinis nocencium sub- 
ditorum sacrum aspirat imperium , eo quod divina potencia d) eius 
illustret solium et misericordia et h) veritas ambiunt, pax et iusticia 
complectuntur. In ubertate siquidem mansuetudinis nostre ac patulis 
amplexibus pietatis immense procedimus, conversionem rebellium 
attemptantes et ad eorum pertinaeiam edomandam constanter ex 
animo insistentes , ut c) potencie nostre manus , si qui volüerint in 
sua pertinacia perseverare, profunditate vallorum et murorum altitu- 
dine contra fortitudinis nostre potenciam evadere non confidant d)^ 
nee diflfidant, qui facile convertuntur, apud augusti tbroni clemenciam 
misericordie graciam invenire. Tibi igitur, quem intime zelus fidei 
nostri fecit laboris et honoris non expertem e) y conversionem 
Favencie ad universale gaudium intimamus f)^ qui per indefessas 
vires et virtutis tue constanciam nobis vietorie tytulum vendicasti. 

a) diF. pot. fehlt V. — l) mis. et fehlt V. — e) die folgende Stelle, 
hier offenbar conrumpirt, lautet bei Huill.-Breh. V, 1114: ut qui potencie nostre 
manus sequi noluerint et in pertinacia perdurarint, per murorum altitudineui 
etc. — d) considerant V. — e) qui pro nostrorum rebellium confusione et 
iusticie ac recuperande pacis augmento nobiscum pondus diei et estus in 
multis sumptibus et periculis persone comportas conversionem etc. H.-Breh. 
— ^ ut congaudeas victori H.-Breh. 



216 



11- 

Imperator cognate sae. 

Ende 1253. 

Konrad IV, tröstet eine Verwandte über den Tod Otto's des Erlauchten von 

Bcnem* 

Boehmer, Reg. Conradi IV., no. 132. 

Dum post sedatos undique turbines, quos dudum in regao 
Sycilie temporis calumpniosa procella commoverat , nostris aj nuper 
faveret affectibus fortune placiditas et nostrorum processuum latera 
circuiret; subito rumor infestus et nubilus claustra nostre ioeun^tatis 
Foi.38b. infregit, illas nobis insipidas amaritudinis proposiciones insereiLS» quod 
dux Bawarie^ karissimus socer noster» superioris ducis yoeatus 
imperio, et ad patriam, quo iter estomnibus, generali mortalium 
necessitate eitatus, humanitatis commune debitum, quod excepcio 
queyis allegata non prorogat, sed ex inevitabili fatalitatis lege ridetur 
proeh dolor ! exsolvisse i). Ex quo sane tanto nos pupugit doloris 
novus ietus aeerbius, quanto per eins absenciam, qui quasi genitoris 
in nobis officium compensabat et, velud nostri pars magna consilii, 
erga nos karitatis paterne non impares gerebat affectus , multa nobis 
decise carnls b) et grandia sentimus commoda resecata. Verum quia 
sie irrecuperabiliter cadere hominis est natura, eo quod pena et 
morbus iste non sit medicabilis quavis arte , sed illius est excelse 
dextere mutacio, qui capud excelsum et humile necessariis complexi- 
bus equalitatis inyolyit : mutua nobis exinde consilia sunt solaminis 
assumenda, ut et nos decedentis patris occasum superstitibus conso- 
emur in filiis , in quibus nobis affinitatis solide pignora remanserunt, 
et tu, quecunque tibi tam turbidus eyentus ingesserit, in nobis irre- 
. cuperabilia sencias detrimenta, que tam ex carnis unione, qua 
iniungimur c), quam ex dilectionis yinculo, quo unimur, tua et tuorum 

aj nostris am Rande. — b) carnis auf Rasur. — c) inungimur V. 



*) Herzog Otto II. der Erlauchte von Baiern, Konrad's IV. Schwiegervater, starb 
am 29. Nov. 1253. 



217 

negocia non minus libenter quam propria coutinuis semper profectiouä 
disponimus promovere. Quapropter dilectionem tuam inducimus et 
hortamur attente o) quatenus non expectans, ut solacii remedia 
kkssituda tibi meroris indulgeat, sed eonstantis viri animum assomens 
huius casum lugubrem dolorisque reliquias, quas tibi forte moUities 
muliebrLs reliquit ad lacrimas, verborum nostrorum lenimentis abolias 
et in graciosa spe propinquitatis abluas et abstergas i). 

Petr. de Vin. 4, 3. Marlene et Durand ColL ampl. II, p. 1210^ mit der 
Oberschrift »Conr. rex H. ducissae Navarrae.** Da nun Marlene auch im Text 
dux Navarrae hat, wo unzweifelhaft Bavariae zu lesen ist, so könnte auch die 
Oberschrift auf die Herzogin von Baiern hinweisen. Der Brief wfire dann an 
Otto's II. Gemahlin Agnes gerichtet, dann aber bleibt auffallend, dass in 
demselben das nahe verwandtschaftliche Yerhältniss nicbt speciell berührt 
ist. Yergl. auch Codex Philol. 30$, fol. 115 Conradus etc. 



12. 

lmperal«r cMbiu Floreneie. 

1247. Debr.? 

Friedrich IL gebietet den Florentinem seinem Sohne Friedrich von Antiochien, 

den er mit aussergetoöhnlichen Vollmachten versehen zum Statthalter in Florenz 

einsetzt, zu gehorchen. 

Petr. de Vin. 3, 9. — Boehmer Reg. imp. inde ab 1198, p. 277. 

Speciali quadam inter tot et tanta negociorum genera, quibus 
pectori nostro eontinua materia cogitaeionis infunditur, sollicita 
meditaeione pensamus, qualiter, sopitis inter vos euiuslibet preterite 
dissensionis erroribus, pax et iusticia nova quodammodo plantacione 
sucerescant, qualiter etiam voluntatis vestre tam prompta devocio, que 
quittjuit sibi litigii sinistra dudum causa superstieionis adduxerat, 
iudicio nostre provisionis exposuit 6^ et libra c^ cesaree diffinicionis 
appendit, in gracie nostre gremio pocula favoris inveniat et familiaris 
aspeetus nostri singulari privilegio poeiatur. Ecee igitur dilectum 

aj attente am Rande. — bj exp. am R. V. — c^ lin ibra Petr. 



i) Der letzte Satz des Briefes beweist, dass er an eine Frau und nicM an einen 
Edel» gerichtet ist, wie Böhmer angiebt. 



218 

filium nostrum N. «) ad civitatis vestre regimen, cuius inter omnes 
Ytalie civitates pervigil cura nos soUicitat, et gracie nostre plenitu- 
dinem sibi specialius cumulayit, diligenti consideracione prehabita, 
providimus deputandum. Ex quo manifestis profecto patet indiciis et 
probabilibus ostenditur argumentis , quante tos dilectionis sineeritate 
et singularitate imperialis auetoritas prospiciat, ac quam teneri 
Specialita te statum yestrum pacificum amplectatur, dum humanitatis 
nostre clemencia per evidenciora signa videmus ostendi non posse 
lucidius, quam quod filium nostrum karissimum ad tos, tanquam 
ymaginarium nosjtre presencie destinamus, qui tos et in bono statu 
foTeat, tranquille conservet, iusticie copiam , quam singulis per eum 
propinariprecepimus, omnibuspetentibus subministret, et fidelis nobis 
et devota Florencia tarn grati rectoris iocunda refloreat noritate ß). 
Vos igitur pure fidei et sincere devocionis alumpni presentibus nostre 
Fol. 38 e. serenitatis apicibus animati, quos irrequisitos et ultroneos id facere 
pro certo confidimus, patris in filio presenciam figurantes, ipsum 
tanquam familiaris dilectionis pignus eximium libenter et devote 
suscipite ac sibi, velud in quem transfundimus nostre plenitudinem 
potestatis, in omnibus tanquam persone nostre promptis curetis 
affectibus hylariter obedire, ut devocionis vestre constanciam liberali- 
tatis auguste provisio , que servicia novit remunerare fidelium, dignis 
proinde commendacionum laudibus prosequatur, scientes pro certo, 
quod obediencie signa, que sibi devocio vestra monstraverit, equo 
favore gracie complectamur ac si persone nostre speciaiiter monstra- 
rentur, et si forte , quod omnino non credimus , contra eum quisquam 
vestrum indevocionis calcaneum elevaret, in transgressores buiusmodi 
acerbiori prosequeremur iudicio ulcionem , quam si in nos ipsos hoc 
alicuius vel aliquorum temeritas attemptaret. 

Ergänzungen aus Petr. de Vin. 3, 9. a) Fridericum de Antiochi» — 
ß) Quem non solum potestate quam eeteris officialibus imperialis impartitur 
auetoritas, volumus esse contentum, sed ut in facinorosos et insigniter seu 
contumaciter se gereutes liherius animadvertere valeat, sibi concediraus viees 
nostras. 



219 



13. 
Imperator N. eiTibas Tel chitati. 

Ein Kaiser zeigt einer Stadt an, dass er in feierlicher Weise sich mit dem 
durch seine altehrwürdigen Ahnen geweihten Ritterschwerte umgärtet habe. 

Mftrtene et Durand» Coli. %, 1209 mit der Oberschrift Conradus com- 
muDitati. 

Geminare videmur in nobis augmenta congaudii pulchrioris, si 
festiYos et celebres felicitatis nostre successus ad nostrorum corda 
fidelium transfundimus et in aures vestras preeipue, quas attentas ex 
fidei puritate confidimus, leticie nostre tripudia derivanlus, illo 
niehilominus nostris affeetibus inberente proposito, quod bee et al^i 
felicis fortune nostre auspicia delectaret nos pocius vobiscum. 
presencialiter agere quam interpretis scripture a) ministerio h) 
nunciare, ut et nos vestra vieinitas diucius affeetata reficeret et vos 
nostre proyisionis indubitata plaeiditas refoveret. Sed pro eonstanti 
tenenteSy quod in robis, yelud in populo bonorificato, tanta sit radicata 
deTOcio, ut apud vos celebres nostre serenitatis eventus localis inter- 
capedo non minuat nee labentis protractio temporis intercidat; ad 
noticiam uniyersitatis yestre producimus, quod licet ex generositate 
sanguinis y qua nos a primordiis nostre condicionis doinina natura 
dotavit et c} ex dignitatis officio, qua regnorum ac regum nos solio 
gracia diyina prefecit, nobis militaris bonoris^ fastigia non deessent; 
quia tarnen milicie cingulum, quod reyerenda predecessorum nostrorum 
ssinxit antiquitas, serenitas nostra non susceperat, die tali solempni- 
täte tyrocinii latus nostrum eligimus decorandum, ut ex boc etatis 
nostre generosa fioriditas signa maioris strenuitatis induceret et 
originalem nobilitatis magnificenciam renovaret nove milicie claritudo e), 

aj Script, am Rande. — bj mysterio Martene. — cj tavit et auf 
Rasur. — dj honoris am Rande. — ej Bei Martene folgt noch ein Satz: 
er sei an demselben Tage noch in*8 Feld geruckt „quo eeiam — feliciter 
procedamus". 



220 



14. 

Imperator ciiniti Comnbie. 

1237. März 3. Taurini. 

Friedrich IL zeigt seinem Schwager, dem Grafen Richard von Comwallis, an, 
dasß ihm seine Gemahlin am 10, Fe^nruar einen Sohn, Heinrich den Jüngeren, 

geboren habe. 

Boehmer, Reg. Frid., n. 929. 

Rem iocundam et communibus desideriis expeetatam, que pre 
ceteris hominum Totis gracior ex beneficio nature aj suseipitur, per 
quam seeptra regnancium optata suecessione beantur, tanto maturius 
ad tuam duximus notieiam perferendam, quanto dispendiosius moram 
patitur novitas gaudii succedentis. Adest nobis siquidem celebris et 
digna insinuacione ioeunditas, quam expeetacioni yestre presencium 
Serie nunciamus, quod videlieet, disponente providencia summi regis, 
qui solus dat ortum regibus et salutem , ex augnste consortis nostre, 
sororis vestre , fecundo gremio die decimo mensis Februarii 
prodiit novus heres, in euius ortu mutue dileetionis, qua simul 
vinculo atlßnitatis astringimur, roboratur integritas et ad prosperitatis 
augmentum utriusque partis votivis desideriis propagatur «). Exultent 
Foi.38d. igitur iam celebris ioeunditate leticie euneta corda fidelium, exul- 
tent iam omnes imperialis culminis subditi dieioni et pro tanti filii 

aj nat. am Rande V. 



1) Bis hieher stimmt dieser Brief, bis auf einige Abweichangen (s. unten) wörtUcli 
mit dem von Mathäus Pari« ad a. 1238, (Boehmer Reg:. Frid. n. 929) und nach ihm 
von Huill.-Breh. V, 166 mitgetheilten Schreiben Friedrich's an Richard von Com- 
wallis überein. Statt des 10. Februar ist in dem Abdrucke bei MathSos Paris 
I. c. c. H.-Breh. der 18. als der Geburtstag angegeben, und während eine Notiz 
in einer Pariser HS. »puer tamen natus fuit apud Ravennam die mercurii X 
Februarii** [H.-Br^b. I. c. p. 168 (l)] die Angabe unserer HS. bestätigt, so scheint 
doch der 18. Februar das richtige Datum zu sein. Denn dieser findet sich auch 
in den Briefen Friedrich*s an die Bewohner von Palermo und an Ezelin von Romano 
(H.-Br^h. V, 167 u. 169 ff.), ja in dem letzteren heisst es ausdrücklich: der 
Knabe sei geboren „primo die sacre quadragesime XVIII** scilicet instantia mensis 
februarii**. Da nun aber Aschermittwoch des Jahres 1238 nicht auf den 18., son- 
dern auf den 17. fiel, so muss man annehmen, die Geburt sei Mittwoch Abend 
erfolgt und der Abend schon als Beginn des folgenden Tages betrachtet worden. 



221 

emolimento fiat in populis iocunditas generalis. Gaudeat letabunda 
et laudans Alemania, se tanti eventus felicibus preditam auspiciis et 
tantis exultaeionum tripudiis ioeundatam. Letentur inquam singuli et 
singulariter unirersi, simul in unum dives et paifper gaudeant et 
festiyis applausibus cum iunioribus iubilent seniores, quia ecee de 
radice stirpis ingenue palmes processit noyiter generosus et maiestas 
regia in pignus fruetifieavit egregium, optatam diueius produxit 
sobolem et hereditarium protulit suecessorem. Natus est itague nobis 
puer ad cuius omen natalicii, gloriosum velud ad ortum surgentis 
aurore, dies nobis emicuit graeiosa, quia de nutancium cordibus 
subditorum discussa dubietas caligine cuiuslibet a) speique fiuitantis 
nubilo relegato omnibus vigor pristine fidelitatis rediit et serena 
devocionis sinceritas remeavit. Natus est itaque nobis puer, per quem 
arduis freta suggestibus et aueta nuper sollempnibus incrementis im- 
perialis emineneie inclita eelsitudo poterit respirare et cetus gaudere 
fidelium, quia ab olim duasi anxius rebus dubiis titubabat, rerens 
forsan alterius detrimenta sanguinis seeptrique regii dampna timens. 
Natus est itaque nobis puer, in quo imperium, velud in turri fortitu- 
dinis stabilitum, emulorum insolenciam reprimet, angustabit angustias, 
reprobabit obprobria et violencias violabit. Ex quo certis patet 
indiciis, quod divini gracia muneris graeiose nostris applaudit succes- 
sibus, fatorum favet series et fortuna fortiter famulatur, maxime cum 
exnostri generis stipite excellentis plures ramusculi pullulant, emergunt 
. virgule, sucereseunt heredes, necessarii prodeunt, egrediuntur egregii 
principatus, ne semen nostrum pereat et eclypsim imperialis prosapia 
paciatur. 

a) cuiuslibet am Rande ¥. 



Wenn Sehirrmacber, Kaiser Friderich II. Bd. 4, ^S9 — 563, im Widerspruch 
mit seiner eigenen Darstellung (daselbst pag. 273), Heinrich den Jungeren erst 
1241 geboren werden lässt^ so beruht seine ganze Deduction auf einer falschen 
Erklärung einer Stelle in dem Briefe Friedrich*s U. vom 1« Decbr. 1241 (Math. 
Paris ad ». 1241): duorum filiorum nämlich heisst dort nicht zweier Söhne, 
sondern ist gleichbedeutend mit duorum liberorum, und damit sind die bei- 
den Kiuder Friedrieh's und Isabella's von' England, Margaretha und Friedrich, 
gemeint. 



222 



15. 

Imperator potestati Tel ciTitati. 

1245. September. 

Friedrich IL berichtet getoissen italischen Städten, er habe, zur Gewalt gegen 
den Papst genöthigt , nach der zu Parma mit ihren Boten gehaltenen Sprache 
den dritten Theil der kirchliohen Einkünfte einzuziehen befohlen; sie mögen die 
neuen kaiserlichen Verordnungen beobachten und in ihre Statuten aufnehmen, 

Huill.-Br6h. VI, 357-3Ö9. ~ Mon. Legg. II, 354. 

Multifarie multisque modis, prout fama celebrior literis publice 
provulgasse iam potuit, ad pacis universaliter expectate dulcedinem 
imperialis humanitas animam inclinavit. Sed quantumlibet ipsam 
instanter inquireret et per humanitatis semitas sequeretur: Romani 
pontificis impetus, quem ducem pacis esse credebamus, ipsam pacem, 
preter spem nostram et votum commune credencium, erroris duxit in 
devium, et quam ardenter amplecti debuerat, indebite proch dolor! 
profugavit. Quapropter oportet nos, licet invitos, ut scilicet qui 
pondus incudis baetenus pacienter et devote subiyimus, mallei conse- 
quenter officium resumamus, ac ubi paciencie nostre tberiaca a) non 
valuit, per victorie gladium, quem pontificalis cotis asperitas acuit et, 
occasionis cuiuslibet expulsa rubigine, ad precipicium fabrica noviter 
eliminayit, tanquam supremum grande remedium, nos ad potencialis 
medele sufTragium convertamus. Cuius alti nostri propositi consilium 
nunciis vestris, quos ad nostram presenciam yestra deyocio destinayit, 
tanto salubrius communicandum preyidimus , quanto potencie nostre 
subiimitas yoluntates yestras ad id concordes expostulat, et effectus 
Foi.39a.yoluntatum earundem ad presens reputat oportunos aj. Igitur, ut 
maiestatis nostre sublime propositum salubrius et commodius consu- 
metur, in fortune cesaree fulcimentum, terciam partem proyentuum et 
obyencionum omnium, prout hoc per nuncio3 ad celsitudinem yestram 
missos liquebit apercius, ab omnibus ectlesiis nostre dicionis sereni- 
tatis nostre edicto iussimus exigendam. Noyas eciam nostre bj 
magnificencie sanctiones, quas nuper imperialis culminis tytulus edidit, 
tanquam yictorie nostre quidam preambulus, vobis sub maiestatis 

aj tyricica V. sinnlos. — bJ nostre am Rande V. 



223 

nostre sigillo transmittimus , quas per quoslibet fideles nostros invio- 
labiliter decernimus observandas, devocioni vestre firmiter iniungentes, 
quatenus ipsas per vos specialiter execucioni debite mancipantes, 
statutorum vestrorum numero a) b'beraliter et hylariter aggregetis, 
ipsas cum statutis eisdem, ut nuUa sit in execucione diversitas , in 
unum corpus redigi facientes , quas etiam potestas civitatis vestre 
futurus pro tempore inter alia vestra h) statuta se iuret firmiter 
servaturum ß) , ut benigna nostre gratie provisio , quam sub bumane 
quodam dilectionis applausu et amplexu cesaree fortune fastigium 
clementer amplectitur, et subditorum comodis libencius condescendit, 
tanto libencius et liberalius ad fideles nostros regnieolas, laborum 
nostrorum participes indefessos se naturali quadam neeessitate cogatur 
extendere , quanto et in regnancium protectione precipuos et in ex- 
bibicione obsequiorum divis predecessoribus nostris et nobis exbibuit 
et probavit varietas temporum firmiores. 

Ergänzungen aus Huill.-Breh. VI, 357 — 359 Fridericus etc. potestati, con- 
siiio et communi . . . etc. a) Er habe in Parma mit diesen Abgesandten der 
Städte verhandelt, schreibe ihnen aber dennoch diesen Brief: cum quibus 
Parme -- describimus quod, ut raaiestatis etc. — J3) Die folgenden allgemei- 
nen Redensarten fehlen, dafür folgende wichtige Schlusssätze: Yolumus 
etiam et mandamus, ut fidei vestre constanciam circa nostra servitia, proul 
temporis quaÜtas exigit et imperialis exposcit auctoritas, excitantes, circa 
renovanda fidelitatis debite sacramenta nobis et carissimo filio nostro Conrado, 
cui iuris rigor imperii Romani fastigium per legitimes tramites paterne succes- 
aionis attribuit et universorum imperii principum ad quos imperii 
de iure spectat electio, singulorum concorditer munita signaculis^ prout 
in concione nostra publice ambasiatoribus vestris presentibus legi mandavimus, 
munimenta publica roborant dignitatem. Sic vos igitur mater ipsa fidelitas 
promptes et paratos ostendat, ut in celsitudinis nostre presentia que fidelium 
gratificatur aspectibus, ipsius operis efficacia tos commendabiles representet. 
Super quibus quicquid Johannes de Materie» capitaneus vester, vobis dixerit 
et mandaverit, credatis firmiter et efficaciter impleatis. 

a) numero am Rande V. — h) vestra am Rande V. 



2Zi 

iß. 

Imperator iiobiUbas sabditis. 

1244 circa. 

Friedrith IL beauftragt diejenigen, welche mit der Leitung seines Sohnes 

Konrad betraut waren, diesen der schlechten Gesellschaft, in die er gerathen, 

XU entziehen und ihn mit zuverlässigen Männern aus den Ministerialen des 

Reichs tu umgeben. 

HailI..Br6holL VI, 243-245. — Cod. WiIh.B. 88. Philol. 305, fol. i32 und 
Boebmer Reg. imp. inde ab a. 1189, p. LXV. 

Fatigatus est auditus noster clamoribus filii nostri Ch. regis 
insolencias in publieum dedueentibus; animum nostrum amara turbacio 
subiit et cor nostrum inveterati doloris inmensitas profundius sau- 
ciavit pro eo, quod idem noster filius , qui ex ingenuitate natalium 
deberet in yirtutum exercieio delectari, sequendo nunc animi sui 
levitatem a) in yiciorum precipicium, Tobis insolencias eins, quorum 
eum speciali eustodie ae regimini commiseramus , dissimulantibus, 
adeo est prolapsus, quod, nisi reformacioni morum eins, quos prava 
nimis et infeeta corrupcione societas illavabilis deformavit, eeleri 
remedio sueeurratur, ad eultum virtutum non adiciet ut resurgat. 
Cum igitur principiis sit obstandum, ne, malis per longas inralescen- 
tibus moras, sero, quod absit, circa reformacionem eius medicina 
paretur, volentes ex affectione paterna de filii lateribus feditatem tarn 
turpis contubernii penitus detruncari; devocioni vestre iniungimus 
et mandamus , quatenus de ministerialibus imperii fama celebres, fide 
insignes, yirtutibusque conspicuos, predicti filii nostri lateri, qui 
ipsius distortos mores in viam honestatis et discipline dirigant, 
applicetis , circa predicta vos tarn soUicitos exbibentes , ut non con- 
tingat animum nostrum circa vos graviter commoveri. 

17. 
Imperator Romanoram N. conTentuL 

Ein Kaiser fordert den Content eines Frauenklosters auf, eine zänkische, 

böswillige, den Frieden und den guten Ruf ihrer Schwestern gefährdende 

Nonne in ein anderes Kloster zu entfernen. 

Ascendit de mari bestia blasphemie plena nominibus , ex antiqui 
serpentis edita semine , spirituque tumefacta superbie, yidelicet talis 
femina, ut veneno discordie pacificatas mentes inficiat, in Christi 

a) lenitatem Y. 



225 

populo zizanie superseminet lolium et vestrum precipue contaminet 
collegium et perturbet *)• Hee est crudelis vippera, que virus eflfundit 
noxium , contra quod nullius medele conferre poterit iuvamentum — 
hee est, inquam, crudelis vippera in cuius lingwa pestis exstitit morti- 
fera, dum per ipsam inmittit venenum infamie, prophanans vestri 
monasterii Deo virgines dedicatas — ^, hee est vippera per patrem in f«i. 39 b. 
mundum missa discordie, ut ea destruat, que sunt Dei, faciens una 
cum dyabolo , patre suo , Signum in malum , quatenus abducat in 
devium animas electarum, que etiam in fermento malicie vestrum 
corrumpens cenobium, ancillarum Dei maculat venustatem, intencionis 
honeste disturbat propositum, et yerborum opprobriis vituperat spon- 
sas Christi, non attendens, quam graviter Dens in huiusmodi offen- 
datur, dum eas, quas in partem suam elegit ipse filius Dei vivi, 
tot afficit lesionibus et facere nititur, ut amittant Coronas, quas 
eis sponsus promiserat erogare , que , ut non multum a suo discrepet 
genitore, circuire cum mendaciis delectatur, proprie non parcens 
anime in exterminium aliarum, casum non timens proprium, ut sorores 
alie precipicium paciantur. Reicite igitur a vobis reicite vipperam 
venenosam et ipsam ad claustrum aliud eicite, si angelo forsan lucis 
adhereat, derelinquens angelum tenebrarum, cuius se obsequiis tota- 
liter dedicavit. 

18^. 

Romaiioraiii rex d^miiio pape. 

1275. December oder 1276. Januar. 
König Rudolf verspricht dem Papst Gregor X., seinem Wunsche gemäss, am 
nächsten Osterfeste .zum Empfang der Kaiserkrone aufzubrechen und zeigt 
iftm an, dass er mit dem Könige Philipp IIL von Frankreich eine Zusammen- 
kunft gehabt und ein Freundschafts- und Schutzbündniss abgeschlossen habe, 

Ut de felici nostro processu ad suscipiendum de sacrosanctis 
vestris manibus imperii diadema , absterso cuiuslibet dubietatis 



1) Vergl. den Eingangs des Briefes Gregorys IX. an den Bischof Yon Canterbury 
Huill-Breh. V, 327. — Das ganze Schriftstück ist offenbar eine Stylübung. 

2) Von anderer, späterer Hand Ui an den oberen Rand des Blattes geschrieben: 
Incipiunt litere regum, und dieser neuen Überschrift entsprechend^ beginnt am 
Seitenrande mit diesem Briefe eine neue Zählung 1, 2, etc. während im Context 
die Zählung dist. (18 fehlt) 19, 20, etc. fortgeht, die wir desshalb und weil sie 
der früheren Überschrift: Incip. litere imperatorum et'regum Romanorum 
entspricht, beibehalten haben. 

Fontes. Abth. II. Bd. XXV. lü 



226 

lAYolucro, fides evidencior hübeiitiir; ecce quod bona fide promittimus 
et Ad bee bos tenore presencium obligamus , quod nos ab omnibüs 
aliis ipiiimscunque difQcultatibus taliter explicare disponimus , quöd 
in proximo nunc instant! festo resurrectionis dominice iuxta vestre 
beatitudinis placitum e vestigiö ad coronam imperii procedemus. 
Insuper sanctitati yestre pro materia congaudii amplioris duximud 
Mucialiter declarandum, quod ordinator casti consilii et rectarum 
dispositor voluntatum nos cum magnifico principe» rege yidelicet 
Francie, sie uniformiter concordayit, quod alter nostrum in alteriud 
dampnis, comodis et incomodis factum proprium rersari estimet et 
■suum speciale rcputet interesse. Nuper quidem nobis conve- 
nientibus et leta spectantibus visione, tali tempore atque loco, 
uniyersas et singulas promissiones seu ordinaciones binc inde per 
nostros consiliarios diyersis temporibus inchoatas, et tandem utrius- 
que ftostnun patentibus literis approbatas, nos ambo reges pariter 
constituti ratas et gratas habere et perpetuo conseryare promisimus 
fide data alter ab altero manualiter> quam yice et loco prestitimus 
sacraaienti. Hoc eciam de communi adiecimus yoluntate, quod aj in 
litibus et questionibus, in bellis publicis seu priyatis atque occasione 
quantalibet ex nunc yel in antea fortuitu inpellemur, unus alterum tam 
fideliter quam yiriliter adiuyabit» nee alter sine alterius beneplacito 
et consensu cum huiusmodi turbacione treugas, pacem yel concordiam 
celebrabit, nee de hiis tractatum habebit; ad quod presertim nos 
astrinximus sub eiusdem fidei sponsione. Cetera lator, cui aurem 
beatitudinis clemencia, aurem fayoris et credencie tanquam nostro 
specialissimo petimus exhiberi. 

Gregor X. hatte zur Kaiserkrönung Rudolfs ursprunglich das Allerhei- 
ligenfest 1275 bestimmt Palacky Ital. Reise p. 44, no. 352. Sp&ter, bei der 
Zusammenkunft mit Rudolf zu Lausanne, wurde in Obrreinstimmung mit den 
Wönsebem Rudolls der Termin auf Pfingsten 1276 verschoben. Papa regi con- 
sderat« ut Romam ad festum penthecostes (24 Mai 1276) cum duobus milibus 
militum veniret, ut eum in imperatorem Romanorum solenniter coronaret. Ann. 
Basilien8esM.G.SS.17, 198 und Kopp 1, 126 Anm.l. — Nur für diesen Termin 
passt Rudolfs Anmeldung: um Pfingsten in Rom zu sein, wollte er 08t«>m 
von Deutschland aufbrechen. Demnach würde unser Brief gifge^ Ende 1275 
oder im Januar 1276 geschrieben sein; denn schon am 10. Jan 1276 starb 
Gregor X. In eine spätere Zeit dürfte er nicht in setzen sein. Denn , so viel 
ieh weiss, beriefen von den folgenden PSpstcn nur noch Honorius lY. und 

aj si EU ergSnzen. 



227 

Nikolaus IV. Rudolf zur Kaiserkrdnung; jener «uro 2. Februar i287 (Boehmer, 
PSpste no. 25$), dieser auf den Sommer oder Anfangs Winter 1289 (Ibid. 
no. 262.), Jabreszeiten, für welche unsere Anmeldung Rudolfs nicht passt. 

Schwierigkeit bietet die in unserm Briefe enthaltene Nachricht von 
einer Zusammenkunft und einem Freundschafts- und Schutzbündnisse Rudolfs 
mit dem Könige von Frankreich. Weder in den Chroniken noch sonst irgend- 
wo yeriantet etwas hievon und aus dem Itinerar der Könige bei Boehmer 
und Bouquet Bd. 21 ist ein Zusammentreffen derselben nicht ersichtlich. 
Indessen genügt das bei Weitem nicht , die in unserm Briefe mitgetheilten 
wichtigen Thatäachen zu verwerfen. Denn vom 31. October, wo Rudolf in 
Bern weilt, bis zum 18. Norember 1275, wo er in Basel ist, besitzen wir keine 
Urkunden dieses Königs und ist eine Lücke in seinem Itinerar. Ferner hat 
schon Kopp 1, 127 darauf aufmerksam gemacht, dass die Anwesenheit des 
Bischofs Stephan von Paris in Lausanne zur Zeit als Rudolf und Gregor X 
dort im October 1278 zusammentrafen, nicht ohne Bedeutung sein dürfte. 
Es mag sein, dass zu Lausanne die Zusammenkunft Rudolf *s mit Philipp III. 
von diesem Kirchenfürsten vorbereifet worden ist. Der Papst mag das Seinige 
dazu beigetragen haben; er hatte schon von, Lyon aus Frieden und Freund- 
schaft zwischen beiden Königen zu vermitteln gesucht (Boehmer, Päpste no. 
213 und 214); das Gelingen seiner Lebensaufgabe, einen Kreuzzug zu Stande 
zu bringen, hieng ja von dem Frieden unter den christlichen Königen des 
Abendlandes ab. Es ist nun natürlich, dass Rudolf, sobald der Friede geschlos- 
sen, dem Papste, wie hier geschieht, davon Nachricht gibt Dass aber schon 
im Anfang des Jahres 1276 ein freundschaftliches Verhältniss zwischen beiden 
Königen bestand, beweist die Thatsache, dass Rudolf am 2. Februar 1276 die 
Abtei Orval in der Diöcese Trier, weil sie vom Herzen des Reiches entfernt 
liege, dem Schatze des Königs von Frankreich empfiehlt. In der betreffenden 
Urkunde bezeichnet Rudolf sein Yerh&ltniss zu PhiKpp III. in fihnlicher Weise, 
wie in unserm Briefe; er sagt: In regum thronis sublimibus • . • eapreeipue 
debet votorum vigere conformitas . .* . ut alterutrius imminente dispendio 
effectivo compassionisalteme solatio recreentur. Quodutique, quiavestresereni- 
tati libenter offerimus, vobis et vestris in opportunitatibus profuturum, i^ 
ipsum a vobis sub firme spei fiducia non immerito vice reci- 
proca prestolamur. Gerbert, Cod. ep. 2, 34. 

Nach alledem darf man wohl unsern Brief für echt halten. Der er^te, 
die Kaiserkrönung betreffende Theil desselben, findet sich übrigens als ein 
besonderer Brief bei Gerbert, 2, 28 mit der folgenden merkwürdigen Abwei- 
chung : quod in prox. nunc inst, feste resurr. dom. in Medlolano presen- 
tes, hinc, iuxta beat. placitum, procedemus, transmittentes vobis hss litteras 
nostras patentes in testimonium super eo, womit dort der Brief Achllesat. 



15« 



228 



19. 

Romanoram rei duci Saionie. 

1278. August 27. in casiris apud Velsperg. 

König Rudolf zeigt dem Herzoge von Sachsen seinen am 26* August iZ78 
über Otakar erfochtenen Sieg an. 
Gerbert, 3, 14. 

Quantisobprobriis etprobrosis iniuriis indesinens reipublice distur- 
bator, quondam 0., illustris rex Bohemorum, nos inpulerit, ut ad eius 
conatus nefarios refrenandos manum nostre potencie levaremus, nemo 
te novit melius^ n^vno vidit apercius, quam tu princeps carissime, qui 
pui.39c. conspiraciones, quas idem rex adversus nostram salutem fecerat, 
insidiarum iacula que detenderat, laqueos quos abseonderat, non 
ignoras. Et quoniam de torrente talis discriminis aliquando nobiseum 
dire amaritudinis haustus felleos a) aceepisti, dignum eredimus, ut 
et nunc letifieatus ex nosti*a triumphal! gloria feliciter satieris, post- 
quam rei geste perceperid ex hiis nostris literis qualitatem. Scias 
itaque, quod nos feria quinta proxima post festum sancti bj 
Barthol om ei ap OS toli *)» eo loco locavimus eastra nostra, quo a 
tentoriis dieti regis Bohemie c) vix ad spacium dimidii miliaris 
deutonici dj distabamus. Mane vero sexte ferie subsequenti^s 
una cum dilecto filio nostro, rege Ungarie, procedentes, euneum 
aeierum nostrarum adiunximus hostium stacioni, sieque, hora diei 
quasi sexta, inter nos gravis pugna committitur, in qua dictus rex 
Bohemorum, more strennui pugilis viriliter se defendens, tandem victus 
oeeubuit, non nostra virtute prostratus, sed, Deo pocius inpugnantem 
rem publicam subito expugnante, fortiter est coUisus. In quo eciam 
hello regis Bohemorum potenciores aut mortui gladio eeeiderunt, aut 
vieti certamine, dum se ad presidium fuge eonverterent, ab insequen- 
tibus sunt detenti. Verum cum ex certis indiciis nobis constet, quod 
non nostra, sed summi Dei, vitam nostram in tanto discrimine miseri- 
corditer protegentis, potencia triumphavit, presentem preclaram 
victoriam illius tytulis et honori ascribimus , qui ad nostre humilitatis 
a) velleos V. — bJ beati Z. — c) Bohemie auf Rasur V. — dJ tbeuto- 
Dici Z. 



1) 25. Augutt 1278. 



229 

angustias finiendas, immense sue clemeneie oculos tunc misericorditer 
inclinavit, dum extreme necessitatis periculum imminebat. Tu igitur, 
prineeps carissime, grates altissimo refferas et ad laudes quoque 
gloriose virginis, matris Domini, cor resolvas, quorum presidiis vita 
nostra, morti proxima, salva substitit et bonor Romani imperii 
miserabiliter incurvatus, virtute mirabili respiravit. 

Kopp, Eidgen. Bände i, 893 ff. theilt, aus einem im Wiener Staats- 
archive befindlichen Copialbuche, einen fast gleichlautenden Brief des Königs 
Rudolf an den Dogen von Venedig mit: Dat. in castris apud Velsperg, sexto 
Calendas Septembris, regni nostri anno quinto. (Reg. Rud. no. 459.) Da 
sowohl im Wiener als im Zwetter Codex der Brief die Überschrift duci Sa- 
xonie trägt, so muss man annehmen, dass der König gleichseitig, wie das 
hSufig geschehen, ein dem nach Venedig gesandten gleichlautendes Schreiben 
an den Herzog von Sachsen gerichtet habe. Gerbert I. c. und Herrgott 
Genealogia 3, 484 nehmen an, der Brief sei an den Erzbischof von Salzburg 
gerichtet; das ist möglich, schliesst aber die Richtigkeit der in unsorm Codex 
angegebenen Adresse nicht aus. 



20. 
Romaiioram rex domino pape. 

1278. September c. 

K. Rudolf zeigt dem Papst Nicolaua IIL seinen am 28, August i278 über 
Otakar erfochtenen Sieg an. 

Gerb. 3, 15. Bodmann, 1, 82. 

Intimandum fore credimus apostoliee sanctitati, quis eventus 
finierit litem illam , qua quondam illustris rex Bobemorum , infatiga- 
bilis reipublice fatigator, nostre salutis et vite notorius persecutor, se 
adversum nos et Romanum imperium inprovide elevavit, post prestita 
aobis ab ipso et male eontempta fidelitatis et bomagii saeramenta. 
Dietus siquidem rex in festopentecostes i) proxime preterito 
contra terras imperii eastra movens, ipsasque rapinarum et incen- 
diorum vastitati subieiens, eastra quedam et oppida bostiliter expu- 



1) 5. Juni. Während da« Chron. S. Petr. Erfurt. Menken, ^3, 289, mit dieser Angabe 
' fast übereinstimmend, berichtet: circa festum pentecostes cum omni multitudine 
Austriam profectus est (seil. Otaktrus), giebt die Cont. Cosmae M. G. SS. 9, 192 
ein spSleres Datum: t. d. 1278, S Kai. Juiii rei Otak. profectus est etc. 



230 

gnavit <), tot et tantis dampnosis iniuriis et probrosis contumeliis nos 
inpellens , qüod ad statum reipublice defendendum , cuius idem rex 
pene suffoderat fundamenta, oportuit saltem sero gladii a Deo nobis 
commissi educere potestatem. Igitur in crastinoo^ beati Bar- 
tholomei apostoli «) nos et filius noster, rex Ungarie, eo loco 
locavimus castra nostra, ubi ab exercitu regis predicti vix ad miliare 
deutunicum6^distabamus; mane vero ferie sexte subsequentis, 
eterni Dei auxilio invocato, proeessimus, signisque belligeris elevatis» 
eo pervenimus, ubi rex Bohemorum dispositis aeiebus finem prelii 
expectabat. Illic milites utriusque , dum signa hinc inde prospiciunt, 
fero ippetu glomerantur cj in unum, de yirium paritate strietis ensibus 
disputantes. Tantus igitur inerat parti utrilibet triomphandi d) 
affectus, ut morte yictoriam comparare et vincere moriendo rem 
dignam et debitam quilibet estimaret. Ulie milites strennui equorum 
Foi.39d. ungulis substernuntur , ibi tanto sanguine humano terra perfunditur, 
ut non solum pugnantibus, sed pugne durieiam intuentibus vite tedium 
esse posset. Tandem vero milicia nostra, non sua sed omnipotentis 
Dei virtute prevalens, milites regis Bohemorum in vicinum amnem •) 
inpulit, ubi fere omnes aut gladio interempti, aut flumine suffocati, 
aut capti ab hostibus defecerunt, sie quod fuge presidium paucis pro- 
fuit; nam fere omnes apud nos aut capti aut mortui remanserunt. 
Licet autem rex predictus militum suorum agmina dissipata yideret 
seque fere ab omnibus derelictum, adhuc tamen yictricibus signis 
nostris cedere noluit, sed more et animo gyganteo, virtute mirabili se 
defendit, donec quidam de noßtris militibus ipsum mortaliter Tulne- 
ratum una cum dextrario deiecerunt Tunc demum ille rex magnificus 
cum Victoria vitam perdidit, quem non nostre potencie fortitudo , sed 
Dei excelsi dextera, causam nostram misericorditer iudicans, interemit. 
Nos igitur hec et alia beneficia ab eo, qui eadem nobis contulit, 
humiliter cognoscentes et ad laudem sive gloriam sui sanctissimi 
nominis refferentes, ad omne illud, quod gratum altissimo regi, 
filio Jesu Christo esse sciverimus vestreque beneplacitum sanctitati, 
devociori promptitudine nostram sollicitudinem convertemus, 

a) crastinum Z. — b) sie! — cJ glomorantur Y. — dj triumphandi am 
Rande V. 



1) Vergl. Kupp, 1, 25i ff u. Ann. SalUb. M. G. 1. c. S02. 

*) 25. August. Vergl. den vorhergehenden Brief und Kopp, i. c. 256 ff. 

S) Die March. 



zu 



21. 

Romanoram rex N. principi. 

Ein römischer König empfiehlt einem Fürsten, ein adeliges Fräulein, das er 

überschwängUch rühmt, möglichst bald zu heirathen, da ihm sonst ein Anderer 

zuvorkommen möchte, 

Inter cetera quorum eura nos angit, illa preeipue meditacio 
occupat mentem nostram , ut domui tue , quam suis respexit largitas 
divina muneribus, per humane deliberacionis consilium sie salubriter 
disponatur, quod in posterum, per multiplieacionem sobolis propagata, 
impleatur ioeunditatis gaudio, quo progenitores exultant in filiis 
filiorum, et sicut vitis fecunda vernos produeat surculps, qui undique 
in eleetas nove propaginis palmites adoleseant. 

Sane quoniam ex plantario primitive originis patrias qualitates 
eontrahit quod sucereseit et generacionis seminarium ad eins proeedit 
similitudinem, ex quo noscitur a} prodüsse ; ad edificacionem domus tue, 
ad stirpem videlicet tui germinis vel generis nativitatis floride virgulis 
feeundandam, clara sunt eonnubia requirenda, ex quibus derivanda 
suecessio fulgidis prodeat nature tytulis insignita. Huius igitur causa 
rei singula per circuitum lustramus mundi clymata, circumspicimus 
regiones, domos illustrium et generosas prosapias scrutabiliter inda- 
gamus, si cominus vel per famam nobis occurrat quenam sit digna 
tibi matrimonialiter coniugari sitque in perhenne thori solacium et in 
procuracione nove sobolis una caro, et in gubernacione rei domestice 
coadiutrix. Sed quocunque nos divertimus, ad unicum sem^er consi- 
lium deliberacio provida nos reducit, ut nobilis femina N. talis 
applicetur tuo lateri per matrimonii sacramentum,^per honeste copule 
ministerium et spirituum unionem in fide puritatis et spe nupcialium 
premiorum. In alia siquidem, si qua eligenda videtur, si species 
rutilat forsitan generis decus deest, si natales polleant forma non 
splendet, aut mores non clarent, aut fortuna pingwior non arridet. In 
hac vero Dens concessit cuncta munera graciarum, quibus höneste 
vite composieio redimitur, flagrat opinio, natura ditatur, ut eins per 
eam sanguis valeat adornari, si ad illius fastigii consorcium tolleretur. 
Plane certatim conveniunt in ea claritudo prosapie, diffusa per nobilium 
generaciones quam plurimas, quibus bec cui nupserit apponentur: 

a) nascitur V. 



232 

Fol. 40 1. forme species, decorus aspectus, pulchritiido vultus, venustas morum 
et integritas castitatis a) de qua congrue diei potest ortus h") con- 
clusus, fons signatus *), virginei flos pudoris , quam fortuna supremis 
rote sue invexit apieibus, beans illam. Anxiamur itaque et artamur, 
ne, te difFerente, alius accipiat hanc coronam, ad quam anhelant quam 
plurimi, eorumque in ipsa proventura respiciunt avidi sectatores. Et 
ideo nobilitatem tuam sanis eonsiliis adhortamur, quatenus, aliis post- 
positis, hanc assumas in eonjugem, quia tune predieaberis mulieris 
optime vir beatus. 
Ist wohl fingirt. 

22. 

Romai^ram rex regi Anglie. 

i279. 

König Rudolf ver spricht dem Könige Eduard von England, seinen bisher durch 

Krankheit verhinderten Sohn Hartmann nunmehr baldigst zur Vermählung mit 

dessen Tochter nach England zu senden. Dem inzwischen vorangesandten 

Überbringer dieses Briefes möge der König vollen Glauben schenken. 

Accito nuper illustri principe N. pro tilio nostro dilecto cj ad 
proeedendum in Angliam, ut celebria illa et sacra connubia inter 
eundem nostrum genitum et inelitam fiiiam tuam, felicis syderis 
auspicio ordinata divinitus, exhibicione proprie presencie consumaret : 
ecce, quod tibi infesti stili denunciacione disserimus, ad tenellam pre- 
dicti filii nostri et fragilem corporis fabricam dissolvendam, inopinatam 
morbus infestus machinam erexit. Qui diu tandem contendens de 
repugnatrice natura degenerem triumphum viriliter reportare, bellorum 
vires varias alteravit, sed tandem illius, qui infirma plerumque conso-> 
lidat, manu misericordie interiecta, invalitudinis sue langwor elanguit, 
ipso nostro filio pristine sospitatis affectui restituto. Quapropter pre- 
dictum principem, virum industrium, fidelem procul dubio honoris tui 
et glorie zelätorem , ad tuam presenciam ante faciem prenotati filii 
nostri premittimus, ut tante more causas serenitati tue lucidius inpri- 
mat et iocundius adventus sui diem prenunciet interpretacione certis- 
sima vive vocis. Cuius sane verbis fidem credulam adhibere te 
petimus ac si de nostri oraculi voce veridica quodammodo reso- 
narent. 

aj castigatis V. — bj so für hortus V. — cj Accincto nuper illustri 
Hart, predilecto Cod. Wilher. 



1) CauUeum Cunticori 4, 12. 



233 

Während Cod. Vind. die Überschrift Romanopum rex etc. hat, steht in 
Cod. Wilh. B. 121 Fridericus etc. regi Angliae, dagegen nennt eben diese HS. 
im Eingange des Briefes ausdröcktich » wie oben c) angegeben, Hartmann, 
Rudolfs Sohn; man muss also unbedenklich Fridericus für einen Fehler 
halten. — Harlmann, K. Rudolfs zweiter Sohn, war fünfzehnjfthrig am 2. 
Januar 1278 mit Johanna, des K. Eduard ?on England Tochter, ?erlobt worden. 
Die Hochzeit sollte am 8. September desselben Jahres stattfinden (Boehmer, 
Reichssachen, no. 129. Rymer Foedera, ed. Hagae 1745 I, 2, 170—172), 
unterblieb aber wegen des Krieges mit Otakar (Kopp, Eidgen. Bfinde 1, 380ff.)t 
Im April des folgenden Jahres 1279 wurde Hartmann in England bestimmt er- 
wartet (Kopp, 1. c. 381). Dass Krankheit die Ursache seines Ausbleibens war, 
erfährt man zuerst aus diesem Briefe, der also im Jahre 1279 geschrieben 
sein wird. Das Wenige was man Ton Hartmann, der, ohne je seine Braut 
gesehen zu haben, am 20. Decerober 1281 in den Wellen des Rheins seinen, 
Tod fand , weiss, siehe bei Kopp , I.e. 384 und Boehmer, Reg. ind. ab a. 
1246 S. 520. 



23. 

Romanoram rex N. episeopo. 

König Rudolf übersendet einem Bischof aus Dank für die Zuvorkommenheit 

die er hei der römischen Curie dem kaiserlichen Kanzler erwiesen , die Re^ 

galien, und fordert ihn auf, seinen Fidelitätseid in die Hände der nächstens an 

den römischen Hof gehenden königlichen Boten tu leisten, 

Bodmann p. 149. 

Mentis nostre tabernaculum floride cuiusdam iocunditatis ami- 
niculo exstitit serenatum , noveque placiditatis leticia in cordis nostri 
tabulis indelebiliter est deseripta, pro eo, quod tu in curia Romani 
constitutus pontifieis ob reyerenciam imperialis eulminis dileetum 
nostrum cancellarium N. , ex parte nostra ad sedem apostolicam 
destinatum, graciosis prevenisti favoribus et amplexatus es curialitatis 
exhibicionibus et honoris. Quapropter firmiter proponimus illa inten- 
dere, per que proveniat tibi solacium et eeelesia tua boni status 
recipiat incrementum. Ut autem hoc tibi liquidius pateat, et intencio 
mancipanda effectui ad actum progrediens exordium gracia plenum 
sumat: specialem ecce tibi fecimus graciam a divis imperatoribus et 
regibus, nostris predecessoribus , sacri imperii principibus a) 
haetenus inauditam. Mittimus enim tibi, licet absenti, regalia feoda 

a) sacri imp. principibus vun anderer Hand am Rande V. 



zu 

tua et administracionem temporalium eornndem, tam iurisdictionem 
Ttdelicet quam omnia , illustracionem principalem complectencia, 
exercenda. Clarescere quoque te facimus in caterva principum sicut 
fidelem nostrum nostrique culminis principem apicibus et gloria 
principatus. Et quoniam tibi tenemur et volumus inveniri in exhibenda 
iusticia a) faeiles, eui sumus et erimus in gracia liberales, omnibus 
malefactoribus et iniuriatoribns tuis et ecelesie tue preeeptoria dirigi- 
mus scripta nostra, iniungentes eisdem, ut ante terminum talem tibi 
satisfaeiant de iniuriis etmolestiisettecumamicabiliter se componant; 
alioquin erastino eiusdem termini iidem malefactores se nostris con- 
spectibus representent, tibi super actionibus, quas contra ipsos 
proponere habueris» prout ius exigit, responsuri. Ceterum cum in 
regali ac imperiali curia non sit solitum, nee auditum, principem 
infeodatum et regalibus investitum fidelitatis prestare iuramenta per 
interpositas personas : volumus et mandamus, quatenus nunciis, quos 
Fol. 40 b. ad Romanam curiam breviter transmittemus, babentibus ad recipien- 
dum a te fidelitatis iuramentum speciale mandatum, exhibere velis 
secundum morem principum fidelitatis et omagii iusiurandum; iidem 
eciam nuncii nostri patentes tibi afferent litteras nostras de investitura 
principatus sollempniter tibi facta, in quibus precipitur omnibus 
baronibuSy ministerialibus , vassalis, ac quibuscunque ad ecclesiam 
tuam spectantibus , ut tibi tanquam fideli ac dilecto principi Romani 
imperii in omnibus pareant et intendant. 

Bei Bodmann mit der Überschrift: gracia specialis episcopo N. facta» 
qua Rudolf US R. R. ei, licet absenti, regalia transmittit etc. 



24. 
Romanoram rex N. priaeipi. 

König Rudolf Übersendet einem abwesenden getreuen Reichsfürsten seine 

Belehnung, 

Bodmann, p. 151 Rudolfus R. R. principi etc. 

Solis et aurore infatigabilis fabricator ad Romane monarchiam 
dignitatis mirifice iabricandam semetipsum fundamentisolidi primarium 
posuit lapidem, dum coronam, in signum imperatorii dladematis, 

a) iusticiam V. 



235 

passionis sue gessit tempore triumphalem, et ut edificii sh*uctura 
congruis firmaretur disposicionibus, bases m se stabilivit inviolabiliter 
stabiles, saeri videlicet imperii principes, Ulustracione multifaria 
coruscantes. De quorum nimirum multitudine imperialis celsitudo 
tanto sublimior coospicitur» quanto in ipsis principibus firmitate 
perspicabili fides solidior cognoscitur et videtur«. Inter quos princeps a) 
karissime! te tanquam columpnam inmobileni elarescere cernimus 
sinceritatis plenitudine ac toeius fidei puritate. Eapropter te veluti 
specialiter predilectum sincerissimis prosequimur amplexibus, ac tuam 
fidelitatem, que semper circa sacrum viguit imperium, commendantes, 
te pre ceteris amplioris honoris, prout condecet, extollere disponimus 
incrementis. Transmittimus itaque tibi omnia feoda, quibus tu a 
sacro imperio quondam nosceris h) infeodatus, mandantes ac auctori- 
tate precipientes regia omnibus comitibus, baronibus, ministerialibus, 
militibus nee non universaliter singulis, commorantibus in tuo princi- 
patu, ut tibi in omnibus, quibus de iure tenentur, veluti nostro fideli 
ac dilecto principi, fideliter pareant et intendant. Et quoniam emulis 
imperii contra te in posterum dari poterit fortuitu materia vel occasio 
malignandi, exnunc tibi promittimus et nos ad hoc fideliter obligamus» 
quod contra quemlibet te contra iusticiam molestantem nostris ao 
principum nostrorum viribus fortiter ac in brachio nostre potencie 
insurgemus. 



25. 

t^maiioniiii rex domiit pape. 

1273. October. Francofurti. 

K, Rudolf zeigt Gregor X seine Wahl zum römischen Könige an und bittet ihn 
um die Kaiserkrone» 

Boehmer^ Reg. Rud. 1. 

Romano jam pridem vacante imperio, principes electores«), 
quibus in Romani eleetione regis ius competit ab anti- 
a) principes Z. — b) nostris Y. 



1} Über di<»8ttn bi4>r suerst in eiaem königlichen Sehreiben Torkomroenden Ausdruck 
rergl. Reg. Rud. 1, und meine Abhandlung „Über die Echtheit uud Bedeutung der 
Urkunde Köuig Rudolfs 1. betreffend die bairische Kur." Sitzungsberichte Bd. 21 
p. 10. 



236 

quo, die locoque a) prefixis ab omnibus *) convenientes in uiium, 
post multos et varios de futuri regis electione tractatus , tandem sub 
deliberacionis prolixe consilio, quam negoeii qualitas exigebat, licet 
poterant in nonnullos alios longe clariorumque virtutum h) tytulis 
insignitos, longeque jnajoris meriti elaritate conspieuos consensisse, 
nos tarnen ad tarn honorabilis honoris fastigium nullo prorsus ambitu, 
teste conscieneia, aspirantes, ad imperii regimen erexerunt, aeeepeione 
nostra niehilominus inportuna instaneia postulata. 

Nos itaque , licet animo trepido revolventes , que et qualis esset 
hujus divine disposicionis vocacio , utpote nostre multiplicis insuiB- 
ciencie cj non ignari, formidavimus conscendere tante speculam 
dignitatis, quodam nimirum attoniti tremore pariter et stupore. In eo 
tarnen, qui alto et ineffabili sue consilio Deitatis condiciones et statum 
terrestrium , prout vult, et variat et alternat, quique robur multi- 
plicat et balbucientibus eloquenciam tribuit, confidentes, et spiritum 
fortitudinis assumentes; ad gloriam et laudem regis regum, ob reveren- 
ciam sancte matris ecclesie et katholice fidei fulcimentum , tarn 
Fol. 40c. laboriose sollicitudinis exercicio et tarn honorose eure regimini, ne 
quod superni consilii altitudo decreverat, scissionis aut rupture 
dispendio contingeret infirmari, subiecimus humeros imbecilles, 
sperantes, qqod nobis tarn Dei quam sacrosancte matris ecclesie nee 
non apostolice gracie plenitudo atque paterni vestri favoris clemencia 
debeat non deesse. Jactatis igitur cogitacionibus nostris in eo , cuius 
imperio vivimus d) et in vobis anchora spei nostre totaliter collocata, 
sanctitatis vestre pedibus provolvimur supplicando rogantes; quatenus 
nobis in assumpto negocio de benignitate consueta favorabiliter 
aspirantes, auxiliatricibus apud altissimum hostiis adiurare dignemini 
causam nostram, immo tocius ej reipublice specialem, ut in suo 
beneplacito dirigens gressus nostros, per suorum dignetur nos ducere 
semitam mandatorum. Ut igitur salubrius et felicius ea que sunt 
placita et ecclesie sue sancte sunt grata, jugiter prosequi valeamus, 
placeat vestre, quesumus, sanctitati, nos imperialis i'astigii diademate 
graciosius insignire. Nos enim potentis et volentis animi armatura 
precingimur ad fj quecunque nobis vos et alma mater ecclesia 
duxeritis inponenda. 

a) dieque loco V. — h) virtutum am Rande V. — c) insufficiencia V. — 
d) vivimus auf Rasur V. — e) cicius V. — f)^^ am Rande V. 



1) 29. Sptbr. 1273. Frankfurt. Boehmer Reg. Rud. I. c. Kopp, 1, 5. 



237 

Gerbert 1, 1 und Boehmer nehmen mit Recht an, dass dieser Brief 
vor Rudolfs Königskronung (vor dem 24. October 1273) geschrieben sein 
muss, da der König sonst nicht unterlassen haben würde, derselben zu erwäh- 
nen. — Kopp, 1. c. 79, Anm. 4, bezweifelt die Echtheit dieses Schreibens, 
wie wir glauben mit Unrecht. Für die Echtheit desselben spricht sowohl, 
dass es hier inmitten einer Reihe unzweifelhaft echter Rudolfinischer Briefe 
steht, als auch der Umstand^ dass die in demselben angeführten Thatsachen 
über Rudolfs Wahl auch anderweitig berichtet werden; vergl. Reg. Rud. pag. 
Sl ff. Allerdings erinnert die Form besonders in dem Passus: Nos itaque etc. an 
die Rundschreiben neugewShlter Papste, allein der Inhalt entspricht durchaus 
der damaligen Lage Rudolfs. 



26. 

Romantram rei N. ciyibns. 

1274. April 28. Hagenowe. 

K. Rudolf fordert die Stadt Lübeck auf, dem von ihm abgesandten Grafen 

Heinrich von Fürstenberg den Huldigungseid und die von ihm ausgeschriebene 

Contributton zu leisten. 

Vocati divinitus ad regale fastigium eo disponente, qui erigit humiles 
in a) sublime, debemus ab eis, qui sub regie potestatis respirare se 
gaudent umbraeulo, debitum debite obedieionis exquirere, ipsosque ad 
unionis fidelium eiusdemß^ imperii participium alleetivis induetionibus 
inritare , ut sieut fuerunt haetenus , exigente dierum malieia , tribula- 
eionibus.et pressuris obnoxii, sie rursum dominii nostri grata 
gaudeant et refloreant novitate. Ecce igitur nobilem virum N. c} 
comitem talis loci d), dilectum fidelem nostrum et consanguineum, ad 
vos cum fiducia transmittimus, attencius requirentes , quatenus iuxta 
precepcionis divine edictum, quo Dei Deo, et Cesari, que ipsius sunt, 
reddere quisque debet, eidem nostro nomine prestetis hylariter 
fidelitatis nobis debite iuramenta, scituri certissime, quod, si ad instar 
aliarum civitatum nostrarum e) pro conservacione tocius reipublice 
prenotato f) comiti loco nostri imposite vobis per cum summe con- 
tribucionem feceritis tarn hylariter quam libenter, nos universas liber- 

a) ad Z. ~ b) eiusdem fehlt Cod. Lubecensis. — c) Heinricum Cod. Lub. 
— d) de vurstenberch Cod. Lub. — e) Auf nostrarum folgt Cod. Lub.: con- 
tribucionem imposite sibi precarie, dagegen fehlt dort das auf nostri folgende 
imposite vobis per cum summe contribucionem — f) Henrico Cod. Lub. 



238 

tates et iura universitati vestre ab inclite recordacionis Fricierico, 
ultimo Romanorum imperatore, suisque predecessoribus pie ac benigne 
concessa, benignius innovamus et auetoritate regia muniemus. Ad a) 
quod utique nos tenore preseneium obligamus. 

Cod. Lub. I, 325 mit der Oberschrift: Rudolf us d. g. Rom. Rex semper 
Augustus. Prudentibus Tiris . . Consulibus et universis Civibus Lubecensibus 
dilectis, deTotis suis, Imperii Romani fidelibus» graciam suam et omne booum 
und Dat. Hagenowe. IH Kai. Maii regni noatri anno primo. 



27. 

t^mai^ram rex trehiepiseopo. 

1274. Jun od. August. 

K. Rudolf fordert den Erthischof Werner von Mainz^ unter Anerkennung seiner 

bisher geleisteten Dienste, auf, seine (des Königs) Angelegenheiten beim 

päpstlichen Stuhle zum günstigen Abschluss zu bringen und dessen Gutheissung 

zur Verheirathung seiner Kinder zu erwirken» 

Gerb. \, 19. 

Adauctis nobis per te, divine inspiracionis instinetu, continue 
prosperitatis auspieiis, nunc de novo in curia Romana, quemadmodum» 
honorabili N. cancellario nostro nobis insinuante » didicimus, efficacis 
operis et opere tue solercia sie adiecit, ut singula procures et b) 
procurare non cesses animo indefesso, que nostris estimas.oportuna 
provectibus et consummativis honoribus adiectiva. Digne igitur in 
preconium tue laudis assurgimus, digne non immerito tibi ad grates 
uberrimas inclinamus ex eo, quod fidei stabilis armatura precinctus» 
Yotiva plantacioni tue fomenta non subtrahis , sed incessabiliter foves 
et irrigas, vindemiarum ab ea delicias recepturus. 

Hinc est, quod cum de puritatis tue constancia leticie yespertine 
^,^,^Q^ fiduciam lucifer tribuat matutinus c^: sinceritatem tuam rogamtis 
affectu quo possumus ampliori, quatenus ad perficiendum incursus 
nostri laboris, videlicet opus Dei, apud sanctissimum patrem nostrum, 
dominum summum pontificem, sicut laudabiliter inchoasti, sie lauda- 
bilius perseveres, non discessurus a curia, donec principiä bona 

a) Ad bis obligamus fehlt V. — h) procures et am Rande V. — c) matu-^ 
tinis V. 



239 

prospero concludantur exitu, et de matrimonio liberorum nostrorum, 
ad quod quorundam preeellencium principum fervens aspirat intencio, 
tibi lucidius pateat apostolice beneplaeitum voluntatis. 

Dieser Brief gehört in die Zeit, in der Rudolfs Kanzler Otto, Propst 
zu St. Guido in Speier, mit dem Grafen Gottfried Ton Sayn und dem Burg- 
grafen Friedrich von Nürnberg, die als Boten des Königs an den Papst nach 
Lyon gesandt waren, zu ihrem Herrn zurückkehrten ui^d ihm Bericht erstatteten 
(«obh insinuante), aho nach dem 6. Juni 1274 (M. G. 4, 398). Er kann nur 
an den Erzbischof yon Mainz gerichtet sein, denn nur ihm, dem er seine 
Wahl Torzugsweise verdankte» konnte sich Rudolf als „plantacio tua'' bezeich- 
nen. (Innocenz IV. nennt den K. Wilhelm von Holland am 23. Juli 12S4 
plantulam nostram. Boehmer, Reg. Wilh. p. 4.) 

28. 

t^fliaiioraiii rei prlneipi. 

König Rudolf dankt Jemandem für die Bemühungen, zwischen ihm und einem 

Fürsten N, ein Bündnisa zu Stande zu bringen, er werde ihm nach Bückkehr 

seiner Boten seinen Willen kund thun, 

B.odmann, p. 8. Stobbe, n. 72. 

Delectabiliter introivit in mentis jiostre secretarium lecta et 
plenius intelleeta tuarum, quas nobis misisti, dulciflua series litterarum. 
Quarum quidem irriguum eo verisimilius ex votive fidei puteo seaturire 
perpendimus, quo ferveneius, quoque placidius in huiusmodi illectivis, 
nullisinstancienostreprevenientibus suadelis, ad nostre gloriecumulum 
adaugendum, ad oculum te videmus assurgere, dum ad unionis amice 
eoncordiam cum iUustri N. familiariter ineundam per te tarn con- 
sultis a) instinctibus inyitamur. Super quo utique tam accepto et 
tarn grato, quod nobis iam inpendisti, obsequio grates tibi multimodas 
exsolyentes, sineeritati tue presencium serie hj declaramus, quod, 
licet promptus nostro eulmini sit animus cum predicto principe 
concordie mutue federa contrahendi, *super eo tarnen usque ad 
nunciorum nostrorum redditum, quos ad talem locum misimus, non 
possumus tibi finaliter respondere , sed mox reversis eisdem , pande- 
mus tibi super hoc nostre beneplaeitum voluntatis, summo opere 
cupientes et invariabili animo disponentes, quod ipsa concordia, si 
placet in excelsis altissimo, tue cooperacionis et mediacionis instinctu 
et tua industria principaliter et precipue reformetur. 

Bezieht sich vielleicht auf die Vermittelung des Bündnisses mit dem Kö* 
nig Philipp HL von Frankreich. S. oben S. 225 ff. 
a) consaltibus Z. — b) serie am Rande Y. 



240 

29. 
t«mai«raiii rei N. prefato. 

Ein römischer König (Rudolf ?J macht sein Recht der primariae preces für 
eine bestimmte Person geltend^ die er als Canonicus empfiehlt. 

Gerb. 1, 46. Stobbe, 81. 

Regie maiestatis splendescens serenitas sie aliorum iura et 
eonsuetudines protegit et tuetur» quod unieuique suum esse tribuitur 
et servatur. Quanto magis ipsa regia magnificencia propria iura tene- 
tur defendere, que aliorum nititur conservare? Cum igitur antiqua 
et approbata tale ius nostris antecessoribus, divis imperatoribus et 
regibus, contulerit consuetudo, quod singule persone in singulis 
kathedralibus et aliis collegiatis ecclesiis ad primarias preces 
regias reeipi debeant in canonicos et in fratres, prebendas, cum se 
facultas obtulerit, adepturi: nos eorundem predecessorum nostrorum 
vestigiis inherentes, pro N. primarias vobis dirigimus preces nostras, 
rogantes cum omni instancia et affectu, regia nichilominus auctori- 
tate mandantes, quatenus, considerata ydoneitate persone, eundem 
nostri amore in vestrum collegium canonicatus honorem recipere non 
negetis, prebendam, si qua nunc vacat, vel quamprimum ad id se 
obtulerit facultas, sibi, cessante occasione qualibet, collaturi, taliter 
facientes, ut dum iura regia non minuitis, regalem a) libeat clemen- 
ciam, libertatem vestre ecclesie non minuere, sed augere, nee oporteat 
super promocione predicli N. iterato vobis dirigere scripta nostra. 



30. 

Romanormii rei N. episeop«. 

1274. Juni e. (Hagenowe.) 

K, Rudolf fordert einen Bischof auf, auf dem Reichstage zu Nürnberg (am 
ii, Nov. 1274) zu erscheinen. 

Bodm. p. 158. 

Ad Romane monarchie dirigenda molimina sue misericordie 
unctione b) nos ungens altissimus, iUum revera servande iusticie 

aj regalem am Rande V. — b) unctione am Rande V. 



241 

zelum nobis indidit , eo comodi generalis augendi fervore circum- 
dedit procul dubio solium Christi sui, ut pro republiea, variis haetenus 
agitata calamitatum insultibus , quoslibet personales subire labores, 
quevis rerum a) ferre dispendia non vitemus.- — Verum quia non estpoi.iia. 
in rerum natura possibile quod substancia corporis universi a capite 
sine menbrorum subvencione regatur, interdum cogimur alios in 
eooperacionis huius participium evocare. 

IJinc est quod cum pro reformacione collapsi status imperii et 
communi tranquillitate fidelium apud talem locum tali termino atque 
die h) generalem curiam duxerimus indicandam : sinceritatem tuam 
attencius invitamus , rogantes pariter et in fide , qua Romano astrin- 
geris imperio, requirentes, quatenus, omni difficultate remota, predicte 
Curie celebracioni studeas presencialiter interesse predictis termino 
atque loco, ut quod singulos tangere noscitur, ibidem a singulis 
approbetur, Ceterum negocium nostrum apud sanctissimum patrem 
nostrum, dominum N. summum pontificem, efficaciter promovendum 
ex parte fidei tue fiducialiter comendamus, 

Dass diese Formel einem Briefe Rudolfs entlehnt ist, ergiebt sich aus 
der im letzten Passus desselben enthaltenen Aufforderung, des Königs Sache 
beim Papste zu fordern. Gregor X. zögerte nämlich aus Rücksicht für Otakar 
Fon Böhmen und Alfons von Oastilien mit der Anerkennung Rudolfs. Für 
diese soll Fürsprache geschehen. Es erfolgte die Anerkennung am 26. Spt. 
1274. S. oben Seite 111. Demnach muss unser Brief vor diesem Tage ge- 
schrieben . sein und der Reichstag, zu dem der Bischof eingeladen wird, kann 
nur der Nürnberger (11.— 19. Nov. 1274) sein, wie denn auch in der That die 
gleichlautende an einen Erzbischof gerichtete Formel bei Bodmann, p. 158, 
die Überschrift trägt: Rud. evocat etc. ad curiam solennem (Norimbergae) 
celebrandam. — Vorbereitungen zu diesem Reichstage wurden schon im Juni 
getroffen (Boehmer, Reg. Rud. 92) und etwa um diese Zeit dürfte unser 
Brief geschrieben sein. 

31. 
Romanoram rei N. elYibas. 

Ein römischer König bittet die Bürger einer Stadt, den zwischen der Stadt 
und der Klostermauer belegenen Weg dem Kloster zu schenken, 

Firmamenti pulchritudine et decore, diversitate siderum et 
speciositate fulgida superorum cj calliginosa terrestriumpropellitur«9 

aj rerum am R. V. — b) atque die fehlt Z. — cj supperorum Z. — 
rfj procellilur V. 

' Fontes. Abth. II. Bd. XXV. 16 



242 

opacitas, et iocunditatis quadam dulcedine in radiorum Solanum 
participium oculus clare contemplancium delectatur. Amenitate siqui- 
dem luminis se per terrarum spacia diffundente, exultat deserta 
tia) invia *), gratulatur puerpera ubertate, in fruetuum h} exuberans 
pullulat terra nostra. Inter ipsa autem polorum luminaria c) sicut 
stelle a se differunt elaritate et situ d), sie eciam diserepare videntur 
oeulariter in effectu; quod quidem tropo loyee comprehenditur,dumin 
sancta matre ecclesia sanetarum religionum diversitas et diversimoda 
conyersacionis equipollencia reperitur. Ex quibus christianus populus 
multarum yirtutum dotibus serenatus et feeunditate prolis quodam- 
modo feeundatus, imo uberius dilatatus sui tentorii feeit funiculos 
longiores. 

In barum autem numero felicium ordo talis» yelud lucema 
superposita candelabro, domum Dei yerbo illuminat pariter et 
exemploy dum fratres ipsius et professi, seculum abdieantes, Cbristum 
pauperem in Camino paupertatis a) eximie imitantur. Igitur ob yirtutis 
et probitatis eorum e) merita tam preclara, ipsos in Domino diligimus» 
ac eonfovere ad plantaeionem orthodoxe fidei ac utilitatem reipublice 
cupientes , in animo disponimus et in mente , prout regiam condecet 
magnificeneiam , eisdem f) et in conservandis g) libertatibus inveniri 
faciles et promocionum h) beneficiis liberales. Et non solum ipsis 
esse Yolumus propicii, sed Q ipsorum benefactoribus graeiosi. 

Verum predicti fratres vobis pro solacio et salute omnium 
commorantes, ac vestram universitatem de multiplicibus beneficiis 
eommendantes asserunt, quod uno tantum in suo cenobio fatigentur 
incomodo, ipsos fratres intoUerabiliter affligente, ridelicet quod Tia 
inter murum civitatis vestre et murum eorum habitacula circumdan- 
tem media, nee pro usu quidem private nee publice necessaria, 
ipsis fratribus ob undique agencium insolencias kj valde difificilis et 
dampnosa. Nos itaque, perpendentes ex certa sciencia l)^ quod per 
donacionem ipsius vie sie predictis fratribus solacium provideri 
valeat, quod vestre civitati nullum penitus ex hoc accedere valeat 

a) et fehlt Z. — b) copia zu ergftnzen. — c) iamioa Z,^d) et fehl tZ, et situ am 
Rande V. — e) ipsorum Z. — f) eiusdem Z. — g) observandis Z. — h) promoeionem 
V. — (^ sed et Z. — ^^ob undique agencium insolencias am Rande Y. — IJ senten- 
ciaZ. 



1) Isnjae 35, 1. 

2) lsaj»e 48, 10. 



243 

nocumentum : universitatem vestram, omni qua possumus precum 
instancia« requirimus et rogamus, quatenus ob nostram et sacri 
imperii reverenciam sepedietis fratribus in donacione prefate vie 
tarn liberaliter quam a) hylariter vestrum iopendatis benefieium, 
quod exinde apud Deum, ipsorum vobis suffragantibus precibus, 
vestrum cumuletur meritum et per consequens nostre gracie vobis 
proTeniat incrementum. 

32. 

Romanornm rex N. episcopo. 

i274. November. Norimberge. 

König Rudolf dankt einem ihm ergebenen Kirchenfürsten (dem Erzbischof von 

Salzburg ?J für seine Wachsamkeit und berichtet ihm über den glänzenden 

Reichstag zu Nürnberg, 

Gerb. 2, 56. Bodm. p. 63-65. 

Super tarn pura et integra vestre amicieie incontaminata fer- 
vencia, quam ad nos promptissima mentis alacritate portenditis» 
aliena verborum argumenta non querimus , ubi effectus operis , dictopoi.« b. 
preponderans, certa nobis experimenta dilucidat et eonscieneie nostre 
testis quantalibet deposicione sollempnior interpellat. Seimus etenim, 
imo indice facto probavimus, quod in vestris precordiis erga nos 
eoncepta non algeant, sed quo plus labuntur in tempora eo graciosius 
adoleseant. Patet hoc utique clarius omni claro per ea, que misse 
nobis 6^ vestre literecontinebant,exquarumtenoreprobabili coniectura 
perpendimus , circa latera nostra vigilantis vos vigilis officium exer- 
cere et regalium excubiarum negocium tam salubriter quam fideliter 
adimplere *), cum nil possit nobis occurrere tam tempestuosum, tam 
turbidum c) et tam opacum, quin vestre luminose prudencie iubare 
serenetur. Super hiis igitur salutaribus vestris monitis et informacione 
gratuita , quibus nos utiliter instruxistis , paternitati vestre grates et 
gracias exsolventes et propter hec et alia dulciflue vestre bonitatis seu 
voluntatis indicia nos et nostra quibuslibet vestris nutibus exponentes, 
de nostre prosperitatis eventibus , quos audire libenter vos credimus, 

a) et Z für quam — b) nobis i|m Rande V. — e^ tam lucis impervium 
et opacum Z. 



1) Gerb. 2, 55 theilt einen Brief (wahrscheinlich des Erzb. Friedrich voo Salzburg) 
mit, in welchem Rudolf gewarnt wird: sis cautus custos et provisor vitae tuae 
und bezeichnet wohl mit Recht unseru Brief als die Antwort nnf denselben. 

16 • 



244 

vestris desideriis duximus hec pandenda: quod curiam nostram 
soUempnem in tali loco et tali die 9» copiosa nobis principum 
assistente eaterva et preelecte stipati milicie comitiva o^, cui tempo- 
ribüs nostris vix visa est consimilis «), celebravimus condeeenter in 
regio potentatu, constitucionibus eongruis plurimis editis, cingulo 
militari multis tyronibus deeoratis et omnibus aliis, que sedentem in 
throno regem magnifieant et regalem exornant curiam, rite actis et de 
contingentibus nil obmissis, licet sedentis ab aquilone regis Bohe- 
morum calliditas visa fuerit in occulto cum nequiret in publico, 
nostris lam celebribus obviare progressibus tamque proficuis et 
festivis sollempniis intentacione nefaria contraire, qui tamen, dextera 
Domini facienteft^ virtutem»), in sua defecit astucia, non profecit a). 
Cetera vero dilectus familiaris noster N. explicabit lucidius oraculo 
yive vocis, 

o() Ergänzung aus Bodmann p. 64. Nos itaque iuxta yestrae salutiferae 
suggestionis instanciam, in emissione praesencium, desollempnibus nun- 
ciis transmittendis ad curiam ordinäre iam coepimus, prout negocii 
qualitas exposcebat;' processum vero euriae praenotatae per ordinem nuncii 
Dostri sollempnes, qui subsequenter in proximo vobis apertius et lucidius 
enarrabunt. Ceterum exhibitorem praesencium, iuxta quod alias per dilectum 
familiärem nostrum N. existit vivae vocis oraculo commendatas, habeatis» 
si placety in suis agendis favorabiliter recommissum. 

a) continuata V. — b) facientem V. 



1) Zu Nürnberg am 19. Noyember 1274, wie aus der folgenden Note hervorgeht. 

*) Chi'on. Sampetr. Menken 3, 884. Eodem anno (1274) Rudolfus in Norimberg 
celebravit curiam suam ostendens ibidem robur virtutis suae cum duobus milibus 
militnm armatorum et insuper quinquaginta miiitum, qui contradictorum et ini* 
micorum rebellancium, si qui forsitan apparerent, machinaciones et saeviciam 
propuisarent sive Ottocari adversarii sui sive aiiorum. Diese Nachricht stimmt 
so sehr mit der Relation in unserem Briefe überein, dass wir ohne Weiteres an- 
nehmen können, der Reichstag von dem Rudolf hier spricht, sei der von Nürn- 
berg. Aus der Ergänzung aus Bodmann ergiebt sich auch, dass noch ein zweiter 
Reichstag bevorstand, was unsere Annahme bestätigt, da in Nürnberg ein zweiter 
Reichstag auf den 23. Jan. 1275 zu Wirzburg festgesetzt wurde. Somit erweist 
sich Gerbert's Annahme, wonach dieser Brief in das Jahr 1276 gehört, als irrig. 

8) Psalm. 117, 16. 



245 



33. 

Romanoram rex eardinalibas. 

1276. Januar. 

König Rudolf fordert die Kardinäle mit dem Ausdruck des Schmerzes Über den 

Tod Gregors X, auf, die Papstwahl zu beschleunigen. Er habe sich vor empfang 

gener Todesnachricht zur Romfahrt angeschickt , nunmehr wolle er ihre, der 

Kardinäle^ oder des neuen Papstes Instructionen abwarten. 

Gerb. 2, 33. 

Ex horto militantis ecclesie hortulano presigni translato ad 
celicas mansiones, felicis videlicet recordacionis domino Gregorio 
summo pontifice, cuius presencia mundus utique videbatur indignus, 
ad requiem evocato, licet in excelsis exultet iam angelica turba 
celorum, licet illa supernorum civium beata agmina pro tarn glorios! 
concivis accessu placidas Deo concinant canciones , plangit tarnen in 
terris fidelium turba terrestrium pro decessu. Lugeat itaque Grecia 
suo conversore propicio desolata, nam dragma, que longo tempore 
fuerat perdita, lucerne sue lumine est inventa *), et ovis, que diu per 
desertum indevocionis erraverat, gregi sociatus dominico per eundem, 
nunc salutaribus in Domino pascuis enutritur «). Educant Latin! 
singultuosa suspiria pro defuncto, quorum mores sanctissimus pater 
idem virtutis direxit in semitam et salutis. Plangant et ululent super 
se insuper omnes tribus terre «) de patris subtractione fidelis, sed illi 
potissime, qui assumpto virifice crucis victorioso signaculo sub eius- 
dem patris securo ducatu contra blasphemos nominis Christian! 
potenter insurgere gestiebant *). Prodeat igitur iste planctus com- 
munis in omnem terram et in fines orbis huiusmodi dolor lamenti 
proveniat et descendat, quia tanti patris occasus multorum deposcit 
lacrimas, qui omnes exemplo beatitudinis affluencius irrigabat ^;,, ^^^ 



1) Lucas 15, 8. 

^) Auf dem von Gregor X. 1274 zu Lyon abgehaltenen Concilium wurde die Ver- 
einigung der Griechen mit der römisch-katholischen Kirche ausgesprochen* 

*) Apocalypsis 1, 7. 

*) Durch die ganze ThStigkeit Gregorys X. zieht sich als leitender Gedanke die 
Vorbereitung zu einem Kreuzzuge, und der König Rudolf selbst, sowie seine 
Gemahlin und viele Edle empfingen zu Lausanne am 6. October 1276 aus den 
Händen des Papstes das Kreuz. 



246 

Verumtamen inter omnes alios reges et prineipes orbis terre preeipue 
compassionis affectu oculi nostri pre inopia languerunt, lacrimarum 
fönte iam desiceati, eo quod idem sanetissimus pater thronum 
nostrum super reges et regna eonstituens, nos, dum viveret, piis con- 
foTebat amplexibus et paterno favore medullitus diligebat. Porro cum 
ad huiusmodi reparanda dispendia opes et artes humane deficiant/ 
que poeius disposicionis superne provisio, nee non fati generalis 
equalitas consolatur a) et eonfert eiusdem doloris remedium, cuius 
vix unquam de nostro pectore signa cicatricis oceidue propellentur : 
sola hac animi fortitudine concepta, videlicet qui ecelesiastieo femulo 
suo Moysi non concessit deducere populum suum , alium loco sui, 
meritorum claritate conspicuum, subrogavit» consumaturum cuncta 
feliciter per patrem predictum sanctissimum salubriter inchoata. 
Ad hoc igitur piissimi quesumus patres » universalis ecclesie cardines 
et columpne ferventes, exercete vigilias et officiosas curas et operas 
applicate, ut, relegato cuiuslibet contencionis obstaculo, ocius mundo 
azephalo presul necessarius eligatur, ubi divinus instinctus tos excitet 
et pondera subeat equitatis. — Ceterum licet, ut legitur, notorium 
esset et probabile innumerabilibus argumentis, quod generacio pereat 
generacione altera succedente, quia tarnen terra stabilis manet in 
eternum i), ecciesia videlicet Dei vivi in suis agendis et ordinacionibus 
agendorum matura deliberacione decoctis, immobilis perseverat: 
antequam de morte prefati patris sanctissimi ad nos rumor infestus et 
nubilus pervenisset, nos et nostros accinxeramus ad iter, ut iuxta 
quod, vestrd mediante consilio, fuerat ordinatum, si fata favissent, de 
sacrosanctis eius manibus suscepissemus diadema imperii. Sed licet 
aliter visum fuerit in excelsis apud omnium creatorem, qui, ut 
speramus, disponet in sede apostolica virum secundum cor nostrum, 
adhuc tarnen in ipso procedendi proposito parati pariter et accincti 
ipsumque iter dumtaxat suspendimus et laxamus ad tempus, donee 
per vos aut futurum summum pontificem, quorum beneplacitis 
semper in omni spiritus promptitudine disponimus obedire, nos 

a) Die folgende Stelle ist uDverstfindlich und offenbar corrumpirt. fiel 
Gerbert heisst es: . . aequalitas consolatur: doloris eiusdem remedium, cuius 
vix unquam de nostro pectore cicatricis oceidue signa transibunt, ex animi 
fortitudine in hoc propinavimus nobis ipsis indubitatae fidociae spe concepta, 
quod qui electo fainulo suo etc. 



i) Cohelel 1 , 4. 



247 

perfectius informari contingerit, quid nunc ultra devoto ecclesie filio 
sit agendum. 

Stobbe> no. 276 mit der Überschrift: Reverendis in Christo patribus, 
universis sacrosanete Rom. ecclesie cardinalibus , suis predileetis amicis 
Rud. etc. 

34. 
I^maBorm rex N. episeopu. 

König Rudolf macht das Recht der ersten Bttte geltend. 

Gerb. 1, 44. — Stobbe n. 7, und Firnhaber, 119 abweichend. 

Dum in nostre sublimitatis exordio quelibet ecclesia, in Romano 
imperio constituta, super provisione unius persone primicias precum 
nostrarum ex antiqua et approbata eonsuetudjne saeri imperii admit- 
tere teneatur, primarias tibi ofTerimus preees nostras, devocionem 
tuam attencius exorantes ac regia tibi nichilominus auetoritate 
mandantesy quatenus latori presencium N., ad cuius honores augendos 
et GOmoda provehenda non solum sue probitatis merita sed eeiam 
accepta paterne nee non avite strennuitatis obsequia nos efficaciter 
proYocarunt, nobis eciam de sufficienti scieneia commendato, de 
eeelesiastieo beneficio ad tuam collacionem speetante, si quod vacat 
ad presens vel quam primum ad id facultas se obtulerit, eures 
liberaliter providere ob nostram et sacri imperii reverenciam specialem^ 
ita quod te exinde et tuam eeclesiam condignis teneamur honoribus 
ampliare. 

Vergl. ein ähnliches Schreiben Rudolfs bei Goldast Const. Imperii Tom. 
3. p. 406. 

35. 
Rex R«niaB«rini e«B?eiitii. 

König Rudolf wiederholt mit grösserem Nachdruck seine unbeachtet gebliebene 

erste Bitte, 

Gerb. 1, 45. Stobbe n. 10. 

Licet alias pro tali vobis direxerimus primarias preees nostras, ut 
ipsi secundum antiquam et approbatam imperii consuetudinem de 
eeelesiastieo beneficio, ad vestram collacionem speetante, studeretis a) 
liberaliter providere: vos, huiusmodi nostris mandatis et precibus 

a) studeritis Z. 



248 

Fol. 41 d. parvipensis , non attendentes, quod eede m regie preces in se 
contineant speciem mandatorum, easdem, ut nobis innotuit, 
admittere noluistis. Quapropter denuo devocionem vestram exhortan- 
dam affectuose duximus et monendam, regia niehilominus vobis auctori- 
tate mandantes, quatenus facientes de neeessitate virfutem a)^ eidem 
de certo h) benefieio, si quod vacat ad presens, vel quam primum ad 
id obtulerit se facultas c^, curetis liberaliter providere, jus nostrum in 
hae parte taliter servaturi, quod iura vestra et monasterii vestri vice 
versa recognoscere eo favorabilius indueamur, nee oporteat nos super 
hoc contra vos stimulum querere inpellentem. 



36. 

R«iiaii«roiii regi eives. 

1273. 

Die Stadt Basel hütet den König Rudolfe indem sie ihrerseits die ihr von 
demselben vor seiner Erhebung zugefügte Beleidigung vergessen wolle, ihr das 
Wohlwollen angedeihen zu lassen, das er ihr in seinem Briefe versprochen 

habe. 

Gerb, i, 8. 

Letetur et gratuletur totis visceribus letabunda et laudans 
invicta dj Germania, quam post calamitates varias et erumpnas rex 
celestis, de excelso respiciens celorum habitaculo, dignatus est 
electionemc^ Romani principis inveritate divina pocius, quam humana, 
misericorditer visitare. Cuius quidem principis generis ac morum 
ingenuitas, animi virtus preclara et indefessa magnanimitas per famam 
in remotis mundi partibus habitancium est auribus inculcata. Porro 
quoniam ex abundanti regie maiestatis gracia nobis immeritis dignati 
estis dirigere scripta vestra, inter dulcia regalis eloquia clemencie, 
continencia manifeste, quod videlicet, quitquid rancoris ad nostram 
civitatem erga vos extitit, relegato prorsus tocius future questionis 
scrupulo, benignitate regia remisistis *)• Quapropter serenitatis 

a) virtutum Z. — h) dicto Z. — c) vel bis facultas am R. V. — d) invita V. 
— e) sie! 



1) Passt am iiesten auf Basel , das bekannUich mit Rudolf vor seiner Wahl im 
KN>g:e war. Ver;;!. Ann. Basilienses ad a. 1273 M. G. SS« 17. 195 und Trouil- 
lat Monunie ^ ts de Thistoire de Tancien ev^clie de Böle. 2, 239 ff. 



249 

vestre excellencie assurgimus , humiliter inclinantes cum omni, quo 
valemus, genere graciarum, omnem penitus offensam, quam nobis 
universis universaliter et singulis singulariter , antequam ad culmen 
imperialis fastigii Dominus vos vocaret, pro qualitate temporum intu- 
listis, remittentes , integre et in toto oblivionis sibi perpetue a) 
rubigine superdueta, ad memoriam illud poeticum revoeantes : 

Ledere qui potuit, aliquando prodesse valebit 9* 

ünde dominacionis vestre magnificieneie h^ totis viribus et 
affectibus supplicamus , quatenus munificeneie vestre benignitate 
largiflua in eonservandis nostre civitatis iuribus et bona consuetudine« 
que est apta legum interpres , sicut transmisse nobis nuper a vestra 
serenitate litere pollicentur, nos velitis prosequi, ut speramus, favore 
gracie specialis ^), cum et nos parati simus et esse inviolabiliter 
intendamus, ad vestre maiestatis imperia et mandata, prout iustum 
fuerit et consonum equitati, pro qualitate nostrarumc^ virium fideliter 
exequenda. 



37. 

Rex R«maii«roni N. prineipi. 

her römische König Richard gewährt einem Fürsten, der sich lange Zeit un- 
dankbar gezeigt, nunmehr aber Abbitte gethan hat, seine volle Gnade. 

A primordiis nostri solii sub eins nomine, per quem reges 
regnant et principes obtinent principatum, regiminis nostri disposi- 
eionem statuimus pietatis et dj clemencie moderamine gubernandam, 
ut merito, sicut ab ipso pietatis auctore et misericordie tante gracie 
dona suscepimus, sie eins intuitu subditis nostris, etiam si eos 
aliquando deliquisse contigerit, adesse misericorditer debeamus. 

a) perpetue am Rande V. — b) magnificencie am Rande V. — c) nostrarum 
am Rande V. — d) am Rande V. 



1) Dionysii Catonis dtstichoruro Über IV. no. 39: De moribus ad filium. 
Cede locum laesus Fortunae, cede petenti : 
Ledere qui potuit, aliquando prodesse yalebit. 
^) Dieseo Wunsch erfüllte Rudolf den Baslern, Indem er durch eine Urkunde vom 
15. Juni 1274 ihnen das Privileg König Heinrich's (VII) be»tatigte. Trouillat 
2, 250. Reg. Rud. no. 1258. 



250 

Quatito enim benignius ad plures roagnificencia a) regalis extenditur, 
tanto plenius nota, eciam in remotis partibus i)» ^d sui flagranciam 
nominis comparatur, ut, ad obsequia regalia exemplis provocata non 
dubiis, undique fidelium multitudo non minus avida quam devotä 
concurrere videatur. Hinc est, quod licet tu fidelis noster contra nos 
ingratitudinis yicium fueris yisus per quedam spacia temporis 
commisisse , quia tarnen habito loco ac tempore , recordatus quod 
malefeceras, veniam postulasti, quia eciam, nisi culpa esset, locum 
venia non haberet : de innata nostre munificencie gracia tibi mansue- 
Foi.42a. tudinis nostre graciam et gremium liberaliter aperimus, in plenitu- 
dinem favoris nostri te recipimus et antique familiaritatis amorem sie 
tibi perfectissime reddimus, ut esse prorsus preterite ire velimus 
immemores et, velud nunquam offensi, in visceribus karitatis te more 
solito precipuum habeamus, nee unquam per nos seu per aliquem 
tibi obici paciemur, quod adversus nostram excellenciam aliquid aliquo 
unquam h) tempore attemptaveris publice vel privatim. Sic igitur 
animum tuum presens nostra correctio modificet, sicque modestia 
nostra corroboret, ut dum observacione iuris et bonoris imperii te 
principibus aliis preminere viderimus, familiaritatis et benivolencie 
nostre favorem in te incrementis continuis augeamus. 

Das8 dieser Brief von K. Richard herrührt, schliesse ich aus der wörtlich 
gleichlautenden, nur sehr abgekürzten Urkunde desselben Königs für die 
Bürger von Hagenau Datum per manum magistri Arnoldi de HoUandia prepo- 
siti Wetslariensis dilecti prothonotarii nostri apud Hagenowe XVI die Octobr* 
indictione VI a. d. 1262 regni vero nostri anno sexto. Schoepflin Alsatia 
diplomatica I, 441 ; die Möglichkeit aber, dass er von Rudolf herrührt, möchte 
ich gleichwohl nicht in Abrede stellen. Wenn man nämlich für princeps über- 
all ciWtas setzt, so w&re unser Brief eine Antwort auf das vorhergehende 
Schreiben der Stadt Basel, eine Annahme, die auch durch die unten Aumerk. 1} 
bezeichnete Obereinstimmung unterstützt wird. 

a) munificentia zu lesen. — h) am Rande V. 



1) Das entspricht dem, was im vorig^en Briefe {gesagt ist: cuius quidem principis .... 
magnanimitas, per famam in remotis mundi partibus babitancium est 
auribiis iiicuieata. 



251 

38. 
Roiiiaii«raiii rex tali eoiiTeiitai. 

1262. April i3. Viterbo. 

Urban IV. empfiehlt sich den Gebeten der zum General^CapUel in Bologna ver- 
sammelten Dominikaner. 

Ripoll 1, 419. Gerbert 1, 25. 

In precelse dignitatis honore, quo nos pretulit exaltator humilium, 
quasi honus inportabile nostris est humeris alligatum, cuius dum 
magnitudinem venerandam et stupendam attendimus a), non immerito 
formidamus. Unde sieut ex fragilitatis nostre consideracione mergi- 
mur, sie ex fidueia divine a) clemeneie quodammodo releyamur, 
speranteSy quod huius proeellosi maris prospere transire possimus 
insidias, si nobis impetretis salutis auxilium, qui celesti sponso 
in vestre eonscieneie deliclis lectum floridum preparastis. Quid 
enim Tobis a Dei pietate denegabitur, illam merentibus habere 
propiciam candore virtutum et odore operum beatorum? Quid 
apud reginam prefulgidam, matrem Domini, angelorum Dominam 
gloriosam, vestra eonversacio non habebit, quorum meritis spiendet 
eeclesia, exemplis viget et proficit religio ehristiana? Quid illa 
beatorum aeies vestris votivis non impetrabit affectibus, que vobis 
propicia redditur et pro laudis divine preconiis et vite meritis inno- 
centis? Ecee regis eterni graeiam et celestis curie vos habere 
favorem elaris argumentis presumitur et signis perspicuis comprobatur. 
Digne itaque vestram universitatem per Dei miserieordiam obse- 
eramus , quatenus pia meditaeione pensantes » quantum ex eo possit 
imminere stuporis, quod qui pulveris et cineris esseneiam gerimus, 
regnantis in secula per temporalem gladium viearii bj facti sumus, 
piis oracionum vestrarum presidiis nobis graeie divine suffragia cj 
impetretis, humili supplicacione postulantes, ut eius admiranda 
potencia det per graeiam esse fortissima , que sunt fragilia per 
naturam , debilitatem nostram et robore fulciat et virtute perfundat, 
detque sie nobis prosequi, quod inpoten'cie nostre credidit et humili- 
tati commisit, quatenus in glorie sue augmentum transeat et populus 
christianus per nos pace et tranquillitate proficiat et tandem illis 
ac nobis eterne claritatis radius illucescat ßj. 

a) div. fehlt V. — b) vic. fehlt V. - c) suffragiis V. 



252 

Ergänzungen aus Ripoll BuUarium ord. Praedicatorum I, 419. Urbanus 
ep. s. s. Dei dilectis filiis magistro, prioribus et fratribus ordinis praedicatorum 
in generali capitulo Bononie congregatis s. et a. b. — a) ad instar apostolorum 
principis, quem pelagi fluetus exterruit. — ß) Wie er von ibnen kindliche Erge- 
benheit beanspruche, so werde er ihnen väterliche Huld gewähren: Ceterum 
— sentietis. Datum Viterbii Idibus Aprilis pontificatus nostri anno primo. 

Das General-Capitel wurde am 28. Mai iZßZ abgehalten. Ripoll I. c. 420. 
Ge rb e rt schreibt diesen Brief fälschlich dem König Rudolf I. zu. 



39. 
Imperator sais fidelibos. 

König Rudolf erlässi zwei Getreuen die Dienste, die sie dem Reiche während 

des Interregnums schuldig gebliehen sind, und bestätigt ihnen die Besitzungen, 

die sie in jener Zeit erworben haben. 

Gerb. 3, 3. 

Dignum iudicat nostra serenitas et decernit a), quod sicut per- 
sonarum est distinetio et locorum, sie et meritorum quorumlibet dispar 
respectus et dissimilis retribueionis qualitas habeatur, tantumque 
unieuique augeatur gracie et favoris, quantum sua obsequiosa 
Fol. 42 b. fidelitas eeteris noseitur prepollere. Cum itaque vos Jo. et H. h) 
tarn devotos tamque fideles sacro Romano imperio sciamus, quod de 
similibus vobis sit non modica certitudo: nos proinde vobis 
cupientes inpendere munus et munificenciam gracie specialis , omnia 
servicia, que tempore vacantis imperii *) usque ad nostram creacionem 
cuiquam imperatori vel regi debuistis inpendere, quitquid ^ciam de 
bonis imperii medio tempore occasione bellorum vos opprimencium 
recepistis, hec omnia de benignitate regia vobis misericorditer ac 
liberaliter indulgemus , nullam vobis pro culpa penam vel pene comi- 
nacionem aliquatenus inferendo , sed vos pocius in omni favore et 
gracia consolacionis uberrime et protectionis beneficio consolando. 

a) decrevit Z. - b) P. et H. Gerb, und Z. 



1) Das Interregnum rechnet Rudolf, wie aus vielen seiner Urkunden hervorgeht, 
von der Zeit, wo Innocenz IV. auf dem Goneilium zu Lyon (1245) Bann und 
Absetzung über Friedrich II. aussprach, bis auf seine Wahl. 



253 



40. 
Imperator aposUlie«. 

1274. Februar 27. Hagenowe. 

König Rudolf verbärgt sich feierlichst dem Papst Gregor X, Alles zu halten, was 
sein Kanzler Otto Propst zu St. Guido in Speier mit ihm verhandelt, wünscht eine 
Zusammenkunft mit dem Papst, macht ihn zum Schiedsrichter ztoischen sich 
und dem Grafen von Savoyen und meldet ihm seine glücklichen Erfolge in 

Deutsehland, 

Kopp König Adolf p. 290. Gerb. 1, 18. 

Pater patrum amantissime , a a) cunctis filiis hominum super 
omnia,que sub vestreftj mortalitatis vivunt habitu, reverende, in vestre 
assurgentes laudis preconium, non quas tenemur, sed quas possumus, 
actiones refferimus uberes graciarum , pro eo , quod sineere nostre 
devocionis propositum seu promptitudinem c), per virum utique com- 
mendabilem N. a) in vestre sanetitatis fratrumque preseneia d) 
expositam et oblatam, audistis . solite graeia pietatis. Propter quod 
nos e)y in soiiditate propositi persistentes, corde puro, non ficta con- 
sciencia, ad honorem Dei et exaltacionem Romane ecclesie semper 
idtronei volumus totis conatibus inveniri, omnes ecclesias et personas 
eeclesiasticas favoris continuacione confovere, in exhibenda iustieia^ 
ipsis fore faciles, et in conferenda graeia, prout honorem decet 
imperii g)^ liberales ; ad universalem orbis paeem omni nisu oriture 
radicem discordie medullitus evellere , in eavendaque diseensionis h) 
materia sedis apostolice placitis et mandatis filialiter obedire, ■ 
gerentes ferventi spiritu in mentis desiderio, ilH terre sancte i), 
vestre bonitatis k) eonsilio nobis seu l) auxilio sufTragante , quam 
unigenitus Dei filius multiplici beneficio omnibus mundi partibus pre<- 
tulit, ipsamque conseerando aspersione sui sanetissimi sangwinig 

a) et Kopp. — h) nostre Kopp und Gerb. — c) Im Original des vatican. 
Archivs, das Kopp vor sich hatte, nicht lesbar. Auch dem Oictator mag das 
Wort nicht lesbar gewesen sein und desshalb mag er gezweifelt haben, ob 
es propositum od. promptitudinem heisse. — d) presenciam V. u. Z. -- e) Prop- 
ter quod nos fehlt Kopp. — f) iusticiam Z. — g) regium Kopp. — h) dissen- 
sionis Kopp. — i) sancte fehltK. — Ar^ sanetitatis K. — l) et K. 



254 • 

rubricavit, tarn patenter quam potenter succurrere, quodDei populus, 
per multa tempora ab hostibus erucis Christi afDietus pariter et con- 
strictus o^, ad Christi gioriam sepulchrum Domini intrepide valeat 
visitare. — Ad quod ardor desiderii in nobis eo vehemencius accen- 
ditur, quo naturalis genitoris nostri ossa, ob crucifixi gioriam b) 
extra natale solum peregre c) inibi quiesceneia, soUicitius cottidie in 
nostris cordibus revolvuntur. Et quis prohibere poterit filium, ex intimis 
cordisconeupiscereinpatemo tumulosubterrarie/^, exulem pro eo fieri, 
qui exilio et miserie se tradidit, deliciis affluens paradisi ! Inter cetera 
vero e) desiderancius coneupita desiderium indefessum gerimus ^, 
una vobiscum habere coUoquium et tractätum , qualiter pax iam diu 
disperdita inter christicolas reformetur, super omnibus traetatibus 
per vestre melliflue pietatis dulcedinem cum nostro cancellario habitis, 
offerentes animam» corpus, honores, res et omnia nostra ad vestre 
beneplacita sanctitatis. Et ut verbo consonet operis gratitudo, beati- 
tudinis vestre pedes devotis osculis, cum vobis placuerit, volumus 
contingere, ac facie ad faciem persone vestre sanctissime perfrui 
visione. — Ad hec super controversia, que inter nos ex parte una 
et clarissimum comitemSabaudie, fidelem nostrum, ex parte altera 
vertitur, amicabiliter vel, iusticia mediante, sine strepitu sopienda, 
taliter ambo convenimus, quod nos unum et ipse comes alterum, viros 
ydoneos ad vestram curiam transmittemus , qui nos concordandi ad 
invicem habebunt plenariam potestaten\. Ipsis vero non valentibus in 
unam concordare sentenciam, ambo promittimus bona fide, verbo 
arbitrii vestri stare, certam habentes in Domino fiduciam, quod ex quo 
post Deum ad nullum alium, quam ad vos et sacrosanctam Romanam 
ecclesiam habere volumus refugium seu respectum, quod omnia nostra 
. negocia, tanquam dilectissimi filii, semper habeatis paternaliter com- 
Foi.42c. mendata. — Et ut prosperorum successuum nostrorum auspicia vos 
nunc g) non h} lateant, vobis presentibus notum fiat, quod principes, 
barones, civitates, castra et alia bona sacri imperii per Alemaniam 
nostre obediunt unanimiter dicioni. — Supplicamus itaque vestre 
sanctissime pietati, quatenus talis viri /3) dictis credentes, ministerio 
vive vocis, nobis dignemini patefacere vestre beneplacita volun- 
tatis 7^. 

a) attritus K. — h) gioriam sub erucis si^naculo e(xtra) K. — 
c) peregrine K. — «y subterrari fehlt V. u. Z. — e) vobis Z. — f) gerimus 
fehlt Z. u. V. - g) nunc fehlt K. — h) non am Rande V. 



255 

Ergänzungen aus Kopp, Eidgen. Gesch. 3, 1, 290 ff. König Adolf u. seine 
Zeit Aus dem Original im vaticanischen Archiy. Sanetissimo in Christo patri 
ac domino, domino 6. diuina prouidencia sacrosanete Romane ecciesie summo 
pontifici R. Dei gratia Romanorum Rex semper augustus cum reverencia se 
obnoxium ad devota pedum oscula beatorum. — a) 0. Prepositum sancti 
Widonis Spirensis, Cancellarium nostrum dilectum et nuncium. — ß} religiosi 
fratris Cunradi, Proyincialis fratrum minorum per superiorem Alemanniam, 
credentes. — 7) Vivite incolumis , pater sanctissime; Dei filius yos conseruet 
Ecclesio sancte soe. Datum Hagen(owe} Tercio Kalendas Marcij, Regni nostri 
anno primo. 

Der Abschluss der Verhandlungen Gregor's mit dem Propst Otto, dem 
Kanzler und Special-Bevollmächtigten Rudolfs, fand zu Lyon am 6. Juni 1*^74 
statt. Boehmer Reichssachen no. 207. 



41. 

Imperator domino pape. 

Mitte 1274. 

K. Rudolf dankt einem Kardinal für dessen Bemühung um Begründung und 

Förderung seiner Macht und verspricht ihm, immer in kindlicher Ehrfurcht 

das Wohl der Kirche zu fördern. 

Gerb. 1, 2. 

Provenit nobis ad immense iocunditatis tripudium, quod ubi 
nulla meritorum nostrorum causa precesserat, nulla prevenerat vestre 
familiaritatis noticia, solo, ut firmiter credimus , divine benignitatis 
instinctu, ad nostros sie asurrexistis a) amplexus, ut, sicut fideli narra- 
cione aceepimus, fida manu primarium iaetayeritis lapidem, gradum- 
que primordialiter posueritis, cui nostre promocionis scaia innititur 
et ad ardua conseendendi solidiora visa sunt iam surgere fundamenta. 
Quocirca pater egregie , laudibus pretermissis , quarum diflfuso pre- 
conio multipliciter meruit vestra perfectio commendari, ad grates, 
quas possumus , Tobis ex intimis inclinantes , paternitatem yestram 
suppliciter exoramus, quatenus laudabilia circa nos inchoata principia 
medio laudabiliori et fine peroptimo ex innate prestancia bonitatis 
concludere satagatis. De nobis enim potestis secure fiducie plenitu- 
dinem obtinere , quod ad omnia , que sacrosanete Romane ecciesie, 
piissime matri nostre, accepta noverimus, iuxta prudencie vestre 

a) sie! 



256 

consilium , specialiter habilitari disponimus et in vestris beneplacitis 
fervere continuo a) reverencia filiali. 

Der Satz: Quocirca pater egregie beweist, dass der Brief nicht, wie 
die Überschrift besagt, an den Papst gerichtet ist, der doch mit pater sanctis- 
sime angeredet wird. An den Erzb. von Mainz kann er, wie schon Gerbert 
bemerkt, ebenfalls nicht gerichtet sein , weil dieser mit Rudolf schon lange vor 
dessen Königswahl befreundet war, yon ihm also es nicht heissen kann ^nulla 
prevenerat vestre familiaritatis noticia**. Daher ist die Überschrift Cenni*s 1, 13: 
Rudolphus cuidam cardinali die einzig richtige. Nach der oben p. 241 zu No. 30 
gemachten Bemerkung gehört dieser Brief in die Zeit vor dem 26. Sept. 
1274. 



42. 
Imperator proeoratori soo. 

König Rudolf dankt einem Bischöfe, der uneigennützig seine Sache im päpstli- 
chen Consistorium geführt habe, und ermuntert ihn, in seinen Bemühungen nicht 

nachzulassen. 

Gerbert, 1, 20. 

Ascendit ut fumus aromatum exquisite flagraneie bj in conspeetu 
regle maiestatis illius predieabilis proposicionis vestre preeonium, quo 
pro nobis, ut fida nuper insinuacione cognovimus, hiis diebus ia 
apostolice premineneie consistorio claruistis , dum nullo tracti pre- 
ambulo benificeneie nostre funieulo, nullo prorsus humanarum 
blandiciarum ungento peruneti, sed solum divine, ut eredimus, admo- 
nicionis et proprie probitatis instinctu ferventer accensi, ad cause 
nostre iusticiam tarn diserti oris et venusti sernionis eloquio propa- 
landam, velud alter legifer, adeo litteraliter et laudabiliter surrexistis. 
Super quo vobis ad uberiores , quas possumus , grates et gracias 
inelinantes, exhibitum nobis id amieabilis vestre presentaeionis presi- 
dium inter indelebilia mentis nostre memorialia commendacione 
perhenni conscripsimus , vestris tytulis et honoribus, opportunis 
temporibus, reddibicione gratuita conservandum. Eya pugil egregie 
et adleta eonsulte, vestra, quesumus, inchoata strennuitas non 
desistat ab opere, sed eontinuaeione ferventi floride perseveret, 
donee ex plantacionis vestre laboribus fruetus exoptati delieie con- 

aj continue V. — bj fraglancie V, 



257 

valescant. De nobis eiiun poteritis stabili mente confidere, quod in 
Omnibus restris agendis nos experiemini semper ultroneos et officiose 
benivolos sencietis. 

Oerbert 1. c. meint, der Brief sei an Albertus Magnus gerieb tet; das 
IfiMt sich jedoch durchaus nicht beweisen. Im Cod. Erl. Stobbe n. 71 mit der 
Überschrift: Rud. Oei gratia episcopo tali integre dilecciouis augmentum. 



43. 
Imperator saper beneftclis impensis. 

König Rudolf dankt Ordemgeiatlichen dafür, dasa sie seinem nach Venedig 
mit Aufträgen gesandten Boten beigestanden und bittet sie, in derselben Weise 

fortzufahren. 

Bodmann, p. 203. 

Florida ordinis restri et commemorabiiis rectitudo , que nostris 
ubilibet supportandis oneribus colia subdit» non sinit in vobis quie- 
scere zelum suum, dum sie a) dilecto famulo nostro N., quem pro 
quibusdam nostris agendis nuper Venecias6^ miseramus cj, in hiis 
que stbi videbantur incumbere, ipsi tam favorabiliter, tam ferventer dj 
astitistis. Super quibus utique gratis et gratanter nobis inpensis ob* 
sequüs vobis ad grates uberrimas inclinantes , devoeionem vestramFoi.42d. 
requirimus et rogamus, quatenus, iuxta quod erga eundem immo 
verius nos ipsos laudabiliter inchoastis, sie eum ubi et quando fuerit 
oportunum laudabilioris continuacione perseveraneie foveatis. 

44. 

Imperator N. prineipi. 

1273. 

K. Rudolf dankt dnem Fürsten für seine Glückwünsche und den Ausdruck 
seiner Ergebenheit und erbietet sich, ihm förderlich tu sein. 

Gerbert 1, 10. 

Audivit nuper nostra serenitas, unde novum nobis aeumulatum 
est gaudium, unde materia renovate ioeunditatis aecrevit, quod vos 

aj sicut Bodm. ~~ bj Yeneciam Z. — cJ nobis pandente didicimusBodm. — 
dj tam ferv. a{n R. V. 

Fontes. Abth. U. Bd. ^XV. 17 



258 

videlicet, quem virtus nativis erecta potenciis unacum generosi 
sanguinis claritudine fortunacioris auspicii beatitudinis quasi quibus- 
dam amplexibus indiriduis counivit, sublimacionis nostri auspiciis et 
fastigiis applausivo congratulantes affectu, ad ea vos promptos inpen- 
ditis et benivolos exhibetis , que tytulos nostri bonoris et profectus 
amplificent apeiores. Quam ob rem vice reeiproea provocati ad 
omniarevera, que similiter vestris adicere poterunt incrementis, ad 
cuneta, que vestrum demulceant animum, nos exponimus vobis ultro- 
neos et offerimus nos eonformes. 

Gerbert hält dieaen Brief fär eine Aotwort au^das uoten C. no. 36 mit- 
getheilte Gratulationsschreibeo. 



45. 
Imperatoris litera per qiam aliqiis assimitir in familiärem *). 

Ein römiecher König macht Jemanden tu seinem Dietistmann und Rath, 

Feeunda nobis iudicata tua devocio serenitati nostre dignum 
favore te prebuit et graciam tibi nostre celsitudinis prestabilem a) 
inclinavit. Dum enim honoris nostri et culminis te percepimus zela- 
torem et promptitudinis tue circa maiestatis nostre obsequia nobis 
argumenta patencia prestitisti» dignum duximus te nobis eilßci bene 
meritorum lege domesticum et liberalitatis nostre sortem muni- 
ficam experiri, ut signum nostre benivoiencie tecum gerens, devo- 
cioni9 tue erga nos incrementa suscipias, et specialitate nostre 
munificencie stabilitus gracior nobis in melius ex ipsius gracie nostre 
consorcio patefias. Ea propter, ut te nobis acceptum non inaniter 
gratuleris et desideriis tuis gracie nostre latitudinem gaudeas respon- 
disse, te in familiärem nostrum domesticum vel consiliarium nostrum 
exnunc benigne recipimus et in antea perpetuo volumus recenseri 6^, 
illis, quibus alii familiäres eX\ magnitudinis nostri domestici apud nos 
favore, tytulo et beneficiis perfruuntur, equo in posterum et condigno 
participio gavisurum. 

a) prestabilem übergeschrieben V. — h) recensiri Z. 



1) Die Überschrift ist in V «iisradirt ; ich habe sie aus dem vorn in einoni beson- 
deren Quaternio enthaltenen Inhaltsverzeichnisse ersetzt. 



259 



46. 

Imperator domino pape. 

1274 oder 1275. 

AT. Rudolf sendet dem Papst Gregor X, einen Boten und hütet ihn, demselben 

in dem, was er für das Reich sowohl als auch in anderen Angelegenheiten 

vortragen werde. Gehör zu geben» 

Gerbert 1, 16. 

Plurima beatissime pater» interpretis scripture ministerio, quibus 
paternis aspectibus filialis est representata devocio, de nostri pectoris 
calamo hactenus effluxerunt interne mentis affeetum. quem ad 
sacrosanctam Romanam ecelesiam, matrem nostram, invariabiliter 
gerimus, imperfectius indieancia et insufficiencius aj exprimencia 
Votum nostrum. Quia igitur aliquando bj abseneium desideria plenius 
et planius vivevocis oraculo explicantur, quam adnotaeione tacita litera- 
rum : ecee, quod bonorabilem virum N., multa virtuositate eonspicuum, 
moribus et sciencia preditum, nobis sue probitatis meritis aeceptum» 
Yobis eciam et ecclesie Romane devotum, ad beatitudinis vestre pedes 
fiducialiter destinamus, vestr^pi sanetitatem rogantes, quatenus ipsum, 
quem verum predecessoris sui iam eredimus per laudabilis actionis 
insignia seetatorem et eciam successorem, habere dignemini propicia- 
cione, qua convenit, recommissum, eidem super principali nostro 
et imperii negocio, nee non super aliis peticionibus eqUe cj iustis 
quas vestre sanctitati porrexerit, graciose exaudicionis et favorabilis 
audicionis affeetum benignius inpensuri. 

Da zwischen K. Rudolf und Gregor X. ein lebhafter brieflicher Verkehr 
stattgefunden hat und auf einen solchen im Eingange unseres Briefes hinge- 
wiesen wird, so kann man annehmen, derselbe sei an Gregor X. gerichtet. 
Dies vorausgesetzt, weist der Ausdruck: ^super principali nostro et imperii 
negocio*' noch auf die Zeit der zwischen dem Papste und Alfons von Castilien 
wegen des Letzteren Verzichtleistung auf das Reich schwebenden Verhand- 
lungen hin, also vor dem Juni 1275. (Vergi. Boehmer, Reg. Greg. X. no. 221} 
und des Königs Abgesandter wäre einer der drei Bevollmächtigten Rudolfs 
bei Gregor X.: Otto Propst von St. Guido in Speier oder Heinrich von Isny 
Bischof von Basel oder Heinrich IL, Bischof von Trient^^ 

aj insuficienter Z. — bj aliunde Z. — cJ atque V. 

17» 



260 



47. 

Inperator N. cifibns. 

1274. 

König Rudolf fordert eine Stadt auf, zur Bestreitung der Kosten des zur Wieder ' 

Herstellung der Ordnung berufenen Reichstages eine Beisteuer zu geben; er 

würde im Weigerungsfälle in die Lage komnien sie zu verpfänden. 

Gerbert 1, i7. 

Fol. 48 1. Fluctivagi iam dudum status imperii gravem lapsum, et miserabiles 

populi christitini presduras et gemitus amarissimo miserantes affectu» 
ut nostro felioi tempore rei publice reformeta florijitas salutari pacate 
quietis profieiat incremento : quapropter tali die apud N. sollempnem 
euriam duximus edieendam» cuios utiqae celebraeioni magnifiee 
decentep providere regium eondeect apparatum. Verum cum tanti 
negocii roagnitudini» et ad tarn grandis aj sarcine supportanda moli- 
mina, et tarn sumptuose festiritatis agenda sollempnia, per nos ipsod 
Sufficere non possimus; oportet nos a Tobis et aliis nostris fidelibus 
opportunum interpellare suffragium et comportacionis huiusmodi 
participio vos et ipsos fiducialiter onerare. 

Hinc est» quod yestram prudenciam» qua possumus exhortacionis 
instancia duximus attentissime requirendam» quatenus tam evidenti 
necessitate perplexis de tot raarcis bj ultroneis et hilaribus animis 
proyidere et subvenire curetis, in termitio vobis a dilecto filio nostro 
N. finaliter exprimendo, cuius etiam verbis, que vobis nostro nomine 
pronuncianda decreverit, fidem adhibere credulam tos petimus sicut 
nostris. Exurgat igitur grata semper et operose probata fidelium 
promptitudo, que super hoc regalibus beneplacitis prompta et consweta 
benivolencia se coaptet. In aliis enim incommutabili animi ej 
disposicioneconcepimus, sie alleviacionis antydoto et recompensacionis 
yicissitudine vestros animos complacare, quod revera gaudebitis, vos 
tam graciosum obsequium gratis Domini usibus inpendisse. Porro 
vestra prudencia non ignorat, quod regie dignitati indecencie macu- 
Iam, nee non vobis cederet nocumento, si, quod absit, necessariarum 
rerum cogente deiectu pro nostris debitis vos et alios nostros fideles 
contingeret pignoracionis inoomodo molestari. 
aj grande Z. — bj Marlis Z. — cJ cum Z. 



261 

Nach dem Eingänge des Briefes muss man annehmen, dass er nicht lange 
nach dem Regierungsantritte geschrieben sei. Der erste allgemeine Reichs- 
tag wurde von Rudolf am 11. November 1274 zu Nürnberg abgehalten, 
and so dürfte dieser Brief ein Paar Monate vorher geschrieben sein. 



48. 
InperaUr N. princfpf snper e^mnlsslMie adr^caele a}. 

Ein römischer König bestellt Jemanden zum Vogt eines Klosters, 
Bodmann p. 192. 

Etsi generaliter omnium imperii fidelium ex suscepte dignitatis 
regimine curam et soUicitudinem gerere debeamus, illis tarnen speci- 
(lUoris defensionis et tuieionis gracia preesse nos convenit et prodesse, 
quos religionis insignit habitus et sanete conversacionis vita predieat 
eommendatos. Sane recurrens ad nostre maiestatis presenciam 
religiosus vir» prepositus N. humiliter postulavit, quod cum suum 
monasterium roulta bactenus perieulorum genera sit perpessum, multis 
ipsum, Dei iimore postposito, lacerantibus et ad extremam paup^- 
tatem deducentibus, nos eidem de tali advoeato providere benignitate 
regia dignaremur, cuius prol^itate et strennuitate dictum monasterium 
tuieionis et defensionis be^eficio pociatur, et sublatis diripiencium 
dampnosis periculis, sepedicto monasterio caucius consolatur. De tua 
itaque probitate, strennuitate, nee non equitate plenam ac indubitatam 
fiduciam obtinentes, monasterium ipsum, quod cum personis et rebus 
in nostram et sacri imperii defensionem, protectionem ac tuicionem 
recepimus specialem, tibi committimus defendendum, preficientes te 
eidem monasterio ad peticionem ipsius prepositi in legittimum advo- 
catum, ita quod quamdiu in ipsa advocacia te bene tenueris, monaste- 
rium in nullo gravaveris, immo gravamina aliunde sibi illata propulsare 
studueris, apud te advocacia eadem remanebit, sin autem b) sepe- 
dictus prepositus alium eligendi liberam babeat potestatem. 

a) Die Überschrift, in V. ausradirt, ist aus Z ergSnzt. — h) si vero 
per te contigerit evenire contrarium Bodmann. 



262 



49. 

Rei R«nan«ron N. pr^rineie. 

1275. Juli 10. Thuregi. 

König Rudolf meldet den Reichsgetreuen in Italien, dose er selbst nach Beruht" 

gung Deutschlands dorthin kommen loerdcj und zu dem Zwecke seinen Kanzler 

Rudolf, den Johanniterordensmeister Beringer und den Grafen Heinrich von 

Fürstenberg wegen der Vorbereitungen voraussende, 

Muratori Scriptores, 9, 720. 

Ab a) illo bono patrefamilias protinus et instanter a nobis 
Fol 43b.^xigitur debitum, qui peregre profieiscens, familiam suam eure nostre 
suppo^uit» cui talenta, que credidit, cogimur reddere duplicata. Sed 
et vice reeiproea nos excitant adtributa a) fortune beacioris auspicia, 
ut ab eis, quos Romane dicionis imperium suo gremio dinoscitur con- 
fovere, subiectionis et obedieneie debitum exigamus. Ammirande 
tarnen eondicionis utrumlibet est debitum, si subtiliter intuemur, 
euius solucio debitoris emolumenta non minuit, äuget fidem, immo plus 
erescit solventi comodo, quam suscipienti proficiat incremento. Si 
enim comissi regiminis prosequamur «effectum b), ad yindictam 
malorum laudem vero bonorum, et temporalis honoris stipendia que- 
rimus, dum elarificamur in fama et retribucionis eterne spe pulchra 
refieimur, dum profieimus in salute — -si eciam, iuxta diyine iussionis 
edietum, que sunt Cesaris Cesari persolvantur, reeipienti plus com- 
modi et honoris aequiritur, quam solventi vexaeionis et oneris aggre- 
getur. £a ß) nempe sunt omnia, si ad verum recurrimus, subditorum 
votiva levamina, que sunt huiusmodi molimina principatus. In hoc 
enim gloria regis attollitur, si in pacis plenitudine populum dirigat et 
in vigore iusticie tueatur. Legimus vero quam plures pro quiete 
reipublice eximiis se immiscuisse laboribus et intollerabilibus grava- 
minibus subdidisse. Et licet tam periculosi soUicitudo negocii Omni- 
bus terre principibus debeatur, Romani tamen imperii veneranda 
sublimitas, que in omnium presidencium oculis, velud in speculo 
collocatur, tanto fervencius zelare pacem, tanto avidius subditorum 
iusticie debet intendere, quanto clariori presagio.et evidenciori per- 

a) So för attributa V. — b) officium Bodinann. 



203 

peiiditurconiectura, quod tocius orbis ambitus quodammodo spirituo^ 
vegetatup imperii, ut eo languente langweat, ipsoque letetur felicius 
prosperante, cum non bj solum in temporalibus tenebras populi christiani 
Romani sceptri fulgor illuminet , sed et ipsi fidei katbolice fulcimenta 
non levia subministret. Porro, sedatis ad presens in regno Germanie 
bellice tempestatis horroribus, quibus idem regnum iam pridem 
extitit in ealamitate pristina tribulatum, ecce eonvertimur ad Ytalice 
simultatis solrenda discrimina et eins rupture domestiee reipublice 
turbatricis zizaniam penitus extirpandam, ut gladii conflentur in 
Yomeres et in falces laneee convertantur i), tranquille pacis amenitate 
de cetero reflorente. Hinc est quod ambassatores nostros N. et H. 7) 
exbibitores presenciuro, viros utique tarn generositatis ingenuitate 
spectabileSy quam bonorum et morum prerogativa conspieuos , nee 
non et fide et circumspectione presignes , ad partes Ytalie duximus 
premittendos, ut ante faeiem nostram viam strennuis dispositionibus 
preparantes, de nostro feliei et festivo adventu corda vestra letificent 
et de nostris fortunatis auspieiis vos feeundent S). Vos igitur, in quos 
proavita strennuitas vires et viriles animos propagaeione gratuita 
derivavit, exurgite, quesumus, et erigite mentes vestras ad contem- 
plandam imperii speciem et decorem, vos, inquam, eiusdem imperii 
graciosa possessio vestrum agnoseite possessorem, ut rex vester 
rebellibus formidabilis et vobis adveniat mansuetus s). Dat. 

a) Im Chron. Francisci Pippini bei Muratori Scriptores 9, 720 ff. und 
bei Senkenberg Imperii ius in Genua p. 236 findet sich die Urkunde, 
die dieser Formel zu Grunde liegt, mit einer Einleitung, die unten Fol. 47 d. no. 
12 als besondere Formel auftritt. Den Schlussworten jener Einleitung sicut 
hortus schliesist sich dort, und in etwas veränderter Form auch bei Bodmann 
p. 123, folgender Satz an: Qualiter autem operationis divine mysterio, cuius 
occuita iudicia, admiranti voce prophetica imputantur abyssus, ut conscendamus 
ad Imperiale fastigium , sumus iam in regni solio solidati , ad vestre universi- 
tatis noticiam iam pridem celebris famae praeconio non ambigimus perve- 
nisse. A bono illo igitur patrefamilias etc. Von hier an ist der Text bei 
Bodmann dem unsrigen gleichluutend, auch ihm fehlen Namen und Datum. 
— ]3) Ea nempe etc. und die folgenden zwei Sätze bis subministret fehlen 
in der Urkunde, die übrigens auch sonst einige Abweichungen im Ausdruck 
bietet. —^ 7) legatos nostros solemnes, Rodulphum, curiae nostrae 

a) sapiencia Bodmann. — b) non fehlt V. 
1) Isaj. 2, 4. 



264 

caneellafinn, fr«tr«tt lertafertmi, «af^str«« lietpitalis 
sancti Johannnis per Alamanniam, ac Beringeriuin Comiteoi 
de Urestinburg (bei Senkenberg de Wertinburg, allein Beringeriiim ist 
ein dureb Wiederholung des eben vorher genannten Namens entstandener 
Schreibfehler für Henricum und H. von Fürstenberg ist gemeint) exhibitorem 
presencium etc. — Ä) in deyoeionem sancte matris ecclesie et ipsius imperii 
TOS eorroborent; indeTotos ad derocionem imperii et reritatis riam alliciant 
modis, quibus convenit, atque trahant; et fidelitatis debita obedientiae a 
vobis tanquam imperii fidelibus et sanete matris ecclesie devotis filiis petant 
et recipiant solita iuramenta, singula et universa faciant, tractent, ordinent 
et disponant, quae de bono statu imperii et salute fidelium et devotorum 
ipsius novennt expedire, gratum et ratum habituri quid quid per ipsos factum, 
tractatiim, ordinatum, seu gestum füerit in praemissis. — s) Dat. Tahug^o 
VI Id. Julii III Indictione. Regni nostri anno 11^ — Yergleiebe über den Gegen- 
stand noch Boehmer Reg. Rud.no. 188. Kopp, 1» 112 ff. und vnten Fol. 56 e. no. 32. 



50. 

Rei l«naM«rm N. prliffpi. 

1274 oder 1275. 

König Rudolf fordert den Her%og Heinrich von Baiem zu einer friedlichen 
Beilegung der Streitigkeiten mit seinem Bruder Ludwig dem Strengen auf* 

Bodraann, p. 198. 

Fol. 43 e. Desiderantes ex intimis nostris» te una cum fratre tuo in fraterne 

karitatis, ut decet, duicedine recreari vel pocius couniri, inter te et 
ipsum pacis perpetue consilia cogitavimus , ipso germano tuo ad 
omnem coneordie viam allectionibus eongruis informato. Qui procul 
dubio» prout ex certa perpendere possumus coniectura» ad habeudum 
tecum fraternale consorcium prompta efficaeia se frequenter humi- 
Hat a) et coaptat. Hinc est» quod sineeritatem tuam duximus 
requirendam, quatenus viri prudentis ingenium sollerti trutinacione 
discueiens, quantum eomodi toti provincie ex huiusmodi vestra com- 
planaeione de cetero valeat provenire, inclines animum tuum ad 
habendum cum ipso inpreciabile bonum pacis. Nos enim tales ad 
habendum super premissis inter vos familiäre colloquium h) duximus 
destinandos, qui prenominatum c) germanum tuum, si, quod absit, 

a) se ferventer habiütat etc. Z. — hj familiäre colloquium habe ich aus 
Bodmann herubergenommcn ; V. und Z. wiederholen statt dessen, offenbar 
irrthümlichv inpreciabile bonum pacis duximus etc. — q) prenotatum Z. 



265 

dure cepvicis existit, in aliquo non intendens studiis pacis, ab huius- 
modi devio in viam pacis retorqueant et reducant. 

Bodm. mit der Überschrift: Ad concordiam redacere duos fratres studet 
Rudolf US. Ganz sicher ist dieser Brief an Heinrich von Baiem gerichtet, 
der seit dem November 1273 mit seinem Bruder Ludwig im Streite lag. 
(Boehmer, Witteisbacher Reg. p. 36 und Cont. Vindob. M. G. SS. 9, 707.) 
Eine Ausgleichung dieser Streitigkeiten war f&r Rudolf, wegen seines Ver- 
hältnisses zu Otakar, von der grössten Wichtigkeit. Sie kam, nach langen 
vergeblichen Bemühungen, ( . . . discordia, que pluribus principibus et 
nobilibus laborantibus ad concordiam non poterat revocari . . Ann. Salisb. M. G. 
SS. 9, 801.), erst im Mai 1276 zu Stande. (Boehmer, Witteisbacher Reg. p. 38.) 
Indessen fanden schon im Mai 1274 Versuche zur Ausgleichung statt und 
schon diese mögen der Erfolg der Bemühungen Rudolfs und anderer Fürsten 
gewesen sein. Vergl. übrigens einen andern Brief Rudolfs an Heinrich unten 
(Fol. 56 a. no. 28), und besonders noch den hei Herrgott Genealogia 2, 2, 457. • 



51. 

Bei R«]iiaii«ra]ii d^mifi« pape. 

1275, Januar. (Wirzhurg.) 

König Rudolf schreibt dem Papst Gregor X, er werde nach dem Schluss des 

Reichstages, zu dem der König von Böhmen peremptorisch eingeladen sei, sich 

in seine Nähe begehen, 

Gerbert, 2, 16. 

In piis paterne vigilancie precordiis erga nos frequenter accensa 
non potuit delitescere benignitas, quin erumpat ad occurrendum a) 
dispendiosis incursibus et suecurrendum consultius opportunis reme- 
diis indigencie filiali. Sane suseeptis nuper devoeionis conswetc 
aifectu apostoliee preminencie literis et mandatis, ut propter multa 
que frequenter oceurrerunt i)» ut verbis vestris jutamur, ad partes 
terre nostre robis viciniores accedere debeamus, nos in bis, sicut in 
Omnibus aliis, cupientes vestrorum ineedere semitam mandatorum, 
mox ut vocem salubrem exhortantis audivimus , taliter eursui nostro 
proyidimus, sicque domui nostre duximus disponendum, quod, 
eelebrata quamprimum sollempni curia, de communi eonsilio prineipum 

a) hoc currendum V. 



i) Mit diesen Worten. l>eginnt der Brief Gregorys X. oben p. HO. 



266 

nostrorum in tali loco edicta i), ad quam peremptorie regem Bohemie 
duximus evocandum, ad partes terre nostre beatitudini vestre eonter- 
minas, festinatis gressibus e vestigio proeedemus, ut ibidem de 
Yestris beneplacitis, quibus semper babilitare nos volumus, facilius et 
melius instrui valeamus. 

Das ist die Antwort auf den Brief 6regor*8 vom 1. Deeember 1274. 
obe\i pag. HO. 



52. 

l«]iiaM«ra]ii rex d^mii« pape. 

1274. October. 

König Rudolf dankt dem Papst Gregor X für das zu seinen Gunsten erlassene 
Schreiben an die Fürsten und entsendet, unter Hinweisung auf eine nach dem 
bevorstehenden Reichstage abtuordnende Gesandtschaft, vorläufig eineti Boten 

an ihn* 

Gerbert, 1, 28. 

Inmense serenitatis amenitas , apostolice tube flatua^iam undi- 
que eunctis fidei orthodoxe eireumfundenda eultoribus, nunc de novo, 
yeluti nova lux, eelitus novis aucta fulgoribus, pulsa omni obumbra- 
eione ealiginis, nobis ex eo presertim apparuit et claruit evidenter, 
quod vestre beatitudinis zelus, qui iustas dirigit causas et detestatur 
iniustas, nonsinens ultra nos impetiealumpniosisinsultibusemulorum »), 
paterni favoris affectum, quem ad nos pii et graciosi preconii elarifi- 
eavit in organo, et in equitate iustieie, applausivis immixta duleoribus, 
opus altissimi, quod in vestra persona mirifiee dextera sua compo- 
suit b), manifeste deduxit in publicam noeionem , super expressione 
favoris huiusmodi principibus nostris et subditis, apostolice gracie 

aj flatui y. — bj contexuit Z. 



1) Da der Brief Gregorys X. todi 1. Decemlier jedenfaUs noch vor Neujahr in die 
Hfinde des Königs gekommen ist, und man annehmen kann , dass dieser ihn bald 
beantwortet habe, so ist es wahrscheinlich der auf den 23. Januar nach Wirxburg 
berufene Hoftag, auf den Rudolf hier hinweist. Bekanntlich erschien Otakar auch 
in Wirzburg nicht, wie er schon vorher der ersten Vorladung nach Nürnberg 
nicht Folge gegeben hatte, und so wurde er xum letxten Male auf den 15. Mai 1275 
nach Augsburg citirt. Vergl. Boehmer, Reg. Rud. n. 55 und^n. 173. 

2) Alfons von Castilien und Otakar von Böhmen sind gemeint. 



um 

literas, omnis benivoleiicie plenitudine floridas, dirigendo *)• — ^^^ 
quibus utique copiosis beneficencie vestre a) muneribus, nobis, inex- 
plicabili gaudio fecundatis, ad redbibendam condebitam gratitudinem 
graciarum non sufficit lingua carnis ,- cum non sit bumane potencie 
super hoc affectum in mente conceptum perfecta posse exprimere 
per effectum. roira paterne clemencia pietatis, que non est 
dedignata nobis a primis annis bj nostre creationis nascentibus, 
compassionis cj exhibere mamillam, ubera, lacteis irrorata liquori- 
bus, porrigere redolencia, grave pignus amoris ! ineffabilis gratitudo foi.4sä. 
fayoris et stupenda dilectionis affectio» que nos pridem in regne 
tenellos in ulnis educacionis deliciose suscipiens, fovit nunc inpu- 
beres et adultos ! Licet igitur pervigil ad hoc nostra suspiret intencio, 
licet in hoc nostrum fervens desiderium immobiliter perseveret, 
quod super d) tarn gratis et placidis, sie per vos et almam 
Romanam ecclesiam, matrem nostram piissimam, nostro progressui 
prelibatis auspiciis correspondeat in condigne decencie repensiva ej 
devocio filialis: quia tarnen ad hoc, ut humiliter recognoscimus, 
possibilitas nobis data non sufficit, divinum cogimur inplorare 
presidium, ut ex sue superabundancia bonitatis, quod nobis deficit, 
in virtute perficiat que in vestris sint oculis placita prosequendi. 
Porro quoniam sollempnes nuncios nostros, quos propter hec et alia, 
que nobis incumbunt negocia, ad vestre beatitudinis pedes desti- 
nare concepimus , ob yicinam instanciam curie nostre sollempnis, 
iam in proximo celebi'ande^), ad iter adhuc distulimus expedire, ut 
principum nostrorum, qui ibi convenient, communicato consilio, 
committenda legacio celebrius et festivius adornetur; ecce quod N. 
cognomento probum virum , cuius actio , virtuosis pollens operibus, 

a) nostre V. — b) annis V. unterpunctirt. — cJ compassionibus Z. — 
dj semper zu lesen. — eJ responsiva Gerb. 



i) Am 26. Sptbr. 1274 machte Gregor X. in einem Rundsebreihen den Erzbischöfen, 
Bischöfen, Fürsten, Herren und Städten in Deutschland bekannt, er habe Rudolf 
als König anerkannt. (Palacky , Italienische Reise n. 43. Das Schreiben gleichen 
Inhalts und Datums an Otakar bei Boczek Cod. dipl. Moraviae 4, 133). Auf diese 
Briefe bezieht sich hier Rudolf, somit ist unser Brief nach dem 26. September 1274 
geschrieben, und da 

*) von einem nahe bevorstehenden Reichstage die Rede ist, so kann nur der am 
11. Not. 1274 zu Nürnberg abgehaltene gemeint sein. Somit fSlIt unser Brief in die 
Zeit zwischen dem 26. September und dem 11. Not. 1274. 



2G8 

ab effectu cognominis non discordat, ad sanctitatis vestre presenciam 
fiducialiter duximus destinandum seu eciam premittendum, humil- 
lima precum instancia deposcentes, quatdhus super hiis, que vestris 
auribus duxerit inculcanda, libenter eadem audire dignemini et 
exaudicione gratuita favorabiliter prevenire. 

53. 
lex R«]iiaii«ra]ii N. Indleibos. 

König Rudolf fordert einen seiner Getreuen auf einen abtrünnigen, ver- 
brecherischen Cisterziensermönch gefangen zu nehmen, damit er die verdiente 
Strafe davon trage, 

Bodmann, p. 179. 

Quia faeinorosorum inpunitas viam frequeiiter aperit reprobis 
deteriora prioribus committendi : nos, quibus a Deo gladius tempo- 
ralis est creditus ad laudem bonorum et vindictam reproborum, 
volentes ex officio dignitatis assumpte seeleratorum maliciam cohi- 
bere: fidelitati vestre preeise mandamus, quatenus ad deteneionem 
et capeionem N. , qui de ordine Cysterciensium aj velud apostata 
dicitur exiisse et per ingratitudinis detestabile vieium in eundem 
ordinem , cuius uberibus deHciose extitit edueatus , bostiliter tarn 
incendiis quam rapinis crudeliter debaehatur, omnimodis studiis 
et curis efficaciter intendatis, servaturi ipsum, ut iuxta multitu- 
dinem peceatorum eondignam et debitam penam valeat reportare. 

54. 
Rex l«]iiandriim N. regine. 

1276. 

König Rudolf schreibt dh' Witwe des Königs Stephan von Ungarn , er wolle 

wegen der von ihr ertoünschten ehelichen Verbindung ihres Sohnes Andreas 

mit seiner Tochter dementia mit seinen Fürsten sich berathen, um dann die 

ihm so erwünschte Sache zum Absehlus& zu bringen, 

Palacky, Formelbücher, p. 319, n. 114. Bodmann, p. 50. 

Congratulacionis amiee plaeiditas literis vestris, quas nuper valde 
gratanter aeeepimus, super fortunatis et prosperis nostre bj sublima- 
aj Statt Cysterciensium, fratrum N. Bodmann. — bJ vestre V. 



269 

cionis auspiciis cum tripudiosa iocunditate regalibus representata con- 
spectibus, auimum nostrum tanto uberioris congaudiipoculo fecundavit, 
quanto probabilioris ex hoc evidencie argumenta collegimus, qaod 
illius indissolubilis dilectionis ydemptitas, qua cum clare recordacionis 
N. egregio viro vestro i) quasi cor unum et anima una noscimur exti- 
tisse dum viveret, nee eodem decedente nequaquam extincta deperiit, 
sed in vobis a) propagacione laudabili predicabiliter radicata et 
transfusa tenacius conquieyit. Super quo utique et super hoc precipue, 
quod filiam vestram inclito filio nostro h') cupitis matrimonialis yinculi 
federe couniri, quod scilicet in pectore nostro auxit diffusius mate- 
riam gaudiorum, dilectioni yestre ad grates uberrimas inclinantes, 
proinde vos et vestros invariabili animo semper disponimus gratis 
amplecti favoribus et condignis honoribus ampliare. Verum licet latis 
precordiis affectemus, quod domus vestra matrimonialibus nobis 
uniatur amplexibus nativitatis floride virgulis fecundata c), quibus 
progenitores exultant in filiis filiorum, quia tarnen negocii huius 
arduitas principum et fidelium nostrorum consiliis indigetsuffulciri,cumFtfi.44a. 
eisdem super huiusmodi finalem et salutarem disponimus habere 
tractatum quanto festinancius possumus, ut ad honorem Dei et 
comodum partis utriusque votiya conclusio in predicto negocio 
subsequatur. 

Vergleiche ober diese Angelegenheit die unten Fol. 47 no. 7 und 8 
folgenden Briefe. 

55. 
R«iiiaB«raiii rei indlcibns suis. 

König Rudolf fordert Richter auf. Jemandem schleunigst ihren Rechtsschutz 

zu gewähren, 

Bodmann^ p. 180. 

Quia miserande miserie miserabilium per^onarum viscera miseri- 
cordie obserare nequimus, in amiracionis spiritttm rapimur vehe- 
menter ex «0, quod, licet alias pro viro dilecto nobis N. preees 
regias direxerimus et mandatum» ut sibi super illatis iniuriis 
exhiberetis d) iusticie complementum , vos tamen cordis vestri 

a) nobis V. — h) filiam nostram inclyto A (N. Bodm.) filio vestro Pal. 
und Bodm. — cj fecundatam Z fecundanda Bodm. u. Pal. — d) exhibeatis Z. 



*) König Stephan von Ungarn. 



270 

duriciam adamant e forcius indurantes, immo ailflictionem addentes 
afOicto, eisdem precibus et nostro matidato conteroptis a), permittitis 
eum fatigari laboribus gravibus et expensis, sue non compacientes 
inopie nee iusticie sibi debitum inpendentes. Hinc est, quod iterato 
in fidei 6^ debito, quo nobis astringimini/ et sub obtentu gracie 
nostre vobis districte preeipiendo mandamus , quatenus ipsi N. tarn 
graeiosam et tarn celerem studeatis iusticie plenitudinem inpertiri, ut 
non cogatur deinceps ad tribunal regium recurrere super eo. 



56. 
Rex R«Han«rBn N. epise^p« c). 

König Rudolf tröstet einen Bischof über den Tod seines Vogtes; er werde sich 
mit ihm berathen und einen andern Vogt bestellen, 

Bodmann, p. 228. 

Ex quo placuit regi regum altissimo, palmo omnia complectenti 
cuius iudicia voce prophetica reputantur abysus multa i), dilectum 
nostrum N. virum discretum, , quem vobis in advocatum nostra sere- 
nitas prefecerat, per universalem bumanitatis legem communi tributo 
mortalitatis involvere et hoc mundo proch dolor! evocare; propter 
quod utique regius animus ad d) compassionis lacrimam non potuit 
non moveri, eo quod vobis admodum e) necessarius et universitati 
vestre non modieum fuerit fructuosus, prudeneie vestre consolacionis 
ungenta porrigimus , vos hortantes , quatenus animosa interim con- ' 
stancia regamini f), quod cum, duce Domino , ad talem locum N. 
venerimus et vestri consilii copia nobis adesse poterit, vobis ex tunc 
providere curabimus de ydoneo successore. 

a) contemptoY. — i^fide V. — c) principi auspunctirt dafür von späterer 
Hand ep. ^ ^^ a Y. — e) admodum Z, so aach ursprünglich Y, dann corrigirt 3 
ad commodum. — f) constancia vos regatis, nos enim si in B u i c u m apud N. 
duce Domino nos venire continget et vestri consilii etc. Bodmann. 



1) Psalm 35, 7. 



271 



57. 
Hei E«iiian«raiii snbdUd sn«. 

König Rudolf empfiehlt Jemandem, bezeichneten Ordensbrüdern, die in einer 
Stadt ein Gotteshaus gegründet, zur Seite zu stehen, 

Acceptus Altissimo, nobis quoque placidus humilis ordo N., 
celebis vite fraglancia nostri spiritus sie recreavit intrinseca, quod ad 
eius augendos profectus et eomoda proeuranda libenter assurgimus 
et fayorabiliter inclinamus. Hinc est, quod pro eiusdem ordinis fratri- 
bus, qui in civitate N. Deo habitaculum dedicarunt, benignitatem 
tuam deposcimus et rogamus, quatenus eis pro divina nostraque 
reverencia in suis neeessitatibus sie assistas, ut tibi ereseat ad meriti 
cumulum apud Deum et apud nos ad beacioris benivolencie inere- 
mentum. 



58. 
Rex R«]iiaii«riiiii N. millll sn«. 

König Rudolf fordert einen Ritter auf, sich mit seinem Gegner zu vergleichen, 
da er sonst mit der gesetzlichen Strenge gegen ihn vorgehen müsse. 

Querelam, quam N. de te coram nostra presencia nobis pro 
tribunali sedentibus deposuit, est usque adeo prosecutus, quod nisi 
eum eo amicabili composicione componas, contra te, exigente iusticia 
rigore sentenciali procedere nos oportet. Quocirca fidelitati tue man- 
damus, quatenus, severitatem iustieie debita satisfactione preveniens 
et evitans, cum predicto.N. concordie modos cogites et exquiras, 
alioquin ipsi in iure deesse non possumus , quin contra te finaliter 
animadversione iudicaria, sicut racio expostulat, procedamus a), 

a) procedamus corrigirt für procedemus V. 



272 



S9. 
Rei R«Man«raiii d^mltt« pape. 

1274. 

König Rudolf dankt dem Papst Gregor X für die gnädige Aufnahme, die er 
seinen Boten und deren Mittheilungen habe angedeihen lassen, 

Bodmann, p. 40. 

Resplenduit nobis velud in iubare sideris luminosi diyinitus 
coruscanlis, in hoc precipue apostolice graciosa benivolencia pietatis, 
quod» quemadmodum N. fida nobis exposicione narrante didicimus, 
nuncios nostros» quos ad beatitudinis yestre pedes transmiaimus, ex 
innata clemencia g^aciose suseipientes et plaeide proposicionis eoram 
seriem graeiosius et placidius audiyistis aj, Super quo utique digna 
graeiarum laudumque preeonia refferre nos insufßcientes et prorsus 
Fol. 44 b. (nhabiles arbitrantes, assiduis preeibus, prout nostra patitur fragilitas, 
inploramus h) divine elemeneiam pietatis. qua vos viearium suum in 
urbe pariter et in orbe eonstituit, ut sanetitati vestre piissime dies 
super dies adieiat ad corroboraeionem katholice fidei, matris ecclesie 
pacem et tranquillitatem perpetuum Romani imperii fuleimentum. 

Dass dieser Brief von Rudolf und an Gregor X. gerichtet ist, so wie» 
dass er in das Jahr 1274 gehört » ergiebt sich aus einer Vergleiehung 
desselben mit dem oben p. 254 no. 40 mitgetheilten Schreiben Rudolfs. 
Vergl. auch noch p. 259 no. 46. 



60. 
lex E^naiiornn d«aitn« pape. 

König Rudolf bittet einen Papste einen bezeichneten hervorragenden Mann zum 
Abt eines verwaistem Klosters zu machen* 

Si super iustis peticionibus yestre beatitudini preees nostras 
supplices offerimus , gratum yos ex eo speramus Altissimo prestare 
obsequiuro et apostolice gracie benefieium nobis lacius et uberius 

a) adiuyistis V. — b) inplorantes V. 



273 

vendicare, si apud vos eiaudicionis paterne graciam consequamur. 
Sane cum honorabilis vir N. — in quo, prout experte comperimus et 
cognovimus, clarior fidei puritatisque scintilla resplenduit — sie 
pericie litteralis prestancia poUeat, sie hotieste vite morumque nitore 
prefulgeat, quod nullius obumbraeione caliginis yisa sit suorum 
laudabilium operum elaritas nubilari: pro eo vestre sanetitati, prout 
licet et possumus, supplieiter inclinamus, petentes quatenus ex eon- 
suete benignitatis clemencia o^ rutilantem tanti viri lueernam de medio 
caliginis super eandelabrum graciosius attollentes, monasterio tali, 
quod viduitatis exui clamide clamitat, de ipsius persona dignemini 
providere. Beata enim huiusmodi ecciesia, ut verisimiliter arbitramur, 
se poterit reputare, si meruerit sponso tarn egregio copulari. 

61. 

R«]iiafi«raiii rex indiei. 

König Rudolf fordert einen Richter auf, seinen Getreuen N. und N. in ihrer 
Erbschaftsangelegenheit volles Recht angedeihen zu lassen, damit sie nicht 
gezwungen werden, an den königlichen Richterstuhl zu recurnren, 
Bodmann, p. 178 und Firnhaber Fontes rer. Austr. 6, p. 57. 
Querelam gi*avem fidelium nostrorum N. et N. nuper accepimus, 
continentem, quod super hereditateeorum paterna, in qua bj ipsorumde 
iure funiculi ceciderunt, non levem irrogas eis iniuriam, et eisdem 
indebite denegas exhibere, quod debitum eis hereditarie successionis 
noscitur inpendisse. Quoeirea tibi precise mandamus, quatenus ipsis 
super premissis tarn prompte iusticie plenitudinem studeas inpertiri, 
quod non cogantur deinceps super defectu huiusmodi ad regium 
tribunal habere recursum, et nos proinde tibi, si recta via in eodem 
facto processeris, non declinans ad dexteram vel sinistram, condigne 
gratitudinis vicem de liberalitate regia rependemus. 

62. 

lex R^man^rniii N. aniTersftatl. 

König Rudolf empfiehlt einen gewissen Johannes, den er zu seinem Kaplan 
gemacht hat, dem Wohlwollen einer Stadt, 

Digne illos prerogativa favoris amplectimur, qui per merita 
virtuosis operibus se nobis placidos exhibuerunt ethominibusgraciosos. 

aj clemencie V. — bj quo V. 
Fontes. Abth. 11. Bd. XXV. 18 



274 

Sane cum Johannes lioneste vite morumque claritate refulgeat, prout 
ad nostri eulminis audienciam celebris fame preconiis est perductum, 
nos propter hoc eundem singularis benivolencie gracia proseqni 
disponentes, ipsum in nostrum capellanum libenter et liberaliter 
duximus admittendum. Et quia debent immunitate fulciri quos regle 
familiaritatis favor illustrat, universitatem vesüram requirimus et 
rogamus, quatenus eum, tanquam capellanum carissimum habentes 
pro nostra reverencia commendatum , in cunctis suis agendis eidem 
benivolenciam congruam inpendatis. 
Vergleiche Siobbe no. 28. 

63, 
R«]iiaB«rnm rex cardffialibns. 

127S. oach Ostero c. 

K, Rudolf dankt den Cardinälen für ihre Bemühungen in Förderung seiner 
Angelegenheiten und erbietet sich tu Gegendiensten, 

Gerbert, 1, 30. 

Quante soUicitudinis opera» quante eciam prestancia puritatis in 
nostri expedicione negocii curas vestras exercueritis hiis diebus, satis 
est patens et cognitum evidentibus documentis. Nunc vero de novo 
F., Tiro industrio, nobis fideliter enarrante, cognovimus, quod in 
eiusdem promocione negocii virtus vestra sie viguit, sicque damit 
vestre eximie claritas probitatis, ut quitquid prosperitatis initium 
habuit aj, quitquid nobis dedit conclusiva felicitas , quo ^d humana 
presidia, principaliter vestris tytulis adscribere debeamus. — Que 
utique coUaudanda nimirum vestre virtuositatis insignia, nobi$ inpre- 
Foi.44e. ciabiliter b} presentata, illabili libro memorie tenacioris inscripsimus, 
ut in opportunitatibus vestris digne vobis vicissitudinis repensiva in 
uberi affluencia compensentur. Sic enim nos vobis et vestris astrin- 
gimns, sie nos vobis et eis perpetuos constituimus debitores, quod 
cuncta, que vobis ac ipsis honoris et glorie incremento cessura 
cognoverimus, eque semper benivolencie gracia prosequi velimus ac 
sinostramnostrorumque personam tangere videantur, ab amabili vestre 
dilectionis applausu nullo unquam eventu vel tempore decerpendi cj, 

a) habuit unterpunctirt V. — b) inprecialiter V. und Z. — c) discrepanda 
Gerbert. 



275 

Haceat igitur vestre paternitati a nobis cwm fiducia requirere quit- 
quid libet, in quo quidem nos experiemini ultroneos et officiose beni- 
volos seacktis. Multum quidem nostris arrideret affectibus atque 
desideriis blandiretur, si vias et modos nobis patere contingeret, 
vesiris votis placide complacendi. 

Gerbert findet in diesem Briefe die Antwort auf das unten, Fol. 60 a. 
no. S6 folgende Schreiben der Cardinäle. Dieser Annahme entspricht in der 
Tbat der Inhalt unseres Briefes, dessen erster Satz alsdann auf die Forderung 
der päpstlichen Anerkennung Seitens der Cardinäle sich bezöge und der 
somit nach Ostern 1275 geschrieben wäre. Vergl. unten Fol. 60 a. no. 56, 
Anm. 3 u. 4. 



ftomanorum rex N.-nniTersitati. 

i290. November. Erfordie. 

König Rudolf setzt in Thüringen Statthalter ein, 

Inter cetera, quorum nos eura pervigil sollicitat, quorum nos a) 
utique euriosa sollicitudo fatigat, crebra reddimur anxietate sollieiti, 
qualiter illa nobilis Duringa b) ^ generosum quidem Romani 
imperiipomerium,tH quo regie eelsitudinimiradelectacione 
complacuit*)» rediviva quiete refloreat post diutine fatigacionis 
labores eximio« et post bellicas tempestates in partu tranquiliitatis 
et pacis pulchritudine conquiescat. ELstimantes igitur id non posse 
fieri faeilius, quam quod eidem provincie preficiantur gubernatores 
ydonei, qui sie presint ut prosint, ecce quod riros egregios N. et N. 
fideies nostros dilectos, quos fidei sue merita nobis reddunt amabiles, 
^obis ac tote provincie Turingie digne provisionis instinctu 
preficimus in rectores, ut ambo in credita potestate non disparesi 
sed eciam in commissionis auctoritate conformes, yel alter eorum» 

a) cura bis nos am Rande V. — h) sie ! 



i) Vom 14. December 1289 bis nach dem 1. November 1290 hatte Rudolf zu Erfurt Hof 
geba'lten. Siehe Boehmer, Reg. Rud. ao. 1008—1082 und Hiat. Laadgr. de Thuriag. 
Pistorkis 1, 1355 cap. 76 ad a. 1290: Et cum rex discedere Teilet de Thuringia, 
vbi euriam aaam hd>uU quasi per aanum, eommisit Yices suas cuidam militi de 
Brumberg, qui auctoritate regali violatores pacis et raptores coerceret. In unserem 
Briefe sind aber ausdrücklich zwei Statthalter genannt. 

18* 



276 

altero deficiente» quod absit, in solidum, quo ad dicte provincie 
regimen vice nostri nominis exequantur. 

Quapropter universitatem vestram hortamur, regio vobis edicto 
mandantes, quatenus eos, quos velud ymaginaria nostre presencie 
Tobis presentamus , pro nostra reverencia suscipiatis hilariter et 
benigne, fidelitatis nobis debite nostro nomine prestitis eis iuramentis, 
ut in Omnibus ad nos raeione imperii pertinentibus ipsis in omni 
promptitudine spiritus pareatis. Nos enim in omnibus, que ad 
gubernaeionis spectant officium, plenam in eos presencium auetori- 
tate transfundimus potestätem. 



65. 

R«Biaii«riim rex domiii« pape. 

1275. 

König Rudolf biitei Gregor X, , den zum Erzbischof von Cöin erwählten 
Siegfried von Westerhurg zu bestätigen, 

Gerbert 2, 2. 

Inter cetera, quorum nos «^ pervigil cura soUicitat, quorum 
desiderabilis exspectacio mentem nostram exagitat incessanter, illud 
tranquillo sancte matris ecciesie statui, reformacioni divulsionis 
imperii ac subsidio terre sancte potissimum credimus expedire, 
quod ecciesie regni Alymanie, destitute pastoribus, nova novorum 
sponsorum substitucione refloreant et provisionis optate solacio 
recreentur. Inter quas utique quanto presignius cunctis reverenda 
N. monasterii ecclesia b) renitet, quanto maiorum periculorum 
et persecucionum procellis impetitur et turbacionum calamitatibus 
inpulsatur, tanto celebrioribus indiget vestre paterne provisionis 
auxiliis sublevari. Et quoniam venerabilis E. , eiusdem monasterii 
electus, laudabili perbibente c) testimonio plurimorum, a iuventutis 
sue primiciis semper fultus d) caterva virtutum, boneste conversa- 
cionis et vite fuisse, communis fame preconio predicatur: pro eo 
vestre beatitudini supplicamus, quatenus, cum predicta ecclesia 

a) quorum nos am R. V. — b) preclara et veneranda Coloniensis ecclesia 
Gerb. — c) Et quia N. laudabili perbibente testimonio etc. Gerb. — d) in- 
fultus Z. 



277 

sicienter a) expostulet suo salutari regimine dirigi et amabili sua 
presencia confoveri, eundem electum ad ipsam ecclesiam guber- foi. u d- 
nandam quaato citius b) destinare dignemini, ex innata paterne 
clemencie compassione celeriter expeditum, nisi forsan ipsum c) 
sublimioris loci regiminis , ad quod proeul dubio reputatur ydoneus, 
vestra pia eonsideracio sue multimode bonitatis instinetu et obtentu 
deereverit deputandum, Speratur siquidem, quod per eum, velut 
per columpnam immobilem, fulcietur imperium et in domo Domini 
idem eleetus niebilominus velud oliva fructifera omni tempore 
germinabit «). 

In unserer Formel handelt es sich allerdings nicht nm das Erzbisthum 
Coln, sondern um die Prälatur irgend eines Klosters. Angesichts der aus- 
drücklichen Bezeichnung der Cölner Kirche in der Gerbert vorliegenden 
Handschrift, darf man aber wohl annehmen, der Dictator habe willkürlich 
„Coloniensis ecclesia*' in „monasterii ecclesia*' verwandelt und folgerichtig 
auch später monasterii eleetus gesetzt. Die Möglichkeit, dass der König sich 
für einen Abt mit denselben Worten verwendet habe wie für den Erzbischof, 
ist freilich nicht ausgeschlossen. 

66. 

Imperator pape d), 

1275. 

K, Rudolf antwortet dem Papst Gregor X auf dessen Brief vom 27* Juni i 27 S 

und lehnt es ab, das Herxogthum Schwaben an K. Alfons auszuliefern, 

Gerbert, 2, 12. 

Beatitudinis e^ vestre, pater sanctissime, litteras super paeis 
et concordie unione , eum rege Castelle inelito ineunda , per venera- 
bilem N. ahbatem nostro culmini presentatas, eo reverencius et 
devoeius accepimus, quo eedem eximie pietatis circa nos clemenciam 
exuberancius exprimebant «). — Earum igitur respondentes tenori 
dicimus , et pro incommutabili sanctitatem vestram habere volumus, 
quod, si iuxta salubria benignitatis vestre nwnita, ex piissime 
paternitatis affectu manancia, pacem cum omnibus Christiane reli- 
gionis cultoribus , tanquam pacis verissimi sectatores , quantum in 

a) scienter Gerb, indesinenter Z. — b) quantocius Z. — cj ipsi V. — 
dj pape ausradirt V. — e) Sanctitudinis Z. 



1) Psalm 51, 10. 

2) S, den Brief Gregor'» X. oben p. 113 ff. 



278 

nobis existit, habere velimus: inter nos hanc tarnen a^ et memo- 
ratum regem Ca st eile, qui forte quorundam, verisimiliter credimus, 
que sua, non que veritatis sunt, quereneinm perswasionibus ac- 
quiescens, contra nos eeeasionem discordiarom ridetur exqnirere, 
stabiliri solidius tanto desiderancius appetimus, (juanto iatensiori 
hoc vestra paternitas desiderare videtur aflfectti. Nee hj ducatu» 
Suevie, quem rex idem ad se ex sueeessione materna speetare 
asserit *), ipsi iuste commocionis contra nos materiam poterit 
ministrare. Cum enim ex commissi nobis regiminis debito aliorum 
teneamur iniurias propellere, quomodo non essemus parati a tanti 
principis iniuriis abstinere? Si quidem idem ducatus ad nos et 
imperium non spectaret, si non rei aliene conscia^iciam haberemuÄ^ 
revera ipsi regi, eciam non instanti, eundem liberaKtcr offerremus* 
Si tamen rex sepedictus in eodem ducatu ius aliquod sibi coitipeterc 
verisimiliter putaverit, quod non credimus, et parati erimus sinö 
difficultate qualibet exhibere sibi, quod ordo postulat racionis, 
Quapropter pater reverende causas racionabiles et legittimas, supra- 
dicto abbati expositas, per ipsum et virum bonorabilem, fratrem N. 2), 
cordis nostri secretarium, sufficienter de condicionibus et iuribus, 
nobis in ipso ducatu Swevie competentibus , informatos, mox ad 
beatitudinis vestre pedes dirigimus paternitati vestre planius expri- 
mendas. 

67. 

Imperator patriarehe. 

1274. c. 

König Rudolf fordert den Patriarchen Rarmund von Aquileja auft ihm gegen 
seine Feinde Beistand tu leisten und verspricht ihm dafür auch seine 

Unterstützung. 

Quantis qualibusque tribulacionum malleis ex defectu imperiali 
solio presidentis Christi populus in subculcacione ecclesiastice über- 
aß hanc tarnen am Rande V. — bj ut V, 



1) S. oben p, 113, Anm. 1. 

*) Gerbert und Herrgott Genealogia 2, 2, 451, haben H. Üemeiut ist ohne allen 
Zweifel Heinrich von Isny, nachmals Bischof von Basel. 



279 

tatis, in clade bellica, qua filii a) sancte matris ecclesie dissecabantur, 
in se ipsos cede mutua frementes, velud in Rebecce utero, sit 
eoncussus, qualiterque perversoruro inereverit temeritas ob inpuni- 
tatis audaciam, nemine crassancium b) maliciam refrenante, singulis 
aliqualis facti potencia pollentibus iniuriam inhyantibus spoliis et 
rapinis, lamentabilis sedicio ac lugubris yiduarum et pupillorum 
singultuose vociferancium gemitus indicat et declarat c). Miseracio- 
num autem oculus d)^ de celo prospiciens, iusticiam visa e) est 
erigendo reficere imperiale solium *), ipsius imperii nos f) consti* 
tuens principum g) principem gloriosum. Cum igitur princeps 
gloriose h) dilectissime venerabilis pater, imperatorie celsitudinis 
sitis columpna immobilis et sublimis, super yestre strennuitatis 
constanciam, velud super basem i) ventorum turbine ap fluminum fo»- ** •• 
impetu conquassatam , regalis throni deflexerimus arcbitectum A:^; 
vestram fidei sinceritatem exorandam l) duximus et bortandam, 
quatenus, beneficia recolentes, quibus sacrosancta Aquilegien- 
sis ecclesia ab inclyte recordacionis predecessoribus nostris 
divis Augustis sollempniter est ditata, sie pro honoribus et iuribus 
imperii reformandis fideliter insudetis, sicque contra bostes, ex 
opposito contra nos ascendentes, vos mumm et propugnatorem 
principaliter opponatis , quod in nostra promocione vestra includatur 
utilitas, et regiam delectet clemenciam, predecessorum nostrorum 
vestigiis inherendo, non solum attributa manu teuere ecclesie vestre 
largitatis beneficia, verum eciam suo tempore addere largiora. 

a) filiis V. — h) grassantem zu lesen. — c) indioani et dedarant Z, 

— d) ocuha Z. -^ e) visus zu lesen. — f) vos V. und Z, was offenbar falsch 
ist. — g) principum fehlt Z am Rande V. — h) gloriose fehlt Z. — i) basin Z. 

— h) So übereinstimmend V und Z, dafür ist aber wohl defixerimus tectum 
zu lesen. — l) exhortundam V. 



1) Aus dem bisher Gesagten schüesse ich, dass der Brief nach dem Interregnum, 
also von Rndolf ron Habsbiirg geschrieben ist. Der später ausdrücklich erwühnte 
Patriarch von Aquileja kann demnach nur Raimund sein (1272 Febr. 13. bi« 1206 
Febr. 21.), der zu Rudolf freundschaftliche Beziehungen hatte und von ihm in seinen 
Kriegen uuterstät^t wurde. Ughelii Italia sacra Tom. ^, 944. und unten Fol. 49, 
HO. 28. 



280 



68. 

E«Biaii«riiBi rex episcop«. 

1275. 

König Rudolf verspricht dem Erzbischof Friedrich von Salzburg, wenn er vom 
Könige Otakar von Böhmen angegriffen werden sollte, schleunige und nach-' 

drückliche Hilfe. 

Stobbe, no. 251. 

Horrende perseeucionis immanitas, quam tu et alii principes 
nostri et fideles pro pure fidei observancia et honore imperii sub 
moderni Pharaonis tyrannide *) passi estis, altius cordis nostri 
pupugit intima et nos amaritudine fellea perturbavit. Tantus a) 
enim fervor, tanta nos cura soUicitat vestris votivis relevacionibus 
intendendi , quod quosque labores et rerum dispendia propter hoc b) 
aggredi nos delectet. Tu igitur cogita et revolve diligeneius, quo 
numero bellatorum, quo eeiam tempore ad reformacionem omni- 
modam status tui tibi et aliis nostris fidelibus valeat subveniri, quos 
quidem in tuum et aliorum subsidium proeul dubio transmittemus. 
Verum si rex Bohemie per expedicionis publice robur in tua 
dispendia degrassetur, nos, relegato cuiuslibet difficultatis obstaculo» 
Domini exercituum aspirante gracia, sua prorsus cj conamina 
retundemus. Quod d) si forte mnniciones tuas et castra obsidione 
hostili vallaverit, manum nostram exurgere sencies e) in id ipsum. 
Tu tamen longe pulsa formidine, spiritum confortacionis indue, 
quia in omni eventu tibi nostre protectionis umbraculum tam fideliter 
quam salubriter inpendemus f). 

Der Inhalt des Briefes macht es unzweifelhaft, dass er an den Erz- 
bischof Friedrich von Salzburg gerichtet ist. Vergl. unten Fol. 47 d. no. 
10 und Fol. 51 no. 38. 

a) tandem Stobbe. — b) vos Stobbe — c) provisus St. — d) qui Z. — 
e) sentiens St. — • f) pretendemus Z und Stobbe. 



1) Otakar v. Bölmien 



281 



69. 

E«Biaii«rM rex apostolic«. 

i279. 

König Rudolf dankt dem Papste Nicolaus JJJ. dafür, daes er ihn in seinen 
Schutt und seine Gunst aufgenommen und dass er jeden beunruhigenden 
Verdacht wegen des Verhaltens des Königs Karl von Sicilien entfernt habe; 
er selbst wolle das gute Einvernehmen mit jenem Könige befestigen. Gleichzeitig 
bittet er den Papst, den mit der Kreuzpredigt in Deutschland beauftragten 
Predigermönchen grösseren Eifer anzuempfehlen. 

Grande multiplicatum aj gaudium in filii devoti precordiis 
crebra pietatis paterne levamina, quibus nos iugiter consolaciones 
vestre letificant» imo , pavore omni postposito , nos spiritu fortitudinis 
fecundarunt. In boc sane nuper nobis benignitas bj graciosi conso- 
latoris apparuit, quod, quemadmodum honoratum fratrem N. narrantem 
cognovimus, ut securi efficiamur a qualibet cura formidinis, nos 
sub specialibus alis vestre protectionis et apostolice graeie susce- 
pistis, data nobis nichilominus bona spei fiducia, quod de inelyto 
rege Syeilie quitquid vulgaris opinio predieet, quitquid privata 
suggestio swadeat, nulla nobis meticidosa suspicio sit habenda. 
Super quibus itaque placidis confortacionis vestre dulcoribus, 
quibus delicate refieimur, cum non sit bumane potencie vobis digne 
regraeiacionis applausu decenter assurgere , nostre causa imbecilli* 
tatis, exiles illas, quas possurous, beatitudini vestre graciarum 
exsolvimus aetiones , volentes amodo sub tarn tuti defensione clippei 
militare viriliter, et predictum regem Syeilie, dummodo in vestris 
et sacrosdnete matris ecclesie beneplacitis perseveret immobilis, 
pure semper benivoleneie studio prosequi, ac alterne dilectionis 
amplexibus nobis indissociabiliter counire. Porro pater piissime, 
quod terre sanete neeessitas, cuius, ut nostis, subvencionibus 
devovimus salvifice crucis assumpto signaeulo, nos pervigil cura 
soUieitat et indesinenti anxietate fatigat, vestre non immerito pandimus poi. 45 b. 
sanetitati, quod predicacio crucis sanete per Alymanniam ministerio 
fratrum predicatorum et minorum non sie ex corde dirigitur, prout 
expediens arbitramur. Idcirco, si apud vos sit visum conveniens, 

aj multiplicant zu lesen. — b) benigoitatis Z. 



282 

non inutile reputanius , quod ipsis fratribus, ut ad eiusdem promo- 
cionem negocii accendantur ardencius, adstrictione mandati ac 
eciam lacioris auctoritatis indulto predicte predicacionis officium 
seriosius iniungatur. 



70. 
R«maii«riiii rei N. indieibiis. 

Der römische König (Rudolf) nimmt ein Waisenkind, das noch nicht ^rechen 
kann, in seinen Schutz, 

Gerbert, 3, 35. 

Ad hoc nostris humeris regie dignitatis est a Deo inpositus 
principatup armique nostri sacre delibucionis oleo sunt peruncti, ut 
manu fortitudinis et brachio extento ^) simus omnium sub Romano 
imperio degencium defensores. Verum licet ad hoc omnibus tene- 
amur ex cura suscepti regiminis, illos tamen precipue volumus 
et debemus protegere, quos divinum oraculum nostre protectioni 
commisit specialiter cum precepto clamans 2) : „pupillo et orpbano 
tu eris adiutor." Sane dilectus noster N., paterno solacio destitutus, 
non tantum aj propter pupillarem, verum eciam propter infancie 
teneritudinem se ipsum non potest defendere, nee iuvare. Ea propter 
ipsum nostrani recepimus in tutelam et omnia bona sua mobilia 
et bj non mobilia sub nostri presidii ac protectionis gladio assu- 
mentes seu clypeo, omnibus Romani imperii fidelibus obnixe preci- 
pimus, ne quis dictum infantem seu bona sua audeat invadere 
aut aliqualiter perturbare, sicut nostre indignacionis formidinem 
voluerit evitare. 

a) nondum V. — bj nee V. 



») Cfr. JereiiiiiiH 21, ö. 
8j Psalm 10, 14. 



283 



71. 

E#iiiaii«rM rex nobilibis. 

Eine königlithe Drohung wegen unerlaubter 3tollbedritckung, 
Gerbert, 1, 41. 

Exurgit adversum vos terra clamoribus et ad aurcs regle celsi- 
tudinis pauperum gemitus introivit ex eo quod» geiieralis paeis 
observacioni rebellionis calcaneum opponentes, pro vestre libitu 
voluntatis a transeuntibus presumitis extorquere tbelonea a) et 
indebitis noa cessatis eos angariis onerare. Quoeirca prudeneiam 
vestram afTectuose requirimus et rogamus, pro b) regia cj vobis 
auetoritate mandantes, quatenus manus illicito cohibeatis ab opere 
et ad licita refleetatis; alioquin scire vos volumus pro constanti, 
quod ad huiusmodi pacis pulehritudinem , ut pristino deeore refloreat. 
omnes vires, curas et animos acuemus. 

72. 

ftomanorom rex eognat« soo. 

1277? 

König Rudolf überträgt einem Verwandten ein Amt, in der Hoffnung , dass die 

Reichsfüreten , ohne deren Einwilligung Reichsgut zu vergeben er sich eidlich 

versagt habe, ihre Einwilligung geben werden* 

Gerbert, 3, 6. 

Duplex tibi suggerere non ambigimus incentivum, quod nobis 
et Romano imperio adeo ministeriosus ut apis argumentose deservis, 
quorum alterum sangwinis efficit claritudo, qua coniungimur, alterum 
vero fldei debitum naturalis, quo te imperio reeognoscas astringi, 
quod rupture non patitur cicatricem *). Virilis igitur animi , quem 

a) thelonia Z. — b) pro fehlt Z. — c) pro regia am Rande V. 



i) Aus diesem Satae folgert Gerbert, dass der Brief «n den Grafen Meiohard ron 
Görz und Tirol, seit Anfang 1276 Schwiegervater von Rudolfs filtestem Sohne 
Albrecht , gerichtet sei. Er fuhrt sodann folgende » den weiteren Inhalt des Briefes 



284 

blanda non subvertunt nee terrent adversa, eonstaneiam digno a) 
laudum preeonio eommendantes et ineommutabili animo disponentes 
te velud insigne signaeulum , positum super cor nostrum , condignis 
magnificare favoribus et honoribus congruis exaltare, fidelitati 
tue officium N. committimus usque ad nostre beneplacitum voluntatis. 
Nos enim iure iurando firmavimus, quod bona imperialia 
sine consilio principum nostrorum prorsus alienare 
non possumus. Sed ob tue merita probitatis, cuius prestancia 
pollet et viguit fides tua, cum ad presenciam nostram veneris, ipsos 
principes ad hoc facile credimus inclinari, quod non solum in istis 
verum eciam in fecundioribus beneficencie nostre solaciis debeas 
multipliciter et quodammodo munifice honorari. 

Stobbe» N. 166. Gerb. 3, 6 mit noch mehreren Sätzen Porro cum — 
praemiorum. 



73. 

R«maii«riiiii rei N. prineipi. 

1278. 

K, Rudolf drückt dem Könige Ladislaus van Ungarn seine Freude aus, 
über die zwischen ihm und seinem Bruder Andreas (dem Veriahten von 
Rudolfs Tochter dementia) hergestellte Eintracht, bittet, seine Boten zurück- 
zusenden und seinen Getreuen in Osterreich, die von Otakar bedrängt würden, 

beizustehen. 

Gerbert, 3, 12. Stobbe, 191. 

Fol. 45 c. Grandem cordi nostro materiam exultacionis induxit, quod 

quiescente iam intumescencie spiritu, quem inter vos et inclitum 

aj digna V. 



erläuternde Stelle aus dem Anonym. Leobiensis an (Job. Victoriensis^ Böhmer 
Fontes 1, 313. ad a. 1279): Heinricas autem dux (Bavarie seil.) et Lude- 
wicus frater eins et Meinhardus comes, sororlus eorundem, venerunt ad regem, 
postulantes eis et beredibus suis de terris acquisitis donationem fieri pro eorum 
et suorum heredum ad regni etema servitia qualemcunque. Quibus rez respondit: 
„hoc non posse fieri sine principum consensu, sed ista in curia quam in Augusta 
precepisset agere pertractanda*<. Et sie distulit responsivam. Der Werth unserer 
Formel liegt wesentlich in der Äusserung , der König habe eidlich gelobt , Reichs- 
gut ohne Zustimmung der Fürsten nicht zu vergeben; die Adresse des Briefes iässt 
sich mit Sicherheit nicht feststellen. 



285 

filie nostre sponsum fragor horride tempestatis invexerat, eius inter- 
posita clemencia, qui post iiubilum dat serenum, eidem N. sie 
stetis votive reconciliacionis in osculo et fraterna duicedine eoniuneti, 
quod utique, sieut vobis ad gloriam, subieetis fidelibus eedet ad 
optate quietis augmentum. Verum ex eo admiracionis causa precor- 
diis nostris infunditur, quod nuncii nostri, ad yestram iam dudum 
transmissi presenciam super matrimonio consummando, tarn largam 
et diutinam moram in vestra curia contraxerunt, quos a) quidem 
finaliter petimus expediri. Et quia nostri fideles in Austria h} diri 
adversantis emuli i) quaciuntur insultibus et diris c) persecucionum 
malleis- impetuntur : sinceritatem d) vestram attente requirimus et 
rogamus , quatenus invasores eorum a latere illo tam viriliter quam 
potenter invadere satagatis. Nos enim in digito Dei confisi, qui 
cause nostre iusticiam comitatur ac dirigit, eosdem hostes ab illo 
latere taliter inpugnare conabimur in virtute Germanici potentatus a), 
quod invasores predicti, positi inter malleum et incudem, sera 
ducentur penitudine peccatorum. Sic autem non solum ademptos 
vobis e) recuperare poteritis terminos, sed ad ampliora funiculos 
extendetis. 

Ladislaus Cumanus war seinem Vater Stephan IV. am 1. Juli 12'72 
auf dem ungarischen Thron gefolgt. Sein jüngerer Bruder Andreas war noch 
bei Lebzeiten Stepbans von dem Grafen Joachim Pectari geraubt worden, 
der dann auch auf Ladislaus einen Einfluss gewann , sich auf die Seite 
K. Rttdolt^s stellte und die Verlobung seines Schützlings Andreas mit RudolPs 
Tochter dementia bewirkte. S. Palacky Gesch. v. Böhmen IL 1. 223 und 
DolHner Codex epistolaris Ottocari IL p. 35—38. 

a) vos Z und V. — h) Et bis diri am Rande V. — c) duris Z. — 
d) serenitatem Z. — e) vobis auf Rasur V. 



1) Otakar. 

>) Deatet auf die Zeit, in welcher Rudolf seinen entscheidenden Feidzug gegen Otakar 
vorbereitete. 



286 

74. 

R«iiiaii«riim rei cardinalibos. 

finde 1275. 

König Rudolf beschwert sich hei dem Magister Bemard von Casteneto, 
erwähltem Bischof von Alhi, dass sein Eifer für ihn erkaltet sei. 

Gerbert 2, 31. 

Blande faciei vestra serena placidjtas, agendorum regalium 
hactenus non ignara, non pavida procuratrix et fotrix, sie erga a) 
nos instinctibus virtuosis inealuit, sicque valuit prepotenter, quod, 
patre nostro sanctissimo domino papa dumtaxat excepto, non imme- 
rito principaliter yobis ascribimus quitquit honoris et glorie subli- 
maeioi^is nostre progressui dextera apostoliee eonsolacionis adieeit. 
Yobis enim fideatissime quelibet mentis nostre interiora deteximus, 
vestris humeris pondüs et onus eure toeius et soUieitudinis sareinam 
inponentes, ex quo utique peroptata proeessit utilitas et profeetus b) 
prodiit exoptatus. Verum de novo, quod corde gravi c) ferimus, 
Visum est nobis quibusdam probabilibus coniecturis, quod erga 
nos verisimiliter immutata sit illa laudabilis vultus vestri serenitas 
et exasperata sit lenitas bone mentis. Super quo merito vehemens 
intima nostre aculeus amiraeionis perculit d) ex rei huiusmodi insolita 
novitate. Testis enim est incontaminate conscieneie integritas, quavis 
testium deposieione sollempnior, quod per nos niehil unquam verbo 
aut opere extitit attemptatum seu etiam cogitaeione presumptum, quod 
vobis debuerit displiceneie spiritum peperisse, immo semper in votis 
habuimus et adhue in animo gerimus incessanter, vobis et vestris, 
eum ad hoc aptitudo temporis oportuni se eiferet» graeiosis et amplis 
adesse favoribus et benefieencie vestre profusionibus habundaneius 
aspirare. Hoc autem, qualicunque ex causa prodeat motus vester, 
arbitrio vestro secure subiecimus, iuxta quod vestre circumspectioni 
libuerit libere decidenda. Quapropter vestram attente deposeimus 
honestatem, quatenus excusacionem nostram animo vditis mansweto 
suscipere et a mentis vestre sacrario quitquit nebule vel rancoris 
sinistre suspicionis inpressio suaserat, scopa e) recte opinionis 
abstergere, hospite veritatis caritativius introducto. 

a) ergo Z. — b) provectus Z. — cj gra?ide Z und V. — d) percutit V^ 
— e) scapa Z. 



287 

Chmel, Formelbuch Albrecht*s I. (Arch. der kais. Ak. d. W. 1849. Heft 2, 
p. 37.) und Stobbe, no. 269 mit der Überschrift: Rudolfus etc. honorabüi 
et prudenti viro Magistro Bernardo. Gerbert 2, 32 (vergl. damit Stobbe no. 
252, Anm. 1. wo Bernardus wieder ausdrücklich genannt ist) bringt die 
Antwort des Magister Bernardus auf diesen Brief. In derselben vermuthet 
Bemard, die Meinung des Königs sei dadurch hervorgerufen, dass er ihn 
zu Lausanne nicht besucht habe. Des Königs Brief ist also nach der Zusammen- 
kunft mit Gregor X. zu Lausanne, d. h. nach dem 21 October 1275, die Ant- 
wort, in der Gregor X. felicis recordationis heisst, nach dessen Todestag, 
10. Januar 1276, geschrieben. Gerbert Vermuthet mit Grund, dass dieser 
Magister Bernardus kein anderer sei, als B. von Casteneto, erwählter Bischof 
Ton Albi, den Innocenz Y. mit einem Schreiben vom 9. März 1276 an König 
Rudolf absandte. Boehmer, Reg. PSpste n. 227, und Kopp, 1. 132. Aufiallond 
aber bleibt, dass Bernard, auf dessen ThStigkeit am päpstlichen Hofe fär 
Rudolf in unserem Briefe hingewiesen ist, sich in den zwischen Rudolf und dem 
päpstlichen Stuhl zu Lyon zu Stande gekommenen Verträgen nirgends als Zeuge 
vorfindet. — Übrigens findet sich bei Gerbert und Chmel am Schluss noch 
folgender hier fehlender Satz: Et eece quod honorabÜem et religiosum rirum 
propter hoc specialiter duximus td yos destioandnm, attente petentes, ut ei, 
velut inoocentiae nostrae veridico prolatori, super his fidem non dubiam adhi- 
bere curetis. 



75. 

R«inaii«rom rex principibos. 

1275 od. 1276. 

König Rudolf sendet den Grafen Heinrich von Färstenberg in die Romagna 
und Maritima als Statthalter und fordert die Einwohner auf, ihm gehorsam 

zu sein. 

Gerbert, 2, 40. Herrgolf, Gen. dipl. 2, 2. 462. 

Speciali quadam a) inter tot et tantos negociorum ingruencium 
fluctns, quibus asisidue pectori nostro materia cogitacionis infunditur, 
meditacione angimur et aoxietate pervigili perurgemur, qualiter 
illa nobilis Romaaa b) et maritima regio , utpote generosam imperii 
pomerium, in quo regia maiestati ex sui placidi gustus am^nitate, 
non infima deleetacione complacuit, quiete rediyiya refloreat, et 
post dire longeque fatigacionis hostiles angustias et eximias bellice p^i. 45 a. 
turbacionis tempestates in portu votive tranquillitatis et pacis 
pulchritüdine conquiescat. In hac siquidem regione imperium 

aj quodam Z. — bj Romaniola Gerb. 



288 

suos recognoscit alumpnos, hie est enim hortus iiiiperii delicatus, 
in quo grate duleedinis poma graciosa conparat et decerpit. Nimirum 
igitur, si circa cultum et munimen ipsius regie celsitudinis curiosa 
versatur intencio et propensioris vigilancie studium adhibetur, 
ut et illa per devocionem sinceram puritatis respiret odorem et 
per fidelitatem integram exspectatum constancie fructum reddat. 
Verum quia tunc utiliter gaudet regio, dum directi rectoris ducatu 
dirigitur et pervigili presidentis industria gubernatur : nos volentes 
quod ipsa provincia duce gaudeat circumspecto , illustrem G. a) 
comitem talem, nostrum consanguineum , quem experte fidei et 
circumspectionis merita nobis reddunt amabilem et probata strennui- 
tas efficit clariorem, vobis et toti provincie prenotate prefecimus 
in rectorem, eiusdem provincie regimen vice nostri nominis exe- 
quendum sibi plenarie committentes , ut eius studioso ducatu et 
preservetur a noxiis et ad salutaria dirigatur. Vos itaque, quesumus, 
pure fidei et sincere devocionis alumpni, quatenus presentibus nostre 
serenitatis apicibus roborati et nostram personam in sua presencia 
figurantes» cum comes idem sit velud os ex ossibus nostris et caro de 
carne nostra, eundem» quasi familiaris dilectionis et gracie pignus, 
hylares et devoti suscipite, et in omnibus, que ad creditum sibi 
spectant officium, reverenter ei parere ac humiliter promptis curetis 
afTectibus obedire, ut devocionis vestre constanciam liberalitatis 
auguste provisio, que servicia novit remunerare fidelium, digna 
vicissitudine prosequatur, pro constanti scientes, quod illa obediencie 
signa, que sibi devocio vestra monstraverit, equo favore benivolencie 
prosequamur ac si ea monstrari contingeret specialiter nobis ipsis. 

Stobbe no 272. Rex etc. Egregiis et prudentibus viris March. Com. 
Nobil. Capif. Civiiat. potestatibus, anzianis et populis uniyersis per Romani- 
olam et marilimam constitutis graciam suam et bonam voluntatein. Eine 
äbnliehe Oberscbrift hat Cenni über den hier unmittelbar folgenden Brief. 
Eine freie Übersetzung dieses Briefes findet sieh bei Manch, Gesch. des 
Hauses und Landes Furstenberg, Bd. 1, 274 ff. — Schreiben gleichen oder 
Sholiehen Inhalts sind das hier unmittelbar folgende no. 76 und unten Fol 56 
no. 32. Alle sind jedenfalls nach dem 10. Juli 1275 erlassen. S. oben p. 243, 
no. 32. Diesem Briefe liegt übrigens das Schreiben, mit dem Kaiser Friedrich IL 
seinen Sohn Friedrich von Antiochia zum Statthalter in Florenz einsetzt (Petr. 
de Vin. 3, 9. Cod. Berolinensis Ms. Lat. Fol. 188 Fol. 87), als Schema zu 
Grunde. 

aj H. comitem de Förstenberg Gerb. 



289 



76. 

Romanonifli rex N. ehibns. 

1276. 

König Rudolf dankt einer Stadt für ihre Ergebenheit, nimmt sie in seinen 
Schutz und fordert sie auf dem Grafen Heinrieh rnm Fürstenberg , den er zum 
Rector über die Stadt und ihre Umgebung gemacht, ehrerbietig mit Roth 

beizustehn. 

Gerb. 2, 41. Slobbe, no. 262. 

Dum cousciencie nostre yolumina revolvimus, dum subiectas 
imperio civitates, iiostro eulmini pure devoeioiiis enxenia a) presen- 
tantes, in speculacionis regie speculo coutemplamur, ad vestram 
specialiter civitatem aeiem mentis nostre convertimus , nobis fidei 
illibate premicias offerentem. Sane id quam placide et quam gratanter 
acceperimus, quam sit acceptabile quamque generativum fecundi bj 
tripudii , quod native bonitatis accensi jBagrancia , quod , in vestris 
precordiis elarioris fidei rutilante seintilla, vos nostris ad vocem 
tantum iussionis unius devoventes ebsequiis, nuneios nostros, quos 
ad vos transmisimus , tarn sollempniter et tam bonorifice suseepistis: 
afTectum nostrum super hoc perfecte exprimere non possumus per 
efTectum. Hec sunt enim laudabilia preclare virtutis indicia, bec 
sunt inquam eerta experimenta constancie et infallibilia probitatum 
eximia argumenta, in quibus Deo que Dei sunt et que Cesaris Cesari . 
hactenus reddidistis. Igitur velud multe swavitatis oblectamentis 
deliciose refecti, super tam grati et tam ultronei exhibieione servicii, 
quo vos, generositatis avite nequaquam immemores, regio bene- 
placito coaptastis , ad grates vobis uberrimas inclinamus , ineommu- 
tabili animo disponentes , vos et civitatem predictam , quam indele* 
bilis unione tenacitatis in nostros familiäres amplexus assumpsimus, 
amplis propter hoc magnificare favoribus, ac bonorum et benificencie 
tytulis ampliare , ut in adventu cesarei cj potentatus, qui terribilis 
inquietis et rebellibus, vobis vero mansuetus adveniet, pulsis 
de medio bellice tempestatis horroribus, cuius longa calamitas faciem 

aj exenia V. fxen.pla Herrgott Gen. 2, 2, 463.— bJ fecundii V. — cJ cesarei 
potesfatis stend ursprünglich; dasLetzieie ist dar.n in pofenlatus ^ erbessert. V. 
Fontes. AbUi. H. Bd. XXV. 19 



290 

Foi.46a. fatigavit imperii. sedeatis in pulchritudine pacis et requie opulenta, 
nostrique iugo dominii nil swavius, nil iocundius merito senciatis a). 
Porro ut vestre tenebras regionis h) Romani iam sceptri fulgor 
illuminet, eademque regio inerementa suscipiat floride venustatis e), 
universitatis vestre prudenciam d) duximus exhortaiidam , quatenus 
nobilem virum e) N., com item talem, quem vobis totique circum- 
posite regioni prefeeimus in rectorem, pro nostra et imperii reverencia 
eongruis prevenire euretis bonorum insigniis , et eidem in hiis que 
vestrum f) et reipublice bonum generale respieiunt g)^ cum in eo 
qui mittitur mittens honorari consweverit, graciosis studeatis h) 
astare consiliis et auxiliis oportunis. 

Vergleiche den vorhergehenden Brief no. 75. 



77. 

R^man^rM rei eifibM. 

1279. 

König Rudolf fordert die Bürger von Mainz auf, den mit ihren Ministerialen 
beschworenen Frieden aufrecht zu halten. 

Gerb. 3, 21. 

Exoi*te discordie odiosa turbacio, que in finibus vestris seminaria 
suscipit simultatum , per industrium virum F. celsitudini regie nuper 
'exposita, tanto duriori nos pungit compassionia aculeo, quanto 
graviora sentimus ex ea tocius terre posse discrimina suboriri. 
Volentes igitur ad extinctionem ipsius incendii studia nostra libenter 
et liberaliter applicare, sane visum est expediens nobis et consulimus 
bona fide, quod tante ruine dispendio precaventes, qui estis animalia 
oculata, in huius casus articulo per modestie semitam incedatis, ut 
iusiurandum , quod cum ministerialibus inistis , ea rectitudinis linea 
dirigatur, quod, iuramenti forma super communi pace prehabita, 
prorsus aliqua lesionis iniuria non tangatur, sed ministeriales 

a) sencietis V und Z. — bj religionis Gerb. — ej novitatis Gerb. — 
dj ampliori qua possumus precum instancia duximus etc. — eJ H. comitem 
de Fürstenberg consanguineum nosfrum eharissimum, quem Gerb. — fj nostrum 
Gerb. — g) respiciant Gerb. — hj studeatis fehlt Gerb. 



291 

eosdem ad pacem et concordie unionem ferventer inducere satagatis. 
Sic enim, salvis a) vobis et domibus vestris, poterit velud ignis 
vicinis parietibus applicari. Domus enim, in eonflagracionis medio 
constituta, etsi non eonsumitur h) incendio, infirmatur tarnen exhaustis 
compaginum viribus ad ruinam. Rogamus igitur et atteneius exhor- 
tamur, quatenus mox prosilientes c^ exterminii partes tante seissureflf) 
diserimina studeatis innate prudencie moderamine reparare e). 

Ceoni 3, 11. Rad. etc. Civibas Maguutinis. Stobbe 274 Rex etc. Civibus 
Magistro (sie!) — Ober die Unruhen in Mainz vergl. die Note zum folgenden 
Briefe. 



78. 

RdmaBdrHin rex N. eapitald. 

1279. 

Kämg Rudolf verspricht dem Decan und Capüel der Mainzer Kirche, ihrem 
Wunsche gemäss, für dauernde Beseitigung der sie bedrückenden Kriegs^ 

Unruhen zu sorgen. 

Gerb. 3, 20. 

Tribulacionum et ealamitatum erudeles angustias , quibus belli- 
cus impetus fines vestros invadere formidatur, tanto compassiviori 
nimirum commiseramur affeetu, quanto ex hiis pernieiosiora sentimus 
diserimina pullulare. Propter quod ferventibus vestris affectionibus 
seu alleetionibus excitati, ad stabile bonum concordie et ad exstir- 
panda totaliter germina simultatum libenter intendimus efficaces et 
Sedulas interponere partes nostras, prout auctore Domino operis 
evidencia vos f) docebit. 

a) Salus Z und V. — hj eonsumatur Z. — cj in medias Gerb. — d) cia- 
sure V. — e) Gerbert und Cenni haben noch folgenden Satz: Et ecce infra 
triduum post recessum nuncii vestri de nostra praeseneia, nobilem virum 
G. comitem propter hoc ad vestram praesenciam destinare proponimus, ut 
ipsius cooperante consilio, per vos stricti enses de altercancium manibut 
rapiantur. — f) nos Z. 

Stobbe 275 Rex etc. Decano et capitulo Magunf. Es sind also Kriegs- 
unruhen, die das Mainzer Erzbisthum heimsuchen und, wie Gerbert wohl 
mit Recht annimmt^ ist der Krieg des Erzbischofs Werner ?on Mainz mit dem 
Grafen Heinrich von Spanheim gemeint. Über diesen vergl. Kopp 1. 376 (T. 

19» 



292 

und 725 flf. Ferner Ann. breves Wormatienses M. G. SS. 17, 77. ad a. 1279. 
Die Urkunde über den dureb Rudolf vermittelten Frieden vom 21. Deebr. 1281. 
S. Boebmer Reg. Rud. 642. 



79. 

kmanornm rei d^rnino pape. 

1276. Ende Febr. 

K, Rudolf beglückwünscht den neugewählten Papst Innocenz V. und entsendet 
an ihn einen Bischof mit Aufträgen, 

Gerb. 2, 38. Boebmer Päpste no. 227. 

Letentur celi et terra in voce festive ioeunditatis exultet, assint 

katholice fidei festa eelebria , assint saerosanete matri eeciesie nova 

gaudia post lamenta. Nam Dominus, qui a sponsa sua quandoque 

serenitatem avertit, ut iterum se convertat ad eam in claritate letieie 

pocioriso^, suamab ipsa misericordiam non abseidit : eeciesie siquidem 

faciem, quam in obitu felicis recordacionis 6. 9> summi pontificis, 

beatissimi et graciosissimi patris nostri, nubilo luctuosi meroris 

obduxerat, radio successive corruscacionis et consolacionis illustrans, 

et in ea, quam novo semper fetu multiplicat, novum patrem suscitans 

pro defuncto, meritorum candore conspicuum et virtutum prestancia h) 

luminosum, per cuius iocundifere substitncionis eifectum, quitquit 

profluvii lugubris in maxillam ipsius eruperat pro repente sublato, 

• speratur misericorditer detersisse, licet pro tanti patris occasu pre 

inopia oculi nostri langwerunt, lacrimarum iam copia desiccati, eo 

quod preter c) alia plurima gloriosa et predicabilia, que pro bono 

statu katholice fidei concepit et statuit, thronum nostrum super reges 

et regna constituens, nos, dum viveret, piis confovebat amplexibus et 

paternis favoribus ampliabat. 

Ex eo tamen mesticie nostre, cuius vix unquam de nostro pectore 
Fol. 46 b. . ^ . . . , . , .1 ^ . . . , . . . 

cicatricis occidue signa transibunt, lam propinavimus nobis ipsis 

remedium, quod qui electo famulo suo Moysi non concessit educere 
a) peccatoris V. — bj constancia Z. — c) propter Z und V. 



i) Ohne Zweifel Gregor X., der am 10. Jaauar 1276 zu Arezzo starb. 



293 

populum , virum secundum cor nostrum in apostolica sede disposuit, 
qui predecessoris sui sauctissimis a) jnherendo vestigiis, cuncta 
debeat consummare feliciter per eundem predecessorem salubriter 
iiichoata. Porro cum generacio omnis pretereat , generacione altera 
denuo subsequente, terra tarnen stat stabilis in eternum «) • ecclesia 
scilicet b^ Dei vivi in suis ageudis et ordinacionibus ageudorum 
matura deliberacione decoctis, immobilis, prout operum docuit 
evidencia, perseverat. 

Propter quod beatissime pater, de cuius creacione divinitus 
ordinata e) revixit omuino spiritus noster, tripudio inefabili fecundatus» 
in sinum vestre gracie coUigite, quesumus, filium singularem, vestris 
et matris ecclesie beneplacitis pariturum in omni spiritus promptitu- 
dine et fervore , opus Dei benigne perficientes in nobis ex tradita 
vobis desuper potestate. Verisimiliter quidem non arbitrari non 
possumus, quod tam ardue rei co'nsummacio vestre sit celitus glorie 
reservata, ut in dextera vestra profieiat et in actum deducat, quod 
manus Ältissimi potencialiter erga nostram imbecillitatem creditur 
inchoasse ^). 

Ecce igitur venerabilem virum N. episcopum s), vobis et Romane 
ecclesie devotum, ad beatitudinis vestre pedes fiducialiter duximus 
destinandum, supplici devocione petentes, ut ei, in quem transfundimus 
intima cordis nostri, auditum prebere benivolum et in omnibus 
nostris agendis adhibere fidem credulam dignemini sicut nobis, 
exaudicione gratuita favorabiliter subsequente. 

a) sanctissimis am Rande V. — b) ecclesia siquidem V. — c) ordinata 
am Rande V. 



1) Ecelesiastes 1, 4« 

^) Die Kaiserkrönung Rudolfs ist gemeiut, die nach der bei der Zusammenkunft 
Rudolfs mit Gregor X. zu Lausanne (18. Oetober 1275) getroffenen Verabredung, 
Pfingsten 1276 hatte stattfinden sollen. 

S) Gerbert hat hier (nach dem Codex des Abtes Seifried : Wiener Hofbibl. Jus civ. 76 
jetzt 9351) ausdrucklieb: Henricum BasiUensem episcopum, und der Annahme, dass 
Rudolf diesen seinen vertrauten Freund , der auch in Lausanne zugegen und dort 
von Gregor X. zum Bischof geweiht worden war , an die Curie abordnete , steht 
nichts entgegen. Vergi. Kopp, I, 133, Anm. 7. 



294 



80. 

(•manorHin rei prdeiratdri sh». 

1281? 

König Rudolf drückt einem Freunde seine Freude über die Wahl eines Papstes 
aus und ernennt ihn zu seinem Bevollmächtigten bei demselben. 

Gerb. 3, 26. 

Exaltator humilium Deus, vota nostra ab excelso prospiciens, 
disideratum immo virum desiderabilem ecclesie sue sancte sponsum 
previdit ydoneum, et, siquid, si audemus dicere, in suis antecessoribus 
exstitit inperfectum, quasi per ibrmam compleeiorem in sanetissimo 
nunc patre nostro, domino papa, perficere misericorditer est di- 
gnatus. 

Sane in ipso noster requiescit animus, in ipso ponimus ancho- 
ram spei nostre, ut ipse nobiseum regnum regat, imperio imperet, 
ordinet et disponat que utriusque liominis sint salutis. Preterea 
credimus, immo certum gerimus, quod apud ipsum noster esse 
debeas oeulus non dormitans, auris patens, manus dextera, facta 
nostra dirigens et gubernans, sieut nosti*a directio et in sacro 
Romano imperio provectio tibi tuis a progenie in progenies ad exul- 
tacionem eedere debeat nominis et honoris. Porro apud ipsum 
dominum apostolicum te nostrum procuratorem eonstituimus ad 
constituendum , alleetivis perswasionibus inpetrandum omnia sacro- 
sancto Romano imperio proiutura, suis votis non contraria, sed per 
omnia sibi consentanea. Suum enim velle , suum nolle a nostra non 
discrepabit ullo tempore voluntate. Pro nobis vigila, ministerium 
tuum imple , opus fidelis viri perfice , de reliquo a nobis coronam 
iusticie prestolare. 

Gerbert «etzt den Brief in das Jabr 1281 nach der Wahl Martin*8 IV., 
was sich jedoch mit Sicherheit nicht behaupten lässt Die Formel steht auch 
Philo]. 383, Fol. U. 



295 



81. 

lei R«iiiaBdriiii d^miid pape. 

König Rudolf heglücktoümcht einen Papst zu seiner Thronbesteigung und 
empfiehlt sich und sein Haus seiner Gnade. 

Laudabilis et gloriosus in eteraa secuta Dei filius , benedictus 
et benediceiis omnibus in ipso confidentibus , eternorum ac transi- 
toriorum ordinator inscrutabilis, sanetam matrem ecclesiam uberrime 
consolacionis uberibus consolatus, oleo letieie ipsam perungere» 
perunctam in tuta stacioiie repouere est diguatus. Quippe ad suppreme 
dignitatis apicem, summum ac sanctissimum apostolatus gradum, 
Yobis ad reformacionem quidem imperii et salutem terre sancte» 
precioso Christi sanguine rubricate, divinitus elevatis, eadem sancta 
mater ecclesia, redivive iocunditatis gaudiis renovata, votive iocundi- 
tatis a) exultacionibus gratulatur. Nee mirum. Deus enim pacis et 
dilectionis, immense bonitatis in ipsa signa posuit, cum vos sibiFoi.46c 
patrem disposuit, suo gregi pastorem misericorditer prelegit Huius 
immense iocunditatis materia etsi cunctos movere debeat, qui se 
menbra capiti adherencia recognoscunt, nos primo et principaliter 
exaltacioni vestre tanto iocundius congaudemus, quanto limpidius 
cognoscimus ad optate salutis bravium per h) infinite vestre bonitatis 
et subvencionis consilium et auxilium vos vocatos. Hoc illius testi- 
monio , qui scrutator cordium est et renum » non tantum literis aut 
nunciis possumus explicare, quantum in corde gerimus et in mente. 
Ex tanta igitur, quam de vestra sanctitate concepimus, clemencia 
sine ullo deliberacionis aut cousultacionis ambiguo nostram ipsius 
personam» coniugem» liberos» filios et filias » res et honores , habita 
et habenda, vestre sanctitatis manibus tradimus et mandamus» 
humilitatis nostre caput in sinum vestre misericordie inclinantes» 
ut vere possimus dicere cum sapiente 9' in omnibus requiem 

a) gaudiis bis iocunditatis am Rande V. — hj pro V. 



1) Sirach, 24, 11. 



296 

quesivi et in hereditate Domini morabor. Secure morabitur noster 
animus , qui omnem nostram sollicitudinem in vos proiecimus a') 0» 
quia cura est vobis de nostro comodo et persona. Quomodo igitur 
a semitis vestris declinabimus , qui omnia vobis subicimus» qui 
vobis vivere et in regno vos habere rectorem volumus, ita ut 
inter nos sit ydemptitas meneium et inseparabilis unio voluntatum. 

a) Secure bis proiecimus am Rande V. 



1) 1 Petr. 5, 7. 



297 



C. Incipiunt litere privilegiorum et exempcionuni sive 

libertatum. 



1. 

Imperiale priTÜegiam super forma exempeionis. 

Ein König eximirt einen seiner Diener von verschiedenen Steuern, 

Etsi ad fideles quoslibet munificenciam nostram porrigimus 
graciosam, ad illos precipue prerogativam benignitat's extendimus et 
liberalitatem nostri favoris porrigimus debitricem» qui circa latus 
nostrum diurnos labores suscipiunt et perpetes in nostris obsequiis 
excubias protrahunt et expendunt, ut, sicut sunt obsequiorum exhibi- 
cione precipui, sie, se gaudentes gracie privilegio specialis, personales 
labores placidius subeant et succedencia pondera swavius paciantur. 
Quapropter a) presenti privilegio notum facimus universis , quod nos, 
attendentes fidei et devocionis sincere constanciam , quam N. erga 
excellenciam nostram geris, considerantes eciam satis grata et accepta 
servicia, que divo augusto, genitori nostro, et post eius obitum eulmini 
nostro fideliter exhibueris h) hactenus c) et ad presens exhibes et 
in antea diucius poteris exhibere , te ipsum et heredes tuos ex nunc 
ad dies vestros ab omnibus collectis publicis, exactionibus, daciis seu 
mutuis generalibus et specialibus, racione bonorum, que nunc tenes et 
possides vel que iusto tytulo acquirere poteris in futurum, de speciali 
gracia et ex certa consciencia perpetuo duximus eximendos. 

Datum anno Domini etc. KalendisJulii^^,regni nostri annoquinto. 

a) Ea propter Z. — - b) adhibueris Z. — c) actenus Z. — d) Julii fehJt Z. 



298 



Imperiale prlfileglHm saper reeogiieione delicti. 

Privilegium, durch welches das aufrührerische Neapel nicht bloss vsieder in 
Gnaden aufgenommen , sondern auch auf vier Jahre von allen Abgaben 

befreit toird. 

Petr. de Vin. 6, 1. ausführlicher. — J. Voigt Formelbuch des Henricus 
Italicus no. 5 fehlerhaft. 

Nobile opus sedentis in solio, clemencia swadente, prosequimur, 
si per lubriea culpe deliramenta cadentibus ad sublevanda a) remedia 
cito se manus iiostra habilitat, et indulgemus obnoxiis veniam post 
reatum , pulolirum viiidicte genus estimaates iguoscere , et sie mate- 
rialis gladii refreiiare lieeneiam, ut, seviendi voluntate postposita» 
temperemus interdum misericordie condimento rigorem iusticie, data 
et innata nobis ab ipso fragilitatis humane principio yoluntate quadam 
domestica miserendi, ut dum primi parentis in posteros derivato 
diserimine in naturalem quodammodo transgressionis formam bj 
fluxisse cognoseimus, reparacionis graeiose suffragia libenter suppli- 
Foi. 46 d. cibus largiamur *)• Ea propter presenti privilegio noverit presens 
etas et futura posteritas, quod licet universitas nostra Neapolis 
dudum vel propter imminentis maliciam temporis yel, quod verius 
credimus» ad falsas suggestiones calumpniantium emulorum, visa 
fuerit a nostre fidei semitis deviasse et, seductorum verbis nutrita 
mendacibus in eiusdem erroris caligine , coacta pocius quam volun- 
taria, aliquamdiu perstitisse, propter quod et culpe videbatur in 
dominum commississe dispendium et infamie, de plenitudine potesta- 
tis nostre benigne decernimus abolendam, recipientes exnunc sicut ab 
antea civitatem ipsam, universos et singulos civitatis eiusdem in 
plenum favoris et gracie nostre sinum , bonos usus et approbatas 
conswetudines eis, quibus hactenus gaudere sunt soliti, confirmantes. 
Et sicut ad cultum novi dominii redierunt, sie in oculis nostris nove 
gi*acie fructum se gaudeant invenisse, ipsos ab omnibus datiis, coliectis 
et exactionibus quibuscumque usque ad quadriennium de speciali 

a) sublevandi Z. — bJ normam Petr. de Vin. 



i) Bis hieb er gleichlautend mit Gerbert 3, 28, Stobbe n. 137. 



299 

muniiicencia nostre benignitatis eximimus, ita ut usque ad tempus illud 
completum a quoquam super hiis nuUatenus inpetantur. Presentis 
igitur auctore privilegii mandamus , quatenus nullus comes vel baro, 
nullus officialis yel'eius vicarius, nulla denique persona alta vel 
humilis, ecclesiastica vel muadana, predictos fideles nostros vel 
aliquos eorundem contra huius graeie nostre fbrmam temere audeat 
molestare. 



3. 
Imperiale privilegiHm N. ecclesie. 

Ein König empfiehlt ein Kloster, das er in seinen besondem Schutz nimmt, 
der Fürsorge seiner Richter und Statthalter, 

Stobbe n. 146. blosse Inhaltsangabe. 

Equitatis vigor exigit et ordo suggerit racionis, ut eum in men- 
bris suis specialiter honoremus , qui , nostris non exigentibus meritis, 
regali solio nos prefeeit ad hoc videlicet, ut defensionis presidio 
cunctas personas miserabiles foveamus Ea propter universis nostris 
iudicibus ac vicariis mandamus firmiter, quatenus abbaciam talem, 
quam cum omni sua substancia et personis pertinentibus ad eandem 
in nostram defensionem et tutelam recipimus specialem, non permit- 
tatis ab aliquo deinceps molestari , ut fratres Deo inibi famulantes, 
protecti privilegio regie maiestatis, contemplacionis inoffensa quiete 
gaudeant, et pro bono statu regni nostri inperturbati iugiter divinam 
clemenciam deprecentur, sicut regiam indignacionem volueritis 
evitare i). 



1) Die Zwetler H. S. hat noch von anderer Hand : Dat. a. Doniini miilesimo CCC® XHI 
factus est Syfridus de Chrenisa novicius in Zwetia, dann mit rother Tinte HI Nonns 
April. Es braucht kaum erwähnt zu werden, dass das Datum nicht zum Briefe 
gehört und dass ein gewisser Syfrid aus Chrems den Platz für das Briefdatnm 
benutzt hat, um sich und den Tag seines Eintrittes in das Kloster zu verewigen. 



300 



Imperiale prifilegiam N. eeelesie. 

Ein römischer König gestattet Ordensbrüdern den Austausch ihrer Güter gegen 
Reichsgüter, die sich im erblichen Besitze eines Andern befinden, 

Divini cultus nominis, qui vestro viget ordine, caritatis opera» 
qua non solum indigentibus verum eciam omnibus communiter hospi- 
talitate larga liberaliter impenduntur, nee non oracionum suflfragia, 
quibus salutare Salvatoris omnium subsidium inploratur, serenitatis 
nostre movent animum et inclinant, quod vestris peticionibus debeamus 
annuere ae in admittendis illis faciles inveniri. Quapropter humilitatis 
vestre preees benignitate regia favorabiliter admittentes, commuta- 
cionem bonorum vestrorum proximo factam erga N. et suos heredes 
F»i.47a. pro bonis imperii, que ab eodem in feodo tenebantur et teneri 
deberent iü posterum, gratam hab/sntes et ratam, ipsam presentis 
decreti nostri munimine confirmamus, dantes vobis has nostre sereni- 
tatis literas in testimonium super eo. 



Imperatdr N. episeopis. 

1274. August 4. Hagcnowe. 

König Rudolf nimmt den Erzbischof von Salzburg, die Bischöfe von Passau 
und Regensburg in des Reiches und seinen Schutz, bestätigt die ihnen von seinen 
Vorfahren im Reiche verliehenen Rechte und Freiheiten, verbietet ihren 
Mifiisterialen und Hörigen ohne deren Genehmigung in den Dienst Anderer 
zu treten, verspricht ihnen wirksamen Beistand zur Wiedererlangung der ihnen 
durch Übermacht entrissenen Rechte und Besitzungen in Osterreich, Steiermark, 
Kärnthen und Baiem. 

Monumenta Boica 29**^ SIC. 

Quanto nos Deus exaltavit sublimius , tanto benignius inspiravit 
in nobis spiritum voluntatis illius , qui ad zelum fidei Christiane nos 
provocat , ad iusticie rectitudinem dirigendam soUicitat, et ad sacro- 
sanctas eeelesias et eeclesiasticas personas , in quibus et per quas 
pro nostre salutis augmento Deus omnipotens placabiliter exoratur, 
favorabiliter promovendas invitat et aflßcit mentem nostram. 



301 

Sane inter ceteros Romani imperii fideles principes et nostri 
precipuos prineipatus amicos, quibus nostre divinitus nobis date 
potencie fulciuntur, venerabiles et karissimos principes nostros a) 
Salzburgensem archiepiscopum, ß) Ratisponensem et 7) Pataviensem 
episcopos recognoseimus, ipsosque et eorum ecclesias» homines 
subditos et fautores habitos vel habendos sub Romani imperii et 
nostra protectione suseipimus, districte et firmiter inhibentes, ne 
quisquam hominum, euiuseunque condieionis aut statiis existat, ipsos 
in se et suis possessionibus , hominibus suis , fautoribus vel amicis 
ausu temerario molestare presumat, aut ipsorum iura, libertates, 
munificencias sive graeias, illas maxime, quibus predeeessores nostri, 
Romani imperii divi principes, antecessores eorum et ipsorum 
ecciesias largitate regia ditaverunt, quasque tenore presencium 
confirmacione debita innovamus, violare contendat. Ad hoc ministeria- 
libus et eorum hominibus propriis sub imperialis et nostre gracie 
regalis obtentu precipimus et mandamus, quatenus ipsis tanquam 
eorum veris dominis reverenter obediant et potenter assistant, nee 
ad aliorum nisi ad imperatoris vel regis Romani servicia sine speciali 
dominorum suorum licencia se coniungere vel transferre se presumant, 
ne ecclesie hominum suorum obsequiis careant et prelati predicti 
debito fraudentur honore. Preterea universa et singula iura, quocun- 
que vocabulo censeantur, que prelatis predictis et eorum ecclesiis in 
terris Austrie , Styrie, Karinthie et Bavarie conpetunt in hominibus, 
possessionibus, iurisdictionibus, castris, bonis, feodis seu rebus aliis 
quibuscunque , ipsis et eorum ecclesiis recognoseimus integre et in 
totum, et presentibus poUicemur, quod ad eorum potestatem et 
imperium seu dominium quanto cicius poterimus reducemus, non 
obstante si ab aliquibus potentibus vi vel metu seu alias a predictis 
prelatis de predictis bonis seu possessionibus aliquid inprobe est 
extortum; que viribus vacua esse volumus et nullius habere roboris 
firmitatem. Et ut animi nostri motum , quo eosdem amplectimur prin- 
cipes , res loquatur et operis evidens manifestet eifectus , sentencias 
et Processus , quos iidem nostri principes adversus eos , qui premissa 
vel aliqua premissorum violaverint, rite pertulerint, ratas habentes et 
gratas, ipsasque nobis Deo propicio , cum ad hoc fuerimus requisiti, 
penali iudicio efficaciter prosequemur S). 

Ergänzungen aus Monumenta Boica 29^ 510. Rudolfus Dei gratia Roma- 
norum rex semper augustus universis pr esentes litferas inspecturis graciam 



302 

•uam et omne bonum. — «) Friderieum. — ß) Leoneoi. — 7) Petrum. — 
d) In horum omnium evidens testimonium et cauteUm, presentes damus 
litteras, maiestatis nostre sigilli robore comunitas. Datum in Hagenawe, 
anno Domini 1274 pridie Nonas Augusti Indietiooe 2, regni nostri anno 1. 
(Ex authentico. Exatat sigillum fraetum Rodolphi.) — Vergl. noeb Boehmer 
Reg. Rud. no. 101. — Haillard-Br^holles 5, 1132-34, der diese Urkunde 
unserm Codex V. entnommen hat, schreibt sie fölscblich Friedrich IL zu. 

6. 

ArchiepisedpHs N. R^nandrim regi. 

Ein Erzbischof oder Bischof belobt einen römischen König wegen seiner 
Ergebenheit gegen die Kirche und bittet ihn, seinem hart bedrängten Sprengel 
zu Hilfe zu kommen* 
Gerb. 1, 14. 

Satis Yobis cedit ad gloriam et vestre tunc tytulus laudis 
attoUitur, si manus vestre poteneia, repressis malignorum insultibus, 
feliees gressus vestros in viam maudatorum Domini dirigatis» ut 
prosequentes que sibi sunt plaeita , in oculis elareatis hominum et in 
conspectu Altissimi placeatis. Nam quatumeunque predecessorum 
vestrorum dudum primordia placidum olim Domino finem pretenderint, 
vestra tarnen laudabiliorem Deo et hominibus repromittunt , dum in 
ipso vestre ereacionis exordio vos deputantes Altissimo, in prose- 
quendo et ampliando dignis ecclesiam, suam sponsam, honoribus, 
Foi.47b. ppomptis affectibus et studiosis operibus vos favorabilem exhibetis. 
Ex quo iam tenet omnium communis opinio, quod vestra promocio 
non sit ab homine sed a Deo. Probant o^ hoc inter alia Deo per vos 
prestita obsequia et beneficia , collata nuper ecclesie N. Quam h) in 
me sinceris affectibus complectentes , persecucionem eidem illatam 
revocatis ad animum, et mihi, principi vestro, compatimini e) in 
oppressionibus , quas infert malignitas perversorum. Ad quorum 
insolencias reprimendas sie regalis celsitudinis maiestas aciem digne 
consideracionis videtur extendere , quod que oppressa et attrita iacet 
ecclesia , sub alis vestre potencie , prosperante Domino , respirabit, 
ut per hoc humanum et precipue Romane ecclesie favorem et 
premium consequi possitis eternum, me quoque, vestrum devotum, 
pro Salute vestra pro hiis, que celsitudinis vestre respiciunt incre- 
mentum, intercessorem perpetuum apud Dominum statuatis. 

a) Probant Z Probatum V. — bj Vielleicht quare zu lesen. — 
cj c ompati V. 



303 

Gerbert schreibt diesen Brief dem erwählten Bischof von Trient, 
Heinrich II. zu und setzt ihn in das Jahr 1^74; ich finde weder für diis Eine 
noch für das Andere einen Anhaltspunkt. 

Prineeps prineipi. 

1276 Februar. 

König Ladülaus von Ungarn hütet seinen Verwandten, den Grafen Meinhard 

von Tirol und Görz, die Vermittelung einer ehelichen Verbindung twiechen 

seinem Bruder Andreas, Herzog von Slavonien und Croaiien, und dementia, 

der Tochter König Rudolfs, zu übernehmen. 

Gerb. p. 149. Bodm. p. 47. 

Incentivi amoris aifectio , qua. naturaliter seminarie duicedinis 
propagine sumus divino coniuncti munere, nos ab invicem discedere 
non permittit. Nam etsi reliqua rerum turbine varientur, naturalia 
tarnen cognaciouis iura nequeunt inmutari. Vivit enim propinquitatis 
igniculus nee excidet, quamvis ardente sole a) non deficit, nutritur 
solis radio, non arescit. Eo igitur instinctu eognacionis illeeti, quo 
proximis afGnitatis gradibus unum sumus , de nostra et nostri regni 
turbaeione per vestras scribitis litteras non immerito tos h) turbari. 
Intendentes niehilominus preeordialiter remedium adhibere, quo 
turbata iura regni nostri in statum debitum revertantur, nos nimirum, 
si a principio regiminis, maxime tenerrime etatis nostre primordiis »), 
in nos inimiei latentes exeubie ubilibet valuerunt, hoc nostris 
minoribus ascribimus annis et dissidiis intestinis «) , non quidem 
potencie adversantis, qui poeius regibus Ungar ie subesse noverat 
non obesse. Nunc vero, celesti munere nostris crescentibus annis, 
prosperantibus auspieiis, discordiis intrinseeis ad concordiam revo- 
catis, in spem redivivam, dante Domino, redeunt universa. Et quoniam 
de feliei unione matrimonii vestre filie , karissime eognate nostre, 

a) ardente turbacionis sole Bodmann. ~ b) nos V. 



1) Ladizlaus . . . habens tantum 10 annos etatis coronatur. Coni. Praed. Yindob. 

ed. Wattenbach M. 6. SS. 9, 729 ad a. 1272. 
^) Item in Ungaria multa spolia et occisiones nobilinm vicissim sunt comissa. CoQt, 

Claustroneob, ad a. 1275. M. G. SS, 9, 744. 



304 

Romanorum regis a) filio -copulate , admodum gratulamur 9 » cupi- 
entes et nos cognacionis propagine unum effici cum eodem , sicut et 
vobiseum primordialiter unum sumus: vestram sinceritatem requi- 
rimus et rogamus cum affectu, quatenus procurare velitis et efficaciter 
interponere partes vestrawS, ut fratri nostro karissimo6^N. «) eiusdemc^ 
regis, si extat, filia d) matrimonialiter copuletur s). Super quo eciam, 
secundum vestre prudencie consilium, ad ipsum dominum regem 
nuncium e) N. *), dilectum nostrum, de omnium procerum et 
baronum nostrorum consilio, ordinavimus destinandum, tocius negocii 
ordinem et tractatum vestris humeris fiducialiter imponentes, ut 
vestre serenitatis f) prosapia in reges Ungarie matrimonialiter 
propagata, redivivo aflBnitatis funiculo non discedens, sed accedens, 
et quasi cortina cortinam trahens, recencius enitescat. 

Das hier erwähnte Heirathsprojekt berührt K. Otakar in einem Briefe 
bei Doliiner p. 37. Vergl. Kopp 1, 158 und 194. Es kam auch zur Verlobung 
der dementia mit Andreas, allein letzterer starb vor der Hochzeit. Vergl. den 
Brief Nicolaus* III. vom 6. Juli 1280. Gerbert, p. 213. Kopp 1, 307 und unten 
fol. 60 no. 58. 

aj regi V. — b) infra ociennium constituto Bodmann. — c) eiusdem bis 
nuncium N. am Rande V. — dj aut filii vel filiae seu sororis filia Bodmann. — 
ej nobilem virum N. qualibet auctoritate suffultum de omnium etc. Bodm. 
— f) nostrae sinceritatis Bodm. 



1) Elisabeth, des Grafen Meinbard von Tirol Tochter, war mit K. Rudolfs ältestem 
Sohne Albrecht, wahrscheinlich erst seit Anfang 1276 vermihlt; wenigstens wird 
Elisabeth in einer Urkunde vom 15. Februar 1276 (Boehmer, Reg. Rud. no. 237 und 
Addit. p. 478) soviel man weiss, zum ersten Male Aibrechts Gemahlin genannt. 
Da Ladislaus den Grafen Meinhard zu dieser Verbindung beglückwünscht, so 
dürfte unser Brief etwa auch in den Februar 1276 gehören. 

^) Andreae. Siehe Anmerk. ß zum folgenden Briefe. 

<<) Hier muss, wie Bodmann hat und sich aus dem folgenden Briefe ergiebt, hinzu- 
gefügt werden: aut filii filia, womit eine Enkelin Meinhards gemeint ist; denn erst 
dann hat der Schlusssatz in unserem Briefe: ut vestre serenitatis prosapia in 
reges Ungarie matrimonialiter propagata etc. einen Sinn. 

4) magistrum A. vergl. den folg. Brief. 8. 



305 



8. 

Bei N. B«maD«ram regi. 

1276. 

König Ladislaus von Ungarn zeigt dem Könige Rudolf an, dass er für die 
Verhandlungen über die eheliche Verbindung seines Bruders Andreas mit 
einer Tochter, Enkelin oder Nichte des Königs, den Grafen Meinhard zu seinem 
Bevollmächtigten ernannt habe und ausserdem einen Vertrauensmann an den 

König sende. 

Pabcky, Über Formelbücher p. 319. Gerbert p. ISO. Bodm. p. 49. 

Divine maiestatis providencia , cuius nutu reguntur omnia et 
subsistunt, presencialiter utique continens universa, ne lubrica 
microcosmi materia per devia laberetur, aut naturalis affectionis 
igniculus invicem sine dilectlonis fasciculo solveretur, in paradyso 
legem instituit matrimonii , per quam in terris propogaretur karitas 
amicorum et nature proelivum virtus exciperet honestatis. Hinc enimPoi.iTf. 
ydemptitatis et unitatis affectio invalescit, que deseendentes ramus- 
culos ad se retrahit, ex diversis unum efffeiens coniugii paritate. Cum 
igitur in sublimitate vestri nominis , tanquam in ortu novi sideris , ex 
intimis gloriemur, eupientes ut affectum nostrum proximitatis annexio 
sequeretur: super matrimonio contrahendo inter filiam vestram a) et 
fratrem nostrum karissimum N. /3) de omnium procerum et baronum 
nostrorum eonsilio, magnifico viro N. 7) cognato nostro karissimo, 
Yiees nostras duximus committendas S), excellenciam vestram affec- 
tuosius requirentes, quatenus super huiusmodi matrimonio contrahendo 
ipsi comiti s) velitis prompte exaudicionis lavorem et graciam inper- 
tiri, ut nostre felicitatis invicem brachiis solidatis glorientur humiles, 
terreantur tumidi Q, pessimi conterantur. 

Ergänzung: aus Palacky: Über Formelbücher p. 319. — a) principaliter, 
si exstat, aut filii vestri vel filiae seu sororis filiam — /3) Andream inclytum 
ducem Slavoniae et Croatiae, infra octeanum constitutum — */) (Meinhardo), 
comiti Tyrolensi et Goritiae. — d) ad Seren itatem Vestram nihilominus 
nobilem virum, magistrum A., familiärem et fidelem nostrum nuncium specialem, 
super his et aliis qualibet auctoritate suffultum quontocius transmissuri — 
e) vel eius misso — ?) ac convertantur et ad juga veniant exercere (für extere) 
potestates. 

Der vorhergehende Brief gehört, wie aus Anm. 3 zu demselben hervor- 
geht, in den Anfang des Jahres 1276; früher dürfte er schon desshalb nicht 
Fontes. Abth. ü. Bd. XXV. 20 



306 

geschrieben sein, weil Ladislaus darin von seinen reiferen Jahren (crescentibus 
annis) spricht, was allenfalls ein 14jähriger, nicht aber ein 12j9hriger König 
sagen kann, und weil von den beschwichtigten Unruhen die Rede ist, die, nach 
Aiim. 2 im J. 1275 noch fortdauerten. Da nun dieser Brief auf den vorher- 
gehenden Bezug nimmt, so gehört er frühestens auch in das Jahr 1276 und 
keineswegs zu 1274, wie Palacky 1. c. will. 

9. 
Episcopiis N. snbdit« sn«. 

Ein Bischof dankt Jemandem für die guten Dienste, die er seiner Kirche 
geleistet hat, und ermahnt ihn, auch femer die Rechte derselben tu schützen, 

Bodmann, p. 42. 

Ex sincere dilectionis constancia et ßdelitate processisse dinosci- 
mus illam mentis vestre ingenue legalitatem conspicuam, que in matris 
sue, videlicet taKs ecclesie, gremium videns et percipiens venenosa 
quorundam detrahencium spicula quasi letaliter fulminari, pro ea ipsis 
se mueronem defensionisopposuit et pro viribus studiose perspieacitatis 
ingenio ipsorum violeneiam commendabili patroeinio inanivit. In hoc 
enim, quod eins honori, et ne super eollacione comitatus 
indebita lederetur, vigilanti diligencia insudastis, devoeionis 
Yos ostendistis filium et ipsius felicitatis et comodi defensorem, immo 
permaximum zelatorem, legemque vere karitatis in hoc adimplevit 
filialis dilectio, quod ad matris erubescit obprobria et eius periculis 
semper studet oportunis remediis obviare. Sane apud Deum et apud 
homines hoc factum laudabile graciam vobis, ut credimus, cumulavit; 
quod nichilominus in nostro libro memorie conscripsimus dignis favo- 
ribus et gracia oportunis temporibus compensandum. 

Hortamur autem et monemus vestre fidei puritatem; quatenus 
continuatis processibus studeatis indefesse sie directo tramite nostro 
nostreque ecclesie honori et defensioni iurium, ut actis prioribus 
posteriora consonent et semper probate vestre legalitatis redoleant 
puritatem. 

Bodm. 1. c. „Litra episcopi N. ad N. (Protonotarium Regium) gratiarum 
actoria et recommendatoria^ hat noch folgenden Schlusssatz: Quodsi forte 
post Augustum affuturum proximo Alemaniae principes contingat de mandato 
regio convocari, vos una cum cancellario, nostram non obmiltatis absenciam 
efficaciter excusare, aut nostram saltem exeusacionem in conspectu Serenitatis 
regiae cum omni modestia praesentare, praeclpue cum nos simus quasi 
inOnitis et inextricabilibus negotiis impediti. 

Stobbe no, 177 ohne, no. 114 mit dem Schlusssatze bei Bodmann. 



307 



10. 

Episeopns N. B«inan«nim regi. 

1276. Februar. 

Erzbischof Friedrich von Sahburg, seit dem Todä Gregorys X, härter noch ah 
vorher von Otakar bedrängt^ erbittet sich von dem Könige Rudolf Verhaitungs- 

befehle. 

Gerb. 2, 39. Stobbe, no. 281. 

Qui adyersus sanctam Romanam ecciesiam sacrumque Romanum 
Imperium se iam dudum vibratis sue rebellionis cornibus contumaciter 
erexerunt, post decessum beatissimi patris et domini 
nostri pape 6. *) exultantes in rebus pessimis , insoleseunt sie 
atrociler et audacter, ac si utraque dignitas etpotestas, quas Deo 
propicio eredimus immortales, per mortem unius bominis sint delete. 
Hoc in nobis et ecclesia nostra faeile sed miserabiliter est videre, qui 
pro eo solo persecueionem patimur, sustinemus obprobria et nostrum 
exterminium expeetamus, quod tam sedi apostolice quam Romano 
imperio debitam et deyotam inpendimus servitutem, quibus ad 
fidelitatis obsequia recognoscimus nos teneri, prout presentis lator, 
qui angustias nostras innumerabiles bene novit, plene sublimitati 
regie recitabit. Quem eeiam speeialiter misimus ad regalis glorie 
adspeetum, ut nobis de creacione summi pontifieis «) vestroque pro- 
cessu, quem feliciorejn nostro statu esse eupimus, qui non stamus sed 
labimur, investiget sagaciter et sollerter, nosque condicionem nostram 
miserabilem eidem commisimus maiestati regie exponendam, ut nobis 
gracie vestre eonsilium refferat, euius presidio inter angustias nostras, 
quarum pondus et numerus de die in diem augetur, hoc periculoso 
tempore dirigamur. In hoc enim deliberacionis nostre propositum foi. 47 a. 
immobiliter est (irmatum, ut nullius adversitatis pondere nuUiusque 
periculi teimpestate pereat sed appareat magis et luceat circa yos et 
Romanum imperium fides nostra. Placeat igitur glorie vestre princeps 
et domine gloriose, sano vestre informacionis consilio consolari 
nostram miseriam, cuius finem et numerum non videmus. 



1) Gregor X. stirbt 10. Januar 1276. 
2) Der neue Papst lunocenz V. wurde schon am 21. Januar 1276 erwShIt. 

20 • 



308 

Stobbe no. 281 Serenissimo . . . Salzburgensis hat, wie Gerbert, nach 
Tidemus: secundum ea que lator presencium restris auribus explicabit, dann 
aber noch mehrere Sätze , die er, auffallend genug, als su demselben Briefe 
gehörig betrachtet, die aber in Wahrheit ein Privilegium enthalten, durch 
welches einem gewissen Albert, genannt Lincke, und Genossen ein Silber- 
bergwerk übertragen wird, und welches bei Gerbert 3, 37 ohne Lücken 
und Lesefehler abgedruckt ist. 

11. 

Episeopns R. domin« pape. 

Anfang 1275. 

Erzbtschof Friedrich von Salzburg bittet Gregor X, den König Rudolf zu 
ermuntern, ihm gegen die Angriffe Otakar's seinen Schutz zu verleihen. 

Gerb. 2, 9. 

Multa necessitate compellimur, ut afflictionum a^ nostrarum 
multitudinem ad apostolatus vestri sanctam clemenciam deferamus. 
Illustris siquidem princeps N. ^ P^^^ reditum nostrum a concilio 
generali »), gravi adversum nos indignaeione eoncepta, omnes 
ecelesiarum nostrarum redditus et proventus sie integraliter occu- 
pavit, quod plerisque ex nobis tot temporalia, que oeto dierum neces- 
sitati sufficerent, non reliquit; homines et possessiones et predia 
nostra, edicto regio annotata, non nobis sed sibi serviunt et intendunt; 
civitates, oppida et eastra nostra hostiliter occupantur et ab hac 
yalida persecucione nullus excipitur preter eos, qui se iuramentis et 
aliis caucionibus bj astrinxerunt , quod nee ad Romane ecclesie 
iussionem, nee ad regis Romani preceptum quitquam eorum faciant 
in futurum, quod eidem regi valeat displicere »). Talia iuramenta 
illicita, et inprobe pactiones, tarn a seeularibus quam a regularibus 

a) afflictionem V. — bJ curacionibus Z. 



1) Otakar. 

^) Das Gonciliam zu Lyon, welches am 7. Mai 1274 eröffnet wurde. 

8) Auf ihrem Ruckwege vom Concil waren Erzbischof Friedrich von Salzburg und. die 
Bischöfe von Regensburg und Passau von dem Könige Rudolf zu Hagenau mit 
VoUmachten ausgerüstet worden, die ihnen im Namen des Reichs eine selbststandige 
Stellung gegen Otakar gaben. Vergl. den oben no. 5 mitgetheilten Brief vom 
4. August 1274 und Boehmer, Reg. Rud. no. 100 und 101. Wie Otakar das aufnahm, 
lehrt unser Brief. 



309 

extorquentar. Nos autem, qui horrendam extorsionem huiusmodi, 
immo conspiracionem dampnabilem abhorremus, apud regem predictum 
loeum venie invenire non possumus, sed presentibus graviores iniurias 
pro eonservaeione iusticie prestolamur. Et licet iucumbencia nobis 
ista pericula, que ad Subversionen! ecclesiarum nostrarum et nostri 
iiiteritum diriguntur, timoris pariter et doloris suiBcientem nobis 
materiam subministrent , ex hoc tarnen cruencius cruciamur, quod a 
promocione subsidii terre sancte ac predicacione crucis salutifere ac 
prosecucione sancti negocii, in quo status fidei Christiane agitur 
omnis communiter, pretextu dicti discriminis prohibemur *)• 

Aspiciat igitur ab altitudine sedis apostolice vestra clemencia, 
pater sancte , qoe a) tribulaciones nostras respiciat et de manibus 
tribulantis iniuste nos eruat tribulatos, digneturque vestra benignitas 
Serenissimi domini nostri Romani regis potenciam ad redempcionis 
nostre subsidium et ad sui ipsius iniuriam propulisandam , quas nos 
pro ipso patimur, excitare. Nisi enim prompto nobis succurratur 
auxilio, ecclesie nostre, in precipicio posite, subvertentur. 

12. 

Prineeps N. saper eommendaclone pape et Imperatoris. 

1275. Juli 10, Thuregi. 

Einleitung zu einem Schreiben K, Rudolfs an die Reichsgetreuen in Italien, 

Gerbert 1, 5. 

Superni a) consilii sapiencia , que secretum utique celi gyrum 
sola circuit^) increata, primi parentis in posteros senciens derivari 
discrimina, et ex sui plasmatis exorbitacione , quod naturalem quo- 
dammodo normam transgressionis amplectitur, irritata plerumque 
humani generis patitur imbecillitatem nunc peste, nunc clade, nunc 

a) qui V. 



^) AUe diese Thatsachen werden in dem spater, gegen Ende des Jahres 1276 geschrie- 
benen Briefe, unten Seite 329 no. 30, wiederholt und zum Theil «uch aus gleich- 
zeitigen Annalen berichtet. Cont. Vindobon. ad a. 1274 M. 6. SS. 9, 705. Ann. 
Salisb. ad a. 127o ib. 801. Johannes Victoriensis, BoehmerFontes 1, 307. Vergleiche 
übrigens noch den merkwürdigen Brief des Erzbischofs Friedrich an K. Rudolf bei 
Bodmann p. 13, der im Winter 1274/75 geschrieben sein muss, wie Palacky Gesch. 
T. Böhmen 2, I. 246, not. 13 darthut. 

») Sirach 24, 8. 



310 

involvi a) fluctibus bellice tempestatis. Luna quidem, diu quasi 
sublata de celo , condensata tenebrarum umbrosa caligine , facta fuit 
nox gravis et plena periculis , in qua transierunt silve bestie cater- 
vatim, leonum eatuli rugientes i)> ut raperent innocentes. In medio 
autem Egypti, spiritu mixto vertiginis »), in oblivionem veritas venerat, 
claves Petri quodammodo lapsae fuerant in contemptum, libertates 
ecclesie eontorpuerant , furibunda tyrannide coneulcate. Sed Dei et 
hominum mediator altissimus, qui in ira continere misericordiam non 
eonsuevit, post multiplices dire persecucionis angustias, quibus orbis 
attritus emareuit , quibus Christiane compaginis est soluta iunctura, 
scissure dispendiis agitata, sie afflictorum miserande miserie misertus, 
iam Visus est fidelium lacrimas dextera graciose consolacionis abster- 
Poi.48a. gere, et singultuosorum lamenta lugubria cohibere. Disposuit enim in 
apostolicam sedem ß) virum secundum cor suum, velud splendidissi- 
mum solare sidus, precellencia virtutis, sanctitatis operibus et iusticie 
radiis prefulgentem. In nostra h) eciam c) sublimacione mirabili 
arbitrari quilibet ßdus et equus interpres potest, quod nutu divino, 
lunaris globi lumine reparato, fluctivagi hactenus imperii status, 
nebula nubilosa detersa, universali exspectacioni fidelium utriusque 
luminaris iocunda serenitas amodo clarius et irradiancius illucescit, 
ut restituatur Jerusalem, sicut fuerat in diebus antiquis , et ponantur 
ipsius deserta quasi delicie, et solitudinis invia sicut hortus «). 

Diese Einleitung gehört zu der oben p. 26^, no. 49 mitgetheilten 
Formel. — Gerbert 1, 5 war 4*1^ von Franciseus Pippinus mitgetheilte Urkunde 
unbekannt, er deutet die Formel daher falsch. 

Ergänzungen aus dem Chron. Francisei Pippini: Muratori Scriptores 
0, 720. a) Rodulphus Dei gratia Romanorum rex semper augastus, Vicarius 
saeri Romani imperii. Fidelibus per Italiam constitutis, ad quorum noticiam 
praesentes literas venire contingerit, gratiam suam et omne bonum. — 
J3) Gregorium. 

a) voivi Z. — b) vestra V und Z. — c) enim Z. 



1) Cfr. Isajae 5, 29. 30. 
*) Isiijae t9, t4. 
») Isajae 51, 3. 



311 

13. 

Archiepiscopns Coloniensis domino pape. 

1273. Ende October. 

Erzbischof Engelbert von Cöln zeigt Gregor X, die Wahl und Krönung König 
Rudolfs an , bittet um Bestätigung derselben und um Berufung Rudolfs zur 

Kaiserkrone, 

Mon. Germ. 4, 393. nach Gerb. 1, 3. - Stobbe no. 187 und 193. 

Luxit hactenus et elanguit terra , confusus erat Libanus et sor- 
debat — sed ecce verna temperies, et de terre visceribus bone spei 
gramina revireseunt. In sanguinem enim priseis luna versa temporibus, 
Yigilare pastores et super greges suos nocturnas servare rigilias 
comode nequiverunt. Nunc autem hoc tempore tenebrarum densata 
caligine , velut emortua facta fuit nox periculosa , plena discriminum, 
in qua catervatim silve bestie transierunt, leonum catuli rugientes, 
ut raperent innocentes *), ad devorandum parati, ut escam panis 
pauperes, Dei et hominum rererencia ultrojecta. Hoste siquidem 
pacis antiquo, serpente, qui morsu pestifero dulces ubique molitur 
amaricare delicias paradisi, Romani statum imperii, olim tranquilli- 
tate pacifica floridum , diu duris inquietudinum malleis impetente, 
Status ipse corrupcionis diutine vulnera pertulit, et accensis in 
cordibus hominum ignibus odiorum, pax inibi periit, bellicus horror 
inraluit, et non solum contigit illum civilibus bellis, sed eciam intes- 
tinis quodammodo letaliter sauciari. Verum miserator et misericors 
Dominus a), super omnia tenens imperium in excelsis , cui parcere 
promptum est et proprium misereri, licet ad expiacionis exercicium 
paciatur interdum affligi fideles — nesciens tarnen in indignacione 
clemenciam continere, ut super sortem hereditatis sue virgam iniqui- 
tatis non usque ad interitum derelinquat, sed cum percusserit, mox 
propicius consolator exurgit — ex alti jam sui ineffabilitate consilii 
summis ima concilians, dies malos abbreviasse videtur, irradiantibus 
celitus splendide lucis nove lampadibus claritatem bj. 

Yacante siquidem iam pridem imperio, ne sicdiucius aberraremus 
aeephali, apud talem locum, die ad hoc ab omnibus indicta et 

aj Deus Z. — bj claritatum V. 



*) Yergl. p. 310 Luna quidem etc. 



312 

acceptata concorditer, ad providendum eidem imperio convenientes 
in unum, tandem, post aliquantulum de futuri regis substitucione 
tractatum, in inclytum virum dominum Rudolphum, de loco 
tali oriundum, invoeata primitus spiritus saneti gracia, cum 
soHempnitatibus debitis et conswetis, servato in omnibus more a) et 
ordine congruo, tanquam in magis utilem ad id et magis ydoneum, 
quem cognovimus, habito ad Deum preeipue et ad reipublice causam 
respectu, potissime de communi consensu, omnes et singuli oculos 
nostros iniecimus, eum in regem Romanorum, imperatorem futurum, 
una voce votoque unanimi, auctore Altissimo, eligentes. Qua quidem 
electione canonice, immo divinitus procul dubio celebrata, eundem 
cum inenarrabilis immensitate tripudii, omnium applaudente caterva 
nobilium, nee non populi comitiva letante, ac in superne laudis 
canticum gratulabundius assurgente, apudAquisgranum, utpote 
sedem, que primum sublimacionis et glorie regie 
gradum ponit, magnifice duximus, ubi in die aposto- 
lorumi) a nobis, Coloniensi archiepiscopo, cuius in- 
Poi.48i>.terest regibus ab antiquo beneficium consecracionis 
impendere, fuit in sede magnifici Karoli *^ coronatus, 
etunctionis sanctissime oleo delibutus. — 

Et ut de regis electi sie et coronati persona sacrosancte Romane 
ecclesie, matri nostre, nova gaudia cj cumulentur, idem rex est fide 
katholicus, ecciesiarum amator, iusticie cultor, pollens consilio, 
fulgens pietate, propriis potens viribus et multorum potencium 
affinitate connexus, Deo, ut firmiter opinamur, amabilis et bumanis 
aspectibus, ut cernitur, graciosus: insuper corpore strennuus et in 
rebus bellicis contra infideles dj fortunatus. 

Propter quod speramus in eo, qui reges et regna constituit, 
quod sub eins principatu pacifico e) quies regno proveniet, pax 
ecclesiis, concordia plebibus et morlbus disciplina, ita quod gladii 
conflabuntur in vomeres, cornu Christi sui a rege regum magnifice 
sublimato. 

a) modo Z. — b) Karuli V. — c) coogaudii Z. — d) perüdos Z. — 
e) pacifica Z. 



i) Dass dieses Datum, der 28. October, falsch sei, dass die Krönuu^ vielmehr am 
24. October stattgefunden habe, weist Boehmer nach W^^. Ruii. |»ag^. 28. 



313 

Vos itaque quesumus, pater sancte, suscipite filium singularem, 
quem procul dubio sencietis intrepidum matris ecclesie pugilem et 
invietum fidei katholice defensorem. Proeessum vero tarn rite, tarn 
provide , tarn mature de ipso sie habitum , graeiose approbacionis 
applausu benivolo prosequentes , ae ex affluenti paterne duleedine 
pietatis opus perficientes Dei in ipso, eundem, cum vestre sanetitati 
placuerit et visum fuerit opportunum, ad imperialis fastigii diadeiua 
dignemini misericorditer evocare, ut sciant et intelligant universi, 
quod posuerit vos in lucem geneium Dominus, ut per vestre 
discreeionis arbitrium terre a} post nubilum exoptata serenitas 
illucescat. 

Eio kürzeres Schreiben gleichen Inhalts von einem andern Kurfürsten 
(die dortige Überschrift Engelbertus archiep. Colon, etc. ist, wie der Inhalt 
ergiebt, falsch) findet sich bei Bodmann p. 6. 

14. 

Loctas monialiam de abbatissa sna. 

Klagebrief von Klosterschwestern über den Tod ihrer Äbtissin. 
Lugubris exsurgente meroris aculeo non sinefletuflerem^^, meste 
consolacionis aggredimur et questionibus luctuosis c^ funesti rumoris 
prorumpimus ad narratus, quod videlieet matutini sideris speculum, 
cuius in specie vere lucis ymaginem mirabamur, vlsibus nostris 
evanuit, baeulus religionis interiit, professionis nostre vehieulum 
procb dolor! Stadium huius peregrinacionis exivit, dum domina nostra, 
dux nostra venerabilis et magistra , per disiunetionem earnalis copule 
ad mortis interitum evoeata, nuper ad sponsi syderii d) thalamum letis 
auspiciis evolavit. Volatus cuius festus et celebris, utpote de terrenis 
habitus ad suprema, ab umbra caliginis ad corusca, licet spiritualibus 
sensibus suggerat gaudia, temporaliter tamen aluvione luctus lumina 
preconfundit. Dumque voluptati gressus eripuit et salutis direxit in 
semitam, heu! tunc nostros dereliquit aspectus, non promerentibus 
forte nostre inperfectipnis reatibus. Placuit Domino pocius eam soliis 
claruisse celestibus gloriosam quam graciosam sororibus terrenis 
ultra sedibus possedisse ej. 

Cod. Wilher. B. 122, mit derselben Ober schrift wie hier. Pertz Arch. 
7,908. 

q) orbi terre Z. — b) fierem Z. — ej luctisonis Z. — d) siderei Z. — 
e) presedisse Z. 



314 

15. 

Eplscopos N. prineipi tali soper c«n8olaci«ne defoneti. 
1290 Mai (?) 
Ein Bischof tröstet den König Rudolf über den Tod seines Sohnes, 
Audiyimus et conturbatus est venter noster*)» a voce nostra 
labia tremuerunt. Relacione siquidem veridiea cognovimus, quod illa 
vestra magiianimitas , eelebri haetenus opinione conspicua, in morte 
filii vestri mortificata est et quadam moUicie muliebri degenerans, 
gemitibus indulgens et lacrimis, rererencia regie maiestatis abieeta, 
super vacuis doloribus intabescit. Doloris igitur affectum in vobis non 
arguimus sed dolendi excessum, cum pium sit flere mortuum et 
huiusmodi mestuosos affectus lex nature videatur naturaliter indux- 
isse. Nam Job, audito interitu filiorum» vestimentorum concisione 
et aspersione pulreris vim doloris legitur expressisse «). Joseph eciam 
cum Omnibus fratribus suis et senioribus domus Israhel de regno 
Poi.4«o.Pharaonis patrem suum deflens mortuum> venit ad aream a) trans- 
jordanem et septem dies super morte sua in fletu ac gemitu comple- 
verunt »). Christus eciam super morte Lazari lacrimas legitur effudisse *). 
Ideoque non miramur, si deplorandi tanti ac talis filii funera, pietatis 
lacrimas exhibetis. Non enim de illorum estis, nee esse debetis' 
numero, de quibus dicit Dominus per prophetam: „percussi^ 
iuquit«) »eos et minime doluerunt", et ut verbis Job utamur dicentis») 
»nee fortitudo lapidis fortitudo vestra, nee caro vestra enea est". 
Unde quis iste sit dolendi modus ne vos rapiat ultra modum. Dies 
enim hominis sicut umbra pretereunt ?), yita est labilis sicut fenum et 
rota volubilis nunquam in eodem statu bj perseverans ^) et nichil est 
aliud, quam quedam serenitas hyemalis, dum leta inmiscet tristibus 
et letis interdum tristia preconfundit. Mortis namque argumento 
necessaria est proposicio, cuius conclusionem nemo tam doctus, qui 
a) areham V. arcam Z. — bj termino Z. 



i) Threni 1, 20. 

*) Job 1, ao. 

3) Genes. 50, 10. 

*) Et. sec. Joannem eil. 

•) Jerem. 2, 3. 

«) Job 6, 12. 

*) Psalm 143, 4. 

•) Job 14, 2. 



315 

possit effugere, quoniam cum credit assumere tunc concludit. Preterea 
non est sapiencia, ex separacione huiusmodi contristari, sicut et 
ceteri , qui spem ex resurrectione ultima uullam habent. Dubitandum 
quippe de ipso non est, quin sit in illa eterna patria constitutus, 
cuius in terris vita exemplum multis et forma virtutum noscitur 
extitisse. Ascendit itaque cum Moyse dicens *) : transiens videbo banc 
maximam visionem. — Quapropter recedant lacrime, nee velitis 
exacerbare nomen Domini, cuius iudicia sunt abyssus multa»), si 
tarnen radicem vestram, que non obiit sed abiit, cum summis desi- 
deratis spiritibus gloriari. 

Es ist nicht wahrscheinlich, dass dieser Brief an König Radolf nach 
dem Tode seines Sohnes Hartmann (f 20. December 1281) gerichtet worden 
sei, denn dann wäre dessen ^gewöhnliche Todesart, in den Wellen des 
Rheins, wohl erwShnt worden, dagegen mag das ein Trostbrief über den 
Tod des dritten Sohnes des Königs, des Herzogs Rudolf von Österreich 
(t 10. Mai 1290) sein. 

16. 

Sobiitos doBiin« sb«. 

1276. 

Bischof Bernhard von Seckau bekennt dem Könige Rudolf seine Schuld und 
unterwirft sich ganz dem Urtheile des Königs. 

Gerbert, 2, 51. 

Reyixit Spiritus mens exultacionis insperate gaudio excitatus, 
sedenti in tenebris et umbra mortis lux est michi visa celitus exoriri, 
iam pulsis e medio rancorum nebulis, quas suis follibus fabri induxe-^ 
rant aquilonis. Repente siquidem vestre serenitatis iubar lucidum 
michi gaudeo arrisisse, complector et teneo super aurum et topazion 
literas vestras, quas michi quidem detulit angelus pacis, in quibus 
ramum oliye, ore columbino porrectum, ad instar Noe fluctuantis me 
profiteor recepisse. Denique, annuente Domino, gaudium magnum, 
quemadmodum, dum gallo a) canente spes rediit, refusa est salus 

a) callo V. 



i) Exod. 3, 3. 
*) Psalm 33, 7. 



316 

egro, restituta sanitas semivivo. Ceterum anima mea turbata est 
valde, quod in me vestra visa est gravitas a) perturbata et exasperata 
lenitas. Id meis peceatis imputo, quibus iram merui et restram 
demenii graeiam, dum in me transierunt ire vestre taliter et terrores, 
ex quo non est aceusare alium, quam me ipsum, qui liquido eonfiteor, 
me peeeasse. Ego autem, si quid in eo est vel opere vel sermone 
commissum, in quo vestra sit exasperata benignitas vel utilitas dimi- 
nuta, vestrum subeo spontanea satisfactione iudicium, quatenus vos 
equa discreeionis b) lanee pondus libretis examinis, per quod et 
confitenti sit venia et innoeenti non imputetur de cetero hec oflFensa, 
veniatque auster, qui oUam indignacionis , flante aquilone suecen- 
sam, micioris aure temperamento refrigeret atque in thalamo Sala- 
monis medium cubile caritate consteriftns *) » in quietis tranquille 
planiciem mentis vestre redigat tempestatem. 

Bernhard Bischof von Seckau stand auf der Seite Otakar's, dessen 
Anwalt er auf dem Reichstage zu Augsburg. 1275, Mai 1$. war. (YergL ßoehmer 
Reg. Rud. no. 173 und Reg. Otakar. no. 284.) Seine Unterwerfung unter 
Rudolf geschah wohl erst nach des Königs Friedensschluss mit Otakar 1276, 
November 21, denn unter den Zeugen der Friedensurkunde findet sicli^ Bernhard 
nicht; dagegen ist er schon kaum 2 Monate später am 18. Januar 1277 
in der Nähe des Königs in Wien. Boehmer Reg. Rud. no. 304. — Vergl. übrigens 
noch die Briefe bei Gerbert üb. 2, 17 und SO. 

17. 
Beligiosas religlds«. 

Ein Geistlicher lobt das beschauliche, fromme Lehen eines andern und ersucht 
ihn um seine Fürbitte. 

Care frater! Non ut oleo adulacionis ungam te hec tibi scribere 
curavi, sed ut cj de aetibus tuis in Domino glorier, cum in te virtus 
etatem preveniat et annos mores excedere videantur. Prematuram 
quippe exhibes, adhuc tenera satis in herba, messem, uvam producens 
Ol. 48 d. in palmitem, ex quo probaris ferjtilis dj grata fructuum ubertate. 
Glorior igitur in te, sed in me ipso confundor, cum in tot annis 
preteritis fere nichil inveniam, quod in novissimo die districti examinis 
plus securitatis inducere valeat, quam timoris. Nonne mentem tot 

aj gravitas Z. ebenso V. corrigirt für gratuitas. — bj discrecione V . 
~ cj ut übergeschneben V. fehlt Z. — dj vertilis V. 



*) Cfr. Cant. Cauticor. 3, 10. 



317 

malorum consciencia et terror angustat et terret angustia? Unde hoc 
tibi , ut in teneris admodum annis mundi robur refugeres , abhomi- 
nareris delicias et declinares amplexus? felix, quem misera mundi 
prosperitas non seducit! felix, quem perplexa temporalium recia 
non involvunt! Quin immo tu liberis et siccis pennis ab humore 
earnalium desideriorum a) volasti in solitudinem, qua quiescis. Ecee 
nunc sedes ad pedes Domini cum Maria , ecee nunc in Racheiis pul- 
chritudine delectaris, ecee iam degustas delicias multe dulcedinis, 
quas Dens se timentibus preparavit. Verum tamen, queso, memento 
mei , quod intumescunt adversum me seculi huius fluctus et sie nte 
Yalida negociorum tempestas inrolvit, quod in hoc mari magno et 
spacioso dimergor penitus et submergor, nisi virtutem dextera 
Domini faciat i), quatenus^ si non sicco vestigio, saltim quasi 
naufragum post impetus tempestatum, post spiritus procellarum ad 
portum salutis et glorie sub misericordie sue patrocin'o, mediantibus 
tuis suffragiis, me perducat. Insta ergo amice Dei , ut per oracionum 
tuarum canticum ambo pariter introducamur in cubiculum glorie et 
gracie Dei, quem concupivit, quem elegit anima tua et quem, relictis 
Omnibus, es secutus de retributoris magnificencia et retribucionis 
magnitudine centuplum accepturus et vitam eternam denuo posses- 
surus. 

18. 
Frater fratri super mala conYersacione. 

Jemand drückt seinem tu seiner Ausbildung in der Fremde weitenden Bruder 
seinen Schmerz aus über dessen schlechten Lebenswandel und ermahnt ihn, sii h 

%u bessern. 

Si fraterne dulcedinis recte gustares sapida condimenta, si alti 
origo sanguinis tui tangeret petram cordis, si parentum et amicorum 
votivis affectibus aures patulas inclinares et attonitis oculis sapientum 
legeres documenta, non invitus vocareris in patriam, non more 
dispendio luctareris, non vitam tuam procellosis committeres fluctibus, 
non post tergum deiceres aliquo federe parentelam. Credebam siqui- 

a) desiderium V. 



1) Psalm 117, 16. 



318 

dem germane karissime, cum paterna domo recederes, le potentum 
subire palacia , sapienlum adire consilia et virorum pollencium eon- 
soreia frequentare. Tu vero omnino degenerans et peregre proßeis- 
cens, eorum, quibus finis operum minatur interitum, quorum Tita 
consistit in tabula, que nunc eoneutitur fluetibus, nunc scopuHs eon- 
quassatur, enorme videlieet pravorum«^ collegium intravisti. Ex quo 
sane fratris animus amarieari non desiit et consanguineorum omnium 
turbantur peetora, quorum luturus dux et rector sperabaris recipere 
dyadema. Non enim id de te tua cogebat indoles nos sperare, qui 
quasi malutini sideris radius inter virtuosos socios radiabas. Ad cor 
igitur revertere et in cordis tui acie proride eonsidera et perpende» 
quid ex buiusmodi evagacione tibi possit aecidere dedeeoris, quid 
ruboris. 



19. 

frineeps N. domind pape. 

1274. 

Ein ReU'hsfürst bittet den Papst Gregor X, dem Könige Rudolf mit seiner 

Gunst beizustehen. 

Gerb. 1, 38. Bodmann p. 130. 

Humane eondieionis dignitas sue primitive originis non immemor, 
qua omnes ab inicio liberi naseebantur, nee presidentis preminen- 
ciamft^ cognoverat (9, visa est^ servitutis iugum excutere et dominii 
Foi.49a.preeelleneiam refutare. Verum impunita delinquencium lieeneia, 
incentivum malivolis tribuens delinquendi, tot malicie semina in areola 
matris ecelesie sparserat, quod urtice et aliarum noeencium herbarum 
venositas rise sunt tritieum dominieum suffoeare. Prospiciens itaque 
de celo iusticia , ad premiandum iustorum merita et reprimendum 
maliciam perversorum, virum seeundum cor suum prefeeit in terris de 
sui profunditate consilii, dominum R. Romanorum regem, cunetis 
mortalibus rererendum, a quo, velut iuris racio precipit, feoda una 
cum nostris filiis nee non aliis orientalium parcium principibus rece- 

a) plebium Z. ~ b) preminencia Z. — c) cognorerant zu lesen. — d) nisa 
est Bodm. 



319 

pimus 9» solempnilate qua decuit manifesta. Supplicamus itaque 
vestre piissime paternitati , quatenus predicto domino nostro favoris 
plenitudine et affectu benignilatis solite tarn paterne et tarn pie ad 
bonum statum ehristiani populi dignemini assistere , ut pax disper- 
ditarefloreat» beretica exulet a) pravitas, et fidei orthodoxe plantacio 
eontr a erueis Christi emulos ad Christi gloriam se dilatet. 

20. 
C«i Yeitas N. principl taU. 

Der Convent eines Klosters wendet sich , nachdem dieses seinen Gönner durch 
den Tod verloren, an einen hohen Geistlichen und bittet ihn um Beistand, 

Gerb. 1, 42. 

Propinatum nobis nuper ex lugubri obitu pie reeordacionis N. 
dire valde amaritudinis ealicem laerimosis suspiriis h) haurientes, 
dum consideramus in intimis, nos ex ammissione ipsius irrecuperabile 
dampnum passos, ad unicum reeurrimus sedula meditaeione consilium, 
quod ex quo manus Altissimi tarn gravi punctura nos pupugit et 
promotore tarn yigili priravit: in vos fiducialiter omnem agendorum 
nostrorum eongeriem congeramus, utpote qui et nostis et yultis 
necessitatibus consulere cj amicorum ac remediabiliter subvenire. 
In Yobis igitur anehoram spei nostre post Deum precipue collocantes, 
paternitati restre piissime supplicamus, quatenus nostris promovendis 
et expediendis negociis salutaribus velitis adesse consiliis et auxiliis 
opportunis. 

Stobbe no. 144. Ad ainic um quod sit propicius amico conquerenti 
de morte amici. Bodmann p. 223. — Philo]. 383 fol. 23. Die Annahme Gerberl's, 
der Brief sei ?on Kdni^ Rudolf an Rudolf von Hoheneek gerichUt, ii>t 
ganz aus der Luft gegriffen. 

aj exultet V und Z. — b) singuliibus für suspiriis Z. — c) necessitaULus 
amicorum sincere consulere Z. 



1) Gerbert schliesst aus dieser Stelle, der Schreiber unseres Briefes sei Graf Meiuliard 
TOD Görz und Tirol und nimmt an, die orientalium partium principes seien Friedrieh 
von Salzburg und Philipp ron KSrnthen. Nur des Letzteren Belehnung ist indessen 
urkundlich (am 27. Februar 1275) erwähnt. Reg. Rud. n. 157; wir wagen desshalb 
nicht jener Annahme beizutreten. Der Inhalt des Briefes passt nur in das Jahr 1274. 



320 

21. 

Chitas N. ■•HantriH regi. 

1275. 

Eine Reichsstadt, die lange unter fremder Herrschaft gewesen, hegiebt sich 
unter die Oberhoheit und den Schutz des Kaisers. 

Gerbert 2, 7 und Bodmann, p. 23 abweichend. 

Qui vergente mundi vespere in diebus nostrisRomani monarchiam 
imperii, iam reluti in pedibua fictilibus fluetuantem, aureo capite 
decoravit, rege ridelicet honore et gloria decorato, rex regum, dives 
in omnes, qui eum unxit pre participibus suis argentei pectoris 
prudencia Salemonis atque divitiis, ferro, scilicet victoriose milicie 
gladio, ere nichilominus, id est omnium rirtutum preeonio, in omnem 
terram et in fines orbis terre ipsum sibi in predestinato imperio 
stabilem faciat et per secuta gloriosum! Hinc vestre imperialis 
excellencie dignitatem, tanquam ad thronum glorie accedentes, civi- 
tatem, omnem substanciam et personas nostras confidenter vobis 
offerimus, certi quod per vos et in vobis graciam inveniamus in 
auxilio oportuno, qui dudum ab alienis possessi, diucius fuimus in 
misera Servitute. Quapropter, quesumus, firmetur clemencia thronus 
regis et, dum de alienis ad proprium, de multis ad unum dominum 
convertimur, et cum modo temporalis nostra sit salus in manu vestra, 
domine! oculi vestre pietatis sie nos respiciant, ut regi non tarn 
secure, quam letissime serviamus *). Sane quod hanc professionem 
debite servitutis ac fidelitatis, a nunciis vestre maiestatis requisiti, 
non fecimus, non aliud fuerit dilacionis occasio, nisi quod affectavimus 
nos personaliter vestre conspectui magnifieencie presentare. Verum 
latores presencium, quos ad hoc propter suam honestatem ex omnibus 
nobis elegimus, transmisimus ad nostre legacionis mysterium in vestra 
Fol. 49 b* imperiali curia prosequedum a) , ratum et gratum habituri quitquid 
per eosdem coram vestra maiestate propositum fuerit vela) tractatum. 

aj et Z. 



1) Hier schliesst eine unten Fol. 52, no. 6 folgende, fast wörtlich gleichlautende 
Formel, welche übrigens die Einleitungsworte : Benedictio claritas etc. . . . secu- 
lorum, die sich bei Gerbert und Bodinann finden, hat. 

^) Die nun folgenden Worte fehlen bei Gerbert und Bodmann. Statt derselben 
heisst es dort: Ad hoc qnam plurimum indigemus, ut pro nobis recitata fide 



321 



22. 

lex N. lomanoram regi. 

1278. Vienne. 

König Rudolf bittet den König Ladislaus von Ungarn um Beistand gegen 

König Olakar, 

Gerbert, p. 1S5. Stobbe, 162. 

Cum inter reges orbis a) et prineipes afßnitatis interdum et 
amicieie federa contrahuntur, tanto maioris inter eosdem aflfectionis 
unio debet merito suboriri, quanto maiores aliis, in celsioribus positi 
speculis dignitatum, debent inferioribus virtutum exempla disserere, 
et quanto per unanimes voluntates eorum pax firmier creseit in 
populo, honores ampliantur alterutrum et suorum roborantur in 
posterum iura i;egnorum ^), 

Sane contraeta inter nos felieiter iam pridem alterne connexi- 
tatis ydemptitas sie revera inextingwibiliter bj est in nostris radicata 
precordiis, sie intimis cordis nostri affectibus est firmatatenaciter,quod 
delectat nos exequi per eflfectum quitquid regalem vestrum demulcet cj 
animum, quitquid vestre maiestatis honoribus arbitrati fuerimus ad- 
auctivum, incommutabili animo disponentes, confibulacionis huiusmodi 
vinculum indissolubiliter observare. Hine est, quod sie contracte 
inter nos aniicicie debitum vice reciproca repetentes a vobis, prout 
vester procurator et nuncius vos asserit spopondisse, serenitatem 
regiam ampliori qua possumus precum aflfectione deposcimus et 
hortamur, quatenus mutuo nobis in nostris necessitatibus subveniatis 

aj urbis Z. — bJ inextingwiliter V. — cJ nostrum demulceat Z. 



solliciti, dum in nobis iurisdlctionem imperialem vendicatis, commissionem « 
pactum illud, quo rex Romanorum N., tunc moderator imperii, uos venerabili 
domino N. subiecit, sie concorditer cum ipso disponere dignemioi, ut ex hoc 
predictus princeps nuHam contra nos habeat actionem, quinimo, pro vestri 
culminis excellencia, adiutor noster sit in necessitatibus opportunis. —Gerbert I.e. 
nimmt an, der Brief sei im Jahre 1275 von den Mailändern an König Rudolf 
gerichtet. In der That entspricht der Inhalt desselben dieser Annahme. Vergl. 
Kopp. Eidgenössische Bunde 1, 110 ff. 
1) Einen fast gleichlautenden Eingang hat ein Brief Friedrichs II. an den König 
von England vom Jahre 1240. Huill.-Bre'h. 5, 464 und Math. Paris a. 1240 ed, 
London 1684 p. 472. 
Fontes. Abth. II. Bd. XXV. 21 



322 

auxilio et fidelibus nostris et fautoribus in vestris districtibus a) 
efBcax oportuni patrocinii pretendatis umbraculum et solaciosi aj 
consilii fulcimentum» prout dilecti fideles nostri N. et N. celsitudinem 
regiam duxerint informandam ß). 

Ergänzungen aus Gerbert p. 155. — a) für in vestris districtibus: 
in Styriae ac A^striae ducatibus. — ]3) Nos enim in ciyitate nostra Yiennensi» 
utpote regi Bohemiae contermina, moram utilem ista yice contrahimus, ut si rex 
praedictus temerarios impetus gressus sui in attritionem ipsorum nostroruro 
fidelium forte direxerit, ipsum a tergo Tiriliter insequentes, eondem regem» 
praedictis fidelibus nostris illaesis, allidere valeamus. Yos itaque quaesumus 
nobis cum festinatione rescribite, quid super praemissis in vestro proposito 
geritur et in beneplacito continetur. 

Die Erwähnung Wiens und des Königs Ton Böhmen macht es unzweifelhaft, 
dass der Brief von K. Rudolf herrührt, und da er an einen König gerichtet 
ist, so kann das nur der K. Ladislaus von Ungarn sein. So berichtet auch 
Chron. Colm. M. 6. SS. 17, 249: Haec audiens rex Romanorum mandavit 
principibus suis, regi scilicet Ungariae, duci Saxoniae . . . quatinus cum 
Omnibus armatis quibus possent in adiutorium sibi subito pervenirent. . . . 
Rex Ungariae regem Rudolphum dementer exaudivit, et ad civitatem Wiennensem 
cum quatuordecim miilibus hominum venit ad praeh'um praeparatis. 

Ches N. lamanoraiii regi. 

1273. 

Eine reichsunmittelbare Stadt bezeugt dem Könige Rudolf ihre Freude Ober 
dessen Erhebung zur königlichen Würde. 

Gerb. 1, II. 

Non est mirum si de vestra promocione damus Domino inees- 
santer gloriam et honorem, cum ipse de talento suo Yobis contulerit 
margaritam. Nee sine racione cedit nobis hoc ad materiam gaudiorum, 
cum Dominus noster, misericorditer nostris providens desideriis, 
excussa rubigine, de argento nobis contulerit vas purissimum, nostre 
captiyitatis fiduciam, et nostri exterminii redemptorem. Nampriüsquam 
montes fierent aut formaretur terra et orbis, a seculo primitiro 
predestinatum fuit et preordinatum, debere vos in throno imperialis 
celsitudinis residere. Ante cuius thronum naturalia et civilia iura 
tremiscunt, librantur audita, consciencie revelantur, impudicicia 

a) salaciosi Y. 



323 

detegitur, iusticia roboratur, et iniquitas effugatur. Unde omnes, 
qui christiano nomine gloriantur, possunt, immo debent ad vestre 
imperatorie maiestatis clemenciam recurrere «um fidueia quodammodo 
ampliori. Nam vobis Dominus eontulit potestatem gladii temporalis, 
ut serenitati vestre sit proprium, orbem terre freno iuris et iusticie 
constringere. Fecit enim vos Dominus imperatorem in terris, quem 
proprium recognoseimus dominum et cui nostra subiacet eivitas, ut 
vos sitis contra hostes fidei clyppeus , iuris defensor, amator equitatis, 
exstirpator malicie, sedator scandali et refugium impotentum. Nam 
potestas Cesaris sperantes in iusticia non reliquit, oppressos relevat, 
relevatos sustentat, viduas protegit, orphanos pretuetur o^, imbecilles 
defendit 6^, refovet debiles, prostratos erigit et erectos corroborat in 
virtute. 

24. 

Capellanus N. ■•manormn regi. 

Ein Kaplan bittet einen Fürsien, ihn toieder in sein Haus aufzunehmen, 

Firnhaber Summa Petri de Hallis, Fontes rer. Austr. 6, p. 51. Stobbe, no. 
208. 

Lustratis per mundi clymata pluribus regionibus et peragratis 
per circuitum lingwis et tribubus diversimode nacionis , inter ceteros 
presidentes tribunalibus personam vestram amantissimam mihi foi. 49 c. 
pre ceteris mortalibus preelegi, gracius estimans abiectus esse 
in vestro paiatio, quam in regum curiis sublimium uti quibus- 
cunque deliciis convivantum. Idcirco princeps clementissime et 
domine, ad vos de regione - dissimilitudinis velud ad refugium 
singulare confugio, petens humiliter et deposcens, ut me dignemini 
•in domos vestras recipere pristine gracie brachiis amplectendum. 
Ego enim, sive vivo sive morior, vestris semper beneplacitis coap- 
tabor, honoris vestri avidus et glorie sitibundus. Placeat igitur, 
queso, dominacioni vestre quid super hoc in vestro geritur proposito 
mihi graciosius aperire. 

aj pretuetur am Rande V. — bj d^fensat Z. 



21* 



324 



2h. 

SlblUtlS d«MlB« SM. 

Jemand bietet einem höher Stehenden, dem er sich verpflichtet fühlt, seine 

Dienste an, 

Hactenus se grati temporis aptitudo non obtuiit mee devocionis 
obsequia vestro beneplacito presentandi, negociorum se et temporum 
congruencia subtrahente. Propter quod in me ipso quodam rubore 
eonfunderer, nee auderemus a vobis grandia postulare, nisi consciencie 
perswaderet integritas, quod neglectum est hactenus meritorum 
exhibicione redimere et obsequiorum redibicione gratuita redibere. 
Quare restram attente deprecor honestatem, quatenus plenam 
amodo de me fidueiam obtinentes, in vestris et vestrorum agendis 
meum negociosum officium vestro beneplacito fiducialiter applicetis. 
Paratum semper invenietis et sedulum ad quecunque fideliter procu- 
randa» que vestris grata sunt usibus et affectibus blandiantur. 

26. 

Amleus amie« suo. 

Ein Freund drückt dem andern die Hoffnung eines innigeren freundschaftlichen 

Verkehrs aus. 

Gerbert, 2, 18. 

Tot et tanta de virtuosis vestris actibus apud nos rumorum 
invaiuere precon^a, tot et tantis alma mater ecclesia vestre predica- 
bilis fame, vestri eciam ministerii decoratur insigniis et auctoritatis 
eximie tytulis adornatur, quod a) plurimum nos delectat familiari- 
tatis h) alterne vobiscum ihire solacia et affectu mutuo conformis 
dulcedinis couniri. Licet igitur hactenus nobis locorum inhabilitate 
distantibus rara vestre salutacionis epistola nostre mentis interiora 
suggesserit, licet non crebra literarum vestrarum allocucione fuerimus 
recreati, spei tamen concepte de vestra benivolencia rivulus manare 
non desinit, sed augmento continuo fecundatur. Nos enim deinceps» 
oportunitate captata, non solum literis vos visitare disponimus» verum 

a) quo y. — h) familiaritatem Z. 



325 

eciam in proximo, duce Altissimo, vobis presencialiter nos offerre, ut 
grate dilectionis aflfectio, successivis concreta profectibus, in profi- 
cuos et profusos graciosi germinis pahnites adolescat. 

Gerbert lässt diesen Brief ?on Rudolf an den Cardinal Petrus von 
Tarentaise aus dem Predigerorden (nachmals Papst Innocenz V.; über ihn 
vergl. Quetif et Echard Scriptores ord. praed. 1, 350) geschrieben sein, daför 
findet sich jedoch in den sehr allgemein gehaltenen WoHen desselben kein 
Anhaltspunkt. 

27. 

Ciyes N. Romanorum regi. 

Ende 1275. Leodii. 

Die Bürger von Lattich bitten den König Rudolf, sie vor den Übergriff en zu 
schützen, welche die Geistlichkeit, gestützt auf des Königs Privilegien, 

sich erlaube. 

Gerb. 2, 27. 

Quia ordinaeione divina , a qua a) omnis potestas conceditur, 
summa rei publice potencia vestre diuoscitur clemeneie attributa, ut 
per vestre magnitudinis vigorem conservetur iusticia et iniurie exstir- 
pentur , fidelium relevetur debilitas et foreium rebellio comprimatur 
et omnia iusto legum libramine in Salvatoris servicio dirigantur: ad 
maiestatis vestre clemenciam de penultimis Romani imperij 
finibus recurrentes, sub vestre gracie confideneia special! h), 
celsitudini regie duximus, non absque dolore et perturbacione 
cordium , intimandum , quod honorabiles viri , clerus civitatis nostre 
N. 9» 1*^^* ipsum omni qua possumus veneracione colamus, civitatis 
tarnen et tocius patrie nostre quietis et pacis inpaciens, cum de ipsis 
nichil suspicaremus adversi, quoddam Privilegium, hactenus inauditum, 
a vestra magnificencia sibi, ut asserunt, innovatum, confirmatum seu 
eciam declaratum, nuper apud nos fecit in multorum presencia publi- 
cari, quod perceptum est et deductum in publicam nocionem. Quamvis poi. 49 a. 
autem, tanquam improvisi, tonitrui ictibus et fulminis terrore attonitam 
turbam perturbaverit c) universam , ipsum tamen , propter vestri 

a) quo V. — b) con6denciam specialem V. — c) perturbavit Z. 



1) Leodiensis. 



326 

yeneracionem felicis nominis, audiyimus pacienter, ipsiusque recepta 
copia, et deliberacione super hoc prehabita matura, quia per idem, si 
dici debet, priyilegium tota lex civitatis et nostre patrie plene a) 
penitus absorbetur et decoloratur Status nostre patrie generalis, ab 
antiquis temporibus a yestris divis predecessoribus ordinatus, post 
diversa consilia, habita cum sapientibus, et coUoquia, in communi 
nostra deliberacione tandem resedit, quod quia eins est legem inter- 
pretari vel emendare» cuius est condere: ad vestre maiestatis 
audienciam, quam in hac parte calliditate inpetrancium credimus 
circumventam , sub certa forma duximus communiter et solempiyter 
prociamandum , sperantes et in Altissimi misericordia confidentes, 
quod, cum nobis paraverint inconveniencia pericula ex tali privilegio 
proventura, restra provida et benivola sapiencia, remediis subiectorum 
fidelium invigilans, a tantis nos turbacionibus et tocius patrie grara- 
minibus relevabit, et ad statum pacificum et antiquum, amputatis 
noxiis novitatibus, salubriter omnia reformabit. 

König Rudolf hatte am 10. September 1275 den Decanen and Capitein 
der Kirchen zu LüUich nicht bloss ein Privileg Heinrich*s Y. bestStigt, sondern 
sie auch noch durch einen besondern urkundlichen Rechtsspruch gegenüber 
den Schöffen und dem Bürgermeister Ton Lüttich in Schutz genommen 
(Reg. Rud. no. 203 und 204). Er war eben im Begriff nach Lausanne tu gehen, 
um dort mit Gregor X. zusammen zu treffen, und Gerbert 1. e. weist mit Recht 
daraufhin, dass K. Rudolfsich, mit Rücksicht auf Gregor X., der ehedem 
Archidiaconus zu Lüttich war, zu der besondern Begünstigung der dortigen 
Geistlichkeit habe bestimmen lassen. Unser Brief enthält, wie schon Gerbert 
und Boehmer bemerken , die Beschwerde der Bürger über diese Massregel des 
Königs und Bitte um Abhilfe. 

28. 

Prineeps N. ■•mantriim regi. 

1276. 

her Patriarch Raymund von Aquileja drückt dem Könige Rudolf %e%ne Freude 

darüber aus, dasu er die ihm widerspenstigen Fürsten tüchtigen wolle und 

verspricht ihm seinen Beistand gegen den König Otakar von Böhmen, 

Gerb. 2, 53. 

Regios apices, qui pure fidei prompteque devocionis enxenia 
exigunt et signa requirunt, suscepimus honorificencia prompciori. 
a) pene Z. 



327 

Qaibus perlectis concepi a) leticiam duplicem tarn ingentem, quod 
Spiritus meus h), immo sensus singuli sunt pre gaudio renovati. 
Est mihi e) iocunditatis siquidem et exultacionis materia precipua et 
Yotiva, quod celsitudo regia de mea meorumque d) fide confidens, 
iuxta nostrum consilium quasi sibi salubrius oblatum» dirigi processus 
eesareos eligit atque regi e). Est mihi f) eciam speeialiter super- 
effluens materia gaudiorum, quod yestra serenitas, imperialis solii 
decus, yirtuosis operibus, que tanti domini gloriam eondecent, 
decorare procurans, et vestros eontemptores, qui tanquam columpne 
et bases imperii cum omni promptitudine in via restrorum deberent 
currere mandatorum, sub vestre potencie dextera dispositis humiliare 
et, rebellionis exigente protervia, depressionis malleo conculcare, ut 
qui modo tranquillus in preceptis suis despicitur, iratus in yindietam 
postmodum senciatur, quodque fideles yestri universi et singuli» qui 
excellencie vestre fidelitatis debitum representant, dulcem vos et 
pium dominum noverint et in confusionem propriam senciant emuli 
correctorem g). Quanto enim temeritates magis augentur exces'sibus, 
tanto maior delinquentibus adhibenda est correctio , ut ipsi facinus 
suum, pena saltem vindicante, cognoscant et alios ab illicitis pene 
timor coherceat vindicte. Porro cum scribentis animus adeo sit in 
exaltacionis vestre promocione defixus, ut desideriorum nostrorum 
summa principalius cupiat honoris et nominis vestri decus sermone 
et opere procurare; magnificenciam vestram scire cupio h) per 
presentes, quod viris et viribus congeram i) posse meum kj^ ut a) 
me l) ad excellencie vestre servicia reddam m) omni tempore 
preparatum n) P). 

Ergänzung aus Gerbert 2, 53. Patriarcha Aquilegensis scribit Rudolpbo 
imperatori de mullis, presertim de rege Bohemiae domando. — a) quam cito 
de processu restro felici contra regem Bobemiae (qui contra Deum et omnem 
iusticiam meis et ecdesiae meae iuribus existit iniurius et bonoribus inhonorus), 
mihi constiterit. — ß) Caeterum literarum vestrarum favorabilis inductio babuit, 
ot cum N. ad composicionem me disponere procurarem. Super quo sie per 
praesentes explico velle meum: quod inter me et ipsum non viget ad praesens 
alicuius dissensionis materia vel rancoris, nee ex me circa ipsum discordiae 
scrupuius orietur, quin inter nos amicitiae ac diiectionis integritas vigeat et 

a) concepimus Z. — b) noster Z. — c) nobis Z, — d) nostra nostrorum- 
que Z. — ej regit V. — f) nobis Z. — g) reetorem V. — hj cupimus Z. — 
i) congeremus Z. — k) nostrum Z. — l) et nos Z. — m) reddemus Z. — 
n) preparatos Z. 



328 

Tirescat. Veruntamenest, quod ipse, me in vestris serviciis existente, in prae- 
iudicium ecciesiae meae ac contra ipsius privilegia et iura publica, erigi fecit 
castrum quoddam, quod nisi forsan ipse riam aequitatis et iuris eligdns, ab 
iniuria huiusmodi tarn indebita et riolenta destiterit, malivolentiae inductivum 
esse poterit, et plus quam expediat nutritivum. Caeterum licet in partibus istis 
pro dirigendis restigiis restris , vestrisque parandit processibus » moram nunc 
usque duxerim protrabendam, ecce in terram meam in instant! redire festino, 
ut ad obsequia yestra paratiorem et promptiorem me reddere valeam, ioxta 
fenrens desiderium cordis mei. 

Ist Tor dem Beginne des Krieges gegen Otakar 1276 Juni 24. and nach 
dem Reichstage zu Augsburg 1275 Mai 15. geschrieben. 

29. 

Prineeps regi lomantnim. 

1277? 

Ein Fürst hütet seinen König, mit dem Ausdruck der Freude über die 
Bewältigung seiner Feinde, um nähere Nachrichten und stellt sich ihm zur 

Verfügung. 

Gerb. 3, 2. 

Necesse est inconcussum fore virtutis divine promissum et 

omnis potencia ad nichilum revertitur aj, que contra nutum summi 

prineipis concrassatur h). Scriptum est enim quitquam malignum 

non posse adversari regi iusto, cum sederit super sedem. Et est 

Spiritus Dei qui loquitur, contra quem attollere frustra omnis arro- 

gancia comprobatur. Audivimus iustissime rex, quosdam in rebellio- 

nis audaciam contra maiestatem regiam presumpsisse , et conatos 

Foi.50t. fuisse sedi iusticie adversari. Quos excellencia vestra triumphaliter 

superando subegit» ad planum sedavit obicis asperum, fecit dura 

mollia ac hostiles elaciones cornua stabilia non habere. Super quibus 

corda nostr^ conceptis gaudiis adimplentur et non desinunt in 

felicitate regia reflorere tripudiorum recentibus ornamentis. Hie est 

enim precipuus mentis nostre ardor, hec nostra intima votiva, ut 

sublimitas vestra, cunctissepta prosperis, incrementis assiduis conden- 

setur. Verum quia efficacius declarata plus valent et lecius prineipis 

gloriosa assercio subintrat, regie maiestati attencius supplicamus, 

quatenus de vestris processibus, quibus providencia divina subpeditat, 

aj convertitur Z. — hj congrassatur Z. 



329 

Yeliti& aliquid intimare, per quod avida yestrarum exaltacionum nostra 
devocio inter adeptos lete tranquillitatis modos tutissime foveatur a), 
intimantes et mandantes si qua volueritis, quoniam nobis iussa vestra 
capescere promptum est queeunque protulerit vestra magnificencia 
reverenda. 

30. 

Bpiseopus N. domlii« pape. 

1276. December. 

Erzbischof Friedrich von Salzburg iheilt dem Papste Johann XXL mit, wie 

Otakar, der ihn und seine Kirche so hart verfolge, sich endlich dem Könige 

Rudolf unterworfen habe. 

Gerb. 2» 58. Boehmer Reicbssachen, no. 357. 

Elevatis ad eelum manibus redemptori nostro, Dei filio Jesu 
Christo, leti laudes exsolvimus et ipsius eximie pietati ad grates, quas 
possumus , humiliter inclinamus , qui ecclesie sue preeibus exoratus, 
personam vestram sanetissimam coUoeavit in speculam eminentem, ut 
ab alto luceat, et relucens ad instar fulgide margarite, mentes illu- 
minet populi ehristiani. Hoc ergo eodem felici tempore quo, divina 
gracia revelante, beati Petri apostolorum prineipis , pater apostolice, 
ascendere meruistis sollempniter principatum, Dei filius, benedictus 
in secuta, visitavit in partibus Alemanie plebem suam et erexit cornu 
salutis nobis. Cornua quidem iusti Dominus exaltavit hoc tempore 
et confregit cornua peccatoris, qui h) adversus corpus tocius 
ecclesie corrumpendum et in nostram necem specialiter ferebatur c). 
Et licet multi, ut credimus, huius rei apud vestram clemenciam fuerint 
relatores, nos tamen paternitati vestre rei geste seriem et ordinem 
veritatis presentibus revelamus. 

Nuper quidem, nobis ad propria remeantibus de concilio 
Lugdunensi, et volentes ea prosequi, que in ipso concilio fuerant 
salubriter ordinata, illustris d) rex Bohemie ad sui presenciam 
nos vocavit, vocatos expresse prohibuit, ne decimam, deputatam 
terre sancte pro subsidio, in suis territoriis coUigi faceremus, 
neve aliquis nostrum salutifere crucis gloriam predicaret. Postu- 
lavit eciam, ut iureiurando et aliis diversis caucionibus cavere- 

aj foveantur V. — b) que Gerb. •— c) ferebantur elata Gerb. — d) Otto- 
carus Gerb. 



330 

mus eidem» quod nee ad mandatum sedis apostolice» nee pretextu 
sentencie vel precepti, a quocunque hominum proferendi, aliqaid 
faceremus, quod a suo proposito distaret, quo sanete sedi apostollee 
et Romano imperio proterve resistere disponebat, non solum a nobis, 
verum eciam ab inferioribus quibuscunque prelatis exigens metu 
terribili illicita iuramenta. Nobis autem nolentibus inquinari hoc 
seelere, servitutis iugum asperum imposuit, defixa mente disponens 
innocenciam nostram exquisitis perdere tortoribus et tormentis, 
ecclesias nostras, civitates et castra a fundamentis subverti disposuit 
per incendia et rapinas. Et quamvis malorum tantorum eumulus ad 
nostrum exterminium suflGceret, ex hae tarnen formidine feoit nos 
prorsus exanimes a) rex predietus , quod com tyrannis et reglbus 
Tartarorum fedo soeietatis federe se coniunxit *)• Has nostras 
miserias et iniurias christianus prineeps, dominus noster Rudolphus, 
Romanorum rex Serenissimus, audiens, et frequenter exaudiens preces 
nostras, congregata fortitudine exercitus militaris, ab ultimis Alemanie 
finibus castra movit, longa terrarum spacia et diversas transiens 
naciones, circa festum sanctorum omnium intravit districtusAustrie«), 
non formidans prerupta cacumina moncium, non abhorrens intem- 
Foi.sob.periem temporis hyemalis, nee deferens altis nivibus gelide regionis. 
Postquam principatus Austrie et Styrie signis victricibus fortiter 
triumphavit, civitatem Winnensem, inter alias parcium nostrarum 
optimam, quam adhuc rexBohemie in sua tenuit potestate, copioso cinxit 
exercitu ») , navibus nichiloniinus , appai*atu bellico mirifice ordinatis, 
quibus latum Danubii flumen transire disposuit, ut predictum regem 
Bohemie, iam de fuge presidio cogitantem , in corde Bohemie, velud 
profugum occuparet. Dictus vero Bohemorum rex, sano quidem sed 
tardo fretus consilio, paucorum dierum treugas petiit, petitas obtinuit 
Infra quas ad predicti domini nostri Rudolfi venit exercitum et ibidem, 

a) examines V. 



1) Im Winter des Jahres 1274/75 hatte der Erzbischof Friedrich fiber all' dieses 
an Gregor X. berichtet (vergl. oben S. 308 no. 11) und dem Könige Rudolf unter Hin- 
Weisung auf d«n von Otakar ausgeübten Druck geschrieben: constantes erimus, 
et immobiles persistemus douec auxilium super nos regis aeterui, per Vestrum mini- 
sterium videamus. Bodmann pag. 13. 

<) Dieses Datum ist ungenau, denn schon am 10. October 1276 ist Rudolf in Lins 
Reg. Rud. no. 176. 

*) Die Belagerung begann am 18. October. Reg. Rud. n. 280. 



33t 

presentibus nobis, fracto quidem animo, genibus incurvatis, devote 
petitam veniam obtinuit, resignatis prius obsidibus, civitatibus, 
castris et oppidis universis , que dictis prineipatibus attinebant. De 
terris vero Bobemie et Moravie , prestito fidelitatis bomagio , meruit 
investiri *), Hüne igitur principem gloriosum vestre committimus 
sanctitati, supplicantes vobis, pater piissime, non tarn humiliter quam 
devote, quatenus propter Deum principaliter vobis dignemini babere 
reeommissum predietum dominum regem, in cuius manibus, hiis 
diebus, prout signis apparuit evidentibus, divina iusticia laudabiliter 
triumphavit. 

31. 
Studens Bononie domiii« sa«. 

Ein Bologneser Student freut sich Über die Erlaubniss in die Heimath zurück 
zu kehren und verspricht im Frühjahr seine Rückreise anzutreten, 

Sicut Phebus, cum accedentibus tenebris dies aj lieentiavit 
auroram, eurruque flammigero transiens orizontem et radiorum inci- 
piens aecendere cereos super terram , opace noctis consuevit fugare 
caliginem et aeris nubilosi boreali flabro resolvere densitatem: sie 
desideratus jestre liccncie radius, qui ex vestrarum literarum relulsit 
aspectu, cor meum exultacionis quodam lumine serenavit et spiritum 
anxium sie in statum reformavit leticie, quod ipsum corpusculum ex 
inequalitatis fere discrasia moribundum ad procinctum optati recessus 
gratulabundus redderet expeditum. Quis enim tam obscurus orbis 
angulus h) tam remotus, quem vestri typarii non illustrent aspectus ? 
Quod corpus tam opacum et densum tamque luci inpervium, quod 
gracia vestra non po&sit reddere luminosum ? Quis tam inconditus et 
expers discrecionis animus, qui de duicifluo vestre salutacionis aiTa- 
mine , de promissione favoris tam acceptabili , tam serena, non fieret 
plus solito letabandus? Infuit siquidem scemati venerando verborum 
tante swavitatis lepos in cortice, et venustati sentenciarum accessit 
tante condimentum duicedinis in radice, ut ex flosculis tante spei 
ulterioris fructus et consequencie presumatur rivulus emanare. Ibi 

a) Wohl für recedentibus tenebris diei. — b) angelus V. 



Am 21. NoTember 1276. Reg. Rud. n. 287. 



332 

namque ignis fuisse creditur ubi fumus procedere demonstratur , nee 
favus expers esse putatur duicedinis, a quo fluere cernitur liquor 
mellis. Fretus igitur vestre securitate lieencie et favoris munificeneia 
eonfortatus recedo de studio Bononiensi, ad modieum in Ytalia mora- 
turus, donec verni temporis clemencia securitatem itineris swadeat 
ad recessum. Ubieunque tarnen contingerit me morari, omni 
tempore me vestris coaptabo beneplacitis et mandatis. 



32. 

Princeps N. eonTentui pro saffragiis. 

Ein Fürst empfiehlt sich den Gebeten eines Convents, 

Qui cum Martha turbaeione multiplicis ministerii ae frequentis 
sollieitudinis instancia fatigantur^ coguntur cum tedii sui querimonia 
oportunum auxiliacionis solacium a quiescentibus exigere cum Maria. 
Equidem dignum est ut actionis operositas, per quam contemplatorum 
interdum tranquillitas expeditur, inter ineumbentis incommoda in- 
quietudinis cum eis, qui sancte quietis ocium elegerunt, aliquid 
participent a) de optima porcione. Levantes igitur oculos nostros ad 
eos, ad quos, imminente turbacionis angustia, tutum restat confugium, 
Foi.5uc.ut supra datum modulum labor esse videatur, quo inbecilitatis 
nostre vires incursu negociorum undique atteruntur: nos oracionum 
vestrarum suffragiis propensius commendamus , rogantes, ut quociens 
expedit ocio vestro nostrum negocium famuletur et semper vestro 
iuvetur patrocinio apud Deum, ita ut, dum vestra spiritualia partici- 
pamur, in redibicione temporalis promocionis ac subsidii vobis 
gratuito teneamur. 

Ähnliche Wendungen wie in diesem Briefe finden sieh in den Briefen 
gleichen Inhalts von König Rudolf und seiner Gemahlin bei Bodmaun p. 194, 
195. 

a) p9rt?cipet zu lesen. 



333 
31. 
Clerieus eplseopo sue. 

Ein Geistlicher hietei sich einem andern, der zu einer hohen Würde gelangt 

ist, zum Caplan an. 

Bodmann, p. 221. 

Ex quo divine clemencie altitudo vos, tarn preciosam et nobilem 
columpnam ecclesie militantis, a contemplacionis ocio delicato in active 
occupacionis ministeriis ad tante dignitatis apicem evocavit, oportu- 
num est, negociorum vestrorum multitudinem de sublimi fönte vestre 
prudencie per diversorum vobis famulancium ministeria derivari. 
Ideo eapellanum vestrum vobis offero memet ipsum, paratum ad quam- 
eunque partem, non dicam soUicitudinis, sed vestri ministerii vestra 
pia benignitas imo benigna pietas duxerit me vöcandum, in hoc 
votivis vestris obsequiis perpetuo militando. 

Bodm. 1. c. Cancellario regio, episcopo N. se oifert N. tanquam 
Capellanum s. Notarium. Stobbe no. 138. 



34. 
Sabditas malori sno. 

Jemand bietet einem höher Siehenden, dem er vielen Dank schuldig ist, seine 

Dienste an, 

Si super exhibitis michi a vestra dignitate largiflue benificeneie 
graciose dulcoribus ad solucionem graeiarum temptavero assurgere, 
si ad laudis a) vestre preconia nisus fuero prosilire , insufficientem me 
prorsus experior, oculis meis aperte meum videntibus inperfectum, 
dum conte.ndo sideribus addere sidera et luciferum matutinum pusille 
et inextingwibilis facule lumine decorare. Verum eo quod defuit in 
radice potencie, in votis super hoc affectus molimine compensato, me 
ipsum taliter oflfero vestris omnimode beneplacitis et mandatis, optans 
ex intimis h) cordis mei, ut congrua temporis aptitudo concurrat, qua 
vestre paternitati perfectis fidei mee scintilla clarescat indiciis et 
experimentis clarioribus enitescat. 

a) laudes Z. — h) intime Z. 



334 



35. 
Cardloalis N. lomanoriH re|[i. 

Ein CardiruU dankt einem Könige dafür, daas er seine und der Seinigen 
geringe Dienste so hoch anschlage, und stellt sich und die Seinigen ihm jeder' 

zeit zur Verfügung» 

Magnitudinis vestre apices, nobis novissime per harum latorem 
presentatos, dulcedinis multe swavitate refertos, multique plenos 
dulcorositate leporis, prompte manu recepimus» avidis perlegimus 
oculis et leto animo que continebantur in eisdem pleno eoncepimus 
intellectu. Equidem in ipsis vesire dignacio gratuititudinis ad nos 
magno fiducie indicia proferens, dum tarn devotas quam multiplices 
reddidit graeias pro inpensis nobis et nostris vestre excellencie gratis 
obsequiis, nostrum internum excitat intuitum, clarius innate vobis 
bonitatis fastigium contemplandum. Eo enim yirtutis sublimitas con- 
surgere probatur in altum , quod per humilitatis donum ad inferiora 
descendenSy servicia gratifieando recognoseit exhibita, et exuberando 
interdum, quantum licet, non solum pauea multiplicat, exilia roborat, 
magnificat modica , sed eciam se reeepisse putat obsequia non in- 
pensa. Hoc in vestris advertimus literis, dum a tantoajtot h) et tantas 
grates accepimus pro modicis , que nos et nostri pro vobis fecimus 
vclud nullis. Digne igitur pro tante gratificacionis beneficio vestre 
celsitudini ad grates, quas potest reddere nostra modicitas, promptis 
affectibus insurgentes, magnificencie vestre merito duximus offeren- 
dum, ut, nobis et nostris utentes fiducialiter tanquam vestris, sie nos 
et illos excitare in serenitatis vestre velitis beneplacitis confidenter 
literis et nunciis ad vestra prosequenda negocia quandocunque volue- 
ritis evocando , quod, si nuUa nostra vel nostrorum vos precessissent 
Fol. 50 d. obsequia, deinceps c^ producantur inesse, ut, si bactenus fuerint 
modica, in posterum, divina favente clemencia, magna fiant. 



a) a tanto auf Rasur V. — bj tales Z. — c) ea Z. 



335 



36. 

Cardinalis N. Romanoram regt. 

1273. 

Ein Cardinal drückt dem Könige Rudolf seine Freude über dessen Königswahl 
aus und sendet ihm zu diesem Zwecke und zum Zeichen seiner Willfährigkeit 

einen Boten, 

Gerbert,!, 9. 

Sublimitatis vestre gloriosa promocio ad tocius orbis, imperiali 
iumine orbati diucius, claritatem» ad sancte matris ecclesie propugna- 
culum et iuyamen» ad Christiane fidel propagaeionem et gloriam, 
divinis auspieiis procurata, quam cito michi innotuit relacione veridica, 
tanta cor meum leticie swavitate perfudit, quod ipsam nee calamis 
possum scribere, nee verbis plenarie declarare, cum ex hoc manifeste 
collegerim» quod pater misericordiarum, super desolacione populi 
christiani oculos pietatis aperiens» finem intestinis discordiis, que 
specialiter inter viscera Romani imperii diucius exarserunt, velit 
imponere, et per vestre semper victricis potencie brachium mundo 
pacem, que multis retro temporibus exulaverat, seminare. Etquoniam 
ad comprobandam conceptam de vestra exaltacione leticiam, iuxta 
cordis mei desiderium , certis causis prohibentibus , non possum per- 
sonaliter comparere, virum providum et omni racione multipliciter 
fide dignum, ad vestram duxi celsitudinem dirigendum» qui suppleat 
in expressione gaudii mei quodammodo vicem meam, et me domina- 
cioni vestre, licet absentem, presencialiter paratum ad vestra regalia 
imperia representet. 

Gerbert vermuthet, der Brief sei vom Patriarchen Raimund von Aquileja. 
Da ich jedoch hiefür keine hinreichenden Anhaltspunkte Onde, so habe ich die 
in unserer Handschrift angeführte Inhaltsangabe beibehalten. 



336 

37. 

Episeopns N. lomaionini regi. 

1275 oder 1276. 

ErzbUchof Friedrich von Salzburg bittet den König Rudolf die tüiderspenstigen 

Ministerialen y die er excommunicirt und über deren Besitzungen er das 

Interdict ausgesprochen, seinerseits ihrer Güter für verlustig^ zu erklären, 

Bodmann, p. 32 Salisburgensis archiep. ad Rudolfum R. R. 

Error incorrigibilis, desperata malicia et inflexibilis ad emendam 
iniquitas C. et H., quondam ecelesie nostre ministerialium , urgente 
iustieia iios compellunt, ut eorum peccata notoria et scelera manifesta, 
quorum veterata putredine vicinia tota sordet, iusto Dei iudicio per- 
sequamur, utque eos, quos exspeetacione morosa et quodam irrepre- 
sentabili spiritu aj pietatis sustinuimus hactenus^ incorrigibiles animo 
et indignos venia relinquamus divino humanoque iudieio pro peccatis 
propriis pimiendos. Nuper enim, universis eeelesie nostre miuisteri- 
alibus convocatis , servato iuris ordine et prioribus senteneiis in eos 
editis ordinabiliter coram suis paribus in iudicio repetitis h), 
de communi consensu et sentencia singulorum ipsos infidelitatis 
et periurii crimine irretitos et veri sui domini hostes publicos et 
malevolos proditores esse et diu fuisse pronuneiavimus , et ex bis et 
aliis causis, iudicii tempore declaratis, infames eos iudicavimus, eos- 
que omnium bonorum» iurium, et dignitatum, que a nostra eeclesia 
hactenus tenuerant, fecimus exheredes. Et quoniam iidem homines 
inhumani longis retro temporibus pro rapinis et predis publicis , pro 
nocturnis et diurnis aggressionibus et aliis multis maleficiis exeom- 
munieacionis sentencias in eos rite latas perbiennium et amplius damp- 
nabiliter contempserunt, predictas excommunicacionis sentencias sie 
duximus aggravandas, dum omnia bona que adhuc tenent, subiecimus 
ecclesiastico interdicto, omnesque, qui consilio et auxilio ipsis 
assistunt, eis participantes in crimine criminoso simili excommuni- 
cacionis sentencia duximus innodandos. Verum cum eeclesia non 
habeat ultra, quid faciat, nisi ut auxilium brachii secularis adversus 
eos excitet, qui divina iudicia contempserunt, serenitatem regiam 
devotis precibus inploramus, quatenus pro honore Dei et imperii 

a) quadam irreprehensibili specie Z. und Bodm. — b) ia eos editis — 
repetitis auf Rasur Y. 



337 

Salute ac decore, predictam sentenciam, quoad bonorum, iurium, nouii- 
num et dignitatum exheredacionem, ratam habentes, regie celsitudinis 
literis dignemini eonfirmare, prefatosque maleficos, qui perfidie sue 
defensorem regem Bohemorum advocant et se ad eum convertere 
cupiunt, ut in suis adversitatibus protegantur, curet maiestas magnifi- 
cencie nominatim proscripeionis vestra sentencia annotare. 

Bodm. Salisburgensis archiepiscopi ad Rudolfum ft. R. Für et aliis multis 
roalefieiis (p. 336 unten) heisst es bei Bodm. : pro sfratarum pubiiearuin et 
peiegrinorum pauperum spoliis, maxime tempore concilii generalis, pro raptu 
virginum et oppressione violenta coniugataruro. — Diese Stelle hat der Dictator 
wegen ihres anstössigen Inhalts, aus Rücksicht auf die jungen Leute, denen 
sein Werk als Lehrbuch in die Hand gegeben zu werden bestimmt war, 
ausgelassen. Yergl. unten Fol. 59 no. 54. — Die Erwähnung des Conciliums 
zu Lyon und des Königs ?on Böhmen weisen darauf hin, dass der Brief 
zwischen Ende 1274 und Mitte 1276 geschrieben ist. 

38. 

Spiseopns N. Romanoram regi. 

1275. 

Erthischof Friedrich von Sahburg bittet den König Rudolf dringend um 
schleunige Hilfe gegen den König Otakar von Böhmen. 

Gerbert 2, 8. 

Indignacio, quam coneepit indigne adversus Salisburgensem 
eeelesiam dominus rex Bohemie, sicut experimento didicimus, non 
quieseet, donec nostrum et ecelesie nostre vestigium deleatur de terra. 
Postquam enim omnes et singuli perierunt in Austria, Stiria et 
Carinthia, qui colebant iusticiam et Romani imperii legibus paruerunt; 
postquam fidelis nostra devoeio removeri non potuit vel mutari, multis 
temptata terroribus, variis illecta promissis et a rege predicto solli- 
citata quam pluribus blandimentis : ecce quod tali die capitaneus 
Stirie *)> nomine regis predieti, omnia ecelesie Salisburgensis predia, 
fora, eastra et oppida exercitu eongregato invasit hostiliter, eaptis 
hominibus et plerisque oecisis, deductis rebus mobilibus, immobili- 
bus aj vero per ignem et gladium tam crudeliter devastatis , quod 
iam de omnibus suis rebus superesse nichil cernitur ecelesie memo- 

aj et immob. V. 



1) Milota. 
Fontes. Abth. II. Bd. XXV. 22 



338 

rate, qtiod non sit ab hostibws concukalum. Quamvis autem cum 
dcTota humilitate prostrati pacis graciam vel saltem treugarum indu- 
cias pe tiTerimus ab eodem rege, nuUa tarnen circa hanc condicionem 
perficere quivimus, nisi adversus Romanam ecclesiam sacnimque 
Roman um Imperium temerato fidei nostre debito voluissemus effici 
infideles. Nos igitur, in angustiis pro Augusti a) reverencia constituti, 
imploramus auxilium et subsidium expectamus h) vestre felicissime 
maiestatis, cum dolore et gemitu postulantes, quatenus saltim reliquiis 
dicte ecclesie miserabiliter derelictis, ne id ipsum tenue et modicum 
facultatis, quod ab unguibus depredancium cecidit, absorbeatur 
terum ab iisdem, festino suflfragio succurratis, antequam nos contingat 
totaliter consummari. 

Stobbe No. 22S mit einer detaillirteren Schilderung der Leiden und der 
Oberschrift: Serenissimo domino R., Rom. Regi inclito, idem arcbiepiscopus 
devocionis et orationum obsequia indefessa. — S. auch Bodmann, p. 136. — 
Dass dieser Brief in das Jahr 1275 gehorf, geht herror aus: Cont. Vindob. M. 
6. SS. 9, 729. Ann. Salisb. ib. 801. Joh. Victor. Boehmer, Fontes 1, 303. 

39. 
Rei Komalioniiii super imoTaeione prhilegi«riiii. 

Ein römischer König bestätigt einer Kirche ihre Privilegien und Überträgt ihr 
die Gerichtsbarkeit an gewissen Orten. 

Conditor universe creature Deus, dum ineifabiles pietatis sue 
thesauros suis dispensat fidelibus manumque plenam expandit ad 
premia graciarum, eos, quos in virtutum exercicio et sui amoris desi- 
derio flagrantes c) invenit atque priores agnoscit excellencia merito- 
rum, amplioribus benedictionis sue prevenit beneficiis et coronat 
stipendio bravii largioris. Sane cum in hiis, ad eterni regis exemplar, 
nostros actus conformare ad Dei graciam studiosius intendentes, licet 
ex liberalitate regia universas ecclesias, quas, auctore Domino, per 
quem reges regnant et principes obtinent principatum, regali patro- 
cinio contueamur et nostri favoris brachiis amplectamur, in cuiuslibet 
promocionis prosecucione ac defensionis presidio earundem sollicitü- 
dine diligenti et deyocione solita yigilemus : tamen quibusdam ex ipsis, 
utpote ecclesie N., que est capella nostre regie magnifi- 
cencie specialis, ad quam nostre cancellarie officium 

a) angusti V. — b) auxil. bis exspectamus am Rande V. — c) fragran- 
ciores Z. 



339 

a longe retroactis temporibus est annexum, presertim 
quod ibidem per personas laudabiles, que Domino militant» divini 
cultus atque alia caritatis officia — qiiibus tanquam per gradus ascen- 
sionis ad veri Salomonis /eclinatorium scanditur et saneta mater 
ecclesia in filiorum operibus deleetatur — studiosius exereentur, 
nostram speeialiter graeiam inpertimur, in eo equidem boni emula- 
tores serenissimorum parentum et progenitorum nostrorum e^idencius 
existendo, qui eciam eandem ecelesiam foverunt uberibus gracie 
multiformis nee'^ non extulerunt dilectionis privilegio singularis. 

Nos quoque, racionis intellectu perspicacius intaentes, quodaifectus 
ex efifectu coUigitur et quod interioris mentis est expositor actus extra, 
ut nostra dilectio, quam ad prefatam gerimus ecelesiam, appareat 
evidenc^us operis argumento, ac eciam, ut fidelia servicia et labores,Foi.5ib. 
que a) eadem eeclesia nobis exhibuit , que utique aifectu respicimus 
gracioso, graciose remuneracionisapparicionemetfructumaliquem me- 
morabilem post se relinquant: ecclesie memorate omnes donaciones 6J, 
possessiones reddituum, libertatum seu aliorum quorumcunque, que in 
ipsa ecclesia c) priviiegiis conscripta expressius continentur, quibus a 
nostris est progenitoribus solempniter et liberaliter insignita, ad con- 
servacionem perpetuam eorundem auctoritate regia confirmamus. 
Insuper eciam, ut graeiam graciis cumulemus atque in sepedicta 
ecclesia nostre liberalitatis insignia relinquamus, provinciarum iudicia 
videlicet in talibus locis N. et N., quorum mencio in contextu predi- 
ctorum privilegiorum habita nulla fuit, eidem ecclesie concedimus iure 
perpetuo possidenda. 

40. 
lex lomaiorim dat instriiiiieiitiiii publieim. 

König Rudolf verleiht einem Bischof das Mümrecht 

Gerbert 2, 59. 

Etsi ad omnes Romani imperii iideles nostre munificencie dexte- 
ram debeamus extendere debitricem, principes nostros, veluti bases 
egregias, quibus celsitudo regalis potenter innititur, speciali preroga- 
tiva nos decet attollere, et condignis beneficencie nostre favoribus 
ampliare *). Eapropter nosse volumus universos, tam posteros quam 

a) quos V. quas Z. — b) adnaciones Z. — c) ipsius ecclesie zu lesen. 



1) Einea gleichlautenden Eingang hat die Urkunde K. Rudolfs für den Abt Ortolf 
von Benedictbenren d. d. Wien 1278, Maerz 14, Reg. Rnd. no. 431. 

22* 



340 

presentes» quod nos, accepta et placida grate devocionis obsequia, que 
per N. venerabilem episcopum talem nobis bactenus sunt o^inpensa, et 
que adhuc nobis et sacrosancto Romano imperio ab eodem impendi pote- 
runt graeiora, benignius intuentes, et propter boe magnopere eupientes, 
ut ipse ac eins episeopatus votivis congaudeant eomodis et augmentis 
continuis prosperentur : quod idem episcopus in civitate sua N- mone- 
tam legalis numismatis cudi libere faciat, sibi ex liberalitate regia 
liberaliter et libenter annuimus et presencium serie duximus conce- 
dendum, universis et singuHs, sub districtu Romani imperii constitntis, 
dantes hoc edicto regali strictius in mandatis, ut ipsam monetam, 
quatenus legalis existat, omni eontradietione postposita» reverenter 
admittere non obmittant. 

41. 

Rex Komaioram dat prifilegiui siper coicessioie lOTe M«icte. 

1282. ? 

König Rudolf ersucht eine Stadt die Münze eines Edelmannes, die dieser kraft 
eines königlichen Privilegiums schlägt, im Verkehr ihres Gebiets zuzulassen, 

Gerbert, 3, 29. 

Auguste magnificencie potentatus augendi bj honoris imperii 
sitibundus, illorum augmentis et eomodis se libenter habilitat et 
inclinat, qui generositate spectabiles erga sacrum Imperium fidei ruti- 
lant lumine clarioris. Sane cum nobilis N. suis preclaris meritis 
obtinuerit apud regiam majestatem, quod sibi perpetuo cudere lieeat 
infra terre sue distrietum monetam legalis numismatis: de nostra 
licencia et regalis plenitudine potestatis uniyersitati vestre auetoritate 
regia committimus c) et rogamus , mandantes eeiam , quatenus 
nostram dj monetam, legali impressione formatam, quam cudi fecerit 
idem nobilis, ut superius est expressum, in locis yestris et civitatibus 
reyerenter admittere studeatis, alterna commercia permittentes, et ej 
ea, quoyis non obstante impedimento, liberius exerceri. 

a) sunt fehlt Z. — - bj agendi V. — cj cominittamus V. — dJ ipsam Gerbert. 
— e) ex V. 

Gerbert, I. e. macht darauf aufmerksam, dass Rudolf am 19. Juni 1282 
dem Grafen Rainald v. Geldern gestattet habe, in Herzogenrode eine Münxe 
einzurichten und dieselben Münzen zu schlagen, wie in Limburg (Reg. Rud., 
no. 686 und 687), und yermuthef, dass unser Brief gleichfalls in das Jahr 
1282 gehört. 



341 

42, 
Imj^erator super innoTaeione priTÜegii. 

1237. Februar. Vienne. 

Kaiser Friedrich IL bestätigt dem Schottenkloster in Wien ein Privilegium, 

Imperialis thronus extoUitur et augustalis honoris titulus deco- 
ratur, cum ad loca religiosa eonsideracio benigna porrigitur et eorum 
Status et commoditas liberali munificencia promoventur. Eapropter 
notum fieri volumus fidelibus nostris tam presentibus quam futuris, 
quod, nobis Vienne presentibus et promovente Domino feliciter 
nostri culminis incrementum i), talis abbas et conventus quoddam 
Privilegium suo quondam monasterio a rege Bohemie clementer foi. sie. 
indultum nostre celsitudini presentarunt , suppliciter postulantes, ut 
ipsum Privilegium de verbo ad verbum transscriptum innovare et que 
in eodem continentur confirmare de nostra gracia dignaremur; cuius 
tenor per omnia talis erat etc. 

Nos igitur, qui ad ampliandum ecclesiarum statum et locorum 
religiosorum commoditates augendas pio favore intendere volumus et 
debemus, predictum Privilegium de verbo ad verbum presenti privi- 
legio inseri iussimus, singula, que ibidem continentur, de imperiali 
gracia confirmantes, statuimus et imperiali sancimus edicto, ut nulla 
persona alta vel humilis, ecclesiastica vel secularis predictos abbatem 
et conventum monasterii predicti super premissis contra presentis 
privilegii nostri tenorem ausu temerario molestare presumat. Quod 
si presumpserit etc. Ut autem hec nostra confirmacio seu innovacio 
perpetue'firmitatis robur obtineat, presentem paginam fieri iussimus 
et bulla aurea, typario nostre maiestatis impressa, fecimus et iussimus 
insigniri. 

Dieser Formel liegt die Urkunde zu Grunde» mit welcher Friedrich II. im 
Februar 1237 zu Wien dem dortigen Schottenkloster das demselben von 



<) So konnte auch König Rudolf, etwa im Jahre 1277 oder 1279, schreiben, und dass 
hier eine Urkunde des Königs von Böhmen und nicht des Herzogs von Österreich 
bestätigt wird, weist ebenfalls auf Rudolf hin, so dass die Möglichkeit nicht 
ausgeschlossen bleibt, der Dictator habe eineRudolfinische Urkunde vor sich gehabt. 
Die genaue Übereinstimmung dieser Rudoifinischen Urkunde mit dem Bestfttigungs- 
briefe Friedrichs II. wäre aber sehr auffallend, darum haben wir unsere Formel auf 
diesen zurückgeführt. 



342 

Herzog Heinrich II. am 22. April 1161 ertheilte Stiftungsprivilegium erneut 
und bestätigt. Im Originale (Hauswirth Urlik. d. Schottenkl. in Wien, Fontes 
rer. Anstr. IL Abth. 18, 33 flF. HuiU.-Br6h. IV., 17-20. Reg. Fried., no. 876) 
heitst es im zweiten Salze : proraovente etc. inerementum et ducatibus Austrie 
et Styrie dominio noslro prospera sorte subactis, frater Felix» Tenerabilis 
abbas et conventus roonastcrii sancte Marie de Scottis in Wienna, fideles 
Dostri, qnoddam pririlegium quondam Henrici ducis Austrie dicto 
monasterio elementer indultum ete. Bemerkenswerth ist also, dass der 
Oictator den Herzog von Österreich in einen König von Böhmen verwandelt 
Gerbert, 3, 4 fuhrt die Formel irrlhümlich auf die wesentlich anders gefasste 
Urk. Rudolfs I. für das Kloster Vietring vom 30. August 1277 (Reg. Rud. 
402. Gerbert, p. 207) zurück. Rudolfs 1. Bestätigung der Urk. Fr. II. für das 
Wiener Schottenkloster dat. Wien 24. Mirz 1277, siehe bei Hauswirth, I. e. 
p. 65 ff: 

43. 

Imperiale prlTÜegiim. 

König Friedrich von Sicilien verleiht Fremden, die eich im Königreiche Sicilien 
niederlassen wollen, zehnjährige Steuerfreiheit, 

• Huill.-Breh. 4, 234. 

Etsi causarum varietas, que processibus nostris inprovise a) 
circumfluunt *), et nacionum pluralitas, que sub nostri dominii felici- 
tate respirat in statu fovendo b) paeifico, causam nobis continue 
meditacionis addueant ; quadam tarnen prerogativa familiaritatis 
indueimur et assidua meditacione pensamus, qualiter peculiariter regni 
nostri Sycilie populus, cuius speeialiter cj eura nos sollicitat, euius 
nobis est hereditas omni possessione preciosior, sie tranquiliitatis 
decore prepolleat, ut sub Cesaris Augusti temporibus augeatur. 
Videntes igitur hoc tieri non posse commodius, quam si eins locuples 
gremium ad ubertatis lete participium recipiat exteros et aiienigenis 
filiis, quos fidelium tarnen loca peperint «), fecundetur: benigna qaa- 
dam provisione decernimus, ut quicunque dj predieti nostri regni 

aj improvide Huill.-Bi^h. — bj vivendi Huill.-ßreb. — cJ specialior t 
— dJ qui quicunque V. 



^) Diese Worle der arenga folgen oben p. b6, der oifenbar falschen inscriptio: 
Rudolphus Dei gracia etc., wofür Fridericus zu lesen, and der richtigeo 
salutacio: Dilectis devotis suis universis regni Sjciiie incolis graciam sotni et 
omne bonam. 

^) Also keine Sarazenen ! 



J 



343 

filius effici cupiens, domiciliis illic et familiis omnino translatis, ipsius 
habere voluerit ineolatum, ad loeum paseue veniat, et ipsius grata 
fertilitate vescatur, et preter nostre plenitudinem gracie, quam sibi 
favorabiliter poUieemur, in eollectis et exaetionibus publieis, inmuni- 
tate decenti se gaudeat incommut^biliter potiturum. — Presentis igitur 
privilegii auctoritate saneimus, ne quisquam huic nostre eoncessioni 
ausu temerario presumat aliquatenus eontraire. Dat. anno et mense N. 
regni nostri anno primo. 

Dieses Rundschreiben findet sieh in den Novae constituciones regai Sicilie 
bei Huill.-Breholles, 4, 234, jedoch ohne das Datum d«s hier freilich ganz will- 
kärlich hinzugefügt ist Sehr fehlerhaft ist der Abdruck bei Voigt Formelbuch 
des Henricus Italicus Archiv f. K. öst. Gesch. Bd. 29, p. 30. Datum in Nuren- 
berg anno etc. 

44. 
Imperiale prlTilegium. 

1224. Juli. 

Friedrich IL beruft den Petrus von hernia zur Leitung der in Neapel errich- 
teten Universität und verspricht ihm ein Jahrgehalt von zwölf Goldunzen» 

Huill.-Br^h., 2, 449. 

Noster instanter, quem in subditorum emolumenta a) dirigimus, 
soUicitatur animus vel affectus, qualiter regni nostri Sycilie preclara 
possessio, sicut rerum ubertate vitalium bj ad disposieionem divini 
nominis natura prosiliente cj tripudiat, sie ad nostre provisionis edictum 
virorum perfectione sciencium , fortuna favente , valeat feeundari. Ad 
quod etsi progenitorum nostrorum nos memoranda prioritas invitet 
exemplis, dum diversarum seieneiarum alumpnos dudum in regno 
nostro comperimus et muite artis beneficio pluralibus munimentis pro- 
vectos ad ardua, quos utique nativa ruditas indignos honoris et glorie 
reddidisset, sie nos super bis et priorum temporum reminisci 
Yolumus, ut que per intervalla quantalibet quassata videntur iam passa 
desidiam, sub felicibus iuventutis nostre primordiis simiiiter iuvene-Foi-sid. 
seant; ac dum fideles nostri regnieole prepositam sibi mens am pro- 
posieionis conspexerint, non solum utile reputent aliena proinde 
flagitare subsidia, sed et gloriosum estiment exteros qualescunque 
ad gratitudinis huius participium evocare. Cum igitur civitatem 

a) emoliment'^ Z. — hj victualium H.-Br. — c) profluente Z. 



344 

Neapolim tanquam matrem profecto et dominam studii tarn marine 
yicinitatis habilitas quam terrene utilitatis fertilitas reddat tanto 
negocio congruentem: generale Studium in ipsa civitate iussimus 
reformari, ut quam localis amenitas rerum placiditate gratificat, 
doeencium atque disceneium undique eolleeta commoditas eificiat 
graeiosam. Te igitur, quem antique fidel prescripta sineeritas a) 
nobis efficaciter recommendat, de cuius eciam certa et experta seiencia 
et doetrina probata in eonspectu nostro a) iam piuries plurimorum 
testimonia clamaveruntftj, ad celebranda reformacionis predicte festiva 
sollempnia hylariter providimus invitandum, fidelitati tue mandantes, 
quatenus de favore nostro et gracia securus ad ciritatem ipsam acce- 
das, recturus ibidem Studium generale ob nostre reverenciam maie- 
statis. Et ut certe eoneipias de graeie nostre liberalitate fiduciam, 
firmiter volumus te teuere, quod in adventu tuo in signum fecundioris 
auspicii tibi de valore annuo 12 unciarum auri i) nostra munificencia 
providebit harum testimonio literarum. 

ErgSnzung aus Huill.-Breh. 1. c. Fridericus etc. inagistro Petro de 
Ysernia. a) et preslita diidum felicis reeordationis domino patri nostro grata 
servitia. — Im Cod. Yatic. No. 4957 no. 32 hat dieser Brief die Dberscbrift: 
Conradus Dei gracia Rom. in regem electus Jerusalem et Stcilie rex Petro de 
Casoli etc. Vergl. Pertz Archiv V, 379. Petr. de Vin. 3, \Q magistro Petro de 
Hybernia de studio Neapolitano. — Über die Sache siehe Ed. Winkelmann 
Gesch. Friedrich*s II. und seiner Reiche S. 184. 

45. 
lomaionini rei de iistitueioie botI pasturis c). 

Ein König drückt Jemandem seine Freude darüber aus, dass ihm die Leitung 
einer Kirche übertragen worden. 

Licet in latitudine libertatis naturalis dj condicio humana gau- 
deat ej, quoniam /9 tarnen plerumque^^, examine raeionis obmisso, in 
preeipieium perverse labitur voluntatis hj, datum est, ut vinculis disci- 
pline restrieta sub obediencie iugo coUa ij ponat et kj hie preferatur 
homo hominibus ad motus illicitos IJ loris iustieie refrenandos. Hinc 

aj nostre V. — b) cluruerunt H.-Br. — c) fori V. — dj naturaliter Fol. 
57 und 82. — ej aspiret 82. — f) quod 57 und 82. — g) ut plurimum 82. - 
hj Yoluntatum 57. — iJ collo V. — k) collum ponatur, ut homo preferatur 82. 
— l) admotis illicitis V. 



*) gleich 1332 Francs. 



345 

est, quod hodie plus solito, propter corruptas afifectiones hominum et 
invalescentes nequicias perversorum, nichU magis a) potest esse 
unieuique genti h) beaeius, quam bono e) pastore ac duetore, previo 
duce, regi. Cum igitur d) multa sollicitu'dine providerimus N. 
eeclesie e) dignum prefeire f) rectorem , in vos sortem electionis 
cadere voluit ipse Deus. Ex qua sane electione cum ex g) omni 
parte satisfactum sit desideriis cordis nostri, eo quod seimus yos 
virum doctum adeo, ut sciatis equa lance ponderare iudicium 
in pondere ac iusticiam in mensura et in ä^ vindictam facinorum 
gladium yibrare, pro modo faeinoris, temporalem: rogamus i) itaque 
vos, quatenus, viris nobilibus congregatis , dumtaxat talibus, quorum* 
fide et prudeneia honor vester gloriosus appareat, nobis tali die 
vestram exhibeatis presenciam, ita, si asseneiendum kj duxeritis votis 
nostris, nobis inteneionem vestram per instrumentam publicum 
intimantes. 

a) magis fehlt %%. — h) populo 82. — c) bono duce previo bene duci 82. 
— d) huius rei gracia multa 82. — e) providcremus nostro regimini dignum 
preficere. — f) Von hier an hat Fol. 82 Folgendes : per brerium sollempnem 
iuxta municipales obsorvancias legis nostre in vires fidelissimos et prudentos 
electionis auctoritas sorte venit, qui virtuoses Ytalie yiros, ut huiusmodi dignos 
prelatnre sollicita cxaminacione querentes, tandem» consideratis virtutibus, 
quas in vobis affluenter adesse omnium predicat opinio celebris et communis, 
pcrsonam vestram a Kalendis Januarii ad unum annum nobis et civitati nostre 
in potestatem, rectorem et dominum electione concordi et unanimi prefecert/ht. 
Quapropter cum ex ipsa electione sit per omnem modum mirabiliter satis- 
factum desiderio cordis etc. —g) ex fehlt ^l.—h) in fehlt $7. — ij Dafür 82: 
Prudenciam vestram instanter et multis precibus exoramus, quatcnus regiminis 
nostri locum et officium cum tali salario et cum illis condicionibus, quas vobis 
in publica forma per latorem preseneium transmittimus, liberaliter accep- 
tetis etc. — k) si ad asseneiendum $7. 

Diese Formel kehrt 1. in unserem Formelbuche, unlen Fol. 87 no. 3S 
w^ieder, mit der Oberschrift: Rex significat episcopo, quod gaudet de electione 
de eo, 2. in einer anderen Sammlung, unten Fol. 82, no. 61 mit der Ober- 
schrift: „alicui quod sit electos in potestatem** mit den dieser Oberschrift ent- 
sprechenden Abweichungen, welche oben neben den verschiedenen Lesarten 
unter dem Text angegeben sind, und« folgender salutacin : Militi probate fidei et 
examinate virtutis . . H. potestas, commune, consilium Bononiense salutem et 
prosperos ad vota successus. 



346 



D. Litere papales, imperatorum atque regum. 

1. 

Episeopis loMaioroM regi. 

1274. 

Ertbuchof Friedrich von Saltburg drückt dem Könige Rudolf seine Freude 

darüber aus, dass nunmehr ein Tag für seine Kaiserkrönung festgesetzt sei; er 

werde, wenn er durch Otakar*s Feindseligkeiten persönlich bei dieser Feierlich-' 

keii tu erscheinen verhindert sein sollte, eine Gesandtschaft dazu abordnen. 

Gerbert 1, 35. 

Regalibus literis, quarum tenor nova nobis, plena felici dulcedine, 
nunciavit, proximo consolati, clare nobis innotuit» leteque a) collegi- 
mus ex eisdem, quod diem sollempnem, diem festum, diem illum 
desideratum fore Rome coastitutum a sanctissimo patre et domino 
nostro summo pontifice, in quo saneta mater eeclesia filium suum 
karissimum, principem nostrum et patronum, imperiali debeat dyade- 
mate coronare, in quo larga reipubliee latitudo, largis et privatis 
abusibus hactenus angustata, letabitur et videbit se iuxta formam 
poteneie sue pristine sub vestro felici nomine iterum dilatari» in 
quo denique regnum et sacerdocium sub equali mencium puritate 
Fol. 52«. pariter consedebunt, ut tractent et ordinent quomodo et qualiter digne 
et ordinabiliter terre sancte necessitatibus, iam proch dolor! neci 
proximis, suceurratur *)» terre quidem, in qua unigenitus Dei fiiius 
humatus humane mortalilatis miserias induit, ut nos» sue divinitatis 
faetos participes, efiiceret eciam misericorditer immortales. Hiis 
itaque sacris soliempniis» in quibus cell rorem salvificum distillabunt 
in terris, prout interest, toto eonatu disponimus interesse et ibidem 
communibus christiani congaudiis populi congaudere speramus, dum- 
modo frequens et frequenter accreseens in nobis emuli yestri impetus 

a) lateque V. u. Z. 



*) Hierin spiegelt sich die Anschauimg Gregorys X. »b, der hei Allem, was er ffir die 
Förderaog der Anerkennuag Rudolfs und dessen Kaiserkrdnnng that, von dem 
Gedanken geleitet wurde, dadurch einen Kreuzzug xa ermögiicben. 



347 

spiritum attraherc et respirare saltim pauHulum nos concedat *). Quod 
si forte, peceatis hominum aggravantibus onus nostrum, predicte vestre 
festivitatis, celitus Ordinate, sollempnia nequiverimus honorare nostra 
presencia corporali, quod absit, nostris tarnen sollempnibus nuneiis 
exsolvemus ibidem nostre devocionis munimina, ut diem illum cele- 
brem quem secundum vestri nominis et honoris officium non possu- 
mus decorare, humilibus saltem obsequiis frequentemus. 

Stobbe no. 280. Scisslmo (leg. Serenissimo) domino suo ... Sal&burgensis 
etc. perse?erantem devotionis et fidei puritatem. Genau dieselbe Formel kehrt 
unten Fol. 56, no. 34 wieder. Nachdem Gregor X. am 26. September 1274 den 
Fürsten verkündigt, er habe Rudolf als König anerkannt (s. oben p. 111), 
wurde auch ein Termin ffir die Kaiserkrönung festgestellt und zwar, wenn man 
der Angabe in dem unten Fol. 60, no. 56 folgenden Briefe trauen darf, Aller- 
heiligen 1275. 

2. 

Bei Bohemie N. prinelpi ^). 

1241. 

Der Ungamkönig Bela achreibt dem römischen Könige Konrad, duss die 
Tataren sein, jenseits der Donau gelegenes Gebiet auf das Grausamste ver- 
wüstet haben und mit dem Beginne des Winters in Deutschland einzufallen 
beabsichtigen; er bittet um schleunige Hilfe, 

Hormayr Chronik von Hohenscbwangau, p. 65. 

Amaritudinis a) et doloris ex intimo cogimur inire lamenta et 
convertere gaudium nostrum in tristiciam et merorem, ex infausto 
nostri casus eventu, Christianitatis excidium formidantes, dum 
redemptore nostro ultra modum, exigente malicia temporis et pecca- 
torum habnndancia, soporato, usque adeo tempestas insurgit, quod 



ij Otakar von Böhmen begann schon im Jahre Vlli seine Feindseligkeiten gegen 
den Brzbischof Friedrich von Salzburg. 8. Kopp. 1, 92. 

2) Diese Überschrift ist falsch, denn der König von Böhmen konnte nicht, wie hier 
geschieht, berichten: totum nostrum re^num ultra Danubium occuparunt; die 
vollständigere Jnhaltsangabe in dem in V. vorgehefteten Quaternio hat auch Rex 
Ungarie principi etc. •— Codex Wilher. B. No. 12 und Cod. Phil. 305 fol. 92 
mit der Überschrift Rex Boemie duci de Brunswich. — Vergl. auch noch ßoehmer 
Reichssachen no. 163. 



348 

non solum agitari fluctibus videatur fidelium navicula, sed submergi, 
uisi clamoribus et vocibus saltem querulancium excitatus, genti 
periciitanti, longiori licet iam mora protraeta, subveniat festinanter. 
Nam ipso, cuius nutu omnia diriguntur, propter peceata hominum, ut 
firmiter eredimus, permittente, barbare naciones, que vulgo Tartares 
se appellant, de plaga orientali velud ß) locnste numero ae multitu- 
dine prodeuntes terris sive regnis Ungarie, scilieet Bozzie a) et 
Brizsye» eastris quibusdam et municionibus exceptis, que adhue 
fortiter se defendunt, non absque strage personarum miserabilium 
infinita, depopulatis bj pariter et destructis terre nostre incolis c), 
quod non sine magno dolore eordis proferimus dj, totum nostrum 
regnum ultra Danubium proeh dolor! oeeuparunt, eo quod predicta 
gens nulli videatur parcere eondicioni, sexui vel etati, universorum 
sanguinem siciens atque mortem. Nos autem de adiutorio omnipotentis 
Dei confisi, yolentes et in animo gereutes resistere tarn perverse 
multitudini manu forti, post habitum cum eis conflictum, no.n sine 
gravi et vehementi personarum et rerum iactura, novercante nobis 
fortuna, ille succumbere nos permisit, peccatis nostris exigentibus, 
in quo proieceramus omnem anchoram spei nostre. Ceterum, sicut 
percepimus firmiter, circa principium imminentis hyemis versus 
Alemaniam proponunt procedere gressibus festinatis, sperantes exinde 
regna et universas provincias occupare. Cum igitur in hac parte hon 
solum nostra, sed tocius populi cbristiani quodammodo res agatur, 
dum pro parte noster paries est accensus, rogamus et hortamur 
excellenciam vestram, quatenus ob reverenciam nominis Jesu Christi 
precumque nostrarum interventu contra eosdem perfidos in presidium 
nostrum, immo pocius tocius populi cbristiani, vestrum dignemini sine 
more dispendio accelerare cursum pariter et occursum, subiectam 
vobis multitudinem ad tante pietatis opus inducentes quibuscunque 
poteritis allectivis, ut ex eo extra meritum, quod vobis in casu huius- 
modi cumulabitis apud Deum, nos quoque vobis proinde constituamur 
ad grates et merita debitores 7). 

q) scilieet Ruscie et Pruscye Z. — bj populaüs Z. de in V. überge- 
schrieben. — cj incole Z; V corrigirt incolis. — dj proferimur V. 

Yorglcichung mit Hormayr Chronik von Hohenschwangaa p. 65. a) Glorioso 
domino Conrado, d. g. ili. regi Alemannie Bela per eandem rex Ungarie 
salutem et paratam ad eius beueplacita voIuuUtem. — ß) velut locuste ex 
beremo prodeuntes maiore Ungaria, Bulgaria, Cumania, Ruscia, nee non Polonia 



349 

et Moravia, eastris etc. — */) Porro ei qut dignabuntür Dei obsequio et nostro 
suecuraui sese offerre, de suo nos ccrlificent adventu,ut in confiniis regni nostri 
eos honorifice reeipi faciamus. Quidqu>d vero lator presencium in nostri vice 
uunrii dixerit, fidem et credenciam ei dignemini adhibere. Datum. 

3. 
lagistri Vrideriei abbatis fierstureisis 9- Foi.s2b. 

1276 oder 1277. 
Der Abt Friedrich von Garsten tadelt die Minoriten, dass sie sich in Enns, 
gegen den ausdrücklichen Willen des Decanes der dortigen Kirche, nieder- 
gelassen und, unter Benachtheiligung der dort bereits angesessenen Geistlich- 
keity die Seelsorge an sich gerissen haben, 

Honorabilibus in Christo fratribus Minoribus apud Anesum con- 
stitutis E. a), miseracione divina Gerstensis ecclesie abbas, sie 
predicacionibus et eonfessionibus habundare, quod salus non pereat 
animarum ! 

Eloquens sciencia qua vigetis» aliquando ponens tos extra 
terminos karitatis, tantum dat spiritui vestro motum, ut in vestris - 
predicacionibus dignitates antiquissimas prelatorum et clericorum 
aliorum officia deformetis, quasi nullis aliis hactenus sit concessa 
facultas loquendi» sciendi, consulendi ac regendi plebem fidelium» nisi 
vobis. Et hoc parum omnino nobis et multis aliis videretur, si latens 
detractio, tanquam angwis non serperet in auribus laycorum. Sed, 
ut de hiis et similibus silencium habeamus, ad presens unum est 
inter cetera principale, quod de sciencia coram omni populo vos 
extollitis contra modicitatem literarum nostrarum et omnium aliorum, 
cum, si karitas adesset vobis, inflacionem huiusmodi vestra magna 
sciencia non haberet «). Est enim sciencia sine karitate favilla, nee 
edificat set h) destruit, non erigit edificium set consumit. 

Non miretur vestra sagax prudencia vel prudens sagacitas ullo 
modo, quod nobis displicet vestra intencio de structura, quam facitis 
contra voluntatem viri honorabilis, scilicet decani rectoris ecclesie 

a) F. zu lesen (Fridericus) . — b) sie! 



^) Dieser Brief ist der einzige unserer Sammlung, der in Z fehlt. 

2) Hiefur giebt Mathaeus Paris ed. London 1640 ad a. 1246 p. 694 einen interes- 
santen Beleg: . . . Predicatores . . . se ingerentes nimis impudenter rogitabant 
singulos etiam sepe vires religiosos: esne confessus? Quibus si responsum fuisset: 
etiam. — A quo? — A sacerdote meo. — Et quis iUe idiota? nunquam theologiam 



aso 

Anesi, sicut scitis, quod si nos, sicut illi qui scienciores nobis Omni- 
bus esse Tolunt, forsitan ut existunt, karitatem postponere studeremus, 
vestra sancta et celebris apparencia nos artaret, ut omnia mala huius- 
modi subticere ac dissimulare penitus deberemus. Set absit omnino, 
quod nos, qui cum decano et nostris aliis eonprelatis et toto clero sub 
una obediencia, tanquam in uno corpore constituti, domino nostro 
reverentissimo, Pataviensi episcopo ^) tanquam capiti adheremus, 
dolorem, gemitum et pressuram, que patitur unum menbrum, non 
debeamus compassione fraterna quantumcunque possumus mitigare. 
Scire autem debetis, quod nos contra vestrum ordinem et eius 
substancialia nichil dicimus aut dicemus, nisi quod yos exceditis fines 
Yestros, quod est contra preceptum divinum, quod dicit : „Ne trans- 
grediaris terminos antiquos, quos posuerunt patres tui** «). Unde 
laudo YOS, set in hoc non laudo. — Dictum est a Yobis, quod yos 
tanta sciencia super omnes clari sitis, ut tam illud, quod a Yobis 
apud Anesum agitur, defendere Yaleatis, immo plura, si Yultis, modis 
Omnibus disponendum Yaleatis decernere prout libet. Set nos illud 
non contradicimus ullo modo, quod diu ante yos ex ewangelio notum 
existit: yc mundo a scandalis! necesse est eniih ut Yeniant scandala. 
Timendum tamen esset conclusio, qua dicitur: Ye autem homini illi, 
per quem scandalum Yenit »)! Videte autem si non nascantur 
scandala et errores, quod yos in civitate Anesi, ubi est parrochialis 
ecclesia, intus et extra preesse disponitis populo, in messem alienam 
falcem mittentes, cum antiqua Yestra paupertas, humilitas et dcYocio 
plus decerent, quam si cottidie in civitatibus et urbibus poneretis 
undique sedes Ycstras. Quid enim est hoc aliud, nisi yos querere que 
sunt alterius et non Yestra? Legimus in libris rerum naturalium, quod 



audirit, nunquam in decretis rigilavit, nunquam unam questionem didicit enodare. 
Ceci sunt et duces cecorum ; ad nos accedite, qui novimus lepram a lepra distin- 
guere, quibus ardua, quibus difficilia, quibus Dei secreta patuerunt. Nobis confite- 
mini impertenriti, quibus tanta , ut iam yidetis et auditis, concessa est potestas. 
Multi igitur, precipue nobiles et nobilium uxores, spretis propriis sacerdotibus et 
prelatis, ipsis predicatoribus confitebantur : unde non mediocriter viluit ordi- 
nariorum dignitas et conditio et de tanto sui contemptu, non sine magna con- 
fusione, doltterunt. 

Petrus, 1265—1280. 

2) Prorerb. 22, 28. 

^) Matthaeus 18, 17. 



3S1 

gallina, que fovet affectu piissimo fetus suos, quando incubat ovis 
suis, si alia eiusdem generis gallina ilH compugnans ac eadem ova 
fovere et ipsis incubare certatim contendit, tunc ex mutili certamiiie, 
licet afTectuoso concepta, sed mutacione insolita fetus non produeitur 
utilis, set deioimis, vel ad niehilum redigetur. Ad huius igitur natu- 
ralis actionis exemplum quomodo potent sub alis vestris animarum 
fetus salubris existere, si de manibus rectoris propra eas extrahitis 
eo modo et fovere contenditis, quas rector eeelesie fovere plus debito 
deberetsecundumpaternevelmaternepietatis affeetum? Porro illeanime 
propriis et maternis ^isceribus, pastori suo, plus iusto debitum sub- 
trahunt alimeutum <). Et si forte, quod rarum est in tali contrarie-poi. 52e 
täte, fetus prodeat aliqualis, errabit tarnen in agnicione parentis, quod 
est devium ipsius nature, cuius corrupeio sieut et anime domini 
Sabbaoth dire clamat, et tunica Domini non cadit in sortem, set 
seinditur hinc et inde «). Certe nimia est et supra modum habundat 
vestra prudencia, quod in sola Pataviensi dyocesi in Sep- 
tem loeisaut pluribus sub tanta habendi penuriaresid et 
vester ordo, cum quanto rariores, tanto clariores haberemus apud 
omnes. Sed forte illud prebet vobis auxilium in hac parte, quod nostri 
defectus, quos patimur per raptores, sanctitati vestre profectum gene- 
rant et unde nos corrumpimur inde vobis nascitur incrementum. Non 
eciam a memoria vobis cadat, quod nichil in alterius preiudiciura 
debet adtemptari, et quod unius est commodum, esse non debet 
alterius detrimentum; alioquin, sieut dicit canon, omne, quod 
hie agitur tali modo, edificat ad iehennam. Si vos igitur contra pre- 
missa omnia, que brevi articulo sunt conclusa, intencionem vestram 
iusta a) poteritis defensare secundum canones et theoloycas raciones, 
libentissime adtendemus sine brachio seculari. Sed non credimus 
fieri tali modo , quia iniusticia et iniuria et tales motus locum non 
habent in cordibus perfectorum. Si enim usque ad celos ambicio 
tolleret ramos suos, divina providencia donec ad terram detraheret 
elevatos. 

a) so für juxtt V. 



So klagte auch Wilhelm von St. Amour : Ciiiuslibet proprietates per confessiones 
rimando et sie populum mnltipliciter sibi aliciendo et a suorum prelatorum et 
doctomm veraciom doctrina et consiliis avertendo. Neander I. e. p. 377. 

^) Anspielung^en auf Er. sec. Matthaeum cap. 13 und Epiat. calhol. Jacobi cap. 5. 



uz 

Der Abt Friedrich von Garsten, der in der Obersehrift als Verfasser 
dieses Briefes genannt wird, war der erste dieses Namens (Friedrich II. von 
1442—1444) und regierte von 1262 bis 1282. Pritz Gesch. der ehemaligen 
Benedictiner-K15ster Garsten und Gleink. Linz 1841 p. 29 und 35. — Die 
Erwfthnung der in der Passauer Diöcese herrschenden Armuth — nostri defec- 
tus, quos patirour per raptores und suh tanta habendi penuria etc. — 
ISsst mich yermuthen, dass dieser Brief am das Jahr 1276 oder 1277 geschrie- 
ben ist, denn um diese Zeit verpachtet der Abt Friedrich von Garsten Güter 
wie er sagt, instante nobis necessitate penurie temporalis per 
desolationem a Bohemis peractam und den Zehnten vom Neubruch, um 
Geld und Getreide zu erhalten. Urkunden-Buch des Landes ob der Enns. 
Wien 1852, Bd. I, 197 und ff. — Die Annales Scti. Rudherti Salisb. M. G. 
SS. 9, 648 ad a. 1276 berichten ... et sie ipse rex eooperantibas 
domino Ludovico et Heinrico ducibus ßavarie, Austriam occupavit destruc- 
taque multa parte circa Anasum, fame ibidem multi perierunt. VergL noch 
Hist. annorum 1276—79. ad a. 1277 ib. 652 und Cont. Claustroneob. ad a. 
1276 ib. 648, endlich Cont. Praed. Yindob. ib. 730. 

Unser Brief zeigt, wie lebhaft die Opposition selbst der Kloster- 
geistlichkeit gegen die Aflinoriten auch in Österreich war; und dass sie gerade 
auch um die Zeit, da König Rudolf in das Land kam, dessen Sache von den 
Bettelorden sehr gefördert wurde, hervortrat, ist besonders beachtenswerth. 
Übrigens sind die Beschwerden, welche der Abt Friedrich von Garsten hier 
gegen die Minoriten vorbringt, dieselben, wie sie der grosse Gegner der Bettel- 
orden, Wilhelm von St. Amour, in seiner Schrift De periculis novissimorum 
temporum entwickelt hatte. VergL Aug. Neander Allgemeine Gesch. der 
christlichen Religion und Kirche 5, 1, 375—387. ~ Über einen ähnlichen, um 
dieselbe Zeit zwischen den Minoriten und dem Bischöfe Burchard von Lübeck 
ausgebrochenen Streit, theilt Gieseler eine höchst interessante Urkunde vom 
28. Januar 1278 mit; siehe: Theologische Studien und Kritiken von Umbreit und 
Ullmann. Hamburg, Perthes 1828. Bd. I^ 109—122. 

4. 

Romanoram rei N. abbat! <). 

1274. August 17. Hagenoye. 

König Rudolf bestätigt dem Kloster Walkenried die ihm von Kaiser Friedrich IL 
und dessen Vorgänger ertheilten Privilegien, 

Urkundenbuch des hist. Vereins für Niedersachsen, Heft 2, 281. 

Tociens «) regie celsitudinis sceptrum extollitur et ipsius status 
a Domino, a quo datur omais potestas, facilius guberaatur, quociens 



1) Die Überschrift fehlt in V. und ist aus Z. ergänzt. Die Überschriften aller folgen- 
den Briefe sind in Y. anders als die bisherigen selbststandigen, den schon oft 



353 

loca diyino cullui dedicata, benigna cousideracione reguntur et 
ipsorum libertates conserrandas et facultates augendas graciosa 
protectio prineipum invenitur. Cum enim omnis gloria sive poteneia 
principatus in subditorum precipue eonsistat solidata fortunis, expe- 
diens arbitramur et condeeens, ut simus subieetis et in iusticia faciles 
et in gi*acia liberales. 

NoYerit igitur presens etas et successiva posteritas, quod nos 
deYoeionem sinceram, qua religiosi Yiri abbas et eonventus talis 
loci cystefciensis ordinis j3) circa dirini cultus obsequia iugiter et 
frequenter iritigilant, graciosius attendentes, considerantes quoque 
benignius integre fidei puritatem» qua erga nos et Romanum imperium 
coruscare dicuntur, propter quod cupimus eorundem monasterium et 
in prosperitatibus esse floridum et in temporalibus opulentum. Devotis 
igitur ipsorum abbatis et conrentus eiusdem supplicacionibus inelinati, 
predictum eorum monasterium una cum omnibus hominibus et per- 
sonis ac possessionibus, quas in presenciarum racionabiliter possident 
et in posterum iustis modis absque iuris alieni dispendio poterunt a) 
adipisci h), sub nostra et imperii protectione recipimus specialis omnia 
pririlegia, libertates, concessiones et iura a pie memqrie et recorda- 
cionis F. quondam Romanorum imperatore suisque predecessoribus» foi. ss d. 
inclitis imperatoribus Romanis et regibus, monasterio prenotato con- 
cessa, prout rite concessa noscuntur et proride, sepedicto monasterio 
ae personis ibidem dirino obsequio mancipatis de liberalitate regia 
confirmantes, innovantes et presentis scripti patrocinio munientes. 
Nulli ergo homini liceat hanc presentis nostre protectionis, confirma- 
cionis et innovacionis paginam infirmare aut ei ausu temerario con- 
traire. Si quis autem contravenire presumpserit etc. In quorum- 
omnium testimonium et perpetui roboris firmitatem presens scriptum 
exinde fieri et maiestatis nostre sigillo iussimus communiri. Actum, 
datum etc. 7). 

a) poterit V. poterint Z. - h) uddipisci V. 

erwähnten ausführlicheren, in einem besonderen Quaternio dem Werke rorgehef- 
teten Inhaltsangaben in der Weise entlehnt, dass immer die ersten Worte der- 
selben herüber genommen sind. In Y. beginnt überdies mit diesem Briefe eine 
andere Hand, welche von Fol. 58 no. 49 bis Fol. 59 no. 55 von einer dritten 
abgelöst wird, von da an aber nicht nur unser Werk, sondern auch eine mit Fol. 
61 beginnende andere Briefsammlung zu Ende führt. 
Fontes Abth. H. Bd. XXV. 23 



3S4 

Erg9n zungen aus dem Urkundenbuch des hist. Tereins für Niedersnebsen 
1. c. a) Budolfus D. g. Rom. rex semp. aug. univ«rsis sacri Romani imperii 
fidelibus preseneium inspectoribus inperpetuum. — /3) coenobii in Walken- 
riden. — */) Testes huias rei sunt Lodevicus dux Bavarie, comes palatinus 
Reni, Rudolfus provisor monasterii Campidonensis, Godefridus de Sygana» 
Henricus de Vriburg, Hugo de Werdenberg, Albertus de Hohenberg eomites, 
Fridericus et Conradus burgrayii de Nürinbereh, Engilhardus de Winspercb, 
Walterus de Clingin» magister Gotzo et magister Andreas, nostri notarii et 
quam plures alii. Datum Hagenoye anno dominice incarnacionis M^^CC^LXX® 
quarto, XYI^^ Kalendas Septembris, indictione secunda, regni vero nostri 
anno primo. 

Dieselbe Formel liegt auch der von Konig Rudolf der Gemeindekirebe 
des Stiftes Essen erlheilten Bestfitigungsurkunde (Dat Cöln 19. November 1273) 
zu Grunde. S.Lacomblet Urkundenbuch für die Gescb. des Niederrheins 2, 643. 

5. 

l«iiiaii«roM rex re^ Vrande ^^^* 

1275. 

König Rudolf versagt dem Könige Ladislaus von Ungarn die Bitte, seinem 
Kämmerer einige von Otakar besetzte Districte zuzuweisen. 

Gerbert, 2, 23. Bodmann, p. 139. Stobbe, no. 65. 

Regalibus vestris literis, nuper eulmini nostro directis, affeetione 
benigna receptis et, ut deeuit, eis lectis et plenius intellectis, super 
earum serie celsitudini restre taliter duximus respondendum, quod, 
licet ad omnia esse velimus ultronei, que vestrum demulcere possunt 
animum et affectum, et licet spectabilem virum, camerarium Yestrum, 
suis claris et virtuosis exigentibus meritis, graciose benivolencie 
ulnis patentibus amplexemur, quia tarnen nos ipsi et dilecti principes 
nostri N. et N. in quidusdam terris, quas inclitus rex Bohemieo) 
occupare dinoscitur, nos contendimus ius habere »), non minus 

aj Bohemie am Rande V. 



1) Diese Adresse, die V. und Z. haben, ist, wie aus dem Inhalte und unseren An- 
merkungen hervorgeht, falsch. 

^) Das wurde auf dem Reichstage zu Nürnberg (11. Not. 1274), dann wohl auch zu 
Wirzburg (13. Jan. 1275) und zu Augsburg (15. Mai 1275) ausgesprochen. Nach 
dieser Zeit ist dieser Brief geschrieben, den Gerbert mit Recht in das Jahr 
1275 setzt. 



355 

reprehensibile videretur, si sie repente, sie precipitanter ad eolla- 
cionem aliqnorum distrietuum , ad easdem terras spectancium a), 
huiusmodi declaraeione seu discussione neglecta, eui videlieet qui- 
busquidve b) de iure eompeterent, nos eontingeret prosilire *). Ideo 
vestra nobis porreeta petieio pro dieto N. ad presens est effeetu 
frustrata. Quod utique mentem regiam displieeneie spiritii non per- 
turbet, cum sint, ut nostis» agendorum proeessus huiusmodi equis 
trutinandi iudiciis et maturis examinandi eonsiliis et exactis, ne possit 
mutabilitatis et inconstaneie argui presideneia principalis. Verum- 
tamen ad vestre glorie tytulos attollendos tarn fervide gerimus incon- 
cusse sinceritatis affeetum, quod c) libuerit vobis d) ad e) recuperan- 
dum ius prefati camerarii vestri nostrarum f) excitare viriiim poten- 
ciam, vobis g) et ei super hoc in benivolencie singularis über! 
affluencia, quantum sine iuris possumus iniuria, libenter et liberaliter 
intendimus aspirare. 

6. 

Roinan«raiii regi pr«Tineia etc. 

Eine Provinz ühergieht sich und ihre Städte und Festungen, ihre Habe und 
Bevölkerung dem Schutze des Königs Rudolf, 

Benedictio et claritas, sapiencia et graciarum actio, honor, 
Yirtus et fortitudo viventi in secula seculorum, qui rergente mundi 
vespere in diebus nostris Romani monarchiam imperii, iam veluti in 
pedibus fictilibus titubantem, aureo capite decoravit, rege h) 
videlieet honore et gloria decorato, quem rex regum, dives in omnes, 

a) sie bis spectancium am Rande V. — b) quib'q, ve V. — c) si zu 
ergänzen. — d) nobis Z. — e) ad recuperandum bis potenciam fehlt bei 
Gerbert. — fj vestrarum Bodm. und Stobbe. — g) et vobis Z. — 
h) regio Z. 



Hierauf bezieht sich wohl Otakar in einem, nach Dolliner, Ende 1275 oder Anfang 
12t6 geschriebenen Briefe : Nam cuhi sciret (seil, comes Joachimus) quod comes 
Rudolphus, qui electus esse in regem dicitur Romanornm . . . nostre inimicus 
esset magnißcencie capitalis, dominum A. iuniorem regem Ungarie, quem prodi- 
torie subripuerat, volebat ipsius R. comitis filie matrimouialis yinculi federe 
copulare, petens unam nostram provinciam ab eodem comite R. sibi dari etc. 
Dollinier p. 37. 

23* 



354 

Erg9n zungen aus dem Urkundenbuch des bist. Teremt für Niedersnebseii 
]. c. a) Budolfus D. g. Rom. rex semp. aug. univ^rsis sacri Romani imperii 
fidelibus preseneium iDspeetoribus inperpetuum. — /3) coenobii in Walken- 
riden. — */) Testes huius rei sunt Lodevicus dux Bavarie, eomes palatinus 
Reni, Rudolfus provisor monasterii Campidonensis, Godefridus de Sygana, 
Henricus de Vribarg, Hugo de Werdenberg, Albertus de Hobenberg comitet, 
Fridericus et Conradus burgrayii de Nurinberch, Engilbardus de Winsperch, 
Walterus de Clingin, magister Gotzo et magister Andreas, nostri notarii et 
quam plures alii. Datum Hagenoye anno dominice incarnacionis M<^CC®LXX<^ 
quarto, XYP Kalendas Septembris, indictione secunda, regni vero nostri 
anno primo. 

Dieselbe Formel liegt auch der von König Rudolf der Gemeindekirche 
des Stiftes Essen erlheilten Bestfttigungsurkande (Dat Coln 19. November 1273) 
zu Grunde. S.Lacomblet Urkundenbuch für die Gesch. des Niederrheins 2, 643. 

5. 

l«iiiaii«roM rex re^ Frandf ^ ^^* 

1275. 

König Budolf versagt dern Könige Ladisiaus von Ungarn die Bitte, seinem 
Kämmerer einige von Otakar besetzte Districte zuzuweisen. 

Gerbert, 2, 23. Bodmann, p. 139. Stobbe, no. 65. 

Regalibus vestris literis, nuper eulmini nostro directis, affectione 
benigna receptis et, ut decuit, eis leetis et plenius intellectis, super 
earum serie celsitudini vestre taliter duximus respondendmn , quod, 
licet ad omnia esse velimus ultronei, que yestrum demuleere possunt 
animum et affectum, et licet spectabilem rirum, camerarium vestrum, 
suis claris et virtuosis exigentibus meritis, graeiose benivolencie 
ulnis patentibus amplexemur, quia tarnen nos ipsi et dilecti principes 
nostri N. et N. in quidusdam terris, quas inclitus rex Bohemie a) 
occupare dinoscitur, nos contendimus ius habere a), non minus 

aj Bohemie am Rande V. 



^) Diese Adresse, die Y. und Z. haben, ist, wie aus dem Inhalte and unseren An- 
merkungen hervorgeht, falsch. 

^) Das wurde auf dem Reichstage zu Nürnberg (11. Nor. 1274), dann wohl auch sa 
Wirzburg (13. Jan. 1275) und zo Augsburg (15. Mai 1275) ausgesprochen. Nach 
dieser Zeit ist dieser Brief geschrieben, den Gerbert mit Recht in das Jahr 
1275 setzt. 



355 

reprehensibile videretur, si sie repente, sie precipitanter ad eolla- 
eionem aliquorum districtuum , ad easdem terras spectancium a)^ 
huiusmodi declaracione seu discussione neglecta, cui videlicet qui- 
busquidve h) de iure competerent, nos contingeret prosilire *)• Weo 
vestra nobis porreeta peticio pro dicto N. ad presens est effectu 
frustrata. Quod utique mentem regiam displicencie spiritu non per- 
turbet, cum sint, ut nostis, agendorum processus huiusmodi equis 
trutinandi iudieiis et maturis examinandi consiliis et exactis, ne possit 
mutabilitatis et inconstaneie argui presidencia principalis. Verum- 
tamen ad yestre glorie tytulos attoUendos tarn fervide gerimus incon- 
eusse sinceritatis affectum, quodc^ libuerit vobis d) ad e) recuperan- 
dum ius prefati eamerarii yestri nostrarum f) excitare virium poten- 
ciam, vobis g) et ei super hoc in beniYolencie singularis über! 
affiuencia, quantum sine iuris possumus iniuria, libenter et liberaliter 
intendimus aspirare. 

6. 

loinan«rain regi pr«Tineia etc. 

Eine Provinz ühergieht sich und ihre Städte und Festungen, ihre Habe und 
Bevölkerung dem Schutze des Königs Rudolf. 

Benedictio et claritas, sapiencia et graciarum actio, honor, 
Yirtus et fortitudo viventi in secula seculorum, qui vergente mundi 
vespere in diebus nostris Romani monarchiam imperii, iam veluti in 
pedibus fictilibus titubantem, aureo capite decoravit, rege h) 
videlicet honore et gloria decorato, quem rex regum, dives in omnes, 

a) sie bis spectancium am Rande V. — b) quib'q, ve V. — c) si zu 
ergänzen. — d) nobis Z. — e) ad recuperandum bis potenciam feblt bei 
Gerbert. — fj vestrarum Bodm. und Stobbe. — g) et vobis Z. — 
h) regio Z. 



1) Hierauf bezieht sich wohl Otakar io einem, nach Dolliner, Ende 1275 oder Anfang 
12t6 geschriebenen Briefe: Nam cuin sciret (seil, comes Joachimus) quod comes 
Rudolphus, qui electus esse in regem dicitur Romanorum . . . nostre inimicus 
esset magnificencie capitalis, dominum A. iuniorem regem Ungarie, quem prodi- 
torie subripuerat, volebat ipsius R. comitis iilie matrimouialis yinculi federe 
copulare, petens nnam no.stram provinciam ab eodem comite R. sibi dari etc. 
DoHinipr p. 37. 

23* 



35« 

qui eum unxit pre omnibus consortibus suis argentei pectoris sonori- 
tate in prudencia«^ et diritiis, ferro, hoc est Tictorioso milicie 
gladiOy ac ere, hoc est omni h) yirtutum preconio, insigniyit, 
Fol. 53 a. quatenus sie in omnem terram et in fines orbis terre sonus eins exiret 
in c) imperio stabilem et per secula faceret gloriosum. Hinc imperi- 
alis yestre maiestatis excellencie inclinantes et ad thronum gracie 
vestre singularis d} et denique orbis universalis cum fiducia acce- 
dentes, ciritates, castra, omnem substanciam e) et personas nostras 
Yobis confidenter offerimus, rati quod auxilium f) inreniamus in 
auxilio oportuno, qui dum ab alienis possessi dominis iugum impor- 
tabile portaremus, in misera tunc utique extitimus Servitute. Firmetur 
quapropter clemencia thronus regis, et dum ab alienis ad proprium, 
de multis ad unum g) convertimur, salus nostra in manu vestra sit 
domine ! et oeuli pietatis vestre nos respiciant , ut securi famulemur 
omni tempore regi nostro. 

VolUfändiger oben p. 320 no. 21 mit qui vergente beginnend, noch voll- 
ständiger un^ wie hier beginnend Gerbert 2, 7 und Bodmann p. 23. 

7. 

R«]nan«roM rex lidellbas suis etc. 

König Rudolf verspricht seinen Reichsgetreuen Huld und Schutz, 
Gerbert, 1, 15. 

Ad Romani regni gubernacula vocati illius vocacione, qui super- 
borum fastigiosam sup^biam elidens, devotam humilitatem humilium 
collocat in sublimi, mente disponimus, et pervigili meditacione revol- 
vimus, qualiter in excelso per excelsum et sublimem regem regum 
maiestatis solio constituti, in reformacione pacis, iam dudum disper- 
dite, reipublice consulamus, oppressorum hactenus et subiectis tyran- 
norum tyrannidi dispendiosis periculis caucius caveamus, sperantes 
ex hoc et in talis h) agone certaminis, qui i) mentem affiigit interius 
et quietem sensibus exterioribus non concedit , supernum nobis pro- 
venire subsidium et humani favoris incremento proficere nos debere. 

a) prudeneia Salomonis Bodmann und oben p. 320 no. 21. — 
h) omnium Z. — c) in übergeschrieben V. et in Z. -> d) vestre noster 
singularis. Z, — e) sed et Z. — f) quod graciam inv. Z. — g) unum domi- 
num oben p. 320, no. 2!. — h) tali Z, — i) que V und Z. 



357 

Hiiic est, quod cum in suprema dignitatis specula simus ad hoc 
positi, quod universa sacro Romano imperio et ad nos per devota 
servicia fidem gerencia, claris obtutibus et synceris afTectibus nostram 
serenitatem deceat contemplari: universos yos et singulos omni 
benignitate, que serenitatem decet regiam, coniplectimur animo 
gracioso, credentes et absque omnis ambiguitatis scrupulo presu- 
mentes, quod affectus noster, quem ex impendenda vobis nostre 
serenitatis gracia poteritis experiri, per derotum restre fidelitatis 
obsequium oportunam suis vicibus per yos recipere debeat omnimodam 
recompensam. 

Gerbert 1. c. setzt diesen Brief in die erste Zeit der Regierung Rudolfsy 
indem er aus den Anfangsworten desselben schliesst, er könne niebt lange nach 
seiner Wahl geschrieben sein. Dieses Argument ist nicht stichhaltig, denn 
auch in späteren Zeiten, z. B. in einer zu Erfurt am 25. Februar 1290 gegebenen 
Urkunde för Walkenried findet sich ein dem unsrigen gleichlautendes Exor- 
dium. Yergl. Urkdb. des bist. Vereins für Niedersachsen Heft 11, 334. Reg. 
Rud. no. 1016. 

8. 
Imperator ciTitati alicai etc. 

Ein Kaiser oder König belobt eine Stadt und bittet um freundliche Aufnahme 

seines Boten. 

Bodmann» p. 203. 

Ayite magnanimitatis in tos, yelud in filios filiorum propagacione 
laudabili derivata strennuitas , et probate fidei puritas , qua semper 
erga Romanum imperium, claris continuatis operibus, splendide 
claruistis in regie maiestatis aspectibus , altis vos extulere preconiis 
et intimis precordiorum nostrorum memorialibus fideliter ascripserunt, 
ita quod ad generalitatis et specialitatis vestre profectus, continuatis 
äugendes auspiciis, plurimum nos delectat assurgere, ac honoribus 
yestre civitatis ubilibet ampliandum intendere libeat cum effectu. Foi.ssb. 
Cum igitur familiärem et fidelem nostrum N. pro quibusdam nostris 
negociis ad restram presenciam destinemus» unirersitatis vestre 
prudenciam deprecamur, quatenus eundem, pro nostra reverencia, in 
nostris agendis velitis babere benignius recommissum. 



360 

dormitantis imperii sompnum a) excitabit, exultent orthodox! fidei 
katholice professores eximii, quibus promittitur h) brachii prepotentis 
auxilium, et letentur imperii zelatores egregii, eo quod eis adveniet 
consolator. Ecce quidem vocati a patre nostro sanetissimo, domino 
G. 9 summo pontifice, ad suscipiendum in urbe de sacrosanetis suis 
maaibus sacrum imperii diadema » potenter accingimur, inyariabiliter 
disponentes in proximo festo N. «) partes ytalicas fortunatis auspi- 
ciis cum eesareo apparatu magnifice yisitare, deinde ad festiva 
coronacionis nostre solempnia eelebranda summopere processuri. 
Exurgat itaque, quesumus, vestra fida derocio, suum cum tripudio 
susceptura Patrimonium , yos inquam , in quibus imperii faciem longa 
bellorum calamitas fatigavit. Erigite mentes et animos roborate ad 
contemplandam imperii speciem et deeorem, tollite seras portarum 
vestrarum, parate viam Domino, reetas facite semitas vestras, poncium 
et stratarum difficultatibus reparatis, adiuneturi niehilominus Tobis, 
secundum qualitates et circumstancias status yestri, decentem niilicie 
comitivam, que possit una nobiscum c) tam festa tamque iocunda 
eelebria decorare , ut inter electos imperii apud imperatoriam maie- 
statem sors vestra merito debeat computari. 

13. 

V«nia snper iiTestitira etc. 

1275. April 24. apud Brugsellam. 

König Budotf ertheilt dem Erthischof Sifrid von Cöln die königlichen Lehen 
seines geistlichen Fürsienthums. 

Romani imperii celsitudo consurgens antiquitus» et fundata 
mirifice if^ super immobile firmamentum, excellencie prerogativa, qua 

a) sompnium Z. — bj premittitur Z. — c) vubiscum Z, — dj munifice Z. 



Gregorio X. 

2) Pentecostes zu ergüozen. Am 15. Febr. 1275 hatte Gregor X. zu Lyon die Kaiser» 
krönung Rudolfs auf das Allerheiligenfest 1. Nov. 1275 angesetzt. (Palacky Reise 
no. 351.) Rudolf verlangte, der Termin soUe bis Pfingsten 1276 hinausgeschoben 
werden (Kopp, 1, 112) und so wurde auch bei der Zusammenkunft zu Lausanne 
das Pfingstfest als Krönungstag bestimmt. Kopp 1, 126. — Unser Brief ist jeden- 
falls noch vor dem am 10. Jan. 1276 erfolgten Tode Gregorys, also im Jahre 1275 
geschrieben. 



361 

viguit, columpnis meruit stabiliri stabilibus et egregiis edificiorum 
iuncturis indissolubiliter adornari. Inter que quidem illustres prin- 
cipes ad tocius operis machinam supportandam preeipue ut columpnas 
voluit pociori prestancia preminere, ut, quo uberius graeie privilegio 
se senciunt insigniri, eo amplius debeant in obsequiose vicissitudinisPoi.Md. 
reddibieione gratuita ceteris preclarere. Sane cum venerabilis talis «) 
episcopus, dilectus princeps noster, ad celsitudinis nostre presenciam 
nuper accedens, Romano imperio et nobis signa obsequiose devocionis 
pretenderit, etomnimode obedieionis insignia presentarit: nos ipsum, 
tanquam nostri imperii prineipem, ad benivolos applausive dulcedinis 
admittentes amplexus, regalia feoda principatus pontificalis, quem 
obtinet, sibi de regia liberalitate eoncessimus, et ipsum inrestivi- 
mus de eisdem, administracionem temporalium, iurisdietionem plena- 
riam principatus eiusdem eeclesie prenotato episcopo presencium 
Serie committentes. Quoeirca universis et singulis vasallis, ministeria- 
libus seu hominibus quibuseunque eeclesie sue damus presentibus in 
mandatis» quatenus ipsi episcopo, tanquam principi nostro et domino 
suo, Intendant humiliter et pareant reverenter ß). 

ErgänKungen aus dem im kgl. Geheimen Staatsarchiv zu Berlin befind- 
lichen Originale der (ungedruckten} Urkunde König Rudolfs vom *i4. April 
1275: Rudolphus Dei graeia Romanorum rex semper augustus. a) Sifridus 
Coloniensis archiepiscopus, princeps noster karissimus, nuper de Romana 
curia veniens ac presenciam nostre serenitatis accedens etc. ß) Datum apud 
Brugsellam 8 Kai. Maii, indictione 3, anno Domini 1275, regni rero nostri 
anno 2. 

Diese Formel erscheint in V Z und in der Erlanger Handschrift (Stobbe 
no. 33} ohne jede individuelle Bezeichnung , bei Bodmann p. 177 mit der Ober- 
schrift Rudolfus etc. Sie liegt zu Grunde 1. dem oben angeführten Lehn* 
briefe König Rudolfs vom 24. April 1275. — 2. dem Lehnbriefe König^dolf s 
fGr den Bischof Guido von Lüttich bei Chapeaville Qui gesta pontificum 
Tungrensium etc. scripserunt etc. Leodii 1612 Tom. 2, p. 323. Adolph us D. g. 
Romanorum rex et semper aug. universis sacri Romani imperii fidelibus 
praesentes literas inspecturis graciam suam et omne bönum. Dat. Werft arie 
(Wetzlar} 12 Kai. Julii, indictione 7 a. D. 1294 regni vero nostri a. 3. — 
3. dem Lehnbriefe König Albrecht^s für den Bischof Friedrich von Strassburg 
bei Ghmel, Formelbuch des Königs Albrecht im Archiv der kaiserl. Akad. der 
Wiss. 1849 Heft 2, no. 55 Datum 1299 September 15. Vergleiche Boehm er 
Reg. imp. inde ab a. 1246 p. 413, no. 658 und den Catalogus episcoporum 
Argentinensium M. G. SS. 17, 118. 



362 



14. 

lex RtMAMfiM priicipi eitaid« etc. 

1274. 

K, Rudolf zeigt einem Fürsten an, dose er wegen Abwesenheit der geistlichen 

Fürsten auf dem Concil tu Lyon den Reichstag auf das nächste Osterfest ver^ 

schoben habe; er möge alsdann nicht fehlen, 

Gerbert, 1, 22. 

Assumpto iam pridem, divioi disposicioneo^consilii, regii dyade- 
mate principatus, cum ad hoc potissime nostra suspiret intencio, ut 
pax ecclesiis» concordia plebibus et ubilibet moribus disciplina con- 
crescerent» reipublice universali statu pacifice refiorente: ecce quod 
nostrorum principum, tarn ecclesiasticorum quam secularium» com- 
municato cousilio, in instant! proximo festo Pasce apud talem locum 
solempnem curiam duximus edicendam, cuius utique celebracioni 
magnifice in decencia regii apparatus, si grata se vobis olFerret habi- 
litas, interesse nos plurimum delectaret. Verum quantumlibet super 
hec b) nostra ferveat cj affectio, licet in hoc noster exardeat 
animus 9» pacis floride sitibundus, quia tarnen venerabiles principes 
nostri karissimi, nuper de Romana curia redeuntes, nobis exposuerunt 
expresse, quod ecclesiastici principes , moram adhuc in concilio 
Lugdunensi facientes, non possunt eidem curie ob tam brevis angu- 
stiam temporis aliquatenus interesse: predictam curiam, de fidelium 
nostrorum consilio, usque ad proxiinum subsequens festum Pasce 
decernimus dj prorogandam» quia in tot et tam magnorum principum 
absenpia non expediens arbitramur aut condecens tam utilibus et tam 
arduis celebrandis solempniis nos involvi. Quia igitur ipsum negocium 
decoctio matura consilii salutaris amplecti desiderat, nimie festinan- 
cie eyitans precipicium ruinosum, sinceritatem tuam requirimus in 
fidei debito, quo Romano imperio atque nobis astringeris, te monentes » 

aj dispensacione Z. — bj hoc Z. — cj fuerat Z. — dJ decreyimus Z. 



Verum quantumlibet super hec nostra ferveat alTectio und licet in hoc noster 
exardeat animus, xwei verschiedene Bezeichnungen für denselben Gedanken, wie 
aie in Formeln mit dem Wörlchen seu aneinandergereiht zu werden pflegen. 



363 

quateaus principalis excellencie apparatu decentep accinctus, in festo 
predicto predicte curie, loco predicto tuam personalem presenciam 
studeas exhibere, ut ibi de bono reipublice statu ac reformacione 
imperii traetatus oportunus a) et utilis habeatur. Dat etc. 

a) optimus Z. 

Dieser Brief bietet doppelte Sehwierigkeiten. Vor Allem röeksichtlich 
der Chronologie. Dass er in das Jahr 1274 gehört, beweist die Stelle über 
das Concilium zu Lyon. Einerseits weist nun der Ausdruck in instanti 
proximo festo Pusee darauf hin, dass er unmittelbar vor Ostern, d. h. vor dem 
1. April 1274, abgefasst sein muss. Das scheint jedoch ausgeschlossen durch 
die Worte: „quod ecciesiastici principes, moram adhuc in concilio Lugdunensi 
facientes etc.,*' aus denen doch klar hervorgeht, dass er während das Concil 
versammelt War, d. h. in der Zeit zwischen dem 7. Mai und Anfangs August 
(vergl. Reg. imp. inde ab a. 1246 p. 330 und Ib. Reg. Rud. no. 100, wonach 
der Erzbischof Friedrich von Salzburg und andere Prälaten bereits am 4. Aug. 

1274 auf dem Heimwege vom Concil bei dem Könige Rudolf sich befanden) 
abgefasst sein muss. Wenn sich nun diese Schwierigkeit dadurch lösen lässt, 
dass man annimmt, die geistlichen Fürsten Deutschlands haben sich bereits 
vor Ostern in Lyon eingefunden, da das Concil schon am 13. April 1273 
einberufen worden war (Palacky Italienische Reise no. 43) und sich dessen 
Eröffnung verzögerte, dass demgemSss Rudolf schon vor der Eröffnung des 
Concils von den Fürsten reden konnte, die auf demselben weilen, so tritt 
eine andere Schwierigkeit hervor. Es bleibt auffallend , dass K. Rudolf im 
Frühjahr 1274, also ein halbes Jahr nach seinem Regierungsantritt, wo so 
viele dringende Reichsangelegenheiten zu erledigen waren , einen Reichstag 
auf ein ganzes Jahr hinausgeschoben haben soll. Er hatte 1274 die Fürsten 
zu einem Reichstage nach Frankfurt eingeladen (A. D. 1274 ad curiam novi 
regis in Franchenfurt principes evocantur Contin. Altahensis M. G. SS. 17, 
408). Das mag der Reichstag sein, der nach unserem Rriefe auf Ostern ein- 
berufen war, und der in der That nicht zu Stande gekommen ist; wenigstens 
ist keine Nachricht weiter darüber vorhanden. Aber schon am 1. Juni spricht 
Rudolf von einem in Nürnberg abzuhaltenden Reichstage, Reg. Rud. 92. 
Derselbe war auf Martini (November 11.) angesagt (Dom. Rudolf us rex 
Romanorum indixit principibus^ se curiam apud Nurenberch in festo beati 
Martini celebraturum, mandans omnibus principibus, ut illuc venirent et se 
maiestati imperatorie presentarent Ann. Salisburg. M. 6. SS. 9, 800 ad a. 
1274) und wurde abgehalten, eben so der nach Wirzburg auf den 23. Janu ar 

1275 berufene (Reg. Rud. p. 68). Es fanden also vor dem in unserem Rriefe 
angegebenen Termin, vor Ostern (14. April) 1275, zwei Reichstage statt. 
Um unsern Rrief aufrecht zu erhalten, muss man annehmen, der König habe 
seinen Entschluss nicht lange nachdem unser Brief geschrieben war, geändert. 
Indessen kann ich Angesichts der bezeichneten Schwierigkeiten den Gedanken 
nicht ganz zurückweisen, dass hier möglicherweise eine mit Hilfe bekannter 
geschichtlicher Thatsachen angefertigte Stilübung vorliegt. 



364 



15. 
E«Mai«rui rex regraeiator d«Mii« pape <). 

1280. 

König Rudolf dankt dem Papste Nicolaus IIL für dessen Bemühung um das 

Zustandekommen der Heirath zwischen seiner Toehter dementia und Carl 

Martel, dem Enkel des Königs Carl von Sicilien. 

Bodmann, p. 71. Rudolfi ad summuro pontificem litterae. 

Gemine a) caritatis ignieulo dudum calescencia h) pietatis 
paterne precordia, mire providencie studiis urbi et orbi prospi- 
F«i.s4a. ciencia, copiose flagrancie globos ubique disseminant, per quos 
karitas hactenus refrigescens , redivive rursus dulcedinis incrementa 
suseipiens» coalescit et proficit, condensatis tenebris spargit radios et 
lapidea corda moUity dum tos, quem utique paeis ewangelizatorem in 
terris divine sapieneie inscrutabilis altitudo disposuit» iuste et pie 
oi'ficii Yobis credit! debitum exequentes, convertitis corda patrum ad 
filios s) et, extinctis ubilibet odiorum seminariis avulsisque c) germi- 
nibus simultatum dj^ coniungitis labia dissidencium populorum recon- 
ciliacionis in osculo et pacate quietis in ocio mundi climata reformatis, 
truculente tyrannidis rabie quiescente. Igitur pie pater ! super hiis 
vestris bonis operibus» que post nubilum» quod diebus maiis obduxerat 
omnem terram, nobis et orbi universo tanquam lucifer matutinus 
serenius illuxerunt, et specialissime super benivola vestre benificencie 
ubertate» quam teneritudini regie continuacione gratuita dignatus 
estis graciosius exhibere : beatitudinis yestre pedibus ea qua decet 
humiiitate provolyimur cum solucionibus uberrimis graciarum. Porro 
quod de yia, qua pi1)spere procedendo regnemus» obstancium diilficui- 
tatum repagula removentes, nos voluistis cum inclito rege Sicilie 
special! familiaritatis et amicicie vinculo communiri; concepta et 
ordinata per vestram industriam inter dilectam filiam nostram et 

a) De misericordia offenbar falsch. Der Schreiber unseres Codex V. 
hat G für D, und ~ mie fälschlich inisericordie gelesen. — h) cales- 
cancia V. — c) avul auf Raaur V. — d) tum auf Rasur V. 



1) Mit dietem Blatte (54) beginnt eine neue Zfihlung der Quaternionen. 
<J Maleachi 3» 24. 



363 

nepotem regis ipsius grati et sacri matrimonü federa gratulabundius 
daximus acceptanda, ob hec et alia inenarrabilia circa nos inpensa 
vestre pietatis indicia sie rerera nos vestris et sancte matris ecclesie 
nutibus exponentes, quod proprio eciam filio, si, quod absit» eum in 
Yestra contingeret intentare dispendia, nostra devocio parcere re^usaret. 

Dieser Brief wird vollständig erläutert durch die Dispensations-BuIIe 
Nicolaus* III. vom 6. Juli 1280 bei Gerbert Cod. ep. p. 213. Vergl. Ko(>p 1, 
306 IT. Ober die frühere Verlobung ClemeDtias mit Andreas von Slavonien 
vergl. noch unten no, 58. 

16. 

lomanornm rex prineipi^ commendat enm. 

Ein König (Rudolf?) überträgt einem seiner Getreuen die Beschattung 

eines Klosters, 

Gerbert, 3, 23. 

Imperatorie dignitatis *) dyademate ac dextera fortitudinis manus 
sceptrigere insigniis renitentes, dum rimamur mentis nostre secreta- 
rium, roYolventes , quid unctio , quid sceptrum , quid Corona regia 
significet divinitus nobis data: in sacre delibucionis oleo, quo armi 
regiisunt peruncti, clemenciam seu misericordiam in afflictos et attritos 
exercendam, in Corona preminenciam, in sceptro defendendi oppressos 
per fortitudinis dexteram intelligimus , colligimus et perpendimus 
evidenter. Quapropter cordi nobis est, omnes Romano imperio sub- 
ditos, presertim autem ecclesias et personas ecclesiasticas, ab insul- 
tibus maleficorum quorumlibet protegere et ad reprimendam perrer- 
sorum astuciam consurgere toto posse. Sane honorabilis yir abbas 
talis ad nostram venit presenciam nobis lamentabiliter conquerendo,Foi.Mb. 
quod quidam, maligni spiritus seducti impulsibus, Deum non timentes 
nee bomines reverentes, eius monasterium in suis bominibus et pos- 
sessionibus per rapinas et spolia multis iniuriis affecerunt. Timens 



Dieser Ausdruck ist auffallend, wenn wir es hier mit einem Briefe Rudoirs I. zu 
thun haben, der rex und nicht imperator war. In der That ist im Folgenden nur 
von einer Corona regia, armi regii u. 8. w. die Rede und Gerbert meint, dass 
Rudolf, den zeitgenossische italienische Chronisterl imperator nennen, sich selbst 
zwar nie mit diesem Namen bezeichnen, wohl aber seine Würde eine imperatoria 
nennen konnte. 



366 

igitur idem pater renerabilis ex preteritorum eventibus coniecturam 
pessimam futurorum , nostre maiestati humiliter supplicaVit, ut pre- 
dictum monasterium tue devocioni committeremus cum omnibus suis 
defendendum ab incursibus malignorum. Nos itaque ipsius preeibus 
inclinat^ tue fidei puritatem presentibus duximus requirendam, regia 
nichilominus tibi auctoritate mandantes et credentes, quatenus pre- 
dietum monasterium fratrumque conventum , homines ipsorum , pos- 
sessiones, bona mobilia et immobilia nee non omnia ad ipsum mona- 
sterium fratrumque conventum pertinencia vice nostri manuteneas, 
protegas et defendas, nee permittas ex nunc et inantea ab aliquo 
indebite molestari. 

17. 

Eomanornm rex snper institncione bot! fori a). 

König Rudolf erlkeiltj avf die Bitte eines ihm getreuen Edelmanns, einer 
Stadt ein Privilegium zur Abhaltung eines Wochenmarktes, 

Benigna gracie nostre provisio, qua, sub quodam 6? humane 
dilectionis applausu, regalls fortune fastigium clementer amplectitur 
et subiectorum commoditatibus condescendit, tanto libencius ad fideles 
nostros se naturali quadam necessitate portendit cj, quanto magis 
eos in obsequiorum exhibicione precipuos invenimus. Sane cum ad 
hoc in oportunis locis forum campestre consueverit statu), ut in eo 
vendencium atque emencium procuretur utilitas et alterna commoditas 
augeatur , nos, reipublice bono statui cupientes assiduo incremento 
salubriter providere, ac nobilis viri C, nostri fidelis, ob grata, que 
nobis impendit obsequia et adhuc impendere poterit graciora, derotis 
supplicacionibus inclinati, in yilla tali, utpote loco ad id habili et 
decenti, ebdomale forum die tali perpetuo duximus edicendum, 
volentes et eodem maiestatis nostre edicto mandantes, quatenus 
omnes, qui in dicto foro pro emcionis seu vendicionis commercio 
exercendo confluxerint, in personis et in rebus nostra et imperii 
protectione speciali congaudeant et forensium privilegio libertatnm. 

a) fori fehlt V. — b) quadam Z. — c) protendit Z. 

Dass die Urkunde von Rudolf herrührt, darf man aus dem fast gleich- 
lautenden Privilegium desselben Königs für Landau (Dat. ap. Landau Id. Junii 
indict. IV a. D. 1291 regnl 18. Schoopflin Alsatia diplomatiea 2, 40) schliessen. 



367 

18. 

Imperator dnci Aostrie regraciatir. 

1245. 

Kaiser Friedrich IL gebietet dem Herzog Friedrich dem Streitbaren von 

Österreich zu ihm zu kommen und seine Nichte Gertrud und die vom Herzoge 

genannten Fürsten mitzubringen. 

Huill.-Breh. VI, 274. Meiller Reg. Babenberg. no. 143. 

Grate valde eulmini nostro tue littere pervenerunt, in quibus ex 
magna sinceritate tue fidei nostre celsitudini persuasisti, ut tibi 
ceterisque nostris prineipibus» qui honorem nostrum et imperii 
' sinceris affeetibus amplectuntur, ad traetandum cum ipsis de nostris 
negoeiis apud Villacum presencie nostre copiam preberemus, 
presertim cum principes ibidem nobiscum commode loqui possent» et 
tractatis eisdem negoeiis possemus e yicino commodius repetere 
Lombardiam. Cum igitur tuum eonsilium, quod pura fides ex corde 
edidit quodque circumspecta racio comitatur, tanto salubrius appro- 
bemus quanto sinceriorem motum in consulendo perpendimus con-Foi.»4c. 
sulentis, quia tamen qualitas rei et temporis aptitudo nos a Lombardie 
partibus elongari ad transitum Alpium sine gravi honoris nostri et 
rerum dispendio non permittit, presertim cum rebelles nostri, quos 
potencie nostre presencia cottidie concutit et exterret, per absenciam 
nostram robur assumerent animorum, eos in rebellione sua contra nos 
durior pertinacia confoveret, quos eciam statim circa introitum mensis 
Julii a) ante maturacionem segetum vivis et asperis gwerris aggredi 
potenter intendimus , commoditates eis anni presentis in victualibus 
ablaturi, ut earundem necessitudinum penuria coartati cogantur 
necessario nostre se subicere dicioni. 

Mandamus itaque tibi quatenus, assumpta tecum nepte tua, 
futura consorte nostra, tali Joco ac termino tali, te nostro conspectui 
representes, tecum principes, quorum nomina nobis tue litere expri- 
mebant, pariter adducendo, quibus eciam vocacionis nostre jiteras 
destinamus, eos soUempnitati tarn sollempnis tradicionis interesse ex 
animo cupientes, ut deinde ad ea, que de nostris et imperii negoeiis 
tractanda fuerint, iuxta tuum et aliorum eonsilium, congruo rerum 
ordine procedamus. Dat. etc. 

aj Junii Huill.-Brdh. . 



368 



19. 

Imperator amico sno speeiali ete. 

1245. 

Kaiser Friedrich IL (heilt einem seiner Untergebenen mit, wie die Mailänder 

von ihm, dem Könige Heinrich von Sardinien und Ecelin so eingeschlossen 

seien, dass sie in jedem Falle verloren wären, 

Huillard-Breh. VI, 364-65. 

Felicium prosperitas continuata successuum victoriosi processus 
nöstri, ti^ipudium tanquam ingentis alacritate congaudii, ad devocionis 
tue notieiam epistola presenti deducitur, que sie reeipientis animum 
cesarea felicitate letificet, ut triumphum optate victorie, sublato 
cuiuslibet dubietatis involuero, prefiguret. Nobis enim, ut loquamur 
ad literam, cum magnifico et victorioso exercitu nostro ad confusio- 
nem Mediolanensium procedentibus in fortitudinis brachio glorioso 
ipsi Mediolanenses, tanquam concurrentes ad laqueum et ad cedem 
quodammodo properantes, iuxta Abyatham *)> locum eorum afflictionis 
indicem, cum carrochio communiter occurerunt. Juxta quorum exer- 
citum a) sie castra nostra vicina defiximus , ut tentoriorum funibus 
tanquam h) confinibus nuUum vel modicum interesset c) medium, 
nee aliquid dividuum nisi flumen d) Disinella«) dictum et ex eorum 
parte valido fossato succinctum, quod tamen vado transiri potest habi- 
liter licet non per acies ordinatas, nostras ab eis intersecet mansiones. 
Immo, si veritas apercius revelatur, in exercitibus nuHa profecto 
notatur diversitas, sed in eis mutuo sc videncium communis crudelitas 
ydemptitatis fere diiudicat unionem. Propter quod, plane circumstan- 
tibus et instantibus imminentis hiemis periculis seu procellis, tanquam 
Fol. 54 4 posito inter malleum et incudem ej, predictos rebelles manus nostras 
non credimus evasuros. Ut igitur in nostrum retiaculum dicti Medio- 

a) tali die H.-Br. — h) für (anquam quinimo H.-Br. — c) interiacetH.-Br. 
— d) Tysmelli Z. ~ e) licet cuiusdam pontis in medium transitus per 
quem vix transitus (sie) fugientibus potent afferri presidium, ipsis suffragari 
quodammodo videatur, in omni famen eventu ipsos manus cte. H.-Br. 



^) Abbiate Grasso. 

*) Ein Abflugs des Ticino. 



369 

lanenses expedicius incidant et gravius senciant nostre persecucionis 
Impetus et inpulsus, duo reges N. et N. a) in auxilium nobis cum 
innumera multitudine b) procedentes , cum nullos habere videantur 
obices, nee inveniant resistentes, territorium ipsorum rebellium in 
igne et ferro tam potenter quam viriliter c) veniunt e vestigio intra- 
turi. Ex quo spes pulchra votis nostris additur et presumimus mani- 
feste, quod hinc belligeri proximos simus triumphos, concedente 
Domino, habituri, et rebelies predicti, quibus presidii spes nulla 
videtur adesse, tanquam in medio periculi positi et cladis inminentis 
aculeos sencientes, unum necessario eligant e duobus, ut vel victori 
nostro gladio tradantur in escam, vel per turpis sibi fuge presidium 
• consulentes a facie nostra d) cum confusionis obprobrio se avertant. 

20. 

lex lomanornm iadieibus. 

1274. Nov. 1. Hagenowe. 

König Rudolf ersucht den König Magnus von Norwegen, den vom Mittelpüncte 
des Reiches entfernten Bürgern Lübecks ferner seinen Schutz angedeihen 

zu lassen. 

Codex Lubecensis 1, 331. 

Adiecit nostre felicitatis auspiciis incrementa congaudii e) 
lacioris, quod, sicut celebris fame clangente preconio a) didicimus, 
integra fides vestra , nätivis erecta potenciis , et instinctu benivolo 
provocata, quam ad nos et sacrosanctum Romanum imperium geritis 
incessanter, silere nonpotuit, nee permisit quiescere zelum suum, 
quin immo in publice nocionis exteriora prosiliens, ea, que nobis honoris 
augmento cessura cognoscitis et quieti fidelium coaspirent f)y libenter 
et liberaliter prosequamini g) cum effectu. 

Hinc h) igitur vestri i) graciosi favoris applausum erga ß) nos 
et nostros k) affluentissime sencientes effusum, sinceritati l) vestre 

a) H. rex Sardinie et H. (sie) de Romano H.-Br. — b) jam usque Lau- 
dam Veterem processerant ex parte illa cum etc. H.-Br. — c) viriliter venimus 
manifeste V. Der Schreiber hat offenbar eine Zeile ausgelassen. — d) Für das 
Folgende: non sine ipsorum gravi periculo preeipiianter ahscedant H.-Br. — 
tf^gaudiiZ. — f) coaspirant Z. — g) prosequimini Z. — h) hinc est V. hunc 
Cod. Lub. — i) nostri Z. — k) vos et vestros Z. — l) serenitati Cod. Lub. 
Fontes. Abtb. II. Bd. XXY. 24 



370 

ad gracias inclinamus, rogantes, quatenus fidelibus nostris 7), ab 
imperii gremio longius segregatis et positis, prout laudabiliter incho- 
astis, defensionis necessarie pretendatis umbraculum, quo tranquille 
dispositi, nullum unquam adversi gravaminis senciant in posterum 
nocumentum d). 

Erf(Snzung aus Cod. Lubecensis i, 331. Rudolpbus D. g. Rom. Rex 
semper augustos. MagniOco principi Magno, Inclito Regi Norwagie, predilecto 
amico suo, salutem et omne bonum. a) et dilectorum nostrorum fidelium 
Civium Lubicensium enarratione. — ß) erga predictos cives no^tros Lubicenses 
a vobis affluentissime etc. — •/) civibus antedictis. ~ d) Per hoc enim nos in 
vestris agendis invenietis ultroneos et ezperiemini liberaliter operosos. Datum 
Hagen(owe) Kai. Novembris, Indictione tercia, Regni nostri anno secundo. 

Die Überschrift Rex Rom. iudicibus ist falsch. — Wie dem Briefe an 
König Magnus liegt unsere Formel auch 1. einem Briefe Rudolfs an König 
Philipp von Prankreich zu Grunde, den Bodmann p. 77 mittheilt, mit der 
richtigen Überschrift: Ut rex Franeiae Metensibus, ab imperii gremio lon^^e 
dissitis, protectionem largiatur; 2. einem ähnlichen Briefe an denselben König 
zu Gunsten des Bischofs Conrad von Toul. Dat. 1281 Nov. 16. S. Boehmer, Reg. 
Rud. no. 637. 



21. 

lei Romanornm N. episeopo. 

? 1274. Nov. oder Dcbr. 

König Rudolf schreibt einem Bischof, er erkenne die Grande , die ihn ver- 
hindert haben auf dem Reichstage (tu Nürnberg) anwesend tu sein, an, und 
hoffe, dass er in Zukunft^ wenn er ihn wieder tu einem Reichstage berufen 
sollte, unvertüglich erscheinen werde, . 

Bodmann, p. 220. Stobbe, no. 134. 

Quanto celsius ex assumpti potestate regiminis premines, quanto 
predicabilius ex infuse tibi divinitus luminose seieneie claritate 
prefulges, tanto plaeidius nostris desideriis arrisisset, quod curia 
nostra solempnis tua fuisset stipata preseneia, utpote que in dispo- 
nendis utiliter rei publice commodis , cuius inibi tractabatur utilitas, 
satis creditur oportuna. Verum cum — prout ex causis nobis per tuas 
literas expressis apertius id ipsum argumentose perpendimus — tibi 
non fuerit a) ista vice possibile, tuas excusaciones, per easdem literas 

aj fuisse Z. 



371 

delegatas et per rirum providum capellanum tuum discrete propositas» 
condecenter admisimus, et absenciam tuam ad presens equanimiterPoi«»« 
supportamus, mandantes pariter et volentes, quatenus alias, cum ad 
curiam nostram necessario te voeari contingerit o^, ad eandem venias 
indilate. 

Oben p. 240, no. 30 ist ein königliches, an einen Bischof gerichtetes 
Einladungsschreiben zum Nürnberger Reichstage (1274 Nov. 11—19.) mit- 
getheilt. Es ist möglich, dass unser Brief an jenen Bischof, der eu kommen 
▼erhindert war, nach dem Reichstage erlassen ist; dann wurde er in den 
November oder December 1274 gehören. 

22. 

lex rogat religiöses. 

1274. 

König Rudolf bittet eine geistliche Körperschaft um deren Fürbitte für sich 

und seine Gemahlin , damit er die ihm mit der Königswürde übertragene 

schwere Aufgabe segensreich vollbringe, 

Gerbert, 1,24. 

Ad speculam dignitatis regie ordinaeione divina provecti, dum 
inportabilia onera, nostris humeris ineuinbencia , diligenter atten- 
dimus, dum in trutina continue meditacionis appendimus propriarum 
imbecillitatem et insufficienciam virium, et suscepti laboris inspieimus 
gravitatem, quodam&^nimirum timore et tremore stupere eompellimur, 
qui, gradus preemineneiam et perspeetam deorsum abissi faeiem for- 
midantes , ne loci cj terribilis celsitudo dj plerumque nos terreat, 
ex fiducia tarnen divine clemencie relevamur, sperantes, quod 
huius proeellosi et spaciosi maris illesi transire possimus angustias, si 
salutis et gracie nobis impetretis auxilium, qui eelesti sponso in eon- 
sciencie vestre e) delieiis locum floridum preparastis. Quid enim 
vobis a pietate divina negabitur, qui semper illam mereamini habere 
propieiam virtutum candore et flagrancia operum beatorum? Quid 
apud reginam prefulgidam, matrem Dei, vestra non poterunt obtinere 
preconia, quorum meritis fulget eeelesia, viget mundus exemplis, et 
profieit religio christiana? Quid illa clarissima civium acies super- 

o^sic! V. u. Z, — bJ quoddamV. — c) loci forsitanZ. — dJ altitudo Z. — 
e) nostre Z. 

24* 



372 

norum vestris votivis non impetrabit affectibus» que vobis propicia 
redditur pro laudis diviue preconiis et pro vite meritis innocentis? 
Ecce igitur, qui cum Martha multiplicis perturbacionis inquietamur 
incommodis, oportunum auxiliacionis solacium exspectantes a quies- 
centibus a) cum Maria : universitatem yestram , quam regis eterni 
graciam et celestis curie favorem claris habere argumentis presumi- 
mus , voce b) supplici duximus requirendam , quatenus nobis ac 
inclite N. cj Romanorum regine , consorti nostre carissime , divine 
omnipotencie graciam vestris piis intervencionibus acquiratis, ut, 
cuius ammiranda potencia dat d) per graciam esse fortissima , que 
sunt fragilia per naturam, debilitatem nostram robore fulciat et virtute 
corroboret, detque nobis ab alto prosequi, quod commisit et credidit, 
quatenus in glorie sue convalescat augmentum, et Christianus populus 
una nobiscum in pulchritudine pacis et requie opulenta consedeat, 
tandem claritatis perpetue radiis illustrandus. 



23. 

Imperator n^tiAcat pape qnod gandet de electi^ne de t% facta. 

1275. vor dem 10. Mai. 

König Rudolf stellt, im Interesse der Förderung eines Kreuztuges, die Ent- 
scheidung seines Streites mit dem Könige Otakar von Böhmen dem Papste 

Gregor X, anheim, 

Bodmann, p. 134. Gerbert, 2, 3. Stobbe, no. 106. 

lila ej, beatissime pater, de admirabili vestra creacione pre- 
cordiis nostris tenaciter est infixa fiducia, illa revera verisimiliter 
super ea presumpcio nostris intimis est inpressa, quod ex humane im- 
becillitatis operacione non prodiit, sed quod ex inspirata vobis, tunc in 
remotis agentibus *)» spiritus inspiracione paracliti ad universalis 

aj et acquiescentibus V. — bj voti V. — cj Aonae Gerb. — d) alt 
y. dat Z. — ej Eya Z. Gerbert und Stobbe« •- Ea Bodm. 



1) Gregor X. wurde zum Papst erwabll, wahrend er sich auf einer Pilgerfahrt im 
heiligen Lande befand. 



373 

ecclesie regimen celestis altitudo consilii vos vocavit. Sic a) eciam 
nos metipsi, dum pristinum statum nostrum in interiorum nostrorumFoi.ssb. 
profunditate revolvimus, et dum vocis exemplo prophetice divinorum 
iudiciorum abissum in nostre consideracionis speculo speculamur, in 
forma consimili , licet impari merito nos sentimus ignaros et eciam 
non instantes, excluso totaliter a nobis gradus ambitu celsioris, 
divinitus ad Romane monarchie moderamina bj dirigenda provectos 
et eadem gubernanda misericorditer sublimatos. Hiis igitur, pater 
sancte! in trutina racionis appensis» in omnibus arduis et diversis, 
que postmodum nobis occurrere, negociis c) nichil penitus aggredi 
libuit, nichil prorsus, ut decuit, voluimus attemptare, nisi vestra 
pridem d)^ quam semper fuimus prestölati , erudicione salutifera in- 
formati. 

Ex quo e) itaque, pater clementissime, vos elegit Altissimus, ita 
quod de terra iam sit orta veritas, prospiciente de celo iusticia — ex 
quo dextera Dei eciam misericordie sue unctione salubriter nos 
perunxit, ut ^uper colla sublimium solium glorie teneamus, ut ista 
duo celitus in conformitatis ydemptitate per amplexus mutuos sibi 
compati non desistant: ecce quod nostram et liberorum nostrorum 
personas nee non creditum nobis imperium vestre pie disposicioni 
submittimus, ut secundum Deum et puram conscienciam libere 
statuatis et ordinetis salubriter de premissis, quidquid honori Dei, 
ecclesiastice libertati, orthodoxe fidei, nee non bono imperii statu 
yideritis expedire. 

Et licet illustris rex Bohemie non tarn iniustis quam voluntariis 
motibus diu fuerit in exheredacionem imperii degrassatus, quia tamen 
in vobis adeo divine gracie et iusticie plenitudo exuberanter habun- 
dat, presertim, ut terre sancte in oportuno subsidio nil dematur, 
controversiam, que inter nos et ipsum pro bonis imperii vertitur, 
occupatis ab ipso, fiducialiter ordinacioni dirine et auctoritati aposto- 



a) sed Z; — h) molimina Z. — c) et praecipue super nanciorum 
Hungariae et Bohemiae regum legacionibus nobis propositis et oblacionibus 
editis Bodm. St. — d) qnadam V. — e) Ex quo bis ita fehlt V. Z. 
nnd Gerberi Offenbar ist von den Abschreibern eine Zeile ausgelassen, 
die wir sur Hersteliang des Sinnes aus Bodm. in den Text aufgenommen 
haben. 



374 

lice relinquimus et exponimus dirimendam i) ; pro certo et constanti 
tenentes, quod indempnitati cavebit imperii yestra inobliquabUis o) 
rectitudo b}. 



24. 

lex per quam Imperator prtUbet ciTitates ilemanie facere Magtstrts 

ciTinni. 

1232. Januar. Ravennae. 

Friedrichs U, Verordnung gegen die Autonomie der Siädte Deutschlands» 

Huaiard-BrSbolles 4, 286. 

Dum c) Romane monarchiam dignitatis ipso auctore, per quem 
reges regnant et prineipes obtinent prineipatum, qui super gentes et 
regna constituit sedem nostram, prineipaliter teneamus et simus in 
potestatis plenitudine constituti : imperatoriam eondeeet maiestatem, 
eos, per quos cepit et in quibus consistit nostre glorie eelsitudo, qui 
et Yoeati sunt nobiscum in partem sollicitudinis, ut a nostra celsitu- 
dine decus recipiant et decorem, non solum in antiquis suis iuribus 
tueri pariter et fovere» immo, in quantum equitas sinit et permittit 
racio, novis et honestis tarn iuris quam graeie muneribus deeenter et 
bonorabiliter decorare. 

aj inopinabilis Gerb. — b) Bodm. und St. haben noch folgenden Satz: 
Caeterum super illius benivoli favoris et benivolenciae favorabilis exhibicione^ 
quam causae nostrae iusticiae graeiose praetenditis, iuxta quod fidelis noster 
N. nuper de vestrae beatitudinis pedibus ad nos rediens enarravit, si non ad 
quantaa vobis debemus, tarnen ad quantas sufficimus, graciarum totaliter nos 
proYolvimus actiones, grata recipientes et placita, nee non invariabiliter obser- 
vantes quae per dilectos fideles nostros N. et N. in beatitudinis vestre 
praesencia sunt trac(ata. — cj Cum Z. 



^) In einem Briefe vom 10. Mai 1275 (Boczek, Cod. Moraviae 4, 152) schreibt 
Gregor X. an Otakar: praesertim cum et idem rex (seil. Rudolphus), missis ei ad hoc 
persuasionibus inductus, nobis nuper suas literas destinavit, quarum inspecto 
tenore speramus, ipsum de dicta concordia nostris beneplacitis paritumm. Das ist 
eine Bezugnahme auf unsern Brief, der also vor dem 10. Mai 1275 geschrieben 
sein muss. 



378 

Sane cum ex deflfectu iuris pariter et neglectu in partibus 
Alamannie aj adeo in usum sint redaete quedam consuetudines 
detestande, ut boni speeiem preferentes, nequitatem b) quodam 
palliant velamento, quibus prineipum imperii iuri detrahitur et honori, foi. ss c 
et imperalis nichilominus auctoritas enervatur : nostre ineumbit solli- 
citudini preeavendum, ne huiusmodi consuetudines detestande, quas 
eensemus pociu^ corruptelas, in diuturna tempora protrahantur. 
Volentes igitur, ut c) libertates et dona» que dilecti nostri imperii d) 
principes ex dono nostri culminis nunc possident et sunt pro tempore 
possessuri, latissima interpretacione gaudeant, et quieta omnimode 
ipsi principes ea possideant übertäte; bac nostra edictali sanctione 
revocamus in irritum et eassamus in omni civitate vel opido Alama- 
nie e) communia consilia, magistros civium seu rectores et alios 
quoscunque officiales, qui ab universitate civium sine archiepiscoporum 
seu episcoporum beneplacito statuuntur, quocunque per diversitatem 
locorum nomine censeantur. Irritamus nicbilominus et eassamus 
cuiuslibet artificii confraternitates seu societates quocunque nomine 
appellentur. Item hac nostra edictali sanctione placuit statuendum, 
ut in omni civitate vel opido, ubi moneta iure cuditur, nee mercimonia 
nee vietualia aliquo argenti pondere emantur seu vendantur, preter- 
quam illis denariis, qui cuilibet civitati vel opido sunt communes. 
Sicut enim temporibus retroactis ordinacio civitatum et bonorum 
omnium, que ab imperiali celsitudine eonferuntur, ad archiepiscopos 
seu episcopos pertinebat, sie eandem ordinacionem ad ipsos et eorum 
officiales, ab eis specialiter institutos, perpetuo volumus permanere, 
non obstante abusu aliquo, si quis forte in civitate aliqua contrarius 
extitisset , quod de facto eensemus pocius quam de iure. Ut igitur 
talis omnino amoveatur enormitas vel abusus, nee auctoritatis aliquo 
velamine pallietur: omnia privilegia, literas apertas vel clausas, quas 
nostra pietas vel predecessorum nostrorum, archiepiscoporum vel 
episcoporum super societatibus seu consiliis in preiudicium nostrorum 
prineipum et imperii, sive private personedederitsive cuilibet civitati, ab 
hac die et in anteain irritum revocamus ac frivolapenitusetinaniarepu- 
tamus, protestantes hanc nostre concessionis, constitucionis seu eciam 
sanctionis seriem exquisitam ex decreto prineipum et ex certa nostra 
sciencia in foro et in forma iudicii proeessisse. Statuimus igitur et im- 

a) Alemaoie Z. — h) iniquHafem Z. — c) ut fehlt V und Z. — 
d) imperii am Rande V. — e) Alemanie Z. 



37« 

periali sanctione sancimus, quatenus nulla omnlno persona, humilis rel 
alta, ecclesiastica seu secularis, huic nostro edicto ullo unquam tempore 
audeat contraire. Quod qui feeerit seeus etc. Ad a) huiusmodi autem 
constitucionis yelsanetionisnostrememoriam et robur perpetuum Yolui- 
mus presentem divalem paginam fieri et bulla aurea typario nostre 
Pol. 55 d. maiestatis impressa iussimus eommuniri. Dat. etc. 

25. 

Rex regraeiatir tali snper Uls qne sibi scripsit 

1278. November. 

König Rudolf (heilt einem Fürsien mit, er habe mit Gregor X eine Zusammen- 
kunft gehabt, bei welcher der Tag für die Kaiserkrönung bestimmt worden sei. 

Gerbert, 2, 20. 

Literas vestras b)» quas nostro misistis eulmini, consuete 
benignitatis alacritate suscepimus et in eis vestre sinceritatis dul- 
corem perfecto recoIHgimus intellectu. Sane quia earum cj accepta 
nobis et grata placiditas nostri cordis intrinseca copioso gaudio 
fecundavit, super hiis vobis ad grates maximas inclinantes, vestra 
volumus desideria non latere, quod nuncios nostros solempnes ad 
vestram sumus in proximo missuri preseneiam, nostri propositi 
fideles interpretes, qui super dj commimium nostrorum conformitate 
votorum vos condecenter expedient et de omnibus oportunis et con- 
gruis plenius et planius informabunt. Porro , ut status nostri conti- 
nuata felicitas vestra precordia quadam delectabili refectione letificet, 
harum vos volumus sapore percipere, nos cum patre nostro sanctis- 
simo, domino summo pontifice, nuper in tali loco familiäre celebrasse 
colloquium i) , a quo quidem in cunctis agendis imperii ineffabili 
pietate suscepti, auditi et plenius exauditi, in proximo nunc instanti 
feste N. suscipiemus in urbe de sacrosanctis eins manibus gloriosum 
imperii dyadema. 

aj Ab V. — bj vestras vestras V. — c) eorum V. und Z, ^ dJ supor 
fehlt V. 



Rudoir» Zusammeokunft mit Gregor X. zu Lausanne fand am 18. October 1275 
u. ff. statt, dort wurde als Termin für die Raiserkrönung das nächste Pfingstfest 
(24. Mai 1276) festgesetzt. 



377 



26. 

Imperator signiflcat principi so« quod papa ipsnm benigne adiuYit ete. 

1275. November« 

K. Rudolf theilt einem Fürsten Coder einer Stadt) mit, daas seine Kaiser- 
krönung bevorstehe und bittet um Absendung von Boten zu derselben, 

Gerbert, 2, 21. 

Ut vestre devocionis auditum de fortunatis nostre felicitatis 
eventibus nova graciora letificent et fortunacioris auspieii gaudia 
prefigurent a), ecce hoc b) liquido vobis stylo deseribimus, quod a 
patre nostro sanetissimo, domino N. papa *), nuper affeetione paterna 
suseepti, auditi benigne c) in agendis imperii, immo benignius 
exauditi, in proximo sumus reeepturi in urbe de sacrosanetis eins 
manibus saerum imperii diadema«). Verum cum ad agenda tante 
festivitatis solempnia nunciorum vestrorum presenciam ibidem omnino 
necessariam arbitremur, fidelitatem vestram hortamur et moijemus, 
quatenus, iuxta requisicionem honorabilis viri N., nuncios vestros 
industrios et auctoritate presignes ad dicte coronacionis nostre 
celebria dirigatis, ut super omnibus ibidem pro bono statu reipublice 
et fidei Christiane salubriter ordinandis, possitis eorum relacione 
commodius et perfectius edoceri. 

Gehört aus demselben Grunde wie der vorhergehende Brief in den 
November 1275. 

27. 

Imperator slgniAeat principi eommendando eum etc. 

König Rudolf belobt einen Grafen wegen seiner Ergebenheit und wünscht ihn 
in seiner Nähe und seinem Rathe zu haben, 

Quantum nobis in eo complacuit, quod sie d) accensus es innate 

fidei puritate, qua erga saerum Romanum imperium semper viguit 

aj prefigentur Z. — bj quod Z. — ej benigne auf Rasur Z. — dj sie 
und es fehlen V. 



Gregorio X. 

') V^crgl. Anm. 1 zum Yorhergehenden Briefe. 



378 

virtus tua, uequimus affectumnostrum perfecte exprimere per effectum. 
Igitur tue elare actionis aeeepta magnalia , que diffuso fame preeonio 
magnificare te non desinunt in conspeetu regie maiestatis, nos taliter 
recreant et obleetant, quod inter ceteros et pre ceteris, quorum 
Poi.86i.eciam pervigil cura nostris insudat obsequiis, cupimus te preeipuum 
habere consiliorum nostrorum partieipem et nostrarum prosperitatum 
in fortunatis auspieiis non expertem: sineeritatem tuam atteneius 
exhortantes, quatenus nostris et imperii provehendis honoribus, 
sicut haetenus, continuacione gratuita sie ferventer invigiles et in- 
tendas, quod ex hoc utriusque comoditas grata novitate refloreat nee 
non decus imperii plaeido robore convaleseat. 

28. 

Eex sigiifleat prineipi a) ete. 

1276. Zwischen Februar und Mai. 

K, Rudolf begrüsst den Herzog von Batern nach dessen Aussöhnung mit seinem 
Bruder, Ludwig dem Strengen, und fordert ihn auf, dieses Freundschafts- 
bündniss aufrecht zu erhalten, da er sonst dem Ludwig gegen ihn beistehen 

würde. 

Gerbert, 2, 49. 

Quod regalium literarum emissio, quarum alloquio iam pridem 
fuimus te aggressi ^, graciose salutacionis scemate bj carens, sensit 
apoeopacionis occasum, hec fuit procul dubio occasio et id erat 
causa, quod inclito fratri tuo N. »)» non absque nostra et imperii 
lesione dirissima» visus es hactenus quadam obstinata duricia, in 
fraterne legis dispendium, malum tam intolerabile machinari. Non 
enim decuit benivolenciam nostram nos litteratorie tibi pretendere, 
dum intenderemus eidem filio nostro»), ut oportebat, contra te, 
ipsius iura ealumpniosis insultibus impugnantem, debite opposicionis 

aj Rex Rom. duei Wab. Z. -- b) scevmati V. 



^) Einen solchen Brief, der auch wegen seines sonstigen Inhalts höchst merkwürdig 
ist, siehe bei Herrgott Gen. 2, Z. 457. Ferner verg]. das oben S. Z(iß no. 50 
mitgetheilte Schreiben. 

2) Ludovico. 

^) So nennt Rudolf seinen Schwiegersohn, Ludwig den Strengen tob ßaiem. 



379 

adstare clypeo ex adverso. Verum quia, sicut nuper, venerabili N. *)» 
Ratisbonensi episcopo, gratanter nobis insinuante, didieimus, tua 
quod preeordia, visitata spiritus fervore paracliti , pristino mitigato 
raneore ac intumeseente impetu temperato, adbonum eoneordie 
conspirent >) : magnifieat anima mea Dominum, qui tibi dedit, ut 
speramus, agnoseere quid saluti tue expediat, quid honori, cum sit 
turpe nimis plenumque periculis odiosis letbale ferrum in viscera 
propria contorquere. Idcirco, si scriptis, opera compensentur, in 
graeie nostre plenitudinem te colligentes» synceritatem tuam hortamur 
attencius et rogamus, quatenus propter Deum et tue felieitatis 
augmentum nee non ob generale toeius provincie commodum, eollo- 
cata pre oculis, quanta pernicies ex hac scissura domestica provenerit 
reipubliee turbatriee et adhuc maior verisimiliter poterit pullulare: 
animum tuum ad indissociabile bonum pacis perpetue ex innata tibi 
modestia studeas efficaciter inelinare, cum ipso germano tuo te paciens 
amicabili federe couniri <). Alias enim dissimulare non possumus 
nee debemus, quin fratri tuo predicto, qui nobis est funieuli duplieis 
ligatura coniunctus ^), presertim cum apud te facturum se offerat 
quidquid debet, ad propulsandos violentos et voluntarios motus tuos 
yiriliter assistamus. 



*) Leone. 

^) Das ist eine Hinweisuog^ auf den am Z. Februar 1276 zu Nürnberg durch Ver- 
mittlung der Bischöfe Leo von Regensburg und Bertold von Wirzburg geschlos- 
senen Waffenstillstand zwischen den Herzogen v. Baiern, Pfalzgrafen bei Rhein, 
Ludwig und Heinrich. Der Friede kam am 29. Mai 1276 zu Stande. (Boehmer, 
Wittelsbachische Regesten S. 87, 38 und 82) ; im September trat Heinrieh auf 
K. Rudolfs Seite und es wurde die Ehe zwischen dem Sohne des Herzogs, Otto, 
und des Königs Tochter Katharina verabredet. 

^) Aus dieser Stelle geht hervor, dass der Brief noch vor dem definitiven Friedens- 
schluss geschrieben ist, also zwischen dem Februar und Mai 1276. 

^) Ludwig war seit Ende October 1273 der Gemahl der Tochter K. Rudolfs, Mathilde, 
und seine Schwester Elisabeth war die Gemahlin Meinbard's, des Grafen von Tirol, 
dessen Tochter Elisabeth bereits im Februar 1276 mit Rudolfs erstgeborenem 
Sohne Albrecht vermählt war. Vergl. Roehmer, Addit. 11. ad Reg. imp. inde ab 
1246, p. 478. 



380 



29. 

Imperator fratribts «rdinis Jer«8«liiiiitAiii pri?ile|;iA sna conürnat. 

1!274. December S. Nurenberg. 

K, Rudolf bestätigt dem Johanniterorden alle seine gegenwärtigen und in 

Zukunft rechtmässig zu erwerbenden Besitzungen und die van seinen Vorgängern 

ihm gewährten Primlegien. 

Gerberf, 1, 13. 

Etside regalis procedat benivolencie largitate, universos regularis 
observancie professores solite protectionis et graeie patroeinio com- 
munire, honorabiles tarnen fratres ordinis hospitalis saneti Johannis 
Jerusalemitani, qui, spreta seculari milicia» contra paganice pestilencie 
agmina producentes intrepide vexilla victorie Christiane» sue eciam 
Fol. 86 ii. Signa milicie rubricantes in sanguine glorios! martirii strennue dimi- 
cando cum barbaris nacionibus, preciose morti se tradere non formi- 
dant» a regie celsitudinis brachio tanto debent attencius confoveri, 
tantoque sublimius honorari, quanto fervencius pro defensione katholice 
fidei noscuntur in castris dominicis militare. Quia igitur prelibatum 
ordinem fratrum hospitalis supradicti, cuius utique sanctitatis odor, ut 
odor agri pleni, cui Dominus benedixit, suavitatis oblectamento pre- 
cordialiter nos refecit, prerogativa favoris amplectimur singularis, et 
quoniam idem ordo dinoscitur tytulis ab antiquo florere conspicuis ac 
bonorum et libertatum eximiis dotibus insigniri: nos intimo desiderio 
cupientes, quod sui famosi nominis nequeat obnubilari serenitas, nee 
Status sui prosperitas laceretur in aliquo, vel dispendiose tangatur, 
devotis eorum supplicacionibus inclinati» predicti ordinis fratres et 
omnes possessiones eorum et bona, que in presenciarum possident 
aut in posterum iustis modis possidebunt, ad imitacionem divorum 
imperatorum, predecessorum nostrorum, et regum Romanorum, pre- 
dicta privilegia, prout superius sunt annotata, et universos et singulos 
articulos suos, omnes insuper donaciones, indulgencias, gracias, liber- 
tates et iura prefati ordinis fratribus a preclare memorie Friderico 
imperatore ultimo, predecessore nostro a), ante latam in eum depo- 
sicionis sentenciam, et a suis antecessoribus, imperatoribus et regibus 
Romanorum, rite ac provide tradita et concessa, ac si predicta omnia 

q) Frid. ultimo imperatore, predec. nostro Z. 



381 

de verbo ad verbum presentibus inseri contigisset, expresse de 
benignitate regia liberaliter innovantes, regalis culminis et presentis 
scripti patroeinio confirmamus. 

Das ist ohne Zweif»*l die, wohl vielfach abgekürzte, Urkunde K. Rudolfs , 
die Boehmer Reg. Rud. no. 146 anführt und die er abschriftlich besass. 

30. 

Rex Somanoriiiii commendat prelatmii. 

1273. 

K, Rudolf dankt einem Prälaten für dessen Glückiounsch zu seiner Erhebung 
zur königlichen Würde, 

Gerbert, 1, 7. 

Plaeida nobis tue applausive eongratulaeionis affamina super nostre 
sublimaeioiiis prosperis auspieiis cum euiusdam voluntarie gratitudinis 
et devoeionis exhibieione gratuita, nostro nuper eulmini sub venusto 
suavitatis eloquio presentata, ex sua aj mellifluose natura bj duleedinis 
nostra precordia deleetaeionis immense flagrancia c) refeeerunt. 
Infuit equidem themati laudando verborum tam pulcher lepos in 
cortice, et sentenciarum egregie venustati accessit tam amabilis dj 
condimenti saporositas in radice, ut si, quod absit, ulterioris eciam con- 
sequencie nullus deinceps unquam fructus erumpat ex flosculis, spei 
tamen rivus manare non desinit ex premissis. Sane nuncium tuum, 
legacionis sue verba diserte e) proponentem, benigne suscepimus, etFoi.sec 
tenaciori memorie duximus commendanda tam ea, que nuncius ipse 
proposuit, quam que litere continebant: integritatem fidei tue ac 
animi puritatem, quam ad regales tytulos provehendos te indesinenter 
habere perpendimus, prosequentes uberius actionibus graciarum et 
nichilominus in tuis et ecclesie tue agendis et in oportunitatibus tuis 
nos experieris ultroneos et devotos. 

a) sue Z. — bj nature V. — cj fraglancia Z. — dJ amabilis fehlt V. — 
ej ac provide Z. 



382 



31. 
Sex Soman^riM slgnllcAt enidan, fod literas siias beilgie reeepit. 

König Rudolf verspricht einer Stadt, wegen ihrer dem Reiche bewährten 
Treue sich in Betreff des ihr zu verleihenden Schutzes an den Papst zu wenden. 

Gerbert, 2, 43. 

Literas vestras, quas regio eulmini direxistis, affeetione benigna 
suscepimus, vestre devocionis fidem, quam ad sacrum Romanum im- 
perium geritis, expressivas. Sane memorabilem a) probitatis vestre 
constanciam, que vos in agendis imperii decoravit, profusa commen- 
dacione prosequimur, circa ea, que vestre quietis vestrique profectus 
augmenta respicient, vigilanter intendere disponentes apud sanctissi- 
mum patrem nostrum, dominum papam» ut paterne benivolencie vobis 
pretendat umbraculum, curas nostras et operas quantum b) possumus 
impensuri c)- 

Gerbert I. c. nimmt an, der Brief sei im Jahre 1276 an die Pisaner 
gerichtet, wofür ich jedoch keine Anhaltspunkte finde. 

32. 

ImperaUr e^nnendat qnendan Mdelen imperii. 

1275 oder 1276. 

König Rudolf dankt einem seiner Getreuen (dem Napoleone della Torre, des 
Reiches Statthalter in Mailand ?J für die seiner Gesandtschaft bewiesene 
Ehrerbietung und bittet ihn, den Grafen Heinrich von Fürstenberg, den er zum 
Statthalter der Romagna und des Küstengebietes gemacht habcy zu unterstützen. 

Gerbert, 2, 42. 

Aperterf^preclaruit fidei tue strennuitas, qua Romanum imperium 
incessanter amplecteris, et ad decus et decorem ipsius magnificis 
tytulis ampliandum intrepide militas, inter alios eius ej indefessos 

a) memorialem V. — bj quas Z. — c) Bei Gerbert, 2, 43 folgt noch : 
Porro universitatis vestre prudenciam exhortamur attencius et rogamus, 
quatenus N. familiari dilecto super bis, que vobis nostro nomine proposuerit^ 
fidem adhibere non dubiam et effectus congrui boneficium impertiri velitis, 
ut propter hoc vobis ad cuncta, que vobis profutura noverimus, seraper 
specialius ndstringamur. — d) Experte Z. — e) eius fehlt Z. 



383 

athletas et imperterritos pugiles gloriose corruseans a). Hoc equidem 
inter tua magnalia, regie maiestati gratissima, valde nobis gratanter 
apparuit» valde placide votis nostris applausit, quod legatorum 
nostrorum adventu preeognito, mox de hostibus, quos potenter yalla- 
veras, signa retraxisti vietrieia, parcens eis ob nostram reYerenciam 
nominis et honoris, quos tuo de facili potuisses imperio triumphaliter 
subdidisse. Super quo tibi ad grates uberrimas inclinantes, et fidei 
tue prestaneiam digno laudum preconio commendantes , invariabili 
mente coneepimus, te et tuos largifluis beneficeneie nostre donis 
attollere et honoribus eongruis ampliare. Porro quia de tui fidelitate 
consilii sub spe tue promocionis tuique favoris illustrem N. bj 
comitem c) karissimum nostrum, regioni maritime prefeeimus in 
reetorem, sinceritatem tuam affectuose requirimus et rogamus, qua- 
tenus ei ferventer assistere studeas fructuosis eonsiliis et auxiliis 
opportunis. Hoc siquidem erga te et tuos equa vicissitudine eurabi- 
mus promereri. 

Die hier erwähnten Gesandten sind ohne Zweifel des Königs Kanzler 
Rudolf und der Johanniterordensmeister Beringer, die Rudolf am 10. Juli 127S 
nach Italien sandte; s. oben p. 262—64. Unser Brief ist also später und viel- 
leicht erst 1276 geschrieben. Ober Napoleone della Torre vergl. Kopp 1, 112 
und 210. — Denselben Gegenstand betreffen die Briefe oben S. 287 ff. 
no. 7S und 76. 

33. 
Sex Sonanorain e^mmendat epise^pon. 

Ein römischer König empfiehlt einen, ihm vom Papste empfohlenen Bischof 
dessen Diöcesanen, 

Gerbert, 1, 34. 

Infinite miserieordie Deus tribulatam iam diueius civitatem et 
dioeesin N. compassionis et miseri.cordie contuens oculis, exclusis 
bellorum ae d) aliarum tempestatum seu adversitatum periculis» de 
pastore seiente » volente et valente memoratas civitatem et dioeesin, 
depressas hactenus, non absque culpis hominum, ut credimus, provide 
relevare, de honesto viro N. dignatus est misericorditer providere. poi.söd. 
Hie siquidem sanctissimo patri nostro domino pape notissimus et 

a) choruscans Z. ~ b) H. Gerbert. — c) de Fürstenberg, consan- 
guineum nostrum charissimum regioni Romaniolae et maritimae etc. Gerbert. 
- d) vel Z. 



384 

quanto nocior, tanto eidem gracior, multe commendacionis ad nos 
beneficia reportavit. Porro nos, predicti sanctissimi patris instructi 
monitis et mandatis» memoratum N. et ipsius ecclesiam cum omnibus 
sibi commissis, tum sue probitatis merito, tum pro a) karissimi patris 
nostri graciosissimo interventu, specialis gracie et fayoris affectu pro- 
sequi cupientes, omnes iniurias, si quas ipsum ex nunc pati contin- 
geret, nobis yolentes ascribere, ac dignanter ipsas prosequi, tanquam 
nostras : fidelitati vestre sub obtentu gracie nostre mandamus, quate- 
nus eidem N. electo» principi nostro karissimo, menbro sacri Romani 
imperii glorioso, tanquam vestro episcopo, intendatis in omnibus 
humiliter et devote , sicque yestre fidelitatis obsequium b) tam apud 
nostram maiestatem quam apud paternam ipsius reverenciam merean- 
tur meritum reportare, ut vos cum ipso patre vestro in amenitate 
pacis et tranquillitate mentis, nova succrescente gaudiorum materia, 
consistere valeatis. 

Gerbert meiot^ der Brief sei von König Rudolf an die Tiroler zu Gunsten 
des Bischofs Heinrich IL von Trient geschrieben. Dafür bietet sein Inhalt 
aber keine ausreicl|enden Anhaltspuncte, und der Umstand, dass hier von 
einem eben gewählten Bischof die Rede ist, Heinrich*s Wahl aber schon vor 
dem 20. September 1273, also vor Rudolfs Königs wähl, stattgefunden hat, 
spricht dagegen. Stobbe no. 285^ Rex etc. Universis comitibus, baronibus etc. 

34. 
Prineeps scribit regi Soman^riiiii, qiiod e^r^naeioni sue libenter vhU 

adesse. 

RegeUibus literü — frequentemus, (S. oben p. 346, no. 1.) 

35. 
Sex signillcAt episc^po %wi gaiidet de eleeti«ne de eo facta. 

Licet in latitudine — intimanies, (S. oben p. 344, no. 44.) 

36. 
Rex Alamannie porrigit primarias preees. 

Der römische König (Rudolf?) fordert einen Prälaten, Kraft seines Rechts 

der ersten Bitten, auf, einen von ihm vorgeschlagmen Geistlichen zum 

Kanonikus zu machen, 

Gerbert, 1, 43. Stobbe, no. 217 ecdesie Caroeracensi. 

Si diligenter inspexeris decus et decorem Romani imperii, quod 
in omnium principum oculis, velut in speculo, meruit collocari, 
utpote a quo ipsi principes principatus insignia contrahunt, largis ab 

a) tum predicti patris etc. Z. — h) obsequia Z. 



385 

eo largicionum amplificati beneficiis et bonorum prerogativa dotati, si 
demum in tue consideracionis trutina appenderis, quantum locum 
discretus vir N. tibi et ecclesie tue in curia nostra tenuerit a) bacte- 
nus et adbuc tenere poterit in futurum, profeeto non ambiges, neque 
yacillabis ut dubius, quin ad promoeionem ipsius ex pluribus racioni- 
bus tenearis. NuUum autem bj eonsuetudo imperii latet, quod, sicut 
nostris predecessoribus, divis c) Romanorum regibus, sie et nobis a 
quibuslibet prelatis ecclesiastieis unius persone provisio debeatur. 
Propter quod neeessarium esse non eredimus, quod ad reeepeionemet d) 
provisionem ipsius N. in tua ecelesia auctoritas apostolica requiratun 
eo quod eadem tua ecelesia ab eclesiis aliis regni nostri, que illis, 
pro quibus primarias preces nostras obtulimus, congrua promptitudiue 
providerunt et provident incessanter, in condicionum disparitate non 
discrepet nee exempcionis alicuius privilegio fulciatur. Hinc est, quod 
serenitatem e) tuam ex f) aflfectu plenissimo duximus exhortandam, 
quatenus iuri nostro et imperii consonum prestiturus applausum, pre- 
dictum N. per nostras literas recipias in canonicum et in fratrem,Foi.57k. 
prebendam secundum sue recepcionis ordinem recepturum. Hoc enim 
non preiudicabit ecclesie antedicte necgj receptis officiet, sedcoacer- 
babit apud h) nos et tibi et eidem apud nos favorisetgracie eumulum 
et uberioris beneficencie copia fecundabit ij. 

37. 
Papa regraeiator regi Romanorom. 

1276 oder 1277. 

König Rudolf dankt dem Adel Ungarns für die dem Könige Ladislaus von 

Ungarn und dessen Bruder, dem Herzog Andreas von Slavonien^ gewährte 

Unterstützung und erbietet sich zu Gegendiensten. 

Gerbert, 3, 11. Stobbe, no. 228. 

Quod illibate fidei vestre vigorem et decus potencie naturales 
illuminant, quod invariabilis animi vestri rutilancior puritas k) sein* 
tilla resplenduit, lucidis operum argumentis apparuit et realibus 

a) te nieruit V. — h) enim latet inperii eonsuetudo Z. — c) inperatoribus 
et regibus Romanorum Z. — d) seu Z. — e) sinceritatem Z. — fjex fehlt Z. — 
gj nee rec. off. fehlt Z. — hj apud nos fehlt Z. — iJ Gerb, hat folg. Sehluss- 
safz : Quid autem super hoc tinaliter tuae voluntatis eiintentionis extiterit, per lato- 
rempraesentiumlucide nobis pand ere non omittas. — kj puritatis Z. u. Gerbert. 
Foutes. Abth. 11. Bd. XXV, 25 



386 

claruit documentis, dum inclitos N. regem et N. dueem talem aj, 
filios nosti'os karissimos, sorte fragilitatis humane paternis orbatos 
solaeiis, quos b) ut carnem ex carne nostra et os ex ossibus nostris 
amplexu sinuque paterno fovendos assumpsimus ^, gratis non 
eessatis prevenire beneficiis et eisdem in suis et regni agendis affec- 
tuosis et indesineutibus non desinitis amplexibus inherere. Super 
quibus utique laudabilibus aetibus vestris , in quibus nimirum nobis, 
velud in quibusdam deleetabilibus refectionis eondimentis, complaeuit, 
redibieionibus graeiarum amplissimis studia vestra cj prosequimur et 
commendaeione laudabili commendamus. — Volentes igitur erga vos 
propter hoc realiter poeius quam voealiter affluencius habundare, pro 
munere petimus speciali, quatenus, si qua d) in regno Romano, vel 
apud nos • huiusmodi prerogativa e) prefulgeant f) , quod in hiis 
vester animus oblectetur, a nobis ea g) cum obtinendi fidueia requl- 
ratis. Sic h) enim procul dubio predicti viri incliti nobis sunt cordi 
et eure, quod nulla prorsus personarum aut rerum dispendia evitare 
proponimus, quin ad edomandam quorumlibet hostium suorum 
fastuosam contumaciam sub yictricibus aquilis, duce Domino exer- 
cituum» intendamus. 

38. 

Imperator signifleat regi Vraneie qood gaodet de afllnitate eon den« 

»na e«ntraeta. 

1280 c. 

König Rudolf freut sich der mit dem französischen Königshause angeknüpften 
verwandtschaftlichen Beziehungen und verspricht demselben seine Dienste, 

Inter cetera augustalium titulorum insignia, nobis attributa divi- 
nitus , inter multa votive felicitatis auspicia , quibus dextera Domini 

a) Ladislaum, regem Hungarie et Andream ducem Slavoniae Gerbert — 
h) quos fehlt V. — c) nostra Z. — d) que Gerb. — e) prerogativae Gerbert. — 
f) refulgeant Gerbert. — g) eas Gerbert. — h) Der Schlussatz lautet bei 
Gerbert: Sic enim procul dubio nobis est cordi et curae illud magnificum et 
famosum Hungariae regnum, in antiquae gloriae fascibus rediviva reformacione 
dirigere sieque, ipso illaeso, perseeutoris illius illidere feritatem, quod nulla 
prorsus personarum etc. intendamus, ut discat amodo, posito supercilio, per 
se ipsum, quam sit durum, quamque dif6cile, contra stimulum caicitrare. 



1) Herzog Andreas war der Verlobte der Tochter König Rudolfs, dementia. 
Vergl. oben S. 303 ff. und im Folgenden S. 405. 



387 

latera nostra circumdedit incessanter , id animo nostro revera suavi- 
tatis arrisit in osculo, id immense leticie poculo nostra precordia 
fecundavit, quod inter nos et vos, in quem utiqu'e proavite strennuitatis 
magnanimitas vires et animos propagavit, affinitatis amice connubiasunt 
eontracta, que quidem eo indissoeiabilius, eo indisiunetius semper ser- 
vare non solum sed et corroborare disponimus, quo cum inclyta domo 
Francie eouniri desiderabilius delectat.De nobis, quesumus»igitur regia 
celsitudo fiducie plenioris ex literarum nostrarum affatibus argumenta 
suscipiat, quod in opportunitatibus vobis nostra sollicitudo non deerit» 
sed ad cuncta, que vobis honori cessura noverimus, se ofBcioseFoi.sTc 
benivolam et ultroneam exbibebit. 

Es kann hier nur die Verwandtschaft gemeint sein, die zwischen Rudolf 
und Philipp III. von Frankreich durch Rudolfs Verschwägerung mit dem 
Oheim Philipp*s III., Karl von Anjou, entstand. Schon Gregor X. wünschte 
im Interesse des Kreuszuges ein Bündniss Rudolfs mit Philipp III., und auch 
mit Rücksicht darauf veranlasste er die Verlobung von Rudolfs Tochter 
Guta mit dem Enkel Karfs von Anjou schon auf dem Concil zu Lyon (1274). 
Diese Verlobung hatte keine Folgen und später heirathete Guta*s ältere 
Schwester dementia jenen Enkel Karfs (1280). 

Imperator rogat religiosos quod pro eo ad Demn exorent 

König Rudolf empfiehlt sich den Gebeten frommer Geistlicher, 
Gerbert, 1, 23. 

Assumpti divinitus ad Romani imperii dirigenda molimina dum 
in eminentis specule celsitudine, cui nos manus Domini virtuose pre- 
fecit, ad deorsum subiacentis abyssi faciem oculos retorquemus, dum 
incultum hactenus agrum eiusdem imperii circumquaque prospicimus, 
tempestatum insurgencium densitate quotidie sylveseentem» quodam 
nimirum timore pariter et tremore demittimur, ex premissis incerta 
formidine merito trepidantes. Verum , reiectis interdum ad primitive 
nostre sublimacionis auspicia nostre consideracionis obtutibus, atten- 
dentes quod manus Altissimi de tam humilis loci tugurio ad tarn celsa 
fastigia a) nos provexit , in eo , cuius admiranda potencia dat per 
graciam esse stabilia , que sunt fragilia per naturam , nostre fiducie 
spem locamus, presumentes fiducialiter, quod opus, quod omnipotencie 
sue dinoscitur ineffabili dispensacione contextum, felici presagio 

a) vestigia V. 

25 • 



388 

coDSummabit. Porro cum ad hoc preces iustorum assiduas nobis 
summopere necessarias estimemus, devocionem vestram attencius 
exhortamur, quatenus debita gratitudine diligencius atteodentes, quod 
in vestris agendis regia vobis celsitudo libenter aspürat, piarum 
oracionum vestrarum suffragiis nos divine clemencie eommendetis. 

40. 

Sei SoiiiAii«raiii regräelatiir priieipi. 

1275. 

König Rudolf bittet den Patriarchen von Aquileja, den besten Weg für seine 

RomfaiiH ausfindig zu machen und dankt ihm zugleich für die deshalb schon 

aufgewandten Bemühungen, 

Gerbert, 2, 1. 

Quantum nobia in tue devocionis exhibicione complacuit, quantum 
nunc de tua, que non nutat aut deviat, fidei puritate presumimus, non 
est facile verbis aut literis explicare. Quod enim pro nostri honoris 
et sacri imperii reverencia, tuis famosis et commodis laribus derelictis 
in igne dicriminis, ad proficiscendum nobiscum ad coronam imperii te 
ad partes Ytalie apparatu magnifico transtulisti , pro grato valde 
recepimus, tibi propter hoc ad grates uberrimas inclinantes, et erga te 
ac tuos pro loco et tempore procul dubio disponentes affinere tot 
beneficiis graciarum, quod nullatenus penitere te a) debeat, pro nostri 
profectu bj nominis attoUendo laborum ac sumptuum onera pertuHsse. 
Quocirca synceritatem tuam requirimus, quatenus yias nostrorum 
progressuum ad imperii diadema perutiles dih'genter excogitans et 
exquirens, nostram te non pigeat presenciam prestolari, omnes 
tuos aliosque,. quos poteris, ad obsequia nostra allectivis inductionibus 
excitando c). 

Stobbe 264| Patriarche Aquilegensi, aasffihrlicher; der König nämlich 
fordert den Patriarchen noch auf, mit ihm in Mailand zusammen zu treffen, 
indem er den Termin der Krönung durch den Gesandten, der jetzt zum Papste 
reise, erfahren würde. 

a^te fehlt V. — bj pro?ectu Z. — c) Gerb, hat noch Folgendes: scituram 
certissime, quod in termino,quem N., quem ad pedes domini pape transmittimus» 
nosiro nomine tibi pandet expressius, nostra tc, aliosque Gdeles nostros, desi- 
derat«« praesentia debeat consolari. 



389 

41. 
InperaUr ■•bili hortando emn ad paeem. 

König Rudolf schreibt dem Grafen von Jülich, dass er ein gutes Einvernehmen 

zwischen ihm und den Bürgern von Aachen wünsche und schickt desshalb den 

Magister Andreas de Rode an ihn ab. 

Gerbert, 3, 25. Stobbe no. 265 u. Bodm. 142 comiti Juliacensi. 

De tua qiiiete statuque pacifico crebra meditacione revera solliciti, 
tanto amplius circa stabile boimm concordie inter te et nostros 
cives in interioribus nostris precordiis anxiamur assidue, quanto 
maior promittitur ex ipsius votiva consolidacioiie a) securitas, foi. 57 a. 
quantoque gravioris iacture discrimina ex discordie preparari discidio 
previdemus. Sane quoniam inter alia votis nostris accomoda salu- 
tarem concordie unionem desiderabilius affectamus : ecce quod N. b) 
dilectum nostrum, tuique honoris cupidum zelatorem, ad tuam pre- 
senciam propter hoc, velud imaginarium nostre presencie, iiducialiter 
destinamus , aflfectuose te rogantes , quatenus suis , que tibi nostro 
nomine proponet, exhortacionibus acquiescens, pro nostra et imperii 
reverencia, immo eciam proprie commoditatis instinctu ad pacem 
omnimodam tuum animum studeas efficaciter et finaliter inclinare, 
sciturus quod in nullo casu, in nullo prorsus eventu tarn gratum tana- 
que .placidum poteris nobis obsequium exhibere c). 

42. 
Sei Somanonun episeopo Keodiensi. 

König Rudolf bittet die Geistlichen der Kirche von Lüttich, den Magister 

Andreas de Rode, der jetzt zu ihnen komme, um seiner ersten Residenzpflicht 

zu genügen, bald an seinen Eof zurückkehren zu lassen, da er hier ihm und 

der Kirche bessere Dienste zu leisten vermöge als im Chor, 

Stobbe, no. 266. Gerbert, 1, 47. 

Insigne speculum regni Germanie nobilis illa Leodiensis ecelesia, 
que in oculis nostris benivole gracie et benivolencie graciose continue 
collocatur, sie animum nostrum suo preclaro candore gratificat, sie 
splendoris sui lumine intima nostre mentis ilfustrat, quod nimirum in 

a) consolid. corrigirt für consideracione Z. — b) A. de Rode Stobbe. — 
c) Gerb, hat noch folgenden Schluss: idcirco verbis oiusdem super omnibus 
fidem plenissimam adhibere te petimus, sicut nostris. 



390 y 

sue suayitatis flagrancia a), yelud in agri pleni odore, cui Dominus 
benedixit, potissime delectemur. Idcirco non immerito proinptum est 
in nobis» commoditatibus suis libenter intendere, ac honoribus am- 
pliandis in omnibus bj spiritus promptitudine aspirare. Sane licet 
honestus yir N. 0)9 qui, preclaris suis exigentibus meritis^ in con- 
speetu regio graciosus assurgit, de nostra licencia ad presenciam yestram 
accedat ad prime sue resideneie ministerium in ecciesia yestra, deyo- 
cione qua eonyenit, offerendum, quiatamen, eondieionis et Status 
eiusdem ecclesie eireumstaneiis proyide trutinatis, et yobis utilius et 
eeelesie yestre longe eonsultius arbitramur, quod adhue idem N. 
ecclesie yestre in curia nostra deseiTiat, quam in choro : prudenciam 
yestram rogamus affeetu quo possumus ampliori, quatenus super 
eadem residencia pro nostra reyerencia et utilitate propria, congrua 
ipsum gracia prosequentes , ipsum ad curiam nostram quantocius 
studeatis remittere, yestris et ecclesie prenotate seryiciis inibi fructuo- 
sius insistentem , scituri certissime , quod propter commodorum 
augmenta, que nobis exinde proyenient, nos in yestris agendis quibus- 
libet semper experiemini prompciores. 

43. 
Sei Somanoriiiii seribit priMcipi. 

1274 Ende oder 1275. 
König Rudolf droht dem Herzoge Heinrich von Niederhai^m, da alle Versuche, 
ihn zum Empfang der Lehen zu bewegen, vergeblich seien, die Sache vor die 
Fürsten des Reichs zum Rechtsspruch zu bringen, 

Gerbert, i, 31. 

In zelo feryide karitatis» qua uniyersos et singulos sacri imperii 
principes, yelud membra nobilia suo capiti adherentes, sincere prose- 
quimur, ad id hactenus, nullis parcendo dispendiis» studiosa opera et 
oportuna conyertimus, ut per grate deyocionis applausum nos, regem 
tuum, in quem utique yoto consono consensisse dinosceris, tanquam 
imperii possessorem agnosceres et a nobis de feodis tuis te peteres 
Fol. SS «. inyestiri *)• Super quo diyersis temporibus plures idoneos mediatores 

aj fraglancia Z. — bj omni Z. — cj A. de Rode Stobbe. 



<) Diese SteUe beweist, dass der Brief an Heinrich von Niederbaiem geschrieben 
sein nioss, der zwar Rudolf bei dessen Wahl seine Stimme gab (Herm. Altahens. 
M. G. SS. 17, 408 und besonders Reg. Rud. no. 175), aber wie Otakar von Böh- 



\ 391 

et nuncios tibi nos transmisisse meminimus et te nobis. Recolimus a) 
enim, quod primo per N., secimdo per F., familiäres nostros dileetos, 
ex parte regie maiestatis ad tuam presenciam destinatos , et post- 
modum tuo nomine e eonverso per M. et N. a te diversis similiter 
vieibus ad nos missos, predictum negocium variis est exquisieionibus 
agitatum. Ex indita siquidem nobis desuper mansuetudine fuimus 
prestolati, quod blande faciei nostre presentata placiditas optatum 
eventum, quem in grata suavitate spoponderant, parturiret. Sed longe, 
prob pudor b) ! sumus a nostra intencione sepositi c), frustra eompla- 
cuit nobis in principe, a nostrorum semita mandatorum se longius et 
irreverencius obliquante. Porro, cum in exspectacione pollicitacionis 
huiusmodi usque adeo regia fuerit inclinata maiestas, ut tolerancia 
nostra quodammodo vere paciencie nomen amiserit et efFectum, post- 
quam eiusdem paciencie tyriaca non profuit, arbitrantes ad pocioris 
medele remedia recurrendum: dissimulare non possumus nee debe- 
mus, quin tue duricie, ne dixerimus pertinacie, morbum tuis comprin- 
cipibus, ad quos nos invitos compellit revera extrema necessitas, loco 
et tempore detegamus, pro tanti excessus et iniurie quantitate iudicium 
et iusticiam petituri. 

a) nobis. Recoliraus auf Rasur V. — h) dolor Z. sumus fehlt Z. — c^suppo- 
siiis y. und Z. 



men sich weigerte, seine Lehen zu muthen. Während nun Otakar wegen dieser 
Weigerung durch formlichen Beschluss auf dem Reichstage zu Nürnberg, am 
19. November 1274, eine Citation nach Wirzburg erhält, wird weder in jenem 
Reichsabschiede vom 19. November (M.G. 4,399; Reg. Rud. no. 132), noch sonst 
irgendwo erwähnt, dass gegen den Herzog Heinrich, der im gleichen Falle war, 
ein gleich strenges Verfahren beobachtet worden sei. — Unser Brief zeigt zuerst, 
dass König Rudolf mit ihm in directe Unterhandlungen getreten ist. Dass diese 
Unterhandlungen Hoffnungen in dem Könige erweckten, die Heinrich betrog, 
stimmt ganz zu der Unbeständigkeit und Treulosigkeit dieses Fürsten, die Rudolf 
noch später wiederholt empfinden musste. (S. Boehmer, Witteisbacher Regesten 
p. 82 und Cont. Lamb. ad a. 1276 M. G. SS. 9, 561.) Rudolf droht ihm deshalb, 
die Angelegenheit dem Urtheile der Reichsfursten zu übergeben, eine Drohung, 
die nach dem Vorgehen gegen Otakar auf den Reichstagen zu Nürnberg und 
Wirzburg Eindruck machen musste. — Übrigens trat Heinrich im September 1276 
von dem Bündnisse mit Otakar zurück auf die Seite König Rudolfs und nahm von 
diesem zu derselben Zeit in Regensburg seine Lehen endlich in Empfang : 
ab eodem rege Rudolpho dux Heinricus terram Bawarie accepit titulo feodali. 
Cont. Vindob. M. G. SS. 9, 729 und Boehmer, Wittelsb. Reg. p. 82. 



392 

44. 

Inperator regi tptoi deleetat eiiM ei et domni sae perpetna funiliari- 

tate eemiiri. 

Ein Kaiser schreibt einem Könige, wie sehr er loünachey dass ihre Häuser 
durch eine Familienverbindung noch fester vereinigt werden, 

Funiciili triplicis adunata coniunctio, iuxla sapientis eloquium *), 
l'acile non consuevit rupture dispendio conteri, presertim ubi unaque- 
que sie triplicati fuiiiculi porcio, solidis instaurata principiis, ad 
immensi ferendi moliminis onera sufficit per se ipsam. Hac considera- 
cione pensata, videntes ex alto virlute vos indui et preclaram dominam, 
insignis vestri thori consortem, generosilate florere naturalium, nee 
non sapieneie instruetabilis altitudine eelitus ordinari: übet cum 
inelita vestra suaque domo perpetue familiaritatis inire consorcium 
et utrique per indissociabilia federa couniri, ut domus imperii una 
cum vestris, confibulacionis alterne gavisa solacio, et amico ac mutuo 
ubique suffragio coadiuta, in tytulos prisce potencie reformetur, 
excelsius vestris vestrorumque familiaritatis amplexibus adhesura. Que 
quidem in nobis, auctore divina clemencia, fortunacioris auspieii iam 
augmenta suscipiens, et ad filios filiorum, prout spes pulchra, pro- 
mittitur successiva beatitudine derivanda, si inter nos concepte 
colHgacionis et per vos familiarius requisite felicitas in votivos even- 
tus et congruos ^adolescat, vobis et vestris abesvse non poterit, sed in 
cunctis oportunitatibus efficaciter aspirabit. 

45. 

Foi.$8b. Forma privilegii, quo imperater reeipit in saam preteetienem 

monasterimii. 

Form eines Privilegiums , durch welches ein König oder Kaiser einem reichs' 
unmittelbaren Kloster die Privilegien seiner Vorgänger bestätigt und erneuert. 

Stobbe, 206. 

In excellenti specula regie maiestatis ordinacione divina feliciter 
constituti ad prospiciendum utilitati fidelium, perspicacitatem oculorum 
longe lateque diiTundimus, ecclesiasticarum personarum indempnitati- 



Eccles. c. 4, \%. 



393 

bus precavendo et precipue religiosorum locorum commoditatibus 
iiigitep intendendo, ut per lubricum huius vite transeursum salubriter 
transeuntes, eterne beatitudinis premia eonsequamur. 

Noveril igitur presens etas et successiva posteritas, quod cum 
venerandum eunetis N. monasterium, quod ad nos et Romanum 
Imperium immediate speetare dinoseitur, discipline monastice lumino- 
sitate preradians , ab illustribus prineipibus fuisset a) fundatum 
magnifice nee non amplis legatum privilegiorum, libertatum, iurium 
quoque munifieenciis insignitum: nos eorundem predecessorum 
nostrorum vestigiis inherentes, qui monasterium ipsum auxerunt 
honoribus et favoribus ampliarunt, attendentes eciam sincere devo- 
cionis aflfectum et fidei puritatem, qua dilecti devoti nostri, abbas et 
conventus eiusdem monasterii, nostre celsitudinis gloriam indesinen- 
cius amplectuntur, predictum monasterium una cum omnibus personis 
et rebus eidem annexis , sub nostra et imperii protectione recipimus 
special!, Privilegium a clare recordacionis N. et alia quoque privilegia 
a divis imperatoribus et regibus N., predecessoribus nostris, sibi con- 
cessa, gracias, libertates, concessiones et iura quecunque, predicto 
monasterio successive indulta, prout hec omnia rite, pie ac provide 
sunt concessa, in universis et singulis suis articulis, ac si tenorem 
privilegiorum ipsorum de verbo ad verbum videri contigisset, prefato 
monasterio, abbati et conventui de benignitate regia liberaliter con- 
firmamus, innovamus et buius scripti patrocinio communimus. Nulli 
ergo liceat etc. 

Einen dem unsrigen gleichlautenden Eingang habe ich unter Anderem 
in den Urkk. K. Rudolfs für die Kirchen von Mainz (Reg. Rud. no. 142) und 
von LOltich (Reg. Rud. no. 203 ) gefunden. 

40. 

Forma privilegii, qao Imperator privüegiat aliqoem qood possit faeere 

tabelliones. 

Ein kaiserliches Privilegium, wodurch Jemandem das Rechte Tabellionen zu 
ernennen, erblich Übertragen wird, 

Ciaret imperii celsitudo decoris et splendidis irradiata fulgoribus, 
Nlum ministris stipatur ydoneis et ipsius officia salutari fidelium 
devotorum regimine diriguntur. Est enim hec nostra salubris et cauta 

a) fuisse V. 



394 

proyisio, que poUentes personas libenter extollit, et erigit virtuositate 
prefulgidas et cireumspectione preclaras, ut, sicut ex glebe fecundi- 
tate letatur agricola, sicut ortulanus exultat ex floseulis, sie nos 
gaudeamus ex obsequencium eultu coutinuo fructus exoptati manipulos 
reportantes. Eapropter noscere yolumus uniyersos, tarn posteros^quain 
presentes, quod cum honestus a)Yiv N., innate sibi a progenitoribus 
suis avite fidelitatis instinctu, erga nos et Romanum imperium inces- 
Foi. 58 c. santer eniteat gratis operibus et obsequiis fructuosis, nos, cupientes 
propter hoc ipsum prerogativa favoris et gracie prosequi specialis : 
eidem N. et suis heredibus plenam et liberam damus presencium serie 
potestatem, tabellionatus officium vice nostra nostrique b) nominis c) 
committendi et auctoritatem, prestandi tutores et curatores, inter- 
ponendi decretum, protocolla et instrumenta similiter exemplandi, 
alimenta decernendi et omnia faciendi, que ad ipsum spectant 
officium, persone \e] personis ydoneis, quas eidem viderit congruentes, 
proviso tamen prius quam ad ipsum assumatur officium, quatenus 
iuramento fidelitatis debite, quod per ipsum N. et suos heredes ab 
ipsis exigi volumus et prestari, solempniter nobis nostrisque successo- 
ribus astringantur. 

47. 

Forma prifilegti , qo« elyUas prifilegiatiir quod dfes siii oon possint 
extra eiYitatem snan eitari Tel e«n?eniri. 

1276. Januar 26. Nurenberg. 

König Rudolf befreit die Bürger von Schwäbisch-Haü von fremden Gerichten. 

Gerbert, 3, 34.|Boehmer Reg. Rod., no. 230. 

Ad hoc ad supreme dignitatis apicem a supremo et primo 
regnorum omnium conditore cognoscimus nos vocatos, quod dum 
cunctis sub tutela nostri regiminis constitutis in iure sive exhibicione 
iuris faciles debemus existere et in gracia liberales : illis ampliorem 
graciam et maioris gracie plenitudinem dignum ducimus impertiri, qui 
a nostris et imperii serviciis nullis adversitatum turbinibus ayelluntur. 
Cum itaque dilecti a) filii N. d) tarn deyote fidelitatis seryicia nobis 
impenderint et impendant, quod ipsorum preces apud nostram maies- 

a) et providos Z. — h) nostri Z. — c) nomine V und Z. — d) dileeti 
F et M. Z. 



395 

tatem exaudicionis graciam et effectum eius quod desiderant merean- 
tur, nos ipsorum humilibus precibus inclinati ß) , pro special! graeia 
hanc ipsis libertatem tradimus, traditam et [coneessam auetoritatis 
regie et presentis deereti munimine confirmamus, quod nemo eivium 
civitatis 7) N. utriusque sexus extra eandem civitatem S) stare iudicio 
compellatur, sive realis sive penalis vel eciam a) persohalis, seu alia 
contra ipsum quecunque actio attemptetur. Unde si quis contra 
quemquam eivium predictorum quidquam habuerit actionis, illam 
coram iudice civitatis eiusdem iuris ordine prosequatur e). 

Ergänzung aus : Hugo, Die Mediatisirung der deutschen Reichsstädte 
p. 249. Rudolphus Dei gratia Romanorum rex s. A. Universis imperü Romani 
fidelibus presentes literas inspecturis graciam suam et omne bonum. a) dil. 
fideles nostri cives Hallenses. — ß} incL yolumus et. — 7) Hallensis. — 
^) Hallensern. — e) Nulli ergo omnino hominum huius nostri deereti graciam 
liceat infringere, vel eidem in aliquo ausu temerario contraire; quod qui 
facere presumpserit gravem nostre maiestatis offensam se noverit incurrisse. 
Dat. Nurenberg 7 Kai. Februarii Indict. IV' a. D. 1276. Regni yero nostri 
anno 3. 

48. 

Forma priTilegii, quo archiepiseopiis confirmat eollaeionem factam 

monasterio. 

Etsi numinis divini disposicio inter cultores agri sui nos dispo- 
suerit, licet immeritos, numerari, ad edificandum in illo pariter et 
plantandum, iusticie tamen nos debitum coartat, ut sie in structuris 
nostris et plantacionibus gracie beneficium extendamus, ne uni gracie 
solvamus beneficio , quod alteri ex iuris debito debeatur , ut gracie 
beneficium ad sinistram non dexteret et iuris debitum ad dexteram 
non sinistret. Cum igitur hospitale N. ad hoc a fundatoribus suis 
fundatum fuerit et constructum, ut grata sustentacionis subsidiafo»-»».! 
prestentur ibidem pauperibus et infirmis, recipiantqüe solacia 
viatores : illustris N., prudenter attendens, quod plus debitori creditur, 
qui per soluciones particulares non ingerit incommoda creditori, priori 
et fratribus dicti hospitalis, qui sie universaliter Domino persolverunt 
debita , ut nee sibi liberum arbitrium reservarent, dictum hospitale 

aj sive penalis vel eciam fehlt in dem nach dem Original gegebenen 
Abdruck bei Hugo und scheint mir eine Vermuthung des Abschreibers 
zu sein. 



396 

cum Omnibus possessionibus, bonis et pertinentibus suis, quocunque 
nomine eenseantur, eontulit pleno iure, hoc tarnen omnino senrato, 
quod pauperibus et infirmis sustentacionis subsidia et yiatoribus 
ibidem refectionis solacia iuxta facultatem domus, et ordinis sui con- 
suetudinem ministrentur. Dumque collacioni huiusmodi idem dominus 
nunc peteret nostrum adhibere consensum, puritatis sue rectitudinem 
intuentes, et considerantes , quod contra institucionis primordialis 
sanctionem nichil per collacionem ipsam innovavit, sed quedam in 
melius commutavit, et reservavit pauperibus et infirmis nee non 
viatoribus solacia et subsidia, que apud predictum hospitale recipere 
consueverant ; collacionem ipsam, sicut provide factum est, gratam et 
ratam habentes , eam auctoritate metropolitica confirmamus et pre- 
sentis scripti patrocinio fideliter per omnia communimus. 

49. 
Inperalor conmiDatnr heretieis. 

König Rudolf schreibt den zu Inquisitoren gegen Ketzer eingesetzten Prediger- 

manchen, dass er entschlossen sei, gegen jede durch Beweise constatirte 

Ketzerei strengstens zu verfahren. 

Stobbe DO. 66. 

Pestilentes *) heretice caliditatis argutie, Deo abominabiles et 
hominibus odiose, que sua contaminacione contaminant oyes gregis 
dominici et vineam Domini moliuntur ad modum vulpecule demoliri, 
sie nostris ex ipso revera narratu infeste sunt auribus, sicque sunt 
amaritudinis feile belue a) detestande, quod qui pro tuicione catho- 
lice fidei principaliter, teste Altissimo, regie dignitatis onus assumpsi- 
mus et honorem, iuxta vestrarum, quas benigne suscepimus, conti- 
nenciam literarum , ad exstirpandam omnimode huius secte nepharie 
turpitudinem, ubicunque sub nostre poteneie districtibus poterit 
deprehendi, finaliter exercere disponimus crediti nobis diyinitus gladii 
potestatem in eorundem non solummodo exterminium, sed per omnia 
in ipsorum propaginem infectiye malicie sectatricem, velut in maies- 

aj felleae baiule Bodmann. 



Dieser und die folgenden fünf Briefe, bis no. 54 inclusive, sind in V. von anderer 
Hand geschrieben. 



397 

tatis divine omnipotencia discussuri judicialiter et potencialiter pro- 
cessuri, dummodo legittimis documentis, ut decet, et verisimilibus 
appareat argumentis, quod sint super huiusmodi pravita|e eonvicti et 
senteneialiter condempnati. Dat. etc. 

Bodroann p. 148: Rudolphus R. R. S. A. Religiosis et prudentibus viris 
N. et N. de ordine fratrum predicatorum , apostolicae sedis inquisitoribus» 
contra hereticam pravitatem egregiis fidei orthodoxae pugilibus sibi dilectis' 
salutem et omne bonam. Vergl. Gerbert 3, 24. 

50. 

Imperator scribit Bisanis. p 

Ein Kaiset^ schreibt den Pisanem, er habe ihren Gesandten huldvoU angehört 

und, in der Absicht ihren Wünschen Erfüllung tu verschaffen, ihren und 

einen kaiserlichen Gesandten an den Papst geschickt, 

Gerbert, 2, 25. 

Industrium yirum ambassatorem vestrum, ad maiestatis nostre 
presenciam nuper destinatum a vobis, benigne reeepimus et libenter 
audivimus vestra verba, in ore suo posita, et eommissa diserti a) 
sermonis eloquio diligenter et legaliter proponentem. Sane quia nostro 
facile applicatur ingenio quidquid in vestre generalitatis et speciali- 
tatis augmentum et eommodum poterit redundare, peticioni yestre, 
per eum nostro eulmini porrecte, liberaliter et libenter aures benivolas 
inclinantes , nuneium nostrum N. una eum nuncio vestro ad curiam 
domini pape dirigimus, ut de suo beneplacito et consensu finalibus 
desideriis vestris plene satisfieri valeat super bis , que vestra peticio 
continebat. Parati enim sumus et experiemur a vobis ultronei ad 
quecunque , que, iuxta favoris apostoliei graeiam, vobis honoris et 
eommodi cedere valeant ineremento. 

Sl. 
Imperator sopplicat tall qnod enm in assecaelone prebende sae promoveat. 

Der Kaiser bittet Jemanden, einem Geisäichen, für den er die ersten Bitten 
eingelegt, zur Erlangung der Probende zu verhelfen. 

Gerbert, 1, 49. Stobbe, 97. 

Quod dilectum familiärem et elericum nostrum singularis beni- 
volencie placidum nstringamus amplexibus, quod ad eins augendos 

a) discreti V. 



308 

honores et commoda promovenda sublimius pronis assurgamus affec- 
tibus et ferventibus desideriis intendamus, noa solum id proprie 
probitatis , sed aeeepta paterne nee non avite strennuitatis obsequia 
meruerunt. Cum igitur in tali ecelesia super ipsius provisione prima- 
rias fuderimus preces nostras, fidelitatem tuam requirimus et rogamus, 
quatenus ad id, quod predictus N. super asseeucione prebende 
speratum inteneionis sue propositum consequatur, pro divina nostra- 
que reverencia curas fervidas et sollicitas operas studeas efficaciter 
applicare, ita quod ille sincerus affectus, quem erga eundem gerimus 
incessanter^nuUum prorsus defeetum in eflFectu contineat» sed exuberet 
pocius ad profectum. Propter quod in tuis et tuorum agendis nos 
semper experieris ultroneos et^per omnia benivolos comprobabis. 

S2. 
Inperator resnnU et reTOcat ab exili« relegatui. 

Einer der Söhne Friedrtch*8 IL (Conrad IV, oder Manfred) hebt die gegen 

zwei Getreue von seinem Vater verhängte Strafe der Verbannung, des Gefäng^ 

nisses und der Ehrlosigkeit auf 

Petr. de Vid. 6, 13. 

Satis nobis cedit ad gloriam et honorem nostrisque fidelibus ad 
profectum, si motus nostros, quos armat potencia, sie mansuetudine 
temperemus , ut pene duriciam , quam rigor iusticie dictat in noxios, 
ungento nostre clemencie moUiamus, ut crescat in subditis rigor 
obediencie et, cum devotorum succrescit cumulus, honoris nostri per 
cousequens tytulus augeatur. Hac igitur consideracione moniti et 
inducti, tenore presencium notum facimus universis, quod, licet 
olim tales a) fideles nostri ob notas aliquas, quibus eos plus aliquorum 
Fol. $9b. calumpniosa detractlo, quam facti alicuius evidencia fecit obnoxios, 
de mandato divi Augusti, felicis recordacionis domini Friderici b}^ 
genitoris nostri, ad talem insulam c) exilio fuerint relegati et propter 
hoc visi fuerint notas Infamie ineurrisse, humanitatis nobis suadente 
clemencia victi sumus, ipsosque a carcere, quo tenebantur, absolvi et 
ab exilio fecimus reyocari, offensam seu notam infamie, quam propter 
hoc contraxisse videbantur, plenarie remittentes, lege vel constitu- 
cione aliqua non obstante, harum testimonio literarum. Dat. 

a) C. et 0. Petr. de Vin. — b) Fr. fehlt bei Petr. de Vin. - c) Malce 
leg. Malae. Idein. 



399 



53. 

Archieplseopos congandei imperatori de saa electioae. 

1274. Februar oder Märe. 

Ertbüchof Friedrich IL von Salzburg begrüsst freudig die stattgehabte Krönung 
K. Rudolfs als ein der Kirche und dem Reiche heilbringendes Ereigniss und 
bittet den König um einen Geleitsbrief für seine Reise zum Concilium nach 

Lyon. 

Gerbert, \, 6. 

Recolende festivitatis iocunda celebritas, qua nuper in capite 
principis coronati regium diadema refulsit *), multam in nobis, licet 
absentibus corpore, peperit et expressit materiam gaudiorum. Nos 
eosdem a) gloriari oportet de gracia temporis oportuni et oportuni- 
tate ominis graciosi, quo divine miseracionis operacio, rebus publicis 
naufragantibus miserata, misericorditer suscitavit sibi in persona 
vestra terrenum vicarium, victurum feliciter, recturum equaliter, et 
potenter in Christiane populo regnaturum. Et quis poterit nostram 
ecciesiam prohibere, ne de successibus prosperis sacri imperii diu 
fluetivagi glorietur, cum terrenum possideat, nee possesso gaudeat, 
nisi quantum divi Augusti sua nos munificencia ditaverunt, et ditatos 
munifice, tuicione regia, sceptro ferreo ferientes duces rebellium, 
defenderunt ab hostibus et sub alis sue potencie favorabiliter 
aluerunt. — Huius ergo nostre sublimacionis non immemores , non 
ingrati, devocionem debitam, quam hy tenemur, imperio atque vobis 
offerimus , ut imperioso potencie gladio , Deo propicio , regnetis in 
finibus quodammodo seculorum. — Hanc autem nostre subiectionis 
promptitudinem corporali nostra presencia maiestati regie personaliter 
obtulissemus, si nobis tempestivusvester nuncius, vocacionem vestram 
deferens, advenisset, per quem eciam vobis transmisimus literas 
nostre deyocionis propositum explicantes ^). Sed et eircumdantes 

a) für „eosdem** igitur Z und Gerbert. — b) dafür zu lesen qua. 



1) Krönung Rudoir« zu Aacheo 1273, October 24. 

') Es ist bemerkenswerth, dass K. Rudolf durch einen Abgesandten den Brsbischof 
Friedrich zur Krönung einladen liess. 



400 

nos prjnolpes, adhuc voluiitatibus indevoti «), non sustiaent nee 
permittunt, ut ad vos sine gravi nostro perieulo et ecelesie nostre 
perpetuo nocumento veniamus ad presens. Nos insuper factum 
generalis concilii proxime a) imminentis a), ut ad illud nostras sarei- 
nolas componamus et ad discutiendum cum nostris suffraganeis, 
Foi.59c.qualiter nostram provinciam, in auxietate positam et direpcioni 
expositam , relinquamus a tergo. Propter quod fidelem nostrum mi- 
nisterialem ad maiestatis eminenciam destinamus, suppliciter exoran- 
tes , quatenus sibi regalis audiencie copiam indulgentes , dictis suis 
aurem benignam et credulam eoncedatis. Nos eciam per dominii 
vestri districtus ad dictum proponentes concilium proficisci sub vestre 
securitatis brachio una cum nostra familia coUigatis sub testimonio 
vestrarum patencium Hterarum. 



54. 
Bpiscopns sapplicat regi. 

Ein Bischof fordert den König Rudolf auf über die wegen ihrer Ausschwei- 
fungen und Verbrechen schon vor zwei Jahren von ihm excommunicirten 
Brüder die Acht auszusprechen, 

Bodmann, p. 199. Rudolphum rogat etc. Stobbe, no. 213. 

Urgente nos iure publico cogimur populäres iniurias et excessus 
publicos in regalibus curiis proclamare. Maiestati itaque regie inti- 
mamus, quod tales N. et A. in placitis nostris publicis sepius procla- 
mati et denunciati iam pridem ut malefactores publici, pro eo, quod 
predas et rapinas et spolia manifesta nocturnis diurnisque aggressibus 
in itineribus frequentatis et stratis publicis commiserunt et adhuc 
committere non ibrmidant : invaserunt ecclesias, spoliaverunt pauperes 
peregrinos, iuramentum prestitum nobis violaverunt, constituentes se 

a) proximo Z. 



1) Otaltar von Böhmeo und Heinrich von Baiern. 

^) Das allgemeine Conciliam zu Lyon^ bei welchem Erzbischof Friedrich anwesend 
war, wurde am 7. Mai 1274 eröffnet. Unser Brief erwähnt die Krönung, die nuper 
stattgefunden habe, und das ConciUum, welches proxime bevorstehe ; er durfte also 
im Februar oder März 1274 geschrieben sein. 



401 

manifestos ecclesie nostre hostes, et ecclesie nostre castra dolosis 
insidiis contra fidei sue debitum detinent occupata a). Hos enim 
iam ante biennium exeommunicacionis senteneia rite et legittime 
innodatos exspeetavimus ad emendam; sed quoniam in eisdem non 
emende speciem, sed demencie spiritum graviorem sensimus, eo quod 
peiora prioribus attemptare postea temere presumpserunt : nos, indu- 
ciis et edictis legitimis eis datis, de ministerialium nostrorum eonsilio, 
senteneia et eonsensu, iuris ordine per omnia observato, eosdem fratres 
privavimus omni dignitate, nomine et honore,' que ab ecelesia nostra 
haetenus habuerunt, denunciantes eos infames et a legittimis actibus, 
tanquam viros inhabiles, de cetero repellendos, exeommunicacionis sen- 
teneia, quam in ipsos protulimus, nicbilominus aggravata. Verum cum 
dicti fratres ex huiusmodi maleficiis manifestis et senteneia nostra legit- 
time subsecuta hj proscribi meruerint et dampnari a regia maiestate, 
serenitatem vestram suppliciter exoramus , quatenus predictos pacis 
publice turbatores et utique hostes imperii per sentenciam vestram p»'- *» ^* 
publice proscribatis^nostram in ipsos latam sentenciam confirmantes *)• 
Dat. etc. 

55. 

Prelatns imperatori sapplieat. 

Ein Bischof bittet den König Rudolf die von ihm unrechtmässig geschehene 
Übertragung einiger zu seinem Sprengel gehöriger Kirchen tu widerrufen. 

Gerbert, 3, 38. Stobbe, no. 123. 

Licet de sublimacione seu creacione vestra toto mentis affectu 
ob spem defensionis sperate , qua vacante imperio fraudati fuimus, 
merito fiduciam babeamus, tamen experti didicimus, quod ad quo- 
rundam emulorum nostrorum falsi suggestionem et veri suppres- 

a) Bei Bodmann folgt hier folgende, unzweifelhaft wegen ihres an- 
stössigen Inhalts weggelassene Stelle: raptus virginum^ et violentas oppres- 
siones mulierum coniugatarum praosumpcione dampnabili commiserunt. — 
b) in y corrigirt* für das ausgestrichene Substitute. 



Es folgt in V ein leerer liniirter Raum tod 30 Zeilen, worauf dann mit no. 55 die 
frühere Schrift, welche das Werk von Fol. 52 c. no. 4 bis Fol. 58 d. no. 49 
fortgeführt hatte, wieder eintritt. 
Fontes. Abth. II. Bd. XXV. 26 



402 

sionem , quasdam nostras ecciesias non vacantes , ad emendacionem 
prebendarum nostrarum pro restauro nobis donatas ab inclyto 
Friderico Romano imperatore et eius filio, sicut in 
privilegiis suis super hoc editis continetur, ex quadam crassa et 
supina ignorancia, de facto, quod de iure vestra auctoritas non 
poterat, contulistis. Quare regie maiestati vestre tales N. et tales 
Fei.eoa. duximus destinandos, supplicantes , quatenus huiusmodi collaciones 
utpote minus iuste factas , de plenitudioe regie potestatis dignemini 
revocare. 

56. 

Cardinalis aotificat regi qa«d electio sna per papam est approbata. 

? 1274 November. 

Die Kardinäle zeigen dem Könige Rudolf an, dass das nächste Allerheiligen- 
fest als Termin für seine Kaiserkrönung bestimmt sei, 

Gerbert, 1. 29. 

Regni vestri vestigiaa), que a primordio divine maiestatis aspexit 
clemencia, modo sue claritatis lampade illustravit, dum et tunc ad 
regium sceptrum et nunc a sede meruistis apostolica solempniter 
approbari i). Sane agente super virtute celesti, patris ac domini 
nostri summi pontificis ^) eooperante clemencia, nee non sollicitudinis 
et vigilancie nostre studio succedente, post multos et varios tractatus, 
negociis regalibus suavi condimento concordie temperatis , cardina- 
lium, prelatorum sive aliorum multitudine in domini pape palacio 
assistente, de mandato eiusdem domini, invocato illius nomine, quo 
auctore feliciter omnia prosperantur, in proximo venturo festo 
omnium sanctorum apud urbem ad imperiale suscipiendum dia- 
dema serenitati vestre terminum duximus prefigendum. Sicque 
post pasca idem dominus noster papa iter arripiet, superno auctore 
previo, in Italiam profecturus »). Hec quidem et alia seriatim 
a) fastigia Z. 

Das geschah am 26. September 1274, siehe oben S. 111 und vergl. S. 274 Anm. 

*) Gregor X. 

8) Unser Brief ist , wenn er , was mir zweifelhaft scheint , wirklich so geschrieben 
ist, wie er hier vorUegt, wie aus Note 1 hervorgeht, nach dem 26. September 1274 
geschrieben. Da er besagt, dass der Papst sich zum Zweck der Kaiserkrönung, 
die AUerheiligen stattfinden soUe, nach Ostern nach Italien begeben wolle, so 



403 

et lucidius vir religiosus frater H. ^ magnificencie vestre oretenus 
nunciabit. Quidquid ergo circa huiusmodi culminis magnalia deceat, 
animadvertat solerter prudencia vestra , rescriptura nobis , si placet, 
sue beneplacita yoluntatis. 

57. 

Forma prhile^i, qno prioeipes Aermanie approbant omnia, qne rei 
Komanornm reeognoTit, eonflrmaTU sen innoTavit ecdesle Koiiiane. 

i279. 

Willebrief der deutschen Reichsfürsten zu Allem, was König Rudolf dem 
Papste Nicolaus IIL und der Kirche zugestanden und bestätigt hat. 

MoD. Germ. 4, 422. 

Nos principes imperii universis presentem paginam inspecturis 
salutem! Complectens ab olim Romana a) ecciesia quadam quasi 
gerroana caritate Germaniam, illam eo terrene dignitatis nomine 
decoravit, t[uod est super omne nomen temporaliter tantum presiden- 
cium super terram, plantans in ea principes, tanquam arbores 
preelectas, et rigans illas gracia singulari, illud dedit eis incrementum 
mirande potencie, ut ipsius ecclesie auctoritate suffulti, velud germen 
electum per ipsorum electionem, illum qui frena Romani imperii 
teneret germinaret b). Hie est illud luminare minus in firmamento 
ecclesie militantis, per luminare maius, Christi vicarium, illustratum. 
Hie est/ qui materialem gladium ad ipsius nutum excutit et convertit, 
ut eins presidio pastorum pastor adiutus oves sibi creditas spirituali 
gladio protegendo communiat, temporali refrenet et corrigat, ad 
vindictam maleficorum, laudem vero credencium et bonorum. Ut 

a) sibi Rom. mater Z. — b) germioarent Z. 



mu8s er nach AUerheiligen (Nov. 1.) 1274 und vor des Paptes, schon im December 

1274 erfolgter, Rückkehr nach Italien geschrieben sein. — Was hier in Aussicht 
genommen wurde, trat nicht ein. Gregor X. kehrte erst, nachdem er am 6. Getobe r 
mit dem Könige Rudolf in Lausanne zusammengetroffen war, nach Italien zurück, 
um schon am 10. Januar, ohne Rudolf gekrönt zu haben, daselbst zu sterben. 

1) Gerbert nimmt an, Heinrich von Isny, Rudolfs Freund, nachmals Bischof von Basel 
und spfiter Erzbischof von Mainz, sei gemeint. Das ist nicht zu beweisen. Dagegen 
hfingt mit unserem Briefe wahrscheinlich folgende Notiz der Ann. Basilenses ad a. 

1275 M. G. SS. 17, 197 zusammen: Infra dominicam pasce venit legatus Basileam. 

26 • 



404 

igitur omnis materia discensionis et scandali, seu eciam rancoris 
Foi.6oi>.occasio inter ipsam ecelesiam et imperium auferantur, et hü duo 
gladii, in domo Domiiii eonstituti ac debito federe copulati. se ipsos 
exereeant in utilem reformacionem reginiinis universi, et nos in actu 
voluntatis et. operis inveniamur filii devocionis et pacis, qui tenemur 
tarn ecelesiam quam imperium confovere: quitquit per dominum nostrum 
Rudolph um, Dei gracia Romanorum regem et semper augustum, 
sanctissimo patri et domino nostroNy. a^pape tercioeiusquesuecesso- 
ribus et ipsi Romane ecelesie recognitum, eonfirmatum, ratificatum a} 
seu innoyatum fuerit: nos nostri nomine prineipatus in omnibus et 
per omnia approbamus, ratificamus ac eisdem omnibus et singulis et 
(^uibuscunque aliis super eisdem per eundem regem quomodolibet 
factis seu in posterum faciendis, voluntatem nostram, consensum et 
assensum eoneorditer et unanimiter exhibemus , et promittimus, quod 
contra premissa seu aliqua premissorum nullo unquam tempore 
veniemus, sed ea omnia et singula iuxta posse nostrum procurabimus 
inviolabiliter observari. Et ut hec nostra voluntas, approbacio, 
ratificacio, assensus et consensus atque promissio a nobis eisdem 
Romanis pontificibus et ecelesie in perpetuum observetur, hoc 
presens scriptum inde fieri fecimus nostrorum sigillorum munimine 
roboratum ß). 

ä) Nycolao Z. 

ErgänsuDg aus Mon. Germ. 4, 422. a) innovatum» de novo donatam, 
declaratum, sive concesaum, iuratum, et actum seu factum est per privilegia, 
vel quecunque alia scripta quorumcunque teoorum super recogniciooibus, 
ratificacioDibus» approbacionibus» innovacionibus, confirmacionibus, dona- 
cionibus, concessionibus, et factis seu gestis, tarn aliorum imperatorum et 
regum Romanorum, predcceasorum regis eiusdem, quam ipsius regia; et 
specialiter super fidelitate, obediencia, honorificencia et revereneia per 
Romanos imperatores et reges Romanis pontificibus, et ipsr ecelesie, impen- 
dendis; ac postessionibus, honoribus^ et iuribus eiusdem ecelesie; et nomi- 
natim super tota terra, que est a Radicofano usque Ceperanum etc. (folgt 
AufeShlung der bekannten damals zur Kirche gehörigen Gebiete) pertinentibus 
nos nostri etc. — /9) Actum et dat. anno Dom. 1279, indictione 7, regnante 
dom. Dostro predicto domino R. Romanorum rege glorioso, regni eius anno 6. 



405 

58. 

Prineeps seribit RttmaDornm reg;!, qoantum eongaadet poteneie sae ac 
felieitati, ac super sponsalibns inter enm et qaendam regem eoutraetis. 

1276 oder 1277. 

Ein Bischof beglüchwämcht den König Rudolf wegen der Verlobung seiner 
Tochter dementia mit dem Herzog Andreas von Slavonien. 

Bodmann, p. 28. Vergl. oben S. 303—306 und 385 no. 37. 

Cum Romani regni felix prosperitas et regentis imperium aj pro- 
spera felicitas nunciatur , ubertate mirifica fecundata , succrescit in 
nobis materia gaudiorum, et diversis angustiis angustatum in ecelesie 
nostre adversitatibus peetus nostrum letis vestris suecessibus amplia- 
tur, paseitup et, in quantum vestre poteneie braehia dilatatis funiculis 
virium laeius roborantur , in tantum nostra precordia redundantibus 
gaudiis aicius relevata respirant. Uli tarnen Deo altissimo digne devo- 
cionis rependimus gracias, qui in vobis virtute sue poteneie res opera- 
tur adeo graciosas, ut eeiam, quod humane modulus facultatis difBcile 
et valde impossibile reputat b)^ moderator alti consilii Dei filius ia 
negociis vestris facili levitate modifieat, perfieit et eonsummat. Sane 
super sponsalibus, inter a) vestram filiam et N. laudabiliter ordinatis, 
laudes omnipotenti Deo referimus , eo quod ad sublimacionem saeri 
imperii foedus huiusmodi amicieie felieiter durature credimus et 
speramus divinitus adunatum. In qua seilicet unione, sperata diueius, 
commocio divisionum et seismata, que ad versus Romani culminis f»»- «« e. 
unum c) Caput se elevant et extollunt, defieiente spe, vaeua eonver- 
tentur ad vesperam, ut adorent vestigia regis magnifici, quem magni- 
fieavit Altissimus in sublimi solio monarchie, confirmans et roborans 
regnum eins. 

a) Ergänzung aus Bodmann, p. 28. Dominam nostram, filiam restram 
et illustrem prineipem N. Ducem Sclavoniae, de consensu sanetissimi Patris 
nostri et Domini, Sanctae Rom. Ecclesiae Summi Pontifieis laudabiliter ordi- 
natis laudes omnipotenti Deo referimus etc. 

aj Romani regis magnifici prospera nobis felicitas Z. — bj iudicat Z. 
— cj unum fehlt Z. 



406 



59. 



linor regraeiatnr maiori super eo qnod slbi dignatos est statnn snnai 
seribere, offerens se et sna sibi et eiensando, qnod sibi reseribere 

attemptaTit. 

Bodmann p. 43. Stobbe no. 113. 

Tante preeminencie scribere super a) me fore cognoscens, tre- 
mens faetus sum ego et timeo , dum devocionis roee signa permodica 
modicus presumo vestre magnitudini presentare. Vereor autem 
contra me esse, si taeens sileneii fila non rumperem b) et sub dissi- 
mulaeione preteriens, possem notabilis fieri de eontemptu. humilis 
altitudo et alta vere humilitas, que non dedignata est mich! pusillo 
eongratulacionis yiseera exhibere, ubera, liquoribus c) laeteis irrorata, 
porrigere, vino quidem meliora et melle quolibet duleiora, benivolen- 
eie redolencia singularis. mira graeie magnitudo , que sie alleetivis 
apieibus filium et subiectum elegit scriptorum dulcedine prevenire. 
Quis enim tam inconditus et asper, tarn expers omnis intelligencie 
animus, qui de dulcifluo vestre salutaeionis affamine, de regracia- 
cione tam humili, tam benigna, de pollicitacione tam aeeeptabili, tam 
serena non fieret letabundus? Porro, si super bis ad graciarum 
solueionem tempto prorumpere, insufficientem me prorsus invenio, si 
ad laudis et glorie vestre preconium labia solvere eogito, imper- 
feetum me penitus recognoseo, dum conor syderibus addere sydera^, 
dum divine lucis nuncium, luminoso iubare e) eorruseantem, per extin- 
guibilem faculam velle videor adiuvare. Ex premissis igitur, matutino 
lueifero vespertine letieie trlbuente fidueiam, in hoc immobiliter voti 
mei finalis intencio vertitur, in hoc propositi summa versatur, quod 
scire, velle ac posse, si quid in me est, totis viribus et iocundis aflfec- 
tibus fervidus exercebo ad omnia et singula, que decus vestri nominis 
sapiant et honoris. 

Bodm. 1. c. mit der Ueberschrift : Littera Andreae de Rode regalis aule 
Dotarii ad Nicolaum ep. Cameracensem beginnt : rt^ev, in Chr. patri et dorn, suo, 
dorn . . div. prov. N. ep., suus A regalis aulae notarius , suorum humillimus 
clericorum, id modiciim quod est, in omnibus et per omnia quidquid potest" und 
schliesst: „et honoris almae matris eeclesiae N respieiant incrementum. In 

a) supra Z. — b) ruperem V. — c) liquoris Z. — d) Imperfectum — bis 
addere sydera am Rande V. — ej lumine Z. 



407 

soUempni curia specialiter etiam per me ipsum ac alios dominos et amicos, 
vestraepaternitatis absentiam, utmandastis, excusatione pervigili supportabo. 
Valeat vestra reverenda paternitas nunc et semper. Conservet vos Dominus 
ministerio suae gloriosissimae genitricia in tempora diuturna**. 

60. 

Forma priTilegii, qno prlneipes Alamanie eonsenciont et cttnürmaiit 

doBaeUnem, qnam rei Alamanie faeit niori sne de certis bonis imperii 

ad tempora Ylte sne. 

1273. Octobcr, Aquisgrani. 

Die Kurfürsten geben ihre Zustimmung dazu, dass der König Rudolf seiner 

Gemahlin auf Lebenszeit Reichsgüter im Belauf von iOOO Mark Goldes 

jährlicher Einkünfte zuweise. 

Gerbert, 1, 4. 

Virtutum candor eximius et laudande prestancia bonitatis , qui- 
bus inclita domina nostra N. regina *) predicabiliter adornatur, ex sue 
nos delectamento flagrancie a) taliter recreando gratificant et grati- 
ficando deleetant , quod ad ipsius honorem et commodum ampliandum 
libenter assurgimus et ad euneta, que sibi in salutem profieiant, 
liberaliter invitamur. Hine est, quod nosse vos volumus universos, 
quod nos una cum aliis nostris coeleetoribus in hoc motu yoluntario 
eonsentimus et plenum ae liberum impertimur assensum, quod Sere- 
nissimus dominum noster Rudolphus inelitus consors thori sui, eidem fo«. eo a. 
domine nostre , in bonis , eastris , terris et possessionibus aliis usque 
ad mille mareas auri redditus, in locis sibi oportunioribus, ubi voluerit 
et expedieneius viderit, valeat assignare,. ab ipsa domina nostra ad 
tempora sue vite paeifice possidenda, ita tamen, quod eustodes 
castrorum, terrarum, possessionum huiusmodi ad hoc iureiurando se 
obligent, quod mox ipsa domina nostra N. regina inclyta sublata de 
medio, eadem bona ad proprietatem et ius imperii fideliter restituant 
et reducant. 

Die Annahme Gerbert*s, dass dieser Willebrief um die Zeit der Krönung 
zu Aachen ausgestellt worden sei, wird durch den Umstand, dass Rudolf um 
diese Zeit den Kurfürsten mannigfache Beneficien zukommen Hess, sehr wahr- 
scheinlich gemacht. Verg). Boehmer, Reg. Rud. no. 2. 3. 6. 7. 

a) fraglancie V. 



i) Gertrud, aeit de( Krönung Anna. 



408 



61, 



Priaeeps sapplicat pape, qnod regen K«naD«nin conpellat ad sasci- 
pieBdnn saeri imperii djadema. 

1274. 

Die Kurfürsien bitten Gregor X,, den König Rudolf zur Kaiserkrönnng tu 

berufen, 

Gerbert, 1, 37. 

In vinea Domini Sabbaoth, luna in sanguinem versa, priscis tem- 
poribus vigilare pastores et super greges suos vigilias eustodire 
eommode nequiverunt. Ipsa vero totaliter subtracta et nusquam eom- 
parente, eondensatis undique tenebris, facta est nox perieulosa et 
gravis, in qua transierunt et transeunt catervatim bestie sylve, catuH 
leonum rugientes, ut rapiant innoeentes *)» preparati ad devorandum 
pauperes, quemadmodum escam panis, divino tiinore sublato. Flue- 
tuabat hactenus navis ecelesie in medio huius magni et spaeiosi maris 
etproeelHsfluctuum submersioni a) miserabiliter propinquabat, et nunc 
tanto amplius fluctuat, quanto abest gubernator longius, qui manum 
porrigat iam labenti. Imperii sublato eapite per rixas et contenciones, 
iunctura universalis machine resoluta nichil aliud indicit cernentibus, 
quam ruinam. Quam profecto eo nunc forcius prophetizat «), quo, 
spiritu vertiginis in medio Egypti mixto, veritas in oblivionem venit, 
vilipenduntur claves Petri, ecclesiarum libertas contemnitur et calca- 
tur, dum a planta pedis usque ad verticem non est in membris 
sanitas ') nee in partibus compaginis ligatura. Porro vox leticie et 
salutis, servata dudum in cordibus atiquorum, iam ecce per orbem 
diffusa diffusius in revelacionem gencium per vicos exiit et plateas, eo 
quod, disposicione divina, cunctis ecelesie (idelibus vestra sanctitas 
provisura , inclytum Rudolphum , in Romanorum electum regem , ad 
imperialis culminis solium, tanquam sydus splendidum, duxeritis 

a) submersionis Z. 



Paalt. 104, 21. 
2) Jesig. 19, 14. 
') Jesiu*. i, 6. 



409 

erigendum *)• Qui cum ab annis teneris Deuin tenere a) diligens, 
catholice fidei robur, velut in ipsa fide fundatus, tenere curaverit 
et exaltacionem matris ecclesie ac equitatis tramitem et iusticie 
sublimi semper devocione fuerit amplexatus; tenet fidelium univer- 
salis opinio, quod, prestante illo, per quem reges regnant, in ipso 
gloriabuntur omnes, qui reverentur ecclesiam et universi, qui b) 
diligunt nomen eins. Cum igitur toti mundo expediens videatur, ut c) 
lampas imperii deineeps non sub modio lateat, sed super eandelabrum 
posita, hiis, qui usque adhuc in tenebris ambularunt, copiosius 
elueeseat: sanctitati vestre provolvimur supplicando, quatenus pre- 
dictum regem, per beatitudinis vestre literas ad vestram preseneiam 
evoeatum, eompellatis de manibus vestris sacrosanetis saerum im- 
perii suscipere dyadema, ut seiant et intelligant universi, quod posuit 
vos in lueem Dominus et per tam sanete delibueionis ministerium 
universo orbi pax et tranquilHtas procuretur. 

a) tenere V und Z doch wohl für tiiiiere. — b) das folgende Stück, bis 
zum Schluss, steht in V. auf einem Rest des achten Blattes dcsQuaternionen. — 
c) ut fehlt V. 



1) Das weist auf die Zeit nach der Anerkennung^ Rudolfs Seitens Gregor's X., 
nach 26. September 1274, hin. 



Anhang. 



Einleitung*. 

In der oben in der Einleitung bezeichneten Wiener Handschrift 
Phil. 61, jetzt 409, folgen unmittelbar nach dem Baumgartenberger 
Formelbuche, mit anschliessender Foliirung noch 35 Blätter Fol. 61 
bis 96 von derselben Hand geschrieben, welche jenes Formelbuch 
von Fol. 52*" no. 40 an, mit nur einer Unterbrechung (siehe oben 
S. 396), zu Ende geführt hat. Sie enthalten: 1. Ein Fragment eines 
Formelbuches. 2. Einen unter dem Namen somnium Pharaonis in 
Formelbüchern häufig vorkommenden tractatus de Pharaone et Joseph. 
3. Verschiedene Stylübungen. 

Mit Hinweglassung des somnium Pharaonis theilen wir im Fol- 
genden die beiden andern Stücke mit. 

I. Das Fragment eines Formelbuches 

eharakterisirt sich als ein solches schon dadurch, dass es, ohne 
die übliche theoretische Einleitung, mit einem exordium sentencie 
beginnt, dem noch fünf andere Exordien folgen «)• Daran schliessen 



^) Sie mögen gleich hier ihre Stelle finden: 

1. Exordium sentencie. Gregorius episcopus etc. Quia equn est via Domini — 
deviamus. Sane dilectus s. oben S. 39. 

2. Forma indulgenciarum. Licet is, de cuius munere venit — accesserint 
s. oben S. 53. 

3. Ad idem. Cupientes populuin Christianum indulgenciarum largicionibus 
seu peccatorum remissionibus tanquam quibusdam salutaribus illectivis ad bonorum 
operum exercitia invitare, quo magis divine reducantur gracie apciores, omnibus 
vere penitentibus et confessis, qui ad hospitale tale suas elimosinas fuerint elar- 
giti etc. 

4. Exordium. Cum potissima pars sit rei principium usque adeo iflmen si pru- 
dentia rerum exitus metiatur, nos sublimati diviuitus in regalis culminis fastigio» 
sine fastu sollicitamur admodum tota die, ne nos ingratos tantarum graciarum faci- 
amus per negligenciam seu eciam per excessam, quorum utrinque iusticie cuius de- 
bitores sumus, omnibus non modicum generat detrimentvm. 



414 

sich unter der Überschrift: Incipiunt litere papales, imperiales et 
regales, von Fol. 61* Mitte bis Fol. 83*^ ini Ganzen 64 Briefe, in 
welchen man , wenn man auf den Inhalt sieht , leicht zwei von ein- 
ander wesentlich verschiedene Gruppen unterscheidet: 

a) Die ersten 39 Nummern enthalten nämlich Briefe, die von histo- 
rischen Personen wirklich geschrieben sind. Es sind päpstliche Briefe : 
von Honorius III. (no. 15), Gregor IX. (no. 17), Innocenz IV. (no. 4. 
8. 9. 10. 16. 17. 18), Alexander IV. (no. 39. Canonisationsbulle des 
heil. Dominicus) und ausserdem Briefe Kaiser Friedrich's II. (no. 6. 
11—14. 19. 21—28. 27. 28. 30—37) oder solche, die ihn betref- 
fen (no. 5. 20). Zwei Briefe Konrad's IV. (no. 7. 29.) und zwei 
wahrscheinlich auf K. Rudolph I. zu beziehende (no. 1 und 2) sind 
nur weil der Sammler sie irrthümlich für Fridericianische hielt, auf- 
genommen. ' 

Die beiden letzteren abgerechnet , gehörigen sämmtliche Briefe 
in die Zeit der erbittertsten Kämpfe der Curie gegen Friedrich IL und 
seine Nachkommen <) und beziehen sich mit wenigen Ausnahmen auf 



5. Exordium. Sicut contra frigoris impetus multa reperta sunt tam in gratie 
nature nutibus quam operarie artis beneficiis munimeota , sie adversus caloris su- 
dantis aj incendia, que successiva mutatio temporis regulari quadam circumvola- 
tione diffibulat, plura nobis remedia sunt concessa, ut, alternantibus infra se quasi 
per accidens qualitatibus temporis utriusque , sciant homines sie alterius impetrare 
Ucentiam seu clementiam, quatenus alterius non abhorreant incolatum. Hoc est dic- 
tum tempore bonorum, ne immemor sis malorum. 

Hoc exordium potes reflectere ad ponendam differentiam inter tempus adversita- 
tis et prosperitatis. 

6. Exordium ad testamentum. Cum humane condicioni ex merito protbopla- 
sti sicut ad vitam in illis est ingressus, sie ad mortem in iUis est egressus extreme 
resolutionis inevitabile argumentum , quo communi lege mortalium omnibus mors 
conciudit, sie est sapientibus previdendum, ut quamdiu temporaUter vivitur in la- 
bentis vite stadio per bone actionis taliter decurratur, quatenus carne terris tradita, 
Spiritus Celeste apprehendat bravium per meritorum graciam, ad quod primordialiter 
conditus extitit per naturam. — Hoc exordium adaptare literis testamentorum. 

^) Zur Orientirung folgt hier ein chronologisches Verzeichniss der Briefe : 
In das Jahr 1226 gehört no. 15. 
» n n ^234 „ „ 28. 

« „ „ 1239 „ „ 9. 17. 20. 23. 24. 25. 26. 28. 
„ n f> 1Ä40 „ „ 6.28.32. 
n n n ^^^^ » » ^l« 

aJ suadentii V. 



415 

jene Kämpfe: die hervorragendsten Stücke jenes berühmten Schrift- 
wechsels Friedrich's II. und seiner grossen Gegner sind hier zusam- 
mengestellt. 

Es ist klar, dass der Dictator bei dieser Zusammenstellung sich 
nicht blos von einem formalen, stylistischen Interesse habe leiten 
lassen: der Inhalt der Briefe muss für ihn noch mehr massgebend 
gewesen sein, als die Form. Denn als mustergiltige Stylproben, wie 
etwa päpstliche und kaiserliche Briefe abzufassen seien, oder wie 
Papst und Kaiser sich gegenseitig zu schreiben haben , dazu wären 
die Invectiven , die Innocenz und Friedrich gegen einander schleu- 
derten, wenig geeignet; zu diesem Zwecke können diese Briefe hier 
nicht zusammengestellt sein. 

Wohl aber hat unsere Sammlung einen verständlichen 
Zweck, wenn man annimmt, dass der Dictator in der Absicht, 
sein Werk nach der hergebrachten Sitte mit kaiserlichen und 
päpstlichen Briefen auszustatten, gerade solche Schriftstücke wählte, 
die durch ihren Inhalt ihm und seinen Lesern ein grosses Interesse 
einflössten. 

Wie sie uns hier vorliegt, ist unsere Sammlung im ersten Drittel 
des XIV. Jahrhunderts, nach 1320, abgefasst 9» s^Iso in einer Zeit, in 
welcher Johann XXII. Bann und Absetzung gegen Ludwig den Baier 
aussprach und dieser wiederum mit Protesten und Achtserklärung 
und Absetzung des Papstes antwortete, kurz in einer Zeit, in welcher 
der alte Kampf zwischen sacerdotium und imperium sich erneuerte. 
In einer solchen Zeit musste es von grossem Interesse sein, sich ein- 



In das Jähr 1242 j 


gehört 


DO. 


27. 35. 


37. 


j» » 


» 


1243 


» 


» 


14. 




» n 


n 


1244 


tf 


» 


34. 




» » 


9t 


1245 


ff 


» 


12. 18. 


19. 


» » 


n 


1246 


ff 


» 


21. 31. 


33. 


» » 


» 


1247 


ff 


ff 


10. 36. 




» » 


» 


1248 


ff 


ff 


4. 8. 


16. 22. 


» ». 


» 


1250 


ff 


ff 


13. 




» 39 


» 


1251 


ff 


ff 


7. 




» » 


ff 


1254 


ff 


ff 


29. 








1260 
1262 


ft 


n 


39. 
3. 





Ein Brief der Sammlung^ (no. 60) gehört in das Jahr 1320. 



416 

mal zu vergegenwärtigen, wie dieser Kampf 80 bis 1 00 Jahre früher 
geführt wurde , zu erfahren , wie ein Gregor IX. oder Innocenz IV. 
die weitgehenden Ansprüche der Kirche begründete, die entgegenge- 
setzte Auffassung eines Friedrich kennen zu lernen, zu sehen, auf 
welche Grenzen er die päpstliche Macht zurückzufuhren gedachte, 
endlieh auch von der Stellung Kenntniss zu nehmen , welche damals 
gewisse deutsche Fürsten in diesem Kampfe einnahmen. 

Diesem Interesse wollte der Dictator ohne Zweifel entgegen 
kommen. Er gab in den Briefen ein Spiegelbild seiner Zeit. Es ist 
charakteristisch, dass er unter den päpstlichen Briefen die Canonisa- 
tionsbulle des heil. Dominicus mittheilt. Dominicaner und Minoriten 
hatten bekanntlich in dem Streite zwischen Ludwig dem Baier und 
Johann dem XXII. eifrig Partei ergriffen und bekämpften sich gegen- 
seitig auf das heftigste : man darf vermuthen , der Dictator, der dann 
auf Seiten des Papstes gestanden haben muss, habe gern Gelegen- 
heit genommen in der Canonisationsbulle eine Glorification des Domi- 
nicanerordens seinen Lesern darzubieten. 

b) Ganz anderer Art sind die folgenden Briefe (no. 40 — 64), sie 
haben mit einer einzigen Ausnahme keine geschichtliche Grundlage 
und sind ausschliesslich in der Absicht mitgetheilt , um angehenden 
Notaren für die verschiedenartigsten Bedürfnisse ihrer künftigen 
Geschäftsthätigkeit Muster an die Hand zu geben. Zwei ausführliche 
päpstliche Schreiben eröffnen diesen Theil der Sammlung. Das eine ist 
ein Beglaubigungs-, das andere ein Abberufungsschreiben eines päpst- 
lichen Legaten (no. 40. 41); es folgen je zwei Geleit- und Fehde- 
briefe (no. 42—48), sodann ein Brief, in welchem ein Papst bittet, 
einen von ihm bezeichneten Propst zum Bischof zu wählen, und ein 
anderer, in welchem er befiehlt, jemanden zum Canonicus einzu- 
setzen ; drei Dispensations- und zwei Indulgenzbriefe, zwei Briefe mit 
Aufträgen zu Klostervisitationen, vier Exemtionsformeln , endlich ein 
Beglaubigungsschreiben für einen päpstlichen Legaten (ein Bruch- 
stück von no. 40) — im ganzen vierzehn Briefformeln (no. 46 — 59), 
genau wie sie sich in der theoretischen Einleitung des Baumgarten- 
berger Formelbuches finden, nur nicht in derselben Reihenfolge. 
No. 60 hat, wie ich nachzuweisen versucht habe, allerdings auf 
einen bestimmten historischen Vorgang Bezug, ist aber zugleich ein 
Gegenstück zu no. 89. No. 61 und 62 zeigen in verschiedener Form 
jemandem an, dass er zum Podesta gewählt sei, worauf unmittelbar 



417 

(No. 63 und 64) eine annehmende und eine ablehnende Antwort des 
Gewählten folgen. 

Eine gewisse Ähnlichkeit mit dieser so eigenthümlieh zusammen- 
gesetzten Briefsammlung hat eine summa dietaminis, die sich in einer 
Pergamenthandschrift des XIV. Jahrhunderts in der Wiener Hof- 
bibliothek (Univ. 881, jetzt 2373) befindet, und über die Watte n- 
b a c h im Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichte, Bd. X, 
pag. 576 ff. Näheres mittheilt. Wie hier nämlich eine Anzahl von For- 
mularen für verschiedene Geschäftsbriefe in Verbindung mit Streit- 
schriften Friedrich's II. und Gregorys IX. resp. Innocenz' IV. vorkom- 
men, so sind dort ebenfalls Formeln, von denen merkwürdiger Weise 
einige mit den unsrigen genau übereinstimmen, einer Sammlung von 
Streitschriften zwischen Ludwig dem Baier und Johann XXII. voran- 
gestellt und das beweist, dass es eben nicht ungewöhnlich war, eine 
Mustersammlung mit einem Complex historisch interessanter Briefe 
zu bereichern. 

Ausser in dem Wiener Cod. Phil. 61 findet sich, so viel ich 
weiss, unsere Sammlung nur noch in der, oben in der Einleitung er- 
wähnten Vorauer Papierhandschrift. Da uns diese unerreichbar war, 
so beruht unsere Ausgabe lediglich auf dem Wiener Codex. 

Wir haben in derselben nur die wenigen noch gar nicht, oder 
nicht correct genug gedruckten Stücke vollständig mitgetheilt, wäh- 
rend wir für die übrigen es ausreichend fanden , auf die Werke zu 
verweisen, in denen sie zu finden sind. Die Inhaltsangaben sämmt- 
licher 64 Briefe haben wir dem Inhaltsverzeichnisse entlehnt , wel- 
ches in unserer Handschrift in einem besondern Quaternio dem 
Baumgartenberger Formelbuche vorgeheftet ist und aus welchem 
Bockinger die zur Baumgartenberger Sammlung gehörigen mitge- 
theilt hat. 



Fontes. Abth. U. Bd. XXV. 27 



418 

n. Die verschiedenen Stylübungen 

enthalten 21 Studentenbriefe, wie sie in Formelbüchern vorzukom- 
men pflegen: Ein armer Pariser Student bittet in verschiedenen 
Formen um Unterstützung, sodann folgt ein Klagebrief über den 
Verlust von Aecon, ein bereits anderweitig gedruckter Brief der 
Frau Rhetorica, endlich ein Brief von Frau Venus, der von keuscher 
Hand bis zur völligen Unkenntlichkeit wegradirt war, nunmehr aber 
durch Anwendung wirksamer Reagenzien wenigstens theilweise les- 
bar geworden ist. 



Incipiuüt litere papales, imperiales et regales. 



Habitatores terre sancte snpplieaiit Frideric« imperatori pro anxllio. 

Magnitudinem regiam latere non credimus, quantis oporteat cys- 
marine ehristianitatis residuum adversus hostiles insydias muni- 
eionibus, contra inenarrabilem tyranni poteneiam remediis» atquepre- 
sidiis contra draconis virus , quo regio tota confunditur > premuniri. 
Latere etiam vos non credimus » quanta patriarcha Jerusalemitanus 
humilis, religiöse domus et ceteri, tarn nobiles quam plebei utriusque 
condicionis et gradus, propterpreteritagwerrarumdiscrimina,propter 
maliciam temporis et locorum excidia et casus varios populorum, pau- 
pertatis mole premuntur, quantisque afiieiuntur miseriis et egestatis 
extreme articulo. nulla eis data requie, nulloque iiiis» in tantorum 
periculorum discrimine constitutis, suffragante subsidio, conterantur. 
Latere postremo vos non cupimus, in quantam hostis Egyptius ex in- 
suificiencia virium nostre partis est elatus superbiam, quamque im- 
maniter idem manibus madefactis et gladio in sanguine Christi fide- 
lium miserabiliter regni Armenie, per viginti dierum spacium circa 
stragem vivencium , incendia villarum et urbium et finalem depopula- 
cionem omnium» que potuit impetuose attingere, debachatur; ibidem 
quoque immisericorditer rabiem ab olim concepti furoris explevit , et 
regno dissipato buiusmodi ac totaliter desolato in regionem Antyo- 
cenam pervenit, ibique, ut fertur, cum omni totoque suo exercitu po- 

27* 



420 

tenti demoratur, sed omnino ignoratur ab omnibus, quo eius efferatur 
intencio, yel in quid eius effrena voluntas» inebriata triumphis 
preteritis, et spoliis fidelium tumefaeta» frequeneius impellatur. Ex 
hiis igitur et aliis infinitis miseriis, perieulis et timoribus» per diversas 
literas et speciales nuneios intimatis fideliter tanto regi, quibus usque 
ad cordium yiscera et fundamenta eoneutimur» loca nostra, que sui 
situ et bellatorum auxilio furori hostis resistere posse confidimus, 
muniuntur iuxta munientium faeultates, et ab expugnabilibus eorum 
incole, non absque gravibus detrimentis rerum et personarum an- 
F01.6I0. gustiis, cum filiis, rebus et familiaribus suis ad loca tuciora confu- 
giunt» laribus propriis derelictis. Ceterum cum illorum miseriis et 
erumpnis» a quibus et super quibus diversimode et frequenter, impor- 
tune et oportune requirimur, necessariis nequeamus sub venire reme- 
diis, doloris acerbitate confodimur et in defectu yirium compassionis 
affectum resolvimus in calicem quodammodo lacrimarum. Provideat 
igitur, quesumus, tanti regis clemencia circa exposita subditorum 
pericula, succurrat dextere vestre potencia nobis, lupi rapacis faucibus 
circumseptis, palpet beata manus regia piagas nostras et vulnera, 
ungenta salutifera Ulis misericordie, priusquam illorum saniesmedullis 
inbereat, infundendo. 

Gerbert, 2, 5 und die Erlanger Handschrift (Stobbe no. 258) haben die- 
sen Brief ausführlicher, mit der Oberschrift: Excellentissimo et potentissimo 
principi etc. Fr. Thomas, humilis peregrinus in Hierusalem, ballianus, comme- 
stabulus regni Hierosolymitarum et vicarius regnorum Hierusalem et Cypri etc. 
und G. macht es wahrscheinlich, dass er an König Rudolf gerichtet ist und 
in das Jahr 1275 gehört, wonach unsere Oberschrift falsch wäre. 



Imperator tali principi compaeiend« sibi et comprincipibns suis de 
oppressionibos, qoas a rege Bohemie pacinntiir. 

1276. 

Turbatur non immerito serenitatis nostre animus et ad iramcon- 
citatur vebemencius ac tanto iustius, quanto te et ceteros sacri im- 
perii principes et fideles propter fidei puritatem , quam ad Romanum 
gerunt imperium, gravius per illustris regis Bohemie rabiosam tyranr 
nidem perpendimus tribulari. Sane multifformis dilectionis animum et 
affectum» quem ad te nostra gerit serenitas» curantes ferventibus atque 



421 

irremissivis desideriis tibi ceterisqae nostris principibus, inique tribu- 
latis et oppressis, operoso ac festino succursu ac subrencione potent' 
ostendere per effectum: disponimus etinvotogerimus versus Egram 
una cum filio nostro H., rege regum dirigente feliciter gressus nostros, 
festinis progressibus nos conferre, primogenito nostro Chunrado 
versus Äustriam cum armatorum multitudine ac strennuorum militum 
apparatu decentissimo destinato. Qui cum necesse habeat tuos transire 
terminos absque alicuius bominum lesione, dispendio yel iactura, 
petimus, quatenus eidem primogenito nostro viam et introitum, secun- 
dum quod de fidelitate tua et discrecione inconcussam fiduciam geri- 
mus, studeas preparare, faciens et disponens, quod fideles tui de suis 
municionibus eidem immo sibi ipsis subveniantatqueipsorumnegocium 
in subvencione nostri primogeniti tam ardenter et tam strennue prose- 
quantur, quod, abiecto servitutis jugo, per predictum regem dudum 
ipsis imposito, in amenitate tranquille pacis valeant respirare. Pre- 
dictum itaque filium nostrum tue fidei puritati examinate discrecionis 
consilio in totum committimus et quasi pro filio tibi tradimus instru- 
endum, gubernandum et ad omnia, que liberacionem patrie respiciunt, 
dirigendum. Dat. etc. 

Gerbert, 2, 48 hat diesen Brief mit dem Eingange: Rudolphus etc., ferner 
statt jyUna cum filio nostro H.'^ una cum filio nostro L. und statt ^»primogenito 
nostro Chunrado*' primogenito nostro , ohne Namen. — G. nimmt nun an, der 
Brief sei von König Rudolf, und L. sei Ludwig der Strenge von Baiärr?, 
R.'s Schwiegersohn, den der König hier, wie sonst auch, filius nenne. In 
der That ist der Inhalt des Briefes so, dass er sehr wohl von Rudolf im 
Beginne seiner ersten Heerfahrt nach Österreich gegen Otakar, im September 
1276, geschrieben sein kann. (Vergl. den Brief des Erzb. v. Salzburg oben 
S. 337). Dagegen steht fest, dass in unserem Briefe Chunradus ein willkür- 
licher Zusatz ist, da ja weder Friedrich*s II. noch K. Rudoirs Erstgeborener 
so hiess. Der compilirende Dictator hielt diesen und den vorhergehenden für 
Briefe Friedrich's II. — wie ja auch der ganze Complex der folgenden Briefe 
bis Nr. 40 sich auf den Streit der Staufen mit der Curie bezieht und darunter 
2*J Briefe von Friedrich IL herrühren, zwei andere, Nr. 7 u. Nr. 29, von dem Dic- 
tator fälschlich Friedrich IL zugeschrieben werden, während sie von Konrad IV. 
herrühren — und ihm mag des Kaisers erstgeborner Sohn, der so früh vom 
Schauplatz zurück getretene Heinrich, unbekannt gewesen sein, dagegen des 
Kaisers Nachfolger Konrad als dessen Erstgeborner gegolten haben. 



422 



3. 

Papa episcop« Constaicieisi reprekeideiid« ein, qnodChuradiiiiin, ne- 
poten Friderici imperatoris, ii snam tQtelan reeepit et qii«d ipso» pro- 
eirat eligi in regen lomaneniiii, proUbeido etian ei sab graribns 
peais, qiiad deiaeeps eam ad imperiam non promoTeat et nandat sibi 
qaod eam impediat omni nodo qao potest sab penis sapradictis. 

1262. Juni 3. Viterbii. 

Fol. 61 a. Patens est et cognitum toti orbi, qualiter quondam Friderieus 
imperator eiusque progenitores et posteri erga matrem eeclesiam se 
gesserint et qualem ei retribucionem de beneficiis ab ea pereeptis 
impenderint, quoniam hü, aliorum persecutorum excedentes tyranni- 
dem, gravioribus eam affeeerunt iniuriis et oppressionibus durioribus 
afflixerunt et, velut intendentes in exterminium eius, tendentes furoris 
arcum et feritatis gladium acuentes, diris eam tribulavere flagellis et 
usque ad interiora profundis illatis vulneribus saueiarunt. Nam in hoc 
pravo genere patrum in filios cum sanguine derivata malicia, sieut 
carnis propagacione, sie imitacione operum nati successoribus a) 
successerunt genitoribus. Ex quo liquide perpendi et coniei potest, si 
ex ipso alique posteritatis reliquie remanserunt, quid sperandum sit in 
futurum de illis, quidve in posterum cKxpectandum. Vita namque et 
gesta predecessorum perversa iniquitatem prenuneiant successorum, 
nee horribilis eorum memoria quidquam boni de ipsorum posteritate 
cpedere vel sperare permittit, quia de colubro egreditur regulus, et 
arbop mala noxios fruetus profert, pravumque principium nunquam 
pollieetur bonum finem. Et ideo de Chunr. puero, nato quondam 
Chunradi, Friderici filii, est precavendum omnino, ne uUo modo nee 
ullo unquam tempore ad Romani culmen imperii sublimetur, quia in 
ipso procul dubio pro advocato ipsius ecclesie impugnator, et pro de- 
fensore assumetur olfensor publicus et turbator. 

Verum quoniam intelleximus , quod tu puerum ipsum, quod non 
decuit absque licencia sedis apostolice, sub tua tutela et protectione 
pro tue assumens libito Yoluntatis , magnis studiis totisque procuras 
laboribus, ut idem puer ad eiusdem apicem imperii eligatur eib) 
ipsius obtineat principatum : Nos, consideratis tue antique devocionis 

a) successoribus fibei flüssig, fehlt Marini. — h) et et V. 



423 

et fidei meritis » quibas inter ceteros imperii principes ecclesiasticos 
claruisti» petisatis eciam persecucionibus, angustiis et pressaris, qui- 
bus progenitores eiusdem pueri personas et ecclesias tuas multipliciter 
vexaverunt, dignam utique ac iustam de hoc ammiraeionem in mente 
eoncepimus, cum in eisdem progenitoribus perpendisse debueris, quid 
de ipso puero posses, si solium imperiale condescenderet, expectare. 
Volumus igitup et fraternitatem tuam monemus et hortamur ac per 
apostolica scripta tibi in yirtute obediencie et sub pena suspensionis 
et excommunicacionis, quas ex nunc in te proferimus et quas eo ipso Foi.62a. 
Je incurrere volumus, si contra huiusmodi nostrum preceptum venire 
temptaveris, districte precipiendo mandantes , quatenus nullo unquam 
tempore procures per te vel per alium, quod idem Chunradus puer in 
regem vel imperatorem eligatur, nominetur vel quomodolibet assu- 
matur, nullamque ad hoc opem impendas vel operam, quin immo eins 
electionem, nominacionem, si de illa tractari contingerit, toto posse 
impedire procures, sub eademque pena tibi auctoritate apostolica 
prohibemus, ne ipsi Chunrado circa occupacionem aliquarum terrarum 
ad Romanum Imperium pertinencium consilio, auxiiio vel favorequoquo 
modo assistere presumas, attencius provisurus, ne tibi de ludo ipso 
contingat quod eis, qui serpentem in sinu, ignem in gremio et murem 
in pera nutriunt, contingere consuevit. 

Dieser Brief findet sich auch im Cod. Wilh. A, 37 mit der Überschrift : 
Urbanus episcopus etc. Constantin. ep. etc. Vgl. Pertz Arch. 7, 895. — 

Als es sich nach dem Tode Wilhelm*s von Holland (1256, Januar 28.) um 
eine neue Königswahl handelte, warnte Aleiander IV. in- einem ausführlichen 
Schreiben (dat. 1256, Juli 28.) den Erzbischof Gerhard von Mainz, dann auch die 
Erzbischöfe von Cöln und Trier vor einer Wahl Conradin*s : RaynaJd ann. 
eccies. ad a. 1256 no. 3. Intelleximus quod instat tempus electionis celebrandae 
de rege — astrictum. 

Wahrscheinlich im ApriJ 1262 (S. Böhmer Reg. inde ab a. 1246, p. 356 n. 85) 
schrieb Erzbischof Wem her von Mainz, obwohl König Richard noch lebte, eine 
neue Königswahl aus, in der Absicht, Conradin wählen zu lassen. König Otakar 
von Böhmen beeilte sich, aus guten persönlichen Gründen, dies dem Papst 
Urban IV. anzuzeigen. Dieser instruirte sich aus den im päpstlichen Archive auf- 
bewahrten Papstgeschichten und Regesten , fand dort den aus gleicher Voran* 
lassung an den Erzbischof Gerhard von Mainz geschriebenen, oben erwähnten 
Brief Alexander*s IV. und that dann seine Schritte bei den betreffenden weltli- 
chen und geistlichen Fürsten Deutschlands. — Erhalten sind uns Urban's Briefe : 
1. an Otakar von Böhmen bei Rayn. ad a. 1262 no. 5 ff. ; 2. an den Erzbischof 
Wernher von Mainz bei Marino Marini diplomatica pontificia Romae 1841 p. 
57 — 60; und endlich 3. der unsrige an den Bischof Eberhard II. von Constanz, 



424 

der wohl auch, wie die beiden YorhergehendeD, am 3. Jani 1262 geschrieben sein 
wird. Allen dreien liegt der Brief Alexander*« IV. mit folgenden Modifieationen sa 
Grunde: Der Brief an Wernher von Mainz erwähnt die stattgehabte archivalische 
Nachforschung und stimmt unter Bezugnahme auf den Brief AIexander*s lY. mit 
diesem wörtlich üborein; der Brief an den Bischof ?on Constanz gibt wörtlich 
den wesentlichsten Theil jenes Briefes wieder« ohne darauf Bezog za 
nehmen; in den Briet an den König Ton Böhmen endlich sind nur einige 
Stellen desselben wörtlich aufgenommen. Für das Verfahren der päpst- 
lichen Kanzlei ist eine Vergleichung dieser vier Briefe von grossem Interesse. 
Wir begnügen uns , darauf hingewiesen zu haben und fügen hier noch die die 
archivalische Nachsuchung betreffende Stelle aus dem Briefe Urban*s IV. 
hinzu: . . . Cumque Romane archivis ecdesie reseratis, predecessorum nostro- 
rum, Romanorum videlicet gesta et regest» pontificum, nostra ob hoc specialiter 
sollicitudorevolverety cum omni diligentia et attentione disquirens, si forsitan ex 
eorumdem predecessorum processibus aliquid nobis occurreret, per quod pos 
semus sufficienter iostrui , qualiter valeret ac deberet per nos huiusmodi tam 
pium, tam utile, tamque salubre negotium promoveri; demum tenor quarumdam 
litterarum fe. re. Alexandri pape, predecessoris nostri, nostris se obtutibus 
obtulit, per quem utiquetenorem nobis constitit evidenter, quod idempredecessor» 
intellecto, quod instabat tunc tempus electionis celebrande de rege Romanorum 
in imperatorem postmodum promovendo . . . etc. Marino Marini 1. c. p. 57. 



Papa contra FridericiiBi inperatorem dat priTllegiom, per quod restitnit 
clemm regni Sycilie ad omnia lora, priTilegia et libertates, qiie sibi 
ex inre commoni Tel special! competere dinescantar ab antiqae, et re?«- 
cat oniiia statata et ordlnationes per Friderican imperatorem et ante- 
cessores siios factas contra ecclesiasticam libertatem. 

1248. December 8. Lugduni. 

Ad memoriam perpetuam observandam. DiebusFriderici,alumpni 
ecclesie, quasi antichristi prenuncii, Sicilie regnum vim patitur — ausu 
temerario contraire. Huillard-Breholles 6, 676 — 681. 

D